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London is waiting - it´s calling for you!

von Narniala
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Jacob Frye OC (Own Character)
02.03.2018
17.11.2020
38
125.435
14
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09.08.2020 3.286
 
Hallo, es geht weiter, ja ich bin mal pünktlich xD.
So ich werde mich mal wieder in mein kühles Zimmer legen und empfehle euch das gleiche zutun,
Grüßchen, Narniala

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Sanfte Sonnenstrahlen fielen durch die großen Ladenfenster der Geschäfte in Whitechapel und die ersten Zeitungsjungen tapsten durch die verschlafenen Straßen. Selbst in den verwinkelten Gassen des kleinen Stadtteiles kam das zarte warme Licht der Sonne an und kündigte einen neuen Tag an.
Keine Selbstverständlichkeit im verregneten London, aber eine Sache war wie immer, ganz unabhängig vom Wetter.

Pünktlich um sieben Uhr morgens zerrissen hunderte Kirchenglocken den morgendlichen frieden und weckten die Anwohner des verschlafenen Viertels, so auch die beiden Assassinen, die wirklich alles andere als jetzt schon aufwachen, geschweige denn aufstehen wollten.
Oh Gott. Nein. Alles nur nicht aufstehen…
Jacob blendete das penetrante läuten aus, es war eines der vielen Geräusche Londons, er hatte gelernt sie zu überhören, nicht direkt zu ignorieren, nein, nur soweit auszublenden um schlafen zu können.
Bei den Arbeitszeiten kein Wunder.

Freya konnte das Klingeln nicht einfach ausblenden, dafür hatte sie einen zu leichten schlaf…oder sie hatte sich noch nicht wieder daran gewöhnt…das war wahrscheinlicher…
Und das obwohl sie sich hier und jetzt so geborgen und beschützt fühlte wie selten…eigentlich noch nie wenn sie ganz ehrlich zu sich war. Natürlich würde sie das niemals zugeben, sie wusste noch immer nicht wie sie mit diesem Gefühl umgehen sollte. Es war…befremdlich. Im Grunde war sie in diesem Moment so schwach und von allem und jedem angreifbar, andererseits…sie liebte dieses Gefühl, auch wenn sie nicht sagen konnte warum oder was es war.
Verdammt warum muss das den alles so schwer sein?!

Vorsichtig und ohne die kleinste Bewegung linste sie durch ihre Wimpern nach oben. Egal wie tief Jacob schlief, er würde mitbekommen, wenn sie ihn ansah und peinlicher gings ja wohl kaum…

Ihr Kopf ruhte auf Jacobs nackter Brust und sie lauschte seinem ruhigen Atem und dem kräftigen Herzschlag…und so kitschig es in ihrem eigenen Kopf auch klang, grade war sie einfach nur froh das Jacob lebte.
Es klang wirklich furchtbar kitschig…auch das sie hoffte dieses Herz würde niemals aufhören zu schlagen war viel zu kitschig.

Aber ganz egal wie kitschig es klang, es fühlte sich gut und richtig an. Hah. Noch etwas das sich ohne Erklärung gut anfühlte.      
Vielleicht…vielleicht wäre es das beste es einfach zu akzeptieren…? Das gute Gefühl einfach anzunehmen und es wieder und wieder zu hinterfragen?

Unterbewusst hatte sie sich enger an Jacob gekuschelt. Natürlich nur weil er eine angenehme Wärme ausstrahlte, warum auch sonst?

Das läutend der Glocken war endlich verhallt, natürlich bedeutete das keines falls das es jetzt ruhiger war, nein, jeden Moment würde das alltägliche Treiben losbrechen und alles und jeden mit sich reißen.
Freya wusste das sie aufstehen sollten. Sie war die verantwortungsbewusste und es war klar das sie jetzt keinen richtigen schlaf mehr bekommen würde, sie sollten definitiv aufstehen. Wahrscheinlich waren Evie und Henry bereits von ihrer Mission zurück und es war zweifelsohne von essenzieller Bedeutung sich so früh wie möglich auszutauschen um alle neuen Informationen und Änderungen auf dem Schirm zu haben aber…nein.

