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Tintenblut

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Der Schwarze Prinz Mo OC (Own Character) Staubfinger
21.02.2018
21.02.2018
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1.970
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Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden
-George Moore


Genervt streunte Staubfinger durch den Wald.
Auf dem Weg zu Roxanes Hof hoffte er wenigstens etwas Gesellschaft zu finden, war er doch gerade erst wieder zurück.
In seiner Heimat.
Nach Jahren, endlich wieder in der Tintenwelt.
Ohne Autos, es verging alles langsamer, nur die Menschen.
Die waren in beiden Welten gleich.
Manche scheußlich, du woltest ihnen nicht über den Weg laufen, andere waren treu und wären dir die besten Freunde die du je hast.
Endlich kam er auf einer Lichtung an.
Gleich würde er zurück sein.
Zurück bei Roxane.
Bei Rosanna und Brianna.
So lange war es her...
Von weitem konnte er den Hof bereits sehen, und zudem zwei Kinder die miteinander spielten,
Einen Jungen und ein Mädchen, noch sehr jung, das Mädchen etwas größer.
Er fing an zu rennen. Das musste Rosanna sein.
Immer schneller wurden seine Schritte bis er irgendwann bemerkt wurde.
Und promt nahm der Junge Rosanna in Schutz, schnappte sich eine Heugabel und hielt sie ihm entgegen.
"Mutter!", er schrie in die Richtung des Hofes.
Mutter? Ob er Roxane meinte?
Staubfinger blieb stehen, beobachtete Rosanna, die hinter dem fremdem Jungen stand und ihn nicht zu erkennen schien.
Er konnte es ihr nicht verübel, sie war jung als er ging. Höchstens Brianna würde sich an ihn erinnern.
Sie hatte Roxanes Haare, war etwas kleiner als Maggie es war, und hatte seine Augen.
Die Haare hatte sie offen, ein paar Strähnen hingen ihr vom spielen noch im Gesicht.
Er hörte eine Türe sich öffnen und wandte seine Aufmerksamkeit dem Stall zu.
Roxanne kam raus.
Sie hatte sich nicht verändert.
"Jehan. Nimm die Heugabel runter, und geh mit Rosanna nach drinnen. Brianna wollte heute vorbei kommen, seht nach dem essen."
Gehorsam legte der Junge, Jehan, die Heugabel runter, nahm Rosanna bei der Hand und ging rein.
Brianna würde also auch kommen.
Wie sie wohl aussah? Was sie machte?
"Wo warst du?"
Roxanes Gesicht zeigte keine Emotion.
"Weg. Aber ich bin zurück. Es ist eine lange Geschichte. Nun bin ich da."
"Aber als man dich brauchte warst du es nicht.", Roxannes Blick wurde vorwurfsvoll.
"Wer ist der Junge?", meine Augen wanderten zu der Türe. Sogen dabei jede Kleinigkeit auf, die sie sehen konnten.
Er hatte die Tintenwelt vermisst.
"Mein Sohn. Jehan. Sein Vater starb bei einem Unfall.", sie drehte ihm den Rücken zu,"komm rein, iss mit uns. Erzähle etwas von dem was du erlebt hast. Und danach gehst du wieder. Dorthin wo du herkamst, oder zu den Spielleuten. Ich weiß es nicht"
Das würde er nicht. Er würde nicht wieder gehen.
Aber mit ihr essen würde er. Mit ihr, Rosanna, Brianna und dem Jungen.
Dann würde er mit Roxanne reden. Darüber zu bleiben, dort weiterzumachen wo sie aufgehört hatten.
Und erst wenn es geklärt wäre, würde er mit dem schwarzen Prinzen reden. Wieder Feuerspucken. In einer Welt in der ihm das Feuer nicht verbrannte. In der es ihm gehorchte.
Dort wo er zuhause war.


