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London is waiting - it´s calling for you!

von Narniala
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Jacob Frye OC (Own Character)
02.03.2018
17.11.2020
38
125.435
14
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15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.05.2018 7.761
 
Hallo! Ja es geht weiter! Tut mir leid ich musste an diesem Kapitel so lange Beta lesen (23 Seiten für ein Kapitel, ich hab echt nen Vogel) aber jetzt bin ich fertig, fühlt euch willkommen, wie immer, Reviews Favos und Sternchen sind immer gerne gesehen, viel spaß beim Lesen,

Narniala

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Die Tage zogen ins Land, London rebellierte, ob nun gegen die Blighters oder die Rooks, immer mehr Mitglieder schlossen sich einer der Beiden Gruppen an, doch die Großmacht, die Templer sahen nur lächelnd zu: Sollten sich die Assassinen doch in London nieder lassen, die kleinen Unruhestifter würden schon bald am Galgen Baumeln oder einen anderen, qualvolleren Tod finden.

Das Volk würde nur kurz über die unbedachten Ziele der Assassinen nachdenken und dann zurück zu ihnen, den Starken Templern die ihnen eine Zukunft boten und Arbeit gaben, kehren.

Freya war wieder Einigermasen fit, so fit man halt drei Tage nach einem mehr oder weniger Glimpflich ausgegangenen Unfall seinen konnte, wie dem auch sei, sie war wieder auf den Beinen auch wenn Henry da gespaltener Meinung war, gut verheilt ja, trotzdem, seiner Meinung nach, noch immer nicht genug um in den Nächsten Kampf zu steigen oder zu reisen. Die Wahrheit, war aber bei weitem vielschichtiger.

Aber Freya war auf Aufbruch gebürstet und daran würde sich auch so schnell nichts ändern. Warum auch?

Naja, jetzt saß sie erst mal oben auf dem Zug und ließ sich den Fahrtwind um die Ohren Pfeifen. Hatte ja auch sonst nichts Besseres zu tun.
Genießerisch hielt sie das Gesicht in die Sonne. Hier scheint eh viel zu selten die Sonne, da muss man doch nehmen was man kriegt und wenn es nur für zehn Minuten ist. Heute Morgen hatte es noch geregnet, genau wie die letzten tagen, das jetzt war eine wohltat.

In Crawley schien zwar auch nicht immer die Sonne, aber die Häuser stehen nicht so dicht aneinander dass es immer irgendwie Dunkel war.

Vögel zogen hoch über den Gleisen.
Evie müsste bald wieder kommen. Der Rhythmus war zwar immer unterschiedlich, doch einige Strukturen waren immer zu erkennen. Da war Evie die eigentlich immer im Sieben Stundentackt kam und ging und dann gab es Jacob welcher im Grunde kaum und ging wie es ihm passte und wenn es um drei Uhr nachts war und er den gesamten Zug wieder aufweckte.

Wie kann man nur so wenig schlafen und trotzdem nicht müde sein?

Naja, Jacob war ja auch das Chaos auf zwei Beinen und definierte den Begriff Ordnung in einer freien Schneise durch den Raum. Hauptsache man kommt durch und wenn man Gymnastik machen muss um vom Bett aus am Morgen zur Tür zu kommen, vollkommen egal, Hauptsache keinen Finger krummmachen. Arme Evie.

Wie auch sonst. Das zwei so unterschiedliche Menschen Zwillinge sein konnten grenzte an ein Wunder wenn man bedachte wie häufig die beiden aneinander gerieten. Sie hatte auch einen kleinen Bruder. Zwar lebte er in Frankreich, doch wenn sie sich getroffen hatten gab es trotzdem ein paar Ähnlichkeiten, die tiefblauen Augen, die viel zu blasse haut und das Lachen.  Sie hatte schon ihre große Schwester und ihren Vater verloren, beiden für den Orden und gegen die Templer, ein Grund mehr jetzt erst recht gegen das Korrupte System zu kämpfen. Ein unwilliges seufzten drang aus ihrer Kehle, ja, schön und gut, aber mit dem Arm…


Das war echt das beschissenste überhaupt. Im Grunde kam sie ja mit Jacob klar, er hatte sich ja entschuldigt und war dabei Neue Kleidung für sie zu besorgen, auch wenn das wahrscheinlich noch dauern würde bei dem Vollen Arbeitsplan den Jacob an den Tag legte.

Aber…dieses rüpelhafte vorgehen. Keine Ahnung wie er solange unentdeckt agieren konnte.

Ihr bedauernder Blick glitt über Evies alte Jacke. Das schwarze leder war an manchen Stellen durch gescheuert und der Rote Stoff war eingerissen. Die Schnallen vorne waren eingerostet und noch immer war das leder, trotz mehrmaligen Polierens, staubig und stumpf.

Das Resultat wenn man den Umhang gut drei Wochen in der Wäscherei wo feuchte Nebel, Reinigungsdämpfe und in einem Modrigen Klima das Material angreifen können. Zum Glück ja nur eine Übergangslösung.

Die Landschaft welche vorbeizog wurde Edler. Die Häuser Sauberer und die Gärten gepflegter. Freya stand auf, sie hatte Evie erkannt. Wie ein Schatten war die Assassine vom Dach des nicht mehr weit entfernten Bahnhofs gesprungen. Kaum unten zog sie sich die Kapuze vom Kopf und sprang schließlich auf den Bahnsteig. Die umstehenden Menschen beachteten sie nicht, alle bis auf einige Kinder der kleinen Rooks welche ihrer (Co-) Chefin zuwinkten. Evie lächelte zurück und spazierte durch die Menschenmenge an die Bahnsteigkannte. Der Wind wehte sanft und die Vögle zwitscherte fröhlich vor sich hin.
Fast schon zu harmonisch hm…

Evies Vormittag war ruhig gewesen, schön sonnig und jetzt ging es essen und danach gleich in die Stadt, so einen Tag konnte man sich doch auch nur wünschen! Außerdem war sie neugierig, sie wollte mehr über die neue herausfinden. In den letzten Tagen hatte sie ja nett und recht interessiert an den alten Artefakten gewirkt, endlich mal jemand der Zeit und Lust hatte Stunden lang mit ihr zu Philosophieren, Henry hatte ja kaum noch Zeit, aber die Neue war mehr als nur guter Ersatz was wahrscheinlich daran lag das die beiden ähnlich dachten. Evie war einfach froh, zumindest für die nächsten Tage weibliche Unterstützung zu haben. Es war eben doch nicht so leicht wie sie allen zuglaueben gab mit Männern und/oder Idioten wie ihrem Bruder auszuharren. Wobei ausharren ja relativ war. Hinter Jacob aufräumen und bis jetzt vergeblich nach Hinweisen und Artefakten suchen, vom Endensplitter ganz zu schweigen. Den konnte sie sich wohl erst mal abschminken, dank der famosen Idee ihres sogenannten Zwillings, der ja unbedingt seine Rooks gründen muss! Wer hatte denn bitte gesagt dass sie keine Hilfe bräuchte?!? Sie könnte gut SEINE Hilfe gebrauchen bei der Hetzerei dem Edensplitter hinterher. Aber nein, ihr werter Herr Bruder hielt den Hyperbolischenklumpen aus Metall ja für Humbuck und unnütz. Aber für ihn hatte ja schon immer das materielle und das wo er, als Person einen nutzen herauszog, gegolten. Trotzdem hatte er immer brav seiner Schwester geholfen, aus rein arbeitstechnischen Gründen. Das Kredo war eben auch seine Familie.

