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London is waiting - it´s calling for you!

von Narniala
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Het
Jacob Frye OC (Own Character)
02.03.2018
14.02.2021
41
132.638
14
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15 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
08.04.2018 2.336
 
So, nach einer viel zu langen Pause wegen Knochenbruch und jeder Menge Stress geht's erst jetzt weiter, aber besser später als nie, wa?

Also jetzt gibt's erst mal Kapitel Numero 2, wünsche viel spaß.

Danke für das Review, hat mich gefreut!

Tschaui eure Narniala

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Jacob kämpfte sich durch den Stärker werdenden Niesel Regen.
Dieses verdammte piss wetter! Das kam doch alles wieder Super zusammen…

Während Jacob einarmig auf ein Dach kletterte rutschte ihm beinahe der schlanke Körper aus dem Arm. Gerade noch bekam er sie zu fassen, ihr Umhang zerriss, Jacob fluchte leise in sich hinein.
Na super! Warum nicht?!
Noch mehr schaden!

Wie komme ich da bloß wieder raus?!  
Dachte er leicht verzweifelt und kraxelte weiter auf den Dachfirst. Mit einer Hand klettern, möglich aber weder elegant noch sonderlich Praktisch.

Wild entschlossen rannte er jedoch weiter. Scheiß auf das Aussehen, der Braunhaarige hatte sich die Suppe ja irgendwie selbst eingebrockt, es stand also in seiner Pflicht, mal abgesehen war das ja auch eine Credoschwester die er da irrtümlicher weiße angegriffen hatte.
Überhaupt, sein Mantel Flog durch den Nieselregen ihm durch das Nacht dunkel hinterher, wie konnte das passieren?!
Verdammt! Dieser eine Moment der Unachtsamkeit und jetzt hatte er fast eine Mitstreiterin auf dem Gewissen!
Weiter über die Dächer Londons, weiter zu der Bahnbrück. Das rauschen wurde lauter und die Brücke war nur noch einige hundert Meter entfernt.
Geschickt und mit einer Art Pirouette ließ Jacob sich und seine Last auf den Steinernen Boden fallen. Ohne Pause rannte er weiter.

Keine Menschenseele war auf der Hauptstraße zu sehen. Also auch keine lästigen Schmeißfliegen von Templern, phu. Einmal Glück.

Eine einzelne Schwarz-Rote Großraumkutsche mit doppeltem Braunen Pferdegespann fuhr über die lange Hauptstraße, von der die Brücke abzweigte. Er kannte diese Brücke, erst neulich waren Evie und Er hier auf den Zug aufgesprungen. Hierbei wies er aber jegliche Schuld von seinen Schultern: Es war nicht seine Schuld das die Mistigen Blighters ihn halt einmal zufällig gesehen hatten, nicht sein Problem!

Im Gasthaus links von Jacob brannte licht, ausgelassene und reichlich angeheiterte Gesänge drangen trotz der geschlossenen Türen auf die Straße.
Der Zug war ganz in der Nähe und Jacob war mit einem halben Satz auf der weiß Marmorierten Mauer. Unten glitzerten die Nassen Schienen und der Schlammige Erdboden weichte weiter im Regen auf.
Dann kam der Zug. Und Jacob Sprang.

„Agnes!“ Jacob rannte die letzen Meter bis zum einzigen Bett im ganzen Zug, erstes Abteil nach der Zugmaschinerie. Mit einer vorsichtigen Bewegung legte er die stark Blutende auf das Bett.

„Agnes!“ Fast schon verzweifelt rief er nochmals in das Rauschen des Zuges hinein. Abermals - Keine Reaktion. Geistes gegenwärtig riss der Hutträger erst das Schwarze Jackett ähnliche Jacke, die sehr dem Umhang seiner Schwester ähnelte, bloß das er ganz schwarz war und keine Roten Enden hatte, dann die enganliegende weiße Bluse, welche aus einem dicken festen Stoff gefertigt war, auf.
Einige er Silbernen Schnallen Knöpfe sprangen ab, an anderen Stellen riss die Naht mit einem hellen Ratschen.
Ein weißes dünnes Hemd kam zum Vorschein, oben an den Schultern endeten die Ärmel in Rüschen und kurz über dem Bauchnabel war es mit einem Dunkelroten Streifen Seide eingenäht. Eilens schob er den Stoff auch vom linken Arm der Frau. Mit der Hand strich er das Bauchlange Dunkelbraune Haar beiseite.
Vorsichtig zog Jacob den Stoff beiseite als er die Wunde sah schämte er sich noch mehr.

