Alpha Hunter

OneshotAllgemein / P12
17.02.2018
17.02.2018
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Hallo & willkommen! =)
Die Handlung spielt vor Kakuzus Eintritt bei Akatsuki und vor seinem Treubruch mit Takigakure - folglich in einer Zeit, in der er noch jung (und gutaussehend) ist. Diese FF war damals ein Leserwunsch.

Spaß beim Lesen! =)

*


Takigakure, Takigakure. Erzähl’ den Leuten, du kommst aus Takigakure und sie werden dich fragen: “Verzeihung, woher?”

Fest steht: kein Mensch kennt das Dorf, aus dem du kommst. Und die Tatsache, dass die größte Attraktion deiner Heimat ein gigantischer Baum ist, stellt nur das sprichwörtliche I-Tüpfelchen auf dem allzu passenden Begriff Hinterwäldler dar.

Dennoch, das Dorf versteckt unter dem Wasserfall, dessen Namen du eher auf tief versteckt im Nirgendwo geändert hättest, ist deine Heimat. Und Herkunft verpflichtet. Tradition ebenso.

Die meisten Missionen, die du in deiner Laufbahn als Kunoichi bekommen hast, haben dich außerhalb deines Landes geführt. Das mag daran liegen, dass Niemand soweit ins Niemandsland reisen würde, um drei Häuser und einen Baum zu überfallen. Folglich gab es innerhalb der Dorfgrenzen auch kaum nennenswert wichtige Aufträge. Praktisch betrachtet hängt das schwarze Brett voll mit Anfragen, aber du hast schon immer zu denjenigen gehört, die zuerst auf die ausgeschrieben Ryo geachtet haben, als auf die angegebene Schwierigkeit.

Wer dich nicht kennt, könnte meinen, dass dies arrogant sei, doch in Anbetracht deiner Lage, regiert Geld tatsächlich nicht die Welt, sondern deine Welt.

Deine Dynastie gehört zu jenen vermeintlich Auserwählten, die als einzige dazu in der Lage sind, das Eiyu no Mizu, das so genannte Wasser der Helden, vom großen Baum zu gewinnen. Doch da dieser chakramultiplizierende Trunk nur alle hundert Jahre einmal extrahiert werden kann, beschränkt sich die Pflicht deiner Familie darauf das monumentale Geäst zu pflegen. Dementsprechend kommt es nur alle vier bis fünf Generationen - je nachdem, wie viele in deiner Familie in Missionen ums Leben kommen - vor, dass eine Phiole gefüllt wird. Und dann landet sie so oder so bei den Dorfältesten. Dennoch ist der Name, den du trägst, mit einem guten Ruf verbunden. Dieser allerdings sorgt nicht dafür, dass du abends warmes Essen auf dem Tisch hast oder sich Dango und Ramen von selbst bezahlen.

Aus diesem Grund machst du Missionen oder besser gesagt Kopfgeldjagden. So kommt man eben am schnellsten zu Geld. Es ist zwar der gefährlichste, jedoch auch der direkte Weg, um die Sorge um Ryo zu schmälern, da das Leben in Takigakure nicht nur fernab von jeglicher Zivilisation zu laufen scheint, nein, aufgrund der langen Reisewege galten Exportwaren als Luxusgut.

Takigakure, das Dorf, das noch nie besiegt oder eingenommen wurde. Pah, niemand interessierte sich für dieses Nest, das ist alles.

Dies wird dir einmal mehr bewusst, als du komplett durchnässt auf dem Dach eines gigantischen Bauwerkes Amegakures stehst, den seichten, jedoch unablässigen Regen auf deiner Haut spürst und hinab auf die Regenschirme in den taubengrauen Straßen unter dir blickst.

Herkunft verpflichtet - Missionen auch.

*


Takigakure no Sato - ein Tag im Sommer


Mit einem Sack voller klimpernder Münzen und der Gewissheit die nächsten Mahlzeiten gut abgedeckt zu haben, marschierst du hinaus aus dem Tempel der Ältesten ins stets schattige Dörfchen deiner Heimat.

Bald wäre es soweit, der große Baum, dessen Äste und Blätter gleich einem gigantischen löchrigen Zelt den Himmel überspannen, würde das Eiyu no Mizu freigeben, um dann hundert weitere Jahre als stiller Wächter zu schlummern.