Die Sorgen um ihren Bruder, im psychischen wie ihm physischem sinne, über Bord werfend, stieg sie auf einen der Übergänge zwischen Wagon und Wagon um dann durch den Einstieg in Fahrtrichtung zu verschwinden.
„Hey.“ Evie drehte sich zu Freya welche seitlich zu ihr gerichtet auf dem Sessel am Kamin saß und sie lächelnd grüßte.
„Hey, wie geht’s dem Arm?“ Grüßte Evie ebenfalls lächelnd zurück und durchquerte den Wagen mit einigen schritten Richtung Freya um sich aufs Bett fallen zu lassen und die neue interessiert zu mustern.
„Tut weh, ist aber echt besser geworden. Du glaubst garnicht wie froh ich bin endlich wieder hier rauszukommen.“ Begeistert sah Freya wieder von ihren Fußspitzen auf, welche sie bei ihrem ersten Satz antaxiert hatte und lächelte stadtdessen lieber wieder weiter. Was soll´s? Dachte sie sich, die Verletzung hab ich so oder so und die Narbe werd ich behalten, kann man nichts mehr dran ändern, also wieso sich Ärgern und weiter den Kopf zerbrechen?
Und auch wenn sie das kürzertreten tierisch nervte, am Ende konnte man halt wirklich nichts ändern.

„Ich weiß genau wie du dich fühlst…es ist hart wenn du willst aber dein Körper nicht…aber man überlebtes.“ mitfühlend legte die Grünäugige der neuen kurz die hand auf die Schulter, bevor sie ihr aufhalf.
„Danke…“ Evie schenkte Freya ein aufmunterndes Lachen: Frauen müssen, vor allem in
diesem Geschäft zusammenhalten.


„Gerne.“
Evie richtete sich kurz die Haare. Diese Flechtfrisur am auflösen oder verrutschen zu hindern war schwerer als es sich so mancher Mann, ob jetzt mit kurzen oder langen Haaren, sich vorstellte. Allen voran ihr Bruder, der seine Haare ja eh immer „Wild“ oder besser „Verfranzt“ trug, da hörte die Eitelkeit in gewisser weiße auf, Trotzdem Folgen die Frauen drauf. Und obwohl sich das reimt, war es bei weitem NICHT gut.

„Lass uns in der Stadt aussteigen, da kann man sich am besten orientieren.“ Sagte Evie und blickte aus dem fahrenden Zug.  
„Hauptsache irgendwo rauf. Von hier sieht man wirklich nur wenig von der Stadt…“ und nicht nur das. Sie wollte raus, ganz weit raus und rauf! Wieder den Wind spüren und zwar richtig! Wieder Rennen! Einfach nur wieder frei sein!

Sie stellte sich neben die andere Assassine an den Ausgang und machte sich wie Evie zum Absprung bereit. Unruhig scharrte sie mit den Füßen, die Aussicht auf Action war einfach zu gut als sie einfach so hin zu nehmen!

Die Überführung näherte sich, Evie ärgerte sich nochmals kurz mit ihren Haaren herum und Freya versuchte die zu große Jacke doch noch irgendwie zum besseren halten zu bringen. Der Erfolg blieb allerdings aus.
Ph…

Hoffentlich hat Jacob bald einen Ersatz…dachte sie sich noch, bevor sie Evie hinter her aus dem Zug hechtete.

Keiner beachtete die zwei Assassinen welche förmlich über die Dächer flogen.

Das gefühl wieder zu laufen war einfach…wow! Einfach nur Wow! Erleichtert atmete Freya durch, doch nicht ganz so hilflos wie gedacht…

London war und blieb halt einfach die beste Stadt um unbehelligt Templer zu jagen und Jacob konnte trotzdem seinen Spaß haben, auch wenn er grade nichts von seiner Schwester wissen wollte, manchmal waren die Differenzen zwischen den beiden einfach doch zu groß…


Entspannt schlenderte Jacob an der Themse entlang. Nach getaner Arbeit, auch wenn es erst 14 Uhr war und er locker noch ein Paar Templer hätte hochnehmen können, aber…nein. Etwas Ruhe sei ihm gegönnt, zumal ihm ein Blighter vorhin eine mitgegeben hatte.
Gegen seinen Stolz!

„…Du verkaufst Pisse als Medizin!“ Ach? Jacob hielt inne. Das kam ihm verdächtig bekannt vor. Stand doch ganz oben auf seiner To-do Liste: Der Starricks Beruhigungssirup.
„Holen sie sich Starricks Beruhigungssirup gleich hier!“ Na bitte. Er blieb etwas entfernt stehen.
„Er trinkt nichts anderes! Dein Sirup ist ihm zu Kopf gestiegen. Er macht ihn ganz stumpfsinnig!“ Das war nichts Neues. Wahrscheinlich war wirklich was Ähnliches in des zeug rein gepanscht, also wundern würd´s ihn ja nicht…

„Hey, pass auf, du verschreckst mir noch meine Kundschaft. Warum Verpisst du dich nicht, sonst geb ich dir was, das du so schnell nicht vergisst!“ Unauffällig kam Jacob auf das Schauspiel zu. Was das du so schnell nicht vergisst? Kann er haben. Vielleicht kam ihm ja die Wahrheit und seine Infos schneller und Flüssiger über die Lippen mit einer Gebrochenen Rippe?

„So geht das aber nicht, du…du…Quacksalber!“ Wohl wahr, wohl wahr. Ihr Glück das Jacob grade in der Gegend war und pause machte, sonst wär sie jetzt wohl ziemlich aufgeschmissen.

„Was ist hier los? Hm?!“ klinkte er sich ein und ging mehr oder weniger unschuldig. Ja, so unschuldig wie ein Wolf im Schafspelz.

„Zieh Leinen!“ der Mann zog ein Messer. Locker schlug Jacob dem Mann das Messer aus der Hand. Verächtlich sah er den Händler an. Das war aber nicht die feine Englische Art Zh Zh Zh…Halt! Stopp!

Der Mann flüchtete! Na dann eben so. Unschuldig zuckte Jacob mit den Schultern.

„Wenn sie mich Entschuldigen würden Madame?“ Der Frau blieb gar keine Zeit überhaupt in irgendeiner Weise zu reagieren, Jacob war schon längst dem Mann hinterher über alle Berge. Oder in diesem Fall über alle Treppen und Mauern, von den Geländern mal ganz abgesehen.

Motiviert rannte Jacob dem Betrüger hinterher, dann hatte sich die Mittagspause ja doch noch gelohnt, da konnte ihm jetzt keiner mehr nachsagen er würde seine Aufgaben nicht ernst nehmen!

