Das, was nicht sein darf...

von Minou
OneshotRomanze / P18
Karl Schumann OC (Own Character)
07.03.2018
07.03.2018
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Ihr Lieben!

Hier ist er. Mein allererster One-Shot. Und dabei ist es noch nicht einmal wirklich einer. Es ist eine 'Was-Wäre-Wenn?'-Geschichte. Sie gehört zu meiner Story "Mädchen - du versaust dir dein Leben" und ab genau jetzt ist der Rest ein riesiger fetter Spoiler, für alle, die sie noch nicht gelesen haben. Ihr könnt sie trotzdem lesen, wenn ihr möchtet, die Haupthandlung der anderen Geschichte wird nicht verraten.

Dieser OS spielt ab der Szene auf dem Balkon, wenn Lilli und Karl sich den ganzen Nachmittag über Flo und Felix gestritten haben. (Kapitel 21). Es ist das 'Was-Wäre-Wenn' Lilli nicht weggangen wäre? Was, wenn sie Karl geküsst hätte?

Um euch die Geschichte in Erinnerung zu rufen ist der erste Teil komplett übernommen.

Für alle, die die Vorgeschichte nicht kennen:
Felix hat 'ne Freundin die ein kleines 'Treue-Problem' hat. Karl mag sie deswegen nicht und hatte die letzten Wochen einen am Boden zerstörten Felix zuhause. Seine Freundin Nike ist im Urlaub. Lilli, Tills Freundin, steht auf Flos Seite und verteidigt die Beziehung der beiden.

Für alle, denen es jetzt immer noch nicht klar ist: Bis auf die ersten 700 Wörter ist der Rest reines P18. Seid bitte gewarnt!

Und verdammt viel Spaß.

Allerliebste Grüße
Eure Minou

Ach und... wir haben da ein Experiment laufen... P18 bekommt immer so wenig Reviews... Also, schaffe ich einen Anreiz. Die ersten drei, die mir eine Review schreiben bekommen von mir eine persönliche P18 geschrieben nach ihren Wünschen. Die Review kann auch anonym sein. Nur öffentlich muss sie sein.

Viel Spaß!
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"Karl! Kippe! Jetzt!", sagte sie und ihr Ton duldete beim besten Willen keinen Widerspruch. Trotzdem konnte sich Karl noch nicht so richtig dazu durchringen, mitzukommen. Also nahm Lilli ihm die Entscheidung ab, griff seine Hand und zog ihn mit auf den kleinen Balkon der WG. Gerade wollte Lilli sich auf einen der Balkonstühle fallen lassen.
"Halt!", rief Karl "die hab ich vorhin frisch gestrichen." Lilli sah ihn an mit einem Blick, der ihn zum Schmunzeln brachte.
"Dein Ernst? Wirklich? Heute?", sagte sie und musste kurz lachen. Seufzend rutschte sie an der Hauswand herunter und landete auf dem Holzfußboden des Balkons. Karl tat es ihr gleich und landete rechts neben ihr. Er zog seine Zigaretten aus der Tasche, bot ihr eine an. Dankend nahm Lilli eine Kippe und Karl zündete erst ihre, dann seine an. Eine Weile sagten sie nichts. Ihre bloße Anwesenheit hier draußen beruhigte Karl bereits. Trotzdem schlug sein Herz noch ziemlich schnell. Was für ein Tag. Sie rauchten, genoss die kühle Brise nach dem heißen Sommertag. Beide hingen ihren Gedanken nach. Eigentlich war alles gesagt. Sie hatten ja gerade drei Stunden diskutiert. Und trotzdem schwirrten in Karls Kopf noch so viele Gedanken, die er gerne losgeworden wäre, die er sich nicht traute auszusprechen. Die Zigaretten waren viel zu schnell aufgeraucht und während Lilli ihre an der Wand ausdrückte, schnippste Karl seine in die Nacht. Dann seufzte er einmal laut. Er hasste den Gedanken, dass Felix mit Flo zusammen war, dass sie ihm wieder weh tun würde und das alles nur weil...
"Lilli, das ist doch alles scheiße", sagte Karl mit heiserer Stimme und Lilli hörte seine Verzweiflung.
Ganz vorsichtig zog Lilli Karl zu sich, er ließ es mit sich geschehen. Sein Kopf landete auf ihrer Schulter. Ihre Hand blieb auf seinem Kopf.
"Ich weiß, Süßer", sagte sie mitfühlend und fügte hinzu, als würde sie seine Gedanken kennen "du weißt, dass das alles nicht deine Schuld ist, oder?" Schon als sie das letzte Wort ausgesprochen hatte wusste sie, dass sie voll ins Schwarze getroffen hatte. Sie spürte, wie Karl sich anspannte. Er zögerte... sollte er? Karl war keiner der Menschen, die offen über ihre Sorgen und Ängst sprachen. Aber in den letzten beiden Tagen war einfach zu viel passiert und hier, an Lillis Schulter, fühlte er sich das erste Mal seit gestern Morgen nicht ganz hilflos und allein.
"Wessen Schuld soll es denn sonst sein? Ich habe mit aller Macht probiert, die beiden zu verkuppeln. Ich habe ihn gedrängt, nach Bremerhaven zu fahren, obwohl Bent mich ausdrücklich gebeten hatte, ihn davon abzuhalten. Dass es Felix die letzten Wochen so schlecht ging, ist nur meine Schuld", sprudelte es aus ihm heraus. Dann sagte er nichts mehr. Auch sie war still. Sanft fuhr sie mit ihren Fingern durch seine zur Zeit kurz geschnittenen Locken. Genau das brauchte er jetzt. Er hatte so viel getröstet, hatte Felix zur Seite gestanden in den letzten Wochen. War der Starke gewesen. Er hatte einfach keine Kraft mehr. Ohne ihre Hand von ihm zu nehmen begann sie zu sprechen.
