London is waiting - it´s calling for you!

von Narniala
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Jacob Frye OC (Own Character)
02.03.2018
25.10.2020
37
123.404
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02.03.2018 4.364
 
Hallo!
Na? Setz dich, nimm dir nen Keks!
Und dann will ich dir eine Geschichte erzählen die nunmehr fast drei Jahre auf meiner Platte Schlummert und nun endlich das Licht der Welt erblicken darf. Ja, das gute Stück wurde von mir überarbeitet, ein bisschen verbessert und wird aktuell weiter gesponnen. Ich bitte trotz Überarbeitung um ein bisschen Nachsicht bezüglich mancher Sätze, hab es nicht übers herz gebracht alles zu ändern, das ist dann doch noch irgendwo ein Teil von meinem Ich aus 2015.

Ich freu mich riesig über alle Reviews die ihr mir da last und verspreche jedes so bald wie möglich zu beantworten!

Was die Updates angeht bin ich mir noch unschlüssig, wann, wie oft und und und...
Ihr könnt mir gerne eure Vorschläge schreiben, bin da gerne offen für wünsche!

Ja und das war´s dann auch erst mal von mir, ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen und freu mich auf alles das von euch zurück kommt sie es nun Kritik oder ein lieber Favo, bis dem nächst...


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Das Dunkel der Nacht lag schon lange über den Dächern Londons. Die Kneipen und Bars waren gefüllt, die Straßen waren leer. Eine unangenehme klammfeuchte kälte waberte über die modrigen Gassen und die fauligen Innenhöfe, die Dächer von Raureif und Wasser bedeckt boten diese immer wache Stadt in einen ruhigen Anblick. Der Rauch stieg nach wie vor aus den riesigen Fabrik Schornsteinen auf, das änderte sich bei Nacht auch nicht.
Eine ganz normale Nacht sollte man meinen, aber der Schein trügt oft. Die Rooks feierten, oder hatten dies zumindest noch bis vor einigen Stunden. Jetzt lagen die meisten ihren Rauschauschlafend in den Tavernen. Einige hatten es, das mussten sie sich am nächsten Morgen auch eingestehen, ein gutes Stück übers Ziel hinaus geschossen.

Es war nun schon einige Tage her das die Frye Zwillinge den Zug der Blighters übernommen hatten aber die Sorgen von Evie nahmen kein Ende, in ihren Forschungen nach dem Buch aus der Kiste und generell dem Edensplitter kam sie kaum weiter was bei Jacobs Ordnung auch kein Wunder war, warum musste er doch immer in ihren Unterlagen rumwühlen?! Außerdem war sie Ordnungslieben und wollte sich auch nicht mit Unordnung im Übermaß vor Henry bis auf die Knochen Blamieren, was auf jeden Fall in Betracht stand, sie kannte ihren Bruder zu gut, dieser Zug würde in nicht allzu ferner Zeit eh aussehen wie eine Müllhalde, da konnte er wenigstens einmal ordentlich sein, denn sie würde garantiert nicht aufräumen und Agnes würde bei DEM Chaos sicher auch bald verzweifeln, da war sich die Meister Assassine sicher. Wieso musste er auch immer alles  stehen und liegen lassen, warf mit Müll und Essensresten um sich oder verschürte Wichtige Dokumente, einfach nur weil sie gut als Anzünder waren?
Nein dieser Zug musste, zumindest ein wenig, ordentlich bleiben und ihr Werter Herr Bruder würde nicht noch mal, nur weil er die Edenspliter nicht zu schätzen wusste, Bücher, Briefe und Notizen einfach verschüren.

Der Abend hatte sein Ende jedenfalls im Alkohol gefunden und die Meisten lagen flach. Die einzigen die noch klar denken konnten und aufrecht stehen waren Evie und Jacob. Die Ältere hatte beschlossen das die Frye-Zwillinge nicht als Saufgeschwister bekannt werden sollten und Jacob von Alkohol Verzicht zu überzeugen war eh aussichtslos also musste sie ihm, wie so oft, einen Deal anbieten: Weniger Alkohol dafür einen neuen Hut und kein rum gemeckere mehr an Kleidungsstylen aller Art. Ein harter Schritt, sah doch Jacobs Mantel reichlich mitgenommen und verschammariert aus. Aber sie war die klügere, also gab sie nach. Sollte er doch seinen Schlechten Geschmack behalten. Aber das mit den Hüten musste aufhören! Zwar hatte Jacob Zylinder und ähnliches schon immer geliebt, aber seit sie in London waren war das ganze durchs Dach gegangen. Ja, genau wie die Tatsache das er Henry immer wenn er ihn sah mit diesem wie Bell es nannte „Bissigen Humor“ bedachte oder wohl eher von der Seite anmacht.
Nicht das es Henry beeindrucken würde!
Nein es war der älteren Zwillingsschwester eher peinlich…