Der Mann rannte nach links, sprang über eine Mauer, rannte Treppen hinauf, auf einen kleineren Hof und verschwand? Jacob hechtete in dieselbe Richtung und sah sich suchend um. Ein paar Marktstände die Fisch verkauften aber nur wenige Menschen. Nur ein paar frische Fußspuren…hm…Mit den Augen folgte er ihnen und dann rannte Jacob los. Er hatte etwas entdeckt.

Ein Einstieg im Boden mit Stiegen. Schnell war selbst in der Kanalisation und konnte noch den Schatten des Verbrechers erkennen wie er eine Abzweigung nahm. Der Gestank hier unten war bestialisch, nach alter Pisse und erbrochenem. Nur einige Lampen in weiter Entfernung spendeten licht. Jacob huschte weiter durch die Tunnel, verfolgte den Mann an Rostigen Gitterstäben und den Glimmenden Ölfunseln vorbei durch die nassen Gänge. Das patschen von Schuhen auf nassem Stein war zu hören und Jacob kam immer näher an sein Ziel. Der Mann stolperte immer mal wieder und konnte sich nur noch mühselig in einer rennenden Geschwindigkeit zu halten. Hechelnd schleppte er sich einen Treppenaufgang hinauf, aus dem Dämmerlicht wurde wieder Sonnenschein und kurz darauf stolperte er weiter durch den Park, dicht gefolgt von Jacob.

„Hey, lassen sie mich in Ruhe! Was wollen sie von mir?! Hilfe! Haltet mir diesen Wahnsinnigen vom Ha-…“ Jacob riss den Mann zu Boden und stand schnell wieder auf um sich bedrohlich vor dem ca. einen Kopf kleineren Mann aufzubauen.

„Was wollen sie von mir?!“ ein panisches Gesicht und der Quacksalber hob abwehrend die Hände.

„Sag mir wo dieser Beruhigungssirup herkommt!“ fragte er eindringlich und sah ihm ruhig und mächtig in die Augen. Er wusste genau was er tat, auch wenn ihm seine Schwester oft das Gegenteil vorwarf, das war sein Job und den Posten als Anführer würde er sich nicht streitig machen lassen. Anführer, hart und gerecht. Macht über eine eigene Gruppe, eine Allianz haben, das hatte er schon immer gewollt. Da konnte seine Schwester auch noch so sehr Meisterassassine sein, er leistete so seine Arbeit fürs Credo und das mit dem Titel war nur eine Frage der Zeit.

„I-ich weiß nur, dass sie ihn jeden Tag ausliefern-zwischen den Gasometern und der Anstalt.“ Stotterte der Mann sich zusammen und hob immer wieder ängstlich abwehrend die Hände. Jacob konnte nicht umhin den Mann noch ein letztes Mal drohend anzusehen. Dann verschwand er grinsend über das nächste Mauertor aus dem Park.

Na dann mal los, der nächste Halt stand hier mit fest. Er kaperte eine Kutsche, das selbe wie immer. Noch ehe der Fahrer überhaupt wusste wie ihm geschah landete er auf dem Schmutzigen Pflasterboden, als er wieder aufstand war die Kutsche bereits dabei in der Ferne die Straße hinunter zu brettern.


Vögel flogen auf.
Der Wind pfiff und der Big Ben schlug. Es war jetzt dreiviertel drei, die Sonne hatte ihren Zenit schon verlassen und der blaue Himmel wurde weit entfernt von einigen Wolken getrübt, heute Abend würde es regen geben. Was auch sonst. Freya und Evie waren grade im Begriff eine der großen weißen Mauern der St. Pauls Kathedrale hinauf zu kraxeln.

Erstaunlicherweise kam Freya klar. Na gut…das bisschen ziehen im linken Arm…aber alles im Rahmen des erträglichen und jedenfalls verschmerzbar.

Trotzdem war sie total erleichter als sie auf dem Dach des gigantischen Gebäudes stand.

Phu. Also anstrengender als normalerweise war das schon…vor allem auf Dauer. Aber das war uninteressant. Sie musste nur so schnell wie möglich wieder zu George kommen und alles ander war eh erstmal egal. Hoffentlich hatte er Evies Brief bekommen und machte sich keine Sorgen…von denen hat er echt genug eigene.

Zufrieden atmete Freya tief ein. Die Aussicht über die Stadt war herrlich. Die ganzen Kirchen und Monumente, der Weiße Marmor und die Häuser. Große Straßen und kleine Gassen, reges Kutschen treiben und viele Menschen. In den Parks genossen die wohlhabenden ihre Freizeit und die Armen putzten ihre Schuhe. Eine ungerechte Welt.

Das Monument auf dem sich die beiden Assassinen Frauen befanden strahlte im Sonnenlicht Weiß zurück und vor dem riesigen Gebäude fuhren Kutschen und Droschgen. Die kleinen Bäume in den Alleen und die schönen Edelverzierten Laternen passten nicht in eine Stadt in der so viele Menschen am Hungertot nagten und Korruption und Misshandlung zum Alltag gehörten. Doch so war es, das Leben war ungerecht und oft gemein, das einzige was man machen kann ist das Beste draus zu machen, das war wirklich das einzige oder man geht einfach leise unter. Geht aus wie eine Kerze im Luft stoß, leise und allein, so das keiner etwas merkt.

Und wenn Freyas Schwester und Bruder schon hatten streben müssen, dann würde sie es ganz sicher nicht! So wahr sie hier stand! Eine frage der Ehre und überhaupt: Wer hatte bitte gesagt das die Templer gewinnen würden?!
Niemand. Weil sie es nicht werden, niemals!


„Alles gut?“ Evie richtete sich das eigenwillige Haar und schob einige Strähnen hinter ihr Ohr. Erst jetzt merkte Freya dass sie ihre Hände zu Fäusten geballt hatte und machte sich daran diese schleunigst zu lösen. Huh…ganz ruhig bleiben…das wird alles wieder…

„Ja, alles gut.“ Beeilte sie sich also zu sagen und atmet lieber einige Male tief durch.

Endlich!
Sie konnte wieder freiatmen! Hier oben war es fast wieder so wie immer. Dieses unglaubliche Kribbeln welches durch ihren Körperschoss und alles denken ausschalteten, die Instinkte übernahmen wieder die Kontrolle, es war so wie früher. Das Lächeln kehrte zurück und sie fühlte sich wieder…lebendig…

Binnen einiger Sekunden drehte sie sich von der schönen Aussicht weg und war mit zwei Sätzen an Evie vorbei, bei einem der Vielen Türme und kletterte so schnell sie konnte rauf.