Eigentlich sollte dies etwas Besonders sein, gar eine Ehre für dich, da du diejenige bist, die unter den Blicken der Ältesten in heiliger und geweihter Tradition die kostbare Gabe des großen Hüters empfangen soll. Mit samt allen rituellen Schnickschnacks, der dazu gehört: spirituell gereinigte Kleidung, geistlicher Choral und die obligatorisch geläuterte Phiole.

Nein, so schlimm war es glücklicherweise nicht, im Prinzip war es ein Ritual, an dem nur ein ausgewählter Personenkreis teilnehmen durfte. Sobald der letzte Tropfen dann eingefangen wäre und du das bauchige Glas dann übergeben hättest, wäre der ganze Spuk vorbei - das nächste Säkulum jedenfalls und ein weiteres Mal würdest du es nicht miterleben können.

Die Leute in Takigakure wurden zwar unüblich alt -als wollten sie dem großen Baum nacheifern-, dies hast du jedoch bis dato immer auf die absolute Eintönigkeit des Dorflebens geschoben, denn wenn nichts passierte, dann konnte auch niemand getötet werden, richtig?

Außer man lernte wie du den Weg des Ninja und stürzte sich Tag für Tag erneut ins Abenteuer. Auch wenn Taki nicht viele Shinobi und Kunoichi und noch weniger eine große Akademie, wie andere Dörfer sie zu bieten haben, vorweist, kann man doch mit Fug und Recht behaupten, dass jeder einzelne von euch talentiert ist.

“Das ist eine beträchtliche Summe, die du dort so offen in den Händen trägst.”

Seitdem du an die frische Luft hinaus getreten bist, ist dir dieser Geruch aufgefallen, der sich gleich eines lauernden Wachhundes um den Eingang gelegt hatte. Du brauchst auch nicht lange zu suchen, bis du die Quelle ausgemacht hast. Gegenüber deiner, auf einem der halbhohen Bäume, lauert er, Kakuzu.

Aufgrund der Tatsache, dass ihr beide die gleiche Geschäftsethik, “die Bezahlung muss stimmen”, verfolgt, war es in der Vergangenheit nicht zu vermeiden, dass sich eure Wege nicht nur kreuzen, sondern regelrecht überlagert haben. Wo es Ryo gibt, da ist er genau so nah, wie du es bist - nur dass eure Beweggründe absolut gegensätzlich sind, sodass du dich einmal mehr fragst, was Kakuzu mit seinem Reichtum überhaupt anzustellen vermag.

Möglicherweise liegt er einem sagenumwobenen, gigantischen Drachen gleich auf seinen Bergen an Talern und wälzt sich im Reichtum - oder er hat eine Sucht, der er befriedigen muss. Glücksspielabhängigkeit oder so, in jedem noch so kleinen Dorf gibt es immerhin mindestens einen Schuppen, an dem man sein Bares verzocken konnte.

Im Prinzip sollte Kakuzu jedoch keine Probleme mit dem lieben Geld haben, da er immerhin einen Großteil seiner Aufträge von den Stadtältesten erhält - und diese sind mehr als nur generös dotiert.

Dennoch ist er einer der bekanntesten und erfolgreichsten Kopfgeldjäger des Dorfes und hat dir schon den einen oder anderen Fang aus der Wurfbahn des Kunais gezogen. Ärgerlich, aber so läuft es nun einmal in der Ninja-Welt. Eines musst du ihm jedoch lassen, und dies ist ein ehrenvoller Charakterzug, den nicht viele deiner Gleichgesinnten ihr Eigen nennen können: er akzeptiert, wenn du den großen Fang bereits gemacht hast und nimmt dir nicht, so wie es üblich wäre, deine Beute ab. Gut, vielleicht liegt dies auch daran, dass ihr aus dem gleichen Dorf stammt, unter Kopfgeldjägern jedoch gab es dieses ungeschriebene Gesetz nicht, dort galt, dass derjenige die Ryo einstreicht, der auch mit dem geforderten Beweisstück vortrat - durch wie viele Hände es auch immer zuvor gegangen sein mag.

