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Ein Hauch von Minze

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Christian Ozera Eddie Castile Rosemarie "Rose" Hathaway Sydney Vasilisa "Lissa" Dragomir
17.02.2018
19.03.2018
2
6.865
1
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
19.03.2018 4.551
 
Wow, gleich 2 Kommentare und 3 Abos.
Wer hätte das gedacht, ich nicht!
Erst einmal danke dazu, ihr seid Spitze.
Und entschuldigt mich, dass ich erst jetzt ein neues Kapitel hochlade aber meine Ausbildung ist einfach mega anstrengend an manchen Tagen und dann vergisst man Sachen bzw. hat schlicht keine Lust mehr.
Zudem war und bin ich so oft krank, das ist Wahnsinn pur.
Das ganze halbe Jahr war eine einzige Achtabahnfahrt im Looping.
Deswegen wird nicht immer sofort was kommen...
Und auf halbe Sachen stehe ich nicht,  dieses Kapitel ist doppelt so lang wie das erste mit über 4000 Wörter.
Das heißt aber auch dass es noch etwas dauert, bis unsere zwei Turteltäubchen aufeinander treffen.
Gute Dinge haben Weile und FFs in denen nach dem dritten Kapitel schon die Hochzeitsglocken läuten oder es gleich heiß hergeht..mit denen kann ich rein persönlich nichts anfangen.
Ich hoffe das Kapitel ist nicht zu langatmig oder gar langweilig.
Mit ist übrigens aufgefallen dass es Jillian Mastrano gar nicht gibt im Fandom, wenn man die Hauptfigurenangeben will^^
So, das wars von meiner Seite aus.
Fehler, seien sie der nicht vorhandenen Logik geschuldet, Grammatik oder Komma, immer her damit.
LG. LavetteDaltons



Ein leises Raunen ging durch den Raum, dann folgte Stille.
Lissa spulte ganz Profi das höfische Protokoll zur Begrüßung von Gästen ab und alles ging seinem gewohnten Ablauf nach.
Nachdem die Königin begrüßt wurde, richtete sich alle Aufmerksamkeit auf mich.
Es wurde sich förmlich auch noch einmal bei mir vorgestellt und fleißig geknickst und verbeugt bis fast auf den Boden.
Oh man, wenn mir schon eine einfache Anrede unangenehm war, dann war dies quasi eine Steigerung von dem.
Wie sich herausstellte waren nur zwei Frauen unter den Reisenden und sonst waren da nur Männer.
Und Lissa hatte recht, alle befanden sich ungefähr in meinem Alter und augenscheinlich nach aus gutem Hause.
Es prangten mir bekannte Luxusmarken, edle Lederschuhe und sündhaft teure Uhren entgegen.
Durch meine Leidenschaft für Mode entgingen mir solche Details nicht, nicht dass ich einen gesteigerten Wert auf Haute Couture legte.
In meinem alten Leben wäre ich nicht einmal in die Nähe von diesem Luxus gekommen und heute war er allgegenwärtig.
"Ich bin sehr erfreut sie alle in unserem Palast begrüßen zu dürfen. Da unser Protokoll es der königliche Hoheit, Königin Dragomir nicht erlaubt sie perönlich im Palast herumzuführen, werde ich diese Aufgabe übernehmen", kündigte leicht lächelnd an.

Die Führung verlief recht unspektakulär.
Zum einen folgten uns ein dutzend Wächter, zum anderen waren die Besucher für adelige Moroi's recht genügsam.
Ab und an stellte einer eine Frage oder holte sich Tipps ein für die Freizeitgestaltung.
Dennoch war ich froh als ich meine kleine aber exklusive Führung beenden konnte.
"Eine Frage hätte ich noch, eure Hoheit", die Gruppe hatte sich schon ausgedünnt, noch drei Moroi's standen bei mir, als ein gutaussehender Typ mit feinem Gesicht und haselnussbraunen Haaren auf mich zukam," könnten sie mir einen Tipp geben, hinsichtlich eines guten Restaurants?Ga", fragte er und lächelte sein Zahnpastalächeln.