"Es ist einfach so passiert, Karl. Er hat sie auch schon geliebt, bevor du ihn dazu gebracht hast, es ihr zu sagen. Es wäre auf die eine oder andere Art sowieso passiert", beruhigte Lilli ihn. Karl wurde von Minute zu Minute ruhiger.
"Außerdem", setzte Lilli fort "wenn du wirklich für das alles verantwortlich bist, dann doch auch dafür, dass sie sich jetzt endlich gefunden haben."
"Und das ist etwas Gutes, weil...?", fragte Karl skeptisch.
"Weil du da drinnen genau wie ich gesehen hast, wie sehr er sie liebt. Wie sehr sie ihn liebt. Die finden schon eine Lösung. Lass ihnen Zeit", erklärte Lilli.
"Und was, wenn sie ihm wieder weh tut? Wenn ihr der Nächste über den Weg läuft, den sie noch ein bisschen besser findet? Dann verlässt sie Felix", sagte Karl und wusste selbst, dass er gerade ungerecht war.
"Du weißt, dass sie so nicht ist", sagte Lilli leise. Ja, klar. Eigentlich wusste Karl das. Aber...
"Wer einmal untreu ist, der wird es auch wieder. Ich kann Flo einfach nicht verstehen! Wieso betrügt man seinen Partner? Sie haben geheiratet, sich die ewige Treue geschworen! Es will mir nicht in den Kopf, wie man jemandem untreu sein kann. So weit muss man sich doch unter Kontrolle haben!", wetterte Karl. Lilli sagte nichts. Zog Karl noch ein bisschen weiter zu sich und gab ihm einen Kuss auf die dunklen Locken. Karl schloss die Augen.
Er hatte all seine Kraft gebraucht, um Felix wieder aufzubauen. Und das war nun alles umsonst? Felix stürzte sich in sein Verderben? Schon wieder? Und nun war er hier und konnte für ein paar Minuten mal nicht der starke Mann sein. Er genoss es, dass sie die Kontrolle übernommen hatte, ihre Nähe, ihre Wärme und verdammt nochmal ihre Berührungen. Karl vermisste Nike. Er vermisste sie so sehr. Schon seit Tagen brauchte er einfach jemanden, der ihm zuhörte, der für ihn da war. Und gerade jetzt war sie weg, im Urlaub mit ihrer Schwester. Wie sehr wünschte er sich, dass er jetzt und hier in Nikes Armen läge. Aber es waren nicht Nikes Finger, die da zärtlich über seinen Kopf strichen, nicht ihre Wange, die sich an seinen Kopf gelehnt hatte. Und sie roch auch nicht wie Nike. Nicht so vertraut und nach zuhause. Lilli roch süß und fruchtig und irgendwie nach Mädchen. Karl atmete tief ein. Beide schwiegen und genossen einfach die Nähe des anderen. Die Tatsache, gerade nicht allein zu sein.
Unermüdlich streichelte sie ihn. Lilli hatte so etwas an sich, etwas, dass ihn die Realität vergessen ließ. Er fühlte sich so wohl bei ihr, konnte sich fallen lassen. Karl entspannte sich immer mehr. Nur ihre Fingerspitzen taten etwas, was bei ihm das Gegenteil von Entspannung auslöste. Ihre Hand war ein Stück tiefer gewandert, strich nun sanft über seinen Nacken. Das Gefühl von Haut auf Haut jagte ihm einen Schauer über den Rücken und nahm ihm kurz die Luft. Was sie da tat fühlte sich verdammt gut an. Viel zu gut!
Karl schaute auf, hob seinen Kopf von ihrer Schulter und sah sie an. War sie schon immer so verdammt schön gewesen? Die roten Locken fielen ihr wild auf die Schultern. Die Sommersprossen auf ihrer Nase gaben ihr etwas Mädchenhaftes, die vollen Lippen im Kontrast dazu etwas Sinnliches. Sie hatte ihren Blick nach unten gerichtet. Ihre langen Wimpern ruhten auf der hellen Haut ihrer Wangen.
"Lilli", sagte er leise, er wusste selbst nicht warum. Vielleicht wollte er einfach einmal hören, wie es aus seinem eigenen Mund klang, wenn er es sagte, als wäre sie sein Mädchen. Lilli schaute auf. Ihre Blicke trafen sich. Es war wie ein elektrischer Schlag. Durch jede einzelne Faser seines Körpers fuhr dieser Blick, es nahm ihm die Luft. Er, Karl, der immer cool blieb, sich nicht aus der Ruhe bringen ließ spürte, wie er zu zittern begann. Schnell senkte er den Blick, wollte den Kopf von ihr wegdrehen. Lilli hielt ihn auf, drehte sanft aber bestimmt seinen Kopf zurück, strich über seine Wange. Alles in Karl kribbelte.
Sie öffnete leicht ihre Lippen, ließ sie nur einen Spalt weit offen. Weit genug, dass Karl sich fragte, wie ihr Kuss wohl schmecken würde, wie sich ihre Lippen wohl anfühlen würden auf seinen. Oder an seinem Hals, an seinem Schlüsselbein. Wie es wohl sein müsste, wenn sie sanft mit ihren Fingern über seine nackte Haut fuhr und... wie sich ihre Haut wohl anfühlen müsste. Wie sie beben würde wenn er über ihre Brüste strich, sie überall berühren würde, sie quälen würde, bis er endlich... Allein der Gedanke ließ ihn verrückt werden.
