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Straight for the Castle

OneshotLiebesgeschichte / P18 / Gen
Freya Mikaelson Lucien Castle
18.02.2018
18.02.2018
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Hey liebe Leser,
Ach, ich bin schrecklich zur Zeit xD Ständig veröffentliche ich etwas neues, obwohl ich noch genug andere Projekte hab, die ich mal weiterschreiben sollte (das gerät natürlich nicht in Vergessenheit).
Frucien ist aber ein Ship, das mich einfach jedes Mal aufs Neue umhaut, deswegen konnte ich nicht anders. Gibt es hier noch Leute, die die zwei auch geshippt haben? Würde mich mal interessieren^^

Naja, anyway: Viel Spaß beim Lesen :)

P.S. Ich habe mir die Reihenfolge der Szenen zu Nutze gemacht und die deleted Scene aus 3x14 an den Anfang gestellt, während die wirkliche gezeigte Szene erst ein wenig später kommt^^
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„Da das nun geklärt ist… Würdest du mir freundlicherweise zeigen, wo sie das gute Zeug verstecken?“ Lucien musste nicht ihren Namen erwähnen, Freya wusste, dass er sie damit meinte. Sein anzügliches Schmunzeln und seine funkelnden Augen, die gebannt auf die blonde Mikaelson gerichtet waren, ließen keine Vermutungen offen.
Es lief wie immer zwischen ihnen. Freya verdrehte genervt die Augen, tat dann allerdings doch das, worum er gebeten hatte, während Lucien nur noch breiter grinste und ihr bereitwillig folgte. Ihm gefiel diese Anspannung, die zwischen ihnen herrschte. Er hätte es selbst nicht gedacht, dass er sich zu einer Frau einmal wieder so hingezogen fühlte. Klar, es war kein Geheimnis, dass er je etwas gegen eine gute Affäre hatte und selten alleine in seinem Bett schlief. Aber bei Freya war das irgendwie anders.
Er konnte nicht verleugnen, dass er sie wunderschön fand, doch er hatte nie die Absicht gehabt, ausgerechnet an Niks Schwester größeres Interesse zu zeigen. Neben der Tatsache, dass Lucien lange nicht mehr so eine attraktive Frau kennen gelernt hatte, die mehr konnte, als lediglich gut auszusehen, war da noch etwas anderes, das ihn Freya einfach nicht vergessen ließ. Was das genau war, würde er wohl erst mit der Zeit herausfinden.
Vielleicht sollte er die Hexe mal um andere Gefälligkeiten bitten. Solange sie sich ihm dann hingab, konnte sie seinetwegen so viel mit ihren hübschen Augen rollen, wie sie wollte. Es entwich ihm ein leises Knurren, für Menschenohren kaum hörbar. Er sollte seine Fantasien zügeln, denn sie schienen mit ihm schon längst durchzugehen. Wow, das passierte sonst nicht so schnell. Aber Freya gefiel ihm, sogar sehr, und wieso sollte er ein Geheimnis daraus machen?
Sie stand mit dem Rücken zu ihm und begutachtete gerade die hauseigene Bar. Die perfekte Position für Lucien, um sie näher zu betrachten. Langsam tasteten seine Augen Freyas Körper ab. Von ihren blonden Haaren, die ihr in leichten Wellen knapp über die Schulter reichten, weiter bis zu ihrem weiblich geformten Oberkörper; so zart, sodass Lucien am liebsten mit seinen Fingern die Linie von ihrem Hals zu ihrem Po entlang streichen würde, nur um ihre Gänsehaut zu spüren, wenn er sie plötzlich berühren würde. Bei diesem Gedanken zwang sich der Vampir zur eigenen Besinnung. Er war ja vollkommen hin und weg. Aber bei diesem Anblick konnte er einfach nicht anders. Diese weiblichen Reize in Verbindung mit dem Wissen, welch freches Mundwerk sich dahinter versteckte, und wie viel übernatürliche Macht in diesen feinen Fingern schlummerte. Da verschlug es ihm beinahe die Sprache. Doch zum Glück wusste er damit umzugehen.
Er ging auf Freya zu, blieb dicht hinter ihr stehen und griff dann ohne jegliche Scheu von hinten dicht an ihrer Hüfte vorbei nach einem Weinglas und der dazugehörigen Flasche. Er wusste immer noch am besten, welcher Geschmack ihm gefiel und Freya machte ihn in jeglicher Hinsicht ungeduldig. Gerade, wenn er hier nur in der Gegend herumstand und ihren Körper anstarren konnte. Und so erreichte er zumindest, dass sie sich wieder zu ihm umdrehte. Vermutlich hatte sie erwartet, dass er nun wieder ein Stück zurück wich, doch er dachte nicht einmal im Traum daran.
Und der überrumpelte Gesichtsausdruck von Freya, den sie erfolglos versuchte, zu verstecken, war es absolut wert.
„Nimm es mir nicht übel, Liebes, ich mag deine Rückenansicht, aber von vorne gefällst du mir noch besser“, gab er ihr mit einem leichten Grinsen zu verstehen. Freya war weiterhin gewillt, sich unbeeindruckt zu zeigen, doch sie konnte Lucien nichts vormachen.
„Denkst du wirklich, diese billigen Anmachen funktionieren bei mir?“,startete sie einen Konterversuch, der jedoch nicht annähernd so selbstbewusst klang, wie er geplant war. Dazu stand Lucien einfach zu dicht vor ihr.