Perfekt strahlendweiße Zähne prangten mir entgegen und sein Besitzer ging augenscheinlich davon aus, dass sein gutes Aussehen gepaart mit einem riesen Ego unwiderstehlich auf seine weibliche Umwelt wirkten.
Man Jill, wie denkst du eigentlich gerade?
Du wirfst ihm Oberflächlichkeit vor obwohl du ihn gar nicht kennst und selbst bist du kein Deut besser!, schalte ich mich selbst in Gedanken.
Ich sollte mich schämen.
Braune Augen sahen mir erwartungsvoll entgegen.
"Ähm, ich gehe nicht so oft Essen aber ich habe des öfteren gehört, dass das New Amsterdam einen sehr guten Ruf genießt".
Man, wie gestochen ich doch sprach.
So würde ich in Zivil nie reden aber hier herrschte ein anderer Umgangston und jedes Wort konnte auf die Waage gelegt werden.
Deswegen wurde jeder öffentliche Auftritt normalerweise auch akribisch durchgeplant und das Hofprotokoll und die Etikette gaben einen angemessenen Rahmen vor.
Doch auch wenn all dies zur der Sicherheit diente, ich war wurde nicht hierfür ausgebildet.
Lissa hatte ihr Leben lang Zeit gehabt und wurde mehr oder weniger dazu erzogen sich in diesem Milieu zu bewegen.
Ich nicht und es war mir all zu oft unangenehm…
Der Typ bedankte sich bei mir und gerade als ich mich verabschieden wollte, wurde ich eingeladen mitzukommen.
1:0 für Mister Handsome, er hatte mich kalt erwischt, eigentlich wollte ich in mein Appartment und meine Reisetasche packen.
Verdamme!
"…also nur, wenn es eure Zeit zulässt. Mein Name ist Ramsey Spencer, meine Familie gehört dem britischen Nebenzweig der Szelsky an", stellte er sich vor und machte gleich noch klar, dass er mit einem der größeren royalen Familien verwandt und damit adelig war.
Es war nicht ungewöhnlich, wenn in einer Generation zu wenige potentielle Partner gar, dass diese in einen Nebenzweig der Familie einheiraten.
Man züchtete sich selbst,  hielt das Blut "rein".
Von Liebe war da keine Rede.
Ob er wohl hoffte so einen guten Eindruck zu machen?
Bei mir konnte er so definitiv nicht Punkten, die Herkunft spielte für mich keine Rolle - die Person zählte.
Und ich musste jetzt Zusagen, die Etikette verbot es mir abzulehnen.
Innerlich fluchend stimmte ich zu: "Die Freude liegt ganz auf meiner Seite. Wären es für euch denkbar, dass wir auf eine etwas persönlicheren Ebene gehen würden und uns duzen? Ich komme mir so furchtbar alt vor.", ich lächelte leicht und wartete auf seine Antwort.
Kurz wirkte Ramsey irritiert über meine Offenheit, anscheinend hatte ich ihn mit der Aktion überrumpelt.
1:1 Unentschieden.
Doch er fing sich schnell und stimmte mir zu.
"Ja, das ist eine ganz wunderbare Idee. Ich würde dann vorschlagen dass wir jetzt gehen. Ich bin ziemlich hungrig von der langen Reise. Ich denke Sibel und Johann würden uns gerne begleiten.", die beiden angesprochenen stimmten zu.

Da war ich nun auf dem Weg zum New Amsterdam anstatt im meinem Zimmer eine Reisetasche packend.
Keine zehn Minuten später saß ich mit den drei Morois im Schlepptau am besten Tisch des Restaurants und versteckte mich hinter der Speisekarte.
Trotz meines Versuch's die Atmosphäre etwas aufzulockern in dem ich ihnen das Du angeboten habe, bliebt die Stimmung unangenehm angespannt.
Keiner wusste so recht was er sagen sollte, bis auf Ramsey.
Dieser erzählte angeregt eine Story nach der anderen und merkte nicht einmal, dass ihm keiner zuhörte.
Hauptsächlich drehten sich Erzählungen um sein Jurastudium und teure Hobbies.
