It's the fear

SongficDrama / P12
Hitomi Kanzaki Van Fanel
18.02.2018
18.02.2018
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Kurz als Anmerkung bevor ihr lest ;)
Diese Geschichte entstand natürlich meiner Feder und ist bereits im Jahr 2006 entstanden und auch auf einigen Plattformen veröffentlicht worden (darunter Animexx, manga-community.de, etc.)
Also nicht wundern falls ihr sie schon mal irgendwo gelesen habt. Ich habe sie ein wenig überarbeitet und wollte sie euch nicht vorenthalten, weil ich sie nach wie vor sehr schön (aber traurig) finde.
Ich bin gespannt :)

Songtext: "It's the fear" von Within Temptation. Meine Empfehlung: Beim Lesen der Story hören ;)

Lg, Lun

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It’s the fear!

Er erwartet mich. Ich spüre förmlich seine Begierde auf den bevorstehenden Kampf. Aber da war noch etwas anderes.
Was?
Meine Muskeln waren gelähmt, mein sonst so ungebändigter Kampfgeist war gezähmt, gebrochen.
Doch ich muss es tun. Meine Waffe ist es, die den Kampf des Schicksals entscheiden würde.
Mein Tun. Mein Kampf.

~*~It waits for the day
will let it out
to give it a reason
to give it its migh~*~t


Das Blut rann an meinem Daumen entlang, bis ich ihn auf den kalten Energiestein drückte. Noch einmal wollte ich mich mit ihm verbinden.
Für den letzten Kampf, den wir austragen werden.
Ob ich nun sterben, oder am Leben bleiben werde.
Mein Blick wanderte vorbei an dem elfenbeinfarbenen, imposanten Körper hinauf bis zu den aquamarinblauen, metallischen Augen, die ich einen Moment lang musterte.
Da wurde ich auf Schritte aufmerksam, die auf den Fliesen des Crusadors widerhallten.
„Van... musst du denn wirklich da hinaus?“, fragte eine dünne, wispernde Stimme hinter mir.
Ich wandte mich traurig lächelnd um und sprang von Escaflowne herab, dessen Energiestein erwartend pulsierte.
„Ich muss, Hitomi. Das Schicksal Gaias steht auf dem Spiel. Wir brauchen Escaflowne um den Kampf für uns zu entscheiden. Es ist meine Aufgabe und...“
„...Pflicht des Königs von Farnelia. Ich weiß...“, unterbrach ihn das Mädchen leise und sah zu Boden.
Es tat ihr weh, mich gehen lassen zu müssen. Hatten wir einander doch gerade erst gefunden.

Irgendetwas sagte ihr, dass sie ihn nicht mehr sehen würde, wenn er ging...

„Van! Bevor du gehst... ich möchte, dass du weißt, dass ich an deiner Seite sein werde, hörst du? Ich werde bei dir sein! Du bist da draußen nicht alleine...“
Ihre dünnen Arme legten sich um meinen Oberkörper und drückten mich an sie.
„Hey... nicht so pessimistisch! Du redest gerade so, als würde ich nicht mehr wiederkommen!“, lachte Van leise und hob ihr Kinn mit seinem Zeigefinger an.
Sie sahen sich lange in die Augen, bevor sie sich langsam einander näherten und schließlich in einem tiefen Kuss versanken.

~*~Fear of who I am becoming
I fear that I'm losing
the struggle within
I can no longer restrain it
my strength, it is fading
I have to give in~*~


Nach einer Weile lösten sie sich wieder voneinander.
„Noch etwas. Nimm die hier mit... sie wird dich beschützen...“
Hitomi nahm sich die Kette mit dem rosa Pendel vom Hals und legte sie mir vorsichtig um.
Ich sah an mir herab und lächelte leicht.
„Ich danke dir. Hab keine Angst, wir werden alle wiederkommen. Alle!“, wiederholte ich mich eindringlich und nahm sie noch einmal kurz in den Arm, ehe ich mich umdrehte und auf Escaflowne kletterte.
„Viel Glück!“, rief Hitomi mir hinterher. Sie wusste, dass sie mich nicht davon abhalten konnte.
Denn es war mein Schicksal. So wie es ihre Bestimmung war, Gaias Zukunft vorherzusehen.
Doch letzte Nacht, nach unserer unerwarteten Zusammenkunft, hatte sie wieder eine Vision die sie zutiefst erschütterte. Allerdings hat sie mir nicht erzählt, was genau sie gesehen hatte.
Abrupt schüttelte ich diesen Gedanken ab und konzentrierte mich auf die alles entscheidende Schlacht.

