Die Tour mit dem K(arl)

GeschichteRomanze / P18
Felix Brummer / Kummer Karl Schumann Max Marschk OC (Own Character) Steffen Israel / Tidde Till Brummer / Kummer
23.02.2018
25.04.2018
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Hallo ihr Lieben,

Heute ist Sonntag, es ist radio mit k und es ist Tourtag und es ist Arsch kalt da draußen. Für die Daheimgebliebenen also perfekt um ein neues Kapitel zu lesen und nicht zu trauern und für diejenigen die schon in der Schlange stehen und warten ein hoffentlich netter Zeitvertreib =) lasst mir einen Kommentar da, wie es euch gefällt und nun viel Spaß!!

LG fiktiongirl


Ich stehe in Graz in der Garderobe der Jungs, die gerade in der Stadt unterwegs sind. Die Crew und Mitglieder von Blond wuseln nebenan herum. Lachen und Kichern dringt an meine Ohren. Ich stehe neben einer Liege. Sie sieht aus wie ein Bett mit rotem Laken. Für eine Person oder zwei, die kuscheln, definitiv geeignet. Ich schaue nach draußen. Beobachte den Schnee, wie er die weiße Landschaft noch weißer macht. Schnee hat immer etwas Friedvolles. Alles Leid und Schwarze wird unter der weißen Schicht begraben und eine unbeschreibliche Stille bereitet sich aus. Ich bin im Sommer geboren und liebe den Winter über alles. Ich werde dann gerne zum kleinen Kind und drücke mir sprichwörtlich die Nase an der Scheibe platt. Die eh schon romantischen Berge werden in ein Winterwunderland verzaubert. Wie gern hätte ich Karl jetzt bei mir, der mich von hinten in den Arm nimmt, seinen Kopf auf meiner Schulter ablegt und mich festhält, damit wir gemeinsam nach draußen schauen können. 'Lass uns eine Schneeballschlacht machen', würde er sagen. 'Und Schneeengel', würde ich hinzufügen. 'Ich würde es als Eisprinzessin bezeichnen', wäre seine Antwort und ein Kuss in die Halsbeuge würde folgen. Ich sehe vor meinem geistigen Auge wie Karl, die Blonds, die Kraftis- ja wie alle zusammen da draußen toben und lachen wie Kinder. Ich spüre wie sich ein verklärtes Lächeln auf meinen Lippen ausbreitet.
"Vero? Die Jungs kommen jeden Moment wieder für den Soundcheck." Ich drehe mich zu Malt um und nicke. Einen Moment lang sortiere ich mich, ordne Realität zu Realität und Fiktion zu Fiktion. Und manchmal liegt die Fiktion in Realität oder die Realität in der Fiktion.