Um nicht unhöflich oder gar desinteressiert zu erscheinen, fragte ich in regelmäßigen Abständen Sachen nach die gerade zum Thema passten.
"Und Ramsey, wie bist du eigentlich zu Jura gekommen?".
Ram, wie ich ihn nennen sollte- ich mich aber weigerte, weil ich den Spitznamen dämlich fand, fuhr sich mit der Hand durch das Haar, lächelte mir verführerisch zu und beugte sich zu mir rüber.
Jetzt musste ich ihn ansehen und es war mir sehr unangenehm.
Als dann noch seine Hand in Richtung meiner kam, zog ich diese schnell weg und kratzte mich hinterm Ohr.
Der Typ flirtete doch gerade nicht allen Ernstes mit mir!?
Unsicher war ich ihm ein scheues Lächeln zu.
"Ach weißt du Jill, Jura hat eine tiefe Tradition in meiner Familie. Mein Urgroßvater, Großvater und mein Vater waren bzw. sind alles Anwälte. Mein Vater hat eine angesehene Topkanzlei in London, hat sich auf den Sektor Wirtschaft und Börse konzentriert. Internationale Großkunden, die sehr anspruchsvoll sind werden öfters von uns vertreten.", hätte ich doch bloß nicht gefragt, jetzt fing er schon wieder an zu prallen und schmückte sich mit den Federn seiner Familie.
Langsam aber sicher bekam ich das Gefühl Ramsey war von hauptberuflich Sohn reicher Eltern und Freizeitstudent.
Klang irgendwie fies aber es war gleichzeitig so wahr.
Und Ramsey war noch nicht fertig mit seiner Ausführung.
"Kannst dir ja denken, dass das hohe Gewinne abwirft aber es ist wirklich harte Arbeit.
Man muss sich dem Namen erarbeiten und durch Fleiß und Disziplin halten. Mein Vater will dass ich nach dem Studium bei ihm einsteige und die Kanzlei irgendwann mal übernehme.", stolz lächelte er mich an und lehnte sich wider zurück.
Die meisten Punkte glaubte ich ihm, so eine Kanzlei baute sich nicht von heut auf morgen auf.
Dennoch wurde ich meinen Eindruck von ihm nicht mehr los.
"Hört sich echt nach einer Menge Arbeit an aber auch nach einer Menge Prestige. Man merkt aber dass du mit feuereifer hinter der Sache stehst. Jura ist also wirklich dein Ding, ein Familientradition wird zur Leidenschaft.", lachte ich und kam mir im selben Augenblick unheimlich bescheuert vor.
Vor allem für meinen letzten Satz hätte ich mich Ohrfeigen können.
"Eine Familientradition wird zur Leidenschaft" oh man, Aua, Aua, Aua.
Ich kam mir so fehl am Platz vor und doch spielte ich meine Rolle noch immer mit Bravur.
Und genau das war es auch, ich spielte ein Rolle- nicht mehr.
"So ist es. Und wenn man mit seiner Leidschaft viel Geld verdienen kann in einer der teuersten Städte der Welt, dann passt das echt gut. London ist eine Hammer Stadt und bietet so viel, tolle Geschäfte, Boutiquen, Restaurants auf höchstem Niveau und manche Partys sind legendär. Man muss nur die richtigen Leute kennen und dann geht's ab!", lachte Ramsey und zwinkerte mir zu.
Wir verfielen wieder in Schweigen und jeder war mit sich und der Speisekarte beschäftigt.
Meine Wahl fiel auf eine einfache Gemüselassagne und ein Glas Wasser, denn Preise hier waren mir persönlich zu hoch.
In einem herkömmlichen Restaurant hätte man davon locker ein Dreigängemenu bestellen können.

Ich legte die Karte absichtlich nicht weg und tat so als könnte ich mich nicht entscheiden.
So konnte ich unbemerkt hinter der Karte spionieren.
Erst jetzt viel mir auf, dass dieser Johann und diese Sibylle noch kein Wort gesprochen hatten.
Beide saßen schweigend da und studierten ihre Karten.
Johann konnte ich sehr schlecht einschätzen, ich vermutete sein Alter auf das von Eddie.