Er beschloss, noch ein wenig weiter zu gehen und machte noch einen kleinen Schritt auf sie zu. „Oh Schätzchen, nichts von mir ist billig!“ Seine Stimme hatte mittlerweile schon einen rauen Unterton angenommen und beinahe hätte er seinen eigenen Plan zerstört und sie tatsächlich geküsst. Er spürte sogar schon ihren heißen Atem auf seinen Lippen. Zum richtigen Zeitpunkt jedoch schaltete sich sein Verstand wieder ein. Er grinste breit, brachte etwas Abstand zwischen ihnen und begutachtete kurz die Flasche Rotwein, bevor er zurück zu Freya sah.
„Ich wünsche eine angenehme Nacht“, beendete er abrupt ihr Gespräch, wenn man es denn als solches bezeichnen konnte. Er hatte das Gefühl, er hatte sie nun genug aus der Rolle gebracht und war für’s Erste zufrieden damit.
„Danke für den Drink“, fügte er noch an, meinte damit den Wein in seiner Hand, den er definitiv mit nach Hause nehmen würde. Mit einem letzten Schmunzeln ließ er Freya sprachlos zurück.

-

Seitdem hatten die beiden sich nicht mehr gesehen. Doch Lucien war einige Tage später in den Plan der Mikaelsonfamilie involviert und besprach somit zusammen mit dem restlichen „Team“ die Details. Es endete darin, dass er als Batterie für Freyas Zauber dienen sollte. Er hatte die ganze Zeit unauffällig versucht, ihren Blick zu suchen, doch sie hatte es erfolgreich geschafft, das zu ignorieren. Er blendete also Freya auch für einen Moment aus und beschwerte sich lauthals über seinen Part. Und wieder einmal war es die blonde Hexe, die ihm einen Strich durch die Rechnung machte, als sie ihm mit einer geübten Handbewegung das Genick brach. Damit stand ihr Vorhaben wohl fest.

-

Langsam kam Lucien wieder zu sich. Immer noch etwas benommen hob er allmählich seinen Kopf und blinzelte ein paar Mal, um in dem dunklen Raum überhaupt etwas sehen zu können. Im Übrigen wurde er nur durch zahlreiche Kerzen erhellt. Lucien dehnte seinen Nacken und stöhnte leise auf. Er hatte das Bedürfnis, seinen ganzen Körper einmal ausgiebig strecken zu müssen, konnte sich jedoch keinen Meter rühren. Mit einem Seufzten bemerkte er die Seile, die seine Handgelenke an dem Stuhl festbanden, auf dem er aufgewacht war. Zusätzlich spürte er ein unangenehmes Brennen, also vermutete er, dass sie mit Eisenkraut getränkt waren.
„Musstest du mich denn fesseln?“, fragte er gerade raus, als er die blonde Mikaelsonhexe sah, die gerade dabei war, irgendeinen Zauber zu sprechen. Sie war wohl verantwortlich dafür, dass er nun hier so saß.
„Das Ganze wird schmerzhaft…Du darfst dich nicht bewegen“, erklärte Freya in einem sachlichen Ton und drehte sich schließlich zu ihm um.
„Da hat wohl jemand seine sadistische Ader entdeckt?“ Seine Stimme hatte einen amüsierten, aber dennoch rauen Unterton. Er musterte die Hexe und meinte zu glauben, ein wenig Schadenfreude in ihren Augen erkennen zu können. Sie genoss es wohl, solch eine Macht und Kontrolle über ihn zu haben.
„Freya Mikaelson“, fügte er überrascht, aber irgendwie auch beeindruckt hinzu. Er hätte nicht gedacht, einmal eine solch dunkle Seite von Freya zu erleben. Natürlich wollte sie ihrer Familie helfen, doch Lucien ließ das Gefühl nicht los, dass sie ihre Situation ausnutzte. Auch wenn sie nichts auf Lucien Anspielungen erwiderte.
„Eisenkrautseile… Ein durchdringender Zauber…Das einzige, das noch fehlt sind ein Pinot und ein billiges Motel und du hast den Beginn einer Lovestory“, interpretierte Lucien ihre gegenwärtige Lage, während Freya seine Fesseln entsprechend überprüfte.
Sie musste bei seinen Worten schmunzeln. „Tja, zuerst müsstest du das hier überleben.“
Lucien konnte nicht leugnen, dass sie ihre Aufgabe mehr als ernst nahm. Während sie ihm erklärte, wie genau ihr Zauber funktionierte, zog sie mit Nachdruck an den Seilen. Jedes Mal, wenn sie das tat, verzog er schmerzhaft sein Gesicht. Allerdings konnte er ein anzügliches Grinsen nicht vermeiden, dazu genoss er diesen Moment zu sehr. Mit ein wenig Eisenkraut konnte er schließlich fertig werden.
„…Und dazu ist der Großteil meiner Kraft notwendig und vermutlich deine ganze“, endete Freya mit ihren Erklärungen und sah ihn genugtuend an.
„Oh Liebes, mein Durchhaltevermögen war noch nie ein Problem“, entgegnete er, ohne die Zweideutigkeit dieses Satzes außer Acht zu lassen. Freya rollte mit den Augen und er musste erneut grinsen. „Nur zu, bedien dich“, bot er ihr mit raunender Stimme an und lehnte sich konfrontierend nach vorne, sodass sein Gesicht nicht mehr weit von ihrem entfernt war. „Ich werde ganz gefesselt auf meinem Stuhl warten, bis du zurückkommst.“
An Freyas Blick konnte er erkennen, dass es ihr hätte klar sein müssen, solche Sprüche zu hören. Sie sah ihn für einen Moment noch stumm an, ehe sie sich von ihm abwendete und ihren Zauber begann. Lucien machte es sich auf dem Stuhl bequem…so gut es zumindest ging. Es war ihm bewusst, dass Freya Recht behalten würde, was den Schmerz anging, der leider auch nicht lange auf sich warten ließ. Lucien konnte spüren, wie die blonde Hexe seine Kraft channelte und sie aus ihm herauszog. Der stechende Schmerz durchzuckte seinen Körper und bald saß er mit zusammengepressten Zähnen da, um einen lauten Schrei zu unterdrücken. Er wusste weder, wie lange sein Körper dieser energieraubenden Spannung ausgeliefert war, noch ob der Zauber wirklich seine Funktion erfüllte. Er war der übermannenden Kraft ausgeliefert, sodass er irgendwann das Bewusstsein verlor.
