Hidden Desire

von Savage
GeschichteHumor, Romanze / P18
Itachi Uchiha Sakura Haruno Sasuke Uchiha
16.02.2018
14.02.2020
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TENDER SPOT






Sakura presste ihren Körper dicht an Sasukes, vergrub ihre Hände in seinem Haar und küsste ihn mit mehr Nachdruck. Doch er hatte sich vollkommen versteift und reagierte nicht. Allein die Tatsache, dass er sie nicht grob von sich stieß, hätte sie in diesem Moment trösten können, wenn sie nicht gespürt hätte, dass sein ganzer Körper sie abwies. Langsam gab sie es auf und lehnte sich wie betäubt an seine Brust. »Was ist aus uns geworden, Sasuke?«, murmelte sie mit erstickter Stimme. »Habe ich uns etwa zerstört?«

Sasuke sah beinahe schuldbewusst aus, als er sich aus seiner Starre löste und auf sie herabsah. Seine Hand landete verloren auf ihrer Schulter. »Nein«, sagte er leise, und Sakura hatte zum ersten Mal seit Langem das Gefühl, dass Sasuke ehrlich mit ihr war. In diesem Moment schien er ins Wanken zu geraten. Sie musste einen wunden Punkt getroffen haben. »Du hast …« Er seufzte. »Du warst immer diejenige, die uns zusammengehalten hat.«

Diese Worte bohrten sich tief in Sakuras Herz. Sie klammerte sich an ihn, und Sasuke ließ es geduldig über sich ergehen. Beide fühlten sich in diesem Moment in die Vergangenheit zurückversetzt. Eine Vergangenheit, in der sie beide von einer ganz anderen Zukunft geträumt hatten. Und doch waren sie hier angelangt, kein Weg führte nun daran vorbei. »Bitte tu das nicht«, flehte sie ihn an. »Warum musst du immer alles im Alleingang bewältigen? Lass mich helfen … Lass mich an deiner Seite bleiben. Bitte, Sasuke …«

Sasukes Finger krallten sich in ihre Schultern, als er sie von sich wegschob. »Genug …« Seine Gesichtszüge wurden langsam wieder zu Stein, als er die Kontrolle über sich selbst wiedererlangt hatte.

Trotzig legte sie ihre Hände an seine Brust und hielt sich an ihm fest. Sie musste an Inos Worte denken. Sie verstand nun auch, dass Itachi die Wahrheit gesagt hatte. Sasuke war immer noch ihr Sasuke. Er versuchte sie mit seinem Verhalten von sich fernzuhalten, um sie zu beschützen. Vor wem oder was, das konnte sie nicht im Geringsten erahnen, aber sie würde es noch herausfinden, das schwor sie sich. Jetzt, wo sie die Bestätigung von Sasuke höchstpersönlich bekommen hatte, dass sie ihm noch immer wichtig war, änderte sich alles. Von nun an würde sie nicht mehr zweifeln.

Fest entschlossen, es Sasuke mit gleicher Münze heimzuzahlen, zog Sakura rasch ihr Top aus und griff nach Sasukes Hemd. Seine Augen verdunkelten sich. »Was soll das werden, Sakura?«, herrschte er sie an. Bevor er es hätte verhindern können, glitt sein Blick schon an ihr hinab.

Sie begann damit, sein Hemd aufzuknöpfen. Ihr Herz hämmerte in ihrer Brust, doch sie ließ sich nichts anmerken. Darin bestärkt, dass er sie nicht aufhielt, machte sie weiter. »Wonach sieht es denn aus?« Sie ließ ihre Hände über seine nackte Brust wandern und genoss das Gefühl seiner durchtrainierten Bauchmuskeln unter ihren Fingern. Sasuke spannte sich am ganzen Körper an, sodass sie sie noch besser spüren konnte. Sie presste sich an ihn, wand ihre Arme um seine Mitte und schloss die Augen, während sie seine Wärme und seinen Geruch in sich aufnahm. Ihre Finger tasteten sanft über seinen breiten Rücken. »Ich werde dir beweisen, dass du falschliegst.«





