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London is waiting - it´s calling for you!

von Narniala
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Jacob Frye OC (Own Character)
02.03.2018
17.11.2020
38
125.435
14
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.09.2020 3.689
 
Hallo,
vorweg möchte ich mich gerne entschuldigen, ich komme aktuell leider nicht so viel zum schreiben. Ich gebe mein bestes um zeitnah zu updaten, bitte glaubt mir das, aber ich kann leider nicht garantieren, dass es einen festen Rhythmus geben wird. Vielen dank für euer Verständnis und viel spaß mit dem Kapitel,

Narniala

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„Ich weiß das du was hast auch wenn du nicht drüber reden willst. Falls du es dir anders überlegst, ich bin hier.“ Freyas Stimme klang unnatürlich laut in Jacobs Kopf, selbst über den Lärm des Zugs hinweg.
Er hasste es, dass sie klang wie seine Schwester und noch mehr, dass sie auch noch recht hatte.

Auch wenn er sich mittlerweile eingestanden hatte das er eifersüchtig war, hieß das noch lange nicht das er es auch hinnehmen würde. Warum sollte er auch?
Normalerweise wurde ihm hinterhergelaufen, Freya war anders, also war er ihr hinterhergerannt. Alles war so ausgegangen wie er es sich gewünscht hatte, er hatte die perfekte Frau an seiner Seite, stark, klug und wunderschön. Leider hatte er vergessen das auch andere sahen wie perfekt sie war und jetzt war etwas passiert das er so noch nie erlebt hatte.

Jetzt sah ihr jemand anderes hinterher, nicht so planlos und treudoof wie Nigel es getan hatte, er war keine Bedrohung, aber jetzt wo Freya ein teures Geschenk erhalten hatte war da dieser irrationale Wunsch in ihm ihr etwas noch wertvolleres, etwas das ihr Zeigen würde das er sie mehr liebte, zu schenken.

Wahrscheinlich, nein ganz sicher sogar, war seine Angst völlig unbegründet und irrational, aber…

Er konnte sich nicht helfen, egal wie sehr er Freya vertraute, anderen Männern traute er nicht.
Und jetzt wo der Gedanke in seinem Kopf gepflanzt war, wurde er ihn nicht mehr los! Egal was er versuchte! Es war in seinem Kopf! Er achtete auf jeden Mann und jede Frau die Freyas Weg kreuzten, auf jeden der ihr einen zu langen Blick nachwarf und erwiderte ihn mit purem Hass.

Natürlich hatte sie es bemerkt. Was hatte er sich doch gleich von dieser lächerlichen Racheaktion an der Welt erhofft? Wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war wusste er es nicht.
Hah!
Wenn er Roth wäre würde er sich jetzt vermutlich einreden dasds er es getan hatte, einfach weil er es konnte, aber er war nicht Roth. Er hatte es getan…er hatte es getan, weil er…Angst…hatte…?

Panisch blickte er auf um Freyas überraschten und zugleich verwirrten Blick zu treffen. Sie war noch da…natürlich war sie noch da…wo sollte sie auch hin gegangen sein?
Sofort wanderte sein Blick zum nächst gelegensten Fenster.
Gut, das war eindeutig die Falsche frage gewesen, sie fütterte das Monster das in ihm erwacht war und paralysierte ihn im selben Augenblick.

Er hatte Angst. Angst vor dem allein sein.

Es war schon immer seine größte Angst gewesen…egal ob er es sich eingestand oder nicht, es änderte nichts. Er hatte Angst einsam zu sein, ganz alleine ohne jemanden auf den er sich verlassen konnte, der ihn liebte…

„Ist alles ok?“ Jacob spürte einen warmen Druck auf seiner Hand und auch ohne hinzusehen wusste er, dass es Freya war. Seine Freya.

Er erkannte ihren Geruch, ihre Stimme, die Art der Wärme ihrer Hand…

Sanft umschloss er ihre Finger mit seinen. Sicher.
„Jacob?“ Sie sah zu ihm auf, aus diesen unglaublichen blauen Augen und sofort ergriff eine erneute Welle der Panik begriff von ihm, er benahm sich wie ein Verrückter!

„Mir geht’s gut! Ich bin nur in Gedanken.“ Antwortete er dann etwas zu schnell und biss sich im gleichen Moment, als er wusste das sie ihn durchschauen würde auf die Zunge.
Was war nur los mit ihm?!