Du weißt, dass es ihm ein Leichtes wäre, dich wieder und wieder deines Erfolges zu berauben, doch über die Zeit, in der du damit begonnen hast dich und den altersschwachen Teil deiner Familie zu versorgen, scheint er dich nicht nur als dauerhafte Konkurrenz, sondern als Wettbewerbsansporn akzeptiert zu haben. So kannst du von Glück reden, dass er selbst genug Aufträge erhält und deshalb oft genug außer Landes ist, um diese durchzuführen, damit du überhaupt die Chance auf den einen oder anderen Erlös hast…

Und just in diesem Augenblick sitzt der Shinobi knapp zehn Meter Luftlinie von dir entfernt und fixiert den Beutel, den du in deinen Händen trägst.

“Amegakure wächst schneller als das Gras unter unseren Füßen. Kein Wunder, weshalb Nukenin diesen Ort für eine Zuflucht halten”, fügt er hinzu.

Kakuzu weiß, dass er zu den besten Shinobi des Dorfes gehört, seine ganze Haltung drückte diese Gewissheit aus. Jede Sehne, jeder trainierte Muskel und die Gestik, mit der er selbstsicher dort oben hockt und auf dich hinab sieht.

Trotz des Schattens, den der Baum Tag und Nacht auf Taki wirft, hat er einen gebräunten Hauttyp, der ihm diesen gesunden Teint verleiht. Nicht nur, dass er damit erholt aussieht, nein, es macht ihn auf erstaunliche Art und Weise vital. Niemand, der wirkt, als hätte er gerade eine schwere Krankheit besiegt. Dennoch haben seine Augen etwas Noxisches an sich: die grünen Iriden, die dich an das Blattwerk des großen, lebensspendenden Baumes erinnern, eingebettet in einem Meer aus Blut, den roten Skleren. Diese Augen waren ebenso enigmatisch wie gefährlich. Nichts, in das man lange blicken konnte, ohne einen Schauer das Rückgrat hinab geschickt zu bekommen.

„Amegakure kann mich nicht davon abhalten, mir meine Beute zu holen“, entgegnest du mutig. Es ist wichtig gegenüber einer Persönlichkeit gleich Kakuzu weder Schwäche zu zeigen noch zu zögern. Er würde es merken, ausnutzen und gegen dich verwenden. Eine der Lektionen im Kopfgeldjägerbusiness ist Zähne zu zeigen, denn die Hatz nach einem Nukenin gleicht oft einer Treibjagd. Da war es von Vorteil willensstark zu sein. Und egoistisch.

Die meisten dieser Charaktereigenschaften hast du dir unter Schweiß und Blut aneignen müssen. Zu häufig bist du mit leeren, verletzten Händen zurückgekehrt. Doch Schmerz ist bekanntlich der beste Lehrmeister und Niederlage der größte Motivator. Und das Leben eines Ninja gleicht oft einer Einbahnstraße, die besagt: friss oder stirb – metaphorisch betrachtet.

Deine Worte, so gewählt und aggressiv sie auch klingen mögen, lösen in Kakuzu nur ein kehliges Lachen aus.

Er ist der Alphajäger. Und er weiß es.

Und du bist niemand, der ihm gefährlich werden könnte.

Schneller als du reagieren kannst, steht er vor dir, hat dir in einer gleitenden Bewegung deine Ryo aus der Hand genommen und wiegt sie mit einem schiefen, siegessicherem Lächeln in seinen Fingern.

„Takigakure schützt dich. In der Wildnis wärst du leichte Beute. Meine Beute.

Bevor du etwas erwiderst, hat er den Leinensack wieder in deine noch offene Handfläche fallen lassen und dir den Rücken zugewandt.

„Und nun husch, kleines Eichhörnchen. Der große Baum wartet.“
Das Amüsement in seiner Stimme ist schwer zu überhören, dennoch kannst du in diesem Augenblick nichts anderes tun, als ihm Blicke hinterherzuwerfen und zu beobachten, wie er durch den Halbschatten die Straßen des Dorfes hinab marschiert, als könnte nichts und niemand auf der Welt ihm gefährlich werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass er dich so stehen lässt. Offensichtlich ist es ihm ein Vergnügen, dir zu sagen, dass du schwach bist. Doch noch bist du hier, noch hast du deine Einnahmen.

