Jormungand 2.0

von Hideki
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
Jonah Kasper Hekmatyar Koko Hekmatyar Minami Amada OC (Own Charakter) Ugo
28.02.2018
24.12.2019
30
197726
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Ein herzliches Willkommen an alle die diese FF hier gefunden haben. Ich war in letzter Zeit nicht sehr aktiv, aber melde mich jetzt mal mit einer Jormungand FF zurück, die in Zusammenarbeit mit einem guten Freund/Kollegen, den ich jetzt mal liebevoll Daichi nenne, entsteht. Viel Spaß beim lesen wünschen euch Daichi und Hideki
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POV: ???

„Ich muss dann jetzt los Mutter.“ , sage ich und meine Mutter nimmt mich in eine Umarmung. „Pass auf dich auf. Ich will dich in einem Stück wiederhaben und nicht unvollständig.“ „Keine Sorge.“ , versuche ich sie zu beruhigen. „Das hast du bei deinem ersten Auslandseinsatz auch gesagt. Wieder gekommen bist du im künstlichen Koma und mit einer Schusswunde an deinem Kopf.“ , sagt sie besorgt und fährt mit ihrer Hand links an meinem Kopf über die lange Narbe. „Seitdem ist viel passiert. Immerhin gehöre ich jetzt zu den Einzelkämpfern, einer Eliteeinheit des Heeres. Also mach dir keine Sorgen.“ Plötzlich ertönt ein Hupen von draußen. „Jetzt muss ich aber wirklich los.“ , verabschiede ich mich mit einer Umarmung, packe meine Ausrüstung und verlasse meine Wohnung. Unten wartet bereits ein Wagen des Militärs auf mich. Meine Ausrüstung verschwindet im Kofferraum und ich setzte mich neben den Fahrer. „Was hat denn da so lange gedauert, Leutnant?“ , werde ich sofort gefragt. „Das geht euch nichts an. Wir können los.“ , antworte ich und schnalle mich an. Am Flughafen angekommen packe ich meine Ausrüstung und betrete das Gebäude. „Dienstgrad und Name bitte.“ , kommt ein Offizier nach kurzer Zeit zu mir. „Leutnant Julien Mar.“ , antworte ich. „Danke. Bitte begeben Sie sich zum Gate A36. Sie werden in der ersten Maschine mitfliegen.“ , informiert dieser mich. Ich nicke und begebe mich zum Standort. Mit mehreren Bussen geht es zur Maschine und mit dieser direkt zu unserem Einsatzstützpunkt. Da der Flug etwas dauert, habe ich ja kurz Zeit, mich einmal vorzustellen. Wie ihr ja bereits wisst ist meine Name Julien Mar, aber mein Codename beim Militär ist Mishka. Ich bin 20 Jahre alt, und habe schon einen relativ hohen Dienstgrad für mein junges Alter. Mit 17 Jahren habe ich damals meine Grundausbildung gemacht und kurz nach meinem 18ten Geburtstag ging es für mich in den ersten Auslandseinsatz. Dieser dauerte nur zwei Wochen, da ich, wie ihr ja eben auch schon erfahren, habt angeschossen wurde. Durch einen Schutzengel habe ich das Ganze überlebt, aber seitdem ziert eine lange Narbe die linke Seite meines Kopfes. Nachdem ich soweit wieder fit war und mich erholt hatte, habe ich weitere Ausbildungen innerhalb des Militärs absolviert und bin einer von zwei der jüngsten Elitesoldaten des Landes. Für die Laufbahn beim Militär habe ich mich entschieden, da auch mein Vater, welchen ich übrigens bis jetzt noch nicht kennengelernt habe, ebenfalls Soldat ist und meine Mutter bei einer Sondereinheit der Polizei arbeitet. Seit ich mich erinnern kann gab es nur meine Mutter an meiner Seite, die sich um mich gekümmert und mich groß gezogen hat. Unzählige Male habe ich Mutter nach meinem Vater gefragt, bis jetzt jedoch nie eine Antwort bekommen.  Das ist mein bisheriges Leben kurz zusammen gefasst. Jetzt befinde ich mich auf meinem nächsten Auslandseinsatz und werde dort einer neuen Einheit eingeteilt. Nach einer Gefühlten Ewigkeit landen wir am Luftstützpunkt wenige Meter von unserem Camp entfernt. „Alter Schwede ist das heiß hier. Das halte ich nicht aus.“, seufze ich, als ich die Maschine verlasse. Im Camp angekommen stellen wir uns alle in Reih und Glied auf und der Leiter des Camps tritt vor uns. „Herzlichen Willkommen hier im Camp, welches für das nächste halbe Jahr eure Heimat sein wird. Ich weiß ja nicht, was ihr bis jetzt alles über das Camp hier gehört habt, aber es ist nicht so schlimm wie es aussieht. Es ist noch schlimmer. Unsere Gegner hier sind Milizen, welche das Land in ihrer Hand haben und vor nichts zurück schrecken.“ , hält er eine Ansprache. .Anschließend wird geklärt, wer wo einzieht. Wieder werde ich nach meinem Dienstgrad und meinem Namen gefragt. „Leutnant Julien Mar.“ , antworte ich und der Soldat schaut durch seine Listen. „Ahhh, da haben wir Sie ja. Leutnant Julien Mar Eliteeinheit.“ , liest er vor, schreibt etwas in die Liste und teilt mir meine Unterkunft zu. Schnell mache ich mich auf den Weg dorthin und freue mich auf eine Dusche, da ich in der kurzen Zeit, die ich jetzt hier bin schon geschwitzt habe ohne Ende. In meinem Zimmer angekommen staune ich nicht schlecht, als ich meinen Zimmerpartner sehe. „Ach du heilige Scheiße. Dich habe ich ja lange nicht mehr gesehen. Wie geht’s dir Echo?“ , begrüße ich meinen besten Freund, welchen ich beim ersten Auslandseinsatz kennengelernt habe. „Ja da brat mir doch einer 'nen Storch! Ich dachte du hättest den Löffel abgegeben Mishka.“ , begrüßt er mich ebenfalls. „Den Gefallen konnte ich dir leider nicht tun. Jetzt sag, was hast die letzten Jahre so getrieben Daichi?“ bitte ich und lege meine Ausrüstung ab. „Na ja, ich hab weitere Ausbildungen gemacht. Angefangen hab ich mit einer erweiterten Nahkampfausbildung. Danach bin ich zu den Fallschirmjägern  und zu guter Letzt habe ich mich den Elite Scharfschützen angeschlossen. Und du so?“ „Ebenfalls erweiterte Nahkampfausbildung, ebenso wie die die Fallschirmjäger und dann habe ich mich den Einzelkämpfern, einer Eliteeinheit, angeschossen.“ , antworte ich.