Der Blonde trug einen klassischen Herrenschnitt, mit längerem Oberhaar die zurück gegeelt waren und Sidecut.
Er wirkte dabei eher streng als lässig.
Seine Kleidungsstil entsprach dem von Ramsey, klassisch, exklusiv und äußerst elegant.
Eine Weile musterte ich ihn heimlich, bis er den Blick hob und grauen Augen mich interessiert musterten.
Schnell guckte ich weg und Tat als würde ich interessiert die Karte weiter studieren.
Wie sollte es anders sein kam der Oberkellner und nahm unsere Bestellungen auf.
Zu meiner Überraschung ergriff nicht sofort wieder Ramsey das Wort, nein es war Sibylle oder Sibel oder wie auch immer, die das Wort ergriff.
Ihre Stimme war angenehm tief und hatte einen erotischen Touch.
"Also, Jillian. Du bist also die Halbschwester der Königin? Das musste für dich alles andere als leicht gewesen sein. Immerhin lebtest du bis dahin in eher einfachen Verhältnissen und jetzt bist du von Prunk und Luxus umgeben. Das sind zwei verschiedene Welten.", und direkt war sie auch noch.
Die Moroi vor mir war wunderschön, dunkle Haare umrahmten ein makelloses Gesicht mit mandelförmigen hellbraunen Augen.
Sie sah aus wie eine Prinzessin aus 1001 Nacht, wunderschön und geheimnisvoll.
"Ich hab mich noch gar nicht vorgestellt, wie unhöflich mir! Mein Name ist Sibel Leyli al Khaleel, freut mich dich kennen zu lernen. Falls ich zu direkt sein sollte, sag bitte Bescheid.
Ich möchte niemanden zu nahe treten".
Auch ihr Namen war klangvoll und mindestens so elegant wie sie selbst.
Türkisch, arabisch oder doch etwas anderes?
Man sah mir wohl meine Frage an der Nasenspitze ab.
"Meine Eltern stammen aus dem Iran, ich selbst bin aber wie Ramsey in London aufgewachsen. Meine Eltern stammen nicht vom Adel ab, sind eher vom Geldadel. Mein Dad besitzt ein großes Software Unternehmen und macht damit sein Geld. Klingt irgendwie langweilig, ist es auch. Hab mal einen Monat dort ein Praktikum gemacht…es war eine Katastrophe, sterbenslangweilig. Ich bin jemand der ist immer in Bewegung und kann nicht lange still sitzen. Alle waren hinter ihreen Schreibtischen und saßen sich die Ärs- ähm, ich meinte die Hintern breit.", neben ihr fing der eben noch schweigsame Johann an zu lachen.
Sibel rammte ihm leicht den Ellbogen in die Seite und musste aber selber leise kichern.
"Hey, das ist gemein! Wie hättest du denn bitte schön die Sache beschrieben, hmmm?", lachte sie und schaute den Blondschopf kopfschüttelnd an.
Die beiden wirkten sehr vertraut mit einander, so wie sie sich Blicke zu warfen.
Ich winkte ab.
"Schon gut, wir sind unter uns. Hinter verschlossenen Türen spricht hier doch keiner so hochgestochen. Naja, die ältere Generation vielleicht aber sonst?", schmunzelte auch ich.
Ab diesen Moment war das Eis gebrochen, die Stimmung war lockerer und aufgeheitert.
Auch Johann wurde gesprächiger und erzählte etwas von sich.
Johann war deutscher, das erkannte man sofort an seinem Akzent.
Johann kam aus Brandenburg, wo auch immer das liegen mag, irgendwo in der Nähe von Berlin.
Er besuchte im englischen Dartmouth das Moroi Internat St.Evangeline.
Dort hatten sich alle drei angefreundet.
Wie die anderen beiden stammte er aus einer vermögenden und sehr angesehenen Familie.
Er war ein Royal und Teil des Tarus Clan.
Seine Hobbies waren Lesen, Reisen, Tauchen, teure Autos und Yachten.
Und ebenso wie Ramsey könnte er ein Model sein, er erschien makellos aber auf mich auch zweidimensional.