Mit den Füßen Halt finden, festhalten, Schwung nehmen, abspringen, strecken, festhalten. Der immer und immer gleiche effektive, routinierte Ablauf. Schnell zog sich die Assassine am Vorsprung des Mattgrünen Kuppeldachs nach oben, rannte weiter zur nahen Mauer und Beförderte sich noch weiter in die Höhe. Sie wusste nicht wo Evie war, doch sie war bei weitem groß genug auf sich selbst auf zu passen und das grade war das beste Gefühl was man haben konnte. Das Beste was sie kannte und das seit Jahren…

Grinsend sah Evie der anderen Assassine hinterher. Eindeutig, die brauchte keine Hilfe mehr. Das mit der Verletzung musste man zwar mit Vorsicht behandeln, das war auch der Grund weswegen sie jetzt auch bei Freya bleiben würde. Kämpfen konnte sie auf garkeinen Fall so, das hatte Henry in den letzten Tagen ja zu genüge beteuert und auf sein Urteil konnte man vertrauen. Also das tat sie zumindest…er war aber auch charmant und hatte das wissen, da blieb einfach nichts anderes als ihm zu glauben. Und natürlich musste ihr Bruder wieder mal als einziger gegen Henry kämpfen, mit Worten und tricks. Aber so war halt Jacob und den Schalk hatten sie ja beide, er halt mehr als sie, aber jegliche Erziehung kam bei ihm eh zu spät…

Die Frau mit den Dunkelblauen Augen hingegen war grade mit ganz anderen Sorgen beschäftigt, wie beispielsweiße der letzte Aufschwung mit links. Sie stütze sich mit ihrem Assassinenhandschuh ab und versuchte sich mit der Schnallensicherung am Geländer hoch zu ziehen was, mehr oder weniger, gelang. Grade noch so bekam sie den rechten Fuß auf den Vorsprung.
Das war knapp! Fast schon zu knapp! Vielleicht doch ein bisschen langsamer…

Vorsichtiger kletterte sie über die kleinere Mauer und stand endlich da wo sie hin wollte. Aug einer Holzplanke, vielleicht einer der höchsten Punkte in diesem Gebiet. Sie ging bis vorne an die Kannte. Die halb kniende Position kam quasi von alleine.

Die Sonne schien hell und der blaue Himmel tauchte alles in eine friedliche Atmosphäre, nur wer die Stadt nicht kannte würde aber wirklich davon ausgehen das es hier so harmonisch wäre.
Die vielen Kirchen, hohen Monumente und Parks, die Großen Hauptstraßen und viele kleine Nebenstraßen. Die Themse funkelte in der Entfernung und spiegelte die Sonne in vielen kleinen Splittern. Die vielen Werbebanner und Tafeln verliehen der Stadt einen Teil ihres Charmes.

Fabriken, in denen arme Kinder Tag und Nacht gequält wurden, Templer die ihren kriminellen Machenschaften nach gingen, korrupte Blighters und viele Menschen die zu wenig zum leben aber zu viel zum Sterben hatten.

Diebe die durch die Straßen schlichen, Geklaute Frachtkutschen und die vielen Züge die über die Gleise rauschten. Einer davon würde mit Sicherheit aus London raus und irgendwie Richtung Credo zentrale fahren. Hier in der Hauptstadt herrschten einfach schon zulange die Templer nur Henry war eigentlich aus der Balision vertreten und alleine konnte man eben nicht viel erreichen, schon garnicht gegen eine Übermacht von Templern. Vielleicht war es ja doch ganz gut das sich die Zwillinge hier die Stellung hielten und London befreiten…Evie auf jeden Fall, die sah das ganze ja von der Machtperspektive aus: Mit dem Wissen des Vorläuferartefaktes und dem Edensplitter der irgendwo hier in dieser Stadt versteckt sein müsste. Jacob ging an das ganze ja ehr Subtiler ran, aber die Gang der Templer zu übernehmen alleine brachte eben auch nichts.

Die ganzen Glocken in der Umgebung begannen zu läuten und wie in Zeitlupe stürzte sich Freya mit ausgebreiteten Armen wie ein Adler in die Tiefe.
Es musste einfach sein! Zumindest ein paar Sekunden wieder ganz normal fühlen, anders würde sie das hier nicht überstehen, ganz klarer Fall.
Leise landete Freya in dem Laubhaufen den irgendwer feinsäuberlich zusammengekehrt haben musste.
An dieser Stelle vielen Dank an den Hausmeister der seiner Aufgabe so gewissenhaft nachgekommen war.

Vorsichtig kletterte sie wieder aus dem Gebilde aus Blättern und griff sich erstmal an den Oberarm. Es brannte. Abgöttisch sogar. Freya dachte ihr Arm müsste eigentlich in Flammen stehen, was er ja gewissermaßen auch tat.

Mit einem Geschmeidigen Sprung landete Evie neben Freya auf dem grasigen Boden des Parks. Ein kleiner Pavillon, frisch geharkte Wege und na super: Templer!
Boa wenn Jacob sich schon durch die Stadt schlägern musste konnte er nicht wenigstens diese Schmeißfliegen von Templern „los werden“ ?!
Er war doch sonst immer so darauf aus diese Korrupten Schweine zu Jagen!

Entnervt Schnaufend sprang sie hinter einen der Frisch geschnittenen Büsche. Das passte ihr jetzt in den Plan. Nicht!

Sie sah im Augenwinkel wie Freya sich wenige Meter neben sie gekniet hatte. Sie nickte ihr zu und ging dann in Lauernde Haltung. Evie tat es ihr gleich.

Jemand näherte sich und noch bevor sich dieser Jemand auch nur noch einmal äusern oder beschweren konnte lag er mausetot auf der Erde. Evie rannte wieder zurück zu einer der Weißen hohen Wände und beförderte sich mit ihrem Seilwerfer wieder nach oben. Es passte ihr ganz und garnicht in den Kram jetzt hier zu sein. Das sollte ein ruhiger Mittag werden und keine Massenschlägerei!

Einige Etagen tiefer, auf dem Dach des Pavillons hockte Freya. Sie hatte sich bereits einen Überblick über die eindeutig nicht rosige Lage verschafft: Acht Männer, zwei Frauen, Bewaffnet und eindeutig nicht auf Assassinenseite. Aber das dürfte eigentlich garnicht so schwer sein. Nur zwei Scharfschützen und der Rest war eh nur Fußvolk wie man so schön sagt. Freya lächelte in sich hinein und formte mit Zeigfinger und Daumen ein O.

Und Evie war sich nicht wirklich sicher ob sie sich freuen oder Angst haben sollte, das Freya grade mehr als nur im Begriff war einen Sniper vom Dach zu holen…

Na wenn das mal gut geht…
Doch mehr Zeit zum nachdenken blieb Evie nicht: Denn der eigentlich ruhige Mittag wandelte sich jetzt doch in ein schleichendes Schlachtfest.

Keine zehn Minuten später hatten sie das Gebiet gereinigt, leise und OHNE Aufsehen zu erregen. Naja, zumindest fast. Ein einziger Blighter stolperte noch total verwirrt durch die Gegend ging. Tja…ziemlich komisch wenn die anderen Dumpfbacken auf einmal weg sind…
Ziemlich verloren stand er nun schon seit einer ganzen weile vor dem Pavillon und sah sich panisch um.
Irgendwann wurde es Freya zu bunt, sie hatte die längste Zeit mit Evie hinter der Mauer gehockt und gewartet dass dieser Schwachmane sich endlich mal von der Stelle bewegt.
Großartig. Mit einem entnervten Gesicht, das selbst Jacob mit einem Kater nicht überbieten konnte, trat sie einfach ins Sichtfeld dieses…Menschen.

