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Wie die Wahrheit doch wehtun kann

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe Miyako Toudaiji
07.03.2018
28.12.2018
31
85.875
4
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13.10.2018 2.995
 
Yashiro atmete tief durch. Sie sah zu ihrer kleinen Tochter und fühlte den Schmerz wenn sie, sie verlassen müsste. Aber sie wusste auch, dass sie ganz auf sich alleine gestellt wer neben dem Studium. Wie würde sie das meistern können? Jetzt in Momokuri hatte sie genug Hilfe. Aber alleine in Paris. Und Chiaki würde niemals mit ihr kommen. Allein das zu verlangen würde die gesamte Situation eskalieren lassen. Immerhin hatten Chiaki ja nun auch das Sorgerecht seitdem er auch in der Geburtsurkunde von Yurika stand. Somit könnte er ihr verbieten nach Paris zu gehen. Auch wenn Yashiro wusste dass er das niemals tun würde. Er saß immerhin ihr gegenüber und flehte sie schon an, Yurika nicht mitzunehmen. Die junge Mutter spürte dass ihre Tochter hier am besten aufgehoben war. Somit ran ihr eine Träne runter, sie sah zu Kaiki und sagte: „Wäre es in Ordnung wenn ich nach Paris gehe?“
„Natürlich. Ich kann dir nichts verbieten. Die Frage ist nur ob du Yurika mitnehmen möchtest.“
„So sehr ich sie auch vermissen werde, weiß ich einfach dass es ihr hier viel besser gehen wird. In Paris bin ich wieder nur alleine und muss auch für die Uni lernen. Hier hat sie Kanako, ihren Vater und auch ihren Großvater.“
Chiaki sah nun etwas hoffnungsvoller zu seiner Ex und fragte: „Das heißt … sie bleibt?“
„Ja. Vorerst. Mal sehen wie das Auslandssemester läuft. Und ich möchte einmal am Tag mit ihr eine Videotelefonie machen.“
„Natürlich! Danke Yashiro.“, sagte Chiaki glücklich und stand auf.
Er kam sofort zu ihr und als auch Yashiro aufgestanden war, umarmte er sie freundlich. Sofort fühlte sie wieder die Gefühle etwas mehr hochkommen als sie ihre Arme auch um ihn legte. Maron beobachtete das kurz, sah aber schnell wieder auf die schlafende Yurika. Kurz darauf stand sie auch auf und sagte leise: „Ich lege Yurika nur kurz in den Stubenwagen.“
Kaum war ihr Satz beendet, löste sich Chiaki aus der Umarmung und sein Vater sagte: „Chiaki, wenn Yashiro wirklich geht, wäre es besser wenn du auch wieder einziehst.“
Dieser sah zu seinem Vater und nickte gleich. Er wollte alles richtig machen und immerhin musste er als Vater auch für seine kleine Tochter da sein. Maron kam gerade wieder zurück und sah Chiaki fragend an als dieser zu seiner Freundin kam und sie mit in den Vorraum nahm. Yashiro sah ihnen kurz nach bevor sie sich wieder setzte. Maron sah Chiaki fragend an als er schon sagte: „Ich ziehe wieder bei meinem Vater ein. Sobald Yashiro abreist. Immerhin muss ich mich dann auch um Yurika kümmern.“
„Ich … Ich verstehe.“
Die Brünette atmete tief durch und mit einem mal spürte sie diesen Schmerz in ihrer Brust. Diesen furchtbar bekannten Schmerz, der sie spüren ließ, dass es bald vorbei war.
„Ich möchte gerne dass du auch hier einziehst. Zu mir und Yurika.“
Wie sehr hätte sie sich diese Worte eigentlich gewünscht? Und jetzt hatte er genau das ausgesprochen und dennoch wusste sie dass es nicht ging. So sehr es ihr erneut einen Stich im Herzen gab.