Im Laufe des Abends wurde die Stimmung immer ausgelassener, alle drei waren zu alkoholischen Getränken übergegangen.
Ich hielt mich zurück, durch Adrians Eskapaden war ich mehr als bedient.
Sibel und Johann saßen so eng nebeneinander und ihre ganze Körpersprache zeigte, dass mehr als nur Freundschaft zwischen den beiden war.
Er konnte seinen Blick nur schwer von ihr nehmen und sie hielt unter dem Tisch, unbemerkt vor aller Augen seine Hand.
Sibel war eine gute Geschichten Erzählerin und unterhielt den ganzen Tisch.
Schallendes Gelächter dröhnte durch das Restaurant und ich wunderte mich, dass noch kein Gast sich beschwerte.
Ich blickte mich um und war kurz irritiert.
Kein Gast war weit und breit zu sehen, nur wir an unserem Tisch waren im Lokal.
"Ähm, Leute! Warum sind wir die einzigen hier?", fragte ich unsicher in die Gruppe.
Amüsiert lächelte Ramsey mir zu und meinte trocken er hätte den Laden für heute einfach komplett reserviert.
Ich war baff und überfordert.
Wie kommt man auf die Idee so etwas zu tun und wie teuer dies wohl war?
Eigentlich wollte ich es gar nicht wissen, wohl so viel wie eine Urlaubsreise.
Und für die drei war das wohl nur Kleingeld, denn keiner der Anwesenden wirkte in irgendeiner Weise schockiert über diese Tatsache.
Heiliger Vladimir, ich wusste aus Erzählungen von Adrian dass so eine Dekadenz unter den Royals nicht unüblich war aber jetzt mittendrin zustecken war befremdlich.
Wieder einmal wurde mir bewusst, in welch einer Parallelgesellschaft sie lebten, in welcher ich momentan lebte.
In meinem alten Leben hatte ich hiervon nicht einmal geträumt.
Ich versuchte mir meine Unsicherheit nicht anmerken zulassen und lächelte Ramsey zu.
"Achso, ich hatte mich schon gewundert".
Sibel und Johann hatten von all dem nichts mitbekommen,  waren beide doch viel zu sehr auf den anderen fixiert.
"Sag mal, stört dich das eigentlich nicht Ramsey? Ich meine mit den beiden unterwegs zu sein, ist doch wie das fünfte Rad am Wagen zu sein, so wie die beiden sich anhimmeln.", flüsterte ich hinter gehobener Hand ihm zu und sah ihn abwartend an.
"Ha, das haben mich schon viele gefragt. Offen gesagt, nein eigentlich nicht so. Klar, in manchen Situationen ist es schon mal unangenehm. Da ich aber weiß, dass die beiden jede Minute miteinander auskosten wollen, da sie nicht wissen wie lange sie noch zusammen sein können, ist das denke ich okay".

Fragend sah ich ihn an, doch Ramsey schüttelte nur mit dem Kopf und gab mir zu verstehen, dass er mir später davon erzählen mochte da Johann uns einen fragenden Blick zuwarf.
"Was tuschelt ihr beiden denn da?".
Ähm?
Noch bevor ich antworten konnte, ergriff Ramsey das Wort.
"Ach, weißt du, Jill und ich haben uns gefragt, wann ihr beiden Turteltauben euch endlich ein Zimmer nimmt. Das kann sich ja kein Mensch länger als zwei Minuten geben", grunzte er und fing lauthals an zu lachen.
Beinah hätte ich ihm sein Lachen abgekauft aber auch nur beinah.
Seine Augen verrieten ihn, doch Johann fiel das zum Glück nicht auf.
Dieser verdrehte nur lachend die Augen und wittmete sich wider Sibel.
Sehnsüchtig warf ich flüchtig einen Blick auf die beiden und ein Stich durchfuhr mich.
Warum konnte Eddie nicht hier sein oder noch besser, warum konnte ich nicht gerade bei ihm sein, weit weg vom Hof.
Mist, jetzt war ich sogar schon leicht eifersüchtig auf die beiden.
Das war doch lächerlich, immerhin würde ich direkt im Anschluss zu ihm fliegen.