Das mit dem Alkohol Verzicht hatte aber ja schließlich auch noch andere gute Seiten, die Geld ausgaben hielten sich in Grenzen, das Mobiliar des Zugs würde länger heile bleiben und sie, eine Meister Assassine, müsste nie wieder ihren Bruder nachhause tragen.
Außerdem hatte Evie einen Plan ausgearbeitet, der ihr die Arbeit an Edensplittern und wichtigen Dokumenten erleichterte und ihren Bruder und seinen Gang Geschichten half den Überblick nicht ganz zu verlieren. Das hieß, unteranderem, morgens und abends einen Rundgang über das Territorium um nach Blighters und Templern Ausschau zu halten und Ziele für die nächste Zeit festzulegen. Einige Organisationen konnte man schon im Untergrund auffliegen lassen bevor sie noch mehr Unheil stifteten. Außerdem besagte der Plan dass Jacob sich endlich um seinen Papierkram kümmern musste, dieses ständige hin und her und die schlampige Schrift von ihrem Bruder würden wohl bald der Vergangenheit angehören. Das hoffte die Meister Assassine zumindest...
Das war wohl das einzige was Evie konnte…hoffen.

Seit Jacob in einer Fabrik gesehen wurde wie er Kinder befreit hatte der Feind Gewissheit, vermutlich würde es nicht mehr lange dauern und man würde öffentlich nach ihnen Suchen, alleine diese Woche hatten sie schon Zweimal ‚Besuch‘ in ihrem Quartier. Deswegen war jetzt noch mehr denn je Diskretion geboten. Das einzige Problem: Diskretion war ein Fremdwort für Jacob.
Sie konnten deshalb nur hoffen weiterhin unbehindert arbeiten zu können. Durch die Streifzüge sollte das weitgehend Möglich sein…

So auch jetzt die Zwillinge liefen die Grenze von Withechapel ab, bisher hatten sie heute jedoch nichts gefunden, wenn man mal von den Legionen von Ratten absah. Jedoch konnten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen dass sie nicht alleine waren und ihrer ungesehenen Begleitung ihre Pläne und Taktiken wohle ein wenig über den Haufen werfen würde…

Schnell wie ein Pfeil schoss eine Junge Assassine über Londons Dächer. Geschwind wie der Wind um Ecken und über Straßen Passagen springend näherte sie sich immer mehr ihrem Ziel: Der Bahnhof von Withechapel, dort wo sie ihre Arbeit tun und den Brief an die Frye Zwillinge persönlich übergeben sollte.
Den Brief von dem so viel abhängen würde, soviel wusste sie noch, der Rest war streng geheim, nur der Verfasser kannte die Nachricht Komplett. Das war auch der Grund weshalb sie dieses Stück Papier durchs halbe Land getragen hatte: Bruder George würde Niemals per Post verschicken. Als Meister hatte er Freya, den Auftrag gegeben diesen Brief so schnell und sicher als Möglich Evie und Jacob Frye, denen von jeden in diesem Krieg wieder einmal so viel abhing das es Töricht wäre sie nicht zu Informieren, das dachte zumindest die 18 Jährige, zu überreichen.
Am Morgen hatte sie einige Templer belauscht die in ihrer Unterhaltung erwähnten dass sich die Assassinen Zwillinge das letzte Mal an eben diesem Bahnhof hatten blicken lassen. Selbst hatte sie die beiden noch nie gesehen, aber von Erzählungen wusste Freya das Evie Grüne Augen hatte und ihre langen dunkelbraunen Haare meist zu einem Zopf um den Kopf geflochten trug, von Jacob wusste sie nur das er anscheinend recht groß war und eine kleine Narbe durch die rechte Augenbrauen hatte, weiter jedoch hatte George berichtet das beide das gleiche teuflische Grinsen hatten und dies auch meistens offen zur Schau trugen, das Evie die Strategin war und ihr Bruder wahrscheinlich leichter zu finden sei weil dieser nicht viel von Diskretion hielt und wohl meist eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Für einen Assassinen recht untypisch. Aber das ging sie nichts an, für sie zählte nur ihre Mission und Schluss.

