Feuer und Eis - Gegensätze ziehen sich an -

von Redneck
GeschichteAllgemein / P12
Loki OC (Own Character)
10.03.2018
04.08.2019
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Ich weiß nicht wie, aber Loki hat es irgendwie geschafft, dass ich wieder eingeschlafen bin.
Und das sogar, ohne noch einmal von unangenehmen Träumen oder Erinnerungen heimgesucht zu werden.
Aber jetzt bin ich wach und kann wieder nicht einschlafen. Was auch nicht weiter schlimm ist, weil es schon recht spät am Morgen ist.
9 Uhr. Eigentlich kann ich jetzt auch ganz aufstehen und gleich mit Geofrey reden. Dann habe ich wenigstens schon mal eine Sache erledigt.
Also schäle ich mich aus dem Bett und strecke mich kurz. Loki ist nicht mehr im Bett. Und da seine Betthälfte kalt ist, schätze ich mal, dass er schon seit einer Weile hoch ist. Und der Geruch von frischem Kaffee, der mir gerade in die Nase steigt, spricht auch dafür.
Schnell verschwinde ich ins Badezimmer und mache mich frisch, ehe ich nach unten in die Küche gehe. Dort finde ich Loki auch vor. Mir den Rücken zugewandt an der Arbeitsplatte stehend, vor sich eine Zeitung ausgebreitet und eine Tasse Kaffee in der Hand.
Im Türrahmen bleibe ich einen Moment stehen und betrachte dieses Bild, dass sich mir gerade bietet. Es ist so ungewohnt, aber schön. Es fühlt sich gut an und ich könnte mich glatt daran gewöhnen, Loki jeden Morgen in unserer Küche vorzufinden. Mit Zeitung und Kaffee. Wie ganz normale Menschen.
Schmunzelnd gehe ich auf den Gott der Lügen zu, schlinge meine Arme um seine Mitte und schmiege meine Wange an seinen Rücken.
,,Guten Morgen.“, sage ich leise und noch immer mit einem Lächeln auf den Lippen.
,,Guten Morgen.“, kommt es liebevoll zurück und er legt seine Hand auf meine.
,,Du bist schon wach?“ ,,Mhm. Konnte nicht mehr schlafen. Und du hast schon Kaffee gemacht?“ ,,Ja. Willst du einen?“ ,,Gerne.“, ich lasse ihn los, zwar noch widerwillig, aber ohne Tasse komme ich nicht weiter.
Loki dreht sich zu mir, ich nutze das und schlinge meine Arme doch noch einmal um ihn.
,,Ich könnte mich glatt daran gewöhnen.“ ,,Woran?“ ,,Dich jeden Morgen mit Kaffee und Zeitung in unserer Küche vorzufinden.“, er hebt fragend eine Augenbraue.
,,Du weißt schon. In unseren eigenen vier Wänden. Nur du und ich. Keine Diener die ständig um einen herum wuseln. Keine Pflichten als Prinz oder König. Keine wichtigen Sitzungen oder so. Nur du und ich.“ ,,Willst du das?“ ,,Du nicht?“ ,,Ich wurde königlich geboren. Für mich ist dass das Normalste auf der Welt.“ ,,Ich weiß.“, seufze ich.
,,Du wirst dich sicher noch daran gewöhnen.“ ,,Also willst du wieder zurück?“ ,,Natürlich! Du nicht?“ ,,Ganz ehrlich. Ich weiß es nicht.“, gebe ich ehrlich zu.
Nach diesem Morgen weiß ich es tatsächlich nicht mehr mit Sicherheit.

Loki sieht mich eine ganze Zeit forschend an, ohne das einer von uns etwas sagt. Doch schließlich ist er es, der das Schweigen wieder bricht.
,,Lass uns abwarten was die Zeit bringt.“, haucht er mir mit einem Kuss auf die Stirn.
,,Lass uns die Zeit hier genießen.“ ,,Genau das habe ich vor. Hier kann uns mal niemand auf die Nerven gehen und alle paar Minuten rein geplatzt kommen. Oder jemanden schicken.“ ,,Nein. Hier sind nur wir beide.“, stimmt er zu.
Doch wir werden direkt eines bessern belehrt.
Nanuk und Tala melden sich, als sie in die Küche kommen.
