εgσιsм σғ α нυмαη нεαят

von Lepium
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Jeff the Killer / Jeffrey Woods OC (Own Character)
02.03.2018
27.07.2019
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kursiv geschrieben --> sind Gedanken der Personen. Ab und zu (wie am Anfang dieses Kapitels) auch als Stilmittel verwendet.
fett gedruckt --> soll dem Geschriebenen mehr Ausdruck verleihen/Stilmittel
Viel Saß beim Lesen :)

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Das Gefühl seiner Alpträume.

Sie griffen nach ihm, wie fast jede Nacht. Gewohnte Gäste, deren Besuch nicht verjähren wollte.

Es waren schwarze Klauen von dunklen Wesen, die seinen Arm hinabglitten und an ihm zerrten.

Ja.

Er spürte es ganz deutlich.


In die Tiefen seines Unterbewusstseins hinabgerutscht zu sein, wie das geschehen war, daran erinnerte er sich nicht mehr. Nicht dieses mal.

"Ah-"

Mit der Gewissheit des Moments, wollte er seine Augen geschlossen halten und versuchte, sie zu ignorieren. Sein Herz zu beruhigen. Abzuschalten.

Ein Traum.

Er würde vorüberschreiten, mit dem Ticken der Uhr aus der Realität. Seine Augen würden von allein aufklappen, es wäre vorüber und erneut verdrängt in den Ecken seines Gedächtnisses.

So war es immer, musste es sein.

Was jedoch, war diese Unruhe, die er nicht abschütteln konnte?

"jdsjkgfksd - Jetzt -", feucht und hauchend drangen Worte an sein Ohr, die er nicht richtig verstand.

Etwas war anders. Ganz und gar unterschiedlich, im Gegensatz zu dem ihn Bekannten.

Seine Schatten redeten nicht.

Geschwollen und klebrig waren seine Lider. Das bemerkte er erst, als er versuchte, sie zu öffnen.

"Sie wurden getackert."

Verschwommenes braunrot tanzte vor seinen Augäpfeln, ineinander übergehend, er wusste nicht, wo es begann oder enden könnte.

"Jetzt... Ich will je-e-e-tzt."

Kaugummiartig klebten sich die Worte in die Höhlen seiner Ohren, schallten, setzten sich fest. Für immer.

"Hah?" Schwach nahm er seine eigene Stimme wahr. Kratzig und heiser.

Der Bereich seiner Hüfte fühlte sich an, als würde er zerquetscht werden. Jemand zog und rüttelte und verschob.

"Mein Gürtel...?"

Ein metallisches Klacken schallte durch den Raum, als die Schnalle geöffnet wurde.

Heiße Luft breitete sich stoßweise im Bereich seines Nackens aus und er spürte die Säure in seinem Magen die Kehle hinaufkriechen.

"Sei brav, Jeff. Ich nehm' mir, was ich möchte."

Sein Reißverschluss surrte.

"Mach dich bereit. Und pass dich meinen Wünschen an. Ich werde dich einnehmen."

Das war kein Traum.