Er benahm sich wie ein hormongesteuerter Teenager! Seit wann war er nur so abwesend?

„Ich glaube dir nicht. Das dürfte dir hoffentlich klar sein, aber ich weiß das du kommst, wenn du reden willst.“ Sie hackte nicht nach. Freya nahm es einfach hin, dass er ihr praktisch ins Gesicht log. Sie war eindeutig perfekt.
Perfekt für ihn.
Er durfte sie nicht verlieren, niemals, unter keinen Umständen!

Da war es wieder, das Monster das aus dem Gedanken gewachsen war, die Angst sie zu verlieren, die Angst das sie wieder gehen würde…

„Ja. Ja, ganz bestimmt! Was hältst du davon, wenn wir heute Abend Ausgehen? Ich Treff mich heute nur noch mit Roth und danach bin ich frei, was sagst du?“ Eine plötzliche woge der Begeisterung hatte offensichtlich seinen Verstand überschwemmt und vollkommen außer Gefecht gesetzt.

Aber eigentlich…also eigentlich war das garnichtmal so eine schlechte Idee…und er wusste sogar schon was er Freya schenken würde und wenn es nur war um das Monster in seinem Bauch zu befriedigen...nein um sie glücklich zu machen.

Jacobs Grinsen war zurückgekehrt, es war das gewohnt teuflisch freche Grinsen und Freya war beruhigt. Das war der Jacob den sie kannte und liebte. Auch wenn sie heute nicht mehr ganz mit kam bei seinen Emotionalen Sprüngen…

„Klar. Soll ich Evie und Henry fragen ob sie mitwollen? Wir haben schon lange keinen Abend mehr zusammen gehabt.“ Ja, vor allem jetzt wo Evie und Henry sich anschwiegen…vielleicht wäre das ja wirklich eine gute Idee damit die beiden endlich ihren Zwist beilegen konnten.

„Also ich hatte eigentlich gehofft endlich wieder mit dir alleine zu sein.“
Freya konnte das Fragezeichen auf ihrem Gesicht förmlich spüren, auch wie es schließlich der Erkenntnis wich, das war wohl das peinlichste.
„Oh.“ Oh.
Oh!

Ok…
„Ok.“ Jacob musste sich zurück halten nicht los zu prusten, der Übergang von verwirrt, zu Erkenntnis zu einer röte die einer Kirsche Konkurrenz machte war wirklich zu unterhaltsam. Er liebte es, wenn er Freya lesen konnte wie ein offenes buch, immer dann, wenn er sie überraschte.
Jacob machte sich innerlich eine Notiz, sie wieder viel öfter zu überraschen und diesen kleinen Moment einfach zu genießen. Wahrscheinlicht wusste sie nicht mal wie schön sie aussah, wenn sie so reagierte.

„Ok. Dann heute Abend. The Strand, du findest mich schon.“ Er beugte sich nach vorne und drückte ihr einen Kuss auf den Mund um im nächsten Moment die Sprichwörtliche Flucht nach vorne zu ergreifen.
Er hatte noch etwas Wichtiges zu erledigen.

„Wo hin gehst du?“ Rief Freya ihm über den Lärm der Lokomotive nach und machte Anstalten ihr Buch bei Seite zu legen und ihm zu folgen, so wie immer, aber Jacob war bereits verschwunden.

„Der Außenposten in Southwark hat Verstärkung angefordert, ich will mir zuerst selbst ein Bild machen bevor ich ein paar Rooks losschicke.“ Es war nicht mal gelogen, die Gruppe hatte wirklich um Verstärkung gerufen, aber darum würde er sich morgen kümmern, jetzt hatte er wichtigeres zu tun.
„Du musst nicht mitkommen!“ Damit war er endgültig aus dem Zug gesprungen und auf und davon wie der Wind.

Freya sah Jacob verwirrt hinterher. Ok sie war baff…
Was zum Teufel war los mit ihm? Schon die ganze Zeit benahm er sich seltsam, aber das grade eben hatte allem die Krone aufgesetzt.

Etwas stimmte ganz und gar nicht mit Jacob, was anderes konnte ihr keiner, am allerwenigsten er selbst ihr erzählen.
Was war nur in ihn gefahren? Die ganze zeit war doch alles gut gewesen…oder nicht?
Oh Gott…!

Vielleicht lag es an ihr? Was hatte sie gemacht?!

