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London is waiting - it´s calling for you!

von Narniala
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Jacob Frye OC (Own Character)
02.03.2018
17.11.2020
38
125.435
14
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Dieses Kapitel
1 Review
 
04.12.2019 6.272
 
Es geht endlich weiter, ja ich weiß, das hat lange gedauert. aaaaabbberrrrr: Tadaaaa! Ein riesen Kapitel, als Dankeschön vor allem für die Lieben Reviews das hat mir wirklich sehr viel Motivation gegeben, danke nochmal!

Nun ja, hier habt ihr die neuen Seiten! Im Word Dokument sind es 19 Seiten gewesen, also viel ausdauer euch!

Wir lesen uns,

Eure Narniala

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Als die Dämmerung hereinbrach und einen neuen, mal nicht total verregneter Tag ankündigte, konnte Evie es noch immer nicht fassen. Man konnte sagen was man wollte, dass sie von Jacob schon alles gewöhnt war, Assassinen zu Überraschungen neigten, wenn auch meist der negativen Art und sie als Meisterassassine ja quasi das Chaos beherrschen musste, aber dass…das überraschte selbst sie!

Sie konnte ihre Augen noch immer nicht von Freya lösen. Es war so unrealistisch. Sie saß auf dem Sofa, als wäre sie nie weg gewesen, als hätte sich nichts verändert. Sah noch immer so aus wie vor ihrem überstürzten Aufbruch, die langen dunklen Haare, die helle Haut und die roten Lippen. Einzig ihre Tiefblauen Augen wirkten matter und die Tiefen Ringe unter ihren Augen zeichneten sich viel zu deutlich auf ihrer schneeweißen Haut ab.

Jacob hatte vollkommen recht als er sie Schneewittchen getauft hat.
Schneewittchen mit Augenringen…

Sie fühlte sich in einer Hinsicht schuldig, dass Freya so zugerichtet von der Reise war, andererseits war sie einfach nur froh das Freya da war.
Nicht nur weil sie dann nicht mehr die einzige Kampferfahrene UND mitdenkende Assassine war nein. Vor allem wegen Jacob…

Spätestens seit gestern Abend machte sie sich ernsthafte Sorgen um ihren kleinen Bruder und war sich nicht mehr so sicher ob er wirklich „Ok“ sein würde.
Henry reichte den beiden Frauen eine Tasse Kaffee. Die schläfrige Stimmung welche sofort nach der Euphorie über ein wiedersehen eingesetzt hatte, zog allen den Stöpsel. Und dabei ging es „erst“ auf Sieben Uhr in der frühe zu…

Sollten sie es nicht inzwischen gewohnt sein Nächte durch zu machen? Seit die Fryes hier waren, fand er nachts eh kaum noch ruhe, immer nur für ein paar Stunden, es war immer was los.
Wenn nicht grade irgendwas brannte, dann kamen irgendwelche Probleme zu tag die man bis dato gar nicht auf dem Plan hatte.
Sie waren nicht um sonst auch schon vor ihren Eskapaden in London, durch die Ränge als Chaos-Geschwister bekannt gewesen.

Erleichtert ließ auch er sich mit einer Tasse dampfenden Tasse Kaffee auf einen der Gepolsterten Stühle sinken.
Die Belastung der letzten Tage und Stunden zeichnete sich in seinem Gesicht deutlicher denn je ab. Er war blass und hatte Augenringe. Hier war wirklich einiges drunter und drüber gegangen während Freyas Abwesenheit.

Er war einfach nur erleichtert. Das sie wieder da war hieß nämlich nicht nur mehr Struktur und wenigere üble Überraschungen, es hieß auch das er nicht mehr mit Evie ins Feld ziehen musste. Das war einfach nichts für ihn, er wollte seine Bücher und weiter Diplomatische Kontakte pflegen, das war seine Aufgabe, nicht Templer töten.

Grade sahen sie aber alle drei ziemlich geschafft aus.
Freya war müde wegen der langen reise und den durchgemachten Nächten, aber es fühlte sich trotz der tauben Schläfrigkeit gut an wieder hier zu sein.
Sie freute sich ihre Freunde wieder zu sehen, auch wenn sie es grade nur mit einem müden Lächeln zeigen konnte.

Es war so wie früher, naja fast. Einer fehlte…

Hatte sie Angst vor dem treffen mit Jacob? Es fühlte sich ein bisschen so an. Evie und Henry behandelten sie mit Samthandschuhen, sprachen alles an nur nicht den Anführer der Rooks…war ihm etwas passiert…? Was wenn er…Nein…nein er konnte nicht, das hätte Evie ihr gesagt oder?!  Oder?!

„Na hat da noch wer Töne? Hah, ich hätte ja mit allem gerechnet aber sie zurück bekommen war ganz sicher nicht auf meiner Liste!“ Agnes stand in der Abteil Tür, hatte die Hände in die Hüften gestemmt und sah überrascht aber nicht geschockt aus.

„Hallo Agnes“ Freya lächelte müde und nahm noch einen Schluck von ihrem Kaffee um zumindest etwas leben in ihre müden Knochen zu bekommen.
„Hallo? Hallo?! Da verschwindet das feine Fräulein für Wochen ohne ein Wort und das einzige was man zu hören bekommt, wenn besagte Dame wieder genauso plötzlich auftaucht ist Hallo?!“ Ungläubig sah sie die Schockiert dreinschauende Assassine an. Besagte Assassine sah hilfesuchend zu Henry und Evie, doch von den beiden war keine Hilfe oder gar Verteidigung zu erwarten, sie feixten nur vor sich hin.