„Chiaki … ich kann das nicht.“
„Warum?“
„Weil wir noch nicht lange genug zusammen sind, als dass ich den Part der Stiefmutter einnehmen könnte.“
„Aber Yurika liebt dich. Jedes Mal wenn sie dich ansieht oder wenn du sie im Arm hälst, sehe ich das. Gerade vorhin ist sie in deinen Armen eingeschlafen und ihr Köpfchen lag an deiner Brust, dicht an deinem Herzen dass sie dieses schlagen hörte. Yurika fühlt sich wohl bei dir, wie bei ihrer Mutter.“
„Aber ich bin nicht ihre Mutter, Chiaki.“
Kurzes Schweigen. Maron’s Stimme war leicht wütend und traurig geworden. Ihr Freund sah sie fragend an und versuchte ihr in die Augen zu sehen, doch die Brünette sah zu Boden und fuhr durch ihr Haar. Nach knappen zwei Minuten sah sie endlich hoch und sagte wieder etwas ruhiger: „Hör zu … Yashiro kommt nach einem Semester zurück und Yurika sollte sich nicht zu viel an mich gewöhnen. Ich bleibe in meiner Wohnung und vielleicht kann Kanako dir einmal in der Woche die Kleine abnehmen und dann kommst du zu mir.“
„Aber Maron … willst du nicht ….“
„Nein.“, unterbrach sie ihn. „ich liebe deine Tochter jetzt schon so sehr. Wenn ich sie dann ein ganzes Semester wie eine Tochter behandle, wird es mir das Herz brechen wenn Yashiro zurückkommt und sie wieder die rechtmäßige Mutterrolle übernimmt. Es tut mir leid, aber ich kann nicht.“
Maron kämpfte bereits gegen ihre Tränen und bevor Chiaki noch etwas sagen konnte, umarmte sie ihn sachte mit einem Arm, ehe sie schnell das Haus verließ. Der Blauhaarige blieb erstarrt stehen und wusste nun nicht was er tun sollte. Doch da kam schon sein Vater zu ihm und sah nur noch wie die Tür ins Schloss fiel.
„Maron ist gegangen?“
„Ja.“
„Kommt sie denn später wieder?“
„Nein“, antwortete Chiaki mit schwacher Stimme und versuchte stark zu bleiben. Wie sehr hätte er die letzte Frage seines Vaters anders beantwortet, aber warum sollte er lügen? Das alles war zu viel für Maron und sie musste erstmal einen klaren Kopf bekommen. Der zukünftige Student sah noch weiter auf die Tür, vermutlich aus Hoffnung seine Freundin würde doch gleich wieder zurückkommen. Doch da klopfte Kaiki seinem Sohn kurz auf die Schulter und bat ihn wieder ins Esszimmer. Immerhin mussten die Papiere erledigt werden. Chiaki nickte kurz und atmete tief durch bevor er seinem Vater folgte. Die Schritte wieder hinein fühlten sich so schwer an und unter anderen Umständen wäre er Maron nachgeeilt. Hätte sie überreden können zu bleiben und ihr versprochen dass sich nichts ändern würde. Doch er konnte sie doch nicht anlügen. Jetzt stand seine Tochter an erster Stelle und so sehr er Maron auch liebte, so sehr tat es ihm weh dass er sie gehen lassen musste.

Maron kam zu Hause an. Sie hatte es geschafft den ganzen Weg nicht zu weinen. Doch kaum waren ihre Schuhe in eine Ecke gefallen, ihre Tasche zu Boden gesunken und ihr Körper von innen an ihre Wohnungstüre gelehnt, konnte sie nicht mehr stark sein. Die Tränen rannen über ihre Wangen und sie sank langsam zu Boden. Wieso musste denn alles immer so kompliziert sein? Sachte strich sich die Brünette immer wieder die Tränen von den Wangen doch es half nichts. Sie kamen immer wieder nach. Natürlich verstand sie Chiaki und seine Situation, aber sie konnte doch nicht einfach die Stiefmutter spielen während Yashiro ihren Traum wahr machte. Und was war dann nach diesem Semester? Würde sie einfach zurückkommen oder würde sie einfach Yurika abholen da sie dann in Paris mit einem neuen Mann eine Familie sein wollte? So oder so … Maron konnte das nicht verkraften und sie konnte es Yurika auch nicht antun.
Nach einem kurzen Schluchzen stand sie auf und ging in ihr Schlafzimmer. Sie holte ihren Koffer unter dem Bett hervor und packte ein paar Sachen zusammen. Nach etwa einer halben Stunde stand der gepackte Koffer vor ihrer Wohnungstüre und sie stand noch kurz in der Küche als sie einen kurzen Brief schrieb und diesen in ein Kuvert gab. Nachdem sie ihre Wohnung verlassen und abgeschlossen hatte, klopfte sie bei Familie Toudaiji. Sakura öffnete und lächelte Maron fröhlich an. Diese lächelte zurück doch Miyako’s Mutter bemerkte sofort das etwas nicht in Ordnung war.