„Na dann wollen wir hier mal ein bisschen aufmischen. Warst du schon bei der Waffenausgabe?“ , fragt er mich. „Nein, ich bin gerade erst angekommen und würde gerne mal unter die Dusche. Mir ist es hier definitiv zu heiß.“ „Bin jetzt seit gestern hier und verstehe das nur zu gut. Dann warte ich auf dich und wir gehen danach zusammen zur Waffenausgabe.“ „OK, ich beeile mich auch.“ , antworte ich und lege an Tempo zu. Zwanzig Minuten später bin ich frisch geduscht und mit frischen Klamotten im Zimmer. „Ich wäre soweit.“ , wende ich mich an Daichi und setzte mir die Sonnenbrille auf. „OK, dann los.“ , antwortet er, erhebt sich und schnappt sich ebenfalls seine Sonnenbrille. Gemeinsam marschieren wir zur Material- und Waffenausgabe, da wir für jeden Auslandseinsatz neue Kleidung, Ausrüstung und Waffen in der für die Region angepasste Tarnfarbe gestellt bekommen. In meinem Rucksack war nur das nötigste drin und der Rest der Ausrüstung hat vor mehreren Wochen die Reise hierhin angetreten. Dort werden wir nach unserem Dienstgrad und Namen gefragt und bekommen dann erst einmal unsere Tarnkleidung ausgehändigt. Diese bringen wir in unsere Zimmer in den Schrank, dann geht es zur Waffenausgabe und anschließend sitzen wir nebeneinander im Camp und reinigen erst einmal unsere Waffen. „Wow eine  Cheytec M200, schönes Ding.“ , staune ich über Daichi´s Scharfschützengewehr. „Oh ja, aber so was von und wie ich sehe, stehst du immer noch auf das moderne Amerikanische Zeug. Ein Scar H Sturmgewehr mit Sondermodifikation, eine Desert Eagle Handfeuerwaffe und zwei Glock 18. Übertreibst du nicht ein wenig?“ „Die beiden Glock 18 trage ich versteckt und ich habe lieber zu viel Feuerkraft dabei als zu wenig.“ , rechtfertige ich mich. „Ich kann mit dem modernen Automatikwaffen nichts anfangen.“ „Stimmt damit das habe ich sofort gemerkt, als wir uns kennen gelernt haben.“ , sage ich lachend. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück werden wir dann genauestens mit dem Camp und der näheren Umgebung vertraut gemacht. Anschließend trennen sich unsere Wege, da Daichi die Standpunkte für die Scharfschützen gezeigt bekommt und ich noch eine Einweisung in unsere Aufklärungsfahrzeuge bekomme. Nachmittags sind wir wieder zusammen unterwegs, da wir eine Route um das Camp abfahren, die zur Wachschicht gehört und die Scharfschützen die Route auch mal kennen sollen „Ihr wollt Mishka wirklich fahren lassen? Ihr wisst schon, dass ihr da bereuen werdet?“ , meint Echo, als ich das Fahrzeug starte. „Haha, echt witzig.“ , kommentiere ich das ganze und setzte das Fahrzeug vorsichtig in Bewegung. Mit Schrittgeschwindigkeit verlasse ich das Camp und dann gebe ich Gas. „Wuhu, ich liebe diese Teile.“ , freue ich mich und drückte weiter auf das Gas. „Na seht ihr? Ich hab doch gesagt, der bringt uns alle um.“ , meldet sich Echo wieder zu Wort. Nach ein paar Runden Vollgas verlangsame ich das Tempo wieder und wir fahren in geschlossener Formation die Route ab. „So damit wissen Sie jetzt Bescheid. Ihre Gruppe wird heute Nachtwache übernehmen. Leutnant Hibiko, Leutnant Mar, Sie beide werden im Besprechungsraum erwartet.“ Mit einem Nicken, machen wir zwei uns auch ohne mit der Wimper zu zucken auf den Weg. Im Raum angekommen, treffen wir auf andere Kameraden. Nach einigen Minuten warten betritt ein Major den Raum und bittet um Ruhe. „Willkommen die Herren. Sie fragen sich wahrscheinlich weshalb Sie hier sind und ich will Sie auch nicht länger auf die Folter spannen. Sie werden zwei Eliteteams bilden die eine besondere Aufgabe während ihrer Zeit hier haben, dazu aber gleich mehr. Zuerst teile ich die Teams ein.“ , ergreift er das Wort und es werden Zwei Teams gebildet. Nachdem sich alle Soldaten und die beiden Anführer des ersten Team vorgestellt haben ist unser Team an der Reihe. „Team Alpha wir angeführt von Leutnant Mar und Leutnant Hibiko. Wenn Sie kurz vorkommen würden um sich vorzustellen.“ , bittet der Major uns. Nach einem Jawohl treten wir beide vor. „Willst du zuerst?“ , frage ich Daichi. „Klar doch. Schönheit geht immer vor Alter.“ , antwortet er. „Wir sind gleich alt du Scherzbold.“ „Ich bin Leutnant Daichi Hibiko, Codename Echo. Ich gehöre zu einer Eliteeinheit von Scharfschützen.“ , macht Daichi den Anfang. „Und ich bin Leutnant Julien Mar, Codename Mishka. Auch ich gehöre zu einer Eliteeinheit, den Einzelkämpfern und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“ , ziehe ich nach. Nach uns stellt sich noch unser Team vor, bevor der Major wieder das Wort ergreift. „Kommen wir jetzt zu Ihrer Sondermission. Während der letzten Aufklärungsfahrten haben wir zufällig erfahren, woher die Miliz ihr Waffen bezieht. Es handelt sich dabei um die Waffenhändlerin Koko Hekmatyar. Auch wir beziehen natürlich unsere Waffen gelegentlich von Frau Hekmatyar oder ihrem Bruder Kasper Hekmatyar, jedoch verhält sich Frau Hekmatyar in letzter Zeit etwas merkwürdig. Deshalb hat die Regierung gefordert sie in Gewahrsam zu nehmen. Normalerweise würden wir Ihnen ja Infos über Frau Hekmatyar und ihre Leibwächter geben, jedoch hat es irgendwer geschafft diese von unseren Servern zu löschen. Es sei nur soviel gesagt, eine lange Zeit, hatte Frau Hekmatyar neun Leibwächter, wie viele es jetzt noch sind, können wir leider nicht sagen also seien Sie auf der Hut, wenn es wirklich irgendwann zum Zugriff kommen sollte. Ihre neuen Tarnklamotten der Einheit, wurden bereits auf Ihre Stuben gebracht. Hallten Sie sich jederzeit, rund um die Uhr einsatzbereit. Da nur wenige von der Existenz der zwei Teams wissen, werden Sie sich normal am Wachdienst und Aufklärungsmissionen beteiligen, bis Sie den Befehl für die Mission bekommen. Bedeutet, es herrscht absolute Geheimhaltung. Offiziell existiert weder die Mission, noch diese zwei Teams und auch das Gespräch hat so nicht stattgefunden.