Wo ist Babyhorta?

von PhloxPe
KurzgeschichteFamilie, Sci-Fi / P12
25.02.2018
25.02.2018
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Wo ist Babyhorta?

Endlich konnte sie wieder Eisenerz auf ihrem Asbestpanzer spüren. Mutterhorta hatte sich gerade einen Weg durch eine Gröllhalde, am Rande eines Berges, gebahnt und schickte nun an, sich ins innere des Berges zu fressen. Mithilfe von einem Ätzmittel und mikroskopisch kleinen Bohr- und Grabewerkzeugen, die auf ihrem Panzer verteilt waren, war es kein Problem sich auch durch massiven Stein zu fressen. Gröll stellte kein Problem dar! Die Humanuiden, die sich selber Menschen nannten, hatten sie gebeten eine Schneise durch das lockere Gestein zu fressen, weil am Rande des Berges, in kürze, ein Seismograph installiert werden sollte. Mit dem Gerät wurden Schwingungen kleinerer Erdbeben, welche beim Bergbau entstanden, aufgezeichnet. Die Menschen hatten den Planeten besiedelt, um seine reichhaltigen Vorkommen an Duranium und Eisen abzubauen. Mutterhorta half den Menschen beim Tunnelbau, indem sie sich durch den Mantel des Gesteinsplaneten frass. Die Arbeit schmeckte ihr gut, da sie sich von Gestein und den darin enthaltenen Mineralien ernährte. Der Hauptgrund für die Kooperation mit den Menschen bestand jedoch darin, dass die Menschen versprochen hatten auf Mutterhortas Brut acht zu geben. Nach einem natürlichen Massensterben, bei dem fünfzigtausend Hortas starben, waren allein Mutterhorta zurückgeblieben um sich den Eiern mit der Nachkommenschaft zu wittmen.

Mutterhorta bohrte sich noch immer ins innere des Berges. Als sie sich in waagerechter Linie bis etwa zur Mitte des Berges vorgearbeitet hatte, änderte sie die Richtung und fraß sich senkrecht, fast wie an einem Lot gezogen, den Berg hinab. Menschen mochten diese waagerechten und senkrechten Tunnel. Diagonale Tunnel bereiten ihnen größere Schwierigkeiten. Mit jedem Meter den Horta in die Tiefe stieg, stieg auch ihre Freude. Die Freude darüber ihre geliebte Brut wiederzusehen, welche in der Kammer da unten lagerte. Mutterhorta bekam jedoch einen Schreck als sie an der Kammer ankam und die Eier zählte. Die Zählung, bei der die blinde Horta, die Eier einzelnt abschritt, ergab elf statt dreizehn Eier.

Geschwind eilte Mutterhorta durch den harten Fels hinurch, hinauf zum Camp der Humanoiden. Diese wunderten sich über Hortas erscheinen, da an dieser Stelle und zu dieser Zeit keine Tunnelbaumaßnahmen geplant waren. Zwei der Humanoiden eilten auf Horta zu. Horta konnte die Vibration ihrer Schritte durch den Boden hindurch spüren. Einer der Humanodiden legte seine Hand am Hortas Frontpanzerung und Horta wusste, dass sie gleich seine Gedanken spüren konnte. So geschar es! Der Humanuide, der sich Horta einst als Vulkanier L'Tak vorgestellt hatte, drang in Hortas bewusst sein vor. Horta ließ L'Tak an der Sorge um ihre Kinder teilhaben. Die Leere in ihrem Inneren, die das Fehlen ihrer Brut darstellte, konnte auch L'Tak nicht mit Gewißheit füllen. L'Tak wußte es auch nicht wo die Eier waren aber sicherte Mutterhorta seine Hilfe bei der Suche zu. Er würde sofort ein Suchteam zusammenstellen. Die Arbeiten an den anderen Stollen wurden auf ein Minimum reduziert. Horta, das tunelbauende Wesen, war nützlich für die Menschen und so zog ein ganzer Zug von ihnen angeführt vom vulkanier L'Tak los um die Tunnel der Bergbaustätte abzusuchen. Kleine Trupps schwärmten mit Kettenfahrzeugen in alle vier Himmelsrichtungen aus um die Planetenoberfläche abzusuchen. Die Radarabtaster der Rover scannten die Umgebung ab und fanden doch nichts anderes als Sand, Gröll und Gestein. Doch nach langer Zeit des Suchens vermeldete Apple, der Fahrer von Rover 2: "Hier sind Fussspuren im Sand! Humanuide Fussspuren." Die Rover 1, 3 und 4 bestätigten den Funkspruch und kehrten zum Camp zurück.