Es ist unverkennbar laut als sechs Schneemänner den Raum betreten, in welchem ich eben noch stand. Im angrenzenden Raum befindet sich heute das Gemeinschaftsbüro. Dort sitze ich und bespreche mit Malt und Maggie alles Wichtige. Vielmehr reden sie und ich schweige. "Ich bin so froh, dass du da bist. Danke, dass du so schnell wie möglich kommen konntest."
"Ich hätte nicht gedacht, dass ihr mich so schnell brauchen würdet zumal ich noch nicht lange dabei bin," gebe ich in gedämpftem Ton ehrlich zu. "Momentan geht einfach die Seuche rum und da kann ich kein angeschlagenes Mitglied gebrauchen. Ich will wirklich so lange es geht die Grippewelle außen vorlassen und jetzt gehen wir rüber und verkünden die frohe Botschaft." Maggie und Malt gehen vor, ich hinterher.
"Leute, hört mal kurz zu." Philipp hat seine Kamera in der Hand und grinst als er mich sieht. Er hält den Daumen hoch und wackelt mit seiner Kamera. Ich hatte schon fast Vergnügen ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und es hatte wahnsinnig Spaß gemacht ihm zu helfen. Das müssen wir in den kommenden Wochen wiederholen.
"Was... Was machst du denn hier?" Der Band entgleiten sämtlich Gesichtszüge für einen kurzen Augenblick.
"Die Frauenquote erhöhen," zwinkere ich und gehe einen Schritt nach vorne, sodass ich neben Maggie stehen kann. Ich hatte mit dieser Begrüßung gerechnet.
"Da wir leider mit reduzierter Mannschaft starten mussten, haben Maggie und ich Hilfe geholt." Malt grinst fröhlich: "Ich dachte, Vero würde gut ins Team passen."
"Ja, geil, dann ist das ja jetzt schon noch besser als Klassenfahrt," juchzt Till, der als erstes sein Gesicht wieder unter Kontrolle. Dem scheint es wohl richtig gut zu gehen, denn Tour heißt, dass er Alia bald wiedersehen würde.
Karl kommt zu mir, zieht mich in eine innige Umarmung und küsst meinen Nacken." Na, das nenne ich mal eine Überraschung." Er wirkt gefasst und cool. Aber ich sehe seinen Blick. Seine dunklen Augen strahlen diese besondere Strahlen. Ich sehe, wie sehr er sich freut, dass ich sie alle begleiten werde. Es ist unfassbar für mich, dass er mich anscheinend schon wieder so sehr vermisst zu haben scheint.
"Gruppenkuscheln!", ruft Max.
"Mit Schweinehaufen!", stimmt Felix lachend ein. Sie freuen sich also doch alle.
Schneller als ich gucken kann, bin ich umringt von den Jungs und liege lachend auf dem Boden unter ihnen begraben. Ich höre wie Philipps Kamera auslöst. Natürlich musste er es festhalten.Ich weiß jetzt schon, dass es eine Herausforderung wird, diese Meute zu bändigen, aber dass im Endeffekt alles gut enden und die Klassenfahrt unvergesslich werden wird.
Meine Vermutung bestätigt sich bereits im Verlauf des Tages. Ich bin erst wenige Stunden dabei und trotzdem schon wieder mittendrin. Ich koordiniere für morgen in Wien, telefoniere hier und dort, sage dem Catering Service wohin das Abendessen soll.

Eine  Frage, die mir nicht nur durch Karls Augenbraue, sondern auch verbal  von allen anderen gestellt wurde, ist natürlich, wie genau es denn dazu  kam, dass ich jetzt hier vor ihnen stehe.
Malt  hatte mich direkt am Tourbus vor der Abfahrt nach Graz abgefangen und  gefragt, ob ich nachkommen könnte, weil so ziemlich alle im Team krank  waren. Ich war immernoch das Küken nach einem halben Jahr und sollte eigentlch erst ab 9. März mitmachen. Genau wie im Herbst auch nur ein paar Daten. Da nun aber Not am Mann herrscht und ich mich gut im Team eingearbeitet habe und laut Chefe einen tollen Job mache sollte ich nun einspringen. Das war natürlich ein Hammer gewesen für mich. Schnell musste ich mir einen Mietwagen besorgen, weil kein Flug mehr ging und meine Bahnfahrten sind nunmal immer so, dass sie nie dort enden, wo sie sollten. Ich hatte eine extrem kurze Nacht mit viel Kaffee, Kofferpacken und einen Bleifuß auf der Autobahn, damit ich die sieben Stunden Autofahrt so schnell wie möglich hinter mich bringen konnte.

