You deserve anything

von Deathity
GeschichteDrama, Romanze / P18
Kagome Sesshoumaru
28.02.2018
18.09.2019
20
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Es war nun schon zwei Wochen her, seitdem Sesshōmaru seine Gefährtin aus den Fängen von Naraku befreit hatte. Sie lebte in seinem Abteil und war geschützt vor neugierigen Blicken, doch auch wenn ihre Heilung gut voranging, so konnte ihr fast niemand geistig beistehen. Etwas hatte sich in ihr verändert, doch der Silberhaarige konnte es noch nicht ganz begreifen.

So machte sie einen ganz stabilen Eindruck, schenkte ihm wie immer ihr Lächeln, wann immer er Zeit mit ihr verbrachte, doch sobald sie sich einen Moment lang unbeobachtet fühlte, fiel diese Fassade in sich zusammen und zeigte eine Maske des Grauens. Als würde sie immer noch in diesem Keller gefangen sein und geschlagen werden.

Vor allem Berührungen fielen der Schwarzhaarigen immer schwerer. So zeigte der Silberhaarige ihr immer zu erst sein Gesicht, ließ sie sich vergewissern, dass er es war, der bei ihr war und erst dann wagte er es sich, sie anzufassen. Ein Umstand, der weitaus mehr an ihm zog, als es der Fall sein sollte. Aber es war einfach schwer, ohne Berührungen mit ihr zu leben.

Und bei den Kami, er konnte ihren Schmerz irgendwo verstehen. Verglich es mit der Angst, die er hatte, als sie so bewegungslos in seinen Armen gelegen hatte und er um ihr Leben bangen musste. Doch warum konnte sie es nicht langsam vergessen? Wieder die werden, die sie einst war? Und, wie sollte er ihr dabei helfen, all diese Sachen zu vergessen?

Es war eine ausweglose Situation und der Dämon wusste sich auch nicht zu helfen. Es war das erste Mal für ihn, Hilflosigkeit zu verspüren und diese war fast schon schlimmer als die Angst damals. Denn egal war er tat, es schien nicht zu funktionieren. Gar nichts davon. Vor allem ihre Maske, die ihm weismachen wollte, dass alles gut war, machte ihn unfassbar wütend.

Vor ein paar Tagen war Sango aufgetaucht, welche verzweifelt den Kontakt zu der Schwarzhaarigen suchte, doch nachdem Kagome fast schon panisch weggesprungen war, als das Dienstmädchen sie überraschend berührt hatte, war sie nicht wiedergekommen. Auch sie schien nicht zu wissen, was sie tun sollte und wie man helfen konnte.

Auch Kimi tauchte täglich mehrmals in seinen Gemächern auf, erkundigte sich nach dem Wohlergehen der Miko, doch auch ihre Besuche brachten keine Besserung. Und die Worte, seelischer Schmerz brauchte seine Zeit, waren langsam zu einem Manta gewesen, weshalb Sesshōmaru ein ganzes Land vernichten könnte.

Seufzend strich er der Schlafenden über die Haare und betrachtete ihre ruhige Gestalt. Es war selten, dass sie keine Albträume hatte und zu Schreien begann, weshalb dieser Morgen etwas hoffnungsvolles hatte. Eine Art von Beruhigung, auf beiden Seiten. Oder war das nur die Ruhe vor dem Sturm?

Als hätten die Kami diese Worte gehört, stürmte ein aufgebrachter Inuyasha im nächsten Moment in seine Gemächer. Das Knurren, welches ihn von weiterem Lärm abhalten sollte, verfehlte seine Wirkung und die junge Frau öffnete erschrocken und ängstlich die Augen. Klammerte sich sofort an die Brust des Yōkai, um Schutz zu suchen, ehe sie den Hanyō erkannte.