„Hey! Das ist dein letzter Kampf!“ Jaja, schon recht. Wie von der Tarantel gestochen kam er jetzt doch, ein wunder, auf sie zu gestürmt.

Auch gut. Gelinde gesagt unkoordiniert rannte er auf sie zu. Zwei Sekunden Später angelte ihn Freya aus der Luft. Das hatte eindeutig zu lange gedauert.
Noch bevor er mit dem Rücken voraus auf dem Boden geschleudert wurde und sie ihre Klinge zurück zog war er tot.

Ein kurzer Blitz aus schmerzen zog sich durch ihren Oberarm bis hinunter in die Fingerspitzen, ähnlich einem Stromschlag. Aua…aua!
Vorsichtig fasste sie sich an den Arm die Stelle an der man die Naht erfühlen konnte. Ein kribbeln, das man durchaus als unangenehm beschreiben konnte.
Aber ihr blieb keine Zeit, die sie sich eh nicht gegeben hätte, wenn man es mal so sehen wollte.

„Los, verschwinden wir von hier.“ Zielstrebig ging Evie auf die Mauern der Kathedrale zu.  Zeit von hier zu verschwinden. Höchste, anscheinend hatte doch wer die Polizei gerufen. Schnell riss sie den Arm nach oben und feuerte den Seilwerfer ab. War aber auch zu praktisch mit dem teil die Wände viel schneller und mit weniger Aufwand hoch zu kommen. Ouh. Und erst jetzt viel Evie auf das sie ja hier als einzige „Fliegen“ konnte.

Natürlich wesentlich langsamer kam Freya der anderen Assassine hinterher. Kaum war sie jedoch oben und hatte wieder das Dach unter den Füßen, war der Blick eindeutig.
„Woher hast du das?!“ Die Frage kam nicht aufgeregt, aber auch nicht Ruhig. Einfach so ein Zwischending.

„Von einem Bekannten. Alexander Graham Bell, er hilft uns mit neuer Technik aus, dafür gehen wir ihm hin und wieder mit Material, Freien Nachrichten oder Schutz zur Hand. Der Arme wird von den Templern gejagt, weil er ihr Regime nachhaltig bricht.“
Evie endete ihre Erzählung und Blickte auf.

Ja es stimmte, Alex war die so einzige Hilfe wenn es um Technik ging die ihnen Blieb.
„Wenn du willst stell ich ihn dir mal vor, bestimmt baut er dir einen nach. Freut sich immer über Besuch.“
Freya zog argwönisch eine Augenbraue hoch. Sie war seit drei Tagen in dieser Stadt und trotzdem wurde sie hier von allen so aufgenommen…Sollte da nicht eigentlich misstrauen sein?

„Das muss nicht sein, danke. Aber kennen lernen würd ich ihn schon gerne mal…es ist wichtig, so viele Partner wie möglich zu haben. Eine Freie Telegraphenleitung wäre auch ganz hilfreich.“ Nachdenkend sah Freya über die Stadt hinweg. Hier ist es echt schön, von hier oben sieht alles so friedlich aus. Die Großen hohen Schornsteine, stießen schwarzen und dunkelgrauenqualm aus. So aus der Ferne sah es fast schon schön aus, aber sobald man näher kam, hatte man einmalig das Gefühl wie es ist ein Kettenraucher zu sein.

Alles hier war einfach England, die reichen lebten mit den armen Haus an Haus, Tür an Tür. Es machte keinen Unterschied „Normal“ Verdiener und Arm zu sein, nun unter diesem schrecklichen Regime war es alles gleich. Niemand kann von seinem Lohn oder dem seiner Kinder leben, so sehr man es sich auch am Mund absparte, das zumindest die Jüngsten etwas essen konnten. Man kann nicht mehr einsparen als man verdient. Wucher Kredite und Bankkorruption waren die Folge.

„Mr. Green hat auch schon um eine Freie Leitung gebeten. Hat von Anfang an funktioniert, die Start Schwierigkeiten habe ich nur schnell beheben müssen, war kein großes Ding, nur ein Paar Stromleitungen auf dem Big Ben. Bei der Gelegenheit haben wir dann auch die hier bekommen. Mr. Green kennt hier wirklich viele Leute.“
Ein Wink Richtung des schwer bestückteren Arms.

Freya nickte stumm und Taxierte auf der anderen Seite der Themse eine der vielen Fabriken an welche sich aber ganz wesentlich von den anderen unterschied: es stieg kein Rauch auf. Das war also eine der Befreiten Fabriken…Da hatte Jacob, das war definitiv seine Handschrift, ja ganze Arbeit geleistet: Man sah sogar von hieraus das Riesenhafte rote Krähen Symbol auf dem Dach des Rotziegligen Fabrikgebäudes.

Vielleicht hatte Georg ja doch ein wenig unrecht mit seinem Bild vom Werk der Zwillinge oder wohl eher dem Werk von Evie, was Jacob anbelangte war sich Freya mehr als unschlüssig. Leichtsinn und die leicht überhebliche Art…das passte eigentlich nicht zu einem Assassinen.

Trotzdem hatte er recht: London musste JETZT und nicht in weiteren Hundertjahren befreit werden. Die Vorgehensweiße war zwar sehr unumsichtig und mehr als nur töricht, aber dem Punkt musste man Jacob nun mal lassen: Er hatte die Dinge angegangen. Als erster nach zu langer Zeit, wenn auch in erster Sicht um wieder mit seiner Schwester auf einem Rang zu stehen und seinen Wirkungsradius auszubreiten, den Spaß nicht zu vergessen, aber dennoch hatte er es getan.

Es war vielleicht nur eine Pubertäre Rebellion gegen George, aber solange er dem Credo nicht schadet…Freya machte sich daran an das Ende des Dachfirst zu klettern, gefolgt von Evie. Es wäre aber schon mal ganz gut den Haufen von Jacob mal kenne zu lernen, Übersicht ist alles, sagt George immer  und wer weiß? Vielleicht ist es ja irgendwann mal von nutzen eine Truppe von Schlägern zu kennen…
Man kann ja nie wissen…

„Zeigst du mir noch was?“
„Ja. Willst du irgendwo bestimmtes hin?“
„Die Rooks. Jacobs Arbeit anschauen gehen.“ Schmunzelte sie in die Assassine beim Anblick Evies in sich hinein. Der Gesichtsausdruck konnte nur Geschwisterliebe sein!
„Dich erwarten Chaos, Alkohol und ein Haufen unhygienischer Männer, abgesehen von Drogen und ach ja-Jacob der das alles „Unter Kontrolle“ hat.“ Mit den Fingern zeigte Evie die Gänsefüßchen an, setzte aber nach einem Entnervten Seufzen wieder das Fryelächeln auf.
Freya zog die Augenbrauen hoch und erwiderte ebenfalls einem kleinen Lächeln auf den Schmalen Lippen:

„Ich erwarte auch nichts anderes.“ Was sollte man auch anderes erwarten? Es war Jacob, da reichte schon ein Tag oder  weniger und seine Unordnung so wie den „Speziellen“ Humor zur Auswertungsliste des Jacob Frye.