                                                                                                            • ♚ ❤ ♔ •


Vorfreude breitete sich in ihm aus, als er nach zweiwöchiger Pause endlich sein nächstes Opfer auserwählt hatte und raubtierartig hinter ihm herschlich.
Seit seinem letzten Mord an einem jugendlichen Pärchen hatte er eine, wie er es gerne bezeichnete, kreative Findungsquase durchlebt und hatte die Tage der Ruhe mit der Planung und des inneren Durchlebens seines neuen Musters verbracht.
Muster, Sytem.
Eigentlich konnte man einem Freigeist wie Jeff solcherlei Worte nicht anhängen, denn er bevorzugte spontane Überraschungen. Nicht nur bei seinen Opfern wollte er die aufgerissenen Augen mit dem Ausdruck der puren Verzweiflung genießen, sondern auch das Kribbeln des Adrenalins in ihm selbst, ließ ihn immer wieder erschrecken. Seine eigenen Handlungen waren für ihn unvorhersehbar und wenn er ehrlich war, überkam ihn aufgrund dieser Tatsache ein Gefühl von Stolz.
Das einzige Motiv, was der junge Mann konsequent verfolgte, war seine Zielgruppe.
Jugendliche. Der größte Abschaum im menschlichen Bereich, wenn es nach ihm ginge.
Er beobachtete, verfolgte, analysierte und fällte letztlich seine Urteile, die über das Wesen seines spionierten Subjekts und somit über Leben oder Tod entschieden.
Es waren die Krönungen des dreckigen Auswurfes und des Mülls, die es in dieser verfallenen Welt gab, da war er sich absolut sicher.
"Die Menschen sollten mir eigentlich danken."
Ein breites Grinsen erschien bei diesem Gedanken augenblicklich auf seinem Gesicht.
Schließlich war er ein Verfechter der Gerechtigkeit.
Spöttich betrachtete er sein vernarbtes Antlitz in der silbernen Klinge seines Messers in der rechten Hand und musste sich schmerzlich ein Auflachen unterdrücken.
"Wird so etwas nicht Anti-Held genannt?"
Die beiden 16 Jährigen  Ziele Jeffs bogen links um die Ecke und schmiegten sich aneinander, woraufhin sich sein Blick senkte.
"Egal."
Hockend versuchte er unbemerkt hinter den nächstgelegenen Busch schleichen zu können. Wo anderen bereits beim Gedanken daran die Beine schmerzten, freuten sich die durchtrainierten Jeffrey's über das zusätzliche Training.
Verloren in ihrem verliebten Turteln, bemerkte das Paar nicht das leichte Knirschen, welches selbst Jeff nicht verhindern konnte.
Er musste sich beherrschen, nicht loszupreschen, sich in seinem Gefühl zu verlieren.
Seit kurzem waren es Verliebte, die seinem Interesse galten, das hatte er vor zwei Wochen bemerkt, als es zufälligerweise ein Paar gewesen war, was sich in seinem Fadenkreuz verfangen hatte.
"Schweine. Gut haben die zusammengepasst", knurrte er in sich hinein und arbeitete sich weiter vor.
Ob die beiden zu einem Date oder nach Hause gingen, wusste er nicht, denn wenn er so etwas wie einen ausgepfeilten Plan mitbringen würde, wäre er nicht der, den man kannte.
Nicht nur, dass er es nicht brauchte, es störte ihn regelrecht, nahm ihm den Spaß an der Sache und fühlte sich an, als würde er in eine Kiste gezwängt.
Er stoppte, als er sah, wie beide sich auf einer Bank niederließen und zwei Lunchboxen herausholten.
"Ein Picknick? Wie langweilig..."
Innerlich gähnte er theatralisch und stand aus reinem Protest gegen dieses öde Verfangen auf und ging zielstrebig einige Schritte auf sie zu.
"Ah, uhm..." Das blonde Mädchen zupfte am Ärmel ihres Freundes, der nun auch den Mann vor sich erblickte.
Es herrschte Stille, die eine Art Kreis zu zeichnen schien und zwei Welten, unterscheidlicher kaum möglich, miteinander verband.
Den Beschützerinstinkt geweckt, griff der Junge nach dem Arm seiner Freundin und öffnete den Mund, um etwas zu sagen. Doch etwas hielt ihn ab und ließ ihn lediglich stumm und starrend verharren.
