Die Tour mit dem K(arl)

GeschichteRomanze / P18
Felix Brummer / Kummer Karl Schumann Max Marschk OC (Own Character) Steffen Israel / Tidde Till Brummer / Kummer
23.02.2018
25.04.2018
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Hallo ihr Lieben!

Herzlich Willkommen zur Forsetzung von "Die Geschichte mit dem K(arl)". Lange hat es gedauert und heute morgen kam die zündende Idee. Was so ein gut gelaunter Kraftklub so alles zu bewegen vermag =)
Für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben: Bitte tut es. Es  macht sonst einfach keinen Sinn, sind auch nur 21 Kapitel ;-P
Und jetzt viel Spaß ,
lasst mir einen Kommentar da,
bis dahin,
fiktiongirl

P.S.: Lieber Karl, ich hoffe, dass du das hier nie liest, aber....Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. An diesem Ehrentag MUSS ich doch einfach was veröffentlichen, oder? ;-P



"Na, genießt du die letzten Tage als 28-Jähriger ehe der Countdown zur 30 läuft," grinst Roeder meinen Freund an und winkt uns zu. Er geht nach Hause zu Frau und Kind. Karl rollt zwar mit seinen Augen, muss aber schief grinsen wie eh und je. "Sei bloß ruhig, ich bin immerhin dein Boss."
"Genau Roeder, du musst dem alten Mann hier mehr Respekt zollen," sage ich vor Sarkasmus triefend und nicke heftig mit dem Kopf dazu. Karl blickt mich erstaunt und irritiert an, als könnte er nicht glauben, dass er gerade wirklich gehört hat, was er gehört hat. Ich lehne mich zu ihm und flüstere in sein Ohr:" Vielleicht stehe ich ja auf ältere Männer... Oder bin nur wegen der Freigetränke hier," zwinkere ich, als ich Karl in die Augen sehe und ihn küssen will.
Betonung auf 'will'.
Konjunktiv.
Wunschdenken.
"Nehmt euch ein Zimmer", ertönt die unverkennbare Stimme von Steffen hinter mir. Ich drehe mich zu ihm herum und ziehe ihn direkt in eine Umarmung. "Nicht böse sein. Ich habe ihn euch doch knapp drei Wochen am Stück gegeben zum Proben und lasse ihn euch die Tour über."
"Karneval gut überstanden?", fragt Steffen mich grinsend.
"Japp. Es tat gut, nochmal alle meine Freunde zu sehen und mit ihnen zu feiern."
"Sind wir etwa keine gute Gäng?" Max legt freundschaftlich den Arm um mich und lächelt sein Max' Lächeln. Schüchterner als er in Wahrheit ist und doch wohlwissend, was er tut und wie er sich zu verhalten hat.
"Maxi, du weißt doch, dass ihr unangefochten auf Platz Eins meiner allerliebsten Sachsengängs seid," beteuere ich ihm.
"Na, da bin ich aber froh!"
"Leute, auf jetzt. Der Kleine hier muss ins Bett," Felix erscheint Arm in Arm zusammen mit Tilli. "Übermorgen geht's los, da müssen wir zumindest annähernd ausgeschlafen sein."
"Jawohl, Papa Felix, weil ich ja auch sooo aktiv dabei sein werde und den Schlaf brauche," lache ich. Die Kummer- Brummer Brüder begrüßen mich ebenfalls herzlich.
"Bei euch heißt es heute Abend schon 'keine Nacht für niemand', oder?" Till zwinkert, wackelt mit den Augenbrauen. Ich schüttele nur grinsend den Kopf lehne meinem Kopf an Karls Schulter an, zumindest würde ich das gern. Wenn ich groß genug wäre. Bin ich aber nicht. So ist es dann doch eher der Oberarm. Wie ich bereits in der Vergangenheit feststellen durfte, ist Karls Oberarm ein super Ersatzkissen.
"Im Gegensatz zu dir und Alia können wir uns noch zurückhalten," sagt Karl "und in diesem Sinne bringe ich die Eisprinzessin hier mal ins Bett. Die schläft ja schon im Stehen ein." Passend dazu gähne ich herzhaft. Ich war mit dem Zug zu meinen Freunden gefahren und als ich wieder nach Chemnitz kam, direkt hierher zur Halle gekommen. Dementsprechend müde und fertig von dem Tag bin ich jetzt. "Schlafen klingt gut. Fährst du?", frage ich vor der nächsten Gähnattacke. Karl nickt und als hätten wir einen Startschuss gegeben löst sich die gesamte Gruppe auf. An Karls Auto angekommen suche ich den Schlüssel in meiner Jackentasche. Karl steht neben mir.  Als ich den Schlüssel gefunden habe, ihm entgegenstrecke, da zieht er mich in seine Arme und küsst mich unvorhergesehen. Sofort erwidere ich den Kuss. Mein Herz pumpt das Blut schnell durch meine Adern. Es kribbelt im gesamten Körper und ich seufze in den Kuss hinein als Karl ihn intensiviert und meine Lippen teilt mit seiner Zunge.