Und schon wieder stresste Freya sich in etwas hinein dass, mal abgesehen davon das es objektiv gesehen total lächerlich war, nicht in ihrer Hand lag. Sie würde wohl in den sauren Apfel beißen und auf den Abend warten müssen.

Jacob hatte gesagt, dass sie ihn finden würde und auch wenn sie daran keinen Zweifel hatte, dafür kannte sie seine Handschrift zu gut, lies es sie unbehaglich fühlen.

Er machte gemeinsame Sache mit Roth und egal wie sehr Jacob von dieser zusammen Arbeit profitierte oder Roths Komplimente genoss, sie traute ihm nur so weit wie sie ein Messer werfen konnte.
Eigentlich traute sie ihm gar nicht.

Das war ja nichts Neues, so gar nicht, aber sie vertraute Jacob. Ja, ihm und seiner stark ausgeprägten Menschenkenntnis.
…trotzdem…sie machte sich Sorgen. Irgendwie.

Der Tag zog ins Land, Freya verbrachte die meiste Zeit damit die Stadt zu erkunden. Man könnte meinen irgendwann würde es langweilig werden durch das London dieser Zeit zu streifen und den Umbruch der Technik, die Menschen, Kinder, Arbeiter der Arbeiterklasse, die Reichen in ihren Parks und Kutschen, die Politiker in ihren Parlamenten, dabei die Zukunft des Landes und der ganzen Welt zu Formen.
Korruption, Manipulation und die niemals enden wollende Ausbeutung.

Der Kreislauf dieser pulsierenden Stadt. London pochte vor Leben, selbst abseits der überrannten Straßen war die Energie beinahe physisch zu spüren, fühlen konnte man sie auf jeden Fall.

Überall waren Geheimnisse versteckt, Erinnerungen an Leute die wahrscheinlich nicht einmal mehr am leben waren oder London schon vor Dekaden verlassen hatten.

Als der Abend kam und die Sonne tief und golden am Himmel stand nahm Freya sich eine Kutsche vom Straßenrand, wer auch immer sie stehen gelassen hatte würde sie wohl nicht mehr brauchen oder sich im Zweifelsfall einfach eine Droschke rufen, ganz bestimmt.

Sie hatte sich Zeit gelassen, Jacob in dieser riesigen Stadt zu finden war ihre Spezialität geworden, sie brauchte nicht lange um ihn aufzuspüren, zumal er ihr einen Stadtteil genannt hatte.

Immerhin war es ein großer Teil ihrer Ausbildung gewesen auf die kleinsten Hinweise auf den Aufenthaltsort einer Person zu achten und auch wenn Jacob ebenfalls diese Ausbildung erhalten hatte und ganz genau wusste welche Spruen er vermeiden musste um nicht gefunden zu werden, wenn er es denn wollte, es war nicht unmöglich.
Zumal er gesagt hatte das sie ihn finden würde, also wollte er gefunden werden.
Und selbst wenn er sich einen Spaß daraus machte seine Spuren zu verwischen, sie würde ihn finden.

Sie fuhr eine Weile Lang die Straßen ab und sah sich unauffällig nach Abdrücken von Jacob um. Der Pfad aus für den normalen Beobachter unsichtbaren Details, Fuß und Handabdrücke auf Häuserwänden und Dachsimsen, aufgewirbelte Blätter an für Assassinen typischen auf und Abgängen und gelegentlich ein herunter gebröckeltes Stück Dachziegel.
Schließlich fand sie sich in einer Zusammenkunft aus einigen Seitengassen an einem kleinen Fabrikgelände wieder. Jacob schien auf dem Grundstück der Fertigungshalle zu sein, von Roth hingegen war keine Spur, trotzdem zog sie sich lieber ihre Kapuze über den Kopf. Die Gassen und Dächer hier waren verräterisch verwinkelt, eigentlich der Traum eines jeden Assassinen aber grade jetzt kam es ihr äußerst ungelegen, es war also nicht weiter verwunderlich, dass ihr Blick immer wieder aufs Neue die Dächer und Gassen absuchte.

„Knall!“

Eine Trommelfell zerreißende Explosion durchbrach die Stille wie ein Kanonenschlag, Freyas Blick flog nach oben und das nächste das sie sah waren Flammen, die aus den Fenstern der Fabrik leckten, Aschewolken aus Rus und Rauch, die in den Augen bissen und das Atmen erschwerten.