* * *





Sasuke legte seine Hände zum wiederholten Mal an ihre Schultern, doch er schien nicht die Kraft zu finden, sie von sich fortzuschieben. Er bereute es sofort, sie machen gelassen zu haben. Seine Neugier, was sie machen würde, und vor allem sein unerträgliches Verlangen hatten ihn verraten. Ihm entfuhr ein heiserer Atemzug, als Sakura ihn am Hals und auf die Brust küsste. So zart und liebevoll …

Sasuke entfuhr ein leises Stöhnen, das er nicht mehr zurückhalten konnte. Er konnte deutlich ihre Brüste und sogar ihre Brustwarzen durch ihren BH spüren. Ihr Haar duftete nach Pfirsich und ihre Lippen waren so weich … Shit.

Sakura hielt inne, zog scharf die Luft ein und blickte schließlich mit geröteten Wangen zu ihm auf. »Sasuke …«

Sasuke starrte in ihre grünen Augen, die ihn in unschuldiger Faszination anblickten. Zu spät. Verdammter Mist. Stoisch wandte er sein Gesicht zur Seite. »Hn.«

Ihr Mund verzog sich zu einem zufriedenen Lächeln, während sich ihre Wangen rosa färbten. »Bin gespannt, wie du das jetzt abstreiten willst.«

Er hob irritiert die Augenbrauen. Seit wann war Sakura so … direkt? Offensiv? Ihm fiel nicht das richtige Wort ein, aber sie wirkte beinahe … frech. Weniger unschuldig, als sie sein sollte. Auf seiner Schläfe begann irritiert ein Muskel zu zucken. »Darüber habe selbst ich keine Kontrolle.«

Sakuras Augen wurden schmal. »Komm mir jetzt bloß nicht –«

Zu ihrer Überraschung erschien ein kleines, aber kühles und berechnendes Lächeln auf Sasukes Lippen. »Außerdem, wer sagt, dass ich irgendetwas abstreiten muss?« Er beugte sich tief hinunter, bis seine Lippen ihr Dekolleté streiften. Sakura atmete hörbar aus, doch im letzten Moment zog er sich zurück. Dann griff er in ihr Haar und zog sie mit sanfter Grobheit zu sich, sodass er ihr direkt ins Ohr flüstern konnte. Erneut streiften seine Lippen ihre Haut. »Das ist noch lange kein Beweis für irgendetwas. Jemandem, der am Verhungern ist, würde doch das Wasser bei allem, was auch nur halbwegs essbar ist, im Mund zusammenlaufen. Er würde selbst das, was er am meisten hasst, begehren, oder liege ich da etwa falsch, Sa-ku-ra?«

Sakura erbleichte, dann schüttelte sie zaghaft den Kopf. Gedemütigt stieß sie ihn weg. »Ich glaube dir kein Wort.«

Sein Blick ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. »Denkst du, das interessiert mich?« Er knöpfte langsam sein Hemd wieder zu. Er musterte sie kurz, dann strich er nachdenklich über Sakuras Dekolleté. »Du bist nicht die einzige Frau, die mir das geben könnte, was ich brauche.« Aber die Einzige, von der ich es will, schoss es ihm unwillentlich durch den Kopf. Er mahlte genervt mit den Zähnen.

Sakuras Wangen glühten so rot wie reife Tomaten. Sasukes Mundwinkel zuckte amüsiert in die Höhe, auch wenn ihn dieser Vergleich mehr quälte als unterhielt. Schließlich waren Tomaten eine Delikatesse für ihn. »Das machst du nicht«, sagte sie unsicher. »Du würdest lieber verhungern.«

»Wen versuchst du hier gerade zu überzeugen?«, höhnte er. »Denkst du, du weißt irgendetwas über mich? Ich habe mich schon lange an den Geschmack von Zucker gewöhnt.«

Langsam bildeten sich in Sakuras Augen Tränen. »Aber du hasst Zucker«, flüsterte sie, in einem kläglichen Versuch ihm zu trotzen.