„Es tut mir so leid“, brachte dieser aufgebracht hervor, die Augen zuckten unruhig hin und her. „Aber du musst dich fertig machen, Sesshōmaru. Naraku ist durch die Grenze gebrochen.“

„Und das hätte man nicht etwas ruhiger angehen können?“, spielte der Dämon wütend auf den Lärm an. Seine Gefährtin lag völlig verkrampft an seiner Brust, die blauen Seelenspiegel unnatürlich weit aufgerissen.

„Wir müssen sofort los, die ersten Dörfer liegen nicht weit von ihnen entfernt“, als würde das Schloss diese Worte untermauern wollen, drangen die hektischen Geräusche nun auch an seine Ohren.

Sesshōmaru nickte auf diese Worte nur, woraufhin das Halbblut sich wieder zurückzog, nachdem es einen mitleidigen Blick auf seine Freundin geworfen hatte. Alle, die der Schwarzhaarigen näherstanden, wussten, wie es momentan um sie stand und brachten nur Mitleid auf. Etwas, was sie gar nicht haben wollte.

Vorsichtig löste der Silberhaarige die verkrampften Hände aus seiner Kleidung und erschrak selbst fast ein bisschen, als sie sich ruckartig in seine Richtung drehte und die Augen entschlossen auf die seinen richtete. Ein verbissener Ausdruck im Gesicht, welcher selbst ihm ein schlechtes Gefühl verpasste, was sich nicht abschütteln ließ.

„Ich komme mit“, sagte die Miko nur, wobei ihr Körper noch immer unkontrolliert am Zittern war und ihr nicht gerade ein mutiges Aussehen gab.

„Nein“, waren die einzigen Worte von ihm dazu, ehe er sich aus dem Bett erhob und die Schlafkleidung ablegte. „Du warst schon einmal im Krieg und hättest fast dein Leben dafür verloren.“

„Das ist egal“, verbittert folgte die junge Frau ihm und legte selbst den Kimono ab, den sie von Kimi geschenkt bekommen hatte. Ein Kleidungsstück, welches das Kräutermädchen sich normalerweise nicht leisten konnte.

„Was willst du dort? Dein Leben wegschmeißen, weil du nicht vergessen kannst?“, diese Worte hätte ein anderer vielleicht einfühlsam ausgesprochen, er allerdings nicht. Sie waren kalt, hart und spöttisch.

„Ich werde vergessen“, sprach sie nur, während ihre Finger sich schon nach der sauberen Kleidung ausstreckten, die auch von seiner Mutter gebracht worden war. Sie war extra für eine Bogenschützin angepasst worden, als Versuch, sie aus ihrem Trott zu befreien.

„Schwachsinn. Du hast in all dieser Zeit keinen einzigen Tag vergessen“, so langsam wurde der Yōkai wütend, konnte diese Maske auf ihrem Gesicht nicht mehr ertragen und diese gewichtslosen Worte.

„Was denkst du eigentlich, habe ich dort erlebt?“, plötzlich eisiger, als er sie jemals erlebt hatte, hielt sie in ihrer Bekleidung inne und blickte ihm direkt in die Augen. „Ich wurde fast den ganzen Tag lang geschlagen, beschimpft, bespuckt. Mir wurden Vergewaltigungen angedroht, die Hinrichtung von Kaede, eine Schuld eingeredet, die ich gar nicht begangen hatte. Ich habe diese Schmerzen, diese Demütigungen für jemanden ertragen, der ich gar nicht bin. Ich hatte bis ich deine Stimme hörte, nicht einmal mehr etwas, woran ich mich festhalten konnte.“

„Glaubst du, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen?“, bei jedem Wort von ihr waren seine animalischen Züge schlimmer geworden und er war froh darüber, dass sie nicht weiter ins Detail ging.