Ramsey entging mein Blick leider nicht und er lächelte mir verschwörerisch zu.
In diesem Moment erhoben sich das Pärchen mir gegenüber und Sibel teilte und fragte uns ob wir nicht auch eine rauchen wollten.
Sowohl Ramsey als auch ich lehnten dankend ab.
Es gab Sachen die würde ich einfach nie machen, eine davon war Rauchen.
Dafür war mir meine Gesundheit einfach zu wichtig und auch meine schönen Zähne.
Als die beiden aus der Tür waren, warf mir Ramsey einen vielsagenden Blick zu.
"So, du bist also eifersüchtig auf die beiden Turteltäubchen?", gespannt sah er zu mir herüber, nahm ein Schluck Champagner und lehnte sich genüsslich zurück.
Arrogantes Aas!
Ja ich war eifersüchtig, er an meiner Stelle wäre es auch gewesen.
ich warf ihm einen bösen Blick zu.
"Ertappt! Dann stimmt es also, das Gerücht die kursieren. Du hast ein Techtelmächtel mit einem Wächter!".
Gerüchte über mein Liebesleben?
Was zum Teufel war hier los?
Hole, warum Tat sich gerade kein Loch unter mir auf?
Der anfänglichen Scham wich der Wut.
Was ging die Leute mein Privatleben an, klar ich war gezwungenermaßen Prinzessin und durch mein Blut gebunden aber trotzdem.
"Was erzählen sich die Leute über mich?", fragte ich zögerlich, eigentlich wollte ich die Antwort gar nicht wissen.
Meine Intimsphäre würde empfindlich gestört und ich fühlte leichte Bauchschmerzen.
Ramsey kratzte sich an der Stirn und trank dem Rest Champagne auf ex.
"Naja, einige behaupten du hättest eine Affäre oder gar eine Beziehung mit einem Wächter am laufen. Von böse Zungen hört man, dass der Wächter dein persönliches Spielzeug und nur Zeitvertreib ist. Gerade die ältere Generation der Royals rümpft bei dem Thema die Nase. Ich meine stell dir vor, du wärst gefühlt 1000 Jahre und erzkonservativ, und dir kommen solche Ungeheuerlichkeiten zu Ohren…da fallen Worte wie Blutschande oder ähnliches. Aber mal ganz im Ernst, was ist dran?", fragend sah er mich an.
Mir wurde übel und ich merkte wie ich blass wurde.
Wie, was, wo, warum?
Affäre, Spielzeug zum Zeitvertreib, Blutsschande?
Wie um alles in der Welt kamen die Leute dazu über mein Privatleben so abwertend zu reden?
Die Worte verletzten mich tief und machten mich beinah krank.
Wenn ich gerade eben noch wütend war, so empfand ich jetzt nur noch Hass.
Am schlimmsten aber war der Gedanke, man würde Eddie in den Dreck ziehen.
Der Gedanke war für mich unerträglich, dass mein Mann wegen mir fertig gemacht werden würde und das nur weil er ein Dhampir war und ich eine Moroi, die Prinzessin.

Ich war so ein finsteren Gedanken gefangen, dass ich gar nichtmitbekam wie ich angesprochen wurde.
"Jill, geht es dir gut?".
Nein, mir ging es gar nicht gut.
"Jill, hey?", Ramsey wirkte ernsthaft besorgt und strich mir über den Arm.
Ich registriere nur am Rande, dass das ihm eigentlich verboten war. Das Recht des ersten Körperkontakts oblag dem Royal aber kümmerte im Moment weder ihn  noch mich.
Wir waren viel zu sehr mit mir beschäftigt.
"Wie können sie es nur wagen so über uns zu reden, was fällt Ihnen ein?",fauchte ich ungehalten los und vor lauter Wut brachte ich das Glas Wasser vor mir zu,m platzen.
Erst da realisierte ich, dass ich andere in Gefahr bringen könnte.
Ich griff nach einem Tuch, doch Ramsey kam mir zuvor und wischte das Wasser samt Splitter vorsichtig auf.
"Entschuldigung, das wollte ich nicht.", murmelte ich und sah ihm dabei in die Augen.