Sasuke schnaubte. »Habe ich nicht eben gesagt, dass das keine Rolle spielt? Werd‘ endlich erwachsen, Sakura. Es ist nur eine Frage dessen, was wichtiger ist.«

Er konnte in ihrem Gesicht sehen, dass er sie zerstörte, und er musste sich stark zusammenreißen, um nicht all seine Vorsätze über Bord zu werfen. Sie hatte sich ihm praktisch angeboten. Wenn er wollte, konnte er sie haben. Hier und jetzt …

Sakura biss sich auf die Lippe, was Sasukes Verlangen nur noch weiter anstachelte. »Willst du mir damit sagen, dass ich dir weniger wichtig bin? Oder … sagst du nein zu mir, weil ich wichtiger bin?«

Sasukes Augen weiteten sich überrascht. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie ihn durchschaute, nicht nachdem er ihr gerade ins Gesicht gesagt hatte, dass er seine Frustration mit der Hilfe anderer Frauen in den Griff zu bekommen beabsichtigte. Was er, solange er es hinauszögern konnte, nicht wirklich beabsichtigte. Aber das brauchte sie schließlich nicht zu wissen. Das Problem war nur … er war jetzt schon beinahe an seinem Limit angekommen.

Sakura öffnete den Mund, um erneut gegen dieses Vorhaben zu protestieren, als die Tür aufflog. »Oi, Teme!«

Sakura zuckte zusammen und versteckte sich panisch hinter Sasuke, der schneller als sie reagierte und sie rechtzeitig hinter sich schob. Er hielt bereits ihre Bluse in den Händen und ließ sie vor sich in der Luft hängen, um zu verbergen, wie frustriert er war, während ihr gemeinsamer bester Freund lautstark eintrat und das Geschehen in Augenschein nahm. Sasuke konnte förmlich das dicke Fragezeichen auf seinem Gesicht sehen. »Sakura, bist du das? Was machst du hinter Sasuke?«

»N-nichts, Naruto! Komm bloß nicht näher, sonst setzt es was, verstanden?!«, rief sie drohend.

»Hä?« Für einen Moment dachten sowohl Sasuke als auch Sakura, dass Naruto darauf bestehen würde, dieses seltsame Szenario weiterhin zu erkunden, doch er überraschte sie beide. »Oi, Teme, ich brauch für Freitag noch eine Einladung!«

Sasuke schnaubte ablehnend. »Keine Chance. Du bist selbst schuld, wenn du nicht auf deine Sachen aufpassen kannst. Und jetzt verschwinde wieder.«

Naruto verzog verärgert das Gesicht. »Was? Nein, ich meine für Hinata! Sie hat keine bekommen.«

»Hn. Sakura.« Sasuke neigte seinen Kopf etwas nach rechts. Aus dem Augenwinkel heraus konnte er ihre nackte Schulter und Halsbeuge ausmachen. Es reizte ihn furchtbar, den BH-Träger von ihrer Schulter zu streifen und sie –

»Schon verstanden. Ich gebe sie dir gleich, Naruto. Könntest du draußen warten?«, bat Sakura ihn.

»Hmm … Was führt ihr beiden hier überhaupt auf? Warte! Hast du Sakura etwa zum Weinen gebracht, Teme?«, hörten sie ihn sauer mutmaßen. Plötzlich trat Naruto auf Sasuke zu und beabsichtigte deutlich, mehr herauszufinden. Wenn er noch näherkam, würde er bemerken, dass das, was Sasuke in der Hand hielt, nicht ihm gehörte, und was das bedeutete.