Wüsstest du es nicht besser, würdest du sagen, dass er dich in irgendeiner Form respektiert.
Aber das ist Humbug… oder?

*


Wenn der Wasserfall vor Takigakure so schwach wird, dass er beinahe versiegt, so ist das nicht nur die Zeit, an dem das Dorf am verletzlichsten ist, sondern auch jene, in der der Baum die meiste Kraft benötigt, um das Eiyu no Mizu zu produzieren.

Du bist zwar noch immer der Ansicht, das Taki kein taktisch und ökonomisch zu verfolgendes Ziel ist, doch zu dieser Zeit werden mehr Wachen als üblich positioniert und auch die Missionen inner- und außerhalb des Dorfes werden von den Ältesten einbehalten.

Dies bedeutet auch für dich und deinen Clan, von dem zu leben, was ihr zurückgelegt habt. Da du Erbfolgerin bist und somit die gesamte Verantwortung des Rituals auf deinen Schultern lastet, bist du zu deinem persönlichen Missfallen auch schon seit Tagen auf Achse, um alle Vorbereitungen zu treffen. Tradition und Herkunft verbinden eben.

Da für die Zeremonie nur Werkzeuge genutzt werden dürfen, die seit Generationen in deiner Familie weitergegeben werden, ist es an dir, diese zu reinigen. Und da es zu einfach wäre, sich damit vor dem Haus auf einen Schemel zu setzen und diese zu polieren, steht in den Überlieferungen wunderbarerweise noch geschrieben, dass dies im Onsen der Höhlen unter Taki passieren muss, da das heiße Wasser dort von den Wurzeln des Baumes berührt würde und folglich besonders hohe Reinigungskräfte hätte.

Kein Wunder, dass Takigakure das letzte Hinterwäldler-Dorf ist, wer solch einen alten, miefenden Schriebs auch noch glaubt, der ist deiner Meinung nach noch nicht in der heutigen Zeit angekommen. Aber Vorschrift ist Vorschrift. Und es ist leichter die Aufgaben ohne Hinterfragen zu erledigen, als sie tatsächlich infrage zu stellen.

Es ist ja nur dieses eine Mal in deinem Leben, dass du es machen musst. Danach würde das Gerede auch endlich versiegen.

So bindest du die bauchige Flasche an ein Stück Faden und tauchst sie in den Onsen. Nicht etwa in einen beliebigen, sondern in den heißesten, den es hier gibt. So heiß, dass man nicht hineinfassen konnte, ohne sich starke Verbrennungen zu holen.

Jetzt heißt es auf jeden Fall eines: warten. Du zwar zwölf volle Stunden, sodass auch mit größter Sicherheit jede Verunreinigung ausgekocht wird. Natürlich musst du die Stellung halten. Es verspricht also langweilig zu werden.

Die ersten drei Stunden bist du noch damit beschäftigt, zwei rituelle Klingen zu reinigen, die ebenfalls je eine Stunde im Wasser kochen dürfen, um dann poliert und noch im heißen Zustand in ein frisches Leinentuch gewickelt zu werden, um Schmutz und Keime abzuhalten. Danach wird es allerdings langweilig, sodass du das ein oder andere Buch aus deinem Gepäck zur Rate ziehen musst.

Wieder und wieder taxieren deine Blicke den Jōnin am Eingang. Wachschutz, wie man dir versicherte. Es ist ja nicht so, dass du dich nicht verteidigen kannst, aber deine erste Pflicht ist nun einmal die Reinigung.

Nach sechs Stunden scheint die erste Wache eine Ablösung zu erhalten. Und auch dir wird von einem Kochninja kühles Wasser – es ist doch ganz schön heiß hier drinnen – und eine großzügige Portion Dango gereicht. Und zu deiner persönlichen Überraschung ist dein Protektor für die nächsten sechs Stunden…

…Kakuzu.


Im Stillen hast du damit gerechnet, dass man ihn hier positionieren wird. Immerhin geht es um eine große Sache und er ist einer der besten Shinobi des Dorfes.

Gleich dem Kopfgeldjäger und Raubtier, das er ist, mustert er dich einmal von oben bis unten, um dann fast schon siegessicher die Arme zu verschränken und dann seinen Dienst beginnen.