“ Alle Antworten mit einem Jawohl. „In Ordnung, dann wegtreten.“ „Was hast du heute noch vor?“ , fragt Daichi. „Keine Ahnung. Da wir Nachtwache haben und ich im Gegensatz zu dir ja das Camp dabei verlassen muss, werde ich mich gleich etwas aufs Ohr hauen.“ , antworte ich. „OK wie du meinst. Dachte zwar wir trinken noch was aber wie du willst.“ „Ich statte dir im Laufe der Nacht mal einen Besuch ab. Trinken können wir zwar nichts aber zum Quatschen ist schon Zeit.“ , verspreche ich ihm.

Nach ein paar Stunden Schlaf und gerade zum Sonnenuntergang erhebe ich mich aus dem Bett und bereite mich für die Nachtwache vor. Zur Ausrüstung gehört unter anderem auch ein Nachtsichtgerät und natürlich Funk. Pünktlich zum Wechsel bin ich an Ort und Stelle. „Bis jetzt alles ruhig. Aber der letzte Angriff auf das Camp ist schon wieder zu Lange her, daher traue ich der Sache nicht. Passt also auf, wenn ihr da draußen unterwegs seit.“ „Danke für die Info. Wünsche eine erholsame Nacht.“ , führen wir ein kurzes Gespräch. Nach mehreren Stunden Wache innerhalb des Camps, bereiten wir uns auf die planmäßige Fahrt außerhalb des Camps vor. Die erste Hälfte der Route übernehme ich das Steuer bevor wir wechseln und ich das auf dem Fahrzeug installierte MG besetzte. Die Fahrt verläuft jedoch ohne irgendwelche Zwischenfälle und nachdem die Fahrzeuge wieder abgerüstet sind, geselle ich mich wie versprochen zu Daichi auf einen Aussichtsturm. „Ich dachte schon du kommst gar nicht mehr?“ , meint dieser. „Hey, ich hab wenigstens was zu tun, als nur hier herum zu sitzen.“  „Tja, Augen auf bei der Wahl der Einheit.“ , antwortet Daichi grinsend. „Sag mal, ich hab gestern gesehen, dass du links immer noch die Augenklappe trägst. Hast dich also noch nicht an deinem Augen operieren lassen?“ , frage ich ihn, das Daichi seit Geburt auf dem linken Auge blind ist. „Nein habe ich nicht und das werde ich auch nicht. Gerade als Scharfschütze kommt mir das zu Gute und sonst macht es mir auch nichts aus.“ , antwortet er und schaut durch das Zielfernrohr und erkundet die Gegend. „Und du? Weißt du mittlerweile was mit deinem Vater ist?“ „Ebenfalls Nein. Meine Mutter rückt einfach nicht mit der Sprache raus. Sie könnte mir ja wenigstens mal ein Foto zeigen.“ , antworte ich seufzend. „Vielleicht hat sie keins.“ „Das glaubst du doch wohl selber nicht. Selbst wenn es so wäre, könnte sie mir ja wenigsten mal seinen Namen sagen.“ Plötzlich unterbricht Daichi mich. „Hey, schnapp dir mal den Feldstecher und schau mal bitte.“ , bittet er mich. Blitzschnell krame ich einen Feldstecher hervor und schaue in die gedeutete Richtung. „Was machen die da?“ , frage ich überrascht, als wir mehrere vermummte und bewaffnete Personen beobachten. „Das sieht so aus, als würden die Sprengsätze auf der Wachroute platzieren.“ „Du hast doch ein fettes Zielfernrohr auf deiner Waffe, kommst du da nicht näher ran?“ , frage ich und wende mich dem Funk zu. „Warte einen Moment.“ „Hier Einheit Fünf. Ich befinde mich auf dem westlichen Aussichtsturm. Wir haben mehrere Ziele gesichtet die dem ersten Anschein nach Sprengsätze auf der Wachroute platzieren. Bitte um weitere Anweisungen.“ „Mishka, da sind noch mehr.“ , informiert er mich und wendet sich auch dem Funk zu. „Hier Scharfschütze West. Bestätige noch mehr Ziele. So wie es aussieht bereiten die einen Hinterhalt vor. Wenn die Wachtruppe da Morgen raus fährt haben sie keine Chance.“ Es dauerte ein paar Minuten bis die Leitstelle sich wieder meldet. „Wir haben stillen Alarm ausgelöst. Mishka, Sie schließen sich Gruppe Alpha an. Echo, Sie beziehen eine andere, bessere Schussposition.“ , kommt dann die Anweisung. „Negativ, ich schaff das auch von hier.“ , gibt Daichi Rückmeldung und wechselt das Zielfernrohr. „Na dann, wollen wir den Jungs mal einen Strich durch die Rechnung machen.“ , sage ich, verabschiede mich mit einem Handschlag von Daichi und eile zurück zu den Fahrzeugen. Dort besetzte ich das MG des Fahrzeuges und nur wenige Minuten später verlassen insgesamt vier Einheiten das Camp. Um den Überraschungsmoment zu nutzen, lassen wir die Scheinwerfer aus und schalten nur die Infrarotsender der Fahrzeuge und an unserem Körper an. Auf dem Weg zu unseren Ziele lade ich erst mein Sturmgewehr und anschließend das MG des Fahrzeuges. „Hey Echo, wehe du ballerst mir aus Versehen den Schäden weg.“ , warne ich ihn über Funk. „Ich gebe mir Mühe, kann aber nichts versprechen.“ , antwortet er lachend. Der Fahrer des Wagens gibt ein Handzeichen an die anderen Fahrzeuge und wir bilden eine Reihe, um nicht all zu viel Staub aufzuwirbeln. Der Tacho zeigt 50 Meilen die Stunde. Kurz bevor wir die Ziele erreichen, funke ich den Aufklärungstrupp an: „Wie viele bestätigte Ziele haben wir?“ „Zwölf bestätigte Ziele. Acht sind in Bewegung. Vier weitere positionieren gerade eine neue Ladung. Alle Scharfschützen sind schussbereit.