„Ich will nur, dass du verstehst, warum ich mitkommen will“, die Miko griff nach den Lederstiefeln. „Dass du verstehst, dass ich Naraku einen Pfeil durch den gottverdammten Schädel rammen möchte.“

„Da werde ich schneller agieren“, versprach der Silberhaarige ihr, doch sein Widerstand war noch lange nicht gebrochen. „Trotzdem wirst du nicht mitkommen.“

„Du wirst mich nicht aufhalten können“, ohne etwas zu sagen, half sie ihm mit seiner Rüstung. „Und denk doch mal logisch darüber nach: Wo bin ich sicherer? An deiner Seite, oder in einem Schloss, welches nur eine Notbesetzung von Ningen aufweist?“

„Ich hasse es“, müde seufzte der Yōkai schon wieder. Eine neue Angewohnheit von ihm, seitdem er die Priesterin kannte. „Verwende deinen Verstand nicht gegen mich.“

„Es ist die einzige Waffe, welche gegen dich noch eine Wirkung zeigt“, ein Lächeln, ein ehrliches, breitete sich auf den Zügen der jungen Frau aus, ehe es ein wenig verschmitzter wurde. „Zudem hat der Krieg diesen seltsamen Einfluss auf mich. Ich möchte danach immer unverzüglich das Bett mit dir teilen.“

„Eine weitaus effektivere Waffe“, antwortete er verschwörerisch, ehe sie sich auf den Weg zu den Ställen machten.

oOo




Geradewegs ritten sie gemeinsam in die schon bestehende Schlacht. Der Wallach unter ihnen schien schon danach zu schreien, einfach durch die Fronten zu stürmen und sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen. Als würde selbst er keine Lust mehr darauf haben, dauerhaft diese Gefahr in Nacken zu spüren.

Doch Sesshōmaru ritt vorsichtig. Achtete darauf, dass sie nicht in die Angriffsfläche eines Yōkai einbrachen oder zu nahe an das Geschehen kamen. Immerhin saß Kagome direkt vor ihm und war wirklich geschickt damit, die Pfeile genau ihr Ziel treffen zu lassen. Als würde sie nie etwas anderes gemacht haben.

Aber das interessierte sie gar nicht. Und sie war auch nicht so ruhig, wie sie sich von außen vielleicht geben wollte. In ihrem Inneren wütete ein Sturm, der sich nur verschlimmerte und nicht mehr aufhalten ließ. Eine heiße Glut schien durch ihre Venen zu fließen, unaufhaltsam und schlimmer wie jedes Gefühl, welches jemals in ihr geherrscht hatte.

Zu erst war die Schwarzhaarige sich gar nicht sicher gewesen, was genau das denn gewesen war, doch nun hatte sie Gewissheit. Diese Präzession, mit welcher sie den Bogen spannte, die Sicherheit, mit der sie ihr Ziel traf. Das war kein Können mehr oder jahrelange Übung. Das war der Hass, der von ihr Kontrolle ergriffen hatte.

Ein Gefühl, welches sie in diesem Ausmaß noch nie verspürt hatte, doch die Miko unterband es nicht. Gab sich ihm vollkommen hin und ließ sich förmlich davon lenken. Ihre Augen waren so fokussiert wie noch nie und so langsam zweifelte auch sie daran, ob eine Ningen tatsächlich eine solche Kraft aufbringen konnte. Doch anscheinend war es möglich.

Während ihre Pfeile flogen, die Feinde läuterten oder ihnen unvorstellbare Schmerzen bereiteten, war ihr Gefährte gut damit beschäftigt, seine Energiepeitsche durch die Luft wehen zu lassen. Nicht einmal vor Knochen machte sie Halt und es brauchte seine Konzentration, nicht die menschlichen Soldaten zu treffen.

Leider kamen die Männer aus dem Reich der Menschen nur schlecht voran, der Großteil der Armee war nicht einmal auf dem Schlachtfeld, sondern noch auf dem Weg, was die Situation sich so langsam zuspitzen ließ. Mit Kagome an seiner Seite konnte der Yōkai sich nicht so frei bewegen, wie er es sonst getan hätte.

Ein erster Lichtblick war das Eintreffen seines Vaters, der mit Tessaiga ohne Probleme eine ganze Horde von dem Abschaum auseinanderriss. Aufatmend schlang Sesshōmaru seinen Arm wieder um die Taille seiner Gefährtin, als würde er sich vergewissern müssen, dass sie dauerhaft an seiner Seite blieb. Ein Unterfangen, welches relativ schnell beendet wurde.