„Was ist denn los Maron? Besuchst du deine Eltern?“
„Nein. Ich fahre nur etwas durch die Städte und nach Tokio. Ich muss vor dem Unibeginn nochmal raus.“
„Okay, wird Chiaki dich begleiten?“
„Nein. Könnten Sie mir denn einen Gefallen tun?“, fragte die Brünette etwas zaghaft und mit zittriger Stimme.
„Natürlich.“, antwortete Sakura ruhig und lächelte weiterhin.
Maron hielt ihr den Umschlag hin und sagte nun etwas leiser: „Könnten Sie dafür sorgen dass Chiaki den bekommt? Das wäre eine große Hilfe für mich.“
„Aber natürlich.“
Maron nickte dankend und wollte gehen als Sakura einen Schritt heraus kam und noch sagte: „Ach, Maron?“
Die Brünette drehte sich um und sah in die Augen von der Frau, die eine Zeit lang wie ihre Mutter war. Sakura kam einen Schritt auf die ehemalige Schülerin zu und sagte mit ruhiger Stimme: „Was auch immer du suchst oder vor was auch immer du wegläufst, bedenke immer, dass du nach Hause kommen kannst und es Menschen gibt die dich halten werden. Ich weiß nicht was zwischen Chiaki und dir passiert ist und du musst es mir auch nicht sagen. Aber jedes mal wenn er dich angesehen hat, selbst als er mit Miyako zusammen war, sah ich diese aufrichtige und unendliche Liebe für dich in seinen Augen.“
„Mag sein, Frau Toudaiji. Aber oft stellt dich das Schicksal auf die Probe und das Leben entscheidet wie du weitermachen musst.“
Sakura lächelte sanft, strich Maron ein paar Haare hinter die Schulter und sagte noch: „Welche Antwort du auch suchst, ich bin mir sicher in Tokio gibt es einen Rat.“
Anschließend umarmte sie die Brünette und verschwand wieder in die Wohnung. Maron sah ihr noch kurz nach als sie wieder nach ihrem Koffer griff und zum Lift eilte. Ihr Taxi zum Flughafen wartete schon unten vor dem Appartementhaus und der Flieger würde nicht auf sie warten. Unten angekommen stieg sie gleich ins Taxi und fuhr los zum Flughafen. Vielleicht hatte Frau Toudaiji recht und sie musste in Tokio zuerst nach einem Rat suchen ehe sie weiter flog. Immerhin würde in knapp drei Wochen die Uni beginnen und dafür musste sie wieder nach Momokuri zurück. Hätte sie nur gewusst wie sich das alles entwickelte, hätte sie sich wohl doch für eine andere Uni entschieden.

Der nächste Tag war angebrochen als Chiaki sich gerade umgezogen hatte und Kanako mit Yurika etwas im Haus auf und ab ging. Der junge Vater verabschiedete sich liebevoll von seiner Tochter als er schon aus dem Haus eilte. Er musste noch einige Sachen aus seiner Wohnung holen und wieder in sein Zimmer zurück bringen. Yashiro würde in zwei Wochen abreisen und bis dahin musste er sich schon richtig mit Yurika eingelebt haben. Auf dem Weg zu seiner Wohnung rief er Maron an. Er wollte nochmals mit ihr reden um eine gute Zwischenlösung zu finden. Doch leider nahm sie nicht ab und er konnte ihr nur kurz auf die Mailbox sprechen. Wenn er da wäre, würde sie ihm schon die Tür öffnen. Doch leider sollte sich alles anders darstellen, denn als er vor ihrer Wohnung stand, klopfte und klingelte, öffnete niemand. War sie denn schon außer Haus oder wollte sie nicht mit ihm sprechen? Er dachte das hätten sie geklärt und wären immer ehrlich zueinander. Schließlich fiel ihm ein dass Familie Toudaiji einen Zweitschlüssel zu Maron’s Wohnung besaß und seit er sie damals leblos in der Badewanne fand, machte er sich immer etwas zu schnell große Sorgen um sie. Schnellen Schrittes ging er zur Wohnung in der auch mal seine Ex-Verlobte gewohnt hatte und wollte klopfen als die Wohnungstüre schon geöffnet wurde. Etwas überrascht sah Chiaki in die Augen von Miyako’s Eltern welche gerade zum einkaufen gehen wollten.