“ „Danke, Echo. Hier Team Alpha. Ein Fahrzeug die vier arbeitenden Ziele flankieren. Feuer auf meinen Befehl. Wenn Fluchtgefahr besteht, Schusserlaubnis für die Scharfschützen nach eigenem Ermessen. Die anderen zwei Wagen folgen unserem. Wir schnappen uns die Kerle. Wenn möglich, lebend einfangen., bei Feindbeschuss haben Sie Feuerfreigabe!“, rufe ich in das Funkgerät. „Verstanden.“, hört man es mehrmals aus dem Hörer. Die Wagen teilen sich auf. Während wir die acht Männer verfolgen, flankiert der andere Van die anderen vier Männer. Wir erreichen unser Ziel und werden nun durch das Motorengeräusch auch entdeckt. Sofort fällt Feindbeschuss. „Hier Team Alpha! Feuerfreigabe erteilt!“, schreie ich in das Mikro. Schon geht die kleine Schlacht los. Ich setze mein Nachtsichtgerät auf und bitte den Fahrer in leichten Schlangenlinien zu fahren, damit wir nicht getroffen werden. Ich lasse das MG anlaufen und entsichere die Munition. Sofort ertönt das Geratter der Patronenhülsen, die über den Stahlrahmen des Fahrzeugs kullern. „Hier Team Bravo, benötigen dringend Feuerunterstützung!“ Da wir bereits sechs der Ziele eliminiert haben, können wir zur Unterstützung eilen. „Team Alpha rückt vor.“, antworte ich den um Hilfe schreienden Soldaten. Der Fahrer dreht das Lenkrad heftig herum und ich werde an die Kante des Fahrzeugs geschleudert. „Fahr mal ein bisschen vorsichtiger! Du willst mich doch wohl nicht umbringen!?“, schnauze ich den Soldaten an. „Tut mir leid Sir, kommt nicht wieder vor.“ „Anfänger...“, flüstere ich mir selbst vor. Wir erreichen die Soldaten. Der Humvee wurde auf die Seite geworfen, der Fahrer ist tot. Die anderen zwei Männer haben sich hinter dem Fahrzeug verschanzt und warten. Ich hänge mich an das MG und feuere auf die Feinde. Treffer. Der nächste lässt nicht lange auf sich warten. Nur noch zwei Ziele übrig. Plötzlich schreit der Fahrer:“ Achtung, festhalten!!“ Ich kann gar nicht realisieren, so schnell ist es passiert – Ein kleiner, aber starker Stahldraht wurde über die Straße gespannt, der die Reifen der Fahrzeuge zerschreddert. Der Fahrer kann das Fahrzeug noch halbwegs kontrolliert zum Stehen bringen. „Sichern!“, befehle ich den Männer. „Zu Befehl!“, erhalte ich die Antwort. Ich feuerte mit dem MG weiter, kann jedoch nicht genau schießen, da sich die Feinde hinter einem Felsen verstecken. „Daichi, kannst du sie dir vorknöpfen?!“, plärre ich in den Funk. Es kommt keine Antwort. „Dämlicher Trottel, schon immer warst du der Stille. Wieder mal typisch!“, spreche ich mit mir selbst. Plötzlich explodiere eine Granate neben dem Wagen. Piepen. Mehr kann ich nicht mehr hören. Meine Ohren tun furchtbar weh. Ich sehe mich um. Es war eine Blendgranate. Plötzlich geht einer meiner Männer zu Boden. Ein weiterer von Team Bravo fällt. „Team Alpha und Team Bravo benötigen dringend..... hrschhhhhhhhhhhhhh“, hört man es nur noch im Funk rauschen. Ich versuchte wieder klaren Gedanken zu fassen, doch die Kopfschmerzen und das Piepen machen mich wahnsinnig. Ich bin nicht bei klarem Verstand. Ein Mann stürmt auf mich zu. Er hält die Waffe im Anschlag. Er zielt auf mich. Ich denke mir, jetzt wäre es endgültig vorbei. Auf einmal fällt der Mann reglos um. Das Blut läuft ihm aus dem Kopf, die Waffe liegt am Boden. Ohne jegliche Geste liegt er da plötzlich. „Duck dich, Julien.“, höre ich es nur noch im Funk. Ehe ich reagieren kann schießt eine Kugel um Haaresbreite an meinem Kopf vorbei. Und ich bin wie in Windeseile bei allen Sinnen, doch meine erste Amtshandlung: „Daichi!!! Du elendiger Scheisskerl! Du sollst mich nicht erschießen! Ziel beim nächsten mal besser!!! Ich schwöre dir, wenn ich dich in die Finger bekomme!!!“, schreie ich wutentbrannt in das Gerät. „Entspann dich. Schau mal bitte rechts neben das Fahrzeug.“ „Was soll da sein!?“ „Schau einfach nach, dann wirst du es sehen, dann lädst du mich auf etwas zu Trinken ein und ich vergesse, was du eben zu mir gesagt hast.“ Ich will gar nicht erst nachsehen, doch ich muss staunen. Einer der Feinde, der letzte, hat sich an mein Auto geschlichen und Daichi hat ihn aus der Entfernung mit einem direkten Kopfschuss erledigt. Peinlich berührt sehe ich in Richtung des Wachturmes. „Hier Echo. Alle Ziele eliminiert. Vier Verluste. Holt Team Alpha wieder zurück und schickt einen Sanni. Nomad ende.“, ertönt es im Funk. Ich kann es nicht fassen. Schon wieder hat er mir das Leben gerettet... Schon damals hat er mich nicht alleine gelassen. Er ist echt ein wahrer Freund, auch wenn er ein wenig komisch ist. Er ist still und so... Ich weiß nicht, er ist einfach anders. Aber im Ernstfall kann man sich immer auf ihn verlassen und er verfehlt nie sein Ziel. Damals hat er mich trotz des Dauerfeuers der zwei Miniguns und des Mörsers übers Feld gezogen und hat sein Leben riskiert, nur um meines zu retten. Ganz allein hat er mit nur neun Kugeln aus einer Pistole, genauer gesagt einer M1911, elf Feinde erledigt. Ich verstehe bis heute nicht, wieso er immer noch diese uralte Waffe benutzt. Wäre er damals nicht gewesen, wäre ich jetzt vermutlich nicht mehr hier... „Hey willst du hier noch weiter tagträumen, oder kommst du mit?“, spricht mich plötzlich eine Stimme an. „Ääh was wie wo?“, frage ich verwirrt. Es ist der Major. „Kommen Sie, Corporal. Wir bringen Sie wieder rein.“ „Jawohl, Sir.“,
antworte ich ihm, während mir zwei weitere Männer aus dem Eisenklotz helfen.

