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It's All About The Balls

OneshotHumor / P16 / Gen
Aomine Daiki Kagami Taiga
15.02.2018
15.02.2018
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Dies ist ein Re-Upload, damals hatte ich den OS schon einmal hier hochgeladen, habe ihn aber wieder gelöscht, falls die Geschichte jemanden bekannt vorkommen sollte!

A/N: Spielt nach der Niederlage gegen die Touou.

Pocari Sweat = Ein Getränk, dass man eigentlich überall in Japan zu kaufen bekommt oder an den zu Hauf herumstehenden Automaten ziehen kann. Es versorgt den Körper mit Elektrolyten/Nährstoffen, die beim Schwitzen ausgeschieden werden, zumal die Sommer in Japan bzw. Großstädten sehr warm sein können und Wasser allein und auf die Dauer kein ausreichender Nährstofflieferant ist. Es soll also vor Dehydrierungen schützen. (auch wenn der Name in der Tat eigenartig klingt).

Die Orte/Namen sind frei erfunden und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit.

(Ich hoffe, dass eine ähnliche Geschichte im Fandom noch nicht existiert.)

Viel Spaß beim Lesen! =)


Es geht immer nur um das Eine


Schwitzend und gleichermaßen fluchend lief Kagami Taiga die Straße entlang, hielt an der ein oder anderen Ampel, verschnaufte bis zur nächsten Grünphase kurz, um dann anschließend mit zunehmender Erschöpfung seinen Weg fortzusetzen. Ginge es nach ihm, wäre er Straßenbahn gefahren, aber der Coach hatte ihm lediglich eine Flasche Pocari Sweat in die Hand gedrückt und ihn zu Fuß losgeschickt. Ausschließlich zu Fuß. Und da er wusste, dass er Coach Aidas Augen nicht täuschen konnte – zumindest nicht in Bezug auf anatomische und sportliche Analysen – hatte er keine andere Wahl, als ihren Anweisungen Folge zu leisten.

Mit Sicherheit hatte sie auch Recht, eigentlich hatte sie das immer, wenn es um solche Dinge ging. Und letztendlich würde es ihm ja auch zugutekommen. Er brauchte das Training.

… aber warum schickte sie gerade ihn in brühender Hitze durch die halbe Stadt, um Zeitschriften zu kaufen, die so oder so nur sie und Hyūga lasen, während die anderen in der klimatisierten Halle trainieren durften?

Aida Riko hatte ihm einen Zettel geschrieben, damit er auch ja keine Ausgabe vergessen würde, einige Yen eingewickelt und ihm dann mitgeteilt, wo sich der Laden befand.

„I-ich soll Zeitschriften kaufen?“
„Nicht irgendwelche Zeitschriften, internationale Basketballmagazine!“
„Warum?“
„Frag nicht, sondern lauf los.“

*


Zasshi no Sekai war vermutlich der größte Zeitschriftenladen Tokyos – wenn nicht ganz Japans, daran zweifelte Kagami nicht, als er davor stand.

Laut Leuchtreklame gab es hier ausnahmslos alle internationalen Zeitschriften, Zeitungen, Magazine, Comics, Mangas und Heftchen und was auch immer zu kaufen. Das ging von Gartenratgebern über die Regenbogenpresse hin zu Fachzeitschriften, von denen eine Ausgabe mehr kostete als alle Hefte auf seiner Liste zusammenaddiert. Bei der Größe des Gebäudes, das offenbar aus mindestens 6 Etagen mit leicht verspiegelter Glasfassade bestand, wäre das auch nicht verwunderlich.

Bevor der Basketballspieler den Laden betrat, trank er die ganze Flasche Pocari Sweat in einem Zug aus, warf sie zielsicher in einen nahestehenden Mülleimer, wischte sich den Mund ab und trat schwitzend in die angenehme Kühle des monumentalen Kaufhauses ein. Zehn Schritte weiter erwartete ihn zum Glück ein elektronischer Wegweiser, der ihm Auskunft darüber gab, wo sich das Ziel seiner Bemühungen befinden sollte: Die Sportzeitschriften, die Aida Riko haben wollte, befanden sich in der dritten Etage, die als allgemeinhin ‚Männerzeitschriften‘ tituliert wurde.

Auf dem Weg nach oben, selbst wenn er nur Rolltreppe fuhr, merkte er, wie der warme Schweiß ihm den Rücken hinab lief, auch von der Stirn zur Nase hinab rannen ihm salzige Tropfen, sodass er mit Rückhand über sein Gesicht fuhr und es an seiner Hose abwischte – nach dem heutigen Tag war sie so oder so ein Fall für die Kochwäsche. Zurück zur Halle würde es  auch noch bergauf gehen, ferner würde er dutzende Hefte mit sich herumschleppen müssen. Herrlich, darauf hatte er eine Lust …


Wenn er morgen noch mehr als auch nur einen Schritt gehen konnte, sollte er sich glücklich schätzen. Der Muskelkater würde ihn töten. Und dabei durfte er sich gerade jetzt keine Verzögerungen und Spielereien erlauben, das Team musste für den Wintercup gewappnet sein.