Die Angst umhüllte ihn immer weiter, umso mehr Zeit verstrich und sein Gehirn zu realisieren begann, welches Szenario sich vor ihm abspielte.
Als beide das Rascheln der Blätter gehört hatten und die bleiche Gestalt vor ihnen wie ein Geist aufgetaucht war, hatte ihr Kopf noch nicht wirklich begreifen wollen, was passierte.
Der Wind, kleine Waldtiere, Vögel oder ein morscher Ast, der abgebrochen war. Vielleicht ein Wanderer, der sich verlaufen hatte und nun Hilfe brauchte.
Doch-
Aus dem Mund des Mädchens presste sich ein geqältes Qietschen und Röscheln der aufsteigenden Panik.
"Marc...", flüsterte sie und schon im nächsten Moment stand sie hölzern auf, am Arm ihres Freundes ziehend. Er schluckte und kniff sich einmal in den Oberschenkel, ehe auch er sich, gespielt selbstbewusst, neben sein Mädchen stellte.
"Wa-", ein Husten kam seine Kehle hoch.
"Was möchten Sie?"
Jeffs Augen waren weit aufgerissen und klebten am verängstigten Blick der Blonden, der ihn zittern und vermuten ließ, dass er sich nur noch wenige Momente beherrschen können würde.
"Haben Sie sich verlaufen?"
Ein plötzliches Lachen schallte durch die gespenstig leere Waldgegend, in einem schrillen und ungehaltenen Ton voller krankhafter Amüsiertheit.
"Marc!" Sie zerrte und schüttelte am Arm ihres Freundes, der stocksteif an Ort und Stelle stehen blieb und merkte, wie Schweißperlen seinen Rücken hinunterliefen. Sie dachte nicht daran, ihn loszulassen und allein loszurennen, weniger aus Solidarität, als mehr aus Angst, allein zu sein. Gegenüber diesem Wesen, was sich noch immer nicht beruhigt hatte und sie selbst beim Lachen mit weit aufgerissen Augen anstarrte, als wolle er ihre Seele aussaugen.
"Ich will nicht sterben, Marc!", schrie sie und Tränen begannen ihre Wangen hinunterzufließen.
"Wir werden nicht-", wieder dieses Kratzen im Hals, das Zittern. Erneut kniff er sich in sein Bein und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, einen Plan, was zu tun war.
"Wir werden nicht sterben!"
"Ach echt?! Kha- KhahahHAHA", platze es aus Jeff heraus und er begann schließlich weiter auf sie zuzugehen.
Der Fuß von Jeff's Gegenüber schnellte zur Seite und ein verbissener Ausdruck zeichnete sich auf seinem Gesicht ab.
"Verschwinde!"
Jeff seufzte nur und verdrehte die Augen.
"Wie wär's mit zehn Sekunden Vorsprung?"
"Was?" Die Schminke des Mädchen war mittlerweile ihre Wangen hinuntergelaufen und ihr Zittern war deutlich sichtbar. Verwirrt schwenkte sie ihren Blick zu ihrem Freund Marc, von dem sämtliche Muskeln nun mehr als zuvor zum Zerreißen gespannt waren. Er biss die Zähne kurz aufeinander.
"Lauf!", wurde ihr der Befehl gegeben, als er sich bereits in Bewegung gesetzt hatte und sie mit sich zerrte.
"Man, ihr seid echt öde."
Augenblicklich schnellte auch Jeff nach vorne, den Griff seiner Klinge fest umklammert und mit einem verzogenen Ausdruck auf dem Gesicht, der seine Unzufriedenheit ausdrückte.
Es war kaum erwähnenswert, so kurzwierig waren die wenigen Sekunden, die der Killer brauchte, um sich auf das erste seiner Opfer zu stürzen. Mit einem kräftigen Sprung warf er sich auf den Jungen namens Marc, der sich während des Rennens wie automatisch umgedreht hatte und seinem Jäger entgegenschaute.
Auch in jenem Moment, als die kalte Klinge seine linke Schulter berührte und sein Fleisch wie Butter zerschnitt, lagen ihre Blicke aufeinander.
Zwei Schreie schallten durch den Wald. Vor Schmerz stolperte Marc nach vorne und sein Gesicht schürfte sich auf dem Boden auf, während Jeff den Schwung nutzte und das Messer weiter in die Wunde hineinschob.
"Aaaargh-Huuuh." Seine rechte Hand versuchte verweifelt, das Mordwerkzeug zu ergreifen, doch dieses hatte Jeff fest im Griff und drehte es genüsslich hin und her, weshalb der Junge nur ungelenk in der Luft umherschnappte.