Sasukes Augen verfinsterten sich. Er knurrte angriffslustig. »Raus, verdammt! Sonst bist du die Einladung für euch beide los!«

»Ja, ja, ist ja schon gut. Tz. Immer verbündet ihr euch gegen mich«, murmelte Naruto enttäuscht vor sich hin, während er den Rückzug antrat. »Ich werde schon noch dahinterkommen, was ihr vor mir versteckt …«

Als die Tür ins Schloss fiel, atmete Sakura erleichtert aus. Doch sie rührte sich nicht von der Stelle, also drehte sich Sasuke zu ihr um. Er reichte ihr die Bluse und machte keinen Hehl daraus, dass er ihr beim Anziehen zusehen würde. Sakura errötete. Sie gab sich sichtbar Mühe, so elegant wie möglich in ihre Bluse zu schlüpfen. »Sasuke … « Sie nahm seine Hand in ihre. »Bitte nimm mich. Wenn du jemanden brauchst, um … um deine Bedürfnisse zu stillen, dann … ich bitte dich, nimm mich. Du brauchst mich nicht zu lieben. Ich werde nichts von dir verlangen, dir keine Bitte abschlagen … Du kannst die Regeln bestimmen. Aber ich bitte dich, zwing mich nicht mitanzusehen, wie du mit anderen Frauen …«

Sasuke starrte sie entgeistert an. Seine Brust zog sich zusammen. »Weißt du überhaupt, was du da sagst?« Das konnte nicht ihr Ernst sein. Ausgerechnet Sakura … Er wusste, dass sie daran zerbrechen würde, wenn er sie für ihren Körper ausnutzte … Und doch schien sie sich sicher zu sein. Sie hasste den Gedanken von ihm mit einer anderen Frau also so sehr, dass sie ihm ihren Körper verkaufen wollte?

Als hätte sie seine Gedanken in seinen Augen gelesen, nickte sie und blickte ihn entschlossen an. »Alles, was ich will, ist, dass du, was immer du brauchst, nicht bei anderen Frauen suchst. Ich will die Einzige sein, mit der du machst, was immer du auch machen willst.« Ihr Gesicht war komplett rot, doch sie wandte nicht ihren Blick ab. Ihre Entschlossenheit bewegte Sasuke auf eine seltsame Art. Und doch … war es nicht traurig, dass sie ihn so sehr liebte, dass sie sich selbst versklavte, alles dafür opferte, nur damit sie wenigstens einen Teil von ihm haben konnte?

Sasukes Mundwinkel zuckte leicht. Sie wusste gar nicht, was sie ihm damit antat, sich ihm so auf dem silbernen Tablett zu präsentieren. Wie begierig er darauf wartete, genau das zu tun, was sie ihm anbot. »Vergiss es.« Er würde sie nicht auf diese Art demütigen, ausnutzen und zerstören. Er mochte grausam sein, aber er war nicht herzlos. War er nicht genau deshalb grausam, weil er eben ein Herz besaß? Diese Art von Grausamkeit konnte er nicht einmal dann heraufbeschwören, wenn sie ihn darum bat.

Sakuras Gesicht fiel in sich zusammen. »Warum nicht?«, fragte sie mit gebrochener Stimme.

Sasuke warf ihr einen kalten Blick zu. »Du –«

»Sagt mal, Leute, wie lange dauert das denn noch!?«, ertönte Narutos Stimme. Er hatte den Kopf ins Zimmer gesteckt und kam nun ungeduldig herein. »Was zum …?«

Sakura ließ Sasukes Hände los und wandte sich genervt Naruto zu. »Wir haben hier noch was zu klären, wenn`s dir nichts ausmacht!« Beleidigt verzog er sein Gesicht, doch er legte sich nicht mit ihr an und verschwand so schnell wieder, wie er aufgetaucht war.

»Meine Antwort ist Nein«, sagte Sasuke kalt zu Sakura. Mit diesen Worten folgte er Naruto, um Sakura keine weitere Chance zu geben, um auf ihn einzureden. Er befürchtete bereits, dass diese Sache im Desaster enden würde. Wenn Sakura diese dumme Idee nicht aufgab, würde er Probleme haben, sie nicht mit ihrem Wunsch zu bestrafen.