Das nächste, an das er sich erinnern konnte, war, wie jemand dicht neben seinem Ohr seinen Namen sagte und dazu an seinem Arm rüttelte. Zuerst wollte er diese Stimme ignorieren, doch sie wurde lauter und penetranter. Also zwang er sich, die Augen zu öffnen.
„Lucien! Komm schon, wach auf!“ Freya kniete dicht neben ihm. Kurz musste Lucien sich sammeln, doch erinnerte sich sofort daran, was geschehen war.
„Es… es geht mir gut…“, versicherte er ihr benommen, auch wenn das nicht ganz stimmte. So schwach wie jetzt hatte er sich lange nicht mehr gefühlt…er fühlte sich beinahe schon sterblich.
Er drehte seinen Kopf, um Freya in die Augen zu sehen und wollte sie fragen, ob ihr Plan denn nun funktioniert hatte. Doch er hielt inne, als er sich einbildete, sowas wie Erleichterung in dem Gesicht der Mikaelson zu sehen. War sie etwa froh, dass er…? Er wurde in seinem Gedankengang unterbrochen, als eine erneute Welle des Schmerzes seinen Körper heimsuchte. Dieses Mal war er allerdings vollkommen anders. Zuvor wurde seine Kraft von außen kontrolliert. Das war unangenehm, jedoch auszuhalten. Nun jedoch glich es eher dem Gefühl, als würde er seiner Existenz beraubt werden. Freya starrte genauso geschockt wie Lucien auf seinen Arm, durch dessen Adern sein Blut schoss, als sei es auf der Flucht.
Erneut krallte sich Lucien krampfhaft an den Stuhllehnen fest, bekam nur am Rande mit, dass Freya dabei war, seine Fesseln zu lösen, und schrie knurrend vor Schmerz auf. Gerade als er dachte, diese Qual würde niemals mehr enden, ebbte das lähmende Gefühl in seinem Körper ab. Völlig erschöpft lehnte er seinen Kopf zurück und hatte Mühe damit, seine Atmung zu kontrollieren. Irgendetwas musste schief gegangen sein. Doch Lucien hatte gerade dafür keinen Kopf. Zweimal hintereinander eines solchen Schmerzes ausgesetzt zu sein, verlangte alles von seinem Körper ab. Er spürte, dass er dringend wieder zu Kräften kommen musste. Und zwar schnell.
Freya stand hastig auf, um zurück zu ihrem Platz zu gehen, wo sie ihre magischen Notizen hatte. Lucien konnte erkennen, dass es auch an ihr nicht spurlos vorbei ging, doch er konnte darauf gerade leider keine Rücksicht nehmen. Sobald Freya ihm den Rücken zugedreht hatte, sammelte er die letzten Energiereserven und verschwand mit Vampirgeschwindigkeit aus dem Fenster.

-

In seinem Penthouse hatte er mittlerweile alle Blutvorräte leer getrunken, doch war sich nun sicher, fast bei alten Kräften zu sein. Seine Sinne funktionierten wieder einwandfrei und seine Reflexe kehrten ebenfalls zum Normalzustand zurück. So horchte er auf, als er das Geräusch seines Fahrstuhls hörte. Er öffnete seine Eingangstüre und konnte seinen Augen nicht trauen, als tatsächlich Freya in seinem Stockwerk stand.
Für eine kurze Zeit starrten sie sich gegenseitig an, ehe Lucien ihr mit einer einladenden Geste zeigte, dass sie ruhig eintreten konnte. Er konnte sehen, wie Freya schluckte, dann jedoch sein Angebot annahm.
Dass Niks Blutlinie gebrochen war, hatte er mittlerweile auch herausgefunden und er sah es an Freyas Blick, dass sie ebenfalls daran dachte. Doch da war noch etwas, was sie beschäftigte. Das konnte Lucien in ihren Augen sehen. „Was führt dich hierher, Liebes?“, fragte er schließlich einfach direkt nach, doch sie antwortete nicht sofort. Er versuchte ihren Blick zu deuten und stellte voller Verwunderung fest, dass sich darin Sorge spiegelte. Moment mal. Etwa Sorge um ihn?
„Möchtest du vielleicht einen Drink? Du siehst aufgewühlt aus.“ Er musterte sie noch einmal genauer. „Mir hat das, wie du siehst, auch geholfen.“ Ihm ging es also soweit gut, falls sie wirklich deswegen gekommen war.
„Nein…Ich…Ach, vergiss es, das war eine blöde Idee“, wollte sie die Sache plötzlich abkürzen und Lucien ohne Erklärung zurück lassen. Doch das wollte er nicht akzeptieren und stellte sich ihr prompt in den Weg. Er verlangte nach Antworten.