Innerhalb von Sekunden schossen ihm all diese Fantasien durch den Kopf und das Zittern, das er mit aller Macht versucht hatte, zu unterdrücken, wurde immer stärker. Er verlor jegliche Kontrolle. Sie legte ihre Hand auf seine Wange, die Berührung jagte ihm eine Gänsehaut über den Körper. Resigniert schloss er die Augen und wartete, dass sie ihn endlich küssen würde. Er konnte es kaum erwarten, sie endlich zu spüren, seine Fantasien Realität werden zu lassen.Doch er spürte nur ihren Atem auf seinen Lippen. Unsicher öffnete er seine Augen wieder, sah sie direkt an.
Immer noch zögerte sie, suchte in seinen Augen etwas, das sie abwies. Sie fand nichts, ganz vorsichtig überbrückte sie die letzten Zentimeter und dann endlich berührten sich ihre Lippen. Es war nur ein Moment. Nur für eine Sekunde berührten sie sich. Nicht mehr als ein kurzer Kuss unter Freunden. Und doch machte dieser Kuss so viel mit Karl. Er war wie ein Versprechen für das, was noch kommen würde. Ihre Lippen waren so unfassbar weich, sie schmeckte nach irgendetwas Fruchtigem. Himbeer, Kirsche, Erdbeer? Karl konnte es nicht sagen. Er wusste nur, dass er sie wieder schmecken musste. Wieder blickte er in ihre Augen. Bereute sie es schon? Karl sah Überraschung in ihren Augen, Unsicherheit aber... keine Reue. Sie hielt seinem Blick stand.
"Lilli", flüsterte er erneut, er wusste selbst nicht warum. Vielleicht um sich selbst klar zu machen, wer hier vor ihm saß. Es war Lilli. Freundin seines Kumpels. Nicht seine Freundin. Nike war seine Freundin. Er musste sofort aufhören. Heftig schluckte er. Drehte den Kopf von ihr fort. Er konnte nicht denken, wenn er sie ansah, sie spürte, sie roch. Dann setzte er erneut an.
"Lilli, ich glaube nicht... dass..." Dass was? Dass es eine gute Idee war? Sicher nicht. Dass er es wollte? Oh, verflucht er wollte gerade nichts mehr als sie. Was sollte er nur tun? Bevor er weiter grübeln konnte, spürte er wieder ihre Hand an seinem Kinn. Wieder drehte sie seinen Kopf zu sich.
"Hör auf nachzudenken und küss mich Karl", hauchte sie, flehte sie fast. Und Karl konnte sich nicht beherrschen. Wieder berührten sich ihre Lippen, ein Schauer lief über seinen Rücken, sie schmeckte so unfassbar gut. Ganz sanft küssten sie sich, als würde jede zu heftige Bewegung das hier zerbrechen, wie die Eisdecke des zugefrorenen Schlossteiches im Winter. Er spürte ihre Finger an seiner Schläfe, seine Haut kribbelte unter ihren Berührungen. Zärtlich streichelte sie ihn, als wüsste sie genau wie er um die Fragilität des Ganzen. Zaghaft öffnete sie ihre Lippen ein Stück, wollte seiner Zunge Einlass gewähren. Er tat es ihr gleich, doch zögerte er noch. Sollte er? Wieder nahm sie ihm die Entscheidung ab und ließ ihre Zunge in seinen Mund gleiten. Das Gefühl, als sich ihre Zungenspitzen berührten war unbeschreiblich. Es nahm ihm die Luft, alles drehte sich in seinem Kopf, als würde er von einem viel zu schnellen Karussel steigen. Er fühlte sich schwerelos, so frei und doch so nah bei ihr.
Als wäre ein Schalter in seinem Kopf umgelegt worden, musste er sie plötzlich haben. Es war falsch. So falsch. Das wusste er. Aber jetzt war es zu spät. Jetzt war alles egal. Er griff in ihre Haare, wollte sie noch näher spüren zog sie an sich. Sie spürte seinen festen Griff, fast machte es ihr etwas Angst, aber dann ergab sie sich ihm, ließ ihn die Kontrolle übernehmen. Bestimmend drückte er sie nun auf den Boden, legte sich halb auf sie, hörte nicht auf, sie zu küssen. Sie war ihm vollkommen ausgeliefert. Seine Hände strichen über ihr Kleid, über ihre Brüste, dann wieder abwärts. Er berührte ihre Oberschenkel, fuhr mit fahrigen Händen unter ihr Kleid. Plötzlich spürte Karl, wie er sanft weggedrückt wurde. Ihre Hand lag auf seiner Brust und schob ihn ein Stück von sich.
"Nicht hier...", brachte sie mit aller Macht hervor. Er sah, wie rot ihre Lippen waren von seinen Küssen, wie errötet ihr Gesicht war. Ohne ein Wort erhob Karl sich von ihr, stellte sich auf und zog sie an ihren Handgelenken mit nach oben. Sein Griff war fest, beinahe schmerzhaft, kurz erschrak sie ob seiner Heftigkeit. Nie hätte sie gedacht, dass Karl sie so hart anfassen würde, dass er so leidenschaftlich wäre. Es überraschte sie, aber sie fand es auch verdammt heiß. Er drehte sich um, zog sie hinter sich her, öffnete die Balkontür und betrat die Wohnung. Er wollte kein Licht machen, er fand den Weg auch so, die Beleuchtung der angrenzenden Häuser erleuchteten den Raum genug.
"Karl", sagte Lilli kurz, die Dringlichkeit ließ Karl stehen bleiben "mein Kleid hängt irgendwo fest." Ungeduldig, fast genervt tastete er nach dem Stoff und zog einmal heftig daran. Das Geräusch von reißendem Stoff klang durch den Raum.
"Hey!", sagte sie laut, fast vorwurfsvoll.