„Also ich finde die Idee mit dem Haare schneiden garnicht mal so schlecht, wenn du willst mach ich das gleich wenn wir hier fertig sind.“  Sagte Evie bestimmend und zupfte an Jackes Haaren im Nacken herum, welche schon recht verzuppelt waren. Typisch dachte sich die Zwillingsassassine während sie ihrem Bruder den Zylinder bestimmend vom Kopf zog; sonst so eitel nur bei den Haaren eine Ausnahme machen. Wobei davon keine reden seine konnte. Die braunen Haare standen in wilden Büscheln vom Kopf ab und wirkten recht verfilzt. Ohne großes Tamtam Schlug Jacob die Hand seiner Schwester weg fuhr sich über die Frisur und schnappte sich seinen Hut den er Sogleich wieder aufsetzte. Das wurde ja immer schöner: spielte Evie neuerdings Friseurin oder war das nur das allgemeine Rumgenörgel was er von seiner Schwester schon kannte? Seufz. Hatten sie da nicht einen Deal gemacht?

Er hatte bei weitem schon schlechter ausgesehen und da hatte sie kein Sterbenswörtchen verlauten lassen. Trotzdem begann er fies zu Grinsen und lachte als er das Gesicht seiner Schwester sah schließlich auch los. Er wusste wie man Evie noch weiter auf die Palme brachte…

Die Regenrinne knarzte leise unter den Händen der Assassine, kalter Nieselregen klatschte der Brünetten ins Gesicht ein Ruck und schnell rannte sie weiter über ein riesiges  mattgrünes Kuppeldach, das Blech klackerte als die Absätze der Schwarzen Stiefel auf den Dünnen Grund trafen. Schneller und leichtfüßig bewegte sie sich auf ihr Ziel zu.
 
„Wieso gehst du nicht zu unserem Greenie und schnippelst an ihm rum, der tut dir doch jeden gefallen“ lachte Jacob
„Außerdem bist du doch seine, wie war das? Inspiration…!“ Gezielt boxte die ältere ihrem Zwilling in die Schulter „Henry hat wenigstens Geschmack! Du unkultivierter Haudrauf!” Energisch wurde die Meisterassassine zurück geschubst „War ja klar das du ihn in Schutz nimmst, Schwesterherz!“ Während er vor Lachen stehen blieb ging sie entschlossen weiter. Wie schaffte es ihr Bruder nur immer das Übel auf sie abzuwälzen? Jacke war doch eindeutig die Größere Lachnummer!
„Ich weiß echt nicht wieso ausgerechnet du mein Bruder sein musst, ich hätt dich sonst schon längst in die Themse geschubst oder dir eine Rauchbombe vor die Füße geworfen…! DU kannst Froh sein das ICH alles regle!“

Gekonnt und leise griffen lange schmale Finger nach den Nassen Ziegelsteinen und schnell stand Freya auf einem weiteren Schornstein, ein kurzer Blick über die Schulter, dann Sprang die Blauäugige.

Eine Hand stoppte Evie „Hey, nur weil du Meisterassassine bist heißt dass nicht das du hier die Führung hast! Immerhin ist das MEINE Gang, des halb hab ich ab jetzt die Führung und das bald über die ganze Stadt!“ Empört schnaufte die Grünäugige aus „Du und Führung“ ungläubig sah sie ihren Bruder an „Wer hat uns denn immer über Wasser gehalten und aufgepasst das du nicht das ganze Geld verspielst?!“ Siegessicher lächelte die Assassine in sich hinein, jetzt war der Spieß endlich gewendet.

„Du reitest immer noch drauf rum! Ich hab dir schon ich weiß nicht wie oft gesagt…“ gekonnt unterbrach die etwas kleinere ihn „…das sie dich nur beim Wist geschlagen haben. Ja, ja…“ weiter hob sie Parierend die Hand „das Geld ist trotzdem weg.“

Der Nasse Boden spritzt leicht als die Braunhaarige wieder auf kam, noch in der Bewegung rannte sie weiter bog nach rechts ab weiter über die Straße. Dann an einer Laterne hoch. Ab  jetzt war sie in Withechapel, der Geruch hatte sich verändert und die Gegend war heruntergekommener, sofort fühlte sie sich sicherer. Weniger Menschen, weniger groß war die Möglichkeit gesehen zu werden oder aufzufliegen.

