Torbr 2(.5) - Die Rückkehr der Askuldarn

von Torbr
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
15.02.2018
04.07.2018
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Hallöchen allerseits,
Wie bereits in der Beschreibung erwähnt, ist dies die Neuauflage meiner Fortsetzung zu "Torbr".
Ich möchte auch gar nicht viel dazu sagen, denn den Grund dafür habe ich bereits im letzten Kapitel der alten Version ausführlich erklärt.
Es sei jedoch noch hinzuzufügen, dass ich es mir vorbehalte einige Dinge der Hintergrundgeschichte komplett zu ändern, was jedoch dann natürlich auch ausgiebig erklärt wird.
In diesem Sinne danke ich all den alteingesessenen Lesern, die dem hier noch eine zweite Chance geben wollen. ^^
Und natürlich wünsche ich auch allen Neuankömmlingen viel Vergnügen mit der Geschichte!




Hier geht's los:



„Stirb Dämon! Du wirst niemals an uns vorbei – “, schrie einer der Soldaten Dolleth entgegen, welche ihm jedoch inmitten des Satzes den Kopf von den Schultern schlug und sich den restlichen Männern zudrehte.  „Sonst noch jemand, der seinen Mut unter Beweis stellen will?“ Die Soldaten schluckten und wichen hastig vor der schwarz gerüsteten Kämpferin zurück, die gerade vor ihren Augen mit bloßen Händen durch die Festungsmauer gebrochen war. Hinter ihr kamen Saphira, Eragon und Arya durch die Lücke geklettert und führten die Hauptstreitmacht der Varden mit sich. „Mir nach! Für die Varden!“ brüllte der Drachenreiter anspornend und stürmte mit erhobenem Schwert auf die zurückweichenden imperialen Soldaten zu. „Für die Varden!“ kam es donnernd aus den Kehlen der Freiheitskämpfer zurück, wobei sie sich wie wild mit den Waffen auf ihre Schilde klopften, was ein furchteinflößendes Getöse erzeugte. Aus dem Augenwinkel bemerkte Eragon indessen, wie Dolleth sich mit wie zu einer Umarmung ausgebreiteten Armen hinstellte, ehe sie ein schrilles Kreischen ausstieß, das ihm in den Ohren wehtat. Er musste es sich mühsam verkneifen, sie sich zu zuhalten. Einen Moment später schien ihre Rüstung mit ihrem Körper zu verschmelzen, genauso wie ihre beiden Schwerter und wie mit einem Fingerschnippen verwandelte Nidhogg Dolleths Gestalt in etwas, das selbst Eragon nur als Dämon bezeichnen konnte. Sie hatte ihm diese Form bereits einige Tage zuvor gezeigt, denn ansonsten, wäre er wohl genauso in die gleiche Panik verfallen, die nun die Soldaten vor ihr ergriff.

Sie schrien regelrecht vor Angst, während ihr Hauptmann voller Schrecken in der Stimme brüllte: „Bo – Bogenschützen! Tötet –  tötet es! Tötet dieses Ding – diesen Dämon!“ Ein wahrer Pfeilregen ergoss sich von dem Wehrgang der verbliebenen Festungsmauern zu ihnen in den Hof, direkt auf ihre Position zu, sodass Eragon und Arya rasch beiseite hechten mussten, um nicht unnötig ihre Schutzzauber auf die Probe zu stellen. Die Askuldarna hingegen setzte nur ein grausames Grinsen auf, ehe die Geschosse sie erreichten. Die meisten prallten wirkungslos an ihrem Schuppenpanzer ab, doch es gab auch noch genügend, die sich tief in ihr Fleisch bohrten. Jubel drang von den Zinnen der Festung zu ihnen herunter, als Dolleth sich, nachdem der Pfeilregen geendet hatte, regungslos mit ihrem Oberkörper vornüber kippen ließ. Das Freudengeschrei blieb den Bogenschützen jedoch noch im Halse stecken, als ein erstickter Schrei aus ihrer Mitte sie alle zum verstummen brachte.

Der Drachenreiter sah mit Erstaunen hinauf, wo er eine pechschwarze Wolke bemerkte, die genau nur über den Männern zu schweben schien und aus der feine kristallene Schneeflocken auf sie herunterrieselten. Nur mit dem Zusatz, dass diese unscheinbaren Flocken mehrere armdicke kristallblaue Eiszapfen erschuf, sobald sie mit etwas zusammenstießen. Diese spießten die Männer regelrecht auf, als sie am Kopf, an den Wangen, an den Schultern und allen anderen erdenklichen Körperteilen getroffen wurden, wo sich sofort mehrere solcher Eisspeere bildeten. Ein Seitenblick neben sich genügte Eragon um zu wissen, dass es Londir war, der mit einem für ihn unverständlichen Geflüster diesen Zauber wirkte. „Eine grausam-bizarre Art zu töten, Londir-Elda.“ murmelte er leise, unsicher, ob er dieses durch Schneeflocken erschaffene blutige Gemetzel beeindruckend, oder eher verstörend finden sollte. „In der Tat.“ pflichtete ihm Arya nickend bei, woraufhin der Askuldarn neben ihnen mit geschlossenen Augen verstohlen zwischen den Zeilen seines Zaubers hindurch lächelte. Der Reiter und die Elfe schlossen sich dann ohne zu weiter zu warten Dolleth an, die inzwischen die Farce ihres Scheintods abgeworfen hatte und nun mit scharfen Klauen und Zähnen die imperialen Soldaten vor ihr niedermähte wie Strohhalme.

Aus dem Augenwinkel bemerkte Eragon außerdem, wie Saphira in der Zwischenzeit selbst einen ganzen Trupp Soldaten auf der anderen Seite des Hofs zusammengetrieben hatte und nun dazu überging, die Männer in ihren kräftig blauen Flammen zu baden. Jedoch brandete das Feuer harmlos an ihnen vorbei, wie von einem Zauber geteilt, den der Drachenreiter selbst nutzte, um sich gegen solche Angriffe zu verteidigen. 'Irgendwo im Turm muss sich also doch noch ein Magier verschanzt haben.' dachte er sich grimmig, während die Drachendame ihre Kiefer wieder zuklappen ließ und somit die Flammen erloschen. Stattdessen begann sie nun die Soldaten mit mächtigen Prankenhieben und Schwanzschlägen anzugehen, was eine regelrechte Schneise in ihre lose Formation bahnte.

Er selbst ging nun zusammen mit Arya eine Gruppe Speerträger an, die sich angeschickt hatten gen Saphira zu eilen, wobei sich Bloedhgarm und die restlichen Elfenmagier seiner Leibwache ihnen anschlossen. Ihre Aufgabe war es nach wie vor, ihn und die Drachendame zu beschützen, weswegen die Männer vor ihnen nicht den Hauch einer Chance hatten gegen ihre wilden Angriffe zu bestehen. Mühelos glitt Brisingr durch Kettenhemden, Stoff, Fleisch und Knochen und hinterließ eine Spur von Blutstropfen, als Eragon von Soldat zu Soldat sprang und sie einen nach den anderen tötete. Tief im Innern bedauerte er die Notwendigkeit ihres Tods, schließlich taten diese Männer auch nur ihre Pflicht, ihre Heimat vor ihnen zu verteidigen, aber es musste nun einmal sein. Galbatorix Herrschaft würde sich niemals ohne Blutopfer beenden lassen, was der Verräterkönig ihnen immer wieder klar vor Augen führte. Und Eragon blieb nichts anderes übrig, als entschlossen weiter den Weg der Varden zu verfolgen, auch wenn er dafür einige Familien ihrer Väter berauben musste.

Saphira schien damit deutlich weniger Gewissensbisse zu haben, als er, denn sie zerfleischte die Soldaten vor sich regelrecht, als wären es nur irgendwelche leblosen Stoffpuppen. Ein letzter Hieb mit Brisingr fällte den einzigen vor ihm verbliebenen Speerkämpfer, woraufhin er bestimmt durchatmete und kurz inne hielt, um die ganze Szenerie im Hof der Festung zu überblicken. Arya verfolgte zusammen mit den Elfen der Leibwache die zersplitterten und fliehenden Reste des Speertrupps, während er am Mauerdurchbruch seinen Cousin Roran mit dem ehemaligen imperialen Offizier Tarhald ausmachte, die wild mit den Armen und Waffen umher fuchtelten, um Befehle zu erteilen.

Londir bürgte für Tarhald Loyalität und Eragon hatte einen gewissen Respekt für den Mann entwickelt, den Nasuada fürs erste Roran unterstellt hatte. Nicht viele konnten von sich behaupten, gegen den direkten Befehl Galbatorix gehandelt zu haben, ganz davon abgesehen, dass er und seine Familie Dolleth versteckt und wieder aufgepäppelt hatten, bei vollem Bewusstsein, für diesen Verrat gehängt zu werden. Zudem schien Tarhald ein recht fähiger Kommandant zu sein, der seinem Cousin immer dann unter die Arme griff, als dieser nicht mehr weiterwusste.

Dann wanderte Eragons Blick weiter zu Londir, der scheinbar gedankenverloren mit überkreuzten Beinen auf einem Holzfass direkt neben dem Durchbruch saß und murmelnd die Schwertspitze auf den Wehrgang über ihren Köpfen gerichtet hielt, von wo aus noch immer die wehklagenden, panischen Schreie der Bogenschützen widerhallte, die versuchten, den tödlichen Schneeflocken zu entkommen. Doch der Reiter bemerkte leicht amüsiert, wie die pechschwarze Wolke immer über ihren Köpfen verblieb. Sie verfolgte sie, wie ein Wachhund einen Eindringling, wobei ihre Bewegungen eindeutig mit Londirs Zucken seiner Schwertspitze zu tun hatten. Er nahm sich vor, den Askuldarn nach der Schlacht näher zu dem Zauber zu befragen, denn so auf den zweiten Blick hin, erschien er dem Reiter überaus nützlich, denn selbst er hätte keinen Schutzzauber gegen – Schneeflocken – parat gehabt und er bezweifelte stark, dass je ein Magier in der Geschichte sich über mordende Eiskristalle vom Himmel Gedanken gemacht hatte.

Zum Schluss blieb sein Blick auf Saphira ruhen, die sich zu voller Größe aufgeplustert hatte und mit blutverschmierten Krallen auf den Leichen der getöteten Soldaten stand, während sie den zurückweichenden Imperialen ein wütendes Brüllen entgegenwarf. Die Verteidigung der Festung war eindeutig eingebrochen, ab jetzt würde es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sie Fürst Bradburn zur Kapitulation zwangen. Eragon stutzte für einen Moment, als er mitten unter dem Getöse der Schlacht, die in der Stadt tobte, so etwas wie ein schwaches, weit entferntes Hornsignal ausmachen konnte, das kurz lauter wurde, aber ebenso schnell wieder verschwand, wie es aufgetaucht war. *Hast du das auch gehört?* fragte er Saphira nachdenklich, die ihm schnaubend im Geiste zustimmte. *Ja, ein Signalhorn, aber es als wäre es noch Meilen von uns entfernt.* Der Reiter horchte auf, als Londir neben ihn trat, den Blick in Richtung Mauerdurchbruch gerichtet. „Ihr beide habt es auch gehört, Eragon, oder? Dieses Horn?“ wollte der Askuldarn zögerlich wissen. Eragon nickte zustimmend. „Ja. Weißt du etwa was es war?“ Londir schüttelte scheinbar missmutig den Kopf. „Leider nicht. Es ist ein Gefühl, als würde ich dieses Horn schon seit Ewigkeiten kennen, aber ich kann es einfach nicht zuordnen, so sehr ich mich auch anstrenge. Äußerst merkwürdig.“ gab der Magier murmelnd zurück.