Er packte ihr Kinn, zwang sie dazu, ihn anzusehen. Sein Griff tat ihr weh, es war ihr egal.
"Scheiß auf dein Kleid", sagte er mit fester Stimme und begann erneut sie zu küssen. Mit seinem ganzen Gewicht drückte er sich gegen sie, presste sie an die Wand, packte erneut ihre Handgelenke mit festem Griff. Normalerweise war er nicht so grob. Normalerweise. Aber normalerweise war es eben auch Nike, seine Nike, die er küsste, die er spüren wollte. Nie hätte er sie so hart angefasst. Viel zu viel Angst hätte er gehabt, ihr weh zu tun. Karl ließ von Lilli ab. Wieder meldete sich sein Gewissen. Karls kurze Unsicherheit nutzte Lilli für sich. Sie zog eine Spur Küsse über seine Wange, sein Kinn, hin zu seinem Hals. Und schon war Karls Kopf wieder leer. Nur noch ihre Berührungen zählten, sonst nichts. Was auch immer sie da tat an seinem Hals, es ließ ihn unkontrolliert aufstöhnen. Es war so verdammt gut. Ihre Hände, die den Saum seines Shirts hochschoben und über seinen nackten Bauch strichen, er schloss die Augen. Dann griff sie sein Shirt, zog es ihm über den Kopf. Ohne Gegenwehr ließ Karl es geschehen. Sofort widmete sie sich wieder seinem Hals, der empfindlichen Haut oberhalb des Schlüsselbeins. Küsste ihn, saugte leicht, biss vorsichtig. Es machte Karl vollkommen wahnsinnig. Ihre Hände wanderten über seinen Rücken, seine Seiten, hin zu seinen Hüften. Sie ließ nur ihre Fingerspitzen unter den Bund seiner Shorts gleiten, die Berührung entlockte Karl ein Stöhnen. Ganz langsam bewegte sie ihre Hände unter den Bund nach vorne, endete an seinem Gürtel.
Karl hatte eine ungefähre Vorstellung davon, was ihn gleich erwarten würde. Till war noch nie der Typ 'ein Gentleman genießt und schweigt' gewesen. Und er konnte es kaum abwarten, endlich herauszufinden, ob es wirklich so atemberaubend war, wie Tilli erzählte. Aber... Till... und... oh Gott, Nike... was tat er hier...? Sanft schob er sie von sich. Schon in der nächsten Sekunde vermisste er ihre Berührungen.
„Lilli... wir... wir können das hier... nicht tun...“, versuchte er, sie erneut zu unterbrechen, aber ihre geschickten Hände hatten bereits seinen Gürtel geöffnet, zogen nun langsam seine Hose samt Unterhose zu Boden. Mit seiner Kleidung sank auch Lilli auf ihre Knie und sah Karl von unten an, ließ sein Gesicht nicht aus den Augen. Mit einer schnellen Bewegung zog sie ein Haargummi von ihrem Handgelenk, band sich einen Zopf. Sanft ließ sie ihre Finger von seinen Knien an auf der Innenseite der Oberschenkel nach oben wandern. Ganz langsam. Ihre Blicke trafen sich.
"Sag, dass ich aufhören soll und ich tu es", sagte sie mit zitternder Stimme. Immer noch strich sie über seine nackte Haut. Sie bekam keine Antwort.
"Karl... sag, dass... ich aufhören... soll", wiederholte sie und nur noch wenige Zentimeter trennten ihre Finger von dem Punkt seines Körpers, wo er sie jetzt am meisten spüren wollte. Karl ließ sie nicht aus den Augen, sah, wie sie sich auf die Lippe biss, ihr Mund sich ihm immer weiter näherte. Er spürte ihre Wärme, ihre Finger. Er hatte noch nie jemanden so sehr gewollt.
"Bitte hör nicht auf", flehte Karl resigniert und schloss seine Augen. Allein der Gedanke, was sie gleich tun würde, war für ihn schon schwer auszuhalten. Nike tat es nicht. Sie war kein Freund von Blowjobs. Und das war okay für Karl. Es war nie ein Problem gewesen. Er hätte sich auch nicht wohl gefühlt, wenn seine perfekte, wunderschöne, engelsgleiche Nike so vor ihm knien würde, so unterwürfig.
Und doch wollte er von Lilli gerade genau das. Weil sie anders war, weil sie versaut war, weil sie verboten war.
Dann spürte er sie. Schon als ihre feuchten Lippen ihn das erste Mal berührten, stöhnte Karl auf. Es fühlte sich unglaublich an. Sie küsste ihn, immer wieder. Strich mit ihren Fingern über die empfindliche Haut, leckte, saugte sanft. Dann griff sie mit ihrer Hand um ihn und Karls Knie wurden weich, er drohte, das Gleichgewicht zu verlieren unter ihren Berührungen. Er musste sich mit den Händen an der Wand abstützen. Wieder schaute sie auf, sah ihm tief in die Augen als sie nun endlich ihre Lippen vollständig um ihn legte und ihn langsam vollständig in ihren Mund gleiten zu lassen. Es machte ihn wahnsinnig. Dieses Gefühl, dieser Blick. Dieser unschuldige Blick aus großen Kulleraugen, während sie nun mit einem sanften Stöhnen ihren Kopf vor und zurück bewegte. Heftig keuchte Karl auf. Er wusste, dass er das nicht lange aushalten würde, vielleicht nicht mal eine Minute. Sie ließ ihn Dinge spüren...
"Lilli... Fuck... du musst... aufhören", brachte er mit viel Überwindung hervor. Quälend langsam bewegte sie ihren Kopf zurück, löste sich von ihm und sah ihn fast ein bisschen vorwurfsvoll an, legte ihre Hände an seine Hüften.