Das Blut floss wie aus einer warem Quelle hinaus, sickerte in die Kleidung von beiden und versank zum Teil im Boden, während sie weiterhin schrie und schwankend zum Stehen gekommen war.
"M-Marc!" Hysterisch weinend klammerte sich ihr Blick an ihn, als hätte sie ihn auf diese Weise befreien können.
Mit gekonnten schnellen Griffen drehte Jeff seine Beute auf den Rücken, nachdem er die blutverschmierte Klinge herausgezogen hatte und begann damit, auf seinen Brustkorb einzustechen.
Röchelnd wandt er sich, griff unkoordiniert in der Luft herum und versuchte Jeff das Messer erneut zu entwenden. Doch mittlerweile war seine Sicht bereits verschwommen und er bekamm keine Luft mehr.
"N-e-i-n", erstickt versuchte er, diese Worte auszusprechen, doch es gelang ihm kaum. Seine Augen verdrehten sich nach oben, mit ganzer Kraft versuchte er alles zu bewegen, was noch möglich war und er betete zu Gott, der einzige Gedanke, an den er sich festklammern wollte.
Und plötzlich spürte er nichts mehr.
Ruckartig riss Jeff das Messer erneut aus dem ausblutenden Leib und schwenkte damit in der Luft herum und drehte sich dem pausenlos schreienden Mädchen zu.
"In meinem Kopf waren das schon zehn Sekunden!", lachte er freudig auf und ließ spielerisch seine Schultern kreisen.
"Und du bist wirklich saublöd, oder?"
Das Letzte, was das junge Mädchen sah, war das vernarbte Gesicht Jeff's, das blitzschnell vor ihr aufgetaucht war und dann -
Dann spürte sie einen kurz aufkeimenden, übersprudelnden Schmerz, den sie kaum ertragen konnte, ehe es dunkel wurde und sie erlöst war.
Jeff spritzte das dickflüssige Blut entgegen, weshalb er den Mund und die Augen schloss und die rote Flüssigkeit wie einen angenehmen Regenschauer genoss. Wie ein zweiter Rachen am Hals sah die Wunde aus, die sich weitete und die beiden Hautlappen voneinander entfernte.
Als sie wie ein nasser Sack letztlich nach hinten geplumpst war, beugte sich Jeff noch einmal über sie, um sich dass ihm entgegenlächelnde rohe Fleisch zu begutachten und als sich ihm dieses Bild bot, befühlte er auf der Stelle seine vernarbten Mundwinkel, die unter der Berührung zu brennen begannen, doch das interessierte ihn nicht.
Er roch an der Wunde, seiner Klinge, seinen Klamotten, sog den metallischen Geruch genüsslich auf und starrte kurz dem Himmel entgegen, ohne seine Augen zu schließen, bis sie zu brennen begannen.
"Allmächtiger! Heute wirst du keine neuen Gäste bekommen! Kihihi-"
Den vor ihm liegenden Leib verpasste er nochmal einen abwertenden Tritt, ehe er den Rückzug antrat, um sich auf den Weg zu seinem derzeitigen Unterschlupf zu machen. Ein leerstehender Laden an der Ecke eines Wohnungsblocks, der sich nicht über Wasser hatte halten können und deshalb leer stand und dem Mörder so gerade recht kam. Zwischen den noch vorhandenen Regalen und den verwinkelten Ecken, hatte er sich mittlerweile geradezu häuslich eingerichtet, weshalb ihn die Tatsache bald gehen zu müssen, beinahe ein wenig traurig stimmte.
Wie immer ließ Jeff seine Opfer achtlos und nach seiner Tat weitgehend unangerührt liegen, mitsamt seinen Finger- und Schuhabdrücken.
Er hatte das Selbstbewusstsein behaupten zu können, dass er mittlerweile in den Medien der ganzen Welt bekannt war, doch er niemals gefasst werden würde, wenn er das nicht wollte.
"Und warum sollte ich?"
Der späte Nachmittag war mittlerweile zu einem dunklen Abend geworden und er schlenderte durch die kleinen Straßen, als würden sie ihm gehören.
Die heutige Tat hatte ihn unbefriedigt zurückgelassen. Das Szenario hatte sich zu schnell abgespielt, sodass er keine Zeit gehabt hatte, das Massaker innerlich auszukosten. Doch 'Massaker' war für diesen Witz kein angebrachter Ausdruck, denn obwohl er den Drang des Tötens deutlich gespürt hatte, kam es ihm gleichzetig eher wie ein notwendiges Übel vor, das zu Überbrücken galt.
