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Neue Oper Neue Liebe

GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
22.02.2018
03.01.2020
12
29.149
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Dieses Kapitel
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22.02.2018 1.738
 
"....." = Sprechen
'.....' = Denken
*......* = Geschriebenes
*~*.........*~* = Singen

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"„Die Pariser Oper in den 1880er Jahren ist neu renoviert und aufgebaut worden.″ Begeistert sieht mich mein bester Freund an. Ich selber sitze da und sehe gedankenverloren einfach wohin. Wir sitzen in einen schönen kleinen Kaffee. Es ist von außen kaum sichtbar, wie es von Innen aussieht. Außen ist das Gebäude total neu, innen jedoch hat es noch so die altmodische Art. Die Wände sind ummantelt mit Backsteine und vieles ist aus Holz gebaut, zum Beispiel der Stuhl, auf dem ich sitze, besteht aus wunderschönen dunkelbraunen Birkenholz. „Hörst du mir überhaupt zu? Luca? Hallo!″ Ich seufze einmal tief aus und schaue zu Ethan und murre kurz. „Was soll mir die Nachricht bringen?″ Theatralisch schüttelt mein Freund den Kopf und seufzt tief aus. So als habe ich gerade etwas unverzeihliches gesagt. „Luca, Luca, Luca! Du arbeitest dort, warum interessiert es dich dann nicht. Ich meine, das ist die Oper, wo das berühmte Phantom aufgetaucht ist.″

Nun ist es an mir erneut zu seufzen. Ich bin erst seit kurzem im Bereich der Musicaldarstellung und Opersänger Branche und habe bis jetzt einmal einen Auftritt gehabt, wo ich ein stummer Matrose war. Man behauptet, das die beiden Jobs unterschiedlicher nicht sein können. Das stimmt ja auch. Ich selber kann nur bei den Musicals Auftreten. Während ein paar meiner Kollegen nur bei Operstücken auftreten. Unsere Chef liebt beides und lasst auch zur gleichen Zeit eine Oper und ein Musical üben. So kann unsere Gruppe zwei verschiedene Stücke am Tag aufführen. Also nichts Aufregendes. Mein Boss hat entschieden in die Alte Oper zu wechseln und dort ab sofort alles aufzuführen. Den Anscheinend will niemand dort die Oper führen und trotzdem renoviert man sie dann. Es war für mich ein Riesen großes Rätsel. „Ich glaube nicht an so was. Das solltest du wissen.″ Ein kleines bisschen finde ich die Geschichte, doch interessant. Ein Phantom gibt es jedoch nicht für mich. Es ist sicher ein einfacher Mensch, der damals gelebt und sich so etwas grausames erlaubt hat. „Dir ist echt nicht zu helfen. Wenn du deinen nächsten Auftritt hast, sag mir Bescheid, dann komm ich zu schauen.″ Ich nicke nur.


„Bis ich einen Auftritt bekomme, werden Jahre vergehen. Ethan.″ Seufze ich tief aus und nehme einen Schluck von meinem schon kalten Tee. Ich werde mit meinem momentanen Chef einfach keine Rolle bekommen. Er ist ein Griesgram und sieht nur, was er will. Andere sind ihm egal. Er scheucht mich wie sein Dienstmädchen herum, dabei bin ich doch ein Sänger und Schauspieler. Nichts Anderes. „Du musst positiv denken. Vielleicht hilft dir ja das Phantom.″ Ethan legt mir aufmunternd die Hand auf die Schulter und lacht mich auch so freundlich an. Ich lächle leicht zurück und sehe dann zufällig auf die Uhr, die Hinter Ethan an der Wand ist.

Hastig stehe ich auf und lege das Geld für meinen halb leer getrunkenen Tee. Schließlich nehme ich meine Jacke und Tasche und hebe meine Hand. „Ich muss los. Die Probe beginnt gleich.″ Ich verabschiede mich und lächle auch noch kurz den Kellner zu, bevor ich das Kaffee verlasse und Richtung Oper laufe. Ich kann froh sein, dass das Kaffee und die Oper nicht so weit auseinander liegen. Ich renne die Straße entlang und schaue mir nicht die vielen neuen Geschäfte an, sondern mein Blick geht einfach zum Riesen Gebäude. Ich renne die Stufen hoch und gehe direkt in zu einem Seiten Eingang.

