Maskenball aus anderer Sicht

von GoldiSS
OneshotAllgemein / P12
OC (Own Character)
26.02.2018
26.02.2018
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Der Maskenball war ganz anders, als ich gedacht hatte. Die Musik war der Hammer, mal schnell mal langsam. Im Moment war ich aber schon so kaputt, dass ich mich erstmal an den Rand gestellt habe und die tanzenden Pärchen betrachtete. Da bemerkte ich eine kleine rotschwarze Gestalt, die sich durch die Menschenmenge in Richtung des dunklen Labyrinths quetschte. War das nicht Aria? Sie war so etwas wie eine kleine Berühmtheit hier bei uns. Ihre Freundin ist vor fast zwei Jahren verschwunden und vor einiger Zeit hat man ihre Leiche vergraben gefunden. Irgendetwas Misteriöses war an ihr und ihren drei Freundinnen. Was hat sie vor? Warum schleicht sie so durch die Menge?

Ich beschloss, dass herauszufinden und verfolgte sie. Sie ging gerade einen dunklen Gang entlang, als ich einen Blick auf ihr Gesicht erhaschen konnte. Lächelte sie etwa? Was war da los? Warum lächelte sie so, wenn sie einen dunklen Gang entlang schleicht? Vielleicht trifft sie sich mit jemanden? Das war es. Sie traf jemanden. Jetzt wo mir das klar wurde, dachte ich nach. Wann hatte ich sie das letzte Mal mit einem Jungen gesehen? War ihr letzter Freund nicht Noel gewesen? Das war aber schon eine Ewigkeit her. War sie echt die ganze Zeit lang Single gewesen? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Auch wenn ich nicht auf Mädchen stand, musste ich mir eingestehen, dass ich sie hübsch fand. Nein, an Attraktivität mangelte es ihr garantiert nicht und ich wusste, dass einige der Jungs auch durchaus Interesse an ihr hatten. Doch sie hatte nie Interesse an anderen Jungs gezeigt. Vielleicht erfahre ich jetzt ja den Grund. Vielleicht hatte sie die ganze Zeit schon einen Freund und keiner wusste etwas davon. Ich schlich ihr weiter hinterher. Hatte sie da ihr Handy in der Hand?

"Hallo?", hörte ich sie auf einmal fragen. Das hörte sich nicht so an, als ob sie sich mit einer vertrauten Person treffen wolle. Ich machte mich schon bereit, ihr zu helfen, falls sie Probleme bekommen sollte. Ich wollte gerade aus meinem Versteck treten, als ich eine Männerstimme sagen hörte: "Wie sehr ich mich anstrenge, ich kann einfach nicht ohne dich sein." Daraufhin rannte sie auf den Mann zu. Die zwei verfielen in eine tiefsinne Umarmung, als ob sie sich lange nicht mehr gesehen hätten. Dieser Moment war so intim, dass ich ein schlechtes Gewissen bekam, als ich die zwei so betrachtete. Es kam mir vor, als wären diese Menschen für einander bestimmt.

"Was machst du hier? Ich dachte, du bist in New York? Wolltest du dir dort ne eine neue Arbeitsstelle suchen?" fragte Aria den Mann. Aha, anscheinend war der Mann schon etwas älter. Deswegen hatten wir ihn nie zu Gesicht bekommen. "Wollte ich auch, aber ich konnte nicht. Die Zeit ohne dich kam wir wie eine Ewigkeit vor. Mir ist bewusst geworden, dass ich lieber arbeitslos bin, als ohne dich zu sein." Die Stimme kam mir irgendwie bekannt vor. Woher aber? Ich wusste, dass ich sie kannte. Kannte ich also den Mann? Wer war er?

"Los, komm. Lass uns tanzen gehen, deswegen bin ich doch extra hergekommen.", sagte er zu Aria und nahm sie bei der Hand. Zusammen gingen die beiden wieder zurück in Richtung Tanzfläche. Wer war dieser mysteriöse Mann? Woher kannte ich ihn? Ich wusste, ich hatte diese Stimme früher fast täglich gehört. Doch jetzt schon seit einer längeren Zeit nicht... War er früher vielleicht auf unsere Schule gegangen?

Mittlerweile kamen die beiden am Rande der Tanzfläche an. Er zog sie mit und beide fingen eng umschlungen an zu tanzen, aber auf einmal stoppte er. "Was hast du?", fragte Aria ihn. "Das ist unserer erster Tanz. Ich möchte dich sehen", antwortete er. Daraufhin nahm er ihr ihre Maske ab und schaute sie an. Dann nahm er seine Maske ab und verstaute die beiden Masken in seiner Tasche. Er stand leider mit dem Rücken zu mir, sodass ich nicht sehen konnte wer er war. Dennoch bemerkte ich die Blicke der Mädchen mir gegenüber. Warum starrten sie alle die zwei an? Wer war er? Ich ging einige Schritte weiter zur Seite, sodass ich ihn sehen konnte. Das darf doch nicht war sein! "Es ist Mr. Fitz!" sagte ich leise. Deshalb kam mir seine Stimme so bekannt vor. Ich hatte ein halbes Jahr bei ihm englische Literatur gehabt und ein bisschen für ihn geschwärmt. Er war noch extrem jung und sah sehr gut aus. Außerdem war er immer nett zu allen gewesen. Das alles schoss mir durch den Kopf, sodass ich fast nicht mitbekam, was sich dort auf er Tanzfläche tat. Mr. Fitz fasst Aria am Kinn und schaute in ihre Augen. Dann senkte er seinen Kopf und küsste sie zärtlich auf den Mund. Aria schloss ihre Augen und küsste ihn zurück. Sie lösten sich kurz voneinander, um sich wieder anzusehen. Beide sahen so glücklich aus, dass mir die Tränen kamen. Das Ganze war ziemlich romantisch. Eine verbotene Liebe, schoss es mir durch den Kopf. Ich betrachtete die beiden noch eine Weile. Im Moment genossen sie einfach nur, ihre Nähe zueinander und es schien, als ob nur die beiden in diesem Augenblick existierten. Das muss wahre Liebe sein...