Besonders in den letzten Tagen hatte er ein sich ausbreitendes Gefühl der Leere erdulden müssen, das er auf die lange Pause schob.
Wenn bei einem Blutbad das Hochgefühl von Allmacht und Glückseeligkeit siegten, dann fühlte er sich die Zeit danach...
Verärgert trat er gegen eine Bordsteinkante.
Es war, als würde sich in einem leeren Behälter eine Wolke aus Wut zusammenziehen, einzig zusammengehalten durch die dünne Hülle, die sich wie spärlich zusammengeklebtes Papier anfühlte. Nach jeder Tat war es immer dasselbe und er konnte dieses Gefühl weder zuordnen, noch benennen. Wollte es auch gar nicht.
Wie immer, würde er die Tür auch diesen Abend mit voller Wucht zuschlagen, sich in eine Ecke zwängen und seinen Brustkorb zerkratzen, bis er bluten würde. Der verzweifelte Versuch, diesen Dämon aus sich herauszuzerren.
Als er schließlich vor seiner bescheidenen Behausung angekommen war und seine Hand auf die Klinke legte, stockte er kurz. Seine Instinkte waren schneller als sein Kopf und so brauchte es einige Sekunden, bis er das Klappern aus dem Inneren hörte.
Die Tür schlug laut knallend gegen die Wand und Jeff trat zornig in den Eingangsbereich.
"Verpisst eu- Was zum?!"
Jeffs Muskeln verspannten sich, als er den schwitzenden Mann auf den Boden herumrobben sah. Unter sich, eine junge Frau.
Wie ein nasser Schwamm umgab er sie, stieß seine Körperflüssigkeiten aus, presste sich an sie.
Nach Luft ringend, da ihr Mund durch die aufgequollen aussehende Pfote des Mannes verdeckt war, schlug sie auf ihn ein, auf seinen Rücken, seine Schultern, die Arme und auch auf den Kopf, doch die ungehaltene Lust ließ den Mann taub werden.
Ein Keuchen erfüllte den Raum, ehe er seinen Körper leicht nach oben zog und ihre Kehle packte.
Sie stieß ein raues Hauchen aus, ehe ihre Glieder zu Boden sanken.
"Ein Profi", fiel Jeff bei der Schnelle des Tötungsaktes sofort auf. Aber das sollte zweitranging sein.
"Alter, mach das woanders! Das ist mein Terretorium, also zieh' Leine!"
Keuchend blieb der Angesprochene über seinem Opfer hocken und reagierte nicht.
Zähneknirschend schnappte Jeff nach seinem Messer und stürmte los.
"Das stört."
Er zielte geradewegs auf den Nacken, denn er hatte keine Lust Kompromisse einzugehen.
Ein zuckender Schmerz durchfuhr ihn schlagartig. Er rang nach Luft und orientierungslos wanderten seine Augen im Raum umher. Es klirrte, als sein Messer auf den Boden fiel und vergeblich versuchte er das Nichts in seiner Hand zu umklammern.
"Was? Was!? Unmöglich..."
Der schmierig wirkende Anzugträger vor Jeff musterte den Jungen eingehend und achtete darauf, ihn unter dem Druck seines Griffes nicht zu ersticken.
"Geil...", wurde dem vernarbten Jungen entgegengehaucht und der faulige Gestank traf ihn, wie ein Schlag auf den Hinterkopf.
Mittlerweile bluteten die rauen Griffel des Mannes, da Jeff mit seinen Fingernägeln katzenartig zu kratzen begonnen hatte, doch dieser schien davon unberührt zu sein.
"Wichser...", presste er erstickt hervor und versuchte die schwarzen Flecken, die vor ihm erschienen, zu ignorieren.
"Albere nicht so herum."
Durch die dunkle Stimme und das leichte Knarren der Tür, versuchte Jeff reflexartig einen Blick zu erhaschen, doch er wurde daraufhin nur fester stranguliert.
"Argh-h-h-"
"Die Abmachung war einmal pro Tag, daran muss ich dich nicht erinnern."
Qualmgestank stieg dem jungen Mörder in die Nase und mittlerweile sah er nur noch vereinzelte Farbflecke vor sich tanzen.
"Den nehm ich mir mit... Für morgen."
"Was... sagt er?"
Jeff fühlte sich, als würde er in den Tod hineingleiten.
Nein, er schlief nur. Er rutschte nur wieder in seine Träume, richtig?