Innerhalb von Sekunden war die eben noch so ruhige Nachbarschaft um das Fertigungsgelände herum in heller Aufregung, Leute rannte umher, kleine gestalten…Kinder!
Das waren Kinder!

So schnell sie konnte sprang Freya von der Kutsche, zog sich den Saum ihres Umhangs über Mund und Nase. Lautes Wiehern mischte sich in das allgemein herrschende Chaos, die Pferde waren Unruhig so wie alle hier. Sie lief los, auf das Flammenmeer zu.
Der dunkle Rauch erschwerte ihr die Sicht, aber sie erkannte einen größeren Schatten zwischen all denen der flüchtenden Kinder.
„Jacob!“ Rief Freya der Silhouette hinterher, die sie auch durch die schweren Schwaden erkennen konnte.
Dann war er verschwunden. In den Flammen und immer wieder aufschlagenden kleinen Explosionen. Freya wollte ihm nach doch…

Das husten der teils auf dem Boden niedergestreckten Kinder, das panische japsen und die Schmerzenslaute brachte sie dazu zu bleiben. Sie musste bleiben…und helfen…
Sie eilte zu einem kleinen Jungen am Boden und zog ihn eilig auf die Füße, raus aus der Gefahren Zone.
Trotz der verqualmten Luft konnte sie nach und nach mehr Kinder ausmachen die aus den brennenden Trümmern des Fertigungsgebäudes gerannt kamen. Manche waren Verletzt, husten taten aber alle.

Sie konnte ihnen nicht helfen, zum Wunden versorgen hatte sie keine Zeit. Ihr blieb nichts anderes übrig als die kleinen Körper die sie in diesem Chaos aus Feuer und Explosionen erkennen konnte weg zu ziehen und zu hoffen das sie noch atmeten…

Der Geruch von verbranntem Fleisch, Stoff und Haaren war unverkennbar und erschreckend. Es roch nach tot…

„Jacob!“ Ihre Stimme brach, ob vor Verzweiflung oder wegen der verpesteten Luft wusste sie nicht. Es spielte keine Rolle…nichts spielte eine Rolle…
Wo war er?
WO?!
Sie konnte ihn durch ihre tränenden Augen nirgends ausmachen. Wieder rief sie,
„Jacob!“ und wieder bekam sie keine Antwort.
Es schien als wäre die Zeit eingefroren, als würde sie von nun an bis in alle Ewigkeit in diesem brennenden Innenhof stehen, nicht fähig sich zu bewegen oder je wieder zu entkommen.

Irgendwo in der ferne hörte sie die Glocke eines Löschzugs…ja, irgendwo…

Tot…

Eine weitere Explosion holte sie um ein Haar von ihren Füßen, sie konnte sich grade noch so wegducken, aber es war egal. Ihre Ohren pfiffen wegen dem lauten Knall, sie würde nicht mehr wegkommen, das wusste sie…
Tot. Tot. Tot.
Wie ein ewiges Mantra wiederholte sich diese drei Buchstaben in ihrem Kopf. Der Rauch spiegelte sich in ihren tränenden Augen und brannte wie Feuer. Doch sie spürte es nicht. Sie spürte Garnichts.

Der Rauch lichtete sich allmählich, doch auch wenn sie langsam wiedersehen konnte, sah sie nicht das, was sie sehen wollte, was sie so dringend sehen musste.
Doch abwenden, das konnte sich Freya auch nicht.

„Freya! Freya lauf!“ Jacob…Jacob? Jacob!
Etwas oder besser jemand kam auf sie zugehechten und riss sie, mit samt dem Kind in seinen Armen, zu Boden und das keinen Moment zu früh: Eine Explosion, gewaltiger als alle anderen zuvor zerriss die Luft.

Flammen schossen über den gesamten Hof, als die Fenster der Fabrik in tausende Splitter zerbarsten.
Freya konnte die Hitze des Feuers nur erahnen, Jacob lag über ihr und schütze sie vor der Hitze und dem umherfliegenden Glas.
Es war ein seltsam beklemmendes Gefühl, sie hatte keine Angst, obwohl sie wirklich allen Grund dazu hatte…sie war erleichtert.
Nicht weil er sie in Sicherheit gebracht hatte, sondern weil er selbst sicher war.
Weil er nicht tot war.

Das Feuer verschwand so schnell wie es gekommen war, zumindest die Luft war wieder frei von Flammen, die Fabrik brannte weiterhin und auch wenn der Rauch sich lichtete, der Gestank von verbranntem Stoff und kokelndem Haar lag in der Luft.