„Und doch bist du hier, Freya Mikaelson“, erinnerte er sie, „Aus freien Stücken in meinem Apartment…“ Er wartete und sah sie mit schief gelegtem Kopf an, während er ein paar Schritte auf sie zu ging, bis er direkt vor ihr stand. „…ohne, dass ich dich gerufen habe.“ 
Diese Tatsache gab ihm unglaublich viel Genugtuung. Er verfluchte die Mikealsons dafür, dass sie für ihre Dickköpfigkeit bekannt waren und Freya konnte nicht leugnen, dass sie eine von ihnen war. Sie wollte es sich wohl nicht eingestehen, dass sie nur zugeben musste, dass sie es auch wollte. Aber Lucien war kurz davor, sie dazu zu bringen, sich fallen zu lassen. Er kannte die Anzeichen und er sah es als Kompliment, dass sich nicht mal eine Frau wie Freya seinem Bann entziehen konnte. Allerdings wunderte es ihn nicht. Am Ende bekam er immer das, was er wollte. Und er wollte Freya, er wollte sie so sehr. Diese letzte Spielerei gönnte er sich jedoch noch.
„Ich kann hören, wie dein kleines Herz schneller schlägt, Liebes“, unterbrach er abermals die angespannte Stille. Es lag Hitze in der Luft, die sich mittlerweile in seinem Körper ausbreitete. Er hob die Hand und strich sanft über Freyas Wange. Allein diese Berührung lösten in ihm Wellen der Begierde aus, doch er wartete, wollte das nicht vermasseln. Denn er konnte deutlich sehen, dass Freya schwerer atmete. „Oh, Darling, jetzt quäl dich doch nicht so…“, Seine Stimme war kaum mehr als ein raunendes Flüstern, ohne den leichten Spott darunter zu verheimlichen. „Du musst nur darum bitten.“
Er hätte es nicht für möglich gehalten, aber endlich kam Bewegung in Freyas Körper. Sie legte eine Hand in Luciens Nacken, hinterließ dort das erste triumphierende Kribbeln. Langsam näherte sie sich ein Stück, sodass ihre Gesichter nur noch eine Handfläche voneinander entfernt waren. Ihr Blick huschte von seinen Augen zu seinen Lippen und wieder zurück. Es verlangte Lucien alles ab, was er jemals an Selbstbeherrschung gelernt hatte, doch es zahlte sich aus. Freya biss sich auf die Unterlippe, überlegte ein letztes Mal, ehe sie Lucien küsste. Fast schon schüchtern berührten sich ihre Lippen. Lucien bewegte sich nicht, genoss einfach ihre Hände in seinem Nacken und auf seiner Brust und den Geschmack des Kusses. Er spürte immer noch Zurückhaltung, doch mindestens genauso groß die Lust, die dahinter steckte. Als sich Freya wieder von ihm löste, sah er kurz in ihre Augen, nur um dort den selben Mix aus Emotionen spiegeln zu sehen.
Mehr brauchte er nicht. Ohne zu zögern drückte er Freya mit Vampirgeschwindigkeit gegen die Wand, entlockte ihr dabei ein überraschtes Keuchen, und erstickte diese Laute mit einem Kuss, der alles andere als schüchtern und vorsichtig war. Er hatte wie ein Gentleman auf ihr Einverständnis gewartet und nun da er es bekommen hatte, wollte er sich auch nicht länger zurückhalten. Er wollte endlich das, was eigentlich schon längst ihm gehörte. Umso mehr grinste er innerlich, als Freya den Kuss genauso leidenschaftlich erwiderte und ihm zeigte, dass sie letztendlich doch das selbe Verlangen verspürt hatte.
Diese Bereitwilligkeit spornte ihn an, noch einen Schritt weiterzugehen und seine Hände jeden Millimeter der blonden Hexe erkunden zu lassen. Neue Wellen der Hitze strömten durch Luciens Adern und mit einem Mal wurde ihm der schwarze Stoff an Freyas Körper unglaublich lästig. Seine Lippen wanderten von ihrem Mund weiter zu ihrem Hals, während seine Hände ungeduldig ihr Kleid Stück für Stück nach oben schoben. Ein leiser Zweifel schlich sich abermals in Luciens Kopf, der befürchtete, Freya würde dadurch doch noch einmal einen Rückzieher machen.
Letztendlich geschah jedoch genau das Gegenteil.
Die Atmung der blonden Hexe beschleunigte sich rasant, als er ihren Hals mit Küssen übersäte; ihre Finger krallten sich in seine Haare und er konnte mit halben Auge beobachten, wie sie genussvoll die Augen geschlossen hatte. Dann nahm sie Luciens Gesicht plötzlich in beide Hände und zog ihn zu sich nach oben, nur um ihn erneut zu küssen.
Er überließ ihr für kurze Zeit die Führung. Nicht zuletzt, da ihm jetzt das erste Mal so wirklich auffiel, dass Freya verdammt gut küssen konnte. Ihre Lippen umspielten seine so perfekt, dass man meinen könnte, sie hätten nur darauf gewartet, endlich zueinander zu finden. Nachdem er ihre Initiative in vollen Zügen ausgekostet hatte, sogar seine Hände für ein paar Sekunden bewegungslos auf ihrer Hüfte hatte ruhen lassen, erinnerte er sich wieder daran, bei was Freya ihn eigentlich unterbrochen hatte. Sie hatte immer noch ihr Kleid an und es war verdammte Zeit, das zu ändern. Zu Freyas Glück, zumindest wenn sie an diesem Kleidungsstück hing, war sie Lucien eine ausgesprochen bereitwillige Hilfe, als sie sich das schwarze Stoffteil, das ohnehin kaum noch über ihren Po reichte, mit einer schnellen Bewegung über den Kopf zog. Denn es hätte nicht mehr lange gedauert, da hätte er ihr das Kleid einfach vom Körper gerissen. Ein neues konnte er ihr schließlich jeder Zeit kaufen.
Aber nun war das nicht mehr sein Problem, denn es flog Richtung…irgendwohin. War das wichtig? Er wollte daran keinen unnötigen Gedanken mehr verschwenden.
