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Veränderungen

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P6 / Gen
Jake Riles Sam Conte
06.03.2018
06.03.2018
1
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... und noch ein OneShot zu meinen Lieblingsjungs! ^.^


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Veränderungen



Sarah war müde. So leise wie möglich schloss sie die Haustüre auf und betrat den Flur.

Es war ein langer und sehr anstrengender Tag gewesen. Von Frühs bis Abends war sie umher gerannt, hatte Bestellungen aufgenommen, Kunden bedient. Manchmal gab es diese Tage, an denen der Laden nur so von Menschen überrannt wurde, jede freie Minute war dann kostbar. Somit war auch ihre Mittagspause entsprechend kurz ausgefallen, sie hatte gerade einmal Zeit gehabt schnell etwas zu essen und Jake anzurufen um ihm zu sagen, dass sie heute erst spät nach Hause kommen würde und er nicht mit dem Essen auf sie warten sollte.

„Du solltest wirklich nicht all diese Extraschichten übernehmen“, hatte Jake gesagt und verärgert geklungen, aber Sarah wusste, dass er in Wirklichkeit nur besorgt war. Sie hatten dieses Gespräch schon oft genug geführt und es endete jedes Mal gleich. Außerdem wollte sie sich jetzt nicht mit ihm streiten, also antwortete sie nichts. Jake seufzte, verstand aber den Hinweis und wechselte das Thema.

„Sam will später vorbei kommen. Ist es okay, wenn er über Nacht bleibt?“ Sarah lächelte. So viel hatte sich verändert, seit die Jungs vor ein paar Tagen aus dem Wald zurück gekehrt waren. Schon vorher hatte Jake ab und zu den Skater erwähnt und sie hatte gewusst, dass die Beiden befreundet waren, irgendwie. Aber Jake hatte nie Freunde mit nach Hause mitgebracht. Jetzt traf er sich täglich mit den anderen Jungs und nicht selten kam sie dieser Tage nach Hause und mindestens einer von ihnen – meistens Sam – saß in ihrem Wohnzimmer.

„Natürlich. Irgendwo liegt noch eine alte Matratze herum. Wenn du dein Bett etwas auf Seite schiebst, sollte in deinem Zimmer genug Platz sein.“

„Okay, danke Mum! Bis später!“ Sie verabschiedeten sich von einander und Sarah wurde zurück an die Arbeit gerufen.

Als sie jetzt endlich die Schuhe auszog, seufzte sie glücklich. Es war später geworden, als es ihr lieb war. Im Haus war es dunkel und als sie kurz inne hielt und lauschte, konnte sie auch kein Geräusch hören. Die Jungs mussten schon zu Bett gegangen sein.

Sie ging in die Küche und stellte ihre Tasche ab. Ein schneller Blick durch den Raum ließ sie schmunzeln. Das dreckige Geschirr, das heute Morgen noch in der Spüle gestanden hatte, war verschwunden und die Küchenzeile war aufgeräumt. Jake hatte es selbst nicht einfach und trotzdem versuchte er immer, ihr das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ein Gähnen erinnerte sie daran, wie ausgelaugt sie war und dass es auch für sie höchste Zeit war, ins Bett zu gehen. Auf dem Weg zum Bad kam sie an Jakes Zimmer vorbei. Das war noch etwas, das sich mit seiner Rückkehr aus dem Wald verändert hatte. Vorher hatte er seine Tür immer geschlossen gehabt, jetzt stand sie in der Nacht immer einen Spalt breit offen. Fast, als ob er Angst hätte, ihr könnte etwas passieren, während er schlief.

Sarah gähnte erneut und blinzelte müde. Sie wollte nichts lieber, als sich endlich in ihr Bett zu legen und zu schlafen. Doch irgendetwas veranlasste sie dazu stehen zu bleiben und einen Blick in Jakes Zimmer zu werfen.

Genau wie sie ihm es vorgeschlagen hatte, hatte er sein Bett ein Stück zur Seite geschoben und auf den Boden daneben eine Matratze gelegt. Irgendwo hatte er eine Decke und ein Kissen gefunden, so dass Sam es für die Nacht bequem haben würde. Sie lächelte zufrieden. Doch dann stutze sie. Es war dunkel im Zimmer und sie konnte nicht viel sehen, nur der schwache Schein des Mondes spendete etwas Licht. Aber das Nachtlager am Boden sah nicht so aus, als wäre es je benutzt worden. Verwundert zog sie die Stirn kraus. Hatte Sam sich doch anders entschieden und war nach Hause gefahren? Erst jetzt hob sie den Blick und sah auf Jakes Bett. Und dort lagen sie.

Jakes Kinn lag auf Sams Kopf, seine Finger waren im Shirt des Kleineren verkrallt. Sams Arm lag über Jakes Hüfte und ihre Beine waren in der Decke verheddert. Sie sahen so friedlich aus, die Gesichter entspannt und der Atem gleichmäßig und ruhig. Und trotzdem schienen sie sich aneinander zu klammern, sich festzuhalten, als würden sie einander brauchen, um nicht abzustürzen.

Als Jake zurück gekommen war, hatte sie ihn gefragt, was passiert sei. Er hatte nur ausweichend geantwortet, gesagt, sie hätten sich verlaufen, wären tagelang durch den Wald geirrt, bis sie schließlich eine bekannte Stelle wieder gefunden hatten, an der ihre Väter sie schließlich entdeckt hatten. Sarah hatte ihm nicht ganz geglaubt, aber sie war so froh gewesen ihren Sohn wieder zu haben und er sah so mitgenommen aus, dass sie ihn nicht weiter bedrängt hatte.

Jetzt, wo sie die Beiden so sah, konnte sie nicht anders, als sich wieder zu fragen, was dort im Wald vorgefallen war. Was war passiert, dass diese vier so unterschiedlichen Jungs nun beste Freunde waren und miteinander umgingen, als würden sie einander schon ihr Leben lang kennen? Was war ihnen wiederfahren, dass Jake nachts seine Tür nicht mehr schloss, dass er sie jeden Morgen ansah, als hätte er Angst gehabt, sie hätte über Nacht verschwinden können? Jake hatte sich verändert und es beunruhigte sie, da er nicht mit ihr darüber sprach, da sie den Grund nicht kannte, nur vermuten konnte, was er durchgemacht hatte. Sie machte sich Sorgen um ihn und machte sich Vorwürfe, da sie nicht für ihn da sein konnte, nicht so, wie sie es gewollt hätte, weil sie so viel arbeitete.

Aber jetzt sah sie ihn dort liegen, so völlig entspannt, als fühlte er sich vollkommen sicher bei Sam, als wäre er alles, was er brauchte. Es machte sie ein wenig traurig. Jahrelang waren es nur sie beide gewesen. Jake war ihr Leben, sie brauchte sonst nichts, um glücklich zu sein, und Jake hatte nie jemand anderen gehabt, etwas anderes gewollt, als seine Mum. Doch auch das hatte sich geändert, sie sah es hier vor sich.

Doch dann stahl sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. Sie wusste nicht, was Jake erlebt hatte, und sie würde sich weiterhin Sorgen um ihn machen, denn das war es, was Mütter taten. Sie würde immer für ihn da sein und sicherstellen, dass Jake das auch wusste. Aber es beruhigte sie, dass er noch jemanden hatte, der auf ihn aufpassen würde, der im helfen würde, wenn sie es nicht konnte.

Sarah warf einen letzten Blick auf die schlafenden Jungs, dann drehte sie sich um und machte sich auch endlich auf den Weg in ihr Bett.
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