Ein lautes Poltern und Rasseln ließ die beiden dann jedoch aufhorchen und der Reiter sah angespannt auf das große, mit Eisenstreben verstärkte, Tor des Wehrturms hinüber, auf das Saphira die kleine Gruppe Soldaten hin zu eingeengt hatte. Weißer Rauch qualmte aus dem klaffenden Eingang hervor und verschleierte die Sicht auf das, was sich im Innern abspielte, während die Männer vor der Drachendame rasch durch Qualm flohen. Alle Köpfe auf dem Hof richteten auf den Turm, wobei Eragon ein ungutes Bauchgefühl überkam und auch Saphira zwei Schritte zurücktrat. Einige der Varden, die neben und hinter ihr Stellung bezogen hatten, mussten sich hustend wegducken, als der Rauch sie erreichte und schnappten laut hörbar nach Luft. Dann ertönte ein zunächst leises Geräusch aus dem Innern, das immer lauter und lauter wurde. Es klang wie Metall, das auf das Steinpflaster des Hofs geschlagen wurde. Immer lauter und immer schneller.

Urplötzlich brach ein voll gerüstetes Pferd, mit einem Reiter in Plattenharnisch im Sattel, aus dem Qualm hervor und hielt im vollen Galopp auf Saphira zu.

In der Hand des Mannes entdeckte Eragon eine Waffe, die ihn unwillkürlich erschaudern ließ. Es war unverwechselbar eine riesige Lanze, die einen grünlichen Schimmer besaß und deren Spitze mit grausigen Widerhaken besetzt war. Sie schien aus keinem ihm bekannten Material gefertigt zu sein, kein Metall, oder Holz und eine unheimliche Aura umgab die ganze Waffe.

„Saphira!“ brüllte Eragon instinktiv besorgt, während es ihm voller Panik durch den Kopf schoss: 'Ich kann sie niemals rechtzeitig erreichen!' Daher begann er hastig nach dem Geist des Reiters zu tasten, aber zu seinem Entsetzen stellte er fest, dass jemand eine unsichtbare und vor allem makellose Barrikade um den Mann errichtet hatte. 'Der Magier!' fluchte er innerlich, denn er würde keine Zeit haben, sich ein Duell des Geistes mit dem Kerl zu leisten und danach noch rechtzeitig den berittenen Soldaten aufzuhalten. Also griff er zum letzten Mittel. Magie. Er legte sich rasch im Kopf die passenden Worte zurecht, um das Pferd aufzuhalten und holte bereits Luft, den Zauber auszusprechen, doch die Elfen hinter ihm kamen ihm zuvor. Ihre gesungene Beschwörung ließ den gepflasterten Boden vor den Hufen des Tiers wie Wasser zerfließen und teilte sich entzwei, sodass ein gähnendes Loch entstand. Unaufhaltsam krachte das Pferd dort hinein, verlor den Halt und begann panisch wiehernd vornüber zu kippen. Aber die Gefahr war damit noch nicht gebannt, denn wie Eragon voller Schrecken erkannte, bemerkte der Reiter, dass er sein Ziel nicht erreichen würde, holte weit mit seinem Arm aus und schleuderte die Lanze mit voller Wucht auf Saphira zu.

Die Drachendame hatte sich in der Zwischenzeit halb aufgerichtet und die Vorderpranken erhoben, um den Soldaten selbst zu stoppen, weswegen ihr nicht die Zeit blieb, der geworfenen Waffe auszuweichen. Sie würde nie rechtzeitig aus der Flugbahn, weshalb der Reiter wie in Zeitlupe mitansah, wie sie versuchte, die Lanze mit der rechten Pranke zur Seite zu schlagen, was ihr aber nicht gänzlich gelang und die Waffe praktisch unverändert auf ihren Brustkorb zuraste, wo sie die grünlich schimmernde Spitze knapp unterhalb der rechten Schulter traf und sich bis zum Anschlag ins Fleisch bohrte, wobei sie die Schuppen wie Butter durchtrennte.

Ein brennender, stechender Schmerz von ungeheurer Intensität schoss Eragon im selben Moment durch die eigene Brust und flammender Zorn durchflutete seinen Geist. Er nahm all seine Energie zusammen, die er hatte, selbst jene aus Broms Ring, Aren, und schickte sich an, den Reiter vom Angesicht Alagäsias auszuradieren, doch Londir kam ihm zuvor. Er hatte gar nicht bemerkt, wie der Askuldarn neben ihm los gesprungen war, aber nun stand er über dem Gespann aus Pferd und Reiter und zerteilte die beiden mit seinem Zweihänder und einem wutentbranntem Schrei in zwei Hälften. Im selben Augenblick erklang ein lautes „Nein!“ kreischend aus einem der Turmfenster, bevor der halbe Wehrturm in einer gewaltigen Explosion verging, die Mauer- und Gesteinsbrocken über ihre Köpfe hinwegschleuderte und sämtliche Varden auf dem Hof zu Boden warf, Eragon eingeschlossen. Einige der Freiheitskämpfer wurden, genauso wie viele der imperialen Soldaten, von großen Trümmerstücken erschlagen, die auf den Hof hernieder prasselten, aber der Drachenreiter rappelte sich trotzdem mit aller Macht auf.

Er hatte nur eine Sache im Kopf.

„Saphira!“ rief er erneut voller Sorge aus, da er ihren unglaublichen Schmerz durch die Verbindung mit ihr spüren konnte und eilte gefolgt von Arya und der Elfengarde hinüber zu seiner Seelenschwester, die wimmernd zur Seite gekippt auf ihrer rechten Flanke lag. Sein Herz raste, als er endlich an ihrer Seite ankam, wo er sich ungeachtet seiner Knie neben ihren Kopf warf. Sein Blick fiel auf die grünlich schimmernde Lanze und die tiefe Wunde, die sie in die Brust der Drachendame gerissen hatte. Der Atem blieb ihm im Halse stecken, als er die dicke, schwarze Flüssigkeit bemerkte, die anstatt Blut aus der Verletzung zu fließen schien. „Gift! Die Waffe muss vergiftet gewesen sein!“ rief er den Elfen zu, die sich inzwischen an der Wunde versammelten hatten, bis auf Arya, die neben ihm in die Hocke gegangen war. Londir, den Zweihänder wieder beiseite gesteckt, schob sich unsanft durch ihre Mitte, um die Verletzung untersuchen zu können, während Bloedhgarm ein wütendes Knurren ausstieß. „Nicht vergiftet, Schattentöter, verzaubert! Das ist keine gewöhnliche Lanze!“ fauchte der Wolfskatzenelf grimmig, wobei er etwas der schwarzen Flüssigkeit zwischen Daumen und Zeigefinger zerrieb. „Ein Dauthdaert.“ fluchte Arya neben Eragon leise, der verwirrt und voller Angst meinte: „Was? Dauthdaert? Verzaubert? Ich verstehe nicht – “

Er konnte in seinem Innern spüren, wie Saphiras Blut begann, sich wie kochendes Eisen in ihren Gefäßen anzufühlen, was die Drachendame ein grauenvolles Jaulen ausstoßen ließ, gefolgt von heftigen Krämpfen, die ihren gesamten Körper erfassten. „Nar'sho Dauthdaertya! Ich verfluche den Tag, an dem mein Gedächtnis verzaubert wurde! Jedes Mal, wenn ich versuche die passenden Formeln zu finden, gleiten sie mir durch die Finger wie Wüstensand!“ brüllte Londir daraufhin verzweifelnd und wütend zugleich. „So helft ihr doch! Bitte!“ flehte Eragon indessen den Tränen nahe, denn er fühlte, wie der Geist seiner Seelenschwester begann von ihm weg zu driften. „Wir – ich – wir – wir könne nicht, Schattentöter. Die Zauber – die Beschwörungen um diese uralten Waffen sind seit Jahrhunderten verschollen. Es – es gibt nichts, dass wir tun können – nichts – “ antwortete ihm Wyrden, einer der ältesten Elfenmagier, mit stockender Stimme, während auch seine Augen zu glänzen begannen, wie der Reiter schockiert bemerkte. „Nidhogg!“ knurrte Londir dann befehlend und deutete mit der linken, von schwarzer Flüssigkeit benetzten Hand, direkt auf Dolleth, die sich inzwischen neben Eragon und Arya positioniert hatte. „Es tut mir Leid, alter Freund, aber selbst für mich, ist Schimmerschuppe schon zu weit gegangen. Es gibt nur noch eine Person, die ich kenne, die diese Drachendame noch retten kann.“ entgegnete scheinbar das dämonische Wesen, welches nun völlig Besitz von der Askuldarna ergriffen hatte und klang dabei merkwürdig traurig.

'Torbr!' schoss es dem Reiter sogleich durch den Kopf. 'Torbr kann ihr helfen! Er muss!' Hastig fummelte er sich den Ring vom Finger, den ihm Torbr vor seinem Abschied überreicht hatte, hielt ihn sich zitternd vor den Mund und sagte gleichzeitig, sowohl im Geiste, als auch laut: „Torbr, wir brauchen deine Hilfe!“ Zunächst geschah nichts, außer, dass dasselbe Signalhorn wie zuvor erneut ertönte, nur diesmal deutlich näher und ein kalter Luftzug schien auf einmal höhnisch über den Hof zu fegen.

Eragon hielt sich den Ring noch näher vor den Mund, sodass er ihn fast verschluckte, als er flehend wisperte: „Bitte, Torbr! Sie stirbt, Saphira stirbt!“

Mit einem Mal begann das Metall in seinen Fingern blau zu leuchten, genauso wie der Saphir auf der Brust seiner Seelenschwester auf einmal einen leuchtend blauen Schimmer von sich gab, woraufhin Eragon hoffnungsvoll der Atem stockte. Tosend brach ein regelrechter Orkan über die gesamte Festung herein mit einem Wind, der ihm derartig heftig ins Gesicht schlug, dass er die Augen schließen musste und fast umgeworfen wurde, obwohl er bereits auf den Knien stand. Ein lautes Krachen deutete ihm an, dass es das eigentlich fest verriegelte Tor der Mauer aus den Angel riss und es polternd auf den Pflaster stürzte, gefolgt von einer eisigen Kälte, die den Reiter frösteln ließ. Doch gleichzeitig umschloss eine wohltuende, gutmütige Wärme seinen ganzen Geist und ließ all seine Sorgen und Ängste dahinschmelzen, wie Schnee in der Sommerhitze. Ein unwillkürliches Lächeln ergriff von Eragon Besitz und Tränen rannen ihm über die Wangen, denn er wusste, wer gekommen war, selbst wenn er wegen des plötzlich auftretenden Sturms die Augen geschlossen hielt und auch dieser verebbte keinen Moment später so schlagartig, wie er aufgezogen war. Er öffnete sie wieder und dann sah er ihn endlich, dort, nur knappe 30 Fuß von ihnen entfernt in den nun leeren Angeln des Festungstors stehend.

Torbr.