"Warum?", fragte sie leise. Karl antwortete nicht. Was hätte er auch sagen sollen? Dass er sich nicht beherrschen konnte? Dass er mehr wollte? Dass er so viele Fantasien in seinem Kopf hatte, die er mit ihr ausleben wollte? Er sagte nichts, griff einfach ihre Hände und zog sie auf die Füße. Wieder war er grob, tat ihr ein bisschen weh. Sie sah ihn an, seine dunklen Augen waren fast schwarz, wirkten so bedrohlich, es ließ sie am ganzen Körper erzittern. Seine harte, bedingungslose Art... Niemals hätte sie ihm so etwas zugetraut. Und niemals hätte sie selbst gedacht, dass sie darauf so dermaßen stehen würde. Sonst war sie eher die Dominante. Ängstlich blickte sie ihn an. Er wich ihrem Blick nicht aus, als er begann mit seiner Hand über den Stoff ihres Kleides über ihrem rechten Oberschenkel zu streichen. Beide Hände bewegten sich suchend über den glatten Seidenstoff. Lilli vermochte nicht zu sagen, wonach er suchte. Aber durch die Seide kribbelten seine Berührungen fast genauso, als wäre es ihre Haut gewesen. Dann schien er gefunden zu haben, wonach er gesucht hatte. Denn Riss im Kleid. Er nahm seine zweite Hand dazu, griff den Stoff und mit einem heftigen Ruck, riss es fast bis unter ihre Brüste ein. Einmal fasste er noch nach, mit einem dumpfen Ratschen hatte er es durchgerissen.
"Hey", sagte sie vorwurfsvoll "das war eins meiner Lieblingskleider!" Karl ignorierte ihre Aussage, drückte sie gegen die Wand, griff nach ihrer Unterwäsche und zerriss auch diese mit einem Ruck. Dann wanderten seine Hände an ihren Seiten entlang, zu ihrem Rücken, an ihren BH.
"Karl, weißt du wie teuer so ein guter BH in meiner Größe ist?", sagte Lilli mit drohendem Unterton in der Stimme "ich schwöre dir, wenn du den auch kaputt machst..." Wieder spürte sie seine dominante Hand an ihrem Kinn, wie er sie zu sich drehte.
"Was dann? Hmmm?" Lilli antwortete nicht, sah ihn mit geöffneten Lippen an. Karl konnte nicht widerstehen, küsste sie und ließ nur ganz kurz seine Zunge über ihre gleiten. Dann schaute er sie wieder an. Immer noch hatte Lilli keinen Ton gesagt. Er griff um sie, öffnete ohne zu zögern den Verschluss ihres BHs. Dann legte er ihr die Hände auf die Schultern. Schob mit zwei Fingern sanft, fast zärtlich die Träger über die helle Haut an ihren Oberarmen. Die leichte Berührung des Stoffes an ihren Brüsten, seine Finger auf ihren nackten Armen, brachten sie zum Erzittern. Dann endlich war auch der BH auf den Kleidungsstapel am Boden gewandert und sie stand vollkommen nackt vor ihm. Er konnte seine Augen nicht von ihr lassen und erst recht nicht seine Hände. Er strich über ihren Hals, über ihre Brüste, ihren Bauch, um ihren Bauchnabel, immer tiefer. Dann endlich erreichte er sein Ziel. Weich. Warm. Und so verdammt feucht. Es verschlug Karl kurz den Atem. Er beobachtete ihre Mimik genau, als er fast zaghaft seine Finger zwischen ihre Beine schob und sie aufkeuchte. Sah sie an, als er damit begann, seine Finger in Kreisen zu bewegen und sie ein Stöhnen nicht unterdrücken konnte. Ließ sie nicht aus den Augen, als er zwei Finger in sie gleiten ließ und sie ihre Augen vor Verlangen verdrehte, sodass er kurz nur noch das Weiße sehen konnte.
"Ich will dich Karl. So... sehr...", wimmerte Lilli und Karl verlor sein letztes bisschen Selbstkontrolle.
Mit seinen starken Händen packte er ihre Taille und hob sie hoch. Wie automatisch schlang sie ihre Beine um seine Hüfte. Heftig presste er sie gegen die Wand, die Kälte eben dieser ließ Lilli erschrocken aufschreien. Sofort unterband Karl diese Geräusche mit seinen Lippen, mit seiner Zunge. Er wollte Lilli. Noch nie hatte er jemanden so sehr gewollt. Ohne auch nur eine Sekunde länger nachzudenken, drang er in sie ein. Sie stöhnte heftig in den Kuss. Mit seinen Händen hielt er ihren Hintern, unterstützte seinen Rhytmus, zog sie immer wieder so nah an ihn, dass es ihr ein ganz tiefes Kribbeln durch den ganzen Körper schickte, ihr jedes Mal für einen Augenblick die Luft nahm. Er drückte sie so fest an die Wand, dass er eine Hand von ihrem Hintern nehmen konnte, um sie überall zu berühren. Sie ließ ihren Kopf in den Nacken fallen, lehnte ihn an die Wand. Karl sah die zarte weiße Haut an ihrem Hals, er musste sie berühren. Mit zitternden Fingern strich er darüber. Fast wie ferngesteuert legte er seine große Hand um ihren Hals. Ein Machtgefühl durchströmte ihn, das er bisher noch nicht gekannt hatte. Nur noch ein einziger Gedanke beherrschte ihn. Was würde passieren, wenn er fester zufassen würde. Ohne zu zögern drückte er seine Hand zusammen, fühlte, wie es ihr schwer fiel zu schlucken. Nur noch ein bisschen fester... Sie wimmerte, kurz schnappte sie nach Luft. Panisch nahm er seine Hand von ihrem Hals. Was... was tat er hier nur? Sofort hielt er inne.