Freya und er waren für einen kurzen Moment voneinander getrennt, doch die Hexe zog Lucien sofort wieder zu sich und presste ihren Körper dicht an seinen. Nicht dass er sich beschweren würde, doch nun hatte er keine Gelegenheit gehabt, sie näher zu betrachten. Aber er wollte nicht schon wieder Abstand zwischen ihnen bringen und so folgte er ihrem Willen. Seine Zunge fuhr Freyas Lippen entlang, bat damit um Einlass und während sie ihren Mund ein Stück öffnete, ertasteten Luciens Hände erneut ihre nackte Haut. Dieses Mal jedoch deutlich vorsichtiger.
Seine Fingerspitzen strichen wie elektrisiert über den seidenweichen Körper der blonden Mikaelson, was Lucien mit einem leisen Knurren an Freyas Lippen kommentierte. Auch sie schien ungeduldiger zu werden, denn mit einem leichten Grinsen bemerkte er, dass sie schon die oberen Knöpfe seines Hemds aufgeknöpft hatte und sich recht stürmisch an den verbliebenen zu schaffen machte. Bei jeder anderen Frau, hätte er ihre Hände zur Seite gestoßen und sein Hemd eigenhändig aufgerissen. Aber bei Freya wollte er jeden Moment, jede Bewegung, jede lustvolle Sekunde genießen und sicher gehen, dass sie genauso empfand. Und das tat sie.
Bestätigung fand Lucien in ihrem Blick, der seinen traf, als sie sich für einen Moment atemlos voneinander trennten. Ihre Hände tasteten seinen freigelegten Oberkörper ab, er hingegen konnte endlich seine Aufmerksamkeit dem wunderschönen Körper vor ihm widmen. Freyas schwarze Spitzenunterwäsche war mit kleinen Schleifchen versehen, durch die sie wie ein wundervolles Geschenk verpackt war.
Bei diesem Anblick in der Verbindung mit den zarten Fingern der Mikaelson, die über seinen Körper strichen, hörte Lucien seinen eigenen Herzschlag rasen, während alles um sie herum still war. Freyas wie auch seine Atmung wurde wieder ruhiger und dennoch intensivierte sich die Bedeutung des Augenblicks durch diese intime Pause nur noch.
In diesem Moment bemerkte er, dass ihm tatsächlich etwas an Freya lag, denn neben dem Verlangen und der unglaublichen Spannung zwischen ihnen, spürte er plötzlich extreme Zuneigung gegenüber der blonden Hexe, dass er diese stille Minute unglaublich wertschätzte. Seine Augen trafen erneut auf ihre und sein Blick wurde ein wenig weicher. Dazu schenkte er ihr ein leichtes Lächeln, das trotzdessen nicht verheimlichte, wie sehr er ihr Nähe fühlen wollte.
Er suchte in Freyas Blick eine winzige Spur der gleichen Gefühle. Es hörte sich vielleicht untypisch für ihn an, doch würde er nun Zweifel, Angst oder Unbehagen in ihren Augen aufblitzen sehen, würde er sofort von ihr ablassen. Er wollte Freya, das stand außer Frage, aber mehr noch wollte er, dass sie es auch wollte. Nichts würde ihn mehr verletzen, wie wenn sie ihn jetzt zurückwies. Doch Freya enttäuschte ihn nicht. Es schien unvorstellbar, in Anbetracht dessen, dass Lucien selten seinen Mund hielt, aber jetzt gerade verstanden sie sich vollkommen ohne Worte. Ihr Körper sprachen für sich. Der Auslöser war schließlich ein einziger Augenaufschlag von Freya, der Lucien dazu veranlasste, sie mit einem Ruck hochzuheben, sodass ihre Beine um seine Hüfte geschlungen waren, und seine Bewegungen wieder aufzunehmen. Automatisch verschlossen sich ihre Lippen zu einem Kuss, der immer noch genauso leidenschaftlich war, wie die zuvor. Aber Lucien hatte dennoch das Gefühl, es hatte sich etwas geändert. Es fühlte sich bedeutsamer an. Ihm kam es so vor, als würde sich Freya ihm nun vollkommen hingeben und ihm sogar ihr vollstes Vertrauen schenken. Seine Hände schoben sich zwischen die Wand und ihrem Rücken, wo er den Verschluss ihres Bhs mit einer geübten Handbewegung öffnete. Im Laufe der nächsten Sekunden rutschte er achtlos zu Boden. Er verschwand aus Luciens Bewusstsein, genauso wie das Kleid, das nun irgendwo in seinem Penthouse herum lag. Es kam ihm vor wie Stunden, seitdem Freya ihr erstes Kleidungsstück verloren hatte. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren. All seine Sinne waren nur noch auf die Frau in seinen Armen gerichtet.
Freyas Hände hatten ihren Platz wieder in Luciens Haaren gefunden, über das sie abwechselnd strichen und sich im nächsten Moment darin festkrallten. Dabei war sie alles andere als prüde und zurückhaltend. Als ihr nackter Oberkörper schließlich seinen berührte, wagte sie es doch tatsächlich, Lucien hemmungslos in den Mund zu stöhnen, und brachte ihn damit endgültig um den Verstand. Überrascht keuchte er ebenfalls dicht an ihren Lippen auf und hatte sie im nächsten Atemzug auch schon in sein Schlafzimmer gebracht.