Agnes stemmte die Hände einmal mehr in die Hüften und sah die verwirrt und überfordert dreiblickende Assassine an.
„Na los, komm schon her und lass dich drücken! Glaubt das einer? Sitzt da als wäre alles wie immer…“ Jetzt war es so weit, Evie und Henry konnten nicht mehr an sich halten und auch Agnes begann zu prusten als Freya sie umarmte begann auch die Assassine befreit zu lächeln, für lachen war sie leider viel zu müde, aber es war einfach wieder eine vor wenigen Wochen noch so typische Agnes Situation, ihr war gar nicht bewusst gewesen wie sehr sie das vermisst hatte…

Als sie sich von Agnes lösen wollte, hielt diese sie weiter umklammert.
„Vergiss es. Du bleibst da, hier war Chaos als du weg warst ich werde garantiert nicht zulassen dass das nochmal passiert!“
Noch mehr lachen, als sich Freya wohl oder übel ihrem Schicksal ergab.
„Ich geh nicht mehr weg…“

Doch mit einem Mal gefror das Lächeln auf Freyas Gesicht und die vorhaltende Müdigkeit wurde ersetzt durch ein im Stakkato schlagendes Herz, so das sie befürchtete das Agnes es hören konnte.

„…nie mehr…“ Ein Paar braungrüne Augen sah sie mit einer Mischung aus Überraschung und etwas, das Freya nicht einordnen konnte an.

Sie merkte nur noch wie alles taub wurde und sie sich nicht mehr bewegen konnte. War das ein Schock? Vielleicht, sie hatte noch nie einen Schock gehabt, also konnte sie es nicht wissen, aber das grade, das fühlte sich so ziemlich an wie das, was sie mit dem Synonym Schock verband.

Wenn sie gekonnt hätte, hätte sie ihre Augen gelöst, aber sie konnte nicht…
Jacob hielt sie gefangen.

„So jetzt ist aber auch wieder gut, du hast hier zwar gefehlt, aber knutschen will ich dich nicht ne danke!“ Lachend löste sich Agnes von ihr, doch das Lachen blieb ihr im Halse stecken als sie Jacob hinter sich bemerkte, vor allem den schwimmenden Blick mit dem er an ihr vorbei in Freyas Augen sah.

Alle hielten den Atem an, weil keiner so recht wusste was jetzt passieren würde, am wenigsten die beiden betroffenen selbst, aber sie hatten auch keine Zeit um darüber nach zu denken, denn wie immer wenn man sich zwischen vermeidlichen zwei dingen entscheiden muss, hier Zuneigung oder Abneigung, vergeben oder Wut, kam Option c und stampfte alle vorgehenden Überlegungen ohne viel federlesen in Grund und Boden.

„Freya! Wie ich meine woher…also warum?!“ Ungläubig und breit lächelnd wie nur ein Kind es können sollte kam Nigel ins Abteil gestolpert. Sein Blick spiegelte Unglauben und sprühende Euphorie, es schien als würde er Freya gleich wie ein Hund anspringen und mit dem Schwanz wedeln, was bei Genauerem betrachten der Situation garnichtmal so unwahrscheinlich war, aber so weit kam es nicht.

„Oh mein Gott! Warum sagt den keiner von euch was?! Wie lange war das hier schon geplant ich meine du kommst doch nicht aus dem ni-…“ Doch weiter kam Nigel nicht. Jacob hatte ihn unwirsch bei Seite geschubst bevor er Freya erreichen konnte.

Was dann passierte lies das „Publikum“ einmal mehr erstarren. Jacob hatte Nigel weggeschubst und dann…dann umarmte er Freya.

Evie wusste nicht was sie denken sollte, einerseits freute sie sich darüber andererseits befürchtete sie das Freya ihrem werten Herrn Bruder für diese Körperliche Geste gleich den Hinter versohlen würde…

Doch nichts der Gleichen Geschah. Auch nach mehreren Momenten des Bangens und Schweigens hatte sich rein Garnichts an der Situation geändert…nur Freya hatte die Arme um den Menschen geschlungen der ihr Herz zu Boden geworfen hatte bevor er darauf herum getrampelt war.

Was tat sie hier…?


Sie stand einfach so da und sie hatte keine Ahnung was sie tun oder sagen sollte. Sie wusste nicht und sie konnte nicht.

Wie lange auch immer sie so da standen, war ihr eigentlich egal. Aber es wäre ihr lieber, wenn sie nicht die blicke der anderen im Nacken spüren würde…
Freya löste sich von Jacob und sah ihn für einen Moment unverwandt an, dann wich sie einen schritt zurück, konnte aber nicht verhindern das sich dieses dämliche Grinsen auf ihr Gesicht schlich, was wiederum dazu führte das sie knalle rot anlief.

Zum glück sah das keiner…ja keiner aus dem der das am wenigsten sehen sollte. Warum verspürte sie keinen Hass?

Bis jetzt hatte es keiner gewagt auch nur ein Wort zu sagen, bis auf das Rattern des Zuges und gelegentliches Weichenquietschen war es verräterisch still.

Und zum Glück war es nicht Nigel der das gefährliche Schweigen brach…sonst hätte Jacob ihn vermutlich wirklich zum Grund der Themse geschickt.

