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Fen'Harel, ich sehe dich

KurzgeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Solas
28.02.2018
22.02.2021
16
20.741
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22.02.2021 546
 
Leliana nahm der Krähe das kleine Stück Papier vom Bein ab und entließ sie danach wieder in die Freiheit. Sorgsam entrollte sie es, erkannte verblüfft die Handschrift und las. Dann segelte es auf den Tisch neben ihr und sie musste sich setzen. Ihr war übel. Ein wenig schwindelig.

Sie hatte in den vergangenen Jahren Vieles gehört.
Verschiedenste Informationsfetzen waren ihr von ihren Spionen zugetragen worden, die nach und nach ein Bild ergaben. Und zwar jenes, dass Fen’Harel eine Gefährtin hatte, mit der er gemeinsam für die Elfen kämpfte. Eine Elfenfrau mit Augen wie Kohlen, sonnengeküsster Haut und mit braunem Haar, das ihr auf der linken Seite ums Gesicht wehte, während sie rechts den Bogen spannte. Ihr Ziel niemals verfehlend, um danach ihr unverwechselbares Grinsen aufzusetzen.
Es wurde geflüstert von einer tiefen Verbindung, der selbst der Schreckenswolf nichts entgegen zu setzen hatte.
Es wurde geraunt, sie sei der Schatten des Wolfes, der sich niemals von ihm trennte.

Leliana war sich fast sicher, Tam für immer verloren zu haben, auch wenn ein kleiner Teil in ihr daran festhielt, dass sie die Elfenschurkin nicht enttäuschen würde. Dass sie durchs Feuer gehen und verbrennen würde, um am Ende doch das Richtige zu tun. Aber sie hatte nicht wissen können, was dann geschah.
Ob Solas sie tötete, für sich einnahm oder für seine Zwecke benutzte.
Ob sie ihm freiwillig folgen würde.

Als Tam Fen’Harel in dem Wald beschützt hatte, war Leliana nicht in Wut geraten, wie die anderen vermuteten. Es war ein Spiel, eine Täuschung, wie so oft in ihrer Funktion. Sie hatte auf Tam geschossen, um sie noch glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Um dem Schreckenswolf Zweifel zu nehmen, sofern sie noch vorhanden waren.

Für Tam hatte auch die Meisterspionin stets eine Schwäche gehabt. Ihre entwaffnende Unschuld einerseits, ihr totbringendes Talent andererseits, ihre Ergebenheit, ohne sich selbst dabei aufzugeben. Wie sie jemanden für sich einnehmen konnte, ohne es darauf anzulegen und obwohl sie das Alleinsein stets bevorzugte. Sie hatte immer gesehen, zu was sie fähig war und dass sogar die Fähigkeiten einer weisen, starken Anführerin in ihr schlummerten.
Wahrscheinlich hatte sie sie deshalb ausgewählt.  Sie war die Einzige, die eine Symbiose mit Solas einzugehen vermochte, da sich ihre Seelen so sehr ähnelten.
Und es schmerzte sie, dass sie die Elfe niemals wiedersehen würde. Denn sie hatte sie verloren.
Darüber hatte sie nun Gewissheit.

Leliana stand auf, wischte sich mit dem Ärmel über die feuchten Augen und besah sich verwundert die dunklen Flecken, die es auf ihrer Kleidung hinterließ. Mehr gestand sie sich nicht zu.
Sie musste mit den anderen sprechen. Schnellen Schrittes verließ sie ihr Zimmer, während sich das kleine gerollte Blatt auf dem alten Holztisch bewegte und im Luftzug tanzte.

Viel war nicht darauf geschrieben.
Acht Worte, die alles veränderten.


Fen’Harel ist tot.
Und Tam starb mit ihm.







ENDE



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Hallo ihr Lieben, die diese Geschichte bis hierher verfolgt haben. <3

Mein kleines Nebenprojekt hat nun ein Ende gefunden und ich hoffe, ihr seid damit zufrieden.
Ich habe es mit Absicht ein klein wenig offen gehalten und Raum für Interpretationen gelassen.
Ein Hintertürchen für den kommenden DA-Teil.
Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen. ;-)

Alles Liebe, eure Geisterpfote


Und hier noch ein Song, der mich am Ende der Geschichte begleitet hat...
Halsey - Hold me down
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