Der Schlag, so kräftig und unvorhersehbar wie ein Blitz, riss die beiden vom Ross herunter. Nicht einmal die Kraft von dem Silberhaarigen reichte aus, um den zierlichen Körper in seiner Nähe zu behalten, als sie ein gutes Stück von ihm entfernt auf dem Boden aufschlug. Seine Atmung setzte erst dann wieder ein, als sie sich aufrichtete.

All die Luft war aus ihren Lungen gepresst worden, doch die Miko gab sich einer Pause nicht hin. Hielt sich nicht die Rippen, trotz der Schmerzen. Ignorierte ihren Kreislauf, der sie wieder in die Knie zwingen wollte, als sie erschrocken feststellte, dass ihr Gefährte nicht an ihrer Seite war. Panisch sah sie sich nach ihm um.

Erst elende Sekunden später fand sie ihn, in einem Kampf mit einem Yōkai, der im Gegensatz zu den anderen nicht gerade schwach zu sein schien. Und auch nicht dumm. Er ließ sich nicht von Bakusaiga treffen, also wusste er um die Kraft des Schwertes. Doch lange sollte es für die junge Frau nicht ruhig bleiben, als eine Stimme ihr Ohr erreichte.

„Nun, wer hätte damit rechnen können, dass ein falsches Spiel gespielt wurde?“, diese widerwärtige Stimme würde sie ihr Leben lang verfolgen und so spannte sie den Bogen schon beim Umdrehen.

„Anscheinend eine Tatsache, welche sich deine Intelligenz entzogen hatte“, antwortete die Priesterin Naraku spöttisch, wobei ihr ganzer Körper nur nach einer Sache schrie. Flieh!

„Zum Verwechseln ähnlich, wäre da nicht der Unterschied der Augenfarbe“, kalkulierend hob er die Finger an sein Kinn und studierte ihre Erscheinung. „Neben der Fähigkeit, kämpfen zu können.“

„Du wirst hier nicht als Sieger hervorgehen, das ist dir seit der Begegnung mit Sesshōmaru bewusst. Warum also riskierst du es ein weiteres Mal, getötet zu werden?“

„Das ist eine Sache, welche du nicht ganz berechnet hast“, aus seinem Rücken wuchsen Tentakel, welche für eine kurze Zeit die Aufmerksamkeit der jungen Frau bekamen, ehe er weitersprach. „Hier bin ich nicht nur mit den niederen Wesen, sondern mit Yōkai, welche tatsächlich eine Chance gegen die Inus haben.“

„Und das glaubst du wirklich?“, neben den Hass schlich sich nun die Angst, welche fast eine lähmende Wirkung versprühte, wäre sie denn etwas größer.

„Sieh dich doch um“, mit einer ausladenden Geste erfasste der Spinnendämon das gesamte Schlachtfeld. „Überall nur Tod, egal, wohin du schaust. Und der meiste ist nicht auf meiner Seite.“

„Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, der Taishō ist hier“, machte Kagome ihn auf eine Tatsache aufmerksam, die er selbst noch nicht bemerkt hatte. Verbittert betrachtete er den Daiyōkai bei seinem Geschick, die Reihen immer weiter zu lichten.

„Ein wirklich guter Kämpfer, doch auch er wird mich nicht aufhalten können, immerhin werden die Soldaten nicht kämpfen, wenn ihre Hime gefallen ist.“

„Die noch nicht eingetroffen ist“, erinnerte sie.