„Ich würde sagen wir sind alle übernächtigt und sollten erstmal schlafen, die letzten Stunden verarbeiten. Ich stelle mein Geschäft als Schauplatz zu Verfügung, Miss Frye wenn ich überlasse ihnen gerne mein Bett.“ Bot Henry diplomatisch wie immer an. Das war sein Bereich, er spürte, wenn etwas zu eskalieren drohte oder eine Situation verfahren war und dann war es seine Aufgabe aus dem Dilemma hinaus zu navigieren.
Eine Aufgabe die er gerne wahrnahm…

„Danke Henry, mir genügt das Sofa im Geschäft, ich brauche nur etwas Ruhe für mich.“ Gab sie Wahrheitsgemäß zu. Sie war sich nicht sicher ob sie Freya hier lassen konnte…hier hätte sie immerhin ein Bett und halbwegs Ruhe…andererseits…Jacob war auch hier und eben weil das grade so frei von Emotionalen Ausbrüchen verlaufen war, fühlte sie sich alles andere als Wohl dabei.

„Freya kommst du mit?“ Fragte Evie und sah Freya scharf in die Augen um irgendeine Gefühlsregung zu erkennen, aber da war nichts wie Unbehagen oder dergleichen nur Müdigkeit.

„Nein, alles gut. Ich schlaf hier.“ Sagte sie in der Hoffnung zumindest etwas Schlaf zu bekommen. Nach den letzten Tagen, insbesondere Stunden, war das nämlich bitter nötig. Sie merkte langsam wie ihr Körper vom Adrenalin der Ankunft hinunterkam und da konnte der Kaffee dann auch nichts mehr retten. Der hatte es wohl eher noch schlimmer gemacht.

Vielleicht reagierte sie ja deswegen so komisch…

Evie nickte und hatte ein kleines Lächeln für sie übrig, ihr Bruder bekam jedoch einen mehr als Strengen Blick zu spüren, bevor sie hinter Henry her das Abteil nach draußen verließ.

„Dann schlaf mal gut und ruh dich aus.“ Fügte sie noch an Freya gewandt hinzu.
„Ja danke…ihr auch.“ Henry winkte ihr bevor er und die Frye endgültig aus dem Zug verschwanden.

Erleichtert ließ sich Freya aufs Bett gleiten.
„Na das kennen wir ja schon, schlafen gehen, wenn andere mit ihrer Arbeit anfangen! Ich muss mich echt noch immer an euch Assassinen gewöhnen! Nigel, auf! Nur weil hier jeder andere Pause macht heißt das nicht das du von deinen Pflichten befreit bist! Ich erinnere dich an die Steckrüben…!“ Die Steckrüben…und Himmel ja Nigel wusste was die Steckrüben zu bedeuten hatten…

Mit einem letzten, vielleicht etwas zu sehnsüchtigen Blick zu Freya verlies er vor Agnes eilig das Abteil.

„Falls du was brauchst, ich bin zwei Wagons weiter. Wenn du aufwachst gibt’s Waffeln und Tee, Herr ich bin wirklich froh das du wieder da bist!“

Damit war auch sie verschwunden. Ungläubig sah Freya an die Stelle an der Agnes noch vor Sekunden gestanden hatte, ihr Hirn brachte jetzt schon unzusammenhängende Bilder…es war wahrscheinlich echt höchste Eisenbahn zu schlafen und das im Wahrsten Sinne des Wortes…!

Jacob hatte die ganze Zeit, für ihn untypisch, schweigend im Abteil gestanden. Er hatte nicht mal Henry aufgezogen als der mit seiner Schwester „ins Bett“ verschwunden war…

Vielleicht wurde er ja krank…
Grade spielte alles in seinem Körper verrückt, ob es sein Kopf war der sich vor Gedanken und überquellenden Einflüssen drehte oder sein herz das mit den ganzen Emotionen schon lange nicht mehr klar kam die in ihm auf und ab tobten.

Er wusste nicht was er sagen sollte als Freya sich mit einem so unendlich weit entfernten Blick die Armscheine entfernen wollte und dabei schon bei den ersten Verschlüssen einzuschlafen schien.

Bevor er denken konnte war sein Mundwerk mal wieder zu schnell, immerhin das war wie immer…

„Warte…lass mich dir helfen.“ Freya hob müde ihren Blick, es war als könnte sie ihn sehen, jedoch nicht wirklich zu ordnen. Es versetzte ihm einen kleinen Stich als er ihre Hand nahm und die Schnallen und Gurte löste um ihr die Waffe abzunehmen.

„Wo ist denn dein Seilwerfer hin?“ Wollte er wissen als er sich das Kleidungsstück genauer besah, um es dann auf die nicht weite Kommode zu legen.

„Ist kaputt gegangen…“ Abwesend legte Freya sich hin und zog die Decke über sich nachdem sie ihre Stiefel losgestrampelt hatte.

Innerlich total aufgewühlt sah Jacob auf sie hinunter. Zu seinem Glück sah sie seine Emotionale Überforderung nicht, als er da vor dem Bett stand, auf sie hinuntersah und nicht wusste was er tun oder sagen sollte.

Nicht mal sein loses Mundwerk rettete ihn aus der Situation. Ok wahrscheinlich war er wirklich krank…

Er konnte es nicht ertragen. Sie so daliegen zu sehen und zu wissen das sie ihn nur nicht zum Teufel wünschte weil sie übermüdet und ausgelaugt war, zu wissen dass er nicht durch ihre langenbraunen Haare fahren durfte um sich dann zu ihr zu legen und sobald sie wieder richtig wach war, wieder der zu verachtenden Straßenjunge aus Crawley war, der nichts aus seinen Fehlern lernte und keine zweite Chance bekommen würde.