Sie wusste das es unglaublich kindisch war aber sie wollte hier nicht weg, außerdem schlief Jacob noch, vermutlich war es genau so schlau ihn mal ausschlafen zu lassen.
Wenigstens einmal.

Freya wusste das es eine ausrede war, aber Jacob sah beim schlafen so unschuldig aus das sie es nicht schaffte sich loszueisen. Jetzt wo sie endlich einmal Zeit hatte Jacob anzusehen fiel ihr auf wie lang seien Wimpern doch waren und das sein braunes Haar nicht halb so zottig war wie es aus der ferne aussah. Sie wollte ihre Hand ausstrecken um zu testen ob es ach weicher war als es aussah, worauf sie mittlerweile sogar schwören würde, riss sich aber grade noch so am Riemen.

Was war nur in sie gefahren? War sie jetzt völlig verrückt?! Jacob konnte jeden Moment aufwachen und wenn er sie dabei ertappen würde wie sie ihn total gruselig ansah und eine Hand in seinem Haar hatte würde das mehr als nur eine Frage aufwerfen die sie nun mal nicht beantworten konnte.

Freya wusste doch selber nicht warum sie das tat…!

Ziellos schwebte ihre Hand noch immer über seinem Kopf, als Jacob im Schlaf leise schnuferte.
Gebannt sah sie in sein Gesicht hinauf um jede etwaige Bewegung zu sehen, falls er aufwachte.

Doch Jacobs Mimik blieb entspannt und er atmete ruhig weiter und so ließ Freya erleichtert ihre Hand wieder auf seine Brust sinken, dahin wo sie vorher gelegen hatte, auf das große Krähen Tattoo, das sich über seine Brust und einen Teil seiner Schulter zog.

Gedanken verloren ließ sie ihre Finger mit dem Hauch einer Berührung über die feinen Linien und die kleinen Details gleiten. Wer auch immer es gestochen hatte wusste was er tat, der Vogel war wunderschön…

Callidus Corvus. So sagte man es in ihrer Heimat. Die Fryes waren listige Krähen, die um ihre Beute schwirrten und auf den perfekten Moment warteten sich hinunter zu stürzen…auch um einem Rivalen das sprichwörtliche Auge auszuhacken.

Wenn sie ganz genau hinsah erkannte sie Jacob in seinem Familientier wieder. Es passte fast ein bisschen zu gut…

Jacob atmete einmal tief aus und räkelte sich im Schlaf, Freyas Augen flogen sofort nach oben und schloss sie noch in derselben Sekunde, grade noch rechtzeitig.

Als Jacob die Augen öffnete wollte er sich gleich wieder schließen. Es war zu hell. VIEL zu hell. Warum hatte Greenie keine richtigen Vorhänge in seinen Fenstern?! Diese Zier…Bordüren? Keine Ahnung wie die Dinger hießen, jedenfalls brachten sie nichts, rein garnichts.

Am liebsten wollte er die Augen einfach wieder schließen und weiter schlafen aber das ging jetzt nicht mehr. Er sah an sich hinunter und erblickte zuerst Freyas langes dunkelbraunes Haar und zwischen den Strähnen schließlich ihr betont unauffällig schlafendes Gesicht.

Ein breites lächeln legte sich auf sein Gesicht, sie glaubte wirklich das er es ihr abnahm. Als hätte er nicht mitbekommen wie sie ihn anstarrte oder wohl eher anhimmelte und mehr als beiläufig anfasste. Sie hatte die ganze Nacht auf ihm geschlafen und dabei, anders als sie anzunehmen schien, mehr als nur einmal bewegt.