Der Askuldarn war kleiner, als bei seinem Abschied, gerade so vielleicht einen halben Kopf größer als ein Kull. Seine Rüstung schimmerte wie poliertes Silber und von den Dornen und Stacheln fehlte jede Spur, der ganze Plattenharnisch war glatt und zur Perfektion hin abgerundet an allen Stellen. Der Helm umfasste den gesamten Kopf und wirkte vom oberen Teil her leicht wie eine Krone mit den schwach ausgebildeten Zacken, während dünne, vertikale Schlitze den Mundteil säumten und zwei getrennte Sehschlitze auf Höhe der Augen angebracht waren. Ein Visier konnte Eragon auf Anhieb nicht erkennen und auch Torbrs verbliebenes Auge verbarg sich in den Schatten des Helminneren. An seiner Hüfte trug der Hüne ein einhändiges Langschwert, welches in einer reichverzierten schwarz-silbernen Scheide ruhte und sein tränenförmiges Schild hatte er offensichtlich über den Rücken geschnallt, wie der Reiter an den Umrissen über den Schultern und dem hellbraunen Lederband auf seiner Brust erkennen konnte, mit welchem der Askuldarn es offensichtlich an Ort und Stelle hielt.

Es war ein äußerst respekteinflößender Anblick, wie Eragon unwillkürlich befand, doch vor allem das Wappen, welches Torbr auf der Brustplatte prangte, stach ihm merkwürdig ins Auge. Zwei weiße, gekreuzte Schwerter vor einem schwarzen haselnussförmigen Schild, um deren Klingen sich ein mit schwarzen Konturen hervorgehobener Blütenstengel rankte, um schließlich in einer weißen Lilienblüte zwischen den Schwertgriffen zu enden. Erst jetzt fiel dem Reiter auf, dass sein Freund nicht allein gekommen war.

Drei weitere Gestalten standen direkt neben ihm, zwei links und eine rechts.

Die rechte Person war eindeutig ein Frau, wie Eragon gut an der extra deswegen zusätzlich nach vorn gewölbten Brustplatte erkannte. Ihre Rüstung besaß eine waldgrüne Farbe und sie wirkte vom gesamten Körperbau etwas rundlicher und kleiner, als Torbr. Im Gegensatz zu ihm, trug sich auch lediglich ein grünes Kurzschwert und einen gleichfarbigen Dolch an ihrem Gürtel und keinerlei andere Bewaffnung. Auch ihr Helm war schlichter, als der Torbrs, doch ansonsten sah sie ihm, bis auf ihre Proportionen, recht ähnlich.  

Ganz im Gegenteil zu den beiden Gestalten zu seiner Linken.

Der erste der beiden, der näher bei Torbr stand, überragte den Anführer um einiges. Eragon schätzte ihn gut und gern auf über 20 Fuß, aber gleichzeitig schien sein Körper nicht so massig zu sein. Er wirkte regelrecht schlank im Vergleich mit den anderen, mit unnatürlich langen, fast schon schlaksigen Armen und Beinen. Auch die Rüstung wirkte durchaus kantiger und eckiger, als die seiner Kameraden und hatte eine türkisgrüne Färbung. Als einziger der vier, hielt er seine Waffe in den Händen, einen absurd langen Speer, dessen Spitze selbst noch über seinem Haupt schwebte und so groß war, wie Eragons Unterarm, wobei sie eine blattartige Form besaß, von der der Reiter instinktiv ausging, dass er damit wahrscheinlich sowohl überaus effektiv schneiden, als auch zustoßen konnte. Das Material der Waffe schien das gleiche türkisgrüne Metall zu sein, wie das seiner Rüstung. Es war auf jeden Fall ein Mann, wie Eragon sofort an den Proportionen bemerkte und er stützte sich auf den Schaft der Waffe, so wie sich vielleicht ein alter Mann auf einen Gehstock gestützt hätte, wodurch er leicht nach vorn gebeugt dastand.

Das krasse Gegenteil zu ihm bildete die letzte Person im Bunde, eine Frau, wie der junge Drachenreiter unschwer bemerkte. Ihre Rüstung glich von der Machart her wieder stark der von Torbr, mit eher abgerundeten Flächen und besaß eine grelle orangerote Färbung, die regelrecht ins Auge stach. Aber das eigentlich sonderbare an der Askuldarna, war ihre Größe. Sie konnte nicht mehr als fünf Fuß messen und war damit sogar noch deutlich kleiner, als Eragon selbst! Allerdings war ihr Körperbau überaus bullig und breit, fast wie der eines Zwerges. Er zweifelte deshalb keine Sekunde an ihrer Stärke. Als Waffe schien ihr ein zweihändiger Kriegshammer zu dienen, den sie sich zum Transport auf ihren Rücken geschnallt hatte, sodass der Hammerkopf zwischen ihrem Kopf und der rechten Schulter hervor ragte. Die eine Seite besaß ein abgeflachtes Ende mit mehreren spitzen, dornenhaften Auswüchsen, während die andere Seite in einer Art langen Krähenschnabel endete. Auch sie besaß dieselbe orangerote Farbe wie die Rüstung und schien aus demselben Material zu bestehen. Was die drei jedoch mit Torbr sonst übergreifend gemein hatten, war das Wappen, welches sie alle auf ihrer Brustplatte trugen.

„Torbr!“ entfleuchte es Eragon in einem hoffnungsvollen Ausruf, woraufhin der Askuldarn ihm sofort den Kopf zuwandte, der zunächst über den gesamten Hof gestreift war. „Das ist nicht die Person, die ich meinte.“ konnte er Nidhogg hinter sich keckern hören, während Torbr nun sichtlich angespannt mit dem rechten Arm auf Saphira zeigte und etwas zu der grünen Askuldarna neben ihm sagte. Diese hatte jedoch gar nicht erst auf seinen Befehl gewartet, sondern war schon zuvor los in Richtung Londir und der Wunde an Saphiras Brust geeilt.

„Das, ist sie.“ ertönte erneut die nun sichtlich erfreute Stimme des Schattenwesens, woraufhin die waldgrüne Askuldarna ihn unwirsch anfuhr: „Dann steh nicht einfach nur gaffend in der Gegend rum, Nidhogg! Los, zieh endlich dieses grausige Ding aus Schimmerschuppes Brust!“ Ihr Tonklang hatte dabei etwas mütterlich-herrschendes an sich und ließ sie wie eine fürsorgliche, aber strenge Frau wirken. „Wie du wünscht, Lebensweberin.“ kam es vom Dämon respektvoll zurück. Eragons Augen weiteten sich, als Saphiras Krämpfe schlagartig verebbten, sobald sie ihre Hände auf die Brust seiner Seelenschwester legte, genauso wie die brennenden Schmerzen sich in Luft auflösten.

Währenddessen trat Nidhogg vor an die grünliche Lanze, packte sie entspannt mit einer Hand am Schaft und zog dann die Waffe trotz der Widerhaken so mühelos aus Saphiras Körper, als bestünde sie aus Luft. Ein ekelerregendes Schmatzen und Reißen ertönte jedoch trotzdem dabei, denn die Lanze hatte durch diese rabiate Methode eine nun noch größere Wunde gerissen, als zuvor und dennoch schien so etwas wie ein erleichtertes Aufatmen durch die blauen Drachendame zu gehen, sowohl körperlich, als auch geistig, wie der Reiter voller Freude feststellte, da er sie nun wieder deutlich stärker spüren konnte, als zuvor.

Angespannt beobachtete er, wie die grüne Askuldarna zufrieden nickte und dann scheinbar ihre Hände durch Saphiras Schuppen drückte, sodass sie bis zu den Ellbogen hin in ihrem Fleisch steckte! „Was?“ keuchte er erschrocken, doch seine erneut aufflammende Angst wurde direkt im Keim erstickt, als Torbr nun endlich neben ihm in die Hocke ging und die massige, eiskalte Hand sanft auf seine linke Schulter legte. „Beruhige dich, Eragon, es ist alles gut. Saphira ist in sicheren Händen, Nirtra kümmert sich um sie. Ich bin nur froh, dass wir noch rechtzeitig ankamen. Aber es ist schön zu sehen, dass wenigstens du wohlauf bist, junger Freund.“ meinte der Hüne mit seiner charismatischen, tiefen Stimme und legte dann auch kurz die Hand auf Saphiras regungslose Schnauze, die daraufhin leicht zuckte. Eragon stieß einen tiefen, erleichterten Seufzer aus, ehe er dankbar murmelte: „Du weißt nicht, wie froh ich jetzt gerade bin, dich zu sehen, Torbr. Es ging wirklich für einige Momente die Panik mit mir durch, als ich Saphiras Geist davongleiten spürte, ohne auch nur eine Chance zu haben, ihr zu helfen. Es ging alles so schnell.“ Dabei streichelte er seiner Drachendame zärtlich über die Wange. „Das glaube ich gern, Eragon. Die Dauthdaertya sind grausame und effiziente Tötungswerkzeuge. Darüber werden wir nachher noch diskutieren, Arya Dröttningu.“ stimmte ihm der Hüne missmutig zu, wobei er Arya neben ihm einen langen Blick zu zuwerfen schien.

Aus dem Augenwinkel sah Eragon, wie die Elfe noch blasser wurde, als ihr Volk es ohnehin schon war, ehe Torbr aufhorchte, als sich ihnen Schritte näherten. Auch der Reiter sah von Saphira auf und erschrak unwillkürlich, als er direkt vor sich die beiden anderen Askuldarn entdeckte. „Soso, Torbr, du hast uns gar nicht verraten, dass Schimmerschuppe sooo jung ist. Sie ist ja fast noch ein Küken! Dagegen sieht ihr Reiter ja sogar fast erwachsen aus, wenn auch etwas spitzohrig für einen Menschen.“ bemerkte die kleine orangerote Askuldarna amüsiert glucksend, wofür sie prompt vom Türkisenen einen tadelnden Patscher auf den Helm bekam, was einen metallischen Gong ertönen ließ. „Au!“ „Bitte beherrsche dich, Calorath. Es ist mehr als nur unhöflich, den jungen Reiter derartig zu begrüßen. Vor allem nachdem, was gerade geschehen ist.“ wies der schlaksige Gigant sie mit rauer, aber freundlicher Stimme zurecht und klang dabei tatsächlich wie ein alter, weiser Mann, was Eragon merkwürdigerweise ulkig fand. „Schon gut, schon gut. Es tut mir leid.“ erwiderte die kleine Frau namens Calorath reumütig, während sie kurz beschämt zu Boden sah und Torbr wieder aus der Hocke aufstand, bevor er die beiden höflich vorstellte: „Eragon? Darf ich vorstellen, das sind Tempestr und Calorath, die Kommandanten der siebten und sechsten Kompanie. Tempestr, Calorath? Das ist Eragon Schattentöter, Reiter von Saphira Schimmerschuppe und Schüler von Oromis und Glaedr.“ Der türkisgrüne Askuldarn namens Tempestr verneigte den Oberkörper tief vor Eragon, der sich rasch aufrappelte, wobei der Hüne ihn jedoch immer noch um Längen überragte. „Es ist mir eine Ehre euch endlich persönlich kennenzulernen, Setrakul und mein herzliches Beileid für die Schmerzen, die Schimmerschuppe gerade erst durchstehen musste. Ich habe einst am eigenen Leib erfahren, was ein Dauthdaert anzustellen vermag. Sie ist ein sehr tapferes Mädchen.“ meinte der Riese mitfühlend und deutete dabei auf eine dünne, etwa eine Hand lange Wulst, die sich auf Höhe seines Bauchs vertikal über die Rüstung zog. „Stimmt ja, dieser Elf konnte dich noch erwischen, ehe ich ihm das Genick brach damals. Das hatte ich für den Moment völlig vergessen.“ pflichtete ihm Calorath nickend bei und der junge Reiter schluckte unwillkürlich.