„Ruh dich aus.“ Er wollte weg, raus aus diesem Wagon, weil es zu sehr schmerzte und nicht leichter wurde.
Früher hatte man ihn in dem Glauben aufgezogen das Schmerz Stärker mache, aber es stimmte nicht.
Nicht für ihn. Vielleicht war er grade aber auch schwächer als er jemals gewesen war und es tat nur deswegen so weh.

„Jacob? Kanns su hier bleiben…?“ Kam es verschlafen und mit verquollenen dunkelblauen Augen aus den Kissen.

Selbst jetzt war sie noch wunderschön. Nicht wie die meisten Frauen, die wenn sie am einschlafen oder aufwachen waren für Jacob einfach nur hässlich waren, zumal er dann eh schon weg sein sollte, sie war anders.

Aber das hatte er ja gewusst und genau deshalb konnte er ihr diesen Wunsch nicht abschlagen, egal wie sehr das weh tun würde. Er setzte sich auf den Sessel und sah auf sah zu ihr.

„Pass su auf…?“ Jacob nickte nur. Dann schlossen sich die Blauen Augen und anhand ihrer Haltung konnte er sehen das sie in Sekunden eingeschlafen war.

Jacob konnte seine Augen nicht mehr von ihr nehmen, dafür war sie zu schön und in seinem Kopf gespensterte herum, dass sie ihn beim Namen genannt hatte. Vielleicht hatte er ja doch noch nicht total verkackt…vielleicht hasste sie ihn ja doch nicht…!

Er konnte nicht schlafen, er würde aufpassen bis sie wieder wach wurde, er konnte gar nicht anders.

Als Freya das nächste Mal die Augen aufschlug dämmerte es bereits es war vielleicht fünf, etwas früher, etwas später, alles war möglich, weil sie keine Ahnung hatte wie lange sich jetzt genau geschlafen hatte. Es könnten ein paar stunden gewesen sein oder ein ganzer Tag.

Sie streckte sich und ließ ihren Blick noch träge von der Müdigkeit durch den Raum schweifen. Erst jetzt fiel ihr auf wo sie sich befand, das war nicht ihr Zimmer in Crawley, es war der Zug.

Sie war hier so oft aufgewacht, trotzdem fehlte ihr für einen Moment die Orientierung, bevor sie wieder alles um sich klar wahrnahm. Das erste was sie wirklich klar sah in dem Schummrigen Licht, war Jacob. Er lehnte tief in Evies Sessel und musterte sie durchgehend, es war als würde er jedes Detail von ihr in seinen Kopf prägen wollen, er blieb an ihren Augen hängen.

Sie schwiegen, auch wenn Jacob immer wieder einen Satz beginnen wollte: Freya sah ihn mit diesem Blick an, sag nichts, mach es nicht kaputt. Zumindest kam es ihm so vor, ganz als würde sie ihm etwas sagen wollen, oder auch nicht. Vielleicht tat sie es ja.

Vielleicht lag es auch nur daran, dass sie sich so lange nicht gesehen hatten, aber beide sahen sich an als hätten sie sich noch nie gesehen und würden sich trotzdem kennen wie ein Leser sein Buch.

Freya hatte sich in die Decke gewickelt aufgesetzt und musterte ihn noch immer.
Da war keine Wertung in ihrem Blick, keine Verurteilung. Eigentlich müsste sie ihn doch hassen, nachdem was er getan hatte, aber…sie tat es noch immer nicht.
Warum?

Warum fühlte sie sich immer noch so zu ihm hingezogen? Es ergab keinen Sinn. Ihr komisches Herz tat schon wieder was es wollte und dass ohne es auch nur anzukündigen.

„Es tut mir leid.“ Brach Jacob das Schweigen. Der Duft von frischen Waffeln lag in der Luft und das Zugrattern verschluckte beinahe seine Worte, aber sie konnte sie trotzdem hören.
Undefiniert begegnete sie Jacobs Blick, er konnte unmöglich sagen ob sie seine Entschuldigung akzeptierte oder ablehnte…oder ob sie ihn überhaupt verstanden hatte…

Weil sie ihn noch immer mit diesem Blick betrachtete und er sie nicht einschätzen konnte, also war eigentlich alles so wie immer…

Sie war ihm ein Rätsel und sein drang dieses Rätsel zu lösen machte sie nur noch interessanter. Neben dem starken Charakter und dem tödlichen Körper.
Das konnte man jetzt verstehen wie man wollte, Jacob verstand es wie er es für richtig erachtete.

Und dann die Erlösung, zumindest vorerst: Ein kleines Nicken. Keine großen Reden oder Beleidigungen, die er eigentlich erwartete hatte, nur eine kleine Bewegung mit dem Kopf die ihm mehr bedeutete als die reden die andere zur Vergebung schwangen. Nun gut, er war noch nie ein Fan großer Reden gewesen, vielleicht lag es auch daran…oder er war einfach nur erleichtert noch am leben und an einem stück zu sein und nicht als Rabenfutter zerstückelt im Abteil verstreut.

