What The Darkness Does

GeschichteThriller, Horror / P18
Johan Liebert Kenzo Tenma Nina Fortner OC (Own Character)
07.03.2018
28.03.2018
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Yas, I'm back.
Again.  Nachdem ich so ziemlich alle FF's von mir gelöscht habe und meine letzte mal WIEDER nicht beendet habe.
I'm a Mess.
Ich wollte mich unbedingt noch einmal an Naoki Urasawas Monster versuchen - mein letzter Versuch war ... Huh, an der Grenze der Peinlichkeit. :'D
Sehr hart an der Grenze.
Als ich es vor kurzem überflogen habe, dachte ich mir nur: Oha, was hast du dir dabei gedacht, Mel?
DESWEGEN... versuche ich es noch einmal, mit einem neuen OC und einem etwas anderen Storyverlauf. C':

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                         Bloodred Masterpieces


                    
''I took a little journey to the unknown.''


                                  
°°°

''Ich habe gehört, dass du abgelehnt hast, deine Arbeiten ausstellen zu lassen.'', entgegnete eine junge Frau mit kurzen Haaren und Brille, während sie ihren Blick auf ein Mädchen richtete, die mit gleichgültigem Blick vor ihr stand.
Sie zupfte an einer ihrer brünetten Haarsträhnen, als sie zu ihrer Gegenüber sah: ''Ich habe kein Interesse daran.''
''Das kann ich nicht verstehen... Ist es nicht eine Ehre, so ein Angebot zu bekommen?'', fragte die junge Frau mit der Brille aufgebracht: ''Und eine hervorragende Chance noch dazu!''
''Meine Arbeiten sind etwas persönliches und sie sind nur für mich gedacht. Nicht für Möchtegern-Kunstliebhaber, oder frustrierte Kritiker.''

Der Name der Brünetten war Tomi'e Bates und sie studierte Kunst an der Universität in München.
Sie kam aus Japan, Toshima und fiel direkt durch ihre seltsamen, verzerrten Werke auf, die sie bei ihrer Bewerbung an der Universität vorstellte.
Auch sie selbst hob sich von den anderen Studenten ab.
Ihre Sachen und ihr Haarschmuck waren viktorianisch angehaucht, was dazu führte, dass sie fast wie eine Porzellanpuppe aussah.
Entweder man liebte es, oder man hasste es – das stellte sie schon nach wenigen Tagen auf der Uni fest.
Sie bekam einige Komplimente - für sich, aber auch für ihre Arbeiten - jedoch auch viel Kritik und Anfeindungen.
Menschen waren schon seltsam – eigentlich sollte man denken, dass sie schon aus dem Alter heraus sein sollten, in dem man mit Vorurteilen, oder harscher Kritik an der Optik, oder dem Kleidungsstil um sich warf.
Vielleicht waren sie aber auch einfach zu oberflächlich, oder unzufrieden mit sich selbst, um andere so zu akzeptieren wie sie waren.

Tomi'e interessierte es nicht wirklich, ob man über sie sprach, oder nicht.
Egal, ob es um ihre Kunst ging, oder um ihre Person selbst.
Lotte, die junge Frau mit der Brille, war eine von denen, die nicht nach dem Äußeren gingen, oder Menschen vorschnell verurteilte.
Sie hatte Tomi'e offen gesagt, dass sie ihre Arbeiten unheimlich gut und interessant fand, jedoch niemals eines davon in ihrer Wohnung aufhängen würde.
Die Kultur- und Sozialwissenschaftsstudentin hatte Tomi'e einmal zufällig gesehen, wie sie auf dem Gelände ein Portrait angefangen hatte.
Sie war beeindruckt von ihrer Pinselführung und den makellosen Linien, die sie zog, während sie das Gesicht skizzierte, dass sie vor Augen hatte.
So waren sie ins Gespräch gekommen.

Viele Projekte, die die Kunststudenten im praktischen Bereich aufgetragen bekommen hatten, setzte sie auf ihre eigene, bizarre Art und Weise um.
Selbst, wenn es ihre Bewertungen und Noten nach unten zog, weil sie das Thema verfehlt hatte.
Viele ihrer Arbeiten waren entweder in Schwarz/Weiß, oder in vielen verschiedenen Rottönen gehalten.
Sie hatte ein großes Talent dafür, aus den einfachsten Dingen das Grausamste herauszuholen.
Man konnte ihre Bilder als makaber und angsteinflößend bezeichnen, doch zur selben Zeit auch als hypnotisch und faszinierend.
Sie hatte eine große Ansammlung an verschiedenen Nuancen von Rottönen, die ihre Werke fast surreal lebendig wirken ließen.
Es hinterließ beim betrachten jener Werke ein seltsames, bedrückendes Gefühl.
Aber vielleicht war das auch der Grund, warum ihre Arbeit auf eine gewisse Weise so viel Anerkennung, und letzten Endes sogar das Angebot für eine eigene Ausstellung bekam.