„Wäre ja nicht so dass du niemals einen Fehler machst, Miss Perfekt“

Energisch schwang der schlanke Körper auf das nächste Dach, sie näherte sich langsam aber sicher dem gläsernen Bahnhofsgebäude.

„Ich habe nicht gesagt das du alles falsch machst es würde dir nur gut tun erst zu denken und DANN zu handeln!“

Nebelt waberte um die Füße der Jungenfrau sobald ich in Nähe des Bodens kam zog sich die Feuchtigkeit in ihren Schwarzen Knielangenmantel.

„Ich…ich denke immer nach!“

Die Haustüren flogen an ihr vorbei und die Fenster verschwammen zu hellen Flecken.

„Wenn du das würdest wärst du nicht so oft in Schwierigkeiten! Du rennst immer gleich drauf los!“

Die Gasse flog immer schneller an ihr vorbei, die Kapuze hing ihr ins Gesicht. Warum muss ich auch den Alten Umhang meiner Schwester tragen? Der ist einfach zu groß! Dachte sie während sie langsamer um die Ecke rannte. Die Braunen haare flatterten Offen unter der Kapuze hervor, dunkel flogen sie neben ihr her.

„Ja…und du denkst immer zu lang nach!“

Da vorne! Der Bahnhof!  Schnell analysierte sie die Möglichen Wege. Über das Braune Dach dort vorne könnte sie einige Sekunden sparen. Einen weiteren kurzen Blick über den Menschenleeren Platz dann rannte sie in eine kleine Gasse um die Abkürzung zu erreichen. Sich auf ihren raschen Atem konzentrierend lief sie weiter. In den Pfützen spiegelte sich der Mond und ein Leichtes Glimmen ging von den kleinen Wasseransammlungen aus. Leichten Schrittes bog sie um die Ecke, mit Hilfe der Laterne an einer Kutsche vorbei. Freya lief eilig weiter zu dem Gebäude mit den brauen Ziegel, das würde Spaß machen…doch dazu kam es nicht

„AAHH!“

Schmerzen…
Gleißende Schmerzen breiteten sich in Freyas Arm aus…

„Was zum…?!“ Jacob sah geschockt auf das Opfer seines Reflexes, Blut drang aus der Wunde der Vermummten. Wie Paralysiert sah er die Kleine Kapuzenträgerin welche die Augen zusammen gekniffen hatte an.
Die Stimme seiner Schwester holte ihn zurück.

„Jacob! Bist du verrückt? Das…das ist eine…eine von uns…?“ die Stimme einer Frau drang durch den Schmerz zu der Blauäugigen durch. Was ist Passiert?!

„Das sehe ich auch! Wie…?!“ Ungläubig blickte Jacob auf seine Blutige Klinge. Er hatte doch jetzt nicht bei vollem Bewusstsein und aus einem bloßen Reflex, eine Assassinen Schwester verletz?! Das…es stimmte. Aber der Schock lähmte ihn noch immer.
Dann zwang die Braunhaarige ihre Augen auf. Erst erkannte sie nur Schatten und Umrisse schließlich bildeten die Schemen klar Bilder. Zwei Schwarzgekleidete Gestalten, ein Mann und eine Frau ….Assassinen! Gefunden!
Der Schmerz betäubte Freya. Blut Strömt aus einer Wunde ein gutes Stück über dem Ellenbogen, tief und Rot. Dann realisierte sie: Das war kein Templer gewesen, das war dieser ungestüme Assassine! Schnell presste sie ihre langfingerige Hand auf die längliche wunde in ihrem Arm, das war doch jetzt nicht der ernst!? Oder?
Doch. Der Schmerz war wirklich da und ja das Blut an diesem Komischen Gebogenen Messer war auch real. Ihr Blut…
Das alles Passierte in nur wenigen Sekunden.
Doch nun war es kein Schock mehr der ihren Verstand vernebelte, jetzt war es Wut. Wut auf George der sie hierher geschickt hatte ohne vor der Aggressivität dieses Mannes zu warnen, Wut auf Jacob Frye, einen Ordensbruder der offensichtlich nicht nachdachte und Angst das noch etwas passieren könnte. Hastig zog sie die Luft ein und man könnte meinen dass sie in sich zusammen sackte, ein fataler Fehlschluss.