Er lächelte, weil er es nicht zurückhalten konnte, Freya gähnte, auch weil sie es nicht zurückhalten konnte. Die Komik des Moments brachte ihn zum Lachen, es war doch absurd, dass alles hier.
Und als ihn Freyas verwirrter Blick traf konnte er noch weniger an sich halten. Es war vorbei, dieser Moment hatte sich soeben selbst lächerlich gemacht, da hatte er überhaupt keine Schuld! Naja zumindest war er davon überzeugt…

Unschuldig wie ein Welpe sah er sie an.
Jetzt lächelte Freya auch und Jacob war zufrieden mit der Welt und sich selbst, weil sie wieder lachte und das war sein verdienst.
Und er begann zu Grinsen wie es nur ein Jacob Frye konnte, das würde jetzt keiner mehr aus seinem Gesicht bekommen, egal wie viele Templer ihm heute noch über den Weg stolperten oder auf ihn Schossen, er fühlte sich wie die verdammte Grinsekatze die ein Honigkuchenpferd verschluckt hatte!

„Du bist wach. Hah, da hab ich ja mal wieder n perfektes Timing.“ Agnes stand mit einem Tablett in der Wagentür. Der Geruch von Tee und frischen Waffeln war umwerfend, vor allem im Anbetracht der Tatsache, wenn man die letzten Tage nur spärlich gegessen hatte.

Das Tablett fand platz auf dem Schreibtisch und Agens drückte Freya umgehend eine Tasse mit dampfendem Tee in die Hand.
„Du bist wirklich dürr geworden, warum macht ihr Jungenleute nur so ein Aufheben wegen euren Körpern, das ist alles, aber auf keinen Fall Gesund, erstrecht nicht wenn einem die Rippen schon entgegenkommen!“

Sie drehte sich um, um nach dem warmen Gebäck zu greifen, aber…nun ja es war ihr jemand zuvorgekommen.

„Lassen sie wohl die Finger davon! Unglaublich! Wegen Männern wie ihnen werden die Frauen immer dünner, das sag ich! Wenn sie nicht ihre falschen Ideale aufdrücken dann fressen sie ihnen das essen weg! Sie sollten sich was schämen!“ Mit diesen Worten riss sie einem sprachlosem Jacob den Teller aus der Hand welcher nur betroffen seiner Mahlzeit hinterher sehen konnte.

„Aber…ich hab auch Hunger!“
„Sie wissen wo die Einkäufe stehen!“ Damit stellte die Lady Freya den Teller auf den Schoß und dampfte ab.
Nicht ohne noch weitere Schimpftiraden über die heutige Zeit des Körperwahnsinns und Männer abzulassen.

Freya lächelte in sich hinein und versteckte ihr lachen hinter der ersten Waffel mit Obst.
Jacob hob fassungslos die Hand und sah Agnes hinterher.
Als er merkte das es keinen Sinn hatte, setzte er seinen leidendsten Gesichtsausdruck auf und sah Freya bittend an. In diesem Moment hätte man ihn leicht mit einem Hund verwechseln können.

Aber Freya blieb stark, aß weiter und ignorierte sein gebaren.
Wenn er was wollte dann musste er es schon sagen. Auch wenn dieser Blick echt mitleidserregend war.

Irgendwann seufzte Freya. Er würde nicht von alleine auf die Idee kommen zu fragen…
„Jacob wenn du was willst dann musst du fragen.“ Sie kam sich grade wie ihre Mutter vor. Bei dem Gedanken schüttelte es sie. Bloß nicht an Crawley denken…

„Gibst du mir was ab…bitte?“ Nun wurde Freya hellhörig. Bitte? Eine Bitte von Jacob Frye?! Ok er musste wirklich kurz vor dem verhungern stehen, wenn er schon um etwas bat. Oder er war krank.
Langsam und ihn argwöhnisch im Auge Behaltend reichte sie ihm eine der Waffeln, welche er sofort gefräßig verschlang. Ok DAS war normal. Immerhin etwas, er aß wie immer. Naja bei dem Appetit war er hoffentlich wirklich nicht krank…

Es fühlte sich noch immer nicht komisch an mit ihm in einem Raum oder pardon, Zug zu sitzen. Sie fragte sich nur warum sie ihn nicht hasste obwohl er sie so schwach gemacht hatte und sie beinahe verrückt geworden wäre, weil das komische Ding in ihrer Brust beschlossen hatte ausgerechnet diesen Rüpel zu lieben.

Das war komisch. Noch in Crawley hatte sie sich sorgen gemacht das es komisch sein würde, aber das war es nicht. Weil sie nicht darüber redeten.

Ihr war klar dass sie es früher oder später ansprechen musste, sonst würde es nur wieder anfangen weh zu tun, aber noch nicht jetzt. Sie wollte den Frieden wahren, am besten so lange wie möglich…wenn se ganz ehrlich zu sich war dann wollte sie überhaupt nicht darüber reden oder es zumindest nicht ansprechen…

Jacob war der mutigere von ihnen…vielleicht fand er ja die Courage.

Erst jetzt viel ihr auf das sie über Jacob kaum etwas wusste, zumindest auf emotionaler Ebene. Sie kannte ihn nur als den Typen der möglichst ohne Bindung die über Freundschaft hinaus ging durch die Stadt zog und naja…
Wie die Vergangenheit bewiesen hatte das tat worauf er Lust hatte egal was andere dachten…egal was er losgetreten hatte…

Mit einem Mal hatte sie keinen Hunger mehr.  Der Teller wanderte auf den Tisch und sie beschränkte sich auf den verbleibenden Tee. Sie hatte das Gefühl, das wenn sie jetzt was essen würde ihr sofort schlecht werden würde.