Wohlig wand sie sich auf der weichen Matratze unter seinen Berührungen und Küssen. Ihre Beine waren trotz des Ortswechsels immer noch um sein Becken geschlungen und verschränkten sich hinter seinem Rücken, als wollte sie ihn davon abhalten, je wieder zu verschwinden. Ihr Oberkörper hob sich nach einer Weile, drückte ihn dadurch ein wenig zurück. Sie hauchte ihm einen zarten Kuss auf die Lippen, bevor ihre Hände zu seiner Gürtelschnalle griffen. Kaum waren sowohl sein Hemd, als auch seine Hose der Bestimmung von Freyas Kleidung gefolgt, wollte er sie sanft zurück in die Kissen drücken, um dem Bedürfnis nachzugehen, ihre Haut Stück für Stück mit Küssen zu bedecken. Er konnte nicht genug von all dem bekommen, dass er es hätte ewig ausweiten können. Freya hingegen schien etwas gegen seinen Plan zu haben. Sie stemmte sich ihm entgegen, küsste ihn schon beinahe erschöpft, sodass Lucien überrascht abwartete, wie er diese Geste verstehen sollte.
„Lucien, bitte…“, flüsterte sie keuchend dicht an seiner Unterlippe und brachte ihn damit zum Grinsen. War sie es etwa, die es nicht mehr aushielt? Und er dachte schon, er musste sich langsam an sie herantasten. Auch wenn er sich seiner Meinung nach immer noch nicht ausreichend mit ihrem Körper befasst hatte, zögerte er nicht, ihrem Flehen nachzugehen. Innerhalb weniger Sekunden waren sie beide komplett nackt und Freya hatte Lucien mit ihrer Ungeduld angesteckt. Ihm gefiel es unheimlich, dass sie ihm zeigte, was ihr gefiel und was genau sie wollte.
Lucien würde ihr jeden Wunsch erfüllen - Und das nicht nur diese Nacht.

-

Lucien hatte nie über Schlafprobleme geklagt. Die meiste Zeit seines Lebens konnte er fernab jeglicher Sorgen, aufwühlender Gedanken oder gar Schuldgefühlen schlafen. Was nicht zuletzt daran lag, dass er meistens mit angenehmer Begleitung im Bett lag.
Das hatte sich dieses Mal nicht geändert und doch bekam er mitten in der Nacht kein Auge mehr zu. Mit einem letzten Blick auf Freya, die friedlich in die Bettlaken gehüllt war und deren Brustkorb sich in einem gleichmäßigen Rhythmus hob und senkte, stand er auf und begab sich nur mit einer Boxershorts bekleidet in den großen Wohnbereich seines Apartments, wo er sich ein Glas Wein einschenkte.
Wie so oft in den letzten Jahren hatte er wenige Sekunden später das Bild von Aurora in seinen Händen und musste unweigerlich an sie denken. Daran, wie sehr er sie geliebt hatte, sie ihn jedoch nicht. Und daran, dass er für sie alles getan hätte. Seit er sie getroffen hatte war er nicht mehr verliebt gewesen, all die Jahrhunderte nicht. Klar, er hatte viele unglaublich tolle Frauen kennen gelernt, von denen er sicherlich auch einige gemocht hat, aber es hatte nie auch nur im Entferntesten an seine Gefühle für Aurora gereicht. So oft schossen ihm diese Gedanken in den letzten Tagen durch den Kopf.
Doch er musste gerade auch daran denken, dass eben jenes starke Gefühl abzunehmen schien. Er bemerkte es, wenn er an Aurora denken musste, wenn er sie sah und mit ihr sprach. Und er bemerkte es auch jetzt, als er sachte über ihr Abbild strich. Er sah es heute zum ersten Mal mit anderen Augen, mit einer Spur mehr Gleichgültigkeit. Und er kam nicht drum herum, sich zu fragen, ob es tatsächlich an Freya lag.
Sofort zierte ein leichtes Lächeln seine Lippen, als er an die blonde Hexe denken musste, die ihm auf wundersame Weise den Kopf verdreht hatte. Sein Blick senkte sich abermals auf das Foto in seiner Hand und es entfuhr ihm plötzlich ein spöttisches Schnauben. Was machte er hier eigentlich? In seinem Bett lag vermutlich die Frau seines Lebens und er trauerte hier wie ein erbärmlicher Teenager seiner ersten Liebe hinterher, die im übrigen ein selbstverliebtes Flittchen war. Vielleicht war es nun endlich an der Zeit sich davon zu befreien. Für Freya war es das wert.
Plötzlich schlichen nackte Füße über den Boden des großen Apartments und Lucien wusste, dass besagte Mikealson ebenfalls wach war. Wollte sie sich etwas zu trinken holen? Oder hatte sie sich möglicherweise sogar gefragt, wo er war? Er fühlte sich ertappt und schnell packte er das Bild von Aurora weg. Offenbar nicht schnell genug.
„Du liebst sie…oder?“ Freyas weiche Stimme durchbrach die Stille und durchzuckte Lucien wie ein Blitz. Er konnte sich vorstellen, was sie jetzt von ihm denken musste, doch er konnte diese Frage nicht leichtfertig verneinen. Ehrlich gesagt wusste er nicht genau, wie er zu Aurora stand.
„Das habe ich mal…Ich…“, versuchte er einen nicht allzu bescheuerten Erklärungsansatz, brach jedoch abrupt ab, als er sich zu Freya herumgedreht hatte. Beinahe schockiert sah er sie an. Sie stand angezogen vor ihm und hatte Tasche und Schuhe in ihren Händen.
„Wo willst du hin?“ Völlig perplex bekam er gerade keine andere Frage heraus, bemerkte dadurch auch zu spät, wie irrelevant sie war. Es war offensichtlich, dass Freya von hier verschwinden wollte. Verlegen sah sie auf den Boden und kaum schoss ihr ein klein wenig Röte in die Wangen, was ihr nebenbei gemerkt unglaublich gut stand, war Aurora aus seinem Gedächtnis so gut wie ausradiert. Er wollte Freya nicht das Gefühl geben, dass sie gehen musste und nur eine Errungenschaft war, die er nun abgehakt hatte. Denn so war es ganz und gar nicht.