Ein tiefer Rot aufklaffender Spalt an dessen Rand die Haut in Blutigen Fetzen hing. Alles war mit dem Lebenswichtigen Elixier verschmiert und noch mehr drang aus dem Schnitt.
Das einzige was Jacob einfiel war den Blutfluss zu stoppen.

Mit er rechten Hand umschloss er den Dünne Arm der Assassine und Presste die Wunde so gut es ging zu.
Verdammt! Wo waren bloß alle?!
Er…er brauchte…Hilfe…!

„Verdammt, Agnes! Evie! Ich…ich…“ Er war verzweifelt. War er jemals in einer solchen Situation gewesen? Nein. Und er wollte es auch nie. Diese Machtlosigkeit…das machte ihn fertig!

Die Abteiltür, welche nur nachts geschlossen war, wurde aufgerissen und das Gesicht Henry Greens tauchte in dem Breiten Spalt auf. Er war noch hier gewesen um zu lesen und war offensichtlich eingenickt, das Geschrei von Jacob hatte ihn aus dem Schlaf gerissen. Am Anfang dachte er das sich die beiden Geschwister schon wieder in den Haaren hatten, war aber bei genauerem hinhören dann doch nicht der Fall.

Rasend schnell analysierte der Inder die Situation und war sofort bei Jacob.

„Was ist ihr passiert?“ Fragte er eilig mit noch stärkerem Akzent als sonst und der Bruder von Evie meinte sogar einige Schweißtropfen auf der Stirn des Dunkelhäutigen zu erkennen. Na super, Greenie.
„Wenn ich das wüsste…Wo ist Agnes!? Und wo zum Teufel steckt Evie?!“ hecktisch sah Jacob an Mr. Green vorbei. Scheiße! Warum ist Niemand hier?!
Beruhigend legte Henry eine Hand auf Jacobs Arm und sah ihn an.

„Ganz ruhig. Agnes ist feiern gegangen.“ sagte Henry mit einer Selbstverständlichkeit, das man meinen könnte es wäre alltäglich das die Verwalterin des Zuges unter der Woche feiern ging und das war es ganz sicher nicht.

„Wo Evie ist, weiß ich nicht“ schloss er.
Fassungslos sah der 21 Jährige den Schwarzhaarigen an.
Und jetzt?!
Verzweifelt blickte er in das unschuldig irgendwie friedliche Gesicht der Frau. Selbst in diesem unpassenden zustand kam er nicht umhin fest zustellen das sie ungewöhnlich hübsch war und eindeutig in das Beuteschema des jüngeren Frye Zwillings passt. Vielleicht Achtzehn, langes Bauchlanges Haar, schlanke, fast schon zu dünne, Gestalt, schmale langfingrige Hände mit gepflegten Nägeln, große ausladend Geschwungene Augenbrauen und Schmale rote Lippen.

„Entschuldigung, darf ich mal sehen?“ Henry holte ihn aus seinem beobachten oder besser starren. Na super, ja Jacob, sabber doch gleich noch los!  
Henry deutete auf Mr. Fryes Hand welche noch immer um den Arm der Blassen Assassine geschlungen war. Verwirrt hob Jacob die Augen Braue: Wieso das denn?
Trotzdem löste er die mittlerweile Blutverschmierte Hand vom dünnen Arm seiner Credoschwester.
Vorsichtig nahm Henry den Arm zwischen seine Finger und begutachtete tastend den Schnitt.
Abschätzend sah der Engländer den Schwarzen Wuschelkopf an.
Was zur Hölle hatte Greenie vor?

„Das muss genäht werden.“ Stellte Henry fest. Ja sehr gut kombiniert Greenie, das wusste ich auch!
Aber Jacob sagte nur:

„…das ist ja das Problem…“ der Zwillingsassassine fuhr sich durchs Gesicht. Verdammt wo steckte nur Evie?! Das kann doch nicht wahr sein…

„Ich mach das.“ Schlagartig löste Jacob das Gesicht aus den Händen. Wie? Wie bitte?!