-°-


"Feuervogel? Feuervogel, wo bist du?"
"Hier!", ich warf eine meiner Fackeln besonders hoch, damit der Pinz sie besser sah. Und schon konnte ich beobachten, wie sich ein riesiger Bär in meine Richtung schob.
Ich ging davon aus, dass der Prinz neben ihm stand, hatte jetzt aber auch besseres zu tun.
Ich fing meine Fackel wieder auf, wirbelt sie ein paar mal hin und her bevor ich sie wieder hochwarf und die anderen beiden löschte. Lieber wollte ich jetzt wieder mit Bällen spielen. Ich nahm meine Bälle, die an Seilen befestigt waren, zur Hand und entflammte ein feuer.
Dass ich das ganze mit einem Feuerzeug tat musste ja keiner wissen. Ich nahm das Ende der Seile und schwang sie durch die Gegend. Es machte so unglaublich Spaß.
Aber langsam sollte ich aufhören, wenn der Prinz herkam wartete Brianna vermutich schon. Wir wollten heute zu Roxanne und Rosanna zum essen gehen. Jehan würde vermutlich wieder mit keinem von uns reden.
Seit sein Vater tot war redete er kaum noch.
Auch die Bälle legte ich also wieder runter, und brachte meine Abschluss Performance. Ich nahm einen Schluck von meinem selbstentwickeltem Anzünder, nahm eine Fackel in die Hand und spuckte eine große Flamme,
Mit der drehung meines Kopfes und ein bisschen trickserei sah es aus als würde die Flamme in schlängelden Linien in den Himmel steigen.
Ich verbeugte mich tief, ging einen schritt nach vorne und nahm mir dir Schae mit Geld die vor mir stand.
Hier in Ombra waren die Leute spendabel, ich würde heute Roxanne wieder etwas Geld für das essen geben, und könnte trotzdem noch genug zurücklegen um weiterhin zu sparen.
Direkt vor mir stand der Prinz mit verschränkten Armen und wartete.
"Ging das nicht schneller?", er machte einen Schritt zur seite, damit wir beide nebeneinander laufen konnten.
"Nein. Roxanne wird uns nicht töten wenn wir etwas zu spät da sein. Vorrasugesetzt du willst überhaupt mitkommen?", ich warf ihm einen skeptischen Blick zu, während ich die Tasche mit meinen Utensielien über meine Schulter warf.
Er und Roxanne kamen seit dem verschwinden ihres Mannes wohl noch schlechter miteinander klar als vorher.
Hatte ich mir sagenlassen. Ich hatte ihn nie kennengelert, und war zu dieser Zeit nicht hier. Konnte also nicht wissen wie die beiden zueinander standen, als ihr Mann noch da war.
Roxanne gab dem Prinz die Schuld für sein verschwinden, und wollte von den Spielleuten seit dem nicht mehr viel wissen.
Durch mich entstand allerdings wieder eine leichte Sympathie, und Roxanne half in Krankheitsfällen.
"Wolkentänzer war da, und erzählte von Staubfingers Rückkehr. Ich möchte es Roxanne persönlich sagen."
Ich nickte. Ihr Mann war alsö wieder zurück. Nach zehn Jahren des wartens. Nur war sie mittlerweile über ihn hinweg, und trauerte Jehans Vater hinterher.
Auf unserem Weg zum Tor kamen wir an einem Stoffstand vorbei, ich hielt dem Prinzen die Hand kurz vors Gesicht und zeigte drauf, damit er verstand, dass ich dort kurz hinging.
Ich brauchte neue Decken. Mit Roxannes Hilfe hatte ich mir im Lager der Spielleute ein kleines Zelt aufgebaut, doch Stoff konnte man nie genug haben. Decken waren wichtig, vor allem bei der nächtlichen Kälte.
Ansonsten könnte ich auch mal wieder ein neues Oberteil nähnen. Oder Rosanna bezahlen, um mir dabei zu helfen.
Ich sah mir die Stoffe an, bis ich mir dann einen braunen und einen schwarzen zur Hand nahm. Der braune war etwas dicker. Perfekt für eine Decke, während der schwarze gut für ein Hemd zu gebrauchen wäre.
Nach kurzem Handeln mit dem Verkäufer, nahm ich beide mit.
Ich hatte heute echt gut verdient, und so nahm ich vom nächsten Stand auch noch einen kleinen rosefarbenen Anhänger mit.