Blitzartig schlug sie mit der rechten Hand in Jacobs Nacken, Ablenkung, ein gezielter Tritt vors Schienbein und weiter auf den Fuß treten. Dann verschwand sie auf das Dach gegen über…alles brennt…!
Panisch rannte sie los, warum und wieso wusste sie nicht. Da war einfach nur noch der Schmerz…
Weiter rennen!
Doch sie hatte bereits zu viel Blut verloren, Panisch presste sie ihre Hand auf den Tiefen schnitt, rannte weiter, keine Ahnung wohin, nur weg von hier, einfach weg.

Schnell richtete Jacob sich auf, das stechen in seinem Schienbein ignorierte er gekonnt.
Er sah seine Schwester an, diese erwiderte den Blick, dann rannten sie beide zeitgleich los. Eilig Kletterte Evie auf das Dach und rannte weiter in die Richtung in die die fremde gerannt war, das musste eine Frau gewesen sein, kein Mann der Welt würd es schaffen sich so zu bewegen, das war Anatomisch nicht möglich.

Umso schlimmer das ihr unbedachter Zwilling sie verletzt hatte. Sie musste ihr helfen, seine Fehler wieder ausbügeln. Wie sooft, aber diesmal war es etwas Ernstes. Eine Wunde dieser Art konnte tödlich enden. Also flitzte sie weiter der fremden hinterher, zumindest glaubte sie das. Ihr Bruder musste einen anderen Weg genommen haben, weder sah sie ihn noch hörte die Grünäugige ihn. War ja klar, wieder eine extra Wurst für den Sohn ihres Vaters.

Ehr das Gegenteil war der Fall. Eilig hastete Jacob durch die Gassen Withechapels. Diese wunde war Tief, sie würde ihren Tribut Vordern, bald würde sie das gekletterte und kurzweiligen Balance Akte nicht mehr aushalten. Er kannte diese Straßen, mit Sicherhit würde er sie hier finden…

Seine Tat bereute er. Bestimmt war diese Assassine nicht ohne Grund hier, vielleicht hatte sie ja Informationen, sollte diese weitergeben und was tat er? Rammte ihr einfach seine Waffe in den Arm! Er war Assassine, das ließ sich nicht entschuldigen. Er musste sie finden. Wenn sie Starb oder etwas anders Schlimmes passierte, sie irgendwo abstürzte, sich vielleicht auch noch etwas ernsteres Brach, würde er sich das weder verzeihen können, noch würde es der Orden ihm verzeihen, genauso wenig wie diese großen, Dunkelblauen Augen die vorhin so erschrocken und angsterfüllt gewirkt hatten.

„So viel zu: ich denke immer nach…“ murmelte er verbissen und rannte weiter.

Über die Dunklen Dächer flitze der Schatten der gejagten. Noch immer eine Hand auf die Wunde gedrückt und die Kapuze vom kopfgeweht lief sie weiter. Nicht den geringsten Schimmer wo sie war, kein Zeitgefühl, nicht den Hauch einer Chance das noch länger durch zu halten. Ihre Füße trugen sie weiter, doch Freya begann zu wanken. Sie spürte dass sie nicht mehr weit kommen würde. Sie musste runter, weg von diesen schmalen Dachfirsten wo sie jederzeit runter klatschen konnte. Und eine Möglichkeit bot sich als bald, eine kleine Brücke die zwischen zwei Häusern aus weisem Stein gebaut war und sich etwa einen Meter unter ihr ein Stück entfernt befand. Unelegant und nicht ganz ungefährlich ließ sie sich als bald sie an dem Übergang ankam auf den Steinigen Untergrund nieder. Geschafft. Zumindest fürs erste…

Außer Atem wie nach so einer kurzen Strecke noch nie stützte sich die Assassine mit einem Arm auf ihre Knie.
Eilig zog sie die Luft ein und stieß sie im selben Moment wieder hastig aus. Noch immer Quoll Blut aus der frischen Wunde. Zuviel Blut…