Mit der Eskorte fahren wir zurück zum Stützpunkt. Ich steige aus dem Van und sehe auf den Horizont. Die Sonne geht auf und es ist ein atemberaubender Anblick. Daichi kommt auf mich zugelaufen. „Guter Schuss...“, bedanke ich mich bei ihm. „Danke. Du warst auch nicht übel. Hast dich gut geschlagen.“ „Danke. Du Daichi?“ „Was gibt’s?“ „Wieso hast du das damals für mich gemacht? Wieso hast du dein Leben für mich riskiert? Du hättest drauf gehen können.“ „Julien... Diese Zeiten sind lange her. Lass uns nicht über das Alte reden, genießen wir lieber das Jetzt und Hier. Sieh dir den Sonnenaufgang an. Ein weiterer Sieg für uns. Das Bombenentschärfungsteam ist unterwegs und sammelt die Sprengsätze ein. Wir haben zwar Verluste erlitten, aber dennoch stehen wir hier. Komm, lass uns was trinken gehen.“ „Daichi ich... Danke für alles. Ohne dich würde ich nicht mehr hier sein.“ „Tja... Ich hatte auch nicht mehr damit gerechnet, dass du jemals wieder vor stehen würdest.“, lacht er. Wir schlagen uns in die Hände packen uns an den Hüften wie gute Freunde und marschieren zusammen zum Kantinenzelt. Es gibt verschiedene Dinge hier. Es gibt Milch, es gibt Brot, es gibt den ein oder anderen Aufstrich und ein bisschen Wurst. Rührei und Speck gibt es in Übermaßen. Wie ich Daichi eben kenne, packt er sich, wie immer, eine große Ladung des Ei´s, fünf Streifen Speck, zwei Scheiben Brot mit Aufstrich und ein Glas Wasser auf sein Tablet. Er schaut zu mir rüber und grinst zufrieden. Ich fange an mir mein Essen zusammen zu suchen und setze mich neben ihn. „Guden.“, schmatzt mein Freund neben mir. „Guten Appetit.“, antworte ich ihm und beginne ebenfalls zu essen. Nach diesem Einsatz ist das jetzt echt genau das Richtige. Gesättigt räumen wir unser Zeug auf. Ich will gerade das Zelt verlassen, da kommt ein Sanitäter auf mich zugelaufen: „Leutnant Mar? Ich möchte Sie bitten mich auf die Krankenstation zu begleiten.“ „Ich folge Ihnen. Gehen Sie vor.“, antworte ich dem Sanni. „Echo, wir sehen uns später.“, verabschiede ich mich. Echo starrt auf den Tisch und winkt mir ein Peacezeichen zum Abschied. Wie schon gesagt, ignoranter und komischer Kerl. Ich begebe mich zur Krankenstation und betrete diese. Dort liegen ein paar Verletzte vom Kampf, allerdings schwebt niemand aktuell in Lebensgefahr. „Leutnant Mar, setzen Sie sich bitte dort drüben auf die Liege. Wir machen einen kleinen Rundumcheck.“ „Wofür das denn? Das macht ihr doch sonst nie?“, frage ich verwirrt. „Es geht um die Blendgranate. Wir wollen nur sehen, dass mit Ihren Sinnen alles in Ordnung ist, bevor wir Sie für den nächsten Einsatz zulassen.“ „Okay, ich verstehe. Na dann fangen Sie mal an.“ Und somit geht es los. Ich lasse mich von oben bis unten absuchen, gefunden hat man allerdings nichts. Trotz dessen darf ich mich einen Tag lang auskurieren und habe den Tag frei. Ich salutiere dem Soldaten einmal und verlasse das Zelt. Es ist so unglaublich warm und meine verschwitzten Sachen kleben an mir. „Wird Zeit für eine Dusche.“, sage ich, während ich den langsam einkehrenden Männergeruch aus meinem Poloshirt unter der Kampfweste wahrnehme. Ich betrete meine Unterkunft. Daichi ist noch nicht da. Was er wohl treibt? Ich schaue mich um und bemerke, dass er schon mal hier gewesen sein muss, da er seine Waffe auf seinem Bett liegen gelassen hat. Ich nehme mir die Pistole zur Hand und sehe sie mir genauer an. „Eine M1911... Seitdem du angefangen hast, schleppst du dieses Ding mit dir herum.. Ich frage mich wie sie wohl funktioniert... Was steht da?“ Ich kann eine Gravur auf der Seite über dem Griff der Waffe erkennen, aber ich tue mir schwer sie zu lesen. „Hi... Hira.. Nein. Hiro... Oder vielleicht doch?...“ „Hiradeiko.“ Ich erschrecke mich und beinahe lasse ich die Pistole fallen. Daichi steht in der Tür und sieht mich mit strengem Blick an. „Tut mir leid, ich wollte nur...“ „Schon in Ordnung.“, sagt er. Ich übergebe ihm seine Pistole. „Warum lässt du deine Waffe hier einfach so herumliegen?“, will ich wissen. „Ich brauchte Ersatzteile. Der Schaft ist leicht verbogen, also brauchte ich einen Neuen.“ „Ich verstehe... Wofür steht Hiradeiko?“, frage ich. Er antwortet mir nicht und schaut auf die Gravur. „Daichi? Alles in Ordnung bei dir?