„Na schön. Mir wäre ausnahmsweise auch  mal nach dem Gesicht des Spinners, er hat mir noch zu erklären wo die Einnahmen aus der  Zug Kasse hin sind. Wehe er hat dafür keinen Guten Grund…“

Das übliche Unheil. Jacob verschwand und das mit ihm ihr Geld. Es war die ganz klare Abmachung, erst Agnes bezahlen, dann Essen für die nächsten Wochen besorgen (wofür man in Jacobs Augen natürlich kein Geld braucht) und Schulden begleichen, so wie beispielsweiße Ein neuer  Mantel für Freya.

Aber nein, der werte Herr Bruder schob mal wieder alles vor sich her.
„Gut, dann lass uns gehen. Sie treiben sich heute in der Nähe der Hauptstraße von Lambeth rum. Kutschen Eskorte vom Lager Hafen.“

Alles gar kein Problem.
Und so kam es das die beiden ein paar Sekunden später in einer Kutsche saßen. Evie steuerte das Pferdegespann und Freya begnügte sich damit sich mit dem Revolver den sie von Jacob bekommen hatte anzufreunden.

Ein schwieriges und mehrfach kompliziertes unterfangen. Dieses…DING war zwar genau richtig von der Größe, der Rückstoß war auch haltbar aber die Lautstärke…verdammt! Assassinen ist gleich leise, Revolver ist gleich laut! Finde den Fehler!

Es fiel nur minimal auf das sie im Gegenverkehr Fuhren und die Geschwindigkeit zumindest überschritten, wenn auch nicht bis ins Ultimo. Anders, als ihr Werter Herr Bruder…

Jacob hatte endlich, nach einer guten halben Stunde Rennerei weil er sich mal wieder in Ärger verstrickt hatte der vermeidbar hätte sein können, was er natürlich niemals zugeben würde, der Streit war unausweichlich gewesen, traf er endlich am Alten Markt ein. Er hätte sich, ja auch ganz rein theoretisch, eine Kutsche nehmen können…aber…nein.

Und die Paar Blighters hätten eh früher oder später ärger gemacht,
Also wo ist der Unterschied?

Er kletterte auf das Dach eines Geschäfts und hielt von einem der überdimensionierten Werbe Buchstabenaufschriften Aussicht. Die Gabe der Assassinen, alles innerhalb von wenigen Sekunden wahrzunehmen und zu realisieren, war ungemein Praktisch, vor allem in solchen Blighters behafteten Gefilden, ein Schuss von oben in die Schulter kann echt schmerzhaft sein.
Nicht dass er das schon mal erlebt hatte…aber was man so hört…

Ein paar Lastkutschen, einige Fliegende Händler und die üblichen Schläger. Eigentlich wieder ein Grund um „Aufzuräumen“, aber der Händler lag auf der Prioritäten Liste höher. Jacob hatte keine Lust das ganze am Ende in eine Kutschenjagt auszuweiten, also ausnahmsweise mal nach Evies Prinzip.

Während er auf seinen Händler wartete beschnippte er einige Blighters auf der anderen Straßenseite unauffällig mit Holzspreiseln.
Und dumm wie sie waren schnallten sie natürlich nicht von wo aus sie beschossen wurden.

Dann kam endlich dieser Händler angeschottert, gefühlt nach Stunde. Jacob war ungeduldig und genervt, beides in Kombination machte ihn unausstehlich. Also noch unausstehlicher als sonst. SAGT EVIE!

Jacob zog sich den Zylinder vom Kopf und die Kapuze in die Stirn. Leise landete er auf dem Dach der Kutsche.
Keiner bemerkte ihn, wie geplant. Und selbst wenn man ihn bemerkt hätte wäre es geplant gewesen.

Unbemerkt bestahl er den Händler. Es war viel zu einfach um den Mann herum zu greifen und ihm die Taschen zu plündern. Warum lernten diese Einfallspinsel aber auch nichts daraus? Keine Verschlüsse an den Jackentaschen? Langsam wurde das langweilig und das sollte es besser nicht werden…das kann ziemlich ungemütlich werden…
Die sollten sich mal was Neues einfallen lassen. Aber er würde ja so oder so an seine Beute kommen.

Schnell erstach er den Handlanger mit seinem Stockdolch und erledigte den Händler mit seiner versteckten Klinge. Keine Schreie, keine Gegenwehr nur Blut .

„So was haben wir denn hier?“  Interessiert öffnete der Frye den Brief und schlug entfaltete das verfärbte Papier.
Zweifelnd zog Jacob die Augenbrauen zusammen beim Blick auf den Beschriebenen Fetzen.
Wer auch immer das hier verfasst hatte, schrieb in Hieroglyphen oder hatte einen Sauklaue sondergleichen. Wobei zweiteres wahrscheinlicher war.

Toll. Wo war Evie wenn man sie einmal für die wirklich wichtigen Dinge brauchte?
Hach, es war doch zum Haare Raufen!

Es dauerte schließlich auch noch eine halbe Ewigkeit bis er den Wisch endlich entziffert und herausgefunden hatte das der Typ der für die Sirup Verteilung zuständig war in der alten Gießerei einen Kampfclub hatte.
Er steckte das Stück Papier in das Innere seiner Jacke, den würde er Evie mitbringen…
Hm.
Ein bisschen Sport Jacob?
Stellte er sich schweigend selbst die Frage.
‚Jup, Passt gut in den Plan. Sehr gut sogar!‘

Schnell wechselte er noch von Kapuze wieder Zu Hut und sprang schließlich grinsend auf den Kutschbock der mittlerweile stehenden Kutsche.

„Hey!“ Sofort spurteten das Brauen und das Schwarze Pferd los. Durch den Gegenverkehr und natürlich schneller als die Polizei und die Templer erlauben.
Ein Jacob Frye lässt sich nun mal nichts vorschreiben. Das war so und würde auch immer so bleiben. Wieso sich einsperren lassen, wenn es da draußen doch viel mehr Spaß macht?
Ein normaler Alltag war doch Langweilig! Immer nur das gleiche tun und das auch noch in immer gleichen Abläufen, da stumpft man doch ab.

Das diabolische Grinsen wich nicht von seinem Gesicht als er die Kutsche Hundert Meter von der Gießerei entfernt Parkte.
Das würde ein Spaß werden!
Das allbekannte Katz und Mausspiel konnte gerne wieder beginnen!
Und da konnte Evie auch sagen was sie wollte, er ließ sich seinen Spaß von keinem Verbieten!

