Chaos im Kopf

von Sushicat
KurzgeschichteDrama, Humor / P12
11.03.2018
11.03.2018
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CHAOS IM KOPF

Ich kann es leider nicht sagen, was seit Tagen mir im Kopf rumschwirrt
Es sind Gedanken, die umherwanken, bis zu dem Punkt, an dem nichts mehr Sinn ergibt
Und jetzt bin ich von Kopf bis Fuß verwirrt
Warum gibt es keine Lösung, die sich ganz bald Richtung Ausgang verirrt?
Ist das zu viel verlangt? Ein klarer Gedanke?
Ein Gedanke, der mir sagt, schreib das auf, schreib das nieder
Und wenn ich es dann lese immer und immer wieder
Kann ich mir denken das war ein wahres Wunderwerk, es ist vollbracht
Und weiter glänzt die güldene Pracht meines Werkes in Hochglanzmagazinen und Zeitungen bis hin zum Internet natürlich, in dem es so viele Menschen loben wie alleine schon in Amerika wohnen
Nur davon hab ich immer geträumt, aber es kommt einfach nichts heraus, ich habe wohl die Chance versäumt, es richtig zu machen
Das ist nur wegen dem Chaos in meinem Kopf
Und es pocht und pocht und pocht aber es kommt nichts heraus
Nur ein Gedanke, ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont wäre genug für mich, ich erarbeite etwas daraus
Aber diese Chance bleibt mir verwehrt
Ich erkenne in meinem Geschriebenen keinen Wert
Keine Zeitung würde das drucken, und nicht einmal die Bravo fände das für gut genug
Aber was kann ich denn tun, um die Blockade zu lösen?
Es herrscht nur Chaos in meinem Kopf, so viele Gefühle, ich bin geladen voller Energie und Wut und Hass
Aber da ist dann noch die gute Seite daran
Ich fühle Liebe und Schmerz, ob sich das verarbeiten lässt?
Ich versuche es und die erste Zeile geht so „Deine Liebe zu mir ist ein Schmetterling und ich habe ihn zu fest gehalten, jetzt kann er seine Flügel nicht mehr entfalten und dahin schweben….“
Nein, was ist denn das für ein Scheiß? Ich versuche alles, aber auch wenn ich mich zusammenreiß, kommt nichts Gutes dabei heraus
Es ist einfach nur Müll, der unbedingt irgendwie heraus will, aber man versteht es nicht
Denn in meinem Kopf herrscht nur Chaos, das ich am liebsten ganz los wäre
Nichts mehr denken, nichts mehr fühlen, einfach nur darauf losschreiben, dann wird das ein guter Text, nur genau das geht eben nicht
Mit so einem lästigen Chaos im Kopf
Ich denke an alles Mögliche, aber nicht an das, an das ich denken will, nämlich die Entfaltung und Entwicklung meiner Kunst, meinen Gedichten
Es ist eine Ausdrucksform, doch was lehrt uns die Norm? Ist der Sinn für Humor enorm, dann bringt das das Publikum mächtig in Form, Beifall zu klatschen, und dem Künstler damit klar zu machen, er hat noch große Dinge zu schaffen, denn er wird es weit bringen
Aber Humor, das bin einfach nicht ich, das ist nur das, was alle wollen, doch keiner wagt einen Blick hinter die Fassade und möchte schon gar nicht das wahre Gesicht eines Menschen sehen vielleicht, weil es sie verunsichert, dass eine wie ich auch ganz normal denken kann
Und auch manchmal, oder mehr oder weniger auch mal ein Chaos im Kopf hat
Ein Tohuwabohu der Gedanken verankert sich langsam zur Normalität und so wird aus manchmal, früh oder spät, ein immer öfter und schließlich ein Dauerzustand
Ich brauche ein Ventil für all diese Gedanken, die sich in meinem Kopf vergnügen und vom einen Ort zum nächsten wandern wie auf einer Swingerparty der Gedanken
Die Wut kooperiert mit dem Hass aber auch mal gerne mit der Liebe und mit der Sorge, die aber doch schon ein Treffen mit der Liebe vorhatte
Also wird darauf spontan ein Dreiertreffen, und laut knarzten nachts die Betten in meiner gedanklichen Swingerparty
Was diese Metapher sagen soll, egal was man plant, und egal was man wollte, die Gedanken spielen nicht immer mit
Sie sind wie ein hyperaktives Kind und springen von einer Ecke in die andere und von dort klettern sie ins Trampolin in meinem Kopf
Sie hüpfen auf und ab und das, was gerade noch gut klang, hört sich letztendlich beschissen an
Das alles nur, wegen dem Chaos in meinem Kopf
Und dieses Chaos ist gerade so unfassbar laut und schrill und groß und ungebändigt
Dass ich langsam einfach nicht mehr auf ein Fünkchen der Lösung hoff
Weil sie doch eh nicht kommt
Doch wie von der Ablehnung verständigt
Da ist etwas, ich schreibe das, ich vermarkte das, ich mache daraus das, was sie sehen wollen, auf der ganzen Welt
Und so wird mein Traum endlich nach allen Strapazen erfüllt
Und was ist es dann schließlich, was die Gesichter der Menschen erhellt?
Es ist mein ganz persönliches Chaos im Kopf, einfach, weil es jeder kennt und jeder hofft
Dass alles, nach etwas Zeit, so viel Sinn, wie bei mir, macht