Freya hatte sich die ganze Nacht über immer wieder neue Positionen zum schlafen ausgesucht, als er seinen Arm um sie gelegt hatte, bekam er ihn nicht mehr so schnell zurück, bis sie ihn im schlaf von sich stieß nur um ihn kurz darauf wieder um sich zu legen. Sie konnte sich wirklich nicht entscheiden was sie wollte oder aber, sie wusste genau was sie wie wollte und änderte einfach nur häufig ihre Meinung darüber was er tun durfte und was nicht.
Das war…neu. Er war es nicht gewohnt erst nach Erlaubnis fragen zu müssen, aber irgendwie gefiel es ihm auch…wahrscheinlich, weil es sich richtig anfühlte.

Ja, anders als Freyas schlaf, der war wirklich alles andere als „richtig“ oder „tief“, sie lag auf ihm wie eine Puppe, völlig bewegungslos und betont ruhig atmend.
Sein Lächeln wurde noch eine Spur breiter, sie schien wirklich zu denken, dass er sie heute Nacht nicht ganz genau beim Schlafen angesehen hatte.

Sanft strich er ihr einige Haare aus der Stirn und tippte dann gegen ihre weiche Wange.
„Ich weiß das du wach bist und mich seit knapp zwanzig Minuten beobachtest, manchmal denkst du ganz schön laut weißt du?“ Das schmunzeln konnte sie auch mit geschlossenen Augen hören.
Mist. Das war…peinlich. Aber nicht halb so peinlich wie sie es erwartet hatte.

Für einen Moment ließ sie die Augen noch geschlossen, um zu schmollen. Sie war wohl nicht halb so unauffällig wie sie es dachte…

Wirklich ganz großartig…

Seufz. Sie öffnete ihre Augen und linste nach oben, mal ehrlich, was hatte sie auch für eine andere Wahl? Realistisch gesehen war das das einzige das zu Debatte stand und so ergab sie sich ihrem Schicksal und stellte sich dem riesigen Grinsen des Jacob Frye.

Und auch wenn sie sich dafür hasste, sie konnte nicht anders als auch zu lächeln. Argh…dafür könnte sie sich wirklich in den Hintern beißen…!

„Morgen Schneewittchen. Hat dir schonmal jemand gesagt das du schnarchst?“ Auch wenn es nicht stimmte, Freyas Blick war einfach Gold wert.
„Ich…Ich schnarche nicht!“ Entrüstet setzte sie sich auf und startete einen mehr oder weniger verzweifelten versuch sich aus seinen Armen zu befreien. Vergebens.
„Es heißt guten Morgen Jacob.“ Er streckte sich nach oben um ihr einen Kuss auf die Wange zu drücken, den mehr als irritierten Blick ignorierend.

Als sie danach noch immer wie versteinert neben ihm saß und ihn pikiert musterte seufzte er leise.

„Du schnarchst nicht, aber du klammerst ganz schön und hast mich ein paarmal ganz schön fest weggestoßen. Bekomm ich jetzt einen Gutenmorgenkuss?“ Mit seinen unschuldigsten Hundeaugen und dem besten Schmollmund den er drauf hatte richtete er sich auf und Freya fragte sich was sie eigentlich erwartet hatte.

Jacob war und blieb Jacob. Lächelnd beugte sie sich vor und drückte Jacob einen kurzen Kuss auf, aber als sie sich wieder von ihm lösen wollte, hatte er andere Pläne. Sanft aber bestimmend griff er nach ihrer Wange und hielt sie fest, er würde sie nicht so leicht davonkommen lassen, dafür war das heute Nacht zu vertraut gewesen.

Bestimmend intensivierte er den Kuss und schnappte schließlich mit den Zähnen nach ihrer Unterlippe, er liebte wie sie zusammenzuckte, wie sie sich anfühlte und wie sie schmeckte. Freya hingegen wusste schon garnicht mehr was sie tat. Ihre Gedanken hatten sich ins Nirvana verabschiedet und in ihrem Kopf schien alles nur halb so schnell zu laufen, aber es gefiel ihr und so ließ sie sich fallen, in diesem Moment war es ganz einfach…weil jemand da war der die Kontrolle an sich genommen hatte, weil dieser jemand ihr sehr wichtig war, weil sie ihm vertraute…weil sie ihn liebte.