Sofort sah Jacob gierig auf den Teller.
„Isst du die noch?“
Freya schüttelte nur müde lächelnd den Kopf. Warum ging er mit ihr um als wäre nie etwas passiert?!
Sie war abgehauen! Weggerannt ohne es ihm erzählen zu wollen und als er sie aufhalten wollte hatte sie die Stadt ohne Erklärung verlassen.
Und jetzt war sie genau so plötzlich und noch immer ohne Erklärung wieder aufgetaucht…er wusste doch was zwischen ihnen vorgefallen war, warum sagte er also nichts?

Vielleicht aus demselben Grund, warum sie über das Thema am liebsten selbst Gras wachsen lassen wollte.
…Auch wenn es nicht zu ihm passte.

Jacob aß die verbliebenen Waffeln und sah immer wieder zu Freya, wenn er sich unbeobachtet fühlte. Er hatte keine Ahnung, dass jeder seiner einzelnen Blicke wahrgenommen wurde.

Immer wenn sie seinem Blick begegnete wendete er sein Gesicht ab, versuchte es jedoch immer wieder, in der Hoffnung das sie es diesmal nicht bemerken würde.

Wie als hätte er vergessen das ihm gegenüber eine Assassine saß die jede seiner Bewegungen voraussagen konnte um sie zu unterbinden oder ihn zu töten.
In diesem Moment machte er sich berechenbar, etwas, das Freya verwirrte. Jacob war einiges aber auf keinen Fall berechenbar, niemals.
Grade aber fühlte es sich an als würde sie einem ganz normalen Manne gegenübersitzen, der sich selbst nicht kontrollieren konnte.

Wenn Assassinen beobachten dann bemerkt das keiner, nicht mal ein anderer Assassine. Grade aber…

„Du hast dich verändert.“ Unterbrach Jacob ihre Gedanken und betrachtete sie eingehend und ohne ihren verwirrten Blick zu beachten.
„Woher willst du das wissen?“ Gab sie kühler als beabsichtig zurück. Sie fühlte sich nicht wohl in der Situation, er tat so als würde er sie kennen oder wissen was sie durchgemacht hatte und das stimmte ganz offensichtlich nicht.

„Die Freya die ich kenne wird rot, wenn man sie anschaut oder Interesse zeigt.“ Stellte er fest und beugte sich etwas nach vorne, wie als ob er sie besser im blick haben wollte, als hätte er doch noch die Befürchtung das sie ihn bei einer falschen Bemerkung angreifen würde.

In Freya herrschte Chaos, zwar konnte man von außen nichts erahnen, aber grade war ihr Kopf im Begriff einfach zu Explodieren.
Anschaut…Interesse Zeigt…tat er das grade?
Sie war überfordert. Was wollte er ihr damit sagen?!

Um ein neu entstehen des Schweigens zu verhindern, tat sie also das was der einzige Weg war ihre Unsicherheit zu überspielen.
Auch wenn er sie grade ansah als wollte er jeden Zentimeter von ihr scannen.
Wahrscheinlich tat er das grade auch…nur nicht beachten...bloß nicht verunsichern lassen. Keine schwäche zeigen…ihm nicht wieder verfallen…
Das war schon beim ersten Mal richtig schief gegangen und war somit schon jetzt zum scheitern verurteilt.

Also zuckte sie mit den Schultern, wenn sie jetzt etwas sagen würde wäre es eine Lüge. Sie konnte nicht erklären was in ihr vorging oder wie man sich entliebte.
Verlieben ist einfach…das ganze rückgängig machen ist es nicht…

Sie konnte nicht mal sagen ob sie es nun geschafft hatte. Also das mit dem entlieben…

Er sah sie noch immer so an so…keine Ahnung. Als würde er nach etwas suchen.
Etwas von dem er überzeugt war es zu finden, ganz so als würde er nicht ruhen bis er es gefunden hatte.
…was auch immer es war.

Sie runzelte die Stirn, weil sie keine Ahnung hatte was er zu finden versuchte. Er musterte sie nur wie ein Ausstellungsstück im Museum und fixierte ihre Augen mit seinen.
Als Jacob mit einem mal zu lächeln begann. Es gab keinen ersichtlichen Grund warum er ausgerechnet jetzt lächelte, nicht für Freya.

„Ich hab´s gewusst…“ Sagte er und sah sie mit funkelnden Augen an.
„Was…?“ Sie hatte keine Chance mehr zu reagieren, ohne eine Erklärung strich Jacob mit einem Finger über ihre Nase nach oben zwischen ihre Augenbrauen und verweilte einige Augenblicke an diesem Punkt. Sie war etwas zusammen gezuckt, wich aber nicht zurück, auch wenn sie nicht wusste was er da tat, ließ sie ihn gewähren, vorerst.

Er sah sie dabei begeistert an, so als würde er gleich im kreis hüpfen oder sonst irgendwas Abgedrehtes tun.

„Du bist noch Freya.“ Er lächelte sein unverwechselbares „Teuflisches“ Lächeln und hielt ihre Augen mit seinem intensiven Blick gefangen. Diese Aussage verunsicherte sie, er tat schonwieder so als würde er sie kennen, was er nicht tat.
Sie konnte sich nicht bewegen. Da war nichts mehr von der Gleichgültigkeit, sie konnte kaum atmen. Er beugte sich noch ein Stück weiter nach vorne. Seine Augen funkelten noch immer. Dann hob er langsam seine Hand und machte Anstalten ihre eine Strähne aus dem Gesicht streichen zu wollen, doch bevor er das konnte zuckte sie zurück, ihr war nicht wohl dabei sich berühren zu lassen. Erst recht nicht, wenn er dabei so sicher war und meinte zu wissen was sie tat und wer sie war.