Wenn mich jemand gefragt hätte, ob Karl und ich ein Paar seien, dass nach wochenlanger Trennung übereinander herfällt, würde ich verneinen. Gerade am Anfang unserer Beziehung war es schwer für uns Treffen zu vereinbaren. Die Fernbeziehung verbot es, dass wir permanent aufeinander hockten und ließ die Vernunft walten, wenn wir uns sahen. Niemand durfte auf den Festivals etwas merken, weniger der Presse, sondern viel mehr die Lemminge sollten davon wenig mitbekommen. Mona und ich waren zu diesen Zeiten stets 'Assistenten' der Band, zumindest offiziell. Dort gab es nur wenige Momente am Tag, in denen wir uns küssen konnten und wie sollte es anders bei uns gewesen sein, als es von Anfang an schon war - wir wurden oft genug bei diesen raren Momenten gestört. Später im Jahr als die Festivals gespielt waren, wurde es leichter als Paar aufzutreten, weil ich dann nicht "Kraftklub Karl" im Freundeskreis oder der Familie neben mir hatte, sondern "meinen Karl".
All das Erlebte brachte Karl und mich also stets dazu uns bei Begrüßungen unter Menschen zurückzuhalten. Oft genug wurde ich angesprochen, ob wir eine gesunde Beziehung führen würden und wieso ich denn nicht ausrasten würde vor Freude, wenn ich ihn sah. "Man muss sich nicht immer um den Hals fallen und die Freude extrovertiert zeigen. Es reicht ein Blick von Karl und ich schmelze wie ein Schneemann im Sommer" lautete meine Antwort. Es war aber wirklich so, dass Karl und ich über Blicke und Gestik zu kommunizieren lernten, wie wahrscheinlich jedes andere Paar auch. Ich wusste immer, was er wollte, was er brauchte, was er dachte, was er hasste, was er liebte. Für mich persönlich war die 'gezwungene Nüchternheit' der Beziehung etwas, was ich immer noch als positiv empfinde. Unsere Liebe konnte vernünftig wachsen und war nicht Hals über Kopf wie die zweier 15-Jähriger.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich hätte auch bis zu Hause auf einen Kuss warten können, weil ich es gewohnt war von Karl. Dieser Kuss, der mittlerweile zu einer heftigen Knutscherei auf offener Straße ausgeartet war, heißt, dass Karl mich mehr vermisst hat als jemals zuvor.
"Woher kam das denn, Karl?" Ich muss blinzeln und nach Luft schnappen, denn mich hat der Kuss definitiv nicht kalt gelassen.
"Ich habe dich einfach vermisst. Schlimm?" Ich schüttele den Kopf.
"Nein. Nur überraschend," lächele ich," so kenne ich dich nicht."
"Es war auch diesmal anders als du weg warst," flüstert er und legt seine Stirn an meine. Also eigentlich seine Mütze an meine Mütze. "Du warst weg und ich war hier. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Aber ich kam heim und du warst nicht da. Das erste Mal seit wir zusammenwohnen, dass du weg warst. Weg von Zuhause. Unserem Zuhause. Ich habe dich wirklich sehr vermisst." Ich lege meine Lippen auf seine. Tränen bilden sich hinter meinen geschlossenen Augenlidern. Mein Freund ist kein Mensch, der sein Herz auf der Zunge trägt. Er sagt selten 'ich liebe dich', genauso wie ich. Aber er umschreibt es. Jeden Tag aufs Neue. Ich weiß nicht, ob er es bewusst macht oder unbewusst, aber er tut es und das tut mir gut. Manchmal ist es nur ein Wort oder ein Blick, der mir zeigt, dass er mich liebt. Blicke sagen mehr als 1000 Worte. Wie zum Beispiel jetzt. Dieser intensive Blick aus seinen dunklen Augen.
"Lass uns endlich nach Hause fahren", schmunzelt Karl und geht verräterisch grinsend zur Fahrerseite des Autos.
"Hatte Till doch recht?" Ich komme nicht umhin ihn zu necken. Schnell steige ich ins Auto ein, ziehe Karl noch einmal zu mir und küsse ihn kurz, nachdem er nur eine Augenbraue hochgezogen hatte. Ob ich nicht auch Till recht geben würde oder doch nur schlafen wolle. "Denkst du wirklich, dass ich dich nicht auch vermissen würde nach den drei Wochen? Jetzt fahr' endlich."
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