Aber alles Gute hat ein Ende und so löste sich Jacob viel zu schnell wieder von ihr. Ja, jetzt ging es viel zu schnell vorbei…warum eigentlich?
Fragend und noch immer mehr als abwesend sah Freya zu ihm auf und er fragte sich einmal mehr wie jemand so dunkelblaue Augen haben konnte. Jacob war sich noch immer nicht ganz einig ob sie jetzt tief blau wie der Ozean oder dunkelblau wie der Nachthimmel waren.

„Warum bist du eigentlich schon wach?“ Eine berechtigte Frage, mehr als berechtigt.
„Du denkst wirklich sehr laut.“ Er drückte Freya einen Kuss auf die Stirn und ließ sich dann mit den Händen hinter dem Kopf zurücksinken.
„Also, zu welchem Schluss bist du gekommen?“ Jacob streckte sich und grinste dann wieder zu Freya hoch.
„Was?“ Freya fuhr sich durch die Haare und unterdrückte ein Gähnen. Warum war sie eigentlich schon wach? Gestern war es spät geworden, gewohnt spät, aber diese Glocken…
Jacob tippte auf sein Tattoo. Sie hatte fasziniert gewirkt, außerdem war das so ziemlich die Intimste Berührung die Freya mit ihm geteilt hatte. Bisher.

„Es ist schön. Hat es sehr wehgetan?“ Jacob schüttelte lächeln den Kopf so dass seine Haare die langsam mal wirklich wieder geschnitten werden mussten, umherflogen.
„Wieso fragst du? Interesse an einem?“ Mit einem Schwung setzte er sich richtig auf und befreite sich aus der Decke um tatsächlich einmal vor 9 Uhr aufzustehen. Ja. So ungern er es auch tat oder zugab, aber die Pflicht rief. Genauer gesagt Freddy, noch genauer gesagt der Premierminister und seine Kutsche.
Und dass alles wegen diesem alten Sack...
Warum musste ausgerechnet jetzt, wo er dabei war in die Politik zu gehen, jemand dem Premier ans Leder wollen? Er hatte nicht um eine zweitstelle als persönlicher Bodyguard gefragt und trotzdem hatte Freddy sie ihm quasi aufs Auge gedrückt. Weil er sich endlich eingestanden hatte das die Londoner Polizei zu langsam, trantütig und unterwandert war. Immerhin ein kleiner Sieg.

Diese Bobbys hatten wahrscheinlich ebenso viel Schaden angerichtet wie sie verhindert hatten, eine andere Möglichkeit gab es nicht, dafür waren die Gangs zu gut organisiert, der Schwarzmarkt boomte und sämtliche Kleinkriminellen waren zu schnell für die Polente der Hauptstadt.
War klar das er mal wieder einspringen musste um das was die Polizei verbaselt hatte zu retten.

„Nein, eigentlich nicht. Wo gehst du hin?“ Verwirrt sah Freya Jacob hinterher der, zugegeben zu ihrem Bedauern, nach seinem inzwischen wieder trockenem Hemd griff und es sich überstreifte.
„Eigentlich heißt nicht nein. Ich habe ein Date mit unserem Premierminister Disraeli, wie´s aussieht wurden ein paar Schläger auf ihn angesetzt.“ Schnell beförderte er sich in seinen Mantel und war grade dabei seinen Handschuh umständlich festzuzurren, als ihm ein paar schmale Hände bestimmend diese Arbeit abnahmen und weitaus sanfter und weniger verwackelt beendeten.
„Du passt auf dich auf.“ Das war keine Bitte und auch keine Frage. Es war eine Aufforderung, fast schon ein Befehl. Zusammen mit dem unnachgiebigen Blick aus den dunkelblauen Augen die kein bisschen scheu zu Jacob hinauf sahen und gegen die kaum zusehende Schwellung an seinem Wangenknochen tippte. Sie hatte gestern echt durchgezogen. Hm.
„Kennst mich doch. Ich lass mich von keinem außer dir verhauen.“ Jacob beugte sich etwas nach unten und drückte Freya einen Kuss auf, bevor er nach seinem Hut griff und mit einem letzten Blick in die unglaublich blauen Augen verließ er mit beschwingten Schritten den Laden.