Er ging einige Schritte auf sie zu und schenkte ihr ein leichtes Lächeln. „Oh Liebes, ich könnte wochenlang alleine mit dir hier bleiben und es wäre mir nicht eine Sekunde langweilig!“ Der Satz kam anders rüber, als er beabsichtigt hatte, doch so kamen sie zumindest wieder zurück zu ihrer gewohnten Beziehung. Freya sah ihn leicht genervt an und er grinste.
Dann hob sie ihre Augenbrauen. „Und du musst gerade träumen, wenn du denkst, dass du es tatsächlich schaffen würdest, mich hier festzuhalten, ohne dass ich dir nicht den Kopf auf magische Weise abreiße“, konterte sie und erinnerte Lucien daran, was er an ihr so unglaublich anziehend fand. Ohne noch länger zu zögern, schnappte er sie mit übernatürlicher Geschwindigkeit und hatte sie im nächsten Moment zwischen ihm und dem Sofa gefangen. Freya grinste und biss sich auf die Lippe, während sie ihn herausfordernd anfunkelte. Diese Frau machte ihn wahnsinnig. Wo hatte sie nur all die Zeit gesteckt?
Er erwiderte für einige Sekunden stumm ihren Blick, ehe er sich selbst mit gedämpfter Stimme sagen hörte: „Wenn das hier alles nur ein Traum ist, will ich nie wieder aufwachen.“
Von jetzt auf gleich veränderte sich Freyas Gesichtsausdruck und sie blinzelte ihn überrascht an. Damit spiegelte sie wohl gerade Luciens inneres Selbst. Er wusste selbst nicht, wieso er das gesagt hatte, doch wenn dieser Satz so leichtfertig über seine Lippen gekommen war, musste wohl ein Fünkchen Wahrheit dahinter stecken.
Seine Augen wanderten zu ihren immer noch leicht geschwollenen Lippen, die ein Stück geöffnet waren, und ihn damit praktisch einluden. Er zögerte nicht lange und küsste Freya. Er küsste sie so, wie er lange keine Frau mehr geküsst hatte…vielleicht sogar noch nie geküsst hatte.
Die blonde Hexe schlang ihre Arme um seinen Hals, zog ihn dadurch noch näher zu sich, und lächelte in den Kuss hinein, was Lucien so unglaublich glücklich machte, dass er es ihr am liebsten gesagt hätte. Doch er beschloss, es ihr stattdessen zu zeigen. Er wollte sie so glücklich machen, wie er es im Moment war.
Er vertiefte den Kuss ein wenig, ließ ihn wieder etwas stürmischer werden, ohne jedoch den Sinn für jegliche Zärtlichkeit zu verlieren. Das war mehr als pure Lust. Viel mehr. Und dennoch hielt er es nicht aus, lediglich den Saum von Freyas Kleid unter sich zu spüren.
Seine rechte Hand fuhr Freyas Oberschenkel entlang, wanderte immer höher und schob den schwarzen Stoff schließlich soweit nach oben, dass es ein Leichtes für Freya war, wieder einmal Lebewohl zu ihrem Kleidungsstück zu sagen. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah Lucien, dass sie darunter vollkommen nackt war.
„Wolltest du mir deine Unterwäsche etwa als Trophäe da lassen?“, neckte er sie und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Halt die Klappe“, zischte Freya ausnahmsweise amüsiert und hatte im nächsten Moment schon wieder ihre Lippen miteinander verschlossen. Dabei rutschte sie allerdings ein Stück nach oben und hatte die Breite der Couch wohl falsch abgeschätzt. Nicht einmal Lucien konnte verhindern, dass sie von dem teuren Möbelstück fiel und er schließlich auf ihr landete.
Zugegeben, der Weg zum Boden war nicht weit, und es lag ein weicher Teppich unter ihnen. Dass Freya jedoch so tat, als sei nichts geschehen und nicht einmal daran dachte, den Kuss zu unterbrechen, ließ Lucien staunen.
Es hatte aber auch sein gutes, dass Freya so unter ihm lag. Nun konnte er ihr endlich die Aufmerksamkeit schenken, die er ihr und ihrem Körper schon längst geben wollte.
Irgendwann löste er den Kuss auf, um seine Lippen an ihrem Hals weitermachen zu lassen. Allein das ließ Freya leise aufkeuchen. Lange hielt sich Lucien dort jedoch nicht auf, sondern arbeitete sich tiefer. Er hauchte sanfte Küsse auf ihr Décolleté und ihrem ihren Oberkörper, bis er an ihrem Bauch ankam und rhythmisch immer weiter ihre weiche Haut küsste. Solange, bis er zu ihrem Becken gelangte. Kurz schielte er nach oben, um die erhoffte Reaktion zu sehen. Freyas Arme lagen oberhalb ihre Kopfes, ihre Augen waren genießerisch geschlossen und ihr Körper wand sich auf dem große Designerteppich unter seinen Berührungen.
Anstatt noch tiefer zu gehen, schlug er allerdings wieder die andere Richtung ein und hatte dieses Mal ihre Brüste im Fokus. Freyas offensichtlicher wunder Punkt, denn kaum hatte Lucien begonnen, auch dort seine Küsse zu verteilen, entfloh der Hexe ein atemloses Stöhnen.
„Shh Shh Shh“, gab Lucien zufrieden von sich, beugte sich genau über sie und legte sanft seinen Zeigefinger auf Freyas Lippen.