"Ach, macht doch nichts."
"Doch, macht es wohl!."
Schweigend nahm er es hin und sah mich abwartend an.
Er ließ mir die Zeit die ich brauchte, um mich wider zu sammeln und die richtigen Worte zu finden.
Warum erzählte ich ihm das eigentlich alles, wir kannten uns nicht mal einen Tag.
Und denoch mochte ich ihn, auch wenn er augenscheinlich ein Schnösel war.
Er wirkte auf mich einfach nur nett, soweit ich das nach der kurzen Zeit bewerten konnte.
Über mich selbst kopfschüttelnd öffnete ich mich und es tat gut endlich mal mit jemanden darüber zu reden.
"Um eins klarzustellen, dass was wir hier bereden bleibt unter uns. Schwör es mir, der Schwester der Königin.", wer hätte gedacht, dass ich einmal meine Stellung ausnutzen würde?
Ramsey stimmte zu und ich stieß erleichtert einen Seufzer aus.
"Ja, ich da gibt es jemanden in meinem Leben und ja, er ist ein Wächter. Nein, und das betone ich extra, er und ich sind ein Paar, wir lieben uns und dass schon seid fünf Jahren."
So jetzt war es raus, gespannt sah ich Ramsey an und wartete auf eine Reaktion.
Zu meiner Überraschung zuckte er nur mit den Schultern.
"Jeder nach seiner Fasson. Niemand hat sich entschieden in wen er sich verliebt.
Ich bin der letzte, der mit dem Finger auf dich zeigt, das kannst du mir glauben. Es ist höchst unkonventionell, wenn nicht gar ein Affront gegenüber der Krone aber ich kann dir nur raten, hör auf den Herz. Du lebst nur einmal, also lieb wen immer du liebst.", baff sah ich hin nach dieser Ansprache an.
Ich hätte mit vielem gerechnet aber nicht mit das.
Klar, ich kannte Ramsey nicht sehr lange aber ich hätte ihn nach all dem etwas konservativer eingeschätzt.
"Schön zu hören, dass nicht alle starrköpfig und verklemmt sind. Du überrascht mich gerade echt, hätte dich eher konservativ eingeordnet", antwortete ich offen.
Ramsey lächelte nur.
"Nun, hättest du mir das vor ein paar Jahren erzählt, hätte ich weitaus konservativer reagiert, doch durch Sibel und Johann hat sich meine Einstellung geändert".
"Wieso, das verstehe ich gerade nicht. Was hat das mit den beiden zu tun?".
"Ganz einfach, Johann ist ein Tarus, Sibel ist kein Royal. Du kannst dir also vorstellen, dass die beiden in einer ähnlichen Situation stecken wie du und dein Wächter. Naja, fast aber du weißt worauf ich hinaus will. Beide sind seid Jahren meine Freunde und ich habe hautnah mitbekommen, wie beide unter diesen Fakt leiden. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie, oft die beiden schon darüber gesprochen haben durchzubrennen oder einfach zu heiraten. Ich an ihrer Stelle hätte es längst getan, doch beide lassen es aus moralischen Gründen und Pflichten gegenüber ihrer Familien. Ehre, Stolz und Tradition überwiegen wohl Liebe.", er wirkte bedrückt und ich fühlte mit ihm.
Sein letzter Satz traf mich und ließ mich nachdenken.
Am Ende waren wir der Gesellschaft egal, Hauptsache jeder spielte seine Rolle.
Innerlich brodelte es in mir, ich verspürte einen Hass auf all dieses Gehabe, dieses Überlegenheitsgefühl der Royal gegenüber der Allgemeinheit, Moroi's gegenüber den Dhampiren.
Mich überkam das Verlangen, dieses Gefühl der Überlegenheit in seinen Grundpfeilern zu erschüttern.
Es war einfach nicht richtig, dass man bestimmte Gruppen hervorhob und für wichtiger erklärte, denn das waren sie nicht,  waren sie nie gewesen.
Und ohne es zu wissen legte sich ab diesem Zeitpunkt das Fundament meines späteren Handelns.
Gerade als ich etwas dazu sagen wollte, stießen die beiden Raucher wieder zu uns.