                                                                                                           •♚ ❤ ♔ •


"AAaaaHAAaah- Huff- Hmpf - ..."
Der Schrei Jeffs zerschnitt die Nacht wie eine Rasierklinge und schallte laut und eindringlich nach.
"Was... HAAaah... Wo bin ich? Was?!"
Orientierungslos stemmte er sich auf, drehte seinen Kopf hektisch in alle Richtungen und kratzte nervös an seinem Hals.
Eine Gasse. Dunkelheit.
Ein stechender Schmerz in seinem Gesäß ließ ihn niedersinken und in seinem Kopf drehte es sich unaufhörlich, als könne er keinen klaren Gedanken fassen.
Töten, TÖtEn, TÖtEN, TÖTEN.
Jeff presste sich die Ohren zu, schlug sich gegen den Kopf und schrie erneut dem bewölkten Himmel entgegen.
"Reiß dich zusammen!" Er hörte seine eigene schrille Stimme, woraufhin seine Hand erneut seinen Weg zum Hals fand.
"Ein Traum?" Was hatte er nur geträumt?
Nein, nein. Es waren seine Instinkte, die in seinem Kopf pöbelten und nach Aufmerksamkeit bettelten. Sie würden niemals falsch liegen.
Töten, wen nur?
"Wen, wen, WEN DENN?!"
"Ah, was...?"
Er spürte eine Flüssigkeit, die an seinem Hintern langsam hinunterfloss und ein klebriges Gefühl hinterließ. Seine Hand schnellte zu besagter Stelle und wenige Augenblicke später betrachtete er seine Finger in der leichten Helligkeit des Mondscheins.
"Blut... und ... -"
Weiße Klumpen zogen sich wie Spinnenweben über ihn und ein Stoß traf seinen Magen ohne Vorwarnung.
"Uuurgh-Haah-Haah- Urgkch."
Augenblicklich übergab er sich auf sein eigenes Schuhwerk und es schien kein Ende nehmen zu wollen.
"Nein!"
Diese Hände. Schwitzig und zittrig, überall an seinem Körper. Sie glitten über seine Brust, zogen ihre Kreise, zum Bauch hinab, befühlten seine Oberschenkel.
Ein fiebriger Schauer überkam ihn, als er die Bilder sah, die sein Hirn zerquetschen wollten. Sie wurden eingepflanzt und tackerten sich an jede Faser seines Körpers.
Nach seinen Oberschenkeln, die Hände dieses Mannes...
Das Gesäß Jeffreys zog sich zusammen, woraufhin der kurz verdrängte Schmerz erneut in den Vordergrund rückte.
Nicht nur die Hände des Mannes, sondern-
"Ich wurde zerrissen..."
Brutal schlug er sich die Hände ins Gesicht und zerdrückte es beinahe.
"NEIN. NEIN!"
Mühseelig zog er sich die bröckelnde Wand der Seitengasse hoch, mit einem Zorn in sich, der bereit war, hinauszubrechen.
"Foltern, ich werd' sie foltern und zerschneiden und dann EsSeN und HuAAH-", er schlug mit seinen Fäusten gegen die harten Steine, wobei es ihm gleichgültig war, dass seine Haut in Fetzen hing.
"Töten. Ich werd' sie zerreißen!"
Weggetreten wanderte Jeff's Blick umher, als würde er auf jemanden warten, an dem er seinen Zorn zeitweise abbauen konnte.
Es war ihm egal, wer ihm entgegenkam, aber der Nächste, der in dieser Nacht vor ihm auftauchen würde, würde sich von dieser Welt verabschieden müssen.

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Falls jemand einen Blick in diese Geschichte geworfen haben sollte, hoffe ich, dass dir/euch dieses erste Kapitel gefallen hat :)
Über Rückmeldung/Lob/Kritik würde ich mich freuen.
Das nächste Kapitel kommt voraussichtlich in 1-2 Wochen.

Man liest sich~
Lepium
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