*


Während die andere Wache dir die sechs Stunden über den Rücken zugedreht und den ausgeleuchteten Gang der Höhle observiert hat, scheint dein Gegenüber haargenau zu beobachten, was du tust. Eine Gefahr von außen befürchtet er offenkundig nicht.

Zu deinem Leidwesen steht er nun schon volle fünf Stunden da, noch immer die Arme verschränkt und dieses selbstgefällige Grinsen auf den Lippen. Eine Weile lang hast du ihn einfach nur angestarrt, in der Hoffnung, dass er wenigstens blinzeln oder seine Miene verziehen würde.

Nichts dergleichen ist geschehen – ganz zu deinem Ärgernis.
Als es dir schließlich zu bunt wird, wirfst du einfach einen Stein nach ihm.

Dieses Mal mit Erfolg.

„Wie ich sehe, nimmst du deine familiären Pflichten sehr ernst.“ In seiner Tonlage liegt keine Verurteilung, dafür latenter Spott. „Meine familiären Pflichten bestehen im Warten“, verbesserst du ihn trocken.

Das erste Mal seit sechs Stunden siehst du, wie er sich regt und sich aus seiner zuvor starren Haltung lockert.

„Das Eiyu no Mizu gehört zu den wertvollsten Substanzen der bekannten Welt. Du bräuchtest dich nie mehr um Ryo kümmern, würdest du es verkaufen“, merkt er in ruhigem Tenor an. „Dir ist bewusst, dass das, was du da tust, eine große Ehre für deine Familie ist.“ – „Diese Ehre füttert mich nicht“, entgegnest du knapp.

Ehre ist etwas, um das man sich kümmern kann, wenn man keine Sorgen um sein Überleben haben muss.

„Sobald meine Pflicht erledigt ist“, du zeigst demonstrativ auf den Faden, der im dampfenden Onsen verschwindet, „interessiert es niemanden mehr, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene.“

Bitter, aber wahr.

Du wartest förmlich darauf, dass er dir rät dich mit dem Eiyu no Mizu über alle Berge zu machen, um ein Leben als reicher Nukenin zu führen, den er später einmal mit eigenen Händen erlegen wird. Du bist dir fast sicher diesen Gedanken durch seine Augen leuchten zu sehen. Alles, was er jedoch tut ist einmal mehr kehlig zu lachen und für den Rest der Zeit dich mit Schweigen zu bedenken…

*


Takigakure – im Herzen der Baumkrone


Du siehst Kakuzu an jenem bedeutsamen Tag, an dem die Führung und der hohe Rat des Dorfes mit Erwartung auf dich blicken, wieder.

Anlässlich dieser Okkasion tragen auch die ranghohen Ninja eine besondere Tracht.

Du bist sicher nicht alle gezählt zu haben, doch allein zwanzig von ihnen umringen im Schatten der Blätter das Herz der Baumkrone, in dessen Zentrum ein natürlich gewachsenes Plateau den Ort der Zeremonie markiert.

Du, in geweihter Kleidung und umhängt mit Schmuck aus dem Holz des großen Wächters, trägst in einer Schale die aufwändig gereinigte Phiole unter den Blicken der Anwesenden zu ihrem Bestimmungsort. Glücklicherweise musst du keine Rede halten oder dergleichen…

So gehst du vor einem knolligen Auswuchs in der Mitte des Platzes auf die Knie, ziehst das ebenfalls gereinigte Kunai aus dem Leinentuch und suchst die Oberfläche dieses Auswuchses nach einer Einstichstelle ab. Gemäß Überlieferungen wächst dieses Etwas vor dir ebenfalls nur alle einhundert Jahre, spendet das Eiyu no Mizu und verkommt dann. So ist es an dir, die dünnste Stelle in der jungen Rinde zu finden, mit der Klinge hineinzustechen und jeden einzelnen Tropfen aufzufangen, bis der Strom versiegt. Diese Fertigkeit liegt im Blut deiner Dynastie, keine andere Gestalt hier würde es fertig bekommen.

Dann wäre Ruhe – zumindest die nächsten einhundert Jahre.

