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Split - Ausgesetzt

von JaliceTo
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P18 / Gen
18.02.2018
20.03.2018
10
10.331
5
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
18.02.2018 956
 
Split  - Ausgesetzt

2017
18.Juli
Abends
Der Zoo von Philadelphia


Mit einem Quietschen öffneten sich die Eingangstore des Philadelphia Zoos an diesem Dienstag Abend und Dennis zog mit einem angeekelten Gesichtsausdruck die große grüne Mülltonne bis zum Straßenrand.
Er wollte gar nicht darüber nachdenken, wie viele andere Personen mit ihren Keimversuchten Händen dort dran gefasst haben? Wie gut das Dennis wie immer das gelbe Reinigungstuch dabei hatte - natürlich war er mit dem Stoff vor dem Anfassen des Griffes dort drüber gegangen - aber es machte die Tatsache nicht besser - das es ihm widerstrebte, diese grüne Tonne bis zum Straßenrand zu ziehen.
Die Aufgabe war ihm vom Schicht Leiter erteilt worden - er war heute der letzte Mitarbeiter im Zoo und wurde die Tore nachher abschließen, bevor Dennis sich auf den Weg in den wohl verdienten Feierabend machen würde.
In der grünen Tonne befanden sich neben den Hinterlassenschaften einiger Tiere - auch die Reste der Nahrung die für die Bewohner des Zoos drauf gingen und es war wichtig, das die Tonne heute Abend am Straßenrand stehen würde - sonst würde die Müllabfuhr sie nicht mitnehmen und Dennis würde morgen ein paar negative Worte von seinem Schicht Leiter und unter Umständen auch von seinem Chef zu hören bekommen.

Der Mann mit den stahlblauen Augen und der schwarzen Brille auf der Nase wollte so eine Situation um jeden Preis vermeiden - ebenso wie einen Eintrag in seine Dienstakte - es wäre ein Schandfleck und würde seine gute, präzise und ordentliche Arbeit schlecht aussehen lassen. Dafür das er nun schon Zehn Jahre im Zoo arbeitet, und als guter Mitarbeiter bekannt war  - mochte Dennis die meisten Arbeiten nicht, aber es war dennoch sehr wichtig, das er und die anderen dem Job nachgingen, um die neue Kleidungsstücke zu bezahlen, sich Lebensmittel kaufen zu können und eine Tätigkeit zu haben.
"Ich muss dieses Tuch nachher sofort in die Waschmaschine tun", murmelte Dennis nachdem er die grüne Tonne an die entsprechende Stelle am Straßenrand gestellt hatte und ein weiteres mal mit dem gelben Tuch über den Griff gewischt hatte, fuhr er mit diesem über Stange des Eingangstores, welche er notgedrungen anfassen müsste - um sie zu zu ziehen und anschließend abschließen zu können.
Nachdem Dennis sich vergewissert hatte, das die Eingangstore auch richtig zu waren, steckte er den Schlüssel sowie das gelbe Tuch in seine Jackentasche und wollte sich auf den Weg zu seiner Wohnung machen.
Sie war nicht die beste - aber sie lag nahe am Zoo, hatte eine eigenen separaten Eingang und war - sehr groß. Sie alle fühlten sich wohl darin und niemand störte sie - dort konnten sie sein, wer sie sein wollte.

Mit langsamen Schritten ging er von den Eingangstoren fort und machte sich auf den Weg, zu seine Wohnung. Während Dennis den Fugängerweg entlang ging, hörte er in der Ferne das Brüllen von einem der Tiger. Er mochte diese Tiere, sie waren stark, konnten schnell töten und hatten unheimlich beeindruckende Zähne.
Ein leises Wimmern, das sicherlich nicht von dem Tiger stammen würde, lies den Mann inne halten und er schaute sich überrascht um. Für einen Moment hatte er einen verletzten einsamen kleinen Hund vermutet, aber als er zu der großen Zoo-Mauer die einige hundert Meter von den Eingangstoren des Zoos entfernt war blickte - wollte Dennis seinen Augen nicht trauen.

Denn im schwachen Schein der nächst besten Straßenlaterne, die etwas Licht spendete, konnte Dennis ein kleines Mädchen sitzen sehen, dicht an die Zoo Mauer gedrängt und dieses kleine Mädchen wirkte sehr verängstigt. Sein erster Gedanke war weiter gehen - was kümmerte ihn ein kleines Mädchen, sicherlich hatte es sich nur verlaufen oder war seinen Eltern abgehauen - aber die anderen Persönlichkeiten wurden nun hellhörig, als das Wimmern erneut ertönte und Dennis beschloss sich dem kleinen Mädchen zu nähern.

"Hast du dich verlaufen?"
Es dauerte nicht lange, bis er vor dem Mädchen stand, welches alte, zerrissene Kleidung trug, Brust-lange Dunkelblonde Haare und grüne Augen hatte - als sie den Fremden bemerkte, schüttelte sie den Kopf und blickte scheu auf den Boden um sich herum.
Dennis überlegte, ob es gut wäre die Polizei zu rufen, damit man das Mädchen - das sicherlich nicht älter als 3 Jahre sein würde - in die Kinderfürsorge geben würde - aber da entdeckte er einen Brief, der neben dem kleinen Mädchen auf dem Boden lag. Mit einem Handschuh den Dennis aus Sicherheitsgründen auch immer in seiner Jackentasche trug, griff er nach dem Briefumschlag, riss ihn auf und las sich die Zeilen durch.



Wer immer dieses Mädchen findet, darf Sie gerne behalten. Sie hat nichts, was wir an ihr gut heißen würden - meidet Blickkontakt, ist schüchtern und hat nicht das Temperament ihre Geschwister - wir haben keine Verwendung mehr für Sie - sie entspricht nicht unseren Vorstellungen und jemand anderes soll sich - mit diesem undankbaren Blag herum schlagen.

Es hört auf den Namen Lacey Olivia


Dennis blickte von den Zeilen des Briefes fort, zu dem kleinen, verängstigen Mädchen und der Tatsache, das man sie hier einfach ausgesetzt hatte.
Nach einer kurzen Besprechung mit den anderen - wobei Patricia sehr deutlich gemacht hatte, das es ein Muss war - das kleine Mädchen nicht hier zu lassen - beschloss Dennis die kleine Blondine mit zu sich nach Hause zu nehmen.
"Du musst keine Angst haben - wir gehen jetzt zu mir nach Hause - dort werden wir uns um dich kümmern"
Dennis beobachtete, wie das Kleinkind ihn unsicher anschaute und ein vorsichtiges Nicken folgte. Dennis erklärte dem kleinen Mädchen, das er sich um sie kümmern würde - und das sie jetzt sich sich nach Hause gehen - es war eine Schande das man ein kleines Mädchen einfach Abends hier aussetzt - etwas in Dennis drin, sagte ihm das dieses Kleinkind etwas besonderes an sich hatte - etwas das sie Vertrauen fassen lies zu ihm - doch er würde erst später heraus finden - was genau es ist.
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