„Es – die Ehre ist ganz meinerseits, Tempestr-Elda. Und vielen Dank für eure Anteilnahme.“ brachte er schließlich hervor, was dem Askuldarn ein ruhiges Nicken entlockte. Dann war es an der kleinen Askuldarna ihn zu begrüßen, wofür sie ihm einfach die rechte Hand entgegenstreckte, was Eragon kurz irritierte. Er hätte nicht gedacht, dass sie ihn per einfachen Handschlag begrüßen würde und seine Zweifel wurden in gewisser Weise bestätigt, als Torbr ein scharfes: „Calorath!“ ausstieß. „Was? Ich werde ihm schon nichts tun! Menschen begrüßen sich auf diese Weise, oder etwa nicht?“ verteidigte sich die Angesprochene vehement, stimmte dabei allerdings einen äußerst defensiven Tonfall an, als fühle sie sich ertappt. Doch Tempestr schien diesmal auf ihrer Seite zu stehen, denn er erklärte ruhig: „Es ist in Ordnung, Torbr. Sie hat mir zuvor geschworen, nichts zu tun, ohne nicht vorher um Erlaubnis gebeten zu haben. Oder Calorath?“ „So ist es!“ pflichtete ihm Calorath mit neuem Elan bei, woraufhin Torbr nach einigen Momenten einen leisen Seufzer ausstieß. „Also gut.“ So reichte sie erneut Eragon die Hand, der zunächst zögerte, verunsichert von dem kleinen hin und her zwischen den uralten Kriegern.

Schließlich gab er sich jedoch einen Ruck und schlug in ihre Hand ein und – es geschah nichts.

Sie schüttelten einander einfach nur freundschaftlich die Hände, während die orangerote Askuldarna mit heller Stimme meinte: „Schön dich kennenzulernen, Eragon.“ Dabei klang sie so, als würde sie ihn schon seit Ewigkeiten kennen, weswegen er etwas verdutzt erwiderte: „Es – freut mich eure Bekanntschaft zu machen, Calorath-Elda.“ Dabei irritierte es ihn fast noch am meisten, dass er nach unten sehen musste, um ihr in die Augen, oder besser gesagt die Sehschlitze ihres Helms zu blicken. „Hah! Siehst du? Er respektiert mich als Älteren!“ grunzte sie dann merkwürdig triumphierend in Richtung von Tempestr, der scheinbar belustigt schwach mit dem Kopf wiegte. „Das heißt wohl, er besitzt besser Manieren als du sie hast, meine Liebe, und das, obwohl er nur einen Bruchteil so alt ist wie du.“ „Hrmpf.“ gab sie grummelnd zurück, wobei Eragon hätte schwören können kurz einen schwachen Hitzestoß aus ihrer Richtung ins Gesicht geblasen zu bekommen.

Die ganze Prozedur wiederholte sich anschließend deutlich formeller gegenüber Arya, der Calorath sogar verweigerte jegliche Grußzeichen zu schenken, sondern lediglich grimmig mit dem Kopf nickte, als Torbr die Elfenprinzessin vorstellte. Tempestr hingegen erbrachte ihr den gleichen Respekt, wie er Eragon gezeigt hatte, nur vielleicht etwas förmlicher.

Währenddessen fiel der Blick des Drachenreiters wieder unweigerlich auf Saphira, die nach wie vor bewusstlos vor ihnen lag und von der Askuldarna namens Nirtra behandelt wurde. Hin und wieder konnte er schwache Blitze durch seine Verbindung mit ihr in ihrem Geist spüren, doch er war an sich nur froh, dass sie überhaupt immer noch bei ihm war. Allerdings faszinierte es ihn auch gleichzeitig, die Heilerin arbeiten zu sehen. Ihre Arme steckten immer noch bis zu den Ellbogen in der Brust seiner Drachendame und bewegten sich hin und wieder leicht, wodurch er sah, dass sich Saphiras Fleisch wie Wasser für die Askuldarna verhielt. Sie schien wohl mit ihren Händen im Innern umeinander zu hantieren, was Eragon überaus unheimlich fand, doch die Resultate sprachen für sich. Von der schwarzen Flüssigkeit, die bis vor wenigen Augenblicken noch aus der Wunde geflossen war, fehlte jede Spur und auch die aufgerissene Verletzung selbst schmolz förmlich von Sekunde zu Sekunde immer stärker zusammen, als würde Nirtra das Fleisch und die Muskeln zwingen ihren natürlichen Platz wieder einzunehmen.

Londir, der neben der waldgrünen Heilerin stand, schien das ebenso zu verwundern, wie ihn, denn er starrte sie mit großen ungläubigen Augen an. „Es ist irgendwie lustig, Londir derartig verwirrt zu sehen, findest du nicht auch?“ gluckste dann plötzlich Calorath neben dem Reiter, der aus dem Augenwinkel bemerkte, dass Tempestr ihr mit einem amüsierten Nicken zustimmte. „Es ist ein seltener Anblick, so viel steht fest.“ „Genießt ihn, solange ihr noch könnt, bevor ich den Kristall endgültig zerstöre und ihn und Dolleth endlich erlöse.“ meinte Torbr etwas ernster und beugte sich dann zu Eragon hinunter, als dieser perplex wissen wollte: „Torbr? Was genau – macht – sie da? Es sieht fast so aus, als wäre Saphiras Fleisch wie ein Teig für sie, den sie in Form bringen muss.“ „Nun, das beschreibt es sogar ziemlich gut. Dir ihre Gabe aber jetzt genauer zu erklären, würde wohl deinen Horizont etwas überschreiten, Eragon. Du kannst es dir aber einfacher ausgedrückt so vorstellen: Nirtra kann jegliche Verletzung, jede Narbe und anderen noch so kleinen Makel an und in deinem Körper fühlen, ihn sogar richtig vor dem inneren Auge sehen. Und diese Wunden kann sie mit ihrer Gabe beseitigen, indem sie das Fleisch ihres Patienten wieder in die richtige Form 'knetet' wie du so schön sagtest. Wenn du es dir noch einfacher vorstellen magst, sehe es einfach, als eine Art höhere Magie.“ erklärte der Hüne ihm mit ruhiger Stimme, was den Reiter stark verblüffte.

Natürlich, er konnte auch die Verletzungen einer Person fühlen, wenn er sich mit seinem gesamten Geist darauf konzentrierte und zuvor wusste, wonach er Ausschau halten musste, aber das alles so zur Perfektion gebracht zu haben, dass man lediglich nur noch die Person zu berühren brauchte, um alles zu wissen, was in dem Körper vorging und vorgegangen war, grenzte schon an Absurdität. Nicht einmal Elfen vermochten es im entferntesten, etwas derart komplexes überhaupt zu versuchen, geschweige denn danach das Fleisch des Patienten einfach nach seinen Vorstellungen zu Formen, als wäre es nur ein gewöhnlicher Brotteig? 'Das übersteigt wohl wirklich mein Verständnis.' musste sich Eragon in Gedanken eingestehen, während er seinem großen Freund dankbar zunickte.

„Ich denke, ich verstehe, was du meinst.“ Der Askuldarn brummte zufrieden. „Gut. Es werden wohl noch ein paar Augenblicke verstreichen, bis Saphira wieder zu sich kommt. Selbst für Nirtra ist eine Dauthdaert-Verletzung keine Kleinigkeit zu heilen.“ Dabei hob er den Kopf wieder und griff in eine der ledernen Taschen, die an seinem Gürtel hingen, während Calorath sich neben ihn wütend aufzuplustern schien. „Dauthdaert. Ich werde den Kommandeur dieses Haufens von rückgratlosen Ratten in einen Haufen Asche verbrennen, wenn ich ihn in die Finger bekomme! Schimmerschuppe damit anzugreifen, elender Mer'shzant!“ spie sie fluchend aus, als hätte sie die erneute Erwähnung der Waffe erst richtig in Rage versetzt. Eine unglaubliche Hitze begann von ihr auszugehen, die Eragon binnen eines Wimpernschlags den Schweiß auf die Stirn trieb.

Er hatte das Gefühl nur wenige Zoll entfernt von Horsts Schmiedefeuer zu stehen und das, obwohl er mitten auf dem Festungshof in Belatona, umringt von Askuldarn, dastand. Ohne Zweifel ging diese Hitze von Calorath aus, nur wieso, das erschloss sich dem Reiter nicht. Tempestr schien zu sehen, wie unangenehm es für ihn war, denn er richtete rasch einige Worte in einer für Eragon fremden Sprache an die orangerote Askuldarna, die daraufhin äußerst hellhörig wurde und angespornt etwas erwiderte. Sie versuchte anscheinend, den schlaksigen Riesen um etwas zu bitten, wenn der Drachenreiter ihren Ton und Körpersprache richtig deuten konnte, denen dieser jedoch nur widerwillig und mit Auflagen stattgab. Schließlich klatschte sich Calorath vorfreudig in die gepanzerten Hände, ehe sie laut: „Dermu!“ ausrief und den Kriegshammer von ihrem Rücken zog.

„Diejenigen unter euch, die Fürst Bradburn mit brennendem Hinterteil zu Gesicht bekommen wollen, sollten mir folgen! Die anderen: Aus dem Weg!“ brüllte sie mit gen Himmel gestreckter Waffe, während sie, ohne ein weiteres Wort an Eragon oder ihre Kameraden zu verlieren, in Richtung des hölzernen Tors, das in die Innenräume der Festung führte, marschierte, vor dem sich ein paar letzte hilflos in Angst verfallene imperiale Soldaten versammelt hatten. Das ganze gab ein sehr makaberes Bild für den jungen Reiter ab, als die nur fünf Fuß große Askuldarna schnurstracks auf die Männer zuhielt.

Er konnte Torbr neben sich leicht entnervt seufzen hören, bevor der Hüne das Wort an Roran richtete. „Ihr solltet Calorath besser folgen, Hammerfaust, sonst wage ich zu bezweifeln, dass von Bradburn etwas anderes übrig bleibt, als ein Häuflein Asche. Aber haltet Abstand von ihr und greift erst ein, wenn nur noch der Fürst vor euch steht! Habt ihr verstanden?“ Roran schaute verdutzt zu ihnen herüber und blickte dabei von Torbr hilfesuchend auf Eragon, der jedoch auch nur hilflos mit den Schultern zucken konnte. „Also schön, ihr habt ihn gehört Männer, folgt Herrin Calorath!“ gab er dann schließlich merkwürdig aufgebend den Befehl an die Varden unter seinem Kommando, die sich daraufhin bestätigend grölend in Bewegung setzten, Tarhald eingeschlossen.

„Vorsicht!“ erhob allerdings dann Tempestr ernst die raue Stimme und hielt gleichzeitig den gigantischen Speer vor Roran, um ihn am loslaufen zu hindern. Keine Sekunde zu früh, denn im nächsten Moment sah Eragon zu, wie Calorath ihren inzwischen orange glühenden Kriegshammer mit beiden Händen packte, hoch über den Kopf schwang und anschließend auffordernd verlangte: „Ich sagte: Aus dem Weg!“ Die imperialen Soldaten rührten sich nicht und keinen Augenblick später hatte die kleine Askuldarna ihre Waffe in direkter Linie auf sie geworfen.

Fast wie in Zeitlupe konnte der Reiter mitansehen, wie sich der glühende Hammer mehrmals in der Luft zu überschlagen schien, ehe er mit dem flachen Kopf gegen die Brust eines der Soldaten donnerte. Was folgte war ein gigantischer Feuerstrahl von mehreren Fuß Durchmesser, der scheinbar aus dem Nichts heraus materialisierte und sowohl die Soldaten, als auch das Tor in sich verschlang! Für den Bruchteil einer Sekunde dachte Eragon schon, Saphira hätte ihren Flammenatem eingesetzt, bevor sein Verstand bemerkte, dass seine Drachendame erstens noch bewusstlos und zweitens ihre Flammen blau und nicht orangerot waren.