Jedoch lehnte die Brünette dieses Angebot ab.
Warum, das konnte wohl keiner so wirklich verstehen, der ein Bewunderer ihrer Kunst war.
Schließlich war es eine seltene und großartige Chance, die jeder sofort genutzt hätte.
Jeder, außer Tomi'e.

Lotte seufzte und setzte sich auf eine Bank: ''Ich hoffe, du wirst deine Entscheidung nicht irgendwann bereuen...''
Tomi'e nahm neben ihr Platz: ''Nein. Ich denke nicht.'', erwiderte sie monoton.
Lotte lächelte kurz.
Tomi'e war eine Person, die eher still war und im ersten Moment eher abweisend reagierte, was manche vielleicht auch als unfreundlich auffassten.
Aber eigentlich war sie ein wirklich zuvorkommender Mensch, wenn man sie erst einmal besser kannte.
Es war schwer zu ihr durchzudringen, jedoch bereute Lotte es nicht, den Kontakt mit ihr gesucht zu haben.
Sie waren schließlich Freunde geworden und Tomi'e war tatsächlich jemand, der sie alles erzählen konnte, was sie bedrückte.
Sie versuchte nicht jemanden mit leeren Worten aufzumuntern, sondern sagte was sie dachte.
Und wenn es nichts gab, was sie dazu hätte sagen können, hörte sie einfach nur zu und spendete Trost.
Aus Lottes Sicht, war Tomi'e eine Freundin, die man nicht zweimal im Leben finden konnte.

Wenn sie keine Worte hatte, die Lotte hätten aufmuntern können, machte sie ihr einfach kommentarlos kleine Geschenke.
Auch, wenn es vielleicht seltsam klang - alleine diese Geste sorgte dafür, dass sie sich besser fühlte.
''Lotte...'', ertönte eine männliche Stimme, die auf die beiden Mädchen zukam.
Lotte sah auf und erkannte Karl – einen jungen Mann mit schwarzen, lockigen Haaren – der mit einer Zeitung in der Hand auf sie zukam.
Er setzte sich schweigend neben die beiden und öffnete die Zeitung: ''Sieh mal, hier...''
Lotte blickte auf das mit Druckerschwärze beschmutzte Papier: ''Oh...''
''Was ist das?'', fragte Tomi'e, die sich jetzt an die in der Mitte sitzenden Lotte presste, um ebenfalls einen Blick auf die Zeitung zu erhaschen: ''Selbstmord an der Friedrich Emmanuel Schule?''

Lotte biss sich auf die Unterlippe, als sie zu Tomi'e sah: ''Oh, hast du es noch gar nicht gehört? Sein Abschiedsbrief wurde auch in der Campus-Zeitung abgedruckt, oder?''
Karl nickte kurz.
''Nein. Habe ich nicht...'', gab die Brünette zu, die sich jetzt irgendwie schuldig fühlte, weil sie eine so tragische Nachricht scheinbar komplett verpasst hatte.
''Ich kann ihn nicht länger betrügen.'', las Lotte vor: ''Bezieht sich wohl auf...''
''Genau.'', erwiderte Karl, der wusste, was sie dachte: ''Gegenüber Schubert fälschlicherweise behauptet zu haben, sein Sohn zu sein, muss an seinem Gewissen genagt haben.''
''Wenn ihn sein Gewissen so sehr geplagt hat, hätte er es gar nicht erst tun sollen.'', entgegnete Lotte bedrückt.

Der erwähnte Herr Schubert war ein älterer, reicher Mann.
Er engagierte Studenten - einen für jeden Wochentag - die ihm vorlasen, da er fast blind und selbst nicht mehr in der Lage dazu war.
Im Gegenzug bekamen sie eine gute Bezahlung, die ihnen half ihre Studiengebühren zu stemmen.
Lotte und Karl gehörten ebenfalls dazu.