"Lilli es tut mir leid... ich weiß auch nicht...", fing er an, weiter kam er nicht. Schon hatte er ihre Lippen auf seinem Mund, leidenschaftlich küsste sie ihn, dann löste sie sich wieder.
"Weniger denken, mehr ficken", sagte sie grinsend. Auch Karl schmunzelte und ließ ihren Worten Taten folgen. Er nahm seinen Rhythmus wieder auf, steigerte sogar noch das Tempo. Er fasste nach ihren Brüsten, strich mit fahrigen Fingern über ihren Bauch, legte seine Hand an ihre Wange. Ihr Mund war geöffnet, vereinzelt seufzte sie. Zu sehr war sie in diesem Moment gefangen, als dass sie ihre Umwelt noch wahrnahm. Er bemerkte, wie auch ihre Bewegungen fordernder wurden, wie sie ihr Becken gegen seins bewegte, ihre Hände seinen Hintern griffen, versuchten, ihn noch näher an sie zu ziehen. Aber er spürte noch etwas. Karl merkte, dass er es nicht mehr lange zurückhalten konnte und zu seiner Erleichterung wurden auch sie unkontrollierter, enger. Oh verdammt. Er spürte, dass sie kurz davor war. Nur noch ein paar Stöße, nur noch... wieder ließ sie ihren Kopf in den Nacken fallen. Wieder konnte Karl sich nicht zurückhalten. Er lehnte sich zu ihr, biss in ihren Hals. Das gab ihr den Rest. Karl spürte, wie sie sich in seinen Schultern festkrallte, wie sie sich anspannte, jeder einzelne Muskel. Und sich dann entspannte mit einem letzten lauten
"Oh, Kaaaarl!" Sein Name aus ihrem Mund war zu viel für ihn. Ein letzter harter Stoß noch, dann kam er heftig, konnte ein Stöhnen nicht zurückhalten.
Mit letzter Kraft setzte er sie auf dem Boden ab, bevor er selbst genau dorthin zusammensank. Lilli ließ sich an der Wand neben ihn herunterrutschen. Karl saß schwer atmend an die Wand gelehnt. Sein Herz schlug rasend schnell. Kein einziger Gedanke war in seinem Kopf. Nur das pure Glück. Die unvergleichliche Befriedigung. Sie ließ ihren Kopf auf seine Schulter sinken. Sofort, griff Karl nach ihrem Kopf, strich über ihre nach hinten gebundenen Locken. Eine ganze Weile blieben sie so, wurden wieder Herrscher über ihre eignenen Sinne, übernahmen die Kontrolle über ihre eigenen Körper zurück. Doch dann schob Lilli sanft seine Hand zur Seite. Ganz langsam stand sie auf.
"Wo willst du hin?", fragte Karl.
"Der Boden ist mir zu unbequem. Ich mag lieber auf das Bett gehen", sagte sie und setzte sich auf die Bettkante. Irgendetwas störte ihn daran. Dieses Bett war nicht für Lilli. Es war sein Bett. Seins und... Nikes... Mit einem Schlag war das schlechte Gewissen wieder da. Und doch konnte er nicht länger darüber nachdenken, was die Vorstellung einer anderen  Frau in Karls Bett in Nike auslösen würde. Jetzt gerade war seine ganze Aufmerksamkeit von der nackten Lilli eingenommen, die dort saß, ihn anschaute und sanft über ihre eigenen Brüste strich. Karl traute seinen Augen nicht. Immer tiefer strichen ihre Fingerspitzen. Als sie knapp unter dem Bauchnabel angekommen waren, öffnete sie langsam ihre Beine. Gab Stück für Stück den Blick auf ihre gesamte Weiblichkeit Preis. Karl konnte nicht anders als genau dort hinzuschauen. Nike war aus seinem Kopf verschwunden. Das Einzige, was ihn noch interessierte waren diese Finger, die nun endlich angekommen waren, wo sie selbst und Karl sie so sehnlichst erwarterten. Ganz zärtlich berührte sie sich selbst, bewegte ihre Finger hin und her, ließ seufzend den Kopf in den Nacken fallen. Wie magnetisch wurde er angezogen. Er musste zu ihr, sie fühlen, sie schmecken. Noch bevor Lilli ihren Kopf wieder nach vorne bewegt hatte, spürte sie zwei Hände auf ihren Knien. Sie öffnete ihre Augen, sah nach unten und schaute in diese unfassbar tiefen dunklen Augen von Karl. Sie beugte sich zu ihm, küsste ihn, seine Lippen brannten wie Feuer auf ihren. Was tat er nur mit ihr? Er küsste ihren Hals, ihre Brüste, ihren Bauch. Hielt sich nirgendwo lange auf. Er kannte sein Ziel und war ungeduldig, es endlich zu erreichen. Sie fühlte seine Küsse an ihrem Nabel, dann noch ein bisschen tiefer und dann...
"Kaaaarl", seufzte sie, als sie seine Lippen endlich da spürte, wo eben noch ihre Finger gelegen hatten. Er beschrieb kleine Kreise mit seiner Zunge, strich mit seinen Händen über ihre Hüften, ihre Oberschenkel, drückte ihre Knie etwas weiter auseinander. Was er da tat fühlte sich unglaublich für sie an. Aber plötzlich hielt sie inne.
"Karl, warte", sagte sie. Er dachte gar nicht daran. Mit ihrer Hand schob sie seinen Kopf von sich .
"Ich hab was gehört", sagte sie leise. Karl horchte kurz in die Stille der Wohnung hinein. Dann schüttelte er mit dem Kopf. Trotzdem war er kurz wie elektrisiert. Die Vorstellung, dass Felix im Nebenzimmer war... Es war so verboten, was sie hier taten. Und so heiß.