“ Er sieht mich an: „Ja alles bestens.“ Er grinst und steckt die Waffe in seine Waffenkiste und sperrt diese mit dem Zahlenschloss ab. Meine Frage hat er allerdings nicht beantwortet. Ich versuche zu verstehen, aber.... Ich kann mich nie an dieses Wort erinnern, geschweige denn, dass er es je erwähnt hatte. Der Gedanke beschäftigt mich ein wenig. Durch die viele Denkerei komme ich auf den Gedanken mit meinem Vater. Wer er wohl sein mag? Wie er wohl so ist? Wie es ihm wohl geht? Ich wusste nichts. Absolut nichts. Weder seinen Namen, noch wie er aussah – einfach nichts. Es stimmt mich ein wenig traurig und meine Blicke stochern ein wenig durch die Luft. Ich sehe zu meinem Zimmerpartner. Echo schläft. Er scheint wohl eine weitere Nachtschicht zu haben. Um mich ein wenig von dem Trubel in meinem Kopf zu erholen und klaren Gedanken zu bekommen, beschließe ich etwas für meine Gesundheit zu tun und begebe mich zum Trainingsplatz. Ich nehme mir meine Wasserflasche und ein frisches Handtuch mit. Die Sonne brennt heiß auf den Boden nieder. Am Platz angekommen begrüße ich vorbeigehende Kollegen, lege mein Handtuch über die Stange und beginne mit ein paar Dehn- und Aufwärmübungen. Nachdem ich mit dem Dehnen fertig bin ist mein erstes Ziel die Klimmzugstange. „Eins. Zwei. Drei. Vier.“ Ich zähle meine Klimmzüge vor mir mit. Nach 20 Zügen mache ich eine kurze Pause, kurz durch dehnen und ich fange einen zweiten Satz an. „Eins. Zwei. Drei.“ zähle ich wieder mit. Nach erneuten 20 Stück trinke ich einen Schluck und gehe weiter zum nächsten Gerät. Ich arbeite mich durch verschiedenste Geräte zur Stärkung meines Rückens, meiner Beinmuskulatur sowie meiner Ausdauer. „... 32. 33. 34. 35.“, lasse ich endlich die Hantel in meiner Hand fallen. Völlig erschöpft und aus der Puste trinke ich den letzten Schluck von meinem Wasser und trockne mich mit meinem bereits voll geschwitztem Handtuch mit einer freien Stelle ab. Ich habe während dem Training die Zeit vollkommen aus den Augen verloren. Ich schätze es ist circa 13 – 14 Uhr. „Hey Soldat. Wie viel Uhr haben wir?“, frage ich einen Kameraden. „Es ist kurz vor halb 4 Kamerad!“, antwortet er mir freundlich. „Danke“, bedanke ich mich bei ihm. Ist es wirklich schon so spät? Ganz schön lange habe ich jetzt trainiert. „Ob Daichi wohl immer noch schläft?“, frage ich mich in Gedanken. Auf dem Weg zum Zelt begegnet er mir dann auch schon. „Daichi, wo geht’s hin?“, frage ich ihn. „Zum Aufsichtsrat...“, antwortet er mir stumpf. „Alles in Ordnung? Was ist passiert? Warum musst du zum Aufsichtsrat?!“ Er sieht mich mit einem Blick an, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Ich wusste immer, dass Daichi ein kalter Killer ist, aber diesen Blick... Er brennt sich wie Eis in meinen Kopf. „Ich muss erklären, warum ich einen Soldaten aus unseren Reihen bedroht habe“, meint er nur trocken und geht weiter. Er scheint sauer zu sein und wie! Aber warum hat er jemanden bedroht? Ich frage mich, was wohl vorgefallen ist. Vor lauter nachdenken renne ich unbeabsichtigt gegen eine Laterne. Ich hoffe das hat niemand gesehen, denn das wäre sehr peinlich. Ich sehe mich kurz um, um das zu prüfen. Es scheint niemand bemerkt zu haben. Ich will gerade weiter laufen da kommt ein Mann auf mich zu: „Leutnant Mar? Ich habe hier einen Brief für Leutnant Hibiko. Könnten Sie diesen bitte mit auf sein Quartier nehmen?“ „Natürlich.“ „Danke, bitte hier unterschreiben, dass Sie den Brief empfangen haben und die Geheimhaltungspflicht einhalten.“ Ich unterschreibe das Blatt Papier und nehme den Brief entgegen. Ich sehe auf den Brief und schaue auf den Absender. Es ist ein Name den ich noch nie gesehen habe. Vielleicht ein Freund von Dai? Ich weiß es nicht. Ich komme endlich an unserem Quartier an und schmeiße das Handtuch in die Dreckwäsche. Ich nehme das letzte frische aus meinem Spind sowie frische Klamotten und gehe erneut in Richtung Dusche. Auf dem Weg dorthin plagen mich weiterhin Fragen: „Was ist mit Daichi? Was ist nur in ihn gefahren? Was ist passiert? Ob es wohl Streit gab? Ich glaube ich mache mir zu viele Gedanken, er regelt das schon.“ Mit halbwegs ruhigem Gewissen verschwinde ich in der Duschkabine.

POV Daichi:

Eine Stunde zuvor...