„Zu spät!″ Kommt es mir sofort entgegen und ich seufze innerlich aus. Mein Chef steht direkt vor mir und sein Blick, finster wie immer, durchdringt mich. Ich entschuldige mich und ziehe mich schnell um. Mit Trainingskleidung stelle ich mich nun zu meinen Kameraden und bekomme den neuen Text. Als Nächstes führen wir das Musical Elisabeth auf. Dieses Musical ist erst seit ein paar Tagen ins Französische Übersetzt worden. Mein Chef will unbedingt der Erste sein, der dieses Stück aufführt. Meine Rolle ist nur eine Ersatzrolle für einen Soldaten. Ich seufze tief aus. Ich bin nun schon seit 3 Jahren in der Gruppe für Musicals und bis jetzt bin ich Bühnenassistent oder eine Ersatzrolle. Ich lerne den Text, während meine Kameraden üben.

Ich ziehe mich bei den Sitzen ins oberste und hinterste Eck zurück und sitze gemütlich auf einen der Stühle. Gerade beginnt die Probe und die Musiker spielen. Ich summe mit, während ich mich auf den Text konzentriere. Bei Musik lässt sich alles besser lernen, meiner Meinung nach. Ich bin gerade so vertieft in den Text, dass ich erst nach dem Brüllen meines Namens aufschrecke. Ich habe nicht einmal gemerkt, dass mein Chef vor mir steht. „Luca! Geh bitte runter in den Stauraum und hol das Kleid für Marie.″ Mein Chef scheint überhaupt nicht erfreut aus. Wie oft er wohl schon nach mir gerufen hat. Ich seufze aus und stehe vom bequemen Stuhl auf. Die Zuschauer haben es echt gemütlich hier. Beim letzten Opernhaus sind die Stühle hart und unbequem gewesen. Die Kostüme für das Stück sind noch nicht fertig, nur das von Elisabeth ist schon geschneidert.

Ich gehe ohne ein Wort an meinem Chef vorbei. Ich stecke meine Hände in die Hosentasche und sehe mich um. Hier ist wirklich alles neu. Die Wände scheinen in einem wunderschönes Beigen Braun. Mit einem leichten gräulichen Blumenmuster. Ich würde sagen, dass es Lilien sind. Mein drittes Mal hier und jetzt schon kenne ich mich gut aus. Das erste Mal war, als ich meine Sachen hergebracht habe. Das zweite Mal haben wir hier uns umschauen sollen, damit wir wissen, wo was ist. Zielstrebig gehe ich also den Weg entlang zum Keller. Die Karte, die ich damals bekommen habe, habe ich mir sofort eingeprägt und das verdanke ich meinem Fotografischen Gedächtnis.

Ich komme vor einer im Boden versteckten Luke zum Stehen und knie mich hin. Ich strecke meinem Arm zum Griff aus und will diesen Holzdeckel öffnen. Schwerer als gedacht. Ich bin gerade dabei, sie hoch zu heben, als ich Schritte hinter mir höre. Ich drehe mich langsam um und suche nach der Quelle der Geräusche. Mein Blick schweift hin und her. Niemand scheint jedoch da zu sein. Ich will mich wieder der Luke zu wenden, als ich zwei schwarze Schuhe vor mir sehe, wo in jedem ein Bein steckt. Langsam geht mein Blick nach oben, da ich immer noch am Boden Knie.

Ich sehe einen jungen Mann, der einen schicken Anzug tragt und zu mir runter sieht. Sein Blick scheint leicht streng und belustigt zu sein. Ich richte mich wieder auf. „Es tut mir leid Monsieur, aber Sie haben hier nichts verloren.″ Mahne ich mit entschuldigender Miene. Der Mann lacht kurz auf und geht dann an mir vorbei. Verwirrt und irgendwie leicht sauer sehe ich ihm nach. Kümmere mich aber schließlich doch lieber zuerst um das Kleid. Ich öffne endlich die Luke. Zum Vorschein kommt ein dunkler Raum, wo eine Stiege hinunterführt. Als ich die Stufen runter gehe, muss ich an diesen Mann denken, den ich vorher getroffen habe.