Der Prinz warf mir einen spöttischen Blick zu.
"Für Rosanna.", sagte ich zur Erklärung. Seit sie sich erholt hatte, war sie immernoch etwas schwächlich. Sie würde sich freuen.
Er nickte, so ganz verstehen was ich an der kleinen für einen Narren gefressen hatte, würde er wohl nie.
Wahrscheinlich war sie mir während ihrer Krankheit so sehr ans Herz gewachsen. Acht Jahre war das nun her. Acht Jahre, seit Roxanne mich verzweifelt um hilfe gebeten hat.
Und sieben seit es Rosanna wieder besser ging. Und trotzdem war sie seitdem schwächer, würde wohl nie wieder ein so gutes Immunsystem haben. Aber sie lebte.
Entgegen unserer erwartungen, als ihr Fieber damals so hoch war.
"Achja. Die liebe Rosanna..."
Schweigend liefen wir zum Tor, an dem Brianna schon ungeduldig wartete.
Mit zwei Pferden.
"Brianna! Hier sind wir!", ich hob meine Hand als Zeichen.
Sie warf einen abschätzigen Blick zum Prinzen,"Musstes du den mitnehmen? Du weißt er ist kein gern gesehener Gast."
"Er hat etwas wichtiges zu erzählen. Das wird dich auch interessieren, aber vor allem ist es für deine Mutter wichtig. Wofür hast du eigentlich das zweite Pfer da? Wir laufen doch sonst auch immer."
Sie verdrehte die Augen. Die Augen hatte sie eindeutig von ihrer Mutter. Genauso wie den vorwurfsvollen Blick. Und die Ungeduld.
"Wir sind heute etwas später als sonst, ich dachte zu Pferd seien wir schneller, aber wenn es dich stört kann ich auch alleine reiten, und du läufst. Wenn der da-", sie zeigte auf den Prinzen,"-mit will, muss er allerdings bei dir mitreiten. Ein drittes Pferd kann ich nicht auftreiben."
"Nein nein. Kein Problem. Ich nehm den Prinzen hinten mit drauf, und wir machen uns gleich auf den Weg. Das essen ist sicher schon fertig, und wir müssen ja auch noch zurück zum Lager."
Zum Glück hatte ich vor kurzem mal reiten gelernt, ich konnte es immer noch nicht gut, aber wenisgtens fiehl ich nicht mehr sofort hinunter wenn ich draufsitze.
Ich schwang mich aufs Pferd, und hielt dem Prinzen die Hand hin.
"Kommst du? Du wolltest doch schnell da sein."
Er nickte und ergriff meine Hand. Sein Bär, der vorher noch auf zwei Füßen stand, fiehl auf seine Vorderpfoten und lief schonmal los, während ich den Prinzen hinter mir aufs Pferd zog.
Ich ließ Brianna vorreiten, den Weg kannte sie auch nach all den Jahren noch besser als ich, und in einem gemütlichen Tempo bewegten wir uns in richtung Hof.
Mit dem Pferd dürften es keine 30 Minuten sein, wo wir doch sonst zu Fuß ungefähr 60 gebraucht hätten.
Dem Bär waren wir allerdings zu langsams so schien es, denn der lief etwas schneller vor.

Es dauerte tatsächlich 25 Minuten bis wir Roxannes Hof sehen konnten, überraschender wise war niemand auf den Feldern.
Brianna und ich stiegen ab, der Prinz war schon vor ein par Minuten abgestiegen um zusammen mit seinem Bären laufen zu können, und wir machten die Pferde an einem Zaun fest.
In der Zeit hatte der Prinz seinen Bären in die Nähe der Pferde gestelt, damit dieser dort blieb, und war schon mal zu der Türe gelaufen.
"Roxanne! Ich muss mit dir reden! Ich hab da wa wichtiges zu erzä-", er klopfte Sturm an die Türe, bis sie aufgerissen wurde, und ein Mann mit blonden Locken dem Prinzen um den HAls fiehl.
"Meine Güte! Du hast dich ja gar nicht geändert! Man... So lange ist das her, dass ich dich gesehen habe...."
"Staubfinger?", der Prinz schien geschockt.
Das war Briannas und Rosannas Vater? Brianna hatte ihre helleren Haare also von ihm...
Hinter ihm kamen Rosanna, Roxanne und Jehan aus dem Haus, während Staubfinger den schwarzen Prinzen endlich wieder lossieß.
"Feuervogel! Wie war es in der Stadt?", Rosanna lief mit offenen Armen auf mich zu, ich hob sie hoch und wirbelte sie einmal rum.
"Es war toll. Und soll ich dir zeigen, was ich gefunden habe?", ich setzte sie ab, und zog hinter ihren Ohren den Anhänger an einem Lederband hervor.
"Hier guck mal, den hab ich dir mitgebracht. Ich dachte du könntest noch eine Kette gebrauchen."
Rosanna schnappte sich den kleinen Anhänger und lief zu ihrer Mutter, "Mama! Guck mal was sie mir mitgebracht hat!"
Roxanne sah erst zu mir, zu Brianna, dann zum Prinzen und zurück zu Rosanna. "Was sagt man da?"
Rosanna wand sich wieder an mich:"Danke!"
Und schon war sie wieder im Haus verschwunden.
Indessen starrten sich Staubfinger und Brianna unablässig an, ich weiß, dass Brianna nicht sehr gut auf ihn zu sprechen ist.
Das würde noch witzig werden.
Roxanne schien die bedrückte Stimmung zu bemerken,"Wollen wir nicht alle rein, was essen gehen? Ihr seid sicher hungrig, und habt viel zu erzählen.-", sie warf einen Blick auf den Prinzen,"-auch du kannst gerne reinkommen, heute bist du wilkommen."
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