„Lass uns zurück ins Bett“, hauchte sie mit Nachdruck dicht an seinen Lippen und ließ ein leichtes Grinsen hervorblitzen, das Lucien erwiderte. Diese Nacht schien wohl erst von Neuem zu beginnen.

-

So gerne Lucien am nächsten Morgen auch neben Freya aufgewacht wäre, aber er hatte mal wieder andere Pläne. Er hatte lange nichts mehr selbst zu essen zubereitet, doch er wollte die blonde Hexe mit einem exklusiven Frühstück überraschen. Er versicherte sich, dass sie noch schlief, bemerkte dabei, dass er ihr wohl stundenlang dabei zusehen könnte, und stand dann auf. Er war versucht, nur wieder in Boxershorts umherzulaufen, doch entschied sich schlussendlich doch für eine zusätzliche Hose.
Jedoch kam er nicht annähernd soweit mit seinem Gourmetmenü, wie er es gewollt hatte, denn kaum zwanzig Minuten später konnte er hören, wie Freya zu ihm in die Küche schlich. Ihnen beiden kam die Situation wohl nach wie vor unwirklich vor, doch es lag zumindest keine unangenehme Spannung mehr in der Luft. Er hob überrascht die Augenbrauen, als sie bemerkte, dass sie eines seiner weißen Hemden trug und ihm ein schüchternes, wenn auch irgendwie glückliches Lächeln schenkte.
Automatisch blickte Freya auf seine nackte Brust, ehe sie ertappt in Luciens Augen sah, die verzückt funkelten. „Du hast da etwas“, wollte sie ablenken, griff sich den nächsten Lumpen und wischte damit vorsichtig über die rötliche Stelle auf Luciens Haut. Ein wenig zu spät bemerkte sie, wie nahe sie ihm dadurch schon wieder kam und wie lächerlich sie sich gerade machte. Lucien beobachtete sie für einige Sekunden amüsiert, entschied sich dann aber dazu, die hübsche Hexe aufzuklären.
„Ich weiß gar nicht, über was ich mich mehr freuen soll: Dass du nicht aufhören kannst, meine Nähe zu suchen oder gerade versuchst, einen Knutschfleck mit Wasser zu entfernen.“ Sofort wich Freya geschockt zurück und wäre am liebsten im Boden versunken. 
„Oh Liebes, es gibt wirklich keinen Grund für weitere Schüchternheit… nach letzter Nacht“, meinte Lucien und grinste… nein, er grinste nicht, sondern er lächelte. Einfach nur, weil es ihm wirklich gefallen hatte und er wollte Freya nicht das Gefühl geben, dass sie nur eine von Vielen war. Kurzerhand hob er sie an der Hüfte hoch und entlockte ihr damit ein überraschtes Kichern. Keine Sekunde später saß Freya auf der Küchenablage. Er platzierte sich genau vor sie, sodass er zwischen ihren Beinen stand.
„Ich hoffe du hast Hunger“, meinte er dann, immer noch mit diesem bestimmten Lächeln auf dem Gesicht. „Immerhin hast du dich körperlich ziemlich verausgabt.“
Bevor sie nun wieder genervt die Augen verdrehen konnte, sprach er schnell weiter und wollte sie in seinen Plan einweihen. „Was hältst du davon: Du hüpfst unter die Dusche, machst dich frisch, während ich hier weiterhin ohne jegliche Magie etwas zu essen auf den Tisch zaubere. Auch wenn ich sagen muss, dass dir mein Hemd unglaublich gut steht, habe ich etwas für dich in meinem Schrank zum Anziehen. Such dir aus, was du möchtest. Für diesen Tag wirst du etwas schickes brauchen.“
„Du hast das alles schon durchgeplant?“, wollte sie neugierig wissen und sah ihn amüsiert an. Er nickte, hob dann jedoch den Zeigefinger.
„Einen Haken gibt es an der Sache allerdings“, gab er bedauernd zu.
„Der da wäre?“ Freya hob eine Augenbraue.
„Die Dusche muss ohne mich stattfinden“, erklärte er und schmollte gespielt. Er war sich sicher, hätte er das noch vor einem Tag zu ihr gesagt, sie wäre völlig genervt gegangen und wollte nichts mehr von ihm wissen. Doch es hatte sich seitdem etwas verändert und so lachte Freya nur leise, strich Lucien mit ihren Fingern den Nacken entlang und küsste ihn.
Anschließend setzte sie Luciens Plan in die Tat um. Nachdem sie eine Stunde später gegessen hatte, frisch geduscht war und sich einen hübschen Sommeroverall aus seinem Schrank gefischt hatte, klopfte es an der Tür.
„Oh, das ist Gregory!“, erklärte Lucien und bat einen älteren Herren im Wrack in das Apartment.
„Mr. and Mrs. Castle, der Hubschrauber steht bereit“, verkündete besagter Gregory und Freya wusste überhaupt nicht mehr, was sie denken sollte.
„Freya reicht aus, danke“, gab sie ersteinmal perplex von sich und starrte Lucien an, der nur ein unschuldiges Lächeln erwiderte.
„Das ist strikte Anweisung von Mr. Castle“, entschuldigte sich Gregory und Freya erkannte, dass sie dagegen wohl nichts tun konnte.
Stattdessen richtete sie sich an Lucien. „Du hast einen Hubschrauber?“
Er war mittlerweile bereit zum Aufbruch und zwinkerte ihr zu. „Ich denke, deine werte Familie kann wohl einen Tag auf dich verzichten. Ich fliege dich, wohin du willst.“ Dann hob er ihr seine Hand hin. „Komm mit mir, Freya Mikaelson und die Welt wird dir zu Füßen liegen.“
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