„Eine Frage der Zeit. Doch lass mich dich etwas anderes fragen, Menschenmädchen“, mit einem süßlichen Lächeln, welches tatsächlich fast einen attraktiven Mann aus ihm gemacht hätte, kam er ihr näher. „Warum kämpft du für Kikyō, wenn sie dich zum Sterben zurückließ?“

„Was?“, erschrocken ging die Priesterin einen Schritt zurück. „Was meinst du damit?“

„Glaubst du nicht, wir hätten eine Botschaft hinterlassen? Einen schönen Brief, dass wir die wertvolle Hime in unserer Gewalt haben? Verwunderlich, warum sie nicht versuchte, dich zu retten“, mit einem Grinsen, welches so unschuldig wirkte, kam er ihr immer näher, während ihre Schritte weiterhin Rückwärts führten.

„Das ist nicht wahr“, beschwor sie kleinlaut, den Bogen immer weiter gesenkt. „Sie hätte es getan, wenn unsere Tarnung dadurch nicht aufgeflogen wäre.“

„Und das glaubst du wirklich? Denk doch mal etwas besser darüber nach“, es wirkte fast schon einfühlsam, so wie Naraku sprach. „Sie hat die Macht über die Soldaten und hätte einfach sagen können, es wirkt wie eine Niederlage, wenn sie nicht einmal ihre Freundin retten kann.“

„Es war eine ausweglose Situation, sie konnte nichts tun. Manchmal kommt man nicht auf die springende Lösung“, versuchte das Kräutermädchen weiterhin, ihre angebliche Freundin zu beschützen.

„Sie würde für dich nichts riskieren und doch hättest du dein Leben für sie gegeben. Das scheint mir doch recht unfair im Anbetracht der Situation.“

„Das glaube ich nicht“, brachte sie nur noch kleinlaut hervor, nicht gewillt, aufzugeben, doch ihr Geist war schon so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden.

„Und dann bekommst du auch noch Sesshōmaru, den nächsten mächtigsten lebenden Yōkai, wenn sein Vater abtritt. Du hast etwas Positives in dieser Hölle gefunden und dich selbst nicht aufgegeben. Was also, wenn sie dachte, dass er dich dazu bringen könnte, das Schauspiel fallen zu lassen?“, fragte der Hanyō überlegend, eher sein Gesichtsausdruck erschrocken wurde. „Du wärst zu einer Gefahr geworden.“

„Einem Übel, welches man beseitigen muss“, vollendete sie die Gedankengänge. Die Worte klangen so bitter, so voller Hoffnungslosigkeit und gebrochen.

„Ist sie das wert? Ist diese Hime es wirklich wert, dass du all das durchmachen musst? Du könntest einfach mit Sesshōmaru verschwinden, man würde euch beide niemals finden“, schlug er ihr den Weg vor, den sie schon seit Wochen im Kopf hatte.

„Aber ich verrate meine Freunde, welche in größter Not sind. Meine Familie“, diese Worte waren wie eine billige Ausrede, schienen kein Gewicht mehr zu haben.

„Wo waren sie, als du geschlagen wurdest? Als man dir das Leben nehmen wollte, wobei nicht einmal du es sein solltest, die sterben sollte?“

„Nicht für mich da“, hauchte die Miko, ihr Blick starr zu Boden gesenkt. Warum war ihr das nie aufgefallen? Während alle ein schönes oder zumindest gutes Leben führten, schwebte über ihrem Kopf dauerhaft das Damoklesschwert. Das war wahrlich nicht gerecht.

„Also wie schön wäre es, verschwinden zu können?“, fragte er sie und ließ die junge Frau den Kopf wieder heben.

„Wunderschön“, eine Hoffnung war in ihr erwacht, welche sie gar nicht mehr wirklich für existent gehalten hätte. In so einem Moment.

„Stell es dir ruhig vor“, sprach der Spinnendämon sanft, ehe seine Tentakel auf sie zugeschossen kamen und sein Gesicht schon fast dem Wahnsinn glich. „Denn es wird das Letzte sein, was du vor dir zerbrechen siehst!“

Mit weitaufgerissenen Augen beobachtete Kagome das Spektakel. Wie dieses Ding immer näherkam. Als wäre sie in einer Zeitlupe gefangen, alles ging so verdammt langsam. Und wie dumm war sie eigentlich? Hatte sich von seinen Worten einlullen lassen, ihm Glauben geschenkt. Ausgerechnet Naraku! War das die Strafe dafür?