Apple und Osborne waren derweil aus dem Rover ausgestiegen, um den Verlauf der Fussspuren zu folgen. Der Anfang der Fussspuren befand sich auf einer ebenen Fläche von Sand, die frei von gröberen Gestein war. Die Tatsache, dass die Fussspuren genau in der Mitte der besagten Fläche begannen und dass da sonst keine Spuren von irgendwelchen Fahrzeugen zu sehen war, ließ darauf schließen, dass der vermeitliche Eierdieb dorthingebeamt worden ist. Apple benutzte seinen Kommunikator und gestattete der Crew im Camp Meldung. Apple stellte die Vermutung auf, dass sich der Materietransporter auf einem Raumschiff, in Orbit des Planeten, befinden musste. L'Tak gab Apple recht, denn der einzige Transporter auf dem gesamten Planten, befand sich in dem Camp der Menschen und eine Auswertung dessen Protokolle ergab keine Eintrag für einen Beam-Versuch auf die sandige Ebene, auf der sich Apple und Osborne gerade befanden.

L'Tak befahl dem stationären Kommunikationsoffizier Kontakt mit der Yorkshire einem Frachtschiff vom Antares-Typ aufzunehmen. "Ahoi" schallte es aus dem Lautsprecher als sich Capt'n Mattau prompt zurückmeldete. Die Yorkshire hatte Janus IV drei Stunden zuvor verlassen um eine Ladung Eisenerz abzutransportieren. Nun würde Capt'n Mattau die rückwärtigen Sensoren seines Frachters benutzen um den Orbit des Bergbauplaneten nach einem Schiff abzusuchen. Alsbald meldete sich Mattau: "Wir vernehmen ein Signal, welches sich schwach von der kosmischen Hintergrundstrahlung abhebt. Es muss von einem Plasmatriebwerk emittiert worden sein. Vielleicht von einem Shuttle." "Würden Sie mir einen Gefallen tun und wieder umkehren? fragte L'Tak und Mattau: "Was, etwa um die Eier von Ihrem Monster zurückzubringen?
L'Tak: "Vergessen Sie bitte nicht dass, das Horta uns bei der Suche von Erz behilflich ist. Erz, dass sie jetzt in ihrem Frachtraum haben.
Mattau: "Ist schon gut. Unsere Reise wird dadurch nur um höchstens sechs Stunden verlängert."
L'Tak: "Es könnte länger dauern, wenn die fremde Crew die Eier entwendet hat."
Mattau: "Nur würde die Crew den Diebstahl wohl nicht zugeben und ich darf ihr Schiff nicht einfach ungefragt betreten ... aber ist gut. Ich kümmere mich."
L'Tak: "Bis dann, Capt'n."
Mattau: "Bis denne."

Die Yorkshire raste mit Warp 2.15 durch den Raum. Zu mindestens war es das höchstmögliche Tempo bei voller Beladung. Schon bald konnte Mattau auf dem Bildschirm auf der Brücke, die Umrisse von einem kleinen scheinbar bläulichen Shuttle erkennen. Es hatte einen altmodischen Plasmaantrieb und hätte eigentlich garnicht so weit draußen im Weltraum unterwegs sein dürfen. Vermutlich ist des Mutterschiff nicht weit weg, dachte sich Mattau.