,,Korrigiere. Nur wir beide und Nanuk und Tala.“, schmunzelt er nun.
,,Nur vier, huh.“, schmunzle auch ich.
,,Scheint ganz so.“ ,,Auch mal ganz schön, wenn man mal nicht einen ganzen Palast im Nacken hat.“ ,,Du hast wirklich etwas gegen das Leben im Palast, oder?“ ,,Ich habe nichts gegen das Leben im Palast. Es ist einfach nur... ich bin es nicht gewohnt. Immer so viele Menschen um einen herum. Dauernd wird man von Dienern verfolgt die an einem herum zuppeln oder irgendwas wollen. Dauernd irgendwelche wichtigen Sitzungen. Ständig muss man auf diese dämliche Etikette achten. Da ist immer so viel, worauf man achten muss. Worauf ich achten muss.“ ,,Christine.“, seufzend streicht er mir eine Strähne hinters Ohr.
,,Wieso diese plötzlichen Zweifel?“ ,,Ich weiß auch nicht.“, gebe ich zu.
,,Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich wieder auf der Erde bin. Das Leben hier ist halt ganz anders als in Asgard. Hier gibt es keinen Luxus, zumindest nicht für mich. Ich bin mein Leben lang ohne ausgekommen und hatte nie ein Problem damit. Und jetzt muss ich mich mit Bediensteten 'rum schlagen, die mir andauernd alles abnehmen wollen. Du kannst dir nicht vorstellen wie das ist.“, versuche ich ihm zu erklären.
Es ist nicht so einfach, immerhin ist er sein Leben lang im Schloss aufgewachsen. Er hat immer nur Diener um sich herum gehabt und musste sich nie allein durch schlagen. Er hatte immer Hilfe und Leute um sich, die ihm alles abnahmen. Ich halt nicht.
,,Christine. Ich kann mir denken wie es für dich ist. Mir ergeht es doch nicht anders, allerdings muss ich mich damit arrangieren, dass ich hier keine Bediensteten habe und deswegen vieles allein machen muss.“, ich seufze.
,,Schätze, wir haben beide etwas, womit wir lernen müssen klar zu kommen.“ ,,Scheint ganz so. Aber lass uns jetzt nicht weiter darüber reden.“ ,,Du hast Recht.“, ich atme tief durch und küsse ihn noch einmal.
,,Ich habe heute noch ein bisschen was zu tun.“ ,,Mhm. Zu aller erst mit Geofrey sprechen.“ ,,Genau. Und das werde ich jetzt machen.“, nicke ich.
,,Aber erst trinken wir unseren Kaffee in Ruhe zu Ende.“, ich nehme einen Schluck vom Kaffee und sehe ihn einen Moment lang an.
,,Willst du noch irgendwas anderes machen, solange wir hier sind?“ ,,Ich weiß nicht. Hast du etwas geplant?“ ,,Bisher eigentlich nicht. Aber. Wenn wir schon mal hier sind, könnten wir doch eigentlich so etwas wie Urlaub draus machen. Oder nicht?“ ,,Urlaub?“ ,,Ja. Ein paar Tage hier bleiben, bevor wir uns wieder auf den Weg zurück machen. Die Zeit zusammen genießen und einfach ausspannen. Ich finde nach dem ganzen Stress der letzten Zeit haben wir etwas Ruhe doch wohl mal verdient.“, nachdenklich blickt er mir in die Augen, nickt dann aber langsam.
,,Ja. Ich denke du hast Recht. Lass uns ein bisschen hier bleiben und die Ruhe genießen.“, ich lächle und nehme noch einen Schluck Kaffee.
Ich schätze, nach dem ganzen vergangenen Ärger müssen wir irgendwie auch erst einmal wieder zueinander finden. Es ist doch schon das eine oder andere kaputt gegangen, zwischen uns. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg und werden das alles irgendwie hin bekommen. Zuerst, werde ich aber diese Gespräche hinter mich bringen. Auch wenn ich ein mulmiges Gefühl habe. Besonders bei meinen Eltern. Ich weiß einfach nicht, ob sie mich überhaupt noch sehen wollen, oder ob ich inzwischen doch schon für sie gestorben bin. Verübeln könnte ich es ihnen nicht einmal.
,,Sie werden sich sicher freuen dich zu sehen.“, erschrocken und ertappt sehe ich Loki an.