Jeder Varde und sogar die Elfen zuckten instinktiv zusammen und wichen zwei Schritte zurück, während die riesige Flammenzunge noch mehrere Sekunden lang im verbrannten Innentor loderte, ehe sie genauso schnell wieder erlosch, wie sie erschienen war. Vom hölzernen Tor und den Imperialen fehlte jegliche Spur, nicht einmal Asche auf dem Boden, war von ihnen übriggeblieben und selbst der steinerne Bogen, der das Tor umsäumte, war zu einer glasartigen Masse zusammengeschmolzen. Das einzige, was noch dort stand, war Caloraths Hammer, der scheinbar unberührt auf dem Boden lag und den sie nun offensichtlich guter Stimmung auflas. „Es geht doch. Na auf, worauf wartet ihr denn da hinten? Es gibt einen Fürstenhintern zu braten!“ rief sie ihnen vom Eingang aus zu, während sie den Kriegshammer schulterte und eine heran winkende Geste mit der linken Hand vollführte.

„Das ist Wahnsinn!“ konnte Eragon Tarhald neben Roran murmeln hören, was er durchaus verstehen konnte. „Ich habe mich immer gefragt, was passieren würde, wenn Saphira nur so groß wie ein Mensch wäre, mit all ihren Kräften und Fähigkeiten. Ich glaube, ich habe jetzt die Antwort darauf.“ bemerkte sein Cousin hingegen schluckend, dem Nidhogg mit einem amüsierten Keckern begegnete. „Oh, ihr habt keine Ahnung, Hammerfaust. Aber ich werde euch begleiten, zu eurer Sicherheit und der eurer Männer.“ Dabei reichte das Schattenwesen den Dauthdaert an Tempestr weiter, der die Waffe ohne sie groß zu mustern neben sich auf den Boden legte. „Vielen Dank.“ bemerkte Roran hörbar erleichtert über die Unterstützung, bevor er Eragon zunickte und ihm im Vorbeilaufen brüderlich die Hand auf die Schulter legte. Dann folgten die Varden unter seinem Kommando zusammen mit Nidhogg der kleinen Askuldarna, die bereits voraus in die Innenräume gestiefelt war.

„Das war Feuer! Obwohl sie ein Askuldarn ist.“ bemerkte der junge Reiter wenige Augenblicke später in Richtung Torbr, der nun sichtlich genervt den Kopf nach vorn in die rechte Hand gelegt hatte, ganz so, als würde er sich an die Stirn fassen. „Ker, das war es. Calorath ist die einzige unseres Volkes, die Feuer und Hitze manipulieren kann, was zusammen mit ihrem Temperament eine explosive Mischung abgibt, wie du zweifelsfrei gesehen hast. Ob es wirklich weise war, ihr das zu gestatten, Tempestr?“ antwortete ihm sein großer Freund und blickte anschließend auf zu Tempestr, der langsam nickte. „Es ist das beste, wenn sie ihren Zorn über Schimmerschuppes Verletzung an Galbatorix' Schergen auslassen kann. Anderenfalls, wäre ihr in ihrem Zorn, womöglich später ein armer Vardenkrieger über den Weg gelaufen, der sie aus Versehen als Kind bezeichnet hätte. Du weiß, wie sie darauf reagiert. Und du musst zugeben Torbr, sie hat ihr Versprechen gehalten und sich zurückgehalten. Die Festung steht noch, wenn auch ein klein wenig angesengt.“ erklärte der Riese ruhig mit seiner weisen, rauen Stimme und schien sogar etwas amüsiert über die Tatsache zu sein, dass Calorath 'nur' das Tor mitsamt einer Gruppe imperialer Soldaten verbrannt hatte. Torbr brummte grimmig. „Darüber müssen wir wohl wirklich froh sein.“ Dann atmete er tief durch. „Aber vermutlich hast du recht.  Ich hätte keine große Lust Nasuada direkt am ersten Tag unserer Ankunft einen Haufen Asche erklären zu müssen, der einmal ihr Soldat gewesen ist.“

Tausend Fragen und mehr, schwirrten Eragon durch den aufgewühlten Kopf, der schon davor in heller Aufregung wegen Saphiras Verletzung gewesen war. Er nahm sich fest vor, seinen silbernen Freund später im Lager mit jeder einzelnen von ihnen zu Löchern, denn jetzt gerade schien Torbr nicht in der Gemütslage zu sein, über derartige Dinge zu diskutieren, da er abermals in seinen Beutel fasste, wobei er vorhin so rüde von Calorath unterbrochen worden war, und zog einen apfelgroßen Kristall von hellgrüner, aber doch durchsichtiger Beschaffenheit hervor.

Der Stein wirkte roh, ungeschliffene, als hätte man ihn einfach nur mit groben Werkzeugen aus dem Gestein geschlagen und nicht weiter verarbeitet und doch verströmte er eine merkwürdige Aura, die Eragon unmöglich beschreiben konnte. Am ehesten traf es noch ein tiefes, schwarzes Loch, das drohte, all seine Gedanken und Gefühle in sich aufzusaugen, wenn er ihm die Gelegenheit dazu geben würde.

Arya neben ihm schien den Kristall genauso faszinierend zu mustern, wie er und auch Londir trat nun von Saphiras Brust hinüber zu ihnen, den Blick starr auf den grünen Kristall gerichtet. „Ich kenne diesen Stein.“ murmelte der Magier sichtlich angestrengt nachdenkend, was Torbr glucksen ließ. „Das glaube ich gern, schließlich warst du derjenige, der die Zauber auf ihn legte. Mach dich bereit deine Erinnerungen wiederzubekommen, Bruder. Auch du, Bloedhgarm und ihr anderen Elfen! Es wird – unangenehm sein für einige Sekunden, als würde euer Verstand von tausenden unsichtbaren Hämmern bearbeitet werden. So fühlte es zumindest für mich an, damals.“ erklärte der Hüne dann ernst, woraufhin ihm Bloedhgarm und die anderen Elfen der Garde verwirrte Blicke zuwarfen.  „Behauptet hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!“ fügte er warnend hinzu und wandte sich erneut an Londir, dem Eragon seine Anspannung deutlich ansehen konnte und auch er selbst war überaus neugierig darauf, was nun folgen würde. „Bereit?“ wollte Torbr dann wissen, worauf der schwarz gerüstete Askuldarn bestimmt nickte. „Bereit.“

Mit diesen Worten zermalmte der silberne Hüne den grünen Kristall in seiner rechten Hand zu Staub und sofort fielen Londir und sämtliche Elfen vor ihnen auf die Knie, stöhnten laut und hielten sich die Schläfen mit beiden Händen, während sie die Augen fest zu gepresst hatten. Eragons besorgter Blick fiel auf Arya, die jedoch nichts von alledem am eigenen Leib erfuhr und stattdessen angespannt in Richtung der anderen blickte. Der Reiter selbst verspürte ebenso nichts, worüber er auch angesichts der vor ihm stöhnenden Personen überaus froh war. Das einzige was ihm auffiel, war das Fehlen der merkwürdigen Aura des Kristalls, die zusammen mit seiner Zerstörung verschwunden war. Diesen ließ Torbr nun als feinen Staub zu Boden rieseln, wobei Londir und die anderen endlich nach einigen Sekunden wieder keuchend zur Ruhe kamen. Doch während die Elfen sich, zumindest körperlich, unverändert wieder kopfschüttelnd aufrappelten, musste Eragon leicht schlucken, als er seinen schwarz gerüsteten Freund genauer musterte.

Londir wirkte größer und zugleich schlanker als zuvor, die Rüstung eleganter und mit zahlreichen Runen graviert, die der Reiter nicht lesen konnte. Zudem war der grobschlächtige Zweihänder von seinem Rücken verschwunden, wo an seiner statt nun ein etwa drei Zoll dicker langer schwarzer Stab, aus dem gleichen Metall wie die Rüstung, saß, der am oberen Teil in einem zapfenartigen Drahtgeflecht endete, in dessen Mitte ein passgenauer, leuchtend hellblauer Kristall eingearbeitet war. Auch ihn zierten zahllose Runen, die, wie der Reiter erkannte, in präzise angebrachten Spiralen angeordnet waren und sich scheinbar über die ganze Länge der Waffe hinwegzogen. Auch sein Haar war deutlich länger geworden und wallte nun etwa armlang über seinen Nacken in den Rücken, als Londir sich zu seiner vollen Größe von nun gut und gern zehn Fuß aufrichtete. Seine Augen schimmerten dabei nun in einem kühlen himmelblau und strahlten eine unglaublich Gelassenheit aus, die selbst Eragons Anspannung spürbar verringerte.

Ein sanftes Lächeln zierte seine Lippen, ehe er Trorbr in eine brüderliche Umarmung schloss. „Ar'ken mo vos retin, mal Danor! Es tut gut, die Welt endlich wieder ohne den Schleier zu sehen.“ meinte der Magiern anschließend in einer deutlich höheren Stimmlage, als zuvor und auch seine Art hatte nun etwas melodisches an sich, das den Drachenreiter schwach an die Gebarden der Elfen erinnerte. „Es tut auch gut, dich wieder in alter Pracht zu sehen, Londir.“ stimmte Torbr ihm erfreut zu, während Londir nun auch Tempestr in gleicher Weise umarmte. „In der Tat, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Willkommen zurück, Bruderherz.“ pflichtete der türkisgrüne Askuldarn glücklich bei. Danach wandte sich der Magier Eragon zu, der nicht anders konnte, als ihn weiterhin fasziniert zu mustern. Schließlich brachte er zögerlich hervor: „Du siehst – anders – aus, Londir.“ Der Reiter wollte seinen Freund auf keinen Fall beleidigen, weswegen er nicht wirklich wusste was er sagen sollte. Er war zwar durch all die Ereignisse mit Torbr im ganzen vergangenen Jahr, inzwischen einiges gewöhnt, doch scheinbar schafften es die Askuldarn ihn immer wieder aufs neue zu überraschen. Zu seiner Erleichterung stieß Londir vor ihm ein sanftes Lachen aus, bevor er ihm die Hand auf die linke Schulter legte und lächelnd meinte: „Das glaube ich dir gern, junger Freund.“ Dann horchten sie beide auf, als fast die gesamte Elfengarde von Saphira, mit Ausnahme von Invidia und Yaela, die bei Nirtra blieben, zu ihnen herüber geeilt kamen, um anschließend den schwarz gerüsteten Askuldarn mit einem Blick anzustarren, den Eragon nur als bewundernd einzuschätzen vermochte.

Und seine eigene Verwunderung wurde nur umso größer, als die versammelte Elfengarde allesamt die rechte Hand flach auf die Brust über das Herz legten und sich übertrieben tief vor Londir verneigten. Noch nie zuvor hatte der Reiter eine derartige Ehrerbietung von dem spitzohrigen Volk gesehen, außer vielleicht gegenüber Glaedr, Oromis oder Saphira und selbst dort hatte es sich eher in förmlichen Grenzen gehalten.

