Frieden und Schatten

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
Werwölfe
04.03.2018
19.09.2019
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Es war eine eisige und windige Nacht. Der Mond schien hell in all ihrer Pracht und brachte eine mysteriöse Stimmung auf das Land. Der Wald wirkte in der Dunkelheit und dem Mondschein auf den ersten Blick wie aus einem Bilderbuch, das all die fantasievollen Landschaften zeigt. Er wirkte zum Teil einladend und zum anderen schreckte er auch ab. In einer Nacht wie dieser würde es sich niemand trauen, in den dunklen und mysteriösen Wald zu gehen. Vor allem die 'normalen' Bewohner, die in der Gegend wohnen. Denn es gibt Gerüchte. Diese Gerüchte sind nichts für Angsthasen und doch sind sie unter allen bekannt. Jede Vollmondnacht zittern die Bewohner der Walddörfer aufs Neue, denn immer, wenn der Vollmond sein helles Licht auf die Landschaft wirft, zeigen sich gefährliche Lebewesen in den Wäldern und gehen dort auf die Jagd. Viele nennen sie auch die 'Ungeheuer der Wälder'. Schon seit längerer Zeit machen die Nachrichten darauf aufmerksam, wenn wieder eine Vollmondnacht bevorsteht und fordern die Leute auf, in den Häusern zu bleiben. Und am Tag nach dem Vollmond hört man auf allen Nachrichtensendern das Verschwinden einzelner Personen. Die meisten wissen allerdings schon, dass sie nie wiederkommen würden, und wenn es so sein sollte, dann sind sie nicht mehr dieselben.Man könnte jetzt meinen, dass es niemand mit ihnen aufnehmen könnte, doch tatsächlich gibt es Personen, die sich dafür bereiterklärt haben, diese Ungeheuer zu bekämpfen und sie zu töten. Man nennt sie ganz einfach die 'Jäger'. Diese Jäger bekommen eine spezielle Ausbildung, um diese Lebewesen zu töten. Sie haben auch spezielle Waffen entworfen, die nur für diese Ungeheuer des Waldes gefährlich sind, oder zumindest sein sollten. Seit es die Jäger gibt zittern die Bewohner nicht mehr zu viel und fürchten die geheimnisvolle Nacht nicht mehr so, wie damals. Denn die Jäger waren schon des Öfteren sehr erfolgreich und haben schon das eine oder andere Ungeheuer umgebracht. Auch in dieser Nacht wird es nicht anders sein. Schon bevor der Mond am Himmel erschien, machten sich die Jäger auf in den Wald, um sich dort zu verstecken, damit sie ihre nächste Beute machen konnten.

Doch diesmal war etwas anders. Im Wald war es unangenehm leise und man hörte auch nur das leiseste Knistern der Zweige. Ab und zu konnte man die Stimme der Ungeheuer hören in weiter Ferne. Ein junger Jäger, der noch nicht lange seine Ausbildung abgeschlossen hat, wagte es, einen Schritt aus seinem Versteck zu machen. Er ging ein paar Schritte bis er ein komisches Geräusch hörte. Diese Geräusche hatte er noch nie gehört und das machte ihm Angst. Tausende Gedanken gingen durch seinen Kopf, sodass er nicht mehr klar denken konnte. Er war sichtlich überfordert. Der Jäger wollte gerade in die Richtung gehen, von der das komische Geräusch gekommen war, allerdings konnte er sich nicht bewegen. Er versuchte andauernd einen Schritt nach vorne zu machen, doch es fühlte sich so an, als ob irgendetwas seine Beine gefasst hätte. Er blickte zu seinen Füßen und erstarrte, als er Eis an seinen Beinen hochlaufen sah. Hektisch versuchte er sich zu befreien, doch ohne Erfolg. Hysterisch blickte er um sich, in der Angst, dass eines dieser Ungeheuer in seiner Nähe wäre. Doch er sah nichts. Das Einzige, das zu sehen war, waren die Bäume und die Büsche, wie sie im Licht des Vollmondes leuchteten. Plötzlich hörte er ein tiefes Knurren, das immer näherkam. Langsam dreht er seinen Kopf zur Seite und erlitt einen halben Herzinfarkt. Vor seinen Augen sah er einen Haufen von glühenden Augen in den verschiedensten Farben. Blaue, gelbe, braune und ein einziges Paar von roten Augen. Die roten Augen kamen immer näher, bis die Kreatur nicht mehr in den Schatten der Dunkelheit versteckt war. Vor ihm stand ein großer, brauner Wolf, dessen Pfoten sowie Ohren- und Schwanzspitze langsam in ein dunkles Rot überging. Die roten Zeichnungen sahen so aus, als ob der Wolf sich im Blut seiner Opfer gewälzt hatte. Bei genaueren Hinsehen konnte man auch noch rote Sichelmonde über seinen Augen sehen. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wer vor ihm stand und riss vor Angst die Augen noch weiter auf. Nun kamen auch die anderen Kreaturen aus den Schatten heraus und vor ihm stand ein zwar kleines, aber ein furchteinflößendes Rudel. Dieses Rudel war weltbekannt für ihre starken Mitglieder und für ihre ausgeklügelten Taktiken, um ihre Beute zu fangen und anschließend zu töten. Sie waren das stärkste Rudel der Wälder und niemand konnte ihnen jemals entkommen. Bei dieser Erkenntnis rief er mit zittriger Stimme in die kalte Nacht hinein. „Bitte, verschon mich! Ich bin doch noch so jung! Ich werde auch niemanden erzählen, dass ich…“ Weiter kam er nicht, denn während er seine Bitten aussprach bohrte der braun-rote Wolf seine Fänge in den Hals des jungen Jägers. Das Eis an seinen Füßen fing langsam wieder an zu schmelzen und die restlichen Rudelmitglieder stürzten sich auf den toten Körper des Jägers. Nachdem nichts Fressbares mehr von seinem Körper übrig war, zogen die Wölfe wieder weiter. Zurück in die Schatten der Dunkelheit, um auf ihre nächste Jagd zu gehen. Denn dies war die Nacht, in der immer die meisten Leute ihr Leben verloren, an den 'Ungeheuern der Wälder', oder wie sie eigentlich heißen: Werwölfe!
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