,,Woher...“ ,,Ich kann die Sorgen in deinen Augen lesen.“ ,,Oh.“ ,,Christine. Mach dich nicht verrückt. Sie werden freuen dich zu sehen und ihr werdet ein langes Gespräch führen. Am Ende wird es dir sicher besser gehen und ich gehe davon aus, dass es gut ausgehen wird. Falls nicht, bin ich auch noch da um dich aufzufangen.“ ,,Danke.“, zärtlich streichelt er meine Wange.
,,Und jetzt solltest du dich um das Gespräch mit Geofrey kümmern. Sicher wartet er schon auf dich.“, ich werfe noch einen kurzen Blick auf die Uhr und nicke langsam.
,,Ja. Ich werde mal runter gehen.“ ,,Mach das. Ich warte hier oben mit Nanuk und Tala.“ ,,Gut. Du kannst den beiden ja schon mal was zu Essen geben.“ ,,Sicher. Ich werde die beiden schon nicht verhungern lassen.“.

Mit einem leicht mulmigen Gefühl, naja, eigentlich schon eher nervös, fahre ich nach unten.
Im Grunde habe ich keine Angst vor einem Gespräch mit ihm, ganz und gar nicht. Es ist einfach nur seltsam, weil ich mir doch schon Gedanken darüber mache, was hier alles passiert ist als ich nicht da war und was er mir erzählen wird. Außerdem ist es auch schon seltsam mit ihm zu sprechen, eben weil ich so lange weg war.
Ich habe keine Ahnung was hier alles passiert ist.
Ist jemand wichtiges gestorben?
Wurden wichtige Gesetze gemacht?
Was war hier alles los?
Am meisten interessiert es mich aber, ob jemand nach mir gesucht hat. Oder ob jemand versucht hat mich zu besuchen.
Ich habe ja Ewigkeiten nichts mehr von irgendwem gehört.
Ich habe Ewigkeiten niemanden mehr gesehen.
Ich hatte mich damals einfach nur zurück gezogen und wollte auch niemanden sehen.
Vielleicht habe ich ja doch Angst.
Aber die Angst muss ich jetzt einfach mal abschütteln, denn die Fahrstuhltüren öffnen sich und das Licht der Eingangshalle blendet mich.
Ich schüttle kurz meine Hände aus und mache mich dann schnurstracks auf den Weg zu Geofrey, zum Empfangsschalter. Er steht zwar nicht da, aber ich weiß wo ich ihn finde. Um diese Zeit ist er nämlich noch nicht weg. Erst in einer Stunde oder vielleicht auch zwei. Wenn es ganz schlecht läuft erst in drei.
,,Morgen.“, grüße ich den jungen Mann am Schalter nur knapp und überlege, ob er schon hier war bevor ich gegangen bin oder nicht.
Aber, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, will aber trotzdem an ihm vorbei gehen um in Geofreys Büro zu kommen.
,,Hey!“, hält er mich aber auf und stellt sich mir in den Weg.
,,Was wird das?“, erstaunt sehe ich ihn an.
,,Ich will zu Geofrey.“ ,,Ach. Und wer sind sie?“ ,,Christine Laufeyson.“ ,,Kenne ich nicht.“ ,,Dann solltest du mal in deine Unterlagen gucken und deine Hausaufgaben machen, Kleiner. Ich bin gestern Nacht mit meinem Mann zurück gekommen und bin jetzt mit Geofrey verabredet.“ ,,Davon weiß ich nichts.“, grummelt er.
Ich verschränke genervt die Arme vor der Brust und sehe ihn an.
,,Gut. Dann sieh zu das du Geofrey her holst.“ ,,Mr. Wayne hat leider schon seine Schicht beendet. Ich bin....“ ,,Das weiß ich, du Hampelmann. Und jetzt los!“, er klappt den Mund auf und will Kontra gaben, als Geofrey hinter ihm auftauht.
,,Was ist hier los, Greg?“ ,,Mr. Wayne.“, schnell dreht er sich zu ihm.
,,Diese Dame wollte zu ihnen.“ ,,Ja und?“ ,,Sie wollte einfach an mir vorbei in ihr Büro und ich....“ ,,Greg! Sie kann jederzeit zu mir.“, unterbricht er ihn direkt. Verdient.
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