Zwei Stunden und zwanzig Minuten später tönte der Annäherungsalarm auf der Brücke der Yorkshire. Weitere dreizig Mituten vergingen, bis die Umrisse eines bläulichen Schuttleschiffs auf dem Bildschrim vor Mattau erschienen. Der Monitor zeigte das elliptische Heck des Schiffs. Ein gelblicher Leuchtbalken zog sich von der Back- bis hin zur Steuerbord des Raumschiffe und schien der Plasmaantrieb zu sein. Mattau öffnete das Mikrophon und sprach: "Frachtschiff Yorkshire an unbekanntes Raumfartzeug! Yorkshire an ...". Er brachte die Grußbotschaft nicht mehr zu Ende, denn prompt tönte die Antwort aus den Lautsprechern: "Hier spricht das andorianisches Shuttleschiff-03. Ich grüße sie Yorkshire."
Mattau: "Was macht denn so ein kleines Schiff so tief im Weltraum?"
Andorianerin: "Mein Mutterschiff hat mich entsandt um dieses Sternensystem zu erkunden. Ich heiße Tarah. Ich bin die Pilotin, Capt'n...?"
Mattau: "Verzeihung ich habe mich noch garnicht vorgestellt. Ich heiße Walter Mattau und bin der Kapitän. Tarah, sind sie wegen den Erzvorkommen auf Janos IV hier?
Tarah: "Die Erzvorkommen wären für Andoria von wirtschaftlichen Interesse ... aber die menschliche und vulkanische Spezies sind uns bei der Besiedlung wohl zuvorgekommen."
Mattau: "Man könnte sich doch über eine gemeinsame Nutzung von Janos IV verständigen. Schließlich ist auch die andorianische Spezies Mitglied in der Förderation der vereinten Planeten."
Tarah: "Das Verhältnis zwischen dem Vulkan und Andoria Prime sind nachhaltig geschädigt. Capt'n..., das wissen sie doch sicherlich."
Mattau: "Ja, und ich weiß auch, dass auf Janos IV eine bedrohte Spezies lebt. Diese nennt sich Horta und ist vom Aussterben bedroht. Leider sind einige der Eier dieser Spezies erst kürzlich abhanden gekommen und ..."
Tarah: "... und diese Eier befinden sich jetzt auf meinen Schiff, Capt'n Mattau!
Mattau: "Was haben sie vor?"
Tarah: "Nachdem ich mit dem Shuttle zur Zabathu zurückgekehrt bin, wird sich ein Team von Biologen und Mineralogen um die Brut kümmern. Die Zabathu wird nach Andoria fliegen. Sobald die Brut die Brut geschlüpft ist, wird sie einem Zweck zugeführt. Tarah, Ende."
Das Gespräch zwischen Mattau und Tarah war beendet und Mattau sah wie das andorianische Shuttle davoneilte. Er aktivierte den Traktor-Beam. Ein blauer Strahl schoß aus dem Bug der Yorkshire, fächerte sich auf und erfasste Shuttle-03. Es schüttelte sich. Es verlangsamte sich! Doch Tarah aktivierte die Schildgeneratoren des Shuttles. Der Schutzschirm des kleinen Shuttles baute sich kurz auf und kollabierte dann. Der Schildgenerator brannte sofort durch aber die Energiespitze war ausreichend um das kleine Schiff vom Schleppstrahl zu lösen. Doch Mattau vertagte nicht. Er richtete den blauen Strahl erneut aus. Tarahs Stimme ertönte erneut: "Mattau, sie können mich zwar mit ihrem Schleppstrahl festhalten aber sobald mein Mutterschiff eintrifft, haben sie verloren!" Kaum hatte Tarah ihre Worte ausgesprochen, da krachte es schon im Bug der Yorkshire. Sie war getroffen! "Mein Traktorstrahl ist hinüber", lautete Mattaus die nüchterne Antwort auf den Beschuss. Die Zabathu, lag nun quer-ab zur Yorkshire und Tarah riet ihm: "Sie sollten besser abdrehen! Das würde ihnen einige Unannehmlichkeiten ersparen. Nicht wahr Commander?"
Commander: "Talas hier. Capt'n drehen sie ab!"
Mattau: "Ich drehe ab aber ich werde den Vorfall behördlich melden."
Tarah: "Machen sie es gut Capt'n."
Mattau wendete sein Frachtschiff. Es war unbewaffnet und gegen einen Schlachtkreuzer, wie die Zabathu, völlig chancenlos. Gerade als Mattau den Warpsprung einleiten wollte, da ... passierte es.