Es fühlt sich eigenartig an. So als würde dieser Mann mich kennen und ich kenne ihn. Was natürlich nicht sein kann, da ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Unten endlich angekommen, gehe und suche ich sofort nach dem Kleid. Als ich es nicht finde, wo es eigentlich sein soll, seufze ich tief aus. Eine verstaubte Kiste bietet sich als Sitzplatz an und ich lasse mich darauf plumpsen. Wieso muss ich es machen? Wenn ich ohne dem Kleid zurückgehe, bekomme ich mega ärger.

Ich sehe auf den verdreckten Boden. Irgendwie habe ich mir meine Arbeit anders vorgestellt. Ich wusste zwar, dass ich anfangs nicht auf eine Hauptrolle hoffen kann. Nun sind aber drei Jahre vergangen. Leise beginne ich zu summen. Das Lied ist recht unbekannt und ich habe sie sicher nur einmal gehört. Nicht einmal ihren Namen weiß ich und trotzdem ist sie mir im Kopf geblieben.

*~*

Luca:


Ich bin heute Morgen aufgewacht
und wusste nicht wofür.
Hab meine Augen aufgemacht
und nichts lag neben mir.

Ich fühle mich völlig unbelebt
und das obwohl mein Herz noch schlägt.
Wie dieses Haus bin kalt und leer,
weil die Hälfte fehlt.

Ich habe mir geschworen damit klarzukommen,
so gut wie's eben geht.
*~*

„Suchst du was?″ Erschrocken verstumme ich und sehe mich um. Doch niemand war hier. Ich war ganz alleine im Lager. Ich schwöre jedoch, dass ich es gehört habe und es nicht von mir kam. Diese Frage. Ich stehe auf und schaue mich genauer um. „Wer ist da?″ Laut rufe ich durch das Lager und suche nach der Stimme. Niemand ist zu sehen. Weit und breit keine Person. Ein kalter Schauer kommt von meinem Rücken runter gekrabbelt und ich bekomme eine Gänsehaut.

Zurück zu den Stiegen gehend sehe ich am Gelände das Kleid für die Elisabeth Rolle. Außerdem war ein Brief dabei. 'Für den Chef der Pariser Oper', steht drauf. Ich nehme beides an mich und mein Blick geht nur noch ein Mal zurück. Immer noch ist niemand zu sehen, weswegen ich die Stiege erklimme und die Luke schließe. Es ist eindeutig eigenartig dort unten zu sein.

„Chef?″ Kommt aus meinem Mund, als ich zurück auf die Bühne komme und der Hauptdarstellerin das Kleid überreiche. Schließlich gehe ich zum Chef und überreiche ihm den Brief. Als ich, meiner Meinung nach, alles erledigt habe, wollte ich mich wieder zurück auf mein Platz verziehen. Mein Chef aber hält meinen Arm fest und sieht zornig aus. „Was soll dieser Scherz.″ Er zeigt mir den Brief und ich verstehe nur Bahnhof. Ich nehme den Brief und lese ihn mir durch.


*
Ich begrüße euch Herzlich in meiner Oper und möchte mit diesem Brief ein paar Regeln festlegen.
Zum einen wird die Loge Nummer 5 bei jeder Vorstellung freigehalten.
Jedes Monat wird dieser Betrag: ***** auf dieses Konto: ***** überwiesen.
Zu guter Letzt will ich bei der Premiere als die Rolle vom Tod Luca Lavie.

Euer P. O.
*

Ich sehe vom Brief zum Chef und wieder zurück. „Ich war das nicht, Monsieur. Ich schwöre.″ Ich wehrte mich nicht von seinem Griff, da sonst nur noch alles schlimmer wird. Leise schlucke ich, als der Griff noch fester wird. Wenn er mich nicht bald loslässt, dann bleibt sicher noch ein Abdruck. Es schmerzt auch sehr. Zornig blickt der Mann mich an und ich denke schon, dass das nun mein Ende mit der Oper sei. Wäre nicht jemand dazwischen gegangen.
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Lied: *~*Die Liebe lässt mich nicht von Silbermond*~*
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