„Ebrithil!“ konnte er Bloedhgarm respektvoll murmeln hören, ehe Londir zu ihnen trat und höflich den traditionellen Elfengruß ausführte, den die Elfen sogleich erwiderten. „Meine Magie hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Es ist schön euch wieder für die zu sehen, die ihr wirklich seid, meine Freunde.“ bemerkte der Askuldarn freundlich und mit einem erleichterten Unterton, worauf der Wolfskatzenelf ein tiefes Knurren ausstieß. „So ist es Ebrithil. Zu lange ist es her, seit ihr damals aus unserer Mitte aufbracht, um nie wiederzukehren. Ich bin froh, dass diese Befürchtung nur eine Täuschung war.“ Allein dieser kurze Austausch von Worten, den die beiden vollkommen in der Alten Sprache abgehalten hatten, fand Eragon überaus faszinierend. Anscheinend kannte Londir die Elfenmagier schon eine halbe Ewigkeit und hatte eine gewisse Beziehung zu ihnen, wie sich einen Augenblick später noch verdeutlichte, als der Askuldarn in seine Muttersprache wechselte, die auf den jungen Reiter, wie schon zuvor bei der Diskussion zwischen Tempestr und Calorath, sehr guttural und rau wirkte. Bloedhgarm schien dies laut seinem Gesichtsausdruck etwas zu überraschen, weshalb Wyrden für ihn einsprang und Londir in derselben Sprache antwortete, auch wenn Eragon deutlich merkte, wie schwer es dem Elfenmagier fiel, sich in askuldarnisch auszudrücken. Doch der schwarz gerüstete Hüne lächelte breit, wobei er seine perlweißen, raubtierartigen Zähne präsentierte, die denen eines Drachens nicht unähnlich waren, nur eben in Kleinformat.

Als die Gruppe um Londir etwas beiseite trat, um sich wohl der alten Zeiten wegen zu unterhalten, horchte der Reiter auf, als Arya neben ihm fasziniert fragte: „Es wirkt, als würden sie sich schon Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte kennen, doch wie kommt es, dass der Bruch des Gedächtniszaubers, meine Erinnerungen nicht geweckt hat, Torbr?“ Dabei richtete sie ihre Worte und Blick auf den Askuldarn neben ihnen, der ihnen nun den Kopf wieder zuwandte. Auch Eragon spitzte neugierig die Ohren, als es nicht Torbr, sondern Tempestr war, der freundlich antwortete: „Das ist leicht geklärt, mein Kind. Du bist wohl zu jung, um von der Magie meines Bruders betroffen zu sein. Jedes lebende Geschöpf mit Erinnerungen an uns, das damals vor 130 Jahren lebte, als Londir den Zauber wirkte, war betroffen, ohne Ausnahmen. Und da wir als Askuldarn aus ihrem Verstand getilgt waren, kannst du keine Erinnerungen an uns haben, wenn du danach geboren wurdest, selbst nicht aus Geschichten, oder Schriftrollen.“ Die Elfe nickte verstehend. „Das erklärt die Umstände natürlich, wenn ich erst kurz vor dem Fall der Reiter geboren wurde. Danke, Tempestr-Elda.“ „Gerne doch, junge Elfe.“

„Aber das bringt ein anderes, weitaus  gefährlicheres Problem mit sich. Es ist gut, dass du uns direkt darauf angesprochen hast, Arya, sonst wäre es vielleicht zu einem großen Unglück gekommen. Höre mir nun genau zu, junge Elfe. Deine Mutter und dein Vater, schwer zu sagen, wer der wirkliche Drahtzieher hinter der Schandtat war, haben sich wenige Jahrzehnte vor unserem Rückzug einen mächtigen Feind unter meinen Brüdern gemacht. Daher mein eindringlicher Rat an dich: Erwähne niemals den Namen deiner Mutter, oder deine Herkunft in der Gegenwart von Matreus! Für ihn bist du nur eine einfache Botschafterin und Kriegerin eines Elfenhauses deiner Wahl. Sollte er von deiner wahren Identität erfahren, kann nicht einmal ich für deine Sicherheit garantieren. Die anderen deines Volkes sollten bestens darüber Bescheid wissen und sich dementsprechend verhalten. Und ich werde Nasuada, so schnell es mir möglich ist, ebenfalls davon unterrichten. Hast du mich verstanden, Kind?“ erklärte dann jedoch Torbr mit todernster, strenger Stimme, was Eragon unwillkürlich schlucken ließ. „Dasselbe gilt auch für dich und Saphira, Eragon. Erwähnt niemals Aryas Herkunft gegenüber Matreus. Und keine Sorge, ich werde ihn euch nachher vorstellen, wenn nicht er uns vorher findet.“ fuhr der Askuldarn anschließend an ihn gewandt eindringlich fort, ehe sich sein Ton etwas besänftigte. „Ich sage das  nicht, um Panik zu schüren, meine Freunde. Es geht lediglich darum, ein Unglück zu verhindern, das im Endeffekt nur allen Beteiligten schaden würde.“

Trotzdem rann es Eragon kalt den Rücken herunter, als er daran denken musste, was wohl geschehen wäre, wenn Torbr ihnen nicht von Matreus' Fehde erzählt und sie aus Versehen Arya als Islanzadis Tochter vorgestellt hätten. Wenn selbst der silberne Hüne nicht versprechen konnte, in der Lage zu sein, seinen Bruder aufzuhalten, dann hätte er, Arya, die Elfenmagier oder Saphira niemals schnell genug reagieren können, um sie vor diesem Matreus zu retten. Das Ganze warf nur noch mehr Fragen in seinem Verstand auf und seiner elfischen Freundin schien es nicht besser zu gehen, als sie bedächtig auf Torbrs Worte hin nickte. „Ich – verstehe. Danke für die Warnung, Torbr, ich werde mich an deine Worte halten. Nur aus Interesse: Was genau ist zwischen diesem Matreus und meinen Eltern vorgefallen, dass er derart von Hass zerfressen ist?“ erwiderte sie zurückhaltend und respektvoll fragend, woraufhin sich die Haltung der beiden Askuldarn samt der Aura um sie herum schlagartig verdüsterte.

Eine unheimliche Kälte kroch von ihnen herüber und schien von Eragons ganzem Körper Besitz zu ergreifen, weswegen er auch unwillkürlich zu zittern anfing, während gleichzeitig Tempestr den Griff um seinen Speer verstärkte und unvermittelt ein starker Wind durch den Hof der Festung zu fegen schien, der heftig an den Fahnen und Wimpeln auf den Mauern zerrte. Es erschrak den Reiter zusätzlich, als der schlaksige Riese, der zuvor nur wie ein freundlicher alter Mann gesprochen hatte, einen deutlich grimmigen, düsteren und verbitterten Tonfall anstimmte, um Arya zu antworten: „Ein Verbrechen, geboren aus Hass und Angst, so unaussprechlich verabscheuungswürdig, dass es niemandem außer Matreus selbst zusteht, davon zu berichten, Arya Dröttningu. Oder aber du fragst deine Mutter, falls du den Mut dafür besitzt, Mädchen, doch ich glaube kaum, dass sie dir in ihrer Feigheit antworten würde.“

Unweigerlich fühlte Eragon sich plötzlich so klein wie eine Ameise, vor deren Augen sich gerade eine Drache zu seiner vollen Größe aufbäumte, als er Tempestr und Torbr so vor sich stehen sah. Instinktiv schrie jede einzelne Faser seines Körpers wegzulaufen und sich im nächstbesten Erdloch zu verkriechen, aus der Sicht dieser überwältigenden und wütenden Giganten zu verschwinden, auch wenn er im Vordergrund genau wusste, dass die beiden ihm nie etwas antun würden. Doch ihre schiere Präsenz reichte aus, um seinen natürlichen Fluchtinstinkt zu wecken.

Arya neben ihm, erschien es nicht viel besser zu gehen, wie er aus dem Augenwinkel bemerkte, denn auch ihre Knie schlotterten, ein Zeichen von Angst, das er bisher nur selten bei den Elfen gesehen hatte, die sonst ihre Emotionen perfekt im Griff hatten.

Der Moment wurde allerdings jäh unterbrochen, als er in seinem Geist spürte, wie Saphira allmählich zu Bewusstsein kam! Eine Tatsache, die auch den beiden Askuldarn nicht zu entgehen schien, denn die grimmige Aura verpuffte so rasch, wie sie heraufgezogen war, genauso wie der Wind, der wie mit einem Fingerschnippen verebbte. Eragon blendete fast alles um sich herum aus, als er hastig zurück neben die Schnauze seiner Seelenschwester kniete und sich voll und ganz auf ihren noch geschwächten fokussierte, der sich leicht benebelt anfühlte. Im Hintergrund bemerkte er schemenhaft, wie Nirtra von Saphiras Brust zurücktreten war und nun ein paar Worte mit einem angespannten Torbr wechselte, der nur zwei Schritte hinter dem Reiter verweilte.

„Saphira!“ flüsterte er voller Erleichterung und Freude, als sie endlich mühsam und zögerlich ihr großes, saphirblaues Auge öffnete und verwirrt blinzelte. *Eragon? Was – was ist geschehen? Ich sah nur noch diesen Reiter auf mich zukommen, dann diese Lanze – so viel Schmerz, es war, als würde mir ein anderer Drache seine glühenden Klauen quer durch den gesamten Leib treiben! Und dann war da nur noch Dunkelheit – bis jetzt.* murmelte Saphira orientierungslos, während er tiefe Betroffenheit und Angst in ihr spüren konnte, aber ebenso die unbeschreibliche Freude, ihn hier bei sich zu haben. Ihr Auge fokussierte ihn sofort und sie stieß ein sanftes, liebevolles Schnurren aus, als er ihre Schnauze fest umarmte und sie dabei gleichzeitig zärtlich kraulte. *Die Lanze hat dich in der Brust erwischt und schwer verletzt. Es war ein Dauthdaert, anscheinend eine Waffe, die vor Jahrtausenden erschaffen wurde, mit der einzigen Absicht, Drachen zu töten. Ich hatte furchtbare Angst um dich, die Elfen konnten nichts tun, genauso wie Londir. Und dein Geist entglitt immer weiter meinem Griff, so sehr ich auch versuchte, dich festzuhalten.* erklärte er ihr so ruhig er es in seinem aufgeregten Zustand nur konnte, wobei er allerdings aus eigener Furcht vermied, das Thema ihres bevorstehenden Todes beim Namen zu nennen, denn nur der Gedanke daran, ließ sein Herz bereits anfangen zu rasen. Deswegen konnte er es auch nicht vor seiner Drachendame verbergen, deren Muskeln unter seinen Fingern unwillkürlich zuckten, als sie durch seinen Geist zu verstehen begann, was genau ihr bevorgestanden war und ein leises Jaulen entrann ihrer Kehle. *Kleiner.* wisperte sie mitfühlend und schmiegte ihren Verstand noch enger an den seinen, wofür er ihr sehr dankbar war. Die Nähe gab ihm Kraft und Sicherheit.

Einige stille Momente verharrten sie so, geistig eng ineinander verschlungen, ehe Saphira sich wieder etwas löste und leicht verwirrt fragte: *Aber wie bin ich dann jetzt hier, wenn niemand von euch meine Wunde heilen konnte?* Eragon spürte, wie sie instinktiv ihren Geist aussandte und dann schlagartig zuckte, sowohl körperlich, als auch mental, woraufhin er ein breites Lächeln aufsetzte und seine Stirn noch einmal auf ihre Wange drückte. Erst danach antwortete er ihr, obwohl die Drachendame bereits begriffen hatte, was geschehen war. „Ich habe Torbr um Hilfe gebeten, wie er es uns damals vor seinem Aufbruch versprach. Und er hat sein Wort gehalten.“ meinte er fröhlich, während er etwas zurückrutschte, damit Saphira ihr Haupt in Richtung des Askuldarns heben konnte, der bis jetzt stillschweigend hinter dem Reiter gewartet hatte. Auch der Reiter wandte den Kopf in Torbrs Richtung und stellte fest, dass dieser gerade im Begriff war, seinen Helm abzunehmen, um ein Gesicht zu entblößen, das ihm gleichzeitig bekannt und doch auch fremd erschien.