Sibel lehnte sich gähnend an Johanns Schulter und er vergrub sein Gesicht in ihr Haar.
Süß waren die beiden irgendwie zusammen.
"Ich denke wir sollten uns so langsam auf den Weg in unsere Unterkünfte machen", schlug ich vor.
"Gute Idee, ich schlafe hier gleich ein und dann kann Blondie hier mich ins Bett tragen", Sibel lachte leise und rieb ihr Gesicht in Johanns schwarzes Hemd.
Nach dem ich die Rechnung für das Essen beglichen hatte und darauf bestand ich, verabschiedeten wir uns von einander.

Gerade als ich todmüde aber dennoch glücklich an mein Appartment ankam, kam mir ein Bediensteter entgegen, verneigte sich förmlich und richtete mir aus, dass ich doch nicht frei bekommen würde.
Stattdessen sollte ich unseren neuen Gästen die gesammte Woche Gesellschaft leisten, erst dann würde ich frei bekommen und nach Eddie reisen.
Damit hatte ich nicht gerechnet, traurig schoss ich die Tür hinter mir ab und schnappte mir mein Laptop.
Es war Zeit für den täglichen Videochat.
Kurze Zeit später blickte mir der schönste Mann entgegen.
"Hi", war alles was ich herausbrachte, stattdessen betrachtete ich ihn einfach nur.
Wunderschöne haselnussbraunen Augen blickten mir entgegen und ein sanftes Lächeln war auf seinem Lippen zu sehen.
"Schön dich zu sehen, mein Liebling. Du siehst wie immer hinreißend aus, ich wäre jetzt so gerne bei dir, dann würde ich mich höchst persönlich davon überzeugen dass es dir gut geht. Du siehst geschafft aus", es tat so gut seine vertraute Stimme zu hören.
Ich fuhr mir durchs Haar und versuchte ein Gähnen zu unterdrücken und scheiterte auf ganzer Linie.
Mein Mann lachte leise, sah mich aber sorgenvoll an.
"Ach, der Tag war lang...ich durfte heute eine Delegation herumführen…"ich erzählte ihm alles was heute so passiert war, ab und zu zog Eddie die Stirn kraus und ich merkte, wie sich seine Stimmung von mal zu sank.
Warum war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.
"…ich dachte eigentlich, ich könnte mich heute schon in dem Flieger zu dir setzen aber wir müssen wohl noch eine Woche auf einander verzichten. Tut mir leid!", endete ich betrübt.
Eddie versuchte mich aufmunternd anzulächeln, doch auch er scheiterte wie ich bei dem Versuch ein Gähnen zu unterdrücken.
Stattdessen lag in seinem Blick Resignation und noch etwas anderes.
Was konnte ich nicht deuten.
"Ich hab es so satt, dass über mein Kopf  hinweg entschieden wird. Ich bin keine Puppe, verdammt! Ich freu mich schon, wenn ich endlich hier weg bin und bei dir sein kann, das kannst du mir glauben", sagte ich mit fester Stimme und sah Eddie entschlossen in die Augen.
Diesesmal erreichte das Leuchten seine Augen als er mich anlächelte.
"Ich glaub es dir aufs Wort, mein Liebling. Und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie glücklich ich bin, wenn ich dich in die Arme schließen kann".
Ich warf ihn einen Kuss zu und gähnte noch einmal.
"Ich glaub wir sollten Schluss für heute machen, du schläfst ja schon gleich ein".
"Ja, da könntest du recht haben, mein Schatz. Ich wünsche dir eine gute Nacht, träum schön von mir! Ich liebe dich", entgegnete ich und warf ihm erneut einen Kuss zu.
"Ich dich auch und ob ich von dir träumen werde, nur nicht jugendfrei", verführerisch lächelte er mich an.
"Oh, du Teufel. Quäl mich doch nicht so!", lachte ich und legte auf.
Danach machte ich mich bettfertig und kroch unter meine Bettdecke.
Es dauerte keine zehn Minuten und ich war weg.
Diese Nacht träumte ich von Eddie, von meinen drei Bekannten und dem Restaurant.
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