Von allen Blicken, die auf dich gerichtet sind, spürst du Kakuzus am intensivsten. Anhand seines Geruchs kannst du ausmachen, dass er links von dir auf einem der großen Äste steht. Dass er dich fixiert, steht außer Frage.

Es dauert einige Sekunden, dann hast du die besagte Stelle unter deinen Fingerkuppen entdeckt. Vorsichtig hebst du das Kunai, setzt es an und führst es durch die schier butterweiche Haut des Baumes, um danach sofort das bauchige Glas darunter zu halten.

Während die ersten Tropfen langsam zu einem kleinen Rinnsal anschwellen, hast du das Gefühl, dass der Baum um dich herum ein leises, tiefes Knarzen von sich gibt – als hättest du ihm etwas sehr Wertvolles genommen…

Es vergehen weitere Minuten, bis der letzte Tropfen sich hinab in die Phiole stürzt, du diese versiegelst und dich aus deiner Position erhebst. Just in diesem Augenblick glaubst du, dass Kakuzu dich nicht länger im Visier hat.

Dennoch: es ist vorbei, der Rest besteht aus reiner Formalie.
Endlich.

*




Zwei Wochen später hatte sich der ganze Trubel endlich gelegt und niemanden schert die Rolle, die du vor wenigen Tagen noch gespielt hast, mehr. Und auch du hast zu deinem Alltag zurückgefunden, der darin besteht außerhalb des Dorfes einen entflohenen Sträfling aus den Wüstengefängnissen Sunas zu jagen. Es wundert dich, wie man es soweit schaffen und überleben kann. Dennoch, auf den Burschen, hinter dem du her bist, sind einige Ryo ausgeschrieben, auch wenn dies mit einer langen Reise in die Hauptstadt des Windes verbunden ist.

Zuletzt wurde der Flüchtling von einem Reisbauern nahe einer Farm gesehen, anschließend soll er in Richtung Westen aufgebrochen sein. Die Beschreibung des Landwirtes deckt sich fehlerfrei mit deinem Kopfgeldgesuch, sodass du dich unverzüglich auf die Fährte begibst.

Über Stock und Stein, Fluss und Wiese führt dich die schwache Spur auf dem Boden. Wenn du eines gelernt hast, dann ist es Fährtenlesen, das Basiswissen eines jeden Jägers.

Als der Geruch der Angst und des Schweißes intensiver wird, beschleunigt sich auch dein Puls. Gleich einem Raubtier auf der Hatz spürst du das Adrenalin durch deine Adern rauschen.

Es ist nah, das Ziel ist nah, die Ryo in Greifweite…

…als sich unter diese Komposition der metallische Duft frischen Blutes mischt.

Mist, fluchst du innerlich, als du letztendlich mitten auf einer Wiese eine ausgemergelte, sonnengebräunte und Kopflose Leiche findest. Das fehlende Körperteil wurde in einem sauberen, scharfen Schnitt vom Rumpf geschnitten. Da war kein Amateur am Werk. Der Duft, der jedoch in schwachen Nuancen noch zu riechen ist, verrät dir, wer schneller war als du.

Einmal wieder hat Kakuzu sich die Beute geschnappt. Somit geht deine nächste Reise nicht nach Suna. Verärgert über diesen Umstand beschließt du, trainieren zu gehen.

Eines Tages würdest du ihm das Wasser reichen können. Und bis dahin würdest du dich solange verbessern, bis dein größter Konkurrent im Angesicht deines Talents verblassen würde.

Die kommende Woche würdest du den Gürtel enger schnallen müssen.

Einmal mehr spürst du am eigenen Leib, dass Niederlagen die größte Motivation sind, etwas zu tun.

Sollte der Tag kommen, dann sei auf der Hut, Kakuzu.

Ende.

____________


Huhu =)
Ich hoffe, dass euch der OS gefallen hat. Kakuzu war bis dato die größte Herausforderung gewesen. Aus diesem Grund freue ich mich über Kritik aller Art!

Und um etwas Werbung für mich zu machen: Auf meiner Seite befinden sich demnächst  viele weitere Reader-Geschichten aus dem Naruto-Fandom! Ich bin gerade dabei, sie wieder hochlzuladen.

Ich hoffe ich konnte euch unterhalten!

Liebe Grüße
Daneh
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