Die grundlegnden Züge, waren dieselben, wie er sie schon damals bei ihrer ersten Begegnung in Ellesmera gesehen hatte, mit dem feinen Schuppenkleid, aus unzähligen Fingernagel großen silbernen Schüppchen. Sein grausilbriges Haar, welches zwischen den Lücken der Schuppen auf seinem Skalp hervorspross, war etwas länger als zuvor, vielleicht halb so lang, wie Eragons Unterarm und dort, wo Dolleths Klauen ihn auf der Flucht aus Urubaen verwundet hatten, zogen sich vier lange Striemen über das linke Auge, bis hinunter auf die Wange, während eine silbrige Augenklappe, die scheinbar mittels drei feiner Drähte mit seinen Gesichtsschuppen verschmolzen war, die leere Höhle vor seinem Blick verbarg. Es war nicht dieselbe, die er damals in der Not bei den Elfen angefertigt hatte, so viel war sicher. Das rechte Auge hingegen schien regelrecht zu strahlen, als der Hüne Saphira ansah und seine Fürsorge für die Drachendame konnte der Reiter nur allzu deutlich erkennen. Ein strahlendes Lächeln hatte sich über die Lippen des Askuldarn gelegt, wodurch er sein raubtierartiges Gebiss entblößte, das dem Londirs zum verwechseln ähnlich sah. Stumm starrten Torbr und Saphira sich fast eine geschlagene Minute an, in der Eragon deutlich die wachsende Freude und Aufregung seiner Seelengefährtin spüren konnte, bis die Drachendame schließlich die Schnauze zu dem Hünen schob und ihm liebevoll mit der Zunge über die rechte Wange schleckte. *Du großer Dummkopf, du.* bemerkte sie dann knurrend in die Richtung des Askuldarns, wobei ihr Ton zwar vorwurfsvoll klang, aber der Reiter konnte deutlich durch ihre Verbindung wahrnehmen, dass das nur eine Farce nach außen hin war, um ihre eigentlich überschwängliche Freude zu verbergen, was sein amüsiertes Grinsen nur noch breiter werden ließ.

Torbr umfasste ihre Schnauze mit beiden Händen, schloss das verbliebene Auge und drückte dann seine Stirn gegen ihr Kinn, woraufhin Eragon unwillkürlich zusammenzuckte, als der gewaltige, uralte Geist seines Freundes sich nun vollends öffnete und sowohl Saphira, als auch ihn in eine enge geistige Umarmung schloss, wodurch er die schiere Macht, die von Torbr ausging, in jeder Faser seines Körpers spüren konnte, genauso wie die große Erleichterung und Freude, die Drachendame wohlbehalten wiederzusehen. Der Askuldarn fühlte sich dabei an, wie ein ganzes Gebirgsmassiv, dass sich um sie herum auftürmte und beschützend umgab. Es gab ihm das wohltuende Gefühl vollkommen sicher zu sein, als könnte nicht einmal Galbatorix persönlich ihn oder Saphira auch nur ankratzen in diesem Moment. „Ich bin so froh, dich wohlbehalten wiederzusehen, meine Große. Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet, als ich Eragons Hilferuf durch den Ring hörte.“ erwiderte Torbr befreit, ehe er gefühlvoll hinzufügte: „Und ja, ich war ein Dummkopf. Ich habe viele dumme Sachen gesagt, Gedächtniszauber hin oder her. Aber was du wissen solltest: Egal, was mein verzaubertes Ich gesagt haben mag, ich liebe dich, Saphira, von ganzem Herzen, genauso wie unsere Tochter Kai'yn und unsere anderen Kinder, die noch in ihren Eiern schlummern.“ Dabei drückte er einen liebevollen Kuss auf die Spitze ihrer Schnauze und ließ seinen Gefühle zumindest teilweise zu ihr hinüberschwappen, wie Eragon durch die Verbindung mit Saphira durchaus mitbekam. Genauso wie er das schier unbändige Glücksgefühl spürte, welches nach den Worten des Askuldarns fast augenblicklich von der Drachendame ausgehend seinen Geist flutete, gefolgt überschwänglicher Zuneigung, was ihn nur umso mehr lächeln ließ.

Er konnte sich noch gut an die Wochen nach dem Abschied von Torbr erinnern, wie niedergeschlagen und zerrüttet Saphira gewesen war. Vor allem, als sie unmittelbar nach ihrem Sieg in Feinster von Oromis und Glaedrs Tod über Gil'ead erfuhren. Der Geist des goldenen Drachens hatte zwar im Eldunari überstanden, den er ihnen vor ihrem Aufbruch überreicht hatte, doch er war derartig vom Tod seines Reiters zerfressen, dass Eragon bis jetzt noch nicht einmal den Funken einer Reaktion von ihm erhalten hatten. Nichts hatte die Drachendame aufmuntern können, weder ein gemeinsamer Flug, noch die Jagd, lediglich Kai'yn hatte es immer wieder geschafft, sie zumindest etwas aufzuheitern, mit ihren Albernheiten. Doch jetzt diese Wort von Torbr zu hören, zusammen mit seinen buchstäblich offengelegten Gefühlen, löste endlich den Knoten, der Saphira so lange geplagt hatte.

Sie stieß ein liebevolles Gurren aus und rieb ihre Wange stürmisch an der seinen, was den uralten Krieger erheitert lachen ließ, während er die Geste sichtlich genoss. *Du bist trotzdem noch immer ein großer Dummkopf.* meinte sie brummend, ehe sie in einem weitaus zärtlicheren Tonfall hinterher setzte: *Aber ich liebe dich auch, Torbr. Und wir haben dich sehr vermisst, insbesondere Kai'yn.* Dabei schleckte sie ihm einmal quer über das ganze Gesicht, was durch ihre widerhakenbesetzte Zunge und seine Schuppen ein leises Klirren erzeugte. „Das glaube ich sehr und es beschämt mich zutiefst, dass sie so kurz nach ihrem Schlupf schon mehrere Wochen ohne ihren Vater verbringen musste. Dies wird sich ab heute ändern, das schwöre ich dir.“ erwiderte Torbr anschließend verpflichtend, woraufhin ihm Saphira glücklich eine Qualmwolke aus den Nüstern entgegenblies. *Das hoffe ich doch sehr.*

Auch Eragon atmete innerlich merkwürdig erleichtert auf. Er hatte bisher immer als Spielgefährte, für das junge Drachenmädchen herhalten müssen, wenn es ihr zu langweilig wurde, dem Schwanz ihrer Mutter nachzujagen. Zwar wusste er noch von Saphiras Kindheit, wie stürmisch Drachen sein konnten, aber Kai'yn schien das alles noch zu steigern, was vielleicht daran lag, dass der Reiter seine Drachendame damals durch das versteckte Aufziehen deutlich seltener gesehen hatte, was ihm nun im Nachhinein sehr Leid tat für sie. „Das wäre wirklich praktisch, Torbr. Dann kannst du meine Rolle als Spielpartner übernehmen, denn so sehr ich die Kleine liebe, es wird mit ihrer zunehmenden Größe doch immer schwerer für mich das Ganze ohne Verletzungen zu überstehen. Sie versucht zwar vorsichtig zu sein, aber Drache bleibt nun einmal Drache und da sie nicht dieselbe Verbindung mit mir hat, wie Saphira, bemerkt sie es nicht sofort, wenn sie zu weit geht.“ bemerkte er daher und klopfte sich symbolisch gegen die Rippen, die ihm die Kleine vor ein paar Tagen stark geprellt hatte. Keine große Verletzung, doch es hatte ihn doch von den Füßen geholt, als Kai'yn ihn aus ihrem Versteck heraus angesprungen hatte. Immerhin war das Drachenmädchen in dem etwas über einem Monat seit ihrem Schlupf gut gewachsen und reichte ihm mit dem Kopf schon bis an die Hüfte, wenn sie auf allen Vieren stand.

Hinter Torbr stimmte Tempestr daraufhin ein kurzes raues Lachen an, ehe er belustigt meinte: „Oho, die kleine Dra'kla scheint euch beide wohl gut auf Trab zu halten, Setrakul. Es wäre mir und sicher auch Calorath eine Ehre und Vergnügen, die Pflicht des Aufpassers und Spielgefährten von Zeit zu Zeit zu übernehmen, um dich, oder Schimmerschuppe zu entlasten.“ „Aber nicht zu häufig, Bruder! Nicht, dass sich hier sonst noch jemand um seine Aufgaben als Vater drücken kann.“ fügte die waldgrüne Askuldarna namens Nirtra, jedoch in einem mütterlich-gebietendem Ton zackig hinzu, was Eragon unwillkürlich glucksen ließ.

Saphira jedoch horchte auf und er spürte die Neugier, die nun durch ihren Geist huschte, als sie die beiden Gestalten hinter ihrem Gefährten erblickte. Dieser seufzte gespielt und erwiderte mysteriös: „Keine Sorge, Schwester. Eine gewisse andere Person wird mir diesbezüglich wohl kaum eine Chance geben, mich zu drücken.“ Spontan dachte der Reiter, sein Freund würde damit nur einen anderen Askuldarn meinen, aber aus irgendeinem Grund widersprach ihm sein Bauchgefühl dabei. Allerdings fand er es jetzt nicht angemessen, Torbr danach zu fragen, als dieser begann seine Kameraden mit Saphira bekannt zu machen.

„Nirtra? Das ist meine Gefährtin, Saphira Schimmerschuppe, Tochter von Vervada und Iormûngr und ihr Reiter Eragon Schattentöter. Saphira, Eragon? Darf ich euch Nirtra vorstellen, Kommandantin der vierten Kompanie. Sie ist es, bei der du dich für deine Heilung bedanken musst. Ohne sie, wäre es wohl sehr kritisch geworden, das muss ich offen zugeben.“ begann er dabei respektvoll mit der waldgrünen Nirtra, die sich ebenfalls den Helm vom Kopf zog, um der Drachendame und ihm ein freundliches Lächeln zu schenken. Ihre tiefgrünen Augen strahlten dabei eine gütige Wärme aus, während sich ihre armlangen ebenso grünen Haare, nun nicht mehr vom Kopfschutz behindert, wehend über ihren Nacken legten. Eragon empfand eine tiefe Dankbarkeit für die fast schon mollig anmutende Askuldarna, genauso wie er sie von seiner Seelengefährtin ausgehen spüren konnte, die ihren Kopf ehrerbietig vor der Heilerin verneigte, eine Geste, die er gleichermaßen vollführte. *Es ist mir eine Ehre, Nirtra-Elda. Worte allein können nicht ausdrücken, wie dankbar ich euch bin, mein Leben gerettet zu haben! Aber dennoch: Danke, von ganzem Herzen. Ich werde für immer in eurer Schuld stehen!* meinte Saphira hochachtungsvoll, dem er hinzufügte: „Ebenso wie ich, Nirtra-Elda. Ihr wisst nicht, wie froh ich bin, dass ihr Saphira helfen konntet.“ Er zuckte überrascht zusammen, als die Askuldarna einen Schritt auf ihn zu machte und zunächst ihm breit schmunzelnd mit der Hand über den Kopf wuschelte, so wie eine Mutter bei ihrem Sohn, bevor sie seiner Drachendame zärtlich die Wange tätschelte, was dieser ein leises Schnurren entlockte.

