Feuer und Eis - Gegensätze ziehen sich an -

von Redneck
GeschichteAllgemein / P12
Loki OC (Own Character)
10.03.2018
04.08.2019
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New York weckt Erinnerungen.
Erinnerungen an Dinge, die ich schon längst vergessen habe. Dinge, die ich verdrängt habe. Dinge, die ich vergessen wollte.
Und jetzt stehe ich auf meiner Dachterrasse, Tränen laufen mir übers Gesicht und ich weiß nicht was ich machen soll.
,,Christine?“, ich zucke zusammen, als Loki direkt hinter mir auftaucht.
Schnell wische ich mir die Tränen weg, drehe mich aber nicht zu ihm. Ich drehe nur meinen Kopf leicht in seine Richtung.
,,Hab ich dich geweckt?“ ,,Was machst du hier draußen?“ ,,Nichts.“, er legt mir eine Hand auf die Schulter und dreht mich zu sich.
,,Wie lange bist du schon hier?“ ,,Weiß nicht. Ein paar Minuten vielleicht?“, skeptisch sieht er mich an, lässt eine Decke erscheinen und legt sie um mich.
,,Du bist eiskalt.“ ,,Ich bin Feuer, ich kann gar nicht kalt werden.“, grinse ich frech.
,,Warum bist du wach?“ ,,Konnte nicht wieder einschlafen.“ ,,Warum weckst du mich nicht?“ ,,Wieso sollte ich? Du hast so friedlich geschlafen.“, er seufzt leise.
,,Was machst du hier draußen?“ ,,Frische Luft genießen.“ ,,Weinend?“ ,,Was?“, ertappt wische ich mir über die Wangen.
Loki lächelt wissend.
,,Ich sehe es an deinen Augen.“ ,,Es ist nichts.“ ,,Christine. Keine Geheimnisse mehr.“, diesmal seufze ich und drehe mich wieder um.
,,Ich habe mich nur an etwas erinnert.“ ,,Woran?“ ,,Nichts wichtiges. Es bedeutet mir nichts. Nicht mehr. Ich weiß selbst nicht, wieso diese Erinnerung jetzt wieder hoch kommt.“.
`Doch, weißt du. Du hängst noch immer an Dean.´.
,,Erzähl es mir.“ ,,Wieso?“ ,,Wieso nicht?“.
`Weil du mich dann verlassen würdest....´.
,,Ich kann nicht.“ ,,Was kann so schlimm sein, dass du es mir nicht sagen kannst?“ ,,Etwas aus meiner Vergangenheit.“ ,,Du hast mir schon öfter etwas aus deiner Vergangenheit erzählt.“ ,,Ja. Aber. Das ist etwas anderes.“ ,,Wieso?“ ,,Darum.“ ,,Christine.“, wieder dreht er mich zu sich.
,,Nichts kann so schlimm sein, dass du es mir nicht sagen kannst.“, eindringlich sieht er mich an.
Ich seufze.
Er wird ohnehin keine Ruhe geben.
,,Es geht um Dean.“, und schon wird seine Mine etwas düsterer.
,,Siehst du. Deswegen wollte ich es dir nicht sagen!“, sage ich sofort und will gehen, werde aber weiter fest gehalten.
,,Tut mir leid. Erzähl es mir.“ ,,Nein. Ich habe keine Lust mich mit dir zu streiten oder am Ende doch allein da zu stehen, weil du es falsch verstehst.“ ,,Erzähl es mir. Erkläre mir, was dich so sehr aufwühlt, dass du deswegen nicht mehr schlafen kannst. Ich will es verstehen. Vielleicht kann ich dir dann helfen.“, erneut seufze ich und lasse den Kopf einen Moment hängen.
,,Meinetwegen....“, was habe ich denn schon zu verlieren?
`Alles?!´.
Halt die Klappe!

,,Es ist schon Ewig her. Ich war noch nicht lange mit Carl zusammen. An einem Abend war er mit Freunden unterwegs feiern. Der Barkeeper, ein Bekannter von uns, rief mich an, dass ich Carl abholen müsse weil er betrunken sei. Also hab ich mich auf den Weg gemacht. Als ich ankam, durchnässt vom Regen, war er total betrunken und wollte nicht nach Hause. Josh hat ihn und seine Freunde aber raus geworfen. Als ich Carl mitnehmen wollte, hat er mich zum ersten Mal geschlagen und ich bin gegangen.“, Loki sieht mich wütend an, als ich das erzähle.