Kurze Zeit später stand ich bei meiner Freundin. "Wo bist du gewesen?", fragte mich Hailey. "Wir haben uns schon Sorgen gemacht." "Ich bin nur ein bisschen durch die Gegend gestreift. Hab ein bisschen nachgedacht." "Und worüber?" "Naja, glaubst du, dass wahre Liebe existiert?" "Natürlich. Ich glaube auch an Seelengefährten, wenn das deine nächste Frage sein sollte. Wieso fragst du mich so etwas? Hast du jemanden kennengelernt?" wollte Hailey interessiert wissen. "Nein, hab ich nicht. Ich hab nur nachgedacht. Was ist aber, wenn du deine wahre Liebe kennenlernst und nicht mit ihm zusammen sein darfst? Weil, z.B. die Gesellschaft es nicht erlaubt?" "Mmmm, ich glaube, ich würde dafür kämpfen und mich trotzdem mit ihm treffen. Schließlich trifft man seine wahre Liebe nur einmal im Leben", antwortete sie mir. In dem Moment kamm Paula angerannt.

"Ihr werdet es mir nicht glauben!", sagte sie ganz aus der Puste. "Was denn?", fragte Hailey. "Mr. Fitz ist hier." Was? Wieso sollte Mr. Fitz hier sein? Er ist doch kein Lehrer mehr hier und somit auch keine Aufsichtsperson mehr", überlegte Hailey laut. "Naja, anscheinend ist er als Begleitung hier." "Was? Mr. Fitz hat eine Freundin?", fragte Hailey enttäuscht. Ich wusste, dass sie ebenfalls ein bisschen in ihn verknallt gewesen war. Anscheinend hatte sie sich Hoffnungen gemacht. Irgendwie tat sie mir leid. "Anscheinend. Zumindest hat er sie eben geküsst. Mehrmals! Mitten auf der Tanzfläche!" Hailey machte ein überraschtes Gesicht. "Und wer...?", setzte sie an. Doch ich unterbrach sie: "Aria Montgomery". Sie schaute mich schockiert an. In ihrem Gesicht sah ich viele Emotionen, Überraschung, Enttäuschung, Unglauben und schließlich machte sie ein nachdenkliches Gesicht. "Aria? Mmmm, das hätte ich ihr irgendwie nicht zugetraut. Sie hat es geschafft einen Leherer zu verführen. Wie hat sie das geschafft? Hat sie ihm Sex angeboten?" "Glaubst du denn, dass lief schon, als er bei uns noch unterrichtet hat? Vielleicht hat das erst angefangen, nachdem er hier weggegangen ist", überlegte Paula. "Vielleicht ist er aber genau deswegen von hier weggegangen. Weil er mit ihr zusammen sein wollte", sagte ich. In dem Moment wurde mir klar, dass das der Wahrheit entsprach. Die zwei waren vorhin so glücklich gewesen, als sie das erste Mal miteinander getanzt hatten, als ob sie nie zusammen in der Öffentlichkeit gewesen waren. Somit stand für mich fest, dass das nicht erst vor ein paar Wochen angefangen hatte. Das lief schon, während er ihr Lehrer gewesen war. Die zwei könnten ernsthafte Probleme bekommen, wenn jemand anderes dahinter kam und es verbreitete. "Okay, so ernst kann ihre Beziehung dann doch nicht sein", setzte ich also schnell hinterher. "Bestimmt fing das erst an, als er an der Hollis arbeitete. Arbeitet ihr Vater da nicht auch? Bestimmt haben die zwei sich so näher kennengelernt." "Stimmt, ich hab gehört, dass der Vater von Aria öfters mal ein Essen für Kollegen organisiert. Bestimmt sind sie sich da näher gekommen", sagte Paula. Hailey war immer noch am zweifeln, das sah ich ihr an. "Hey", sagte ich zu ihr. "Mach dir nicht so einen Kopf. Vielleicht hält die Beziehung ja nicht lange und du kannst dein Glück versuchen. Zumindest weißt du jetzt, dass er auf jüngere Frauen steht. Also gib die Hoffnung nicht auf." Es fiel mir schwer, sie anzulügen. Schließlich hatte ich die zwei zusammen gesehen und sofort die Liebe zwischen den beiden gesehen. Die zwei waren wirklich Seelenverwandte und würden bestimmt noch in zehn Jahren glücklich sein...