"Das Einzige, was du hier hörst ist dein Stöhnen", antwortete er mit dreckigem Grinsen. Und ohne ein weiteres Wort presste er seinen Mund auf sie und begann zu saugen. Schnell schlug sich Lilli ihre eigene Hand vors Gesicht und biss in ihren Handrücken um nicht laut aufzuschreien. Sie ließ sich nach hinten auf das Bett fallen, zog ihre Beine an und stellte ihre Füße auf der Bettkante ab. So hatte Karl noch ein bisschen mehr Spielraum, den er auch direkt nutzte, um sie nur wenige Sekunden später mit seinen Fingern zu erkunden. Ganz sanft fuhr er mit zwei Fingern auf und ab, wollte spüren, wie sie reagierte, bevor er sie endlich in sie gleiten ließ. Auch durch den auf den Mund gepressten Handrücken hörte Karl ihr Stöhnen. Es machte ihn so verdammt an. Er begann damit, seine Finger in sie hinein und wieder heraus zu bewegen, es brachte sie fast um den Verstand. Immer härter, immer heftiger wurde er, bewegte er seine Hand, seine Zunge. Dann hielt er es nicht mehr aus.
Mit einem Ruck stand er auf, packte ihre Hüften und schob sie weiter auf sein Bett, legte sich zwischen ihre Beine und presste ihr direkt seine Lippen auf den Mund. Nur einen Moment, einen kleinen Augenblick. Dann ließ er von ihren Lippen ab und drang in sie ein. Ohne Rücksicht auf Verluste, hart, fordernd. Und ihr lustvolles Stöhnen zeigte ihm, wie sehr sie es wollte. Lilli spürte ihn so tief in sich, alles in ihr schrie vor Verlangen. Nach ihm. Danach, dass es nie aufhörte. Sie umklammerte seinen Rücken, suchte händeringend nach einem Halt für ihre Finger. Jeder Stoß von ihm brachte sie um ihren Verstand. Ohne nachzudenken krallte sie sich in seinen Rücken.
"Das tut weh! Hör auf damit", forderte Karl, aber Lilli dachte gar nicht daran und kratzte noch einmal heftig über seinen Rücken. Karl packte ihre Handgelenke und drückte sie auf die Matratze, lehnte sich zu ihr hinunter und biss hart in ihre Haut oberhalb des Schlüsselbeins. Heftig schrie sie auf. Plötzlich hatte Karl gewaltige Angst, sie in seiner Kontrolllosigkeit ernsthaft verletzt zu haben. Er hielt inne. Doch sofort spürte er ihre Beine, wie sie sich um seinen Hintern schlingen, ihn an sie drücken.
"Oh Kaaarl, hör bitte nicht auf", flehte sie. Und Karl konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als ihr genau diesen Wunsch zu erfüllen. Er nahm sein Rhythmus wieder auf, drückte sie weiter auf das  Bett, vollkommen wehrlos lag sie da. Dann, ganz plötzlich, ließ er Lillis Handgelenke los, beugte sich an ihr Ohr.
"Dreh dich um", befahl er. Lilli biss sich auf die Lippe. Diese dominante Art gab ihr einen richtigen Kick. Hastig drehte sie sich und noch bevor sie sich an die neue Position gewöhnen konnte, spürte sie ihn schon wieder in sich. Es war so gut, was er da tat. So verdammt gut. Aber... ein bisschen Kontrolle wollte Lilli nun doch auch haben. Als er seine Hüften das nächste mal in ihre Richtung bewegte, lehnte sie sich ein Stück nach vorne.
"Was tust du?", fragte Karl halb ärgerlich.
"Dich ärgern, mein Lieber", gab Lilli spöttisch zurück.
"Lass dass", sagte er drohend. Wieder bewegte er seine Hüften in ihre Richtung und wieder bewegte sie sich ein Stück von ihm weg. Jetzt reichte es Karl. Mit harter Hand griff er nach ihrem Zopf und zog sie grob nach hinten zu sich. Kurz quiekte Lilli auf, das tat ganz schön weh. Und trotzdem jagte es ihr ein Kribbeln über den Rücken. Seine Bedingungslosigkeit, seine Härte... sie fand ihn gerade so unfassbar heiß. Ihr bezaubernder Duft stieg ihm in die Nase. Leidenschaftlich küsste er ihren leicht geöffneten Mund, ihre Wange. Verharrte an ihrem Ohr. Er atmete aus, der Luftzug auf ihrer feuchten Haut ließ sie erzittern.
"Ich hab gesagt, du sollst das lassen", wiederholte er. Dann zog er ihren Kopf noch ein Stück weiter nach hinten und biss in ihren Hals. Wieder quiekte sie kurz, wieder dieses Kribbeln. Dann spürte sie seine andere Hand auf ihrem Mund.
"Du musst leise sein, Felix hört dich sonst", raunter er in ihr Ohr und er musste zugeben, dass allein der Gedanke, dass sie vielleicht gehört werden würden ihn ziemlich anmachte. Trotzdem musste er es ja nicht provozieren und eine vollkommen wehrlose Lilli vor sich zu haben, den Kopf an ihren Haaren in den Nacken gezogen, mit seiner Hand zum Schweigen gebracht war alles, was er sich jemals hatte erträumen können. Trotzdem ließ er sie jetzt los, er brauchte seine Hände. Schubste sie nach vorne, sodass sie wieder auf allen Vieren landete. Dann griff er ihre Hüften und erhöhte den Rhythmus. Lilli stöhnte auf.