Wie ein Eichhörnchen kletterte er aufs nächste Dach und wechselte jetzt doch wieder zur Kapuze. Evie hatte mal gesagt das er mit seiner hellen Leinenkapuze wie ein kleines Kind aussieht. Warum auch immer…
Er kletterte in die Gießerei, sah sich um. Viele Menschen, ein paar Arbeiter. Es roch nach verbranntem, in der Luft lagen Funken, Schweiß und Blut.
In einem Ring boxten einige der üblichen Gorillas und Jacob juckte es schon wieder in den Fingern, als er Robert Topping sah.
Hmm…Nur ein bisschen? Vielleicht…? Später!

Höchst wiederwillig sah er sich weiter um, das sollte doch eigentlich ein halbwegs freier Nachtmittag sein, wo er mal wieder machen konnte was er wollte, ohne irgendwelche Verpflichtungen!

Er würde das nachholen! Sein Freier Nachmittag! Und schon wieder hatten sich seine Schwester und die gesamte Welt gegen ihn verschworen! Na herzlichen Dank aber auch!

Ihm viel ein Mann auf, er trug Kleidung die eindeutig nicht in eine solche Einrichtung gehörte und war grade dabei einen Zuschauer zu bestehlen…
Na so ein Zufall…

Jacob warf sich ein Stockwerk tiefer auf eine Zwischen ebene und riss den nächsten Blighter gleich mit sich.
Leise schlich er über seinem Ziel, keiner kommt auf die Idee nach oben zu schauen, selbst wenn klar ist das die Assassinen hinter einem her sind, ziemlich dumm eigentlich.

Aber momentan konnte er eh nichts ausrichten, wenn er nicht die gesamte Halle, inklusive Boxer aufscheuchen wollte. Und das, war ausnahmsweise mal nicht der Fall.
Dann wäre der Herr wohl über alle Berge. Oder auch nicht.
Eine Lücke zwischen den Menschen tat sich auf, eine Lücke wo man ihn nicht sehen würde.
Ohne zu zögern ließ er sich ungesehen in die Menge fallen. Das war ja noch leichter als gedacht…
Er tauchte in der Masse unter und verfolgte den Verteiler.

„Ganz ruhig!“ Jacob drehte dem Mann den Arm auf den Rücken.
Erst wehrte der Kerl sich noch, doch er hörte abrupt auf als Jacob ihm sein Kukri in den Rücken drückte.

„Geh. Weiter.“ Raunte er ihn an. Zitternd folgte er ihm ohne weitere Mätzchen nach draußen. Jacob stieß ihn energisch an: Er sollte sich zusammenreißen verdammt war das denn so schwer?!

Draußen schien die Sonnen und einige rot Gold gefärbte Blätter suchten sich  ihren Weg auf den Vorplatz der Gießerei. Unbeirrt schritt Jacob mit dem Mann durch die Menschen und atmete die frische Luft ein, welche nur entfernt nach Abgasen oder Fabrik rauch stank.

Menschen liefen über den Bürgersteig und einige Hunde Kläften.
Das altbekannte treiben oder wie es ihr Vater immer genannt hatte: „Die wogende See von London.“

Naja, wenn man´s so ausdrückte und vor sich hin philosophierte liebten einen die Ladys und in gewissen Etabliments bekam man Drinks umsonst, auch wenn er diese Läden wenn möglich mied, trank er doch viel lieber Männlicheres und vor allem herbes Bier. Diese Möchtegern Plörre aus diesen Parfümierten Lokalitäten war so süß wie das Parfum selbst.

Nein, er lobte sich die Straßen Pubs in denen sie das Bier nicht so furchtbar streckten.
Glücklicherweise sah das Evie ähnlich, also war es den Zwillingen Möglich wenigstens abends einen Zusammen zu trinken. Wenn seine Schwester denn eine Ausnahme in ihrem Vertrag gestattete.

Hauptsache Alkohol. Man musste es ausnutzen das Evie abends zu beschäftigt war um ihm hinterher zu spionieren, so hatte das mit Freya doch noch etwas Gutes, auch wenn es ein riesen Fehler gewesen war, er konnte auch wieder mal seinen Spaß haben und was Trinken.
Seine Schwester war da ja strikt gegen, also ein Grund mehr um es erst recht zu machen.
Aber weg von seiner Schwester und wieder rein ins geschehen.

Er leitete den Herren aus dem Gelände heraus und hielt ihn einige Hausecken entfernt fest.

„Was wollen sie von mir?!“ fuhr ihn der Mann angsterfüllt an.
Das war doch wieder mal so typisch!
„Sag mir wo der Sirup hergestellt  wird!“ zum zweiten Mal an diesem Tage.
„W-Woher wissen sie…ich-ich-ich meine…“
„Wo wird der Sirup hergestellt!“ unterbrach er unwirsch den Mann. Das die nicht einmal einfach das machen konnten was man ihnen sagte!

Er schüttelte den ängstlichen Typen an den Schultern und hielt ihm seine klinge an den Hals.
„Sprich jetzt oder schweige für immer.“
Immer wieder dasselbe Lied. Schlussendlich bekam er ja doch seine Informationen, also warum blockierten sich diese Schläger immer so?!
Ok, er würde seine Geheimnisse mit in den Tod nehmen, aber das war was anderes.
„In-in der Brennerei! Das große Gebäude neben der Brauerei!“
„Gut, dann stoppen wir die Sirupproduktion ein für allemal.“

Na endlich. Er entledigte sich des Verteilers, warf ihn in einen Haufen Blätter und nahm sich dann eine Kutsche.
Ein hoch auf die Geschwindigkeit.

Nur ein paar Blocks weiter turnten Evie und Freya grade von einem Dach hinunter. Schon aus der Ferne hörte man einvernehmliche Schlachtrufe und Beleidigungen. Nicht weitab von den Kais tobte um eine Lastkutsche ein blutiger Streit. Das laute wiehren der Pferde und der Lärm von Pistolen Schüssen lag in der Luft, verängstigte Passanten stürmten davon und letzten Endes übernahmen die Rooks doch das Gespann und bretterten weiter, auch an den beiden Assassinen vorbei welche das Spektakel unauffällig aus der laufenden Menschenmenge beobachteten.

Interessiert besah sich Freya die rüpelhafte Vorgehensweise von Jacobs Anhängern. So war das also mit Jacobs Gang…Hauptsache ans Ziel, egal mit welchen Methoden und mit welchen Folgen.

„Jetzt weißt du warum ich nicht so viel von seinen Jungs halte.“ Stellte Evie trocken fest und Freya nickte bestätigend.
„Ein ziemliches Chaos was dein Bruder veranstaltet…wie hältst du das aus?“ lachte Freya zweifelnd und sah der Kolonie hinterher.
„Frag nicht. Wahrscheinlich so wie ich Jacob die letzten 21 Jahre ausgehalten habe.“ Sie  versuchte mal wieder wie so oft heraus zu finden warum Jacob ausgerechten ihr Zwilling war, natürlich auch wie immer vergebens.

Hach je, es war ein Mysterium, das Mysterium der Frye-Zwillinge, nicht ohne einander aber auch nicht miteinander.