Aber ihr zurück weichen hielt ihn nicht davon ab es wieder zu versuchen und dieses mal konnte sie nicht schnell genug weg von seiner Berührung. Sein lächeln wurde noch breiter, was Freya letztendlich dazu brachte ihr Gesicht zu senken.

Sie fühlte sich wie früher. Wie die Freya, bevor sie aus London weggerannt war. Die Schwache Freya die Angst vor Berührungen hatte und sich in Jacob verliebt hatte ohne zu wissen wie sehr Liebe weh tut.

Das war nicht gut…das würde nicht gut ausgehen…!
Er hob ihr Kinn, so das sie ihn ansehen musste. Sie hatte keine Wahl, sie musste ihn ansehen, ob sie wollte oder nicht.
In diesem Fall war sie sich nicht mal sicher ob sie es wollte oder nicht.

Sie wusste, dass sie ihn hassen sollte, nach allem was passiert war erst recht, trotzdem war es verdammt schwer Jacob zu hassen.
„…du liebst mich noch immer.“ Der ton in welchem er mit ihr sprach, gefiel ihr ganz und gar nicht, weil er viel zu selbstsicher war. Es fühlte sich wie damals an, nur das sie diesmal noch mehr angst hatte verletzt zu werden.
Berechtigte.

Er hatte es einmal getan und jetzt sprach er mit Freya als wäre sie ein kleines Mädchen und das alles so furchtbar amüsant.
Ja das war es doch für ihn, ein einziger Scherz.

Energisch drehte sie den Kopf weg von Jacob. Er hatte kein recht sie anzufassen!
Der Frye wollte etwas erwidern aber…er wurde unterbrochen, mal wieder. Warum hatte Nigel sich dieses verdammt schlechte Timing angeeignet?!

„Miss Fox?“ Nigel stand wie aus dem nichts mitten im Zug und sah begeistert Freya an. Agnes hatte ihm eigentlich verboten die Assassine zu stören, wegen der reise und so…aber im Grunde störte er ja nicht wenn er ihr sagte wie sehr er sie vermisst hatte oder?

Nein, sie störte es vermutlich nicht, aber Jacob warf dem Jungen einen Blick zu der tödlicher hätte nicht sein können.
Die worte die er damals von Jacob zuhören bekommen hatte als er nur angedeutet hatte das er Freya toll fand, schossen ihm wieder in den Kopf und er senkte schnell den Kopf. Das war also noch immer beim alten…

„Ja?“ Der erwartungsvolle Blick welcher ihn traf machte es auch nicht besser, nein, er machte das ganze nur noch schlimmer.
„Ach n-nichts…!“ Verwirrung in Freyas Gesicht, ein kaum merkliches nicken in Jacobs ernster Mine.
Nigel sah zu Boden als er das Abteil leise eine Entschuldigung murmelnd verließ. Jacob war der Boss…
Er konnte es nicht riskieren Jacob zu verärgern, weil das der erste Job war in dem er nicht wie Scheiße behandelt wurde oder angst haben musste am nächsten Tag nicht mehr aufzuwachen.
Es war kein Geheimnis, er war ziemlich feige, als ihn seine Eltern damals am Bahnhof „Vergessen“ hatten war er ganz alleine gewesen. Seit er bei den Rooks war und für die Zwillinge arbeitete war er es nicht mehr. Das konnte er nicht riskieren…er hatte gesehen wie Jacob zum Monster wurde und jeden abschlachtete der sich seinem Willen wiedersetzte oder versuchte ihn einzuschränken.

Und so schwieg er und überließ Jacob das Feld, er hätte wahrscheinlich ohnehin keine Chance…

„Jetzt hör auf so wehleidig aus der Wäsche zu gucken, hilf mir lieber, die Kartoffeln schälen sich nicht von alleine!“ Als er sich, noch immer ähnlich motiviert guckend, zu ihr setzte und seine Arbeit aufnahm klopfte sie ihm einmal kurz seufzend auf die Schulter.

„Ich hab´ dir doch gesagt das du es lassen sollst.“ Er nickte nur schweigend und ging weiter seiner Arbeit nach. Es war alles gesagt und auch nichts, er konnte nichts daran ändern.
Vielleicht war das auch ganz gut so, sonst würde er es nur wieder verbaseln.

Währenddessen fragte sie Freya, zwei Wagons weiter vorne, was das für ein Auftritt gewesen war…und warum Jacob sie noch immer so mitnahm…

Noch immer…schon wieder, das waren nur noch komische Kategorien die sich jemand ausgedacht hatte um es noch komplizierter zu machen für die, die sich verliebten.

Also jeder, früher oder später…

Aber das Jacob so über sie sprach, als würde er genau wissen was in ihr vorging und dann auch noch recht hatte irgendwie…dass…dass lies ihr einfach keine Ruhe.
Er durfte nicht recht haben!
Das war Jacob, er sollte nicht über ihre Gefühle sprechen und am ende schlauer sein als sie selbst!