Ich wache auf. Julien hat sich mal wieder verzogen. Ihm wird’s bestimmt gut gehen. Scheiß Tag bisher. Ich richte mich auf und reibe mir das Gesicht. Ich setze meine Augenklappe wieder auf und ziehe mir meine Schuhe an. Ich richte mich auf und sehe in den kleinen Spiegel, der an unserer Zeltwand hängt. Es ist nach wie vor ein komisches Gefühl. Ich frage mich Tag für Tag wie es wohl wäre, mit beiden Augen sehen zu können. Ich nehme die Augenklappe wieder ab und sehe erneut in den Spiegel. Das völlig weiße Auge kommt zum Vorschein und ich erschrecke kurz vor mir selbst. Ich fasse mir an das Auge, drehe meinen Kopf immer wieder ein wenig hin und her. Ich sehe mich an. Sehe mir erst in das eigene dann in das andere Auge. Ein unwohles Gefühl macht sich in mir breit. „Daichi, du hast damals die richtige Wahl getroffen! Hör auf selbst an dir zu zweifeln!“, rede ich mir ein. Falls du dich gerade fragst welche Entscheidung ich meine, ich habe sie vorhin mal erwähnt. Es war die richtige Entscheidung die Operation nicht zu machen. Warum? Ich hatte kein Geld. Ich war damals schon ein Waisenkind. Und meine Mutter, die mich adoptierte war arm. Ich habe immer alles von meinem Geld gegeben und mir geschworen eines Tages werde ich ihr ein schöneres Leben schenken, so wie sie mir eines geschenkt hat. Dann bin ich auf die Militärschule gegangen und habe dann später folglich meine Grundausbildung begonnen. Seit dem her schicke ich meiner Mutter immer ein großes Stück von meinem Sold. Sie ist überglücklich, aber sie macht sich wegen meiner sozialen Schwäche sorgen. Ich bin kein sehr sozialer Mensch, wie man es vielleicht schon mitbekommen hat. Ich arbeite lieber allein und bin lieber allein, deshalb bin ich unter anderem auch Scharfschütze geworden. Schlussendlich packe ich die Augenklappe ein und denke mir, heute werde ich einen neuen Schritt wagen. Ich werde heute mal ohne Augenklappe oder Sonnenbrille herum laufen. Jeder kann dann sehen, wie entstellt ich bin, aber das ist mir egal. Ich stehe über meiner Angst. Ich bin stolz so wie ich bin. Punkt. Da mich der Major noch einmal sprechen wollte, breche ich nun auf zum Hauptquartier. Ich zögere, als ich das Zelt verlassen will. Doch ich schaffe es mich zu überwinden und gehe den Schritt. Ich schaue mich um. Es ist irgendwie ein komisches, aber auch befreites Gefühl. Es fühlt sich doch irgendwo gut an und ich laufe frohen Mutes los. Doch die ersten Blicke lassen nicht lange auf sich warten. Schon bald kann ich genau sehen, wie die ersten tuschelten. Es fällt mir schwer das zu ignorieren. Ich bin normalerweise ein ruhiger Mensch doch sobald es um mein Auge geht wird der Geduldsfaden kurz... Ich laufe weiter. So wie es das Schicksal will, höre ich folgendes Gespräch aus dem Gemeinschaftszelt: „Habt ihr Echo gesehen?! Der Kerl ist ja auf einem Auge blind!“ „Ja, voll gruselig. Wenn ich überlege, was für eine Waffe er hat und dann nur mit einem Auge zielt... Irgendwie unheimlich...“ „Ja aber echt! Das man den überhaupt eingestellt hat?“ „Von dem lasse ich mir nur ungern Rückendeckung geben, wer weiß wo der hinschielt...“ Ab jetzt habe ich die Schnauze voll. Ich gehe in das Zelt und sehe die Leute an. Fünf Männer sitzen dort. Unter anderem auch Corporal Gasser. Corporal Gasser ist, um ihn euch mal kurz vorzustellen, der Proll aus unserem Camp. Er ist in etwa 2,10 m groß und unfassbar muskulös, allerdings ist er nicht der Hellste. Deswegen ist er auch nur Corporal, aber im Kampf ist er für seine brutale und rücksichtslose Kampfweise bekannt. Ich sehe in den Raum. Es herrscht Stille. Da kommt schon etwas aus seinem Mundwerk: „Seht an seht an, die Blindschleiche. Was führt dich hier her, mein Freund?“ „Halt die Klappe, Muskelprotz. Für deine dummen Sprüche interessiert sich niemand.“, gifte ich ihn an. „Aww, habe ich das arme Baby verletzt? Das tut mir aber sehr leid!“ Spöttisches Gelächter bricht aus. Meine Geduld ist bald am Ende. Ich muss mich beherrschen... „Fließen dir gleich die Tränen? Ach, die kommen dann ja nur aus einem Auge!“ Schon wieder macht er sich über mich lustig. Ich muss ruhig bleiben, doch meine Finger zucken bereits. „Ich warne dich. Ich will nicht, dass dir etwas passiert, Gasser.“ „Willst du mir etwa drohen? Du kleiner Zwerg, willst MIR drohen?“ Hämisch fängt er an zu lachen. Ich will gerade gehen, da kommt der Satz, der das Fass zum Überlaufen bringt:“Seht mal, der einäugige Zwerg macht 'nen Abgang!“ Blitzschnell drehe ich mich um, mache zwei große Schritte und drücke Corporal Gasser ein Messer an die Kehle. „Noch ein blöder Spruch und aus dir kommt nur noch das, was ich dir bisher noch nicht aus der Nase geprügelt habe!“ „Glaubst du etwa ich habe Angst? Na los. Töte mich. Mach doch.“, provoziert er mich. Die anderen sehen mich an. Einer der Männer hat die Hand an seiner Handfeuerwaffe. Ich lasse von dem Corporal ab und lasse ihn los. Mein Messer stecke ich weg. „Leutnant Hibiko...“ „Schnauze! Ich weiß wohin ich muss! Und wenn auch nur einer von euch hier einen Stuss erzählt... Dann puste ich ihm persönlich die Birne weg und zwar mit geschlossenen Augen!