* * *





»Hier, Naruto«, sagte Sakura, als sie ihm die Einladung in der Cafeteria überreichte. Sie seufzte. Sie hatte vollkommen vergessen, dass am Freitag die fünfundzwanzigste Jubiläumsfeier der Firma stattfand. Okay, vielleicht nicht vergessen, denn immerhin hatte sie sich um die ganze Organisation gekümmert. Aber es war ihr einfach entfallen, weil sie kaum an etwas anderes als an Sasuke und ihre Beziehung … und seinen Körper denken konnte.

»Danke, Sakura!«, sagte Naruto grinsend. Er steckte die Einladung ein, nachdem er sie kurz überflogen hatte.

»Schon gut. Ich hab‘ ja kaum etwas gemacht«, lehnte Sakura achselzuckend ab.

Er hob die Augenbrauen. »Alles okay?«

Sie starrte seufzend auf den Tisch. Dann stützte sie ihren Ellbogen auf dem Tisch ab und legte ihr Gesicht in ihre Hand. »Naruto …« Sakura schluckte. Sie schielte zu Sasuke hinüber, der mit Itachi in die Kantine kam. Es war ein seltsamer Anblick, wenn auch nicht ganz neu. Sasuke aß nie dort, wo viele Leute waren, außer sein Bruder war bei ihm.

»Hm? Ah, Teme! Hier drüben!«, rief Naruto lautstark und winkend.

Sakura zuckte zusammen und zog sich zurück. »Schrei nicht so.«

Naruto drehte sich wieder zu ihr und rieb sich verlegen den Nacken. »Oh, ‘tschuldige. Also, was wolltest du eben sagen?«

Sie schluckte und rührte nervös mit dem Löffel in ihrem Kaffee herum. »Glaubst du, Sasuke …« Sie blinzelte die Tränen weg. »Glaubst du, Sasuke … Sasuke würde …« Sie presste frustriert ihre Lippen aufeinander. Sie wich Narutos Blick aus, der schwer auf ihr lag. »Ich …«

Naruto legte besorgt eine Hand auf ihre. Sie blickte auf und atmete erleichtert auf, als sie in seine warmen blauen Augen sah. In letzter Zeit hatte sie sich viel zu sehr an Sasukes Kälte gewöhnt. »Ist etwas passiert? Hat er etwas gesagt? Hat er … dich verletzt?«

Sakuras Wangen brannten vor Scham. »Er hat mich zurückgewiesen.« Und nicht nur einmal … Nicht nur meine Liebe.

Naruto warf einen verärgerten Blick in Sasukes Richtung, ehe er sich wieder Sakura zuwandte. »Und jetzt willst du wissen, ob ich etwas weiß?«

Sakura hob hilflos ihre Schultern. »Ich glaube, dass ich ihm immer noch irgendwie wichtig bin und … dass er versucht, mich von sich fernzuhalten. Aber mir fällt kein Grund ein, warum er das tun sollte. Ich dachte … ich dachte, vielleicht hätte er dir gegenüber mal etwas erwähnt, was mich betrifft. Du weißt schon …« Sie hielt sich ihre brennenden Wangen und wich seinem Blick aus. »Ob er mich vielleicht … eines Tages …« Sie schüttelte den Kopf.

Naruto lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. »Wir haben nicht wirklich darüber geredet. Ich dachte, er braucht einfach Zeit, um über den Verlust seiner Eltern hinwegzukommen … Und bevor das passiert ist … na ja, du und Sasuke wart in meinen Augen praktisch die ganze Zeit zusammen. Ich hab eigentlich nie wirklich begriffen, wie ihr zwei zusammen sein könnt, ohne, na ja, du weißt schon, zusammen zu sein. Und im nächsten Moment tut ihr so, als würdet ihr euch nicht kennen … Ich bin immer noch komplett verwirrt, schließlich konnte niemand Sasuke von dir trennen ... Aber denkst du ehrlich, Sasuke würde mir irgendetwas sagen? Er hat noch nie gerne über seine Gefühle geredet.«