~*~It's the fear of the dark
It's growing inside of me
They won they will hunt tonight
Have to save all the love
There is no escaping
Cause my faith is our doom~*~


Blut. Gestank. Tod.
Davon wurde ich empfangen, als ich mich im Schlachtgetümmel befand.
Etliche der Zaibacher Soldaten reihten sich vor uns auf, Allen hatte neben mir alle Hände voll zu tun.
Doch bevor ich auch nur zu dem Gedanken kam, ihm zur Hilfe zu eilen, war auch ich schon umringt.
Wo kamen die alle her?!
Leise Panik ergriff mich, doch dann siegte meine innere Kampfruhe und die Hitzigkeit, mit der ich meine Treffer ausführte.
Nach und nach wurden es weniger Guymelefs um mich herum, mein Herz schlug wild vor Anspannung, ich spürte Escaflownes Körper, der vor Blutgier zu vibrieren schien.
Hoffentlich hielt ich ihn weiterhin unter Kontrolle.
Durch das Visier meines Guymelefs spähte ich über das Kampffeld. Etliche Soldaten von uns waren gefallen... Und Zaibach... es sah so aus, als hätte man nie jemanden von ihnen getötet. Noch immer beherrschten sie den Kampf.
Brachte dies überhaupt etwas??

~*~Hold down your head now
Just let me pass by
don’t feed my fear
don’t want it out~*~


Da war es wieder. Dieses Gefühl. Dieses beklemmende Gefühl, dass meine Reaktionen fahrig und meine Gedanken schwummrig werden ließ.
Ich dachte an Hitomi und das Pendel, welches an meinem Hals hing und mir Schutz gebot.
Glauben. Hoffnung.
Gedanken, die mich leiteten. Gedanken, die das aufkommende Gefühl wieder unterdrückten.
Noch immer kämpften wir verbissen. Allen war hinter mir.
Waren wir zusammen dem Kampf gewachsen?
Da durchbohrte etwas meinen linken Arm... Keuchend schnappte ich nach Luft, um nicht laut aufzuschreien. Vor Wut auf mich selbst.
Ich hatte mich ablenken lassen und nun dafür bezahlt.
Zornig sah ich nach vorn, in das Gesicht meines größten Feindes.
Dilandau Albatou.
Dieses rot seines Guymelefs machte mich rasend, sobald ich es nur ansah. Ein gellender Schrei entfuhr meiner Kehle, ich stürzte mich mit einem mächtigen Satz auf ihn, geblendet vom Hass, der nun meinen Körper und meinen Geist beherrschte.
Die Schmerzen in meinem verletzten Arm waren vergessen, es zählte der Kampf.
Nur der Kampf.

~*~I fear for who I'm becoming
I feel that I'm losing
All beauty within
I can no longer restrain it
my strength it is fading
I have to give in~*~


Ich hielt nicht lange so durch. Irgendwann wurde der beißende Schmerz doch zu groß, etliche Schnittwunden zogen sich an meinem Körper entlang, mein Blut besudelte das Cockpit Escaflownes.
„Mist... ich muss es schaffen... ich habe es ihr versprochen...“, flüsterte ich verzweifelt.
Wieder kam dieses Gefühl in mir hoch.
Angst. Furcht. Panik.

Hitomi schrak hoch, als sie einen Schrei tief in ihrem Herzen hörte, der es schmerzen ließ.
„Van...“, wisperte sie entsetzt und eilte ans Fenster des Crusadors, der über dem Schaubild schwebte, und sich gegen andere, teils feindliche Luftschiffe zur Wehr setzte.
Ihr Blick raste über den Platz, bis er schließlich am elfenbeinfarbenen Guymelef hängen blieb.
Sie sah Vans Schwäche und fühlte seinen Schmerz.
Und sie spürte seine Angst.
Hitomi schloss die Augen und fixierte ihre Gedanken und ihre Kraft auf ihn. Sie musste Van irgendwie helfen.