Er beeilte sich, nicht weil er zu spät kommen würde, nein, er hatte noch mehr als eine halbe Stunde Zeit sich eine Kutsche zu nehmen und nach Westminster, zum Haus der Disraelis zu fahren. Aber Jacob wusste, dass wenn er jetzt nicht ging es noch schwerer werden würde. Am liebsten währe er vermutlich einfach noch ein paar Stunden liegen geblieben, mit Freya. Vielleicht einfach nur um noch ein wenig Ruhe zu bekommen, vielleicht um zu reden, vielleicht aber auch um herauszufinden wie weit er gehen konnte ohne wie gestern eine zu kassieren. Wenn auch aus anderem Grund.

Er lief los, wenn er jetzt ging würde er vielleicht unterwegs noch ein Frühstück finden. Ein kleines stechen hatte sich in seiner Brust breitgemacht. Er fühlte sich elendig, weil er nicht mit Freya Frühstückte…
Sowas klischeehaftes, er hatte sich niemals darüber Gedanken gemacht, bisher. Bis sie passiert war.
Er liebte sein Leben, er liebte es Assassine zu sein…aber in diesem Moment fühlte es sich wirklich wie eine Bürde an. Dass sie so selten zur Ruhe kamen, im Grunde immer mit einem Auge offen schliefen oder Wachen schoben, eigentlich nur anderen Assassinen vertrauten und selbst diese nicht zu nah an sich heranließen. Niemals.

Mit Frauen die keine Assassinen waren hatte er dieses Problem nie gehabt, sie wussten worauf sie sich einließen oder versuchten danach zu klammern, aber mit Freya war es nicht nur Gefühlsmäßig etwas anderes, sie war wie er eine Assassine. Man konnte meinen das vereinfachte zumindest etwas eine Beziehung, gleich Arbeitszeiten, die Möglichkeit zusammen auf Mission zu gehen, zu wissen was der andere nach einer langen Mission oder Tour brauchte, weil es das gleiche war das man selbst wollte, ein flexibler Schlaf-Wach-Rhythmus…aber nein. Es verkomplizierte die Sache in so vielem…
Seufzend erklomm Jacob das nächste Dach. Das mit dem Frühstück konnte er jetzt vergessen.

Mit einem leisen „klack“ viel die Ladentür zu Henry Greens Laden ins Schloss und einen Augenblick später wurde ein Schlüssel im Schloss umgedreht. Freya machte sich auf den Weg zum Zug, sie brauchte Informationen. Zu Evies und Henrys Mission gestern Nacht, es hatte wichtig geklungen.
Generell, seit sie wieder mit Jacob auf Streifzug war, bekam sie nur noch die Hälfte der Dinge mit an denen Evie arbeitete. Dabei waren sie mindestens genauso wichtig. Sie brauchten beides, sowohl ausgeschaltete Templer-Ziele, die Edensplitter, ihre Macht war zu groß um sie den Templern zu überlassen. Dieser Kampf würde sonst zu ihrem Nachteil ausgehen.

Sie erklomm das nächste Dach mit ihrem Seilwerfer und rannte los, hätte sie gewusst was sie im Zug erwarten würde, hätte sie sich vielleicht nicht ganz so beeilt oder doch mehr beeilt? Naja, war ja auch egal, denn kaum landete sie auf dem Blechdach hörte sie die streitenden Stimmen von Evie und Henry.