„Ähm, guten Morgen. Ich wollte fragen ob Sie etwas von Maron gehört haben? Ich erreiche sie seit gestern Abend nicht und anscheinend öffnet sie mir die Tür auch nicht.“
„Das liegt daran dass sie gestern mit einem Koffer zum Flughafen gefahren ist.“, antwortete Himuround sah Chiaki skeptisch an.
„Sie ist was?“
„Hier.“, sagte schließlich Sakura und hielt dem jungen Vater einen Umschlag hin. „Ich weiß dass sie spätestens zum Unibeginn wieder in Momokuri sein wird. Aber der Rest steht wohl hier drin.“
Chiaki nahm den Umschlag zaghaft, bedankte sich und verabschiedete sich ebenso als er in seine Wohnung eilte. Drinnen setzte er sich auf sein Sofa und öffnete den Umschlag. Darin war ein Brief und als er diesen öffnete schluckte er erstmal schwer. Doch er begann gleich zu lesen.
„Liebster Chiaki.
Schon wieder ist es nur ein blödes Stück Papier welches ich dir zurück lasse, anstatt dir persönlich unter die Augen zu treten. Aber leider schaffe ich das nicht. In unserer gemeinsamen Zeit ist immer so viel passiert und oft wünschte ich mir, wir hätten wieder unsere geheime Beziehung wie sie anfangs war. Wo noch alles unkompliziert und traumhaft war. Doch leider wurde uns ein Stein nach dem anderen in den Weg gelegt und auch wenn ich deine Situation vollkommen verstehe, kann ich leider nicht weiter an deiner Seite bleiben. Entweder soll es zwischen uns einfach nicht sein, oder unsere eigentliche Zeit ist noch nicht gekommen. Aber du musst dich nun auf dein Studium und vor allem aber, auf deine wundervolle Tochter konzentrieren. Sie ist nun dein Lebensmittelpunkt und ich werde mich nicht zwischen euch stellen. Ich kann aber auch nicht auf Patchwork Familie machen, dafür fehlt mir die Erfahrung und es schmerzt zu sehr, wenn Yashiro zurückkommen wird und ihr dann wieder eine Familie sein werdet. Natürlich sagst du jetzt dass ihr doch keine Familie seid, aber Chiaki, was seid ihr denn dann? Nur weil du mit Yashiro keine Beziehung mehr führst, seid ihr dennoch eine Familie. Glaub mir, es ist mir sehr schwer gefallen diese Entscheidung zu treffen aber es geht nicht anders. Bitte gib Yurika ein Abschiedsküsschen von mir und ich hoffe wir können uns in drei Wochen zu Unibeginn als Freunde begegnen. Ich wünsche dir viel Kraft und Glück in deiner neuen Hauptrolle und sollte es das Schicksal dennoch gut mit uns meinen, werden wir es bestimmt bemerken. So weh es jetzt auch noch tut, weiß ich, dass es auch mal leichter sein wird folgende Worte zu dir zu sagen … Ich habe dich einst geliebt Chiaki. Vielleicht bekomme ich wieder die Chance und dass es dann auch für immer ist.
Maron.“

Chiaki lehnte sich zurück und faltete den Brief wieder zusammen. Es war also wieder alles vorbei zwischen ihnen. Einerseits verstand er Maron, andererseits war er wütend dass sie es nicht versuchen wollte. Doch er konnte sie doch nicht einfach zwingen nun bei ihm einzuziehen und auf Patchwork Familie zu machen. Der Blauhaarige gab den Brief wieder in den Umschlag und faltete diesen zusammen als er ihn einsteckte. Anschließend atmete er tief durch und strich sich eine Träne weg. Maron war doch bereits gestern in den Flieger nach Tokio gestiegen also brachte es nichts mehr. Und ihr nun einfach hinterher zu reisen konnte er nicht. Er hatte eine kleine Tochter die ihn brauchte. Chiaki sah sich in seiner Wohnung um und legte kurz eine Hand an seine Brust. Nachdem er den Brief gelesen hatte, hatte er gespürt wie sein Herz gebrochen war. Aber er konnte nicht anders als Maron’s Entscheidung akzeptieren, so sehr er sie auch noch liebte. Kurz danach packte er seine restlichen Sachen zusammen und umso leerer seine Wohnung wurde, umso leichter war es auch für ihn, Maron zu verstehen. Schließlich schob er die Kisten zur Wohnungstüre und nahm nur einen Karton mit Büchern selbst mit. Der Rest wurde heute Nachmittag von ein paar Leuten geholt die sein Vater gut kannte. Was aus der Wohnung nun werden würde, wusste Chiaki nicht. Aber zurückkommen war keine Option mehr.