"Warum hast du denn nicht geschrieben, dass du kommst?" Karl wirkt gekränkt, dass ich ihm nicht sofort bescheid gegeben habe. Gemeinsam sitzen wir auf der roten Liege. Till sitzt am Tisch und tippt auf seinem Handy herum mit einem Grinsen im Gesicht, dass mich nur drauf schließen lässt, dass er mit Alia schreibt. Ihm gegenüber sitzt spiegelverkehrt sein Bruder. Genauso kauend und tippend. "Wetten der schreibt mit Mona?" murmele ich Karl zu. Amüsiert schauen wir kurz den Kummer-Brummer Brüdern zu. Dann wende ich mich wieder dem Braunäugigen zu. "Ich wollte dich einerseits überraschen. Dein Blick wie dir die Gesichtszüge entgleiten war es einfach wert. Außerdem wollte ich dir erstmal Zeit gönnen zur Eingewöhnung auf der Tour. Ich weiß doch, dass du erstmal deine Zeit mit den Jungs verbringen willst." Karl öffnet den Mund, schließt ihn aber wieder ohne einen Ton gesagt zu haben.
" Ach, Vero. Du bist doch fast eine von uns." Till grinst schmatzend.
" Genau. Der einzige Unterschied ist, du hast Brüste," stimmt Felix zu  
"Könntest du bitte nicht über die Brüste meiner Freundin reden?", grinst Karl mit hochgezogener Augenbraue
"also ich mag Brüste", Feli grinst süffisant und zwinkert mir zu. Ich Strecke ihm die Zunge aus. Ich höre, wie Karl neben mir etwas Unverständliches grummelt, aber die Wörter "Kindsköpfe" und "keine ruhige Minute "  vernehme ich deutlich.
"Felix, kann es sein, dass wir hier stören?", sagt Till und wirft Felix einen verschwörerischen Blick zu.
"Ja, ich glaube auch. Karl will lieber alleine mit den Brüsten seiner Freundin sein", antwortete Felix lachend und dann wirft Karl ein auf dem Boden liegendes Kissen nach dem Blonden. Der duckt sich gekonnt und das Kissen verfehlt sein Ziel.
Statt Felix bekommt Malt es ab. Er fängt das kissen und sagt: "Noch nicht mal einen Tag auf Tour und schon Streit. Vero, ich brauche dich kurz. Ich nicke und erhebe mich um zu Malt zu gehen, aber Karl hält mich am Handgelenk auf.
"Dir ist klar, dass das jetzt die ganze Tour so laufen wird, oder?", fragt er mich und ich bin mir nicht sicher, ob er die Tatsache lustig oder nervig findet.
"Noch Finde ich es lustig. Ihr seid einfach nur ein Haufen Kinder gefangen im Körper von Erwachsenen." Ich zwinkere und werfe ihm einen Luftkuss zu bevor ich in das Gemeinschaftsbüro gehe.