~*~It's the fear of the dark
It's growing inside of me
They won they will hunt tonight
Have to save all the love
There is no escaping
Cause my faith is our doom~*~


Ich spürte ihre Anwesenheit. Ihre ruhige Ausstrahlung brachte meine Sinne dazu, ruhig zu werden.
In diesem Moment spürte ich jedoch deutlich, dass es vorbei war.
Ich sah nur noch die silbernen Drahtstähle aus Flüssigmetall, die auf mich zurasten...

Hitomis Blick wurde starr, ihr Herz setzte vor Entsetzten aus, als sie sah, wie Vans Guymelef durchbohrt wurde und das Cockpit zerbarst.
Ein gewaltiger Stich fuhr durch ihr Herz, es fühlte sich an, als würde es gewaltsam aus ihr herausgerissen werden.
Sie hörte nur noch ihre stockenden Atemzüge, als sie das dumpfe Geräusch des Aufprallens von Escaflowne vernahm und verzweifelt aufschrie.
„VAAAAAN!!!!!“

Es war alles so schwarz... so beruhigend... war es nun endgültig vorbei?
Ich hoffte es... endlich kein Kampf mehr... keine Krieg... und keine Angst... aber was war mit Hitomi?
Sie war allein.
Doch Allen würde sich gut um sie kümmern, das hatte er mir versprochen, einen Tag zuvor...
Trotz allem tat es weh, sie nicht hier zu haben. Eine letzte Träne rollte an der Wange des sterbenden Kriegers hinab.

Hitomi weinte. Verzweifelte Tränen rannen an ihrem Gesicht entlang, laute Schluchzer drangen aus ihrer wunden Kehle hervor.
Langsam und auf zitternden Beinen stand sie auf.

~*~Long ago he came to me
I'm ever since that day
Infected with it's rage
For us to take~*~


Sie würde diesem Kampf endlich ein Ende setzen.
Entschlossen sprang sie durch die leichten Glasscheiben des Crusadors hinaus.
Der heftige Wind zerrte an ihrem Kleid, ihre Haare peitschten um ihren Kopf, als sie gen Erde flog.
Doch kurz vor dem Aufprall schossen riesige, viergeflügelte Engelsschwingen aus ihrem Rücken, die im reinsten Weiß erstrahlten.
Sie schlug mit ihren mächtigen Flügeln und erhob sich wieder in den Himmel.
Eine harmonische Melodie erklang, als sie ihre Federn schwang, und vereinzelte vom Himmel hinab zu Boden fielen. Hitomi überflog langsam das Schlachtfeld.

Die Soldaten sahen von der Melodie angelockt in den Himmel und erstarrten, als sie die Gestalt erblickten, die über ihnen dahinflog.
„Ein Engel... ein weißer, göttlicher Engel...“, flüsterten einige von ihnen und ließen ihre Waffen fallen.
Aber keiner dachte daran, sie deshalb anzugreifen.
Alle starten gebannt in den Himmel, lauschten der Friedensmelodie, die in den schönsten Tönen erklang.
Keiner dachte mehr an den Kampf und es sollte für sehr lange Zeit so bleiben.
Denn das Schicksal war erfüllt....

Hitomi schwankte. Ihre gesamte Kraft war verbraucht. Ihr Körper war den Flügeln nicht angepasst. Blut rann ihren Rücken hinab, als sie erschöpft die Augen schloss und sich einfach fallen ließ.
„Van...“
Ihr letztes Wort verhallte ungehört in der Luft, bevor ihr Körper leblos auf dem Boden aufprallte und die Knochen brachen...
Eine Säule aus Federn umfing das tote Mädchen und trug es zurück in die Luft, ehe sie sich gemeinsam mit ihr auflöste...

~*~It's the fear of the dark
It's growing inside of me
They won they will hunt tonight
Have to save all the love
There is no escaping
Cause my faith is our doom~*~



Ich nahm eine bekannte Präsenz neben mir wahr.
„Hitomi?“, flüsterte ich sanft.
„Ich bin bei dir, Van...“, ihre zarte Stimme verhallte im Nichts und ließ mich lächeln.