Maron war bereits in Tokio angekommen und fuhr gerade mit einem Taxi von ihrem Hotel zum Internat. Sie musste Miyako besuchen und das vor dem offiziellen Schulbeginn, hatte sie noch leichtere Chancen. Schließlich blieb das Taxi stehen, Maron bezahlte ihre Fahrt und stieg aus. Vor dem betreten des großen Gebäudes, sah sie auf ihr Handy und wollte Chiaki anrufen, doch sie ließ es. Vermutlich hatte er den Brief schon gelesen und da er sich nicht meldete, hatte er ihre Entscheidung akzeptiert. Ein kurzer Seufzer kam aus Maron’s Mund und sie kämpfte gegen die Tränen doch es war ihre Entscheidung gewesen. Eine Entscheidung die vor allem das Beste für Yurika war. Als sie das Gebäude betrat und bei der Information nach Miyako’s Zimmer fragte wurde sie gleich in den zweiten Stock verwiesen. Die Brünette atmete tief durch während sie die Treppen hinauf ging. Es gab natürlich auch einen Lift, doch sie musste sich noch überlegen was sie sagen sollte. Kaum stand sie vor der Zimmertür, atmete sie erneut tief durch und klopfte sachte. Nur wenige Sekunden später wurde die Tür geöffnet und Miyako stand die Überraschung ins Gesicht geschrieben.
„Hallo. Darf ich reinkommen?“, fragte Maron mit einem sanften Lächeln.
Ihre einstige beste Freundin trat etwas zur Seite und nickte nur. Kaum war Maron im Zimmer, schloss Miyako schon die Tür und verschränkte unsicher ihre Arme vor der Brust. Natürlich waren sie halbwegs im guten auseinander gegangen, aber dennoch hatten sie die letzten Wochen keinen Kontakt gehabt. Sorge machte sich in Miyako breit als sie mit ruhiger und dennoch leicht zittriger Stimme fragte: „Was machst du hier? Ist etwas mit meinen Eltern?“
„Nein. Denen geht es gut. Ich bin hier weil ich meine beste Freundin vermisse. Die letzten Wochen waren anstrengend und ich konnte mit niemanden reden.“
„Was ist denn los?“
Maron atmete tief durch. Wo sollte sie denn anfangen? Bei Yashiro’s Auftauchen, bei der Verkündung von Chiaki’s Tochter oder wie sie ihm dazu riet, Kontakt mit beiden zu haben? Es war alles kompliziert gewesen und sie wusste nicht wo sie anfangen sollte. Doch schließlich fand ihr Mund selbst die Worte und ihre Augen füllten sich bereits mit Tränen.
„Chiaki hat ein Kind. Mit seiner Ex-Freundin Yashiro. Sie trennten sich nur kurz bevor er in unsere Stadt zog. Vor kurzem ist sie hergezogen und wohnt im Haus bei Chiaki’s Vater. Chiaki selbst ist nun auch wieder ins Haus gezogen weil Yashiro im ersten Semester nach Paris studieren geht. In dieser Zeit hat Chiaki das bevorzugte Sorgerecht für seine Tochter.“
„Wow … und … wie gehst du damit um?“
„Ich habe mich gestern von Chiaki getrennt.“, gab die Brünette mit zittriger Stimme von sich und konnte danach nur noch weinen.
Erst als sie selbst die Worte ausgesprochen hatte, war es auch Wirklichkeit gewesen und sie spürte den stechenden Schmerz in ihrem Herzen. Den Schmerz von einem gebrochenen Herzen. Miyako kam sofort auf sie zu und umarmte ihre einstige beste Freundin. Auch Maron legte ihre Arme um Miyako und weinte einfach weiter. Sie war froh diesen Halt zu spüren als Miyako leise sagte: „Ich bin für dich da.“
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