Sakuras Augen weiteten sich voller Hoffnung. Seine letzten Worte waren kaum an ihre Ohren gedrungen, da sie so auf eine bestimmte Bemerkung fixiert war. »Das hast du mir nie erzählt.«

Er lachte kurz auf. »Ich war ja auch verdammt neidisch auf ihn und wollte ihm nicht auch noch helfen. Schließlich war er auch in dieser Hinsicht immer schon mein bester Erzfeind. Keine Sorge, ich bin voll und ganz über dich hinweg, mein Herz gehört nur Hinata.«

Sakura lächelte sanft, dann biss sie sich auf die Lippe. »Was meintest du damit? Wie … was hat Sasuke denn damals für einen Eindruck auf dich gemacht?«

Naruto hob irritiert eine Augenbraue. »Er war ein verdammter Angeber und Besserwisser.«

Sakura rollte mit den Augen. »Ich meine, in Bezug auf mich, du Hornochse.«

»Oh.« Er lachte und lehnte sich verschwörerisch nach vorne. »Wenn du mich fragst, hat Sasuke dich unbewusst immer schon als sein Eigentum – ich meine, als sein Mädchen betrachtet.«

Sakura wurde feuerrot. »Wie bitte?«, krächzte sie schockiert. Warum zum Henker hatte Naruto ihr niemals von so einer wichtigen Beobachtung erzählt?! Sie hätte ihn auf der Stelle erwürgen können!

»Gut möglich, dass er es nie in Frage gestellt hat, dass du für immer ihm gehören würdest. Ich wette, er rechnet nicht damit, dass er Konkurrenz bekommen könnte, deshalb ist er so … gelassen. Er denkt, er hätte alle Zeit der Welt und am Ende des Tages wartest du auf ihn, als wäre es selbstverständlich«, fügte Naruto achselzuckend hinzu. Er schüttelte schmunzelnd den Kopf. »Vielleicht solltest du ihm mal den Rücken zukehren und Interesse an anderen Männern vortäuschen.«

Sakura runzelte die Stirn. Konnte Naruto womöglich Recht haben? Dass ausgerechnet er so aufmerksam gewesen war … Andererseits hatte er Sasuke immer schon genau studiert, weil sie ständig diesen bescheuerten Wettkampf aufgeführt hatten.

Naruto grinste idiotisch. »Was denn? Sag mir nicht, dass du vergessen hast, wie besitzergreifend dieser Angeber immer schon war. Die Hänseleien?«, betonte Naruto, als er Sakuras ungläubigen Gesichtsausdruck bemerkte. »Lees und meine … Annäherungsversuche? Was glaubst du, warum Sasuke so oft schlecht drauf war? Was denkst du, warum ihn so viele gehasst haben? Ja, er war ein Angeber und Besserwisser. Aber vielmehr hat er Angst und Schrecken verbreitet, weil er es jedem, der dir auch nur ein Haar gekrümmt hat, zehnfach heimgezahlt hat.«

Sakuras Mund klappte auf. »Ist das wahr? Was noch?«

Doch Naruto kam nicht mehr dazu, ihr mehr zu erzählen. Sasuke und Itachi kamen mit ihrem Kaffeetassen auf sie zu. Itachi hatte außerdem für alle außer Sasuke Kuchen mitgebracht. Sasuke schien eher unfreiwillig ihren Tisch anzusteuern, denn er warf sowohl Sakura als auch Naruto einen finsteren Blick zu.