Einer dieser Studenten hatte dann irgendwann behauptet sein vermisster Sohn zu sein, woraufhin der eigentlich sehr ruppige, alte Mann ihn mit allem was er hatte zu unterstützen begann.
Wahrscheinlich konnte dieser Betrüger nicht mehr mit seiner Schuld leben und nahm sich deswegen das Leben.
Bedauerlicherweise wurde er erst einige Zeit später gefunden. Und zwar genau von den beiden, die jetzt die Zeitung lasen.
Tomi'e wusste nichts davon. Lotte hatte dieses Erlebnis, das erst einen Tag zuvor passiert ist, mit Absicht verschwiegen, um ihrer Freundin keine Sorgen zu bereiten.
Sie hatte das Gefühl ihr zur Last zu fallen, wenn sie sie immer wieder mit ihren Sorgen belästigte.
Tomi'e sah zwar nie so aus, als würde sie es als Belastung empfinden, noch hatte sie je den Eindruck gemacht, als würde sie genervt davon sein – aber dennoch wollte Lotte sie weniger damit bedrängen.
Die Brünette hatte schon so viel für sie getan.
Sie aufgemuntert, getröstet, ihr zugehört... Was hatte Lotte jemals für sie getan?
Tomi'e sprach selten über ihre eigenen Sorgen und langsam aber sicher bekam die Frau mit der Brille das Gefühl, als wurde sie sie nur ausnutzen und nerven.

''Lotte, du hattest es gestern wirklich schwer...'', erklang plötzlich eine sanfte Stimme, die langsam auf die Drei zukam.
''Ah, ja...'', entgegnete Lotte, die aufgeschreckte und zu dem jungen, blonden Mann aufsah, der vor ihnen Halt gemacht hatte: ''Ich habe den ganzen Tag damit verbracht, der Polizei Fragen zu beantworten.''
''Meine Vorlese-Schicht wurde heute auch gestrichen.'', erwiderte der Blonde monoton: ''Herr Schubert war sehr deprimiert.''
''Huh.'', entwich es der Brünetten leise.
Lotte spürte sofort den starren Blick ihrer Freundin, als sie sich die Hand vor den Mund hielt und zu ihr sah.
''Warum musstest du der Polizei Fragen beantworten?'', fragte Tomi'e mit einem skeptischen Unterton.
''Na ja, weißt du...'', fing Lotte langsam an: ''Karl und ich... Wir haben ihn gefunden...''
''Warum hast du mir nichts erzählt!?'', rief Tomi'e jetzt aufgebracht, die Lotte am Arm packte.
Lotte lächelte verlegen: ''Ich wollte dich nicht auch noch mit so was belasten... Du hast im Moment doch selber so viel zu tun und--''
''Lotte! Also wirklich!'', unterbrach die Brünette die Frau mit der Brille: ''Ich habe dir gesagt, du kannst immer zu mir kommen, wenn etwas ist! Und damit meine ich auch immer!''
Sie seufzte tief und verschränkte die Arme, als sie verärgert auf den Boden sah: ''Du hättest bei mir übernachten können. Dann hättest du damit nicht alleine bleiben müssen.''
Lotte senkte den Blick: ''Ich weiß... Aber trotzdem...''
Sie klang jetzt wirklich deprimiert, als sie den Blick senkte.

''Hey, Tomi'e... sie hat es doch nicht böse gemeint...'', sagte Karl, der sie jetzt vorsichtig anlächelte: ''Du brauchst auch mal 'ne Pause... Du kannst nicht immer allen zu jeder Zeit helfen...''
Tomi'e sah empört zu dem Schwarzhaarigen: ''Ja, mag ja sein. Aber DAS ist doch eine ganz andere Nummer!''
''Du solltest ihr nicht böse sein.'', ertönte wieder die Stimme des Blonden, der Tomi'e anlächelte: ''Ihr scheint gute Freunde zu sein, habe ich recht?''
Tomi'e sah den jungen Mann an, antwortete jedoch nicht.
''Manchmal will man seinen Freunden auch einfach etwas Ruhe gönnen...'', fuhr der Blonde fort: ''Sie hat es dir bestimmt nur verschwiegen, weil sie dich wirklich gerne hat.''
Lotte nickte zustimmend, bevor sie aufsah: ''Oh, lasst mich euch vorstellen! Er hat die Freitags-Schicht.''
''Nett euch kennenzulernen.'', entgegnete der junge Mann, als er seine Hand zu Karl ausstreckte.
''Gleichfalls.'', erwiderte dieser, die Hand des Mannes schüttelnd: ''Ich studiere Wirtschaft, mein Name ist Karl Neumann.''
Sein Gegenüber lächelte dezent: ''Jurastudent. Ich heiße Johan Liebert.''
Er wandte sich Tomi'e zu, die ihren Blick immer noch auf ihn gerichtet hatte und streckte auch ihr seine Hand entgegen.
Diese Geste ignorierte sie jedoch.
Lotte stieß sie mit dem Ellenbogen an, um ihr zu sagen, dass sie nicht unhöflich sein sollte, was Tomi'e jedoch nur trotzig seufzen ließ, eh sie widerwillig die Hand des jungen Mannes griff.