Gerade stehe ich mal wieder neben dieser roten Sitzgelegenheit- nennen wir es mal Liege - und trinke einen Kaffee während ich wieder dem Schnee zuschaue und die Dämmerung einsetzt. Es ist genau die Zeit des Tages an der man nicht weiß, ob es zu noch zu hell ist fürs Einschalten der Lampe oder ob man noch den Rest des natürlichen Lichtes vollends auskostet. Zwielicht wäre wohl das passende Wort. Es ist diese magische Tageszeit. Sie gehört nicht mehr zum Reich des Tages, klare Linien verschwimmen, die Härte der Realität wird verschleiert. Aber sie gehört auch nicht in das Königreich der Nacht, wo Träume herrschen und Dinge nicht mehr so sind, wie sie scheinen. Der Übergang von dem was ist, zu dem was sein könnte. Und manchmal, nur ganz selten verschwimmen die Grenzen von Traum und Wirklichkeit in diesem Moment des Zwielichts. Doch meine Gedanken sind noch beim Tag. Noch nicht in der Nacht angekommen. Ich lasse meine Schultern kreisen und lege den Kopf in den Nacken zum Entspannen. Dieser Job ist anstrengend, aber das beste, was mir passieren konnte. Ich kann zusammen mit meinen besten Freunden die Städte unsicher machen, obwohl ich eigentlich arbeiten sollte. Aber es fühlt sich nicht so an. Ehe meine Erinnerungen an den vergangenen Sommer an die Oberfläche tauchen, ertönt eine Stimme hinter mir, die ich unter tausenden wieder erkennen würde, weil nur sie mir einen angenehmen Schauer über den Rücken laufen lässt.
"Ach, hier bist du. Ich habe dich fast gar nicht gesehen." Es ist Karl. Ich drehe mich um, komme nicht umhin sein Lächeln zu erwidern. Ich breite die Arme aus und kuschele mich an ihn, vorsichtig um den restlichen Kaffee nicht zu verschütten. "Na, Herr Schumann, wie fühlen Sie sich?"
"Sehr gut, danke. Aber es gibt da was, was mein Wohlbefinden noch steigern könnte, Frau Assistentin."
"Deine Handschuhe, die du zu Hause vergessen hast und jetzt in meinem Koffer liegen?"
"Nein! Ich versuche hier grade romantisch zu sein. Nimm das bitte ernst," lacht er.
"Geht schlecht mit Tasse in der Hand."
Ich stelle die Tasse auf den Tisch in der Nähe und Karl zieht mich zurück zu sich. Meine Arme schlinge ich um seinen Hals und will intuitiv seine Locken im Nacken drehen, was ich die letzten Monate so lieb gewonnen habe, aber gestern Mittag kam er nach Hause und hatte die Haare wieder auf Tour Länge geschnitten. Meine Finger streicheln sanft seinen Nacken. Stumm sehen wir uns an. Ich spüre Karls kalte Hände, wie sie unter meine Kleidungschichten direkt meine Haut berühren. Scharf zieh ich die Luft ein. "Mann, Karl! Du hast Eishände", meine Versuche der Flucht bringen genau das Gegenteil. Karl zieht mich, wohlwissend was er da tut, zu sich heran.
"Wohin des Weges, junge Dame?"
"Weg von den kalten Klauen des Todes." Ich kichere jetzt schon und es ändert sich auch nicht, nachdem Karls Eisklauen mich kitzeln. Wir kichern und lachen und kitzeln uns gegenseitig bis ich rückwärts auf die Liege falle, sodass Karl genau auf mir landet.
"Alles okay, Eifelmädchen?", flüstert Karl.
Ich nicke nur. Seine Lippen sind so verführisch nahe an meinen. Und nicht nur die Lippen. Er liegt genau auf mir und bewegt sich nicht weg. Ich kann ihn spüren. Mein Puls beschleunigt sich. Es ist die erste ruhige Minute des Tages, die wir gemeinsam verbringen können. Ich zögere nicht weiter, sondern küsse ihn. Mein Herz macht einen Salto nach dem anderen. Sofort geht Karl auf den Kuss ein, schickt seine Hände wieder auf Wanderschaft unter mein Shirt. Ich zucke nur leicht zusammen diesmal, drücke mein Becken nach oben und entlocke Karl einen tiefen Seufzer. Sanft fahre ich mit den Händen seinen Rücken auf und ab, insensiviere den Kuss und lasse meine Zunge an seinen Lippen entlang gleiten. Ein Tanz beginnt mit einem Rhythmus den nur die Liebe und Leidenschaft zu wissen vermögen. Es ist egal, dass wir hier liegen, wo uns jeder sofort erwischen kann oder sobald man von außen mit einer Lampe hierin leuchtet. Wichtig ist der Augenblick, den wir haben und wie immer kosten wir ihn voll aus. Karl schiebt meinen Pulli hoch und küsst sich Dank des V-Ausschnittes über meinen Hals hinab tiefer auf meinem Bauch. Er verteilt dort Küsse während seine Hände den Weg zum BH Verschluss gefunden haben. "Karl...Nicht," seufze ich nicht gerade überzeugend, weil mein Freund beschlossen hat, sich wieder meinem Hals zu widmen.
"Fändest du es nicht reizend, wenn wir hier unseren Spaß hätten?" flüstert Karl in mein Ohr und küsst die Stelle unterhalb meines Ohrläppchens.
"Doch, aber... Wenn uns jemand sieht..."
"Es ist dunkel, Süße."
Nicht mehr lange, denn urplötzlich wird das Licht angeschaltet und der Raum wird erleuchtet. Karl und ich fahren erschrocken auseinander. Dass wir dabei beide noch auf der Liege bleiben, ist ein Wunder. Ich ziehe meinen Pullover so schnell es geht nach unten. Wir stottern etwas unverständliches, woraufhin Felix nur die Augen verdreht und genervt von sich gibt :" Boah, Leute. Nicht schon wieder dieses Hickhack! Das hatten wir im Sommer schon! Wir wissen, dass ihr zusammen seid." Damit verabschiedet er sich winkend und lässt eine verdutzten Karl und mich zurück. Wir sehen uns an und fangen an zu lachen. "Er hat recht, Veronika. Erinnerst du dich noch an das Happiness Festival?"
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