Ein unangenehmes Stechen machte sich in ihrem Bauch breit und trug jegliche verbleibende Ruhe davon.
Sie wollte rennen, nicht davon, nur raus um diese Unsicherheit einfach weg zu rennen, falls das irgendwie möglich war. Rennen bis sie sich sicher war was sie fühlte.
Vielleicht auch ein paar Templer töten um die nerven zu beruhigen und diese verdammte Unsicherheit los zu werden…!

Entschlossen stand sie auf und erntete prompt Jacobs verwirrten Blick.
„Ich geh raus.“ Sagte sie mit einem entschlossenen Lächeln im Gesicht, es erinnerte Jacob verdächtig an das Lächeln welches Evie im Gesicht hatte als sie nach London aufgebrochen waren.

Um ein Haar hätte er es verpasst sich anzuschließen, er konnte sie ja schlecht alleine durch London laufen lassen. Also…können schon, aber er wollte nicht, dass diese Frau, egal wie tödlich sie auch war, alleine in dieser Stadt herumlief, wenn er sie begleiten konnte.

Früher war das kein Problem, weil sie nie wirklich alleine gewesen war, die Rooks waren immer in Rufnähe oder reichte potentiellen Gegnern als Ablenkung. Aber jetzt kannten sie viele der neuen Rekruten nicht mal und keiner der alten wusste das sie wieder zurück war und sie auf sie hören mussten, so wie früher.

Damals hatten sie ja nur mitbekommen, dass Freya von heute auf morgen verschwunden war und es ihm dreckig ging.
Nicht die besten Erinnerungen an sie aber da konnte er ihnen nicht helfen, sie würden sie wieder akzeptieren, weil sie es mussten und basta.

Er sprang Freya hinterher als sie sich aus dem Zug eine Brücke hinunter auf die Straße schwang. Er beeilte sich schritt zu halten, was in der Menschenmenge garnichtmal so leicht war. Man konnte sie schnell aus den Augen verlieren in den Dämmrigen Straßen, zwischen den ganzen Leuten.

Bevor das passieren konnte kelterte er auf das nächstgelegene Haus um sich einen besseren überblick verschaffen zu können. Grade als er sich über die kante beugte um hinunter zu spähen war etwas anders als sonst.

„Ich brauch keinen Babysitter.“ Ertappt drehte sich Jacob um sich einer abwartend dreinschauenden Freya gegenüber zu finden.

Er wollte etwas erwidern, aber sie würgte ihn ohne eine Möglichkeit sich zu erklären ab.
„Ich gehe zum Kampfklub bei der alten Brauerei in der Grube. Wenn du nicht kämpfen willst rate ich dir dringendst mir nicht zu folgen.“

Damit war sie weg.
Er konnte ihr nur noch nachrennen, weil sie selbst ohne den Greifhacken noch schnell genug war um ihn abzuhängen. Er konnte beim rennen nur den Kopf schütteln, sie machte es schon wieder: Ihn sprachlos.

Das sollte doch nicht so einfach sein, er sollte sie doch den atmen anhalten lassen nicht andersherum!
Je weiter sie kamen desto mehr stellte er sich die Frage warum sie nicht auf seine Feststellung eingeganen war. Er hatte festgestellt das dass sie noch immer in ihn verliebt war, was ja auch stimmte oder…? Also grade fühlte es sich an als hätte er sich bei ihr richtig verschätzt…

Das wollte…das konnte er nicht wahrhaben. Er wollte sie nicht verlieren, nicht nochmal, diesmal wollte er es richtig machen.
Auch wenn sie es ihm nicht leicht machte…was er ja aber irgendwie verdiente.

Als sie am Club ankamen herrschte dort schon ein reichliches Aufgebot an Männern. Es roch nach Alkohol und Schweiß, das Licht war schummrig. Jacob organisierte sich ein Bier aus einer der Kisten, das würde später eh keiner mehr vermissen.

Er suchte sich einen Platz etwas oberhalb der anderen um nicht sofort aufzufallen. Erst als es zu regnen begann bereute er seine Platzwahl etwas, auch wenn er das kaum mitbekam, weil seine Augen und sein Verstand viel zu sehr mit einer sich schlägernden Freya.

Sie brauchte ihn wirklich nicht als Aufpasser, dafür war sie selbst viel zu stark aber er neigte dazu das einfach zu vergessen, weil sie so…so zierlich und klein war. Er wusste das das eine Übertreibung war, sie war so groß wie seine Schwester nur schlanker, er sollte also eigentlich keinen Grund haben, sie war tödlich wie er und trotzdem weigerte er sich es hinzunehmen.

Trotzdem, etwas Anregendes hatte es wie seine zurück gekehrte Freundin die stärksten Muskelprotze der Stadt zu Boden beförderte und außer Gefecht setzte.
Vielleicht lag es an der knappen Kleidung, den unordentlichen Haaren, daran das sie eine Frau war oder dass sie von oben bis unten durchnässt war, egal was es war, Freya zog sämtliche Blicke auf sich.

Und auch wenn er es nicht billigen sollte das haufenweise andere SEINE Frau anstarrten konnte er sich nicht darüber aufregen, dazu war er selbst viel zu sehr mit Starren beschäftig und das reichte ihm für den Moment. Verdammt, so benahm sie als wäre er krank, das wusste er selbst gut genug, aber grade macht ihn das was er sah viel zu glücklich um darüber nachzudenken.

Tja. Er war eben auch nur ein Mann.

Und verdammt…es hatte ihn richtig erwischt. Es würde ihn nicht wundern wenn er bald noch etwas richtig dummes machen würde vor Schwärmerei…

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Ich hoffe es hat gemundet!
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