"Fick mich härter, Karl", kam es aus ihrem Mund und diesmal war es so laut, dass jemand es gehört haben musste. Aber jetzt war es egal. Er packte ihre Hüften und nahm sie so hart er konnte. Ihr Stöhnen war nur noch ein Wimmern. Karl wusste, dass sie auch nicht mehr lange aushalten würde. Aber er wollte, dass auch sie kam, dass es für sie genauso gut war, wie für ihn. Mit zitternden Fingern fasste er um sie, sie stöhnte auf. Er wusste, wie er sie vollkommen verrückt machen konnte und begann seine Finger zu bewegen. Karl spürte, wie sie begann zu verkrampfen, wie sie es kaum noch aushielt.
"Oh Gott, hör nicht auf, bitte... aaaaaah", rief sie. Das hatte er auch nicht vor. Noch einmal erhöhte er sein Tempo. Es dauerte nicht lange, da spürte er, wie sie immer enger wurde. Er legte seine freie Hand um ihren Bauch, zog sie wieder zu sich. Hörte nicht auf, sie mit der anderen Hand zu befriedigen. Wieder biss er in ihren Hals. Diese vollkommene Hemmungslosigkeit, das pure Verlangen gab ihr den Rest. Sie kam so heftig, dass Karl froh war, dass er ihr schnell die Hand auf den Mund pressen konnte. Das Gefühl, in ihr zu sein, als sie so hart kam machte ihn verrückt, ihre gedämpften Schreie hinter seiner Hand taten den Rest. Auch er kam heftig und konnte sich nicht mehr halten. Kraftlos ließen sich beide auf das Bett fallen.
Eine Zeit lang sagten sie nichts. Beide versuchten ihren Herzschlag, ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Als sie sich einigermaßen beruhigt hatten, kuschelte Lilli sich an ihn. Die Berührung ließ ihn erschaudern. Er legte seinen Arm um sie und küsste ihre Locken.
"Wow!", stellte er fest.
"Mhm", stimmte sie ihm zu und atmete zitternd aus.
"War es für dich auch so..."
"Mhm" Karl drehte seinen Kopf zu ihr, sah sie fest an.
"Ohne Scheiß, Lilli. Das war der beste Sex meines Leben" Sie lächelte zustimmend. Nickte. Erwiderte nichts. Ganz plötzlich hatte Karl einen unbändigen Neid auf Till. Der konnte das immer haben, wenn er das wollte. Zu jeder Zeit. Und Karl selbst? Er nicht. Er hatte nur...
Karl schloss die Augen. Ein beißender Schmerz durchzog ihn. Nike. Er liebte sie so sehr. Wie hatte er ihr nur so weh tun können? Schweigend lagen sie nebeneinander. Beiden war klar, was sie hier gerade getan hatten. Das Unvergleichliche. Das Unaussprechliche. Das Unverzeihliche. Karl rauchte. Die unausweichliche Zigarette danach. Wortlos bot er ihr auch eine an. Sie zögerte, lehnte dann ab. Sie hatte heute schon genug dumme Sachen getan. Sie musste jetzt nicht auch nochmal rauchen. Karl rauchte, dachte nach, wie er das jemals erklären sollte. Wie er es wieder gut machen könnte. Bei Nike. Bei Till. War das überhaupt möglich?
"Ich sollte duschen gehen", sagte Karl nach einer Weile. Kaum merklich nickte Lilli.
"Ich zieh mich auch mal an und dann... bin ich auch weg", antwortete sie und diesmal nickte Karl. Langsam stand er auf, als läge das gesamte Gewicht der Erde auf seinen Schultern. Was hatte er sich dabei nur gedacht? Er zog seine Shorts an und ging lautlos aus der Tür. Auf dem Weg ins Bad brauchte er kein Licht. Die paar Schritte konnte er auch so gehen. Hätte er bloß Licht gemacht, dann hätte er nämlich gesehen, dass Felix gerade genau das Gleiche vorgehabt hatte. Dieser aber betätigte den Lichtschalter und so standen sich die beiden besten Freunde nur mit ihrer Unterwäsche bekleidet im Flur gegenüber. Karls Herz schlug ihm bis zum Hals. Er brauchte eine Ausrede, irgendeinen Grund, wieso er nur mit Boxershorts ins Bad wollte. Felix wusste, dass Karl sonst mit Shirt schlief.
"Na? Kurz duschen?", fragte Felix grinsend. Kurz verschluckte Karl sich an seiner eigenen Spucke, musste einmal husten. Wusste Felix...?
"Hatte ich auch gerade vor. Dann haben wir wohl beide heute Nacht...", mehr sagte Felix nicht sondern zog nur seine Augenbraue hoch. Mit viel Mühe rang Karl sich ein Lächeln ab.
"Ich hab gar nicht gehört, dass Nike vorhin noch vorbei gekommen ist", stellte Felix fest.
"Nike? Wieso?", wollte Karl irritiert wissen.
"Alter... Karl... die Wände sind dünn... wir haben euch wohl gehört. Und... nicht, dass ich dich nicht schon öfter gehört hätte...", Felix senkte seine Stimme und grinste dreckig "... aber 'fick mich härter, Karl?' Ich wusste nicht, dass Nike so... naja..." Weiter kam er nicht. Sie wurden unterbrochen von einer Stimme aus Karls Zimmer.
"Karl, ich hab mir ein T-Shirt von dir genommen, weil du mein Kleid ja... zerrissen... hast" Bei den letzten beiden Worten war Lilli auf den Flur getreten, in einem Shirt von Karl, hatte Felix bemerkt und war wie angewurzelt stehen geblieben. Felix Grinsen war sofort von seinem Gesicht verschwunden. Eisig starrte er die beiden an. Nur ein Gedanke zog durch Karls Kopf.
Oh.
Fuck.
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