Der Inder griff unbeirrt nach einem Lappen welcher auf dem Nachtschrank lag und öffnete eine Wasserflasche die auf dem Boden neben dem Bett stand. Großzügig tränkte er den Lappen mit dem Wasser und stellte die Flasche dann wieder bei Seite.

Vorsichtig zog der Schwarzhaarige noch einige langen Strähne des weichen Haares bei Seite. Dann begann er den Arm mit dem Tuch zu reinigen. Das Blut vom Unterarm und um die Wunde wurde abgewaschen und gesäubert. Wachsam behielt der Hutträger den anderen Assassinen im Auge, vertraute er dem plötzlich Doktor spielenden Greenie doch so überhaupt nicht.
Die Tatschache das dieser nun eine Nadel mit Faden hervorholte lies sein Vertrauen in Henry nicht gerade ansteigen.

„Bist du dir sicher dass das eine gut Idee ist?!“ Jacob Zweifelte nach wie vor. Einerseits wollte er der Fremden das Leben retten, andererseits wollte er ihr aber auch keinen Unerfahrenen Arzt antun, der ihr womöglich noch sonst was annähte…
„Keine Angst, ich habe das schon oft gemacht. Ich kenne diese Art von Schnitten.“ Schnitt war ja noch vorsichtig ausgedrückt. Offene Fleischwunde traf es besser.
„Kannst du mal?“ Henry hielt Jacob auffordernd den Arm der Fremden hin.

Dann begann der mehr oder weniger erfahrene Arzt damit den Langen Schnitt zuzunähen. Der andere Assassine hielt während dessen den Arm so, dass kein weiteres Blut mehr verloren werden konnte. Mit dem sechsten Stich vollendete er sein Werk. Prüfend fuhr er nochmals über die Naht aus Hellem Garn.

Das sollte reichen. Henry schnitt den Faden ab und verknotete ihn mehrfach, holte noch ein gelbes Tuch aus seinem Anzug und schlang ihn als verband um die zugenähte Wunde. Es würde wohl dauern bis das vollkommen verheilt war, aber wie heiß es doch: „Gut Ding will Weile haben.“ Oder so ähnlich, sagten die Westmenschen doch.

Henry stand auf und warf der Braunhaarigen die Decke welche am Bettende lag über.
Jetzt konnte man wohl nur noch abwarten.

Jacob hingegen hatte gerade ganz andere Sorgen: Was wäre wenn sie nicht Durchkommen würde?! Was wäre wenn sie wegen ihm sterben würde?! Was würde George machen?! Was…was würde Er machen…?
Henry schien seine Gedanken gelesen zu haben, denn wieder legte er dem Bruder von Evie eine Hand auf die Schulter.

„Sie wird es schaffen, spür doch, ihr Puls schlägt regelmäßig.“ Und tatsächlich, als der Engländer eine Hand an den Hals der Frau legte spürte er ein regelmäßiges beruhigendes Pochen unter den Fingern.
Unverhofft bewegte sich die Junge Assassine und mümmelte unverständlich.
In diesem Moment schwor sich Jacob, er würde seinen Fehler wieder gut machen, zwar wusste er gerade noch nicht wie, doch irgendwas würde ihm schon noch einfallen.

Es war so ungerecht. Etwas das er nie sein wollte…es fühlte sich alles so falsch an…es war ja auch falsch verdammt!
Auch wenn sie durchkam, dieses Unrecht musste er wieder begleichen…anders könnte Jacob das garnicht mit seinem gewissen vereinbaren.

Ein ausgedehntes Gähnen war zu hören. Henry erhob sich und Klopfte Jacob auf die Schulter.
„Tut mir leid, ich muss jetzt auch mal wieder nach Hause…Wenn es Probleme gibt, Evie weiß wo ihr mich findet…ansonsten bin ich morgen gegen halb elf wieder da.“ Aha Evie weiß wo Henry wohnt…na wenn das mal nicht interessant war! Jacob grinste breit, na das würde erklären wo Evie vorgestern Abend so lange gesteckt hatte…  

„Ja, ja…kein Problem, ich halte hier schon das Schiff ruhig.“ Süffisant grinste er den Inder an. Das war das allseits bekannte Jacob-Frye-Ist-der-Boss-Lächeln, das so ziemlich jeden verunsichern konnte.
Henry jedoch war es gewöhnt mit diesen Blicken gejagt zu werden, folgerlich war er wenig beeindruckt. Evies Blick hingen, wenn sie ihn mit diesen wunderschönen Grünenaugen ansah…ok er sollte echt gehen bevor er noch zu sabbern anfing. Eilens verließ Henry den Zug durch die Führer Kabine und war wenige Sekunden Später in der Finsternis des Nächtlichen Londons verschwunden.