„Ich plane zwar keinen all zulangen Aufenthalt hier in London und hab auch nicht deine Erfahrung aber…Wenn du willst helf ich dir und begleite deinen Bruder damit du und Mister Green weiter nach dem Vorläuferartefakt suchen können…?“ Bot Freya zögerlich ihre Hilfe an. Was soll’s? Besser als hier einfach nur rum zu sitzen und auf ein Zügiges verheilen des „Missgeschicks“ zu warten. Besser gleich weiter machen um später nicht wieder so lange zum reinkommen zu brauchen. Außerdem war London oder das was sie bis jetzt davon gesehen hatte, schön. Die Woche würde also schon rumgehen…

„Wenn du dich dafür gesundgenug fühlst. Um ehrlich zu sein wäre ich über ein Wenig Frauenunterstützung total dankbar.“ Nicht nur Dankbar, sie würde im Grunde alles dafür tun das jemand auf die Machenschaften ihres Bruders zumindest etwas ein Auge hat und das schlimmste verhindert.

„Klar. Wir Frauen müssen doch zusammen halten!“ Und ich brauch ein bisschen Abwechslung…

Der Zwillingsassasine war als würde eine ganze Ladung Zentnerschwerere Steine von ihren Schultern und von ihrem Herzen fallen. Vielleicht hatte sie dann endlich mal Zeit um dieses Verflixte Buch aus ihrer Nacht und Nebelaktion die Jacob natürlich mal wieder verfälschen musste zu entschlüsseln. Sie hätte Freya knutschen können!

„Da hast du recht. Assassinen generell, Assassinenfrauen generell noch viel mehr!“

Gemeinsam schlenderten die beiden noch etwas durch die Straßen der Stadt unterhielten sich über die Geschäfte und Zerealien Zufuhr die hier Herrschte, die immer weiter ansteigende Lebensmittelsteuer in London als auch Umgebung und Jacobs Fatale Vorliebe für Hüte sie sie eines Tages noch alle in den Ruin stürzen würde.

Das schönste an London war definitiv die Bauweise der Stadt, kein Gebäude glich dem anderen und dennoch passten sie alle einfach perfekt zu einem Großen und Ganzen Portrait zusammen.

Grade schlenderten die beiden durch eine Einkaufsstraße in der London City und die Sonne schien freundlich durch die Fensterscheiben der Läden.

„Hier, schau mal, extra würziger Weichkäse aus dem schönen Frankreich. Heißt da Camembert und gibt´s in Paris für die Hälfte des Gelds und viel cremiger.“

Meinte Freya und lächelte den Verkäufer zuckersüß durch die Ladenfensterscheibe an.
Interessiert blieb Evie auch neben dem kleinen Stand stehen.

„Warst du in Frankreich?“ fragte sie dann und begutachtete die in Papier eingewickelten kleinen Käselaibe.
„Nein. Aber mein kleiner Bruder ist in Paris, es ist für ihn hier zu gefährlich.“ Erwiderte die andere Assassinen und strich sich einige gelöste haare zurück.

„Wie alt ist er denn dein Bruder? Vielleicht kenn ich ihn.“ Sagte Evie und wand sich von den Käsigenauslagen wieder ab. Der Verkäufer war recht leichtsinnig hier den Käse so offen herum liegen zu lassen die Kinder hier waren verdammt flink und die Potentielle Gefahr das Jacob die Auslagen einfach still und heimlich mit nahm bestand ja auch noch, das war halt seine Art einzukaufen ein unverantwortliches Verhalten!

So viel wie ihr Bruder alleine fraß würde es nicht mehr lange dauern und der Westliche Markt würde zusammen brechen.

„Unwahrscheinlich. Timmy Ist im Dezember Vier geworden.“ Antwortete Freya und öffnete jetzt, nach reiflicher Überlegung und Risiko Abwägung ihre Haare um einen Neuen Zopf zu flechten.

Lange Haare hatten genau einen entscheidenden Hacken und den im Wahresten Sinne des Wortes: Als Assassine musste man sie immer zusammen gebunden halten, die Gefahr irgendwo fest zu hängen oder festgehalten zu werden war einfach zu groß.

„Oh, so jung noch?“
„Ja. Ich vermiss ihn, hab ihn das letzte Mal vor einem halben Jahr gesehen, aber es ist besser so.“
„Mh…in der Zukunft wenn die Assassinen hier wieder an der Macht sind wird sich das ändern. Wenn Jacke ohne mich in einem anderen Land wär würd ich mir wahnsinnig sorgen machen.“ Sagte die Schwester des Draufgängers hackte sich bei Freya unter um weiter zu gehen.

„Wie? Um Jacob? Er kann doch gut auf sich selber auf passen.“
„Nein, ich hätte Angst um die Armen Franzosen.“

Lachend gingen sie weiter als Außenstehender Passant würde man keine Tödlichen Assassinen sehen sondern einfach nur zwei junge Frauen in etwas ungewöhnlicher Kleidung die Bummeln, wie weit man damit von der Wirklichkeit entfernt war, konnte man nur erahnen.

Es war schon halb vier und Evie viel ein das sie ja um vier mit Henry verabredet war um diesem Buch endlich zu enträtseln auch wenn sie nicht glaubte dass es ihnen heute gelingen würde.

„Komm, ich zeig dir den weg zu Mr. Greens Laden, wenn du mal Hilfe brauchst hängen hier immer ein paar Rooks rum außerdem ist Mr. Green äußerst hilfsbereit und freut sich über Besuch.“ Mit diesen Worten schwang sich Evie auf den Kutschbock einer am Straßenrand stehenden Kutsche und griff die Zügel auf. Von hier bis zu Henrys Geschäft waren es nur vier Blocks durch den Dichtesten Verkehr und die zwei ab Gassen die in der Regel weniger befahren waren.

Flink Kletterte Freya neben sie.
Sie wollten los fahren doch etwas oder besser jemand hielt sie auf.

„Entschuldigung? Miss Freya?“ ein kleiner Junge zupfte am Umhang der Blauäugigen. In der tat, Namen und neue Chefinnen sprachen sich schnell herum und die Kinder hatten spitze Ohren denen im Grunde nichts entgehen konnte.
Angesprochene wand sich dem Kind zu.

„Ja, was gibt es?“ der Junge griff in die Innenseite seiner Jacke und beförderte eine flache, längliche Schachtel zu Tageslicht.
„Sir Jacob schickt ihnen das hier.“ Er reichte Freya das Packet und noch ehe diese irgendetwas erwidern hätte können, war der Bub über alle Berge.

Mit gerunzelter Stirn schlug Freya die Schachtel auf und zog den Bogen Seidenpapier bei Seite. Zum Vorschein kamen ein neuer Schwarzer Mantel, ein Naturweißes Baumwollhemd. Ein Schwarz-Grau Karierter Umhang und eine enge dunkelrote Weste. Na, das ging jetzt aber wirklich schneller als erwartet!

Leise vor sich hin lächelnd schloss sie das Paket wieder und zog den Karton an die Brust.
Hatte Jacob doch noch einen Pluspunkt und ein Dankeschön verdient…!

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Bye Bye!
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