''Entschuldige bitte, Johan. Sie ist eigentlich gar nicht so unhöflich, wie sie grade tut.'', entschuldigte Lotte sich kurz, eh sie zu ihrer Freundin sah: ''Sie lernt nur nicht gerne neue Leute kennen.''
Tomi'e verzog das Gesicht, als wäre sie ein kleines Kind, dass ein Verbot bekommen hatte.
Lotte lächelte: ''Am Anfang wollte sie auch nicht mit mir reden, aber jetzt sind wir gute Freunde geworden!'', sie richtete ihren Blick auf Tomi'e: ''Stimmt's?''
Verlegen sah die Brünette zur Seite und ersparte sich eine Antwort.
Ihrer Auffassung nach kam sie nicht gut mit anderen Menschen klar und versuchte soziale Kontakte so gut es ging zu vermeiden.
Lotte und Karl waren da eine Ausnahme.
Wobei sie Karl auch nur durch Lotte kennengelernt hatte.
Nur, weil Lotte sich damals durch ihr absichtlich abweisendes Verhalten nicht hatte abschrecken lassen, hatte sie eine Freundschaft mit ihr zugelassen.
Und zugegebenermaßen war es gar nicht so falsch, nicht mehr die ganze Zeit alleine zu sein.
Dennoch wusste sie nicht wirklich wie sie ausdrücken sollte, dass ihr die Freundschaft wichtig war.
Dazu fehlten ihr einfach die sozialen Erfahrungen.
Schließlich war sie ihr Leben lang alleine.
Deswegen machte sie des öfteren kleinere Geschenke, um zu zeigen, dass sie Lotte mochte und als Freundin wirklich schätzte.

''Verrätst du mir deinen Namen?'', riss die helle Stimme Johans Tomi'e aus den Gedanken.
''Tomi'e.'', erwiderte sie knapp.
Johan lächelte: ''Tomi'e also.''
''Sie studiert Kunst und hat vor kurzem ein Angebot bekommen, um ihre Arbeiten auszustellen und sie hat es einfach abgelehnt, kannst du dir das vorstellen?'', rief Lotte plötzlich, woraufhin sie einen harschen Blick von der Brünetten erntete.
''Du hast es wirklich abgelehnt?'', mischte sich jetzt auch Karl ein.
Tomi'e öffnete den Mund, um etwas zu sagen, wurde jedoch von Johan unterbrochen.
''Ah, ich habe von dir gehört. Ich habe einige deiner Bilder gesehen und war wirklich beeindruckt.'', sagte er mit einer ruhigen Stimme: ''Ich habe mich gefragt, wie wohl jemand der so etwas abstraktes zeichnet, aussieht.''
Lotte lachte kurz: ''Ja, man sieht ihr ihre schwarze Seele gar nicht an, hab ich recht?''

Für einen kurzen Moment kroch ein undefinierbarer Ausdruck über das Gesicht der jungen Künstlerin, den nur Johan zu bemerken schien, der sie die ganze Zeit im Auge behalten hatte.
Er gab einen kurzen, zustimmenden Laut von sich, als er die Augen verengte.
Sein monotones Lächeln beibehaltend, erhob er erneut die Stimme: ''Mir gefallen die Werke in den Rottönen am besten. Die Farben wirken, als wären sie einst lebendig gewesen...''

Tomi'e sah auf.
''Ich muss mich leider wieder verabschieden... Ich wünschte euch noch einen schönen Nachmittag, Lotte.'', entgegnete der Blonde, als er seinen Blick auf Lotte richtete.
Diese nickte ihm zu: ''Vielen Dank, das wünsche ich dir auch.''
Lächelnd wandte der junge Mann sich ab und setzte seinen Weg fort.
Tomi'e sah ihm starr nach.
Schon oft hatte sie gehört, dass ihre Farben lebendig wirkten.
Aber noch nie hatte jemand gesagt, dass sie aussahen, als wären sie einmal lebendig gewesen.

Ein merkwürdiges Gefühl keimte in ihr auf, doch bis jetzt konnte sie noch nicht definieren, was genau es war.
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