,,Dean ist mir nachgekommen und hat mich mit zu sich genommen. Er meinte, dass es so besser sei. Naja. Ich war irgendwie doch schon ganz froh, die Nacht nicht allein mit einem betrunkenen Carl verbringen zu müssen und bin mitgegangen. Wir kannten uns ja auch schon ein bisschen und verstanden uns immer gut.“, erzähle ich weiter.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich auch den Rest erzählen soll. Kann...
`Keine Geheimnisse mehr. Das habt ihr beide euch doch vorgenommen.´.
Stimmt.
,,Dean hat meine Wange gekühlt und mir trockene Anziehsachen gegeben. Trotz des ganzen Ärgers hatten wir noch einen schönen Abend. Haben uns unterhalten gelacht und hatten einfach Spaß. Eins führte irgendwann zum anderen. Wir küssten uns, ich weiß gar nicht mehr von wem der Kuss ausging. Ein Kuss führte zum anderen und wir landeten im Bett.“, ich spüre, wie Loki sich versteift.
Ich bereue es jetzt schon, ihm davon erzählt zu haben.
,,Loki, ich...“ ,,Ihr hattet also was miteinander.“ ,,Nein.“ ,,Aber ihr habt...“ ,,Wir waren einmal im Bett. Kurz darauf lernte er Kat kennen, seine jetzige Frau. Zugegeben, ich habe immer mit dem Gedanken gespielt Carl für ihn zu verlassen, aber als Kat dann kam und ich gesehen habe, wie glücklich die beiden sind, habe ich die Sache begraben.“ ,,Obwohl du Gefühle für ihn hattest?“ ,,Ja. Ich wollte seine Beziehung nicht kaputt machen.“ ,,Und deswegen bist du bei Carl geblieben?“ ,,Irgendwie schon. Ich weiß auch nicht wieso ich nicht trotzdem einfach gegangen bin...“ ,,Und heute?“ ,,Was und heute?“, fragend sehe ich ihn an.
In seinen Augen liegt etwas verletztes und irgendwie auch so etwas wie Angst.
,,Du meinst Dean und mich?“ ,,Ja.“ ,,Wir sind Freunde. Wenn überhaupt. Mehr nicht.“ ,,Liebst du ihn noch immer?“, ist das sein Ernst?
Er fragt mich allen Ernstes, ob ich Dean noch immer liebe?
,,Loki. Ich liebe nur dich!“ ,,Oder bleibst du bei mir, weil du dich dazu verpflichtet fühlst?“, mir klappt der Mund auf, aber ich bringe kein Wort über die Lippen.
,,Ist das dein Ernst?“ ,,Ja. Ich will wissen, ob....“ ,,Loki. Ich hege keinerlei Gefühle mehr für Dean. Keine. Wir sind allenfalls Freunde, mehr auch nicht. Was damals war, vor Jahren, zählt für mich nicht mehr! Es ist Vergangenheit!“ ,,Wirklich?“ ,,Ja! Warum denkst du....“ ,,Scheinbar sind da noch immer Gefühle. Gefühle, die dich Nachts wach halten.“, sprachlos sehe ich Loki an.

Ich kann nicht glauben, dass wirklich denkt, ich könnte noch immer Gefühle für Dean haben.
Das ist ja wie ein Déjà-vu.
,,Ist das dein Ernst?!“, frage ich und muss mich zusammen reißen, ihn nicht direkt wieder anzuschreien.
,,Du denkst, ich habe noch irgendwelche Gefühle für Dean? Nur weil ich Nachts nicht schlafen kann, weil ich von irgendwelchen Erinnerungen heimgesucht werde? Nur weil ich jemanden getroffen habe, der für mich da war als ich jemanden gebraucht habe?“, frage ich und sehe ihn ernst an.
,,Kommt dir das eigentlich irgendwie bekannt vor?“ ,,Wieso sollte es?“ ,,Darf ich dich an Miss-Ach-So-Herrlich-Wunderhübsch erinnern? Mit der du ganz nebenbei bemerkt sogar verlobt warst?!“ ,,Das ging nur von ihrer Seite aus.“ ,,Loki. Wäre ich nicht da gewesen, hättest du dich sicher nicht dagegen gesträubt. Gib es doch einfach zu.“ ,,Aber ich habe mich für dich entschieden.“ ,,Ja. Und ich habe mich für dich entschieden und das schon vor langer Zeit!“, beinahe hätte ich ihn angeschrien.