Die Schale aus purem Silizium war entzwei gesprungen! Das Wesen schickte sich an, aus dem Ei zu schlüpfen. Ein mühevolles Unterfangen, denn die Kraft und Geschicklichkeit waren noch nicht im vollem Umfang ausgeprägt. Mal streckte das Embryo streckte seinen plumpen Körper, mal verdrehte es Ober- und Unterkörper in entgegengesetzter Richtung. Ein in letztes mal knackte die Eierschale. Wie aus dem Ei gepellt! Babyhorta, siehe da!
Das kleine, braune, blinde und taubstumme Westen tastete sich voran. Überall waren metallische Oberflächen. Den Asbestpanzer der Mutter konnte es nicht finden, stattdessen bekam es einen schwachen elektrischen Schlag und wich zurück. Babyhorta war mit dem Kopf an ein Kraftfeld gestoßen. Ein Eindämmungsfeld! Das Neugebore wusste nicht wie ihm geschah und auch nicht, dass es im andorianischen Shuttle gefangen war. Es fühlte leichte Schwingungen. Diese wurden von diversen Aggregaten emittiert. Ganz plötzlich wurde Babyhorta ein ganzes Stück nach vorn katapultiert. Es bekam jedoch keinen Stromschlag wie zuvor. Als die Schutzschilde aktiviert worden waren um den Traktorstrahl abzuschütteln, hatte eine Überlastung im Bordnetz den Ausfall des Eindämmungsfeldes zur Folge, welches Babyhorta umschloss.
Das Kleine erkundete nun das Shuttle. Wann immer es gegen ein festes Hindernis stieß, folgte es seinem natürlichen Instinkt, indem es sich kräftig gegen die Frachtbox, den Sitz, das Schaltpult und das Schott stämmte. Mit seinen Bohrwerkzeugen zertrümmerte Babyhorta alle Gegenstände die nicht mindestens die gleiche Festigkeit von Stahl aufweisen konnten. Babyhorta kamm gut voran. Als es das zweite Schott durchquerte, hatte es bereits eine verwüstete Wissenschaftstation hinter sich gelassen und es schickte sich nun an den Pasagierraum zu durchqueren. Ein Bewegungsmelder aktivierte das Licht in dem, mit Clubsesseln eingerichtetem Raum. Besäße Babyhorta Augen, dann wäre ihn der verduzte Gesichtsausdruck von Tarah aufgefallen, die durch die Glastür blickte, die den Pasagierraum von der Brücke des Shuttelschiffes trennte.

Tarah machte sich nicht die Mühe die die Glastür zu verschließen. Es wäre zwecklos! Das kleine Monster würde das Glas im Nu zertrümmern. Stattdessen setzte sie sich auf den Pilotensitzt und aktivierte die Landeautomatik, die das kleine Shuttle direkt in den Hangar des Mutterschiffes führen sollte.Anschießend aktivierte sie den Materietransporter des Shuttles. Noch bevor Babyhorta ihr ein Haar hätte krümmen können entmateralisierte sich Tarah's Körper. Ihr Transportermuster wurde vom Transporter der Zabathu erfasst. Sie hatte sich gerettet! Babyhorta wurde von der Crew der Zabathu sichergestellt. Währenddessen konnte Captain Mattau von der Yorkshire aus nur noch zusehen wie sich der Kreuzer sich mit Warpgeschwindigkeit entfernte. Der Andorianer hatten Babyhorta entführt!
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