Jacob hatte sich als erster wieder gefangen und rappelte sich auch sofort wieder auf. Das kind, bei genauerem hinsehen ein Junge von vielleicht 9 Jahren, bedankte sich und rannte schnell zu seinen Freunden. Ihnen blieb nichts anders übrig als ihrer ehemaligen Arbeitsstätte dabei zuzusehen wie sie verbrannte. Die Feuerwehr würde es nicht mehr rechtzeitig schaffen, dafür was das Verkehrsaufkommen mal wieder so chaotisch.

Er hielt Freya seinen Arm hin. Unter anderen umständen wäre sie vermutlich einfach so aufgesprungen, aber in diesem Moment war sie einfach nur dankbar das Jacob da war und ihr aus diesem Moment half.

Sie ergriff seine Hand und ließ sich wieder auf die Füße ziehen um Jacob im nächsten Moment in die Arme zu fallen. Er hatte nur ein paar Kratzer und etwas Ruß abbekommen und war ansonsten ok. Zum Glück.

Zum glück war er ok und schaffte es zu lächeln.
Als sie sich wieder löste musterte sie ihn noch einmal ganz genau, um sicher zu gehen das Jacob wirklich nicht verletzt war. Die steine die ihr vom herzen vielen und die Erleichterung in ihrem Gesicht würde wahrscheinlich selbst ein Blinder auf 100 Meter Entfernung und gegen den Wind sehen.

„Was machst du denn?“ Eigentlich hatte sich Freya vorgenommen böse auf Jacob zu sein, ein weiterer Brand, noch eine Explosion, es war seine alt bekannte Handschrift und eigentlich war er doch zumindest etwas diskreter geworden…
Aber in diesem Moment war es ihr einfach egal, sie hatte Jacob wieder heil aus dem Flammen Meer zurückerhalten und bestimmt gab es einen Grund warum er hier war.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Jacob Frye einfach so an einem Gebäude vorbeikam das reinzufällig in Flammen aufging, war doch verschwinden gering.

„Lange Geschichte. Roth hat die Fabrik in die Luft gejagt.“
„Bitte?! Hier sind doch überall Kinder! Habt ihr nicht geschaut? Ihr wart doch zu zweit hier oder? Wie konnte das…“
Jacob unterbrach ihren Redeschwall mit seiner ungewohnt ernsten und mehr als verärgerten Mine.
„Er wusste es, weil er es so geplant hat und ich habe ihm geholfen…er hat mein vertrauen ausgenutzt und mich die Drecksarbeit machen lassen. Kluger Bastard.“ Freya kannte den Blick in seinen Augen. Er hatte ihn das letzte Mal gehabt als Pearl Attaway es gewagt ihn zu verraten.
Mord. Er würde Roth umbringen. Dafür das er ihn gegen seine eigenen Prinzipien und nicht zuletzt gegen den deal mit Clara ausgespielt hatte.
Er würde ihn töten…ganz egal wie, nur bald. Bevor der Mann noch mehr kaputt machen konnte…

Ein Räuspern zog die Aufmerksamkeit der beiden Assassinen auf sich. Roths rechte Hand, Luis stand mit respektvollem Abstand zu ihnen auf der Straße. Er sah aus, als hätte er angst. Nicht unbedingt vor Jacob oder Freya, nein, viel mehr vor den folgen von Jacobs Aktion…

Etwas hier war wirklich alles andere als geplant gelaufen…Freya traute dem augenscheinlichen Butler genau so wenig wie seinem Herrn also ließ sie ihn niemals wirklich aus den Augen, blieb aber im Hintergrund. Das war eine Sache zwischen Jacob und Roth.

„Ms. Fox, Mr. Frye, ich soll ihnen ein Geschenk von Mr. Roth überbringen.“
Er nickte den beiden Assassinen mit strenger Mine zu, als beide keine Reaktion zeigten holte er eine kleine Schatulle aus Holz hervor um sie Jacob zu geben.

Misstrauisch nahm der Assassine das Kästchen an. Warum sollte Roth ihm etwas schenken? Er hatte sich gegen ihn gewendet, es gab keinen Logischen Grund für ihn ihm ein Geschenk zu bereiten.

Jacob nickte Luis zu, welcher sich darauf hin zum gehen wendete nur um es sich im letzten Moment noch einmal anders zu überlegen.