In letzter Sekunde schloss die Schwarzhaarige die Augen. Wollte nicht hinsehen. Konnte nicht dabei zusehen, wie dieses widerwertige Ding ihren Körper durchschlagen würde. Hätte sie doch nur auf Sesshōmaru gehört und wäre im Schloss geblieben. In Sicherheit. Weit weg von diesem verdammten Widerling!

Doch der erwartete Schmerz blieb aus. Zögerlich öffnete die Priesterin eines ihrer Augen, ehe sie erschrocken auf den Mann vor ihr zustürmte. Mit einem schmatzenden Geräusch, welches so unnatürlich laut erklang und das Schlachtfeld seltsam leise im Hintergrund werden ließ, fing sie den Körper auf, als er zur Seite kippte.

„Inuyasha“, erstickt versuchte Kagome, ihn zu halten, doch ging mit ihm zu Boden. Instinktiv presste sie ihre Hand auf die so groß wirkende Wunde und fragte sich, ob es was bringen würde, wenn das Blut auf der anderen Seite weiter rauslaufen konnte.

„Scheiße“, fluchte dieser nur und drückte ihre Hand noch stärker auf das offene Fleisch. „So habe ich es mir nicht vorgestellt, meine Schuld zurückzuzahlen.“

„Welche Schuld? Egal, rede nicht weiter. Das macht es nur schlimmer“, verzweifelt sah die Schwarzhaarige sich um, ehe Naraku wieder in ihr Feld geriet. Den hatte sie fast vergessen.

„Rührend, diese Freundschaften“, säuselte der Spinnendämon abfällig und setzte zum nächsten Angriff an.

Doch mit dem Schlag, der so plötzlich kam, hatte er nicht gerechnet. Sein Körper fegte über das komplette Feld, riss seine eigenen Männer mit sich und stoppte außerhalb des Sichtfeldes der Ningen. Mit tränenüberfüllten Augen sah sie das wehende, silberne Haar und erkannte erst beim erneuten Blinzeln, dass es sich um Kimi handelte.

„Verdammter Widerling“, abfällig putzte die Yōkai ihre Hand an ihrer Kleidung ab, als würde sie dreckig sein.

„Kimi?“, fragte die junge Frau nur verwirrt, ehe sie sich an einige Wortfetzen erinnern konnte. Inuyasha war in einer gewissen Art und Weise ihr Schützling.

„Überlass ihn ruhig mir“, sanft nahm sie seinen Körper an sich, wobei der Hanyō in ihren Armen nicht minder überrascht und verwirrt wirkte. „Du wirst woanders mehr gebraucht.“

Diese Worte erinnerten Kagome an ihren Gefährten, der umgeben von Dämonen weiterhin kämpfte. Seinen Gegner von vorher hatte er besiegt, doch er schien nicht unverletzt aus dem Kampf gegangen zu sein. Sofort sprang sie auf und rannte ihm entgegen, den Bogen endlich wieder sicher und fest in den Händen.

In diesem Moment entdeckte sie auch Kikyō, die langsam mit den restlichen Männern ankam. Hoch empor auf einem weißen Ross. Wie eine verdammte Heilige. Mussten die Männer für diesen Auftritt in Reih und Glied gemächlich neben ihr marschieren? Als würden sie sich des Sieges sicher sein? Wütend erschoss die Miko einen Dämon, er auf Sesshōmaru zu rannte.

Hatte sie sich wirklich so sehr in Kikyō, ihrer eigentlichen Freundin, getäuscht?



oOo


Heute mal wieder ein etwas längeres Kapitel, wobei ich schon wieder recht spät bin. Verzeiht mir >.

Muss jetzt noch mit den Hunden raus und beantworte dann noch ein paar Reviews, versprochen! Den Rest dann ganz sicher!!! Morgen!

Eure Death~
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