Frye schüttelte nur den Kopf. Wie verklemmt Greenie doch war…

Er stand auf und zog Evies Sessel zu sich heran um sich dann in bequemer Pose, ausgestreckte Beine, eine Hand hinter dem Kopf die andere auf dem Bauch, in die Polster des Schwarzen Möbelstückst zu setzen.

Geniesend lehnte er sich an und atmete tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Ein kurzer Moment der Ruhe um diesen Komischen Abend erst mal sacken zu lassen und zu realisieren.

„Wie geht es ihr?“ entnervt öffnete Jacob wieder seine Augen.
Warum kam Evie immer dann wenn man sie nicht gebrauchen konnte und wenn man sie mal brauchte, war sie nicht da?

„Ganz schlechtes Timing Evie, Schwesterherz. Greenie ist gerade gegangen.“  Stieß er Theatralisch aus und Wedelte mit der Hand vor sich in der Luft herum.
„Mr Green war hier?!“ erstaunt fuhr ihren Bruder beinahe an. Dieser machte eine Lautstärke dämmende Bewegung mit der Hand nach unten. Mensch musste seine Schwester immer so schreien wenn es um Greenie ging?!
„Ja…“ seufzte Jacob resigniert „Er hat sie genäht.“ Sagte er dann so gleichgültig wie möglich.
Man musste Evie ja nicht noch mehr Gründe geben Greenie anzuhimmeln.
„Ja, das dachte ich mir schon…ich hoffe du hast dich bedankt! Das war immerhin dein Fehler!“ stellte seine Schwestern dann klar.

Ironisch hob Jacob die Augenbraue, verkohlte ihn Evie gerade? Männer bedanken sich nicht, sie äußern dank nicht in Worten. Frauen sind immer diejenigen die alles hundertmal ausrollen und abquatschen müssen und Evie konnte ihn ja ohnehin nicht verstehen, sie war nun mal eine Frau, wenn auch keine Typische, aber der Punkt blieb doch das sie unmissverständlich in Greenie verknallt war.

„Aber Natürlich, du kennst mich doch!“ erwiderte er dann aber auf Evies feststellende Frage. Ein hoch auf die Ironie.
„Genau deswegen.“ Lies sich Evie nicht weiter darauf ein. Für eine Zankerei mit ihrem Bruder war das nun wirklich der falsche Zeitpunkt.
„Wo hast du eigentlich gesteckt?“ Fragte Jacob anklagend.
Entnervt stieß Evie die Luft aus.
„Ich war auf dem Falschen Zug!“ sagte sie dann Motzig. Jacob Lachte nur wieder, verständlich, aber man konnte sich bei Nacht ja auch mal Irren! Mein Gott, Ihm Passierte sowas doch auch mal!
Das Lachen ihres Bruders wurde leiser und er brachte noch ein Einigermasen verständliches:
„Aber da Henry Morgen wieder kommt, musst du nicht lange auf ihn verzichten und ich werde jetzt hier sitzenbleiben und aufpassen, also kannst du mich nicht wegen zu wenig Fürsorge anprangern.“ Als seine Schwester etwas erwidern wollte, fuhr er ihr über den Mund:
„Du kannst dich gerne Hinlegen oder sonst was machen, wie zum Beispiel den Zug nochmal wechseln, ich bleib auf jeden Fall hier sitzen.“ Endete er.
„Gut, ich lös dich dann später ab.“ Stellte sie fest und schickte sich an das Abteil zu verlassen.
„Das brauchst du nicht, ich komm hier alleine klar.“ Sagte Jacob ruhig und lehnte sich wieder im Sessel zurück.

Evie nickte nur Müde und verschwand dann in den nächsten Wagon, wollte sich einfach nur noch aufs Sofa legen und Schlafen. Selbst in Anbetracht der Lage das sie noch den ungeöffneten Brief welchen die Fremde mit sich aus Crawley gebracht hatte bei sich trug.

Was für eine Verrückte Nacht!


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