“, schreie ich die Leute an. Ich habe mittlerweile so viel Aufmerksamkeit erregt, dass andere Soldaten in das Zelt schauen. Ein Wachmann kommt rein und fragt: „Was ist hier los?“ „Leutnant Hibiko hat mich, Corporal Gasser, mit einem Messer bedroht. Er wollte mir an die Gurgel gehen.“, sagt der schleimige Protz. „Stimmt das, Leutnant?!“, fragt der Wachmann ernst, während er sich zu mir dreht und ich bemerke, wie er die Waffe auf mich richtet. Ich kann nicht antworten. „Antworten Sie, sofort!“ Der Wachmann zielt nun auf mich. „Ja das stimmt.“ „Leutnant Hibiko, lassen Sie sofort Ihre -“ Blitzschnell schlage ich dem Soldaten die Waffe aus der Hand, nehme ihm die Handfeuerwaffe ab und entlade diese. Seinen Schlagstock hat er in Sekundenschnelle auch nicht mehr. Verdutzt schaut er mich an. Ich drehe mich zu ihm um und sage: „Ich finde den Weg allein zum Aufsichtsrat. Richten Sie nochmal eine Waffe auf mich und ich zeige Ihnen, was ich noch kann.“ Der Wachmann sieht mich nur mit großen Augen an. „Haben Sie mich verstanden, Soldat?“, frage ich ihn. „J... J.. Jaa Leutnant!“, stottert er. Ich ziehe das Messer aus meiner Hose heraus und drücke es ihm in die Hand: „Ich habe keine anderen Waffen dabei. Passen Sie gut darauf auf und verlieren Sie es nicht, sonst passiert etwas Schlimmes.“ Mit diesen Worten verlasse ich wütend das Zelt. Ich ziehe mir meine Augenklappe wieder über und gehe schnurstracks Richtung Aufsichtsrat. Julien kommt mir auf dem Weg entgegen. Er scheint Sport gemacht zu haben, aber das interessiert mich in diesem Moment wenig. Wir hialten ein ganz kurzes Gespräch, doch ich muss weiter. Ich hoffe, er macht sich nicht all zu große Sorgen und kommt auf keine blöden Gedanken. Ich erreiche den Aufsichtsrat. Ich trete durch die Tür: „Leutnant Hibiko. Meldung abzugeben.“ „Treten Sie ein, Leutnant.“ und hinter mir fällt die Tür zu.

POV Julien:

Völlig erfrischt komme ich aus den Kabinen und kehre zu meinem Quartier zurück. Plötzlich ertönt der Außenlautsprecher: „Achtung, eine Durchsage. Leutnant Mar – Bitte in Zelt A2 melden. Ich wiederhole: Leutnant Mar – Bitte in Zelt A2 melden.“ „A2? Das ist doch... Echo. Was zum Teufel hast du nun wieder angestellt?“ Ich setze meine Sonnenbrille auf und begebe mich zum Aufsichtsrat im Zelt A2. Auf dem Weg dorthin laufe ich an ein paar Männern vorbei, die mich ganz komisch anstarren. Ein großer, muskelbepackter Mann sagt mir nebenbei: „Ich hoffe, sie schmeißen ihn raus. Dann kann ich ja endlich befördert werden!“ Ich ignoriere seine Worte. Es scheint doch so, als wäre etwas größeres vorgefallen. Ich stehe nun vor dem Eingang. Ich klopfe an. „Eintreten.“, hört man von innen. „Leutnant Mar.“, melde ich mich und salutiere, sowie ich durch den Eingang getreten bin. Daichi sitzt auf einem Stuhl, den Kopf gesenkt. Die Stimmung ist allgemein sehr angespannt. „Leutnant Mar, Sie sind mit Leutnant Hibiko befreundet, stimmt das?“ „Ja, aber Major?“ „Keine Fragen bitte. Stimmt es, dass Leutnant Hibiko, zu Aggressionen neigt?“ „Nein Sir.“ Ich verstehe nicht was hier gerade abläuft. Ich kann gar nicht nachdenken, so schnell kommt die nächste Frage: „Leutnant, sind Ihnen je Zweifel gekommen, dass Leutnant Hibiko unter Umständen nicht als Soldat geeignet sein könnte?“ „Nein, niemals. Er war immer ein zuverlässiger Mann. Er hat schließlich...“ „Nicht ausschweifen! Antworten Sie auf meine Fragen. Sir, wurden Sie je von Leutnant Hibiko bedroht?“ „Nein ich nicht.“ „Sie nicht?“ Ups. Jetzt habe ich mich versprochen! Ich weiß noch, damals hat Echo eine Schlägerei angezettelt, weil jemand seine Mutter beleidigte. „Leutnant Mar! Hat Leutnant Daichi Hibiko schon mal jemanden bedroht?!“ Ich will nicht antworten. Ich kann das nicht! „Leutnant! Antworten Sie, oder es hat Konsequenzen!“ Daichi sieht mich an und ich sehe ihn an. Ich kann ihm das nicht antun. Da sagt er plötzlich. „Major, lassen Sie ihn aus dem Spiel. Die Antwort ist Ja. Ich habe schon mal jemanden bedroht.“ „Ist das wahr Echo?“ „Ja, Major. Es ist wahr. Ich versuche nicht Ihn zu schützen. Es ist die Wahrheit.“ „Leutnant Daichi Hibiko – Wegen Verrat und Gegenwendung eigener Männer, erhalten Sie folgende Strafe:...“ Mir fließen die Tränen, als ich realisiere was gerade passiert...
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Damit ist Kapitel 1 auch schon zu Ende. Seit gespannt was euch in den nächsten Kapiteln noch alles erwartet. Es sei nur so viel gesagt, schon bald werden altbekannte Personen das Spielfeld betreten. Hochladen werde ich vorerst jede Woche Mittwoch, wenn meine Arbeitszeit es zulässt, da wir schon ein paar Kapitel fertig geschrieben haben.

Über Feedback von euch, würden wir uns Freuen und wenn die bereits fertigen Kapitel alle hochgeladen sind habt ihr auch die Möglichkeit den Verlauf dieser FF mit zu Entscheiden. In den folgenden Kapitel ist Action auf jeden Fall vorprogrammiert. Bis dahin

Daichi und Hideki
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