Wonderland

von Lisa27
GeschichteFantasy, Horror / P16 Slash
20.02.2018
20.02.2018
1
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"Alice! Alice, wo bist du? Es ist Zeit schlafen zu gehen!" Sie hörte ihre Mutter rufen. Kichernd saß sie in der Bibliothek vor den Kamin und stocherte mit den Kaminbesteck in den noch leicht glühenden Holzreste. "Sie wird uns nie finden, Dinah." flüsterte sie der schwarzen Katze neben ihr zu. Eine Weile verstrich, bis Kerzenschein die Bibliothek erleuchtete. "Na, hier steckst du. Alice. Das war ganz schön frech von dir. Jetzt komm, marsch ins Bett." Alice seufzte ergeben und stellte das Besteck zurück. "Darf Dinah mit auf mein Zimmer?" Sie nahm die Katze auf den Arm und streichelte ihr weiches Fell. "Nur, wenn du dich jetzt sputest." Sagte ihre Mutter mit erhobenen Zeigefinger. Alice lächelte und lief mit schnellen Schritten an ihrer Mutter vorbei, die Treppe hinauf. Ihre nackten Füße sackten leicht im dicken, weichen Teppich ein.  Alice verlangsamte ihre Schritte wieder. Sie liebte das Gefühl, wenn bei jedem Schritt die einzelnen Teppichfastern zwischen ihren Zehen kitzelten. An der dritten dunklen Tür des grün gehaltenen Korridors blieb Alice stehen und klopfte an. Ein Augenblick später öffnete Lizzy, ihre große Schwester, die Tür. Auch Lizzy trug bereits ein Nachhemd. "Alice. Mutter hat dich schon überall gesucht. Wo warst du?" Alice kicherte wieder. "Ja, ich weiß. Ich habe mich versteckt. Aber mein Versteck bleibt geheim." Ihre Schwester schüttelte lachend den Kopf. "Du kleiner Frechdachs. Jetzt komm her." Lizzy breitete ihre Arme aus und umarmte Alice. "Gute Nacht, kleine Alice. Träume ja was schönes." Alice erwiderte die Umarmung, wie fast jeden Abend. Ihre Mutter trat zu den beiden. "Genug gekuschelt ihr beiden. Eure Betten rufen euch schon." Alice sah wie ihr Vater gerade die Treppe hinauf kam. "Gute Nacht, Vater." rief sie ihm zu. "Doch nicht so laut, Alice." tadelte ihre Mutter, doch ihr Vater schenkte ihr ein warmes Lächeln. "Ich wünsche dir gute Träume, Alice." Dann stolzierte Alice, immer noch mit Dinah in den Arm zur letzten Tür des Korridors. Ihrem Zimmer. Nach dem sie Dinah auf dem Bett angesetzt hatte, kroch sie ebenfalls unter die Decke. "Gute Nacht" sagte ihre Mutter, bevor sie ihr einen Kuss auf die Stirn drückte. Stille füllte den Raum nachdem ihre Mutter die Tür hinter sich geschlossen hatte. Nur noch das leise gleichmäßige Schnurren von Dinah an ihrem Fußende war zu hören, welches sie in einen tiefen Schlaf geleitete...

...  Irgendwann wachte Alice auf. Sie hatte Kopfschmerzen und die Luft roch merkwürdig und war stickig. Verwirrt und verschlafen setzte Alice sich auf. Murrend rieb sie sich die Augen und stieg aus dem Bett um ihr Fenster zu öfnen. Augenblicklich kam ihr kühle wohltuende Nachtluft entgegen. Im schwachem Mondlicht erkannte sie, dass feine Schneeflocken vom Himmel fielen. Warum ist es so warm hier wenn es draußen schneit? fragte sie sich. Ein lautes Geräuch aus dem Flur ließ sie aufschrecken. "Dinah?" Sie suchte nach der Katze , doch in ihrem Zimmer war es so dunkel, dass es schlicht unmöglich war eine schwarze Katze zu finden. Ein weiteres, viel lauteres Geräusch folgte, wovon Alice nun Angst bekam. Vorsichtig schlich sie zu der Tür hinüber. Als sie die Tür öffnete wurde die Luft noch schlechter und wärmer , so dass Alice heftig Husten musste. Ihre Augen brannten. Als sie den Flur betrat flackerte alles in rot orange. Sie konnte nicht anderes sehen als rot/oranges flackern und schwarzer stinkender Qualm. "Mama? Papa?" Was passierte hier? Sie war umgeben von rauschenden knisternden gierig klingenden Geräuschen. Die Hitze wurde immer unerträglicher. "Mama!Papa!" Alice fing an zu weinen. Sie hatte Angst, so große Angst. Aber sie konnte sich nicht bewegen. Durch ihre verweinten Augen sah sie, wie am anderen Ende des Flures die Tür geöffnet wurde und ihr Vater raus trat. "Papa!" rief Alice weinend. Er sah zu ihr, versuchte zu ihr zu gelangen, aber die lodernden Flammen versperrten den Weg. "Alice! Geh in dein Zimmer! Los!" Doch Alice hatte zu große Angst um sich bewegen zu können. Immer noch weinend rief sie wieder nach ihrem Vater. "Alice! Geh in dein Zimmer! Es wird alles gut! Ich bin gleich bei dir!" Irgendwie gelang es ihr zu nicken und sogar einen Fuß vor dem anderen zu setzen, die sie wie von selbst in ihr Zimmer führten. Sie schloss die Tür. Die Luft war inzwischen so schlecht, dass jeder Atemzug schmerzte. Durch das fahle Mondlicht erkannte Alice gerade noch wie die Katze aus dem offenen Fenster sprang. "Dinah!" Alice lief schnell zum Fenster und sah hinaus. "Nicht weglaufen!"rief sie der Katze nach, die vorsichtig am schrägem Dach hinunter lief. "Dinah, warte." Alice war schon mit beiden Kien auf der Fensterbank als sie inne hielt und schnell wieder runter kletterte. Fast hätte sie ihr Kuschelkaninchen vergessen. Sie konnte das Kaninchen doch unmöglich allein in diesem dunklen Zimmer lassen. Schnell schnappte sie sich das Stofftier vom Bett und kletterte wieder auf die Fensterbank. Aber von Dinah war nichts mehr zu sehen. Alice lehnte sich weit nach vorne um besser nachsehen zu können, aber Dinah war nicht mehr auf dem Dach. Plötzlich war da so ein lautes Geräusch, dass Alice sich erschrak und das Gleichgewicht verlor und nach vorne aus dem Fenster fiel. Schreiend klammerte sie sich an ihrem Kaninchen, während sie auf die harten Dachziegel landete und weiter hinab rutschte. Weinend kniff sie ihre Augen zusammen. Auf einmal waren die Dachziegel unter ihr verschwunden, kurz wunderte sich Alice, doch dann merkte sie, dass sie fiel. Doch bevor sie das alles erst richtig begreifen konnte, hatte sie schon den hart gefrorenen Boden erreicht. Nur noch keuchend bekam sie Luft, bis schließlich alles dunkel um sie herum wurde...
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