Zur gleichen Zeit sprang Evie Frye nur ein paar Dächer entfernt von einem Schornstein.
Zwar hatte die ältere Noch immer keine Ahnung wo die Blauäugige mit den langen Haaren war, aber sie hatte das Gefühl zumindest in die richtige Richtung zu laufen.
Langsam machte sich die Schwester von Jacob sorgen die verwundete die möglicherweise gestürzt war und sie sie so übersehen hatte…
Weiter mit geschärftem Bick rannte sie weiter durch das nächtliche London. Sie bewegte sich immer mehr in Richtung City of London. Der Regen viel weiter beständig aus den grauen Wolken doch immer häufiger konnte man vereinzelt kleine Stern am Horizont ausmachen.
Das helle Glimmen spiegelte sich in den Pfützen und schmutziges Regenwasser begann wie vielseitig geschliffene Prismen zu glitzern…
Doch das war kein Wasser. Augenblicklich hielt Evie inne und sah auf eine Rubinrot glänzende Pfütze. Blut.
Das konnte nur eines bedeuten, sie war richtig. Mit diesem ungestörten Blutverlust würde die fremde wenn sie nicht bald gefunden wurde sicherlich verbluten, schoss es ihr durch den Kopf. Doch mehr als rennen konnte sie nicht.

Ihre Stiefel trafen auf die Ziegel eines Hellroten Backsteindaches welches durch den Regen ganz glitschig geworden war. Noch immer suchend ließ sie ihren Blick über den Boden und die umliegenden Dächer schweifen, doch sie konnte nur Müll, einen Betrunkenen welcher in der Gosse schlief und einige Katzen ausmachen.
Die ältere der beiden Zwillinge zog die Stirn kraus. Ihre Kredo Schwester konnte sich doch nicht einfach in Luft auf lösen! Doch…Assassinen sind Meister der Tarnung. Natürlich konnte sie das.

Suchend rannte sie weiter und dann sah sie tatsächlich etwas. Keine zwei Häuser weiter auf einer Art Vorsprung hatte sich etwas Dunkles bewegt, war zusammen gesackt. Das war sie!

Mit einigen gezielten Sprüngen landete die Assassine auf der Brücke.
Augenblicklich richtete sich die Schwarzgekleidete auf und machte Anstalten wieder wegrennen zu wollen, doch Evie war schneller.

„Halt! Warte ich tu dir nichts!“ rief Miss Frye aus und hob beschwichtigend die Hände.
Die verwundete wollte weiter. Stark kämpfte sie gegen den Schmerz an, immer wilder versuchte sie zu entkommen, ohne Erfolg. Ihr Körper machte die Strapazen nicht mehr mit.
Das Denken viel ihr schwer, alles brach langsam zusammen um sie. Kein Halt mehr. Doch trotzdem handelte sie.
Eilens Griff sie in ihren schwarzen Umhang und zog einen Versiegelten Umschlag hervor. Ihre Augenlider begannen zu Flattern. Doch noch ein letzter kraft Akt.

„Der…der ist für sie und ihren…B-Bruder“ brachte sie mit Brüchiger Stimme hervor, immer mehr schatten zogen sich zusammen und Freyas Sicht verschwamm. Evie nahm den Brief entgegen.
Bruder George. Fragend sah sie der Fremden die sofort auf Abstand gegangen war in die blauen Augen. Sie hatte wieder eine Hand auf die Nasse Wunde gepresst und sah Evie glasig an. Schon wollte die Schwester von Jacob die andere auffangen oder zumindest stützen doch diese wich mit einem Fauchen weiter zurück. Wie ein verwundetes Tier schoss es der Grünäugigen durch den Kopf.

„Ihr… Ihr werdet es nicht schaffen! Alles hier! Habt ihr mal…an die Assassinen die nicht in London leben gedacht? Wir sterben! Die Templer haben die Calision in Crawley angegriffen! Viele sind gestorben! Mein Vater, meine große Schwester und ihr Verlobter! Und wegen was?! Weil ihr nicht aufpasst was ihr macht und Georges Anweisungen missachtet!“ rief sie aus, mit der letzten Kraft. Ihren Arm beachtete sie schon garnicht mehr. Es war zu spät…das wusste sie.

Doch Evie war nicht die einzige die mit hörte. Ihr Bruder stand nur wenige Meter unter den beiden. Verwirrt blickte er zu dem Gemäuer auf.
Hatte er sich eben verhört?!
Ein Angriff in Crawley? Wann? Warum hörte er erst jetzt davon?
Mit leichten Wehen dachte er an seinen Geburtsort zurück. Zwar hatte er sich von diesem Fleck Erde losgelöst, doch die Verbundenheit der letzten zwanzig Jahre blieb wohl ewig.
Und das mit George…Wann kapierte es endlich jemand?! London musste befreit werden!