Er müsste vorbereitet sein.


Kagami ballte seine Fäuste, verlieren war keine Option. Nicht für ihn und vor allem nicht gegen …

Der Power Forward betrat die dritte Etage, die, wie auch die anderen zuvor, ein Dschungel aus Korridoren und Wegweisern war, durch dessen Dickicht er sich nun zu schlagen hatte.

Ja, hier sollte er fündig werden. Wenn es etwas im Zasshi no Sekai nicht gab, dann existierte es nicht – oder es war schlichtweg einfach nicht von Relevanz. Der Coach musste es wissen, sonst hätte er ihn nicht hierhin geschickt.

„Automobilzeitschriften: geradeaus, Tattoozeitschriften: auch geradeaus, Eroti … Sportzeitschriften: rechts.“ Kagami wandte sich vom Wegweiser ab und steuerte direkt und zielstrebig auf die gigantischen beleuchteten Regale zu, sodass er im Rausche seiner Determination mit einer zweiten Person, die gerade um die Ecke kam, zusammenstieß.

Aus Reflex senkte er seine Blicke, um sich zu entschuldigen, dabei stach ihm jedoch das Hochglanzmagazin, das sein Gegenüber so ganz offensichtlich und ohne Schamgefühl in den Händen hielt, in die Augen: Ein Erotikheftchen mit einem großbusigen, bikinitragenden Model auf dem Cover.

„Oi!“, ertönte eine ihm wohlbekannte Stimme, und als Kagami den Kopf hob, um sich von diesem unanständigem Bild zu lösen, wanderten seine Blicke die langen Finger, die das Printmedium hielten, entlang den braunen, muskulösen Armen hoch zu dem ihm so unsympathischen Gesicht, dessen noch unsympathischerer Besitzer mit schiefgelegtem Kopf und ebenso Grinsen seine Blicke verfolgt zu haben schien.

„Aomine“, stelle der Rothaarige monoton fest, spürte jedoch wie sich allein beim Aussprechen dieses Namens sämtliche Adrenalinreserven seines Körpers ins Blut entließen. Am liebsten würde er dieses arrogante Lächeln mit einer zusammengerollten Zeitschrift … nein, er war kein aggressiver Mensch, der zu körperlicher Gewalt neigte, er war nur ein Hitzkopf, der manchmal schneller sprach und handelte, als er denken konnte. Und Kagami wusste, dass der Winter Cup kommen würde – genauso wie sein Sieg. Dafür trainierte er … und dafür war er auch hier … im weiteren Sinne zumindest.

Nein, er würde sich nicht provozieren lassen, er würde den Arsch … pardon, das Ass der Touou einfach ignorieren und seinen Aufgaben nachgehen. Immerhin befand sich das Regal seines Verlangens knappe drei Meter hinter dem aufgeblasenen Pornoliebhaber.

Mit wachsender Genugtuung warf Aomine Daiki einen kurzen Blick über die Schulter, um zu bestätigen, was er vermutete: der Seirin-Spieler war hier, um sich in der Sportabteilung etwas zu kaufen.

„Eh? … sieht wohl so aus, als würdest du ein wenig Nachhilfe im Ballhandling brauchen“, gab er schließlich von sich – mit Erfolg. Kagami Taiga war nach seiner Niederlage ein wandelndes Pulverfass. Und gerade ihn vor sich in Persona zu sehen, reichte aus, um das Blut in seinen Adern kochen zu lassen.

Kagamis Mund wurde zu einer schmalen Linie. Doch wenn es hieß, dass der Klügere jener sei, der nachgeben würde, dann entschied er sich in diesem Fall eben nicht den Pfad der Weisheit zu wählen, sondern das, was der Blauhaarige ihm soeben an den Kopf geworfen hatte, zu kontern. Dann würde er seiner Wege gehen und ihn einfach stehen lassen. Mit dieser Entscheidung konnte Taiga momentan am besten Leben – andernfalls würde er wutentbrannt den Weg in der Hälfte der Zeit zurücklaufen und Körbe werfen, bis er von Kuroko wieder einen Nierenhieb bekommen würde und sich besann.

„Wir interessieren uns beide für Bälle“, demonstrativ blickte er auf das schlüpfrige Magazin in Aomines Fingern herab, „und in beiden Fällen sind sie unecht.“

Er wollte es wirklich hierbei belassen und seines Weges gehen, doch bevor er am Power Forward der Touou vorbei war, hielt dieser ihm das Cover, aus dem ihm die üppigen Brüste beinahe entgegensprangen, direkt vor die Nase, sodass er einmal mehr anhalten musste, um mit dem Gesicht nicht im Hochglanzdekolleté des ihm unbekannten Supermodels zu landen.