,,Ich habe mich vor zwei Jahren für dich entschieden! Ich habe mich dazu entschieden, an deiner Seite zu bleiben. Und nur weil ich hier jemanden von früher getroffen habe, mit dem ich ein einziges Mal etwas hatte denkst du, dass ich noch immer Gefühle für ihn habe? Denkst du etwa, für mich ist es leicht? Ich bin nicht hier her gekommen um von meiner Vergangenheit eingeholt zu werden. Ich wollte hier nur etwas zwischen meinen Eltern und mir aus der Welt räumen. Einen Schlussstrich ziehen und alles ins Reine bringen. Hätte ich geahnt was auf mich zukommt, hätte ich mich vielleicht sogar doch dagegen entschieden.“, knalle ich ihm um die Ohren.
Mit großen Augen sieht Loki mich an und sagt erst einmal gar nichts mehr.
Seufzend lässt er dann den Kopf hängen.
,,Verzeih mir.“, sachte greift er nach meiner Hand.
,,Was ist in letzter Zeit eigentlich mit dir los?“, frage ich und verschränke meine Finger mit seinen.
,,Andauernd unterstellst du mir etwas oder ziehst falsche Schlüsse. Und dann entschuldigst du dich, weil du deinen Fehler erkannt hast.“ ,,Ich weiß es auch nicht.“ ,,Loki. Ich dachte, nach der ganzen Sache mit Miss-Ach-So-Herrlich-Wunderhübsch, hätten wir das zwischen uns ein für alle Mal klar gestellt?! Ich liebe dich und will mit dir zusammen sein. Ich vertraue dir blind und das auch jetzt noch, nachdem du mir beinahe das Herz gebrochen hast.“ ,,Ich weiß das alles!“, antwortet er etwas energischer.
,,Ich weiß das du mich liebst und ich liebe dich ebenso, aber manchmal gehen meine Fantasien einfach mit mir durch.“ ,,Was hast du denn bitte für Fantasien?“ ,,Christine. Weißt du was meine größte Angst ist?“ ,,Nein.“ ,,Dich zu verlieren.“ ,,Loki.“, sage ich leise und lege meine Hand auf seine Wange.
,,Du wirst mich nicht verlieren. Ich will doch nur mit dir zusammen sein. Mit keinem sonst. Das, was früher war, hat keinen Wert mehr für mich. Und das jetzt auf einmal alles wieder hoch kommt und meine Gefühle durcheinander bringt, ist auch nicht gerade leicht für mich. Immerhin wollte ich hier Frieden schaffen und für Ruhe in meinem Inneren sorgen. Aber scheinbar ist mir das nicht vergönnt.“ ,,Du wirst deinen inneren Frieden finden.“ ,,Woher willst du das wissen?“ ,,Weil ich dich kenne und weil ich dir zur Seite stehen werde. Wann immer du mich brauchst, werde ich dir zur Seite stehen.“ ,,Deswegen bist du hier. Ich habe dich nicht ohne Grund mitgenommen. Du bist mein Fels in der Brandung.“ ,,Und das werde ich immer sein.“.
Ich denke, damit ist die Sache endlich aus der Welt geschafft.
Hoffe ich.
,,Lass und versuchen, noch ein wenig zu schlafen.“, sagt Loki nach wenigen Minuten leise und streicht mir durchs Haar.
,,Du hast Morgen etwas wichtiges vor und solltest ausgeruht sein.“, ich schlucke hart.
,,Denkst du es ist eine gute Idee?“ ,,Was?“ ,,Meine Eltern zu treffen?“ ,,Wieso diese plötzlichen Zweifel?“, ich zucke nur mit den Schultern.
,,Christine.“, sanft nimmt er mein Gesicht in seine Hände und sieht mir in die Augen.
,,Sie wären schön blöd, dich einfach wieder fort zu schicken. Ich bin mir sicher, dass sie sich freuen werden dich zu sehen. Sicher vermissen sie dich ebenso, wie du sie.“ ,,Und wenn nicht?“ ,,Dann hast du noch immer mich. Und meine Familie.“, er haucht mir einen kurzen Kuss auf die Stirn und entlockt mir damit ein leichtes Lächeln.
,,Danke.“, murmle ich und lehne mich einen Moment gegen ihn, ehe wir wieder rein gehen.
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