„Ihr seid wirklich zu goldig, meine Kinder, aber ihr schuldet mir nichts. Es freut mich euch beide endlich persönlich kennenzulernen, auch wenn die Umstände natürlich freundlicher hätten sein können. Schimmerschuppe, wie fühlst du dich? Eine Dauthdaert-Verletzung ist niemals auf die leichte Schulter zu nehmen, selbst für mich.“ bemerkte sie dann sichtlich erheitert mit ihrer warmen Stimme, worauf Saphira nach einem Brummen wahrheitsgemäß antwortete: *Matt und erschöpft, als hätte ich mehrere Tage damit verbracht einem gewitzten Reh hinterherzufliegen, ohne es je zu fangen, Nirtra-Elda. Und da ist ein merkwürdiges Kribbeln in meiner Brust, wohl an dem Ort, wo mich dieser Dauthdaert, wie ihr ihn nennt, getroffen hat.* Eine Tatsache, die Eragon nur bestätigen konnte , denn, auch wenn sie es versuchte vor ihm zu verbergen, fühlte er durch ihre Verbindung, wie sehr sie sich anstrengen musste, nicht an Ort und Stelle einzuschlafen, weswegen er ihr ein bisschen seiner eigenen Kraftreserven hinüberschob. In Anbetracht dessen jedoch, dass sie ein Drache war, kam das allerdings eher einem Tropfen auf den heißen Stein gleich. Nirtra nickte indessen verstehend. „Das ist völlig normal, Darmina, das Kribbeln wird wohl noch ein paar Stunden anhalten. Es hat deinem Körper viel Energie gekostet, als ich die Wunde versorgte. Deshalb solltest du dich für die nächsten Tage erst einmal ausruhen, gut essen und viel trinken, da du eine große Menge Blut verloren hast, neben der bloßen Energie.“ Er konnte Saphiras Unmut darüber deutlich spüren, aber sie schien sich aus Respekt der Askuldarna zu fügen, denn sie erwiderte höflich, wenngleich auch hörbar widerwillig: *Dann werde ich dies tun, Nirtra-Elda.*

Dann fügte sie jedoch noch rasch neugierig hinzu: *Was bedeutet Darmina?* Ein helles, amüsiertes Lachen kam Nirtra daraufhin über die Lippen, bevor sie lächelnd antwortete: „Es ist das beste für dich, Schimmerschuppe, glaube mir. Ich habe über die Jahrtausende hinweg genug Wesen geheilt, um zu wissen, wie ungern die meisten untätig herumsitzen nach meiner Behandlung, aber es ist nun einmal notwendig. Eines der uralten Gesetze der Natur, auch für solche Dickköpfe, wie Drachen. Und 'Darmina' ist unsere respektvolle Bezeichnung für ein heranwachsendes Drachenweibchen von großer Stärke. Ich denke, diesen Begriff wirst du in nächster Zeit noch öfters zu Ohren bekommen, mein Kind.“ Dabei zwinkerte sie ihr und auch Eragon gutmütig zu, woraufhin ein gewisser Stolz in seiner Drachendame hochkam, was den Reiter unwillkürlich schmunzeln ließ. Er wusste nur zu gut, wie eitel Saphira als Drache sein konnte, weswegen sie immer empfänglich für Komplimente war, vor allem von solch uralten, mächtigen Wesen, wie Nirtra, wobei sie die spitze Bemerkung über ihre Dickköpfigkeit glatt zu überhören schien. *Danke, große Heilerin.* bemerkte sie stattdessen hochachtungsvoll und neigte ihren massigen Kopf, dem die Askuldaran mit einem erwidernden Nicken begegnete. Eragon indessen fügte dem noch hinzu: „Ja, danke noch einmal, Nirtra-Elda. Ich werde darauf achten, dass sie sich auch daran hält.“ „Ebenso wie ich.“ schloss sich ihm Torbr mit gespielt ernster Miene an, worauf Saphira mit einem lauten Schnauben antwortete. Dann war es an Tempestr sich vorzustellen, der, sichtlich belustigt von der kleinen Diskussion, meinte: „Unterschätze niemals die Sturheit eines Drachens, Torbr, vor allem nicht die einer jungen Drachendame. Dagegen würde wohl noch der dickköpfigste Zwerg vor Neid erblassen.“

Eragon bemerkte, wie sich Saphiras Fokus nun auf den türkisgrünen Askuldarn legte, der inzwischen hinter Nirtra getreten war und sich in seiner schlaksigen Gestalt praktisch über sie hinweg nach vorn beugte. Den Speer hielt er dabei locker aufrecht in der rechten Hand, während er die linke verborgen auf den Rücken gelegt hatte. Der junge Drachenreiter wurde leicht mulmig zu Mute, als ihm erst jetzt wirklich auffiel, wie riesig Tempestr eigentlich war, denn er überragte sogar noch Saphira in ihrer noch liegenden Position, obwohl sie bereits ihren Kopf soweit anhob, wie sie konnte, um dem Kommandanten entgegenzukommen, den sie fasziniert musterte.

*Er ist so hoch wie ein Baum, aber nur so breit ein Grashalm.* stellte die Drachendame nur unter ihnen beiden fest, dem er rasch zustimmte. *Das kannst du laut sagen, im Gegensatz zu Torbr ist er geradezu ein Strich in der Landschaft. Aber ich denke wir sollten ihn nicht unterschätzen, einem Elf sieht man seine Stärke immerhin auch nicht wirklich an. Schließlich ist er auch ein Askuldarn.* *Das ist wahr.* pflichtete sie ihm nachdenklich bei, während Torbr seinem Kameraden ein wissendes Lächeln schenkte, ehe er an Saphira gewandt meinte: „Darf ich dir Tempestr vorstellen, meine Liebe? Er ist der Kommandant der siebten Kompanie.“

„Ku'nen mol vos ker'tol, Saphira Schimmerschuppe, Filika dar Iormûngr os Vervada .“ grüßte sie Tempestr in seiner rauen Stimme respektvoll, nur um anscheinend übersetzend zu wiederholen: „Es ist mir eine Ehre, euch kennenzulernen, Schimmerschuppe, Tochter von Iormûngr und Vervada. Ich wünschte nur, unsere Begegnung wäre unter glücklicheren Umständen zusammengekommen. Aber dennoch erfüllt es mein altes Herz mit Freude, euch nun wieder geheilt zu sehen.“ Dabei neigte er den Kopf zum Gruß, wobei Eragon auffiel, dass er seinen Helm nicht wie die anderen abnahm, aber er maß dem keine wirkliche Beachtung bei. Die Drachendame zwinkerte ihm zu und senkte ebenfalls das Haupt. *Die Freude ist ganz meinerseits, ehrwürdiger Alter. Habt dank für eure Anteilnahme, aber es ist wirklich nicht mehr so schlimm, dank eurer Schwester.* „Das ist schön zu hören.“ erwiderte der Askuldarn freundlich, bevor er etwas neugierig nachhakte: „Ihr seid also tatsächlich Iormûngrs Tochter, Darmina?“ *Ich habe meinen Vater leider nie selbst gesehen, aber ja, Meister Glaedr erzählte mir von meinen Eltern, auch wenn er sie natürlich nur oberflächlich kannte.* bejahte Saphira höflich, während der Reiter ihren unterbewussten Schmerz darüber wahrnehmen konnte. In dieser Hinsicht erging es ihr nicht viel besser als ihm, weswegen er noch einmal näher an ihren Geist rückte, wofür sie ihm sehr dankbar war.

Tempestr hingegen schien ihre Antwort sehr fröhlich zu stimmen, denn er entgegnete daraufhin warmherzig: „Matreus hatte die Hoffnung schon aufgegeben, ehe Torbr uns von dir und auch von deiner Abstammung erzählte, Schimmerschuppe. Aber es wird ihn mehr als nur freuen, Iormûngrs Tochter kennenzulernen, nach alldem, was in den letzten 130 Jahren geschah.“ Dabei schwang gegen Ende seiner Worte auch eine traurige Note mit.

Saphiras Neugier war jedoch geweckt. *Wer ist dieser Matreus? Kannte er etwa meinen Vater?* wollte sie mit aufwallender Aufregung wissen, woraufhin ihr Torbr antwortete: „Matreus ist der Kommandant der zweiten Kompanie und ja, er kannte deinen Vater. Aber das ist jetzt nicht die richtige Zeit, um darüber zu sprechen. Belatonas Eroberung ist nur noch eine Sache der nächsten Stunden, je nachdem, wie gut die Varden in die restlichen Teile der Stadt vorrücken können. Durch die Situation mit dem Dauthdaert hatten wir keine Zeit, uns ein richtiges Bild von der Lage zu machen, aber Matreus und die anderen sollten inzwischen die Zeltstadt vor Belatona fast erreicht haben. Am besten wäre es, wenn wir uns dorthin auf den Weg machen, bevor mein Bruder noch irgendeine Dummheit anstellt, die ich später bereuen würde.“ *Aber – * setzte die Drachendame protestierend an, verstummte jedoch, als ihr Gefährte ruhig die rechte Hand hob. „Nicht jetzt, meine Liebe, alles zu seiner Zeit. Glaube mir, Matreus wird dir noch früh genug von Iormûngr erzählen. Du musst dich jetzt erst einmal ausruhen und ich möchte nach all dieser Zeit endlich meine kleine Tochter wiedersehen. Wo habt ihr sie denn gelassen?“ meinte er bestimmt und setzte ein warmes Lächeln auf, als er von Kai'yn sprach.

Eragon konnte sich nur zu lebhaft vorstellen, wie schwer es Saphira fiel, ihre ganzen Fragen vorerst herunterzuschlucken, schließlich hatte er sich erst wenige Minuten vor ihr dazu gezwungen. Ein kurzes Knurren entfleuchte ihrer Kehle, womit sie ihren Unmut hörbar bekannt gab, ehe sie fordernd erwiderte: *Also gut, aber nur wenn du es mir versprichst spätestens heute Abend, nach all den Formalitäten, alles zu erzählen und all unsere Fragen zu beantworten.*

Für einen Moment glaubte der Reiter schon eine Ausrede seitens Torbrs kommen zu hören, womit er sogar noch leben konnte, solange sein Freund es nicht zu lange hinauszögerte, doch er überraschte ihn, indem er ernst in der Alten Sprache antwortete: „Ich verspreche es.“ Dabei legte er die rechte Hand zur Faust geballt auf die Brust in Höhe des Herzens. Saphira brummte zufrieden, während Eragon verdutzt zu ihr im Geiste flüsterte: *Das war einfach.* *Bestimmt will er wiedergutmachen, was er damals vor seinem Aufbruch angerichtet hat, aber so leicht, werde ich ihn nicht davonkommen lassen. Zumindest noch nicht.* entgegnete die Drachendame spitz, wobei sie bei ihren letzten Worten anfing liebevoll zu schnurren, als Torbr ihr zärtlich die Wange kraulte.

Dann richtete sie das Wort wieder an den silbernen Hünen: *Gut. Wir haben Kai'yn bei Katrina gelassen. Die Kleine scheint sie sehr zu mögen und ich wollte sie nicht unnötig hier im Kampf in Gefahr bringen.* „Ah, bei Hammerfaust Frau? Sie war doch ebenfalls schwanger, wenn ich mich recht entsinne? Ich hoffe doch, ihr geht es gut?“ bemerkte dieser leicht überrascht, woraufhin Eragon rasch nickte. „Ja, den Umständen entsprechend ist alles bestens. Roran macht sich zwar immer große Sorgen um sie, aber Katrina lässt sich von ihm nicht aus der Ruhe