Itachi setzte sich lächelnd neben Naruto, sodass Sasuke keine andere Wahl blieb, als sich neben Sakura hinzusetzen. Seine stechenden Blicke richteten sich nun auf seinen Bruder. »Sakura, du siehst besser aus«, bemerkte Itachi, während er Sasuke unbekümmert ignorierte. »Ich hatte beinahe befürchtet, dass du nicht an der Feier teilnehmen könntest.«

Sakura tauschte einen vielsagenden Blick mit Naruto, ehe sie Itachi ein breites Lächeln schenkte. »Oh, das würde ich mir um keinen Preis entgehen lassen. Ich habe schon ein Kleid gekauft und kann es kaum erwarten, es anzuziehen. Zugegeben, es ist etwas gewagter als sonst, aber ich wollte es für jemand ganz Bestimmtes tragen.«

Sasuke verschluckte sich an seinem Essen und begann zu husten. Sakura klopfte ihm hilfsbereit auf den Rücken und lächelte ihn charmant an, als er ihr einen vernichtenden Blick zuwarf.

Itachis warmes Lachen drang an Sakuras Ohren. »Oh, das darf ich mir nicht entgehen lassen!«

Sakuras Hand wanderte zu Sasukes Nacken, um ihn dort provokant zu liebkosen. Sasuke fuhr zusammen und stieß ihre Hand weg. »Lass das«, zischte er ihr zu und zog die fragenden Blicke Narutos und Itachis auf sich. Itachi sah jedoch mehr als Naruto und hatte sogleich seine Antwort, während Naruto verwirrt zwischen Sasuke und Sakura hin- und herblickte.

Sakura beugte sich zu Sasukes Ohr vor und neckte ihn mit einer hauchzarten Berührung ihrer Lippen, wie er es zuvor bei ihr getan hatte. »Es ist furchtbar skandalös«, raunte sie ihm zu und stellte verblüfft fest, dass ein Ruck durch seinen Körper ging. Ihr Herz begann aufgeregt zu rasen. »Es könnte gefährlich für mich sein …«, flüsterte sie und berührte dabei unabsichtlich sein Ohr mit ihrer Nase. Sasuke verkrampfte sich deutlich, und Sakura versetzte ihm den letzten Stoß. Unter dem Tisch wanderte ihre Hand zu seinem Oberschenkel. »… endlich begehrt zu werden.«

Sasuke stand mit einem Ruck auf, ließ seinen Kaffee stehen und verschwand aus der Kantine. Sakura blickte ihm sehnsüchtig hinterher, als Naruto sich auf den Tisch lehnte und den Kopf schüttelte. »Was auch immer du gemacht hast …« Er grinste langsam. »Es scheint ihn schwer aus der Fassung gebracht zu haben.«

Sakura lächelte verkrampft. »Oh, glaub mir, damit habe ich mir selbst auch keinen Gefallen getan.« Sie wäre Sasuke am liebsten hinterhergerannt, aber sie musste sich zusammenreißen und bis Freitag warten. Naruto hatte ihr einen gehörigen Floh ins Ohr gesetzt … Sie brannte darauf, seine Theorie zu überprüfen.

Naruto blickte sie fragend an, doch Itachi schien begriffen zu haben, wie nervös und aufgeregt sie war. Sasuke auf diese Art zu necken … Sie hatte nicht nur ihn mit ihren Berührungen und gehauchten Worten provoziert. Ihr Körper ließ sie spüren, dass ihre Bemühungen besser bald Früchte trugen.










✣          ✣          ✣          ✣          ✣


Meine Lieben,

ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft!
Zu 100% bin ich noch nicht zufrieden, aber das kommt vielleicht auch daher, weil ich schon das nächste Kapitel zu großen Teilen geschrieben habe und weil es dort so heiß hergeht, kann "Tender Spot" leider nicht mit dem nächsten Kapitel mithalten :D Ich freu mich schon riesig darauf, es endlich fertigzuschreiben. Wenn alles gut geht, kann ich es nächste Woche hochladen. Ich glaube, ihr werdet ausflippen!
Allen einen wunderschönen Valentinstag! Ich habe zwar keinen Grund, den dieses Jahr zu feiern, aber dafür meinen 25er, den ich gestern erreicht habe, und meine (im Mai dann) 10 Jahre hier auf FF.de. Wahnsinn, wie schnell die Zeit verfliegt!

Savage






Letzte Überarbeitung: 14.02.2020
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