Dasselbe dachte auch seine Schwester. Mit einer großen Ausnahme: Sie nahm das mit George und der Befehlsmissachtung nicht auf die leichte Schulter, in der letzten Zeit dachte sie immer häufiger darüber nach ob es wirklich so eine kluge Entscheidung gewesen war einfach in eigen Regie London zu „stürmen“. Jetzt war Crawley geschwächt und Assassinen waren gestorben, vielleicht sogar bekannte, Freunde von ihr!

Auf einmal drehte sich die stark Blutende von Evie weg, lief die letzten Schritte auf das Dach zu.
Ihre Beine gehorchten ihr schon lange nicht mehr und auch als sie das Dach erklimmen wollte, normal ein Klacks, versagten ihre Kräfte ein weiteres mal.
Das ziehen im Kopf der Blauäugigen wurde stärker, das Schwindelgefühl immer größer, schwer Atmend Taumelte sie nach hinten. Sah nichts mehr, hörte nichts mehr, alles zugestopft und wie durch einen Schleier.
Und da war auch wieder diese leise Stimme in ihrem Kopf: „Hör auf, gib auf, lass es einfach, du hast doch eh keine Chance mehr, einfach los lassen…“

Der strudel aus all dem…er sog. Und nichts woran man sich festhalten kann. Aber Freya wollte sich auch garnicht mehr festhalten, wollte garnicht mehr Kämpfen, es war vorbei…

Und so ließ sie sich fallen, nahm in einem Letzten Atemzug alles denken, alles Handeln nicht mehr wahr. Sie viel. Immer weiter und immer tiefer…kein Zurück mehr…vielleicht war es ja das Beste…

„Auftrag erfüllt.“ Hallte es noch in ihrem Kopf. Dann leere.

Das letzte was die Schlanke spürte waren warme Arme die sie auffingen.

Schnell fing Evie die junge Frau auf. Sie verlor Blut. Zuviel Blut. Weg hier. Irgendwohin wo es sicher ist, wo die Fremde Versorgt wurde. Mit einer Sicheren Bewegung hob sie ihre Credoschwester hoch. Fliegen Gewicht, war das erste was ihr durch den Kopf schoss. Wie konnte man groß, leicht muskulös und das war die Braunhaarige, so wie jede Assassine und trotzdem so „leicht“ sein?!
Der Zug! Das rauschen hörte sie zwar nur entfernt, doch sofort war wieder ein Plan da. Schnell nahm sie ein Paar schritte Anlauf und erklomm in zwei weiten Sprüngen das Dach.
Auf geht’s Evie…dachte sie mit einem innerlichen Seufzen. Unter Zeitdruck und mit vollen Händen über die rutschigen Dächer. Beste Idee überhaupt.

Aber es änderte ja nichts.
Sie rannte los, Weiter in die Richtung einer Brücke welche über die Gleise reichte, nicht weit von hier.
Also beeilte sie sich an einem Schornstein vorbei zu kommen und beschleunigte.

Wo steckt Bloß Jacob? Noch immer hatte die Grünäugige keine Ahnung wo sich ihr schlagwütiger Bruder aufhielt. Wahrscheinlich hatte er sich noch mehr Ärger eingehandelt und…
Wenn ihr Bruder für den Tod einer Unschuldigen verantwortlich sein sollte, dann Gnade ihm Gott! Ja und Gnade ihm George…
Sie beeilte sich jetzt und rettete ein Leben, das Leben einer unschuldigen. Oder hatte es zumindest vor.

„Gib sie mir. Ich bin schneller beim Zug.“ Ertönte die Stimme von Jacob nur einige Zentimeter vom Ohr seiner Schwester entfernt. Er hielt mit der rennenden schritt.

Fast hätte sich Evie erschreckt, doch das hatte sie sich schon lange abgewöhnt…ihr Bruder kam und ging nun mal wann er wollte
Jacob hielt noch immer schritt mit der rasenden. Forschend sah ihm seine Schwester in die Braungrünen Augen.
Sollte sie Jacob wirklich diese Geschwächte, verwundete vermutlich bald tote in die Hände geben? Sie fackelte nicht lange:
Jacob war stärker und hatte mehr Erfahrung mit diesen Nassfeuchten Dächern, er würde schneller sein…
Schweren Herzens schob sie ihrem Bruder die mittlerweile leichenblasse in die Arme.

Schon bald war er mit der Dunkelheit verschmolzen und nicht mehr aus zu mache.


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