Es ging um irgendeine Mission…die der vergangenen Nacht? Etwas war schiefgelaufen, ganz schief.
Jetzt doch etwas zögerlich schwang sich Freya ins Zugabteil und sah sich dem eigentlich doch so eigespielten Assassinen Team gegenüber, welches nun, nicht grade leise „diskutierte“, so ganz gegen Henrys eigentliche Gewohnheiten…

„Ich hab Ihnen gesagt dass sie sich bedeckt halten sollen! Sie können froh sein dass sie nicht ernsthaft verletzt wurden und die Schrammen alles sind das sie abbekommen haben!“
Nach ihrem Monolog bemerke Evie nun auch Freya, nickte ihr zu, Parierte Mr. Greens gegen Argument mit gehobener Hand und rausche aus dem Abteil.
Was war denn hier los?

Hilflos und reichlich sprachlos sah Mr. Green sie mit hochgezogenen Schultern an.
Erst jetzt bemerkte Freya die Mullbinde um Henrys Kopf. Da waren auch ein paar kleinere Schrammen auf seiner linken Wange und am Kinn, sie waren wie die Verletzung an der Stirn versorgt worden.
„Was ist passiert?“ Freya zögerte zu fragen, sie hatte Angst vor der Antwort. Wenn Evie wütend auf Henry war dann musste etwas wirklich gravierendes, wenn nicht gar verheerendes passiert sein.
Etwas, dass alle Assassinen in London womöglich um Lichtjahre zurück warf…!

„Ich habe Miss Evies Mission ruiniert.“ Er klang verzweifelt. Weinte er…?! Sie hatte keine Zeit sich mit einem zweiten Blick zu vergewissern ob da wirklich tränen in Henrys dunklen Augen glitzerten, dafür drehte er sich zu schnell um. Sie konnte ihm nur noch mit verunsichertem Blick hinterher sehen.
Was war nur passiert?
Das klang alles andere als gut!
Sie musste mehr erfahren, aber die beiden waren im Moment weder bereit mit ihr zu reden noch es ihr zu erklären, sie waren beide einfach geflohen.
Frustriert ließ sich Freya auf den verwaisten Sessel fallen. So hatte sie sich das ganz sicher nicht vorgestellt…
Nachdenklich ließ sie ihren Blick schweifen und blieb schließlich an der vorbeifliegenden Landschaft vor dem Fenster hängen.
Was war das nur für eine Nacht gewesen…
Sie schluckte. Grade kam es ihr so vor als würde es sie besonders gut und Evie und Henry besonders schlecht getroffen haben, als wären ihre Schicksale miteinander verbunden…
Was natürlich totaler Schwachsinn war.

Trotzdem…irgendwie fühlte sie sich schuldig. Das verräterische kleine Stechen in ihrem Bauch sagte ihr, dass sie da sein hätten sollen…das war es was George gemeint hatte, Gefühle beeinflussten Missionen. Und wenn es nicht die von Jacob und ihr gewesen waren, dann waren es die von Henry gewesen.

Und zum ersten mal hatte sie wirklich Angst. Angst um Jacob. Angst um sich…sie würden wieder unaufmerksam werden, wie gestern und dann, früher oder später würde auch ihnen etwas passieren…es ging nicht anders, das war das Gesetz der Welt in der sie Lebten, einer Welt voller Licht und schatten in der sie in den Schatten lebten um dem Licht zu dienen.

Es gab keine Sicherheit, keine Garantie dass sie es wirklich schaffen würden aufeinander aufzupassen und ihre Gefühle sie nicht fehlleiten ließen.

…aber dennoch…
Freya konnte nicht anders. Sie vertraute ihm. Sie vertraute darauf zu leben.
Leben. Ja. Atem, Herzschlag…Liebe?

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