„Sie haben Mr. Roth verärgert, jetzt werden andere darunter leiden. Vergessen sie das nicht Mr. Frye.“ Mit diesen Worten drehte er sich nun endgültig um und verschwand in der Menge aus schaulustigen die sich um das brennende Fabrikgelände versammelt hatte.

Jacob öffnete die Kiste um einen Blick in sie zu werfen.

Da war ein Zettel, beschrieben in geschwungenen Lettern und noch etwas lag dort auf dem Holzboden der Kiste.
Eine Krähe und nicht irgendeine. Es war Roths Krähe.

Freya linste über Jacobs Schulter um einen Blick auf den Inhalt des Kästchens zu erhaschen und zog im selben Augenblick die Luft ein.
Jacob blieb keine Zeit schockiert oder angewidert zu sein. Er überflog den Brief um herauszufinden was hier vor sich ging.
Doch was er las gefiel ihm ganz und gar nicht. Da konnte es noch so höflich und diplomatisch geschrieben sein.

>> Mein lieber Jacob, ich möchte mich allem voran für unsere Zusammenarbeit bedanken, welche durchaus von Erfolg gekrönt war, deswegen schmerzt es mich um so mehr sie hiermit zu beenden.
Zum Abschied möchte ich dir ein Fest bereiten. Komme morgen mit deiner Begleitung für eine Sonderaufführung zum Alhambra, ich erwarte euer Erscheinen, mein Bester!

Gezeichnet, Maxwell Roth. <<

Jacob klappte den Deckel wieder zu.

„Jacob…was hat das zu bedeuten?“ Freya griff nach seinem Arm als er ohne ein Wort weggehen wollte.

„Es heißt das ich morgen Abend ein Treffen habe und diesem ganzen Irrsinn ein ende bereite.“ Er versuchte sich an einem Lächeln auch wenn er wirklich keinen Grund dazu hatte.

Luis hatte recht mit dem was er gesagt hatte: Andere würden unter Roths Wut zu leiden haben.
Was auch immer morgen passieren würde, es konnte nicht gut ausgehen, nicht für alle. Es war eine Falle, aber nicht für ihn, sondern für unschuldige Bürger der Stadt. Er konnte es nicht aufhalten, er musste den Dingen ihren Lauf lassen, das Alhambra war einfach zu beliebt, die Leute würden in scharen zu einer Sondervorstellung strömen.

„Ok, gut. Dann lass uns hier verschwinden. Wir machen einen Plan und ich kümmere mich um deine Hände.“ Verwirrt sah Jacob auf seine Handflächen hinab, er hatte nicht gemerkt, dass er sich aufgeschrammt und verbrannt hatte, dafür hatte es bisher keine Zeit gegeben.

„Komm. Wir bringen dich zu Henrys Laden. Evie muss das nicht mitbekommen.“  Das lauterwerdende läuten der Feuerwehrkutsche und die Menschenmenge waren letzten Endes die ausschlaggebenden Argumente für Jacob auf Freya zu hören und ihr zu ihrer Kutsche zu folgen.

Er hatte sich den Abend eindeutig anders vorgestellt, ganz anders. Ruhiger und weniger geprägt von Feuer, verrat und toten Vögeln, aber so einen Tag würde es in ihrer beider Leben wohl niemals geben.
Schicksal der Assassinen.

Er konnte nicht anders als über den Umstand zu lachen, dass er wirklich überzeugt gewesen war einen Ruhigen Abend zu haben und das hier anders zu machen.

Aber das würde ihn nicht davon abhalten ES zutun.

Er wartete bis Freya die Kutsche aus dem Menschenchaos gelenkt hatte und auf die Straße fuhr.
Mit einem Lächeln das man wohl schüchtern oder zumindest nicht mehr ganz so selbstbewusst wie sonst nennen konnte, tippt Jacob Freya auf die Schulter um ihr im nächsten Moment eine rote Tulpe welche er aus seiner Mantelinnentasche zauberte in die Hand zu drücken.

„Danke ich…“ Freya wusste nicht was sie sagen sollte, deswegen beließ sie es dabei die Blume anzunehmen und zu lächeln.

Dieser Tag war vielleicht kein guter, aber ein besonderer.
Noch immer mit dem strahlend verliebten Lächeln im Gesicht bog Freya in die nächste Straße ein.
Ja…besonders besonders.

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Bis zum nächsten mal :D
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