„Die sind echt“, erwiderte Aomine mit unverwandt schiefem Grinsen, „Aber wie will jemand, der nicht einmal mit Basketbällen umgehen kann, Ahnung von diesen Bällen haben, wenn er seine eigenen noch nicht einmal entdeckt hat?“

Taiga Kagami, der mit dieser Antwort alles andere als gerechnet hatte, warf seinem Gegenüber den wohl dämlichsten Blick zu, zu dem sein Gesicht überhaupt im Stande war. Darauf hatte er keine Erwiderung parat, die nicht einen Faustschlag in das selbstherrliche Antlitz seines Gegenübers involvierte.

Hatte er soeben seine Männlichkeit infrage gestellt – nebst seinem Basketballtalent und seinen – zugegeben – eher grobmotorischen Flirtfähigkeiten?

Die Expression seines erklärten Nemesis hingegen sprach Bände der Genugtuung.

Das konnte er so nicht auf sich sitzen lassen, dennoch war der Augenblick, eine schlagfertige Antwort, wie Aomine sie ihm entgegengeschleudert hatte, vom Stapel zu lassen, längst vorüber. Dennoch, das würde er so nicht auf sich sitzen lassen.

„Vielleicht hast du ein gutes Ballhandling im Spiel, aber außerhalb des Courts nützt dir das nichts. Leute wie du verhüten mit ihrem Charakter. Und wenn die Brüste, für die du sich interessierst, so groß sind wie die Bälle, mit denen wir Basketball spielen, dann müssen deine eigenen mindestens genau so dick sein.“

Demonstrativ wollte er auf das Cover von Daikis Magazin tippen, doch dieser zog es sofort weg, sodass es keine Fingerabdrücke bekam.

Sei’s drum, das miese Grinsen hatte er ihm zumindest aus dem Gesicht gewischt. Dennoch trat an dessen Stelle schnell ein gelangweilter Ausdruck ins Gesicht des Blauhaarigen.

„Sieh an, sieh an. Der Kleine hat ja doch Eier in der Hose, hm?“

Unwillkürlich ballte Kagami die Fäuste, doch es änderte nichts an der inzwischen lustlosen Haltung des anderen Power Forwards.

„Geh dir deine Bilderbücher kaufen, du wirst die noch brauchen.“ Aomine wedelte mit seiner Zeitschrift vor der Nase des Serin-Spielers herum. „Aber vielleicht benötigst du ja auch etwas, um runter zu kommen. Ich geb‘ dir einen Ratschlag: ab und zu Druck ablassen hilft dir dabei, einen klaren Kopf zu behalten, Tiger.“

Ein spitzbübisches Lächeln war das letzte, was Kagami von seinem Gegenüber zu sehen bekam, nachdem dieser ihm die Zeitschrift in die Hand gedrückt hatte, seine eigenen Hände gelangweilt in den Hosentaschen verschwinden ließ und – ohne sich noch einmal umzusehen – den Gang entlang davon zu trotten begann.

„Oi, Aomine!“, rief Taiga ihm hinterher, und zu seiner Überraschung hielt Daiki tatsächlich inne und sah über die Schulter zu ihm hinüber.

„Wenn wir uns das nächste Mal auf dem Court sehen, dann werde ich dich besiegen, hast du das gehört?“ Unwissentlich ballte Kagami einmal mehr seine Hände zu Fäusten, sodass sich Falten auf dem Cover der Zeitschrift, die er ebenfalls noch im Griff hatte, bildeten.

Ohne sich komplett umzudrehen, fasste das ehemalige Ass der Teiko das leicht demolierte Werk, dass er sich soeben noch kaufen wollte, ins Auge, dann wandte er sich wieder ab.

„Vielleicht solltest du doch lieber bei Basketbällen bleiben. Du hast noch viel zu lernen, Kagami Taiga.“ Dann verschwand er um die nächste Ecke.

Im selben Augenblick dämmerte dem zurückgelassenen Angriffsspieler, was er da angerichtet hatte.

„Mist.“
„Junger Mann, wenn Sie etwas beschädigen, dann müssen Sie es auch kaufen“, ertönte fast zeitgleich hinter ihm die strenge Stimme einer Angestellten, die ihn mit ihren Blicken tadelte.
„Natürlich, ja … Verzeihung!“, stammelte er nur noch kleinlaut und wandte sich schließlich den Sportzeitungen zu, von denen ihm ironischerweise sofort ein Exemplar mit dem neongelben Titel Ballhandling entgegenleuchtete.

Kagami seufzte entnervt, als er den Namen auch noch auf Aidas Liste fand. Dieser Punkt ging eindeutig an Aomine.

Dennoch: es wurde langsam Zeit, dem Typen die Luft vom Ball zu lassen, so aufgeblasen wie er war. Moment … aber nicht in dieser Art und Weise, wie das jetzt klang.

In diesem Augenblick verfluchte Kagami sich für seine Gedanken.

Warum ging es in ihrer Welt eigentlich immer nur um Bälle?

Ende


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Nichts gegen Kagami, aber ich denke, dass in Sachen Entwicklung und Frauen Aomine eindeutig die Nase vorne hat! =P

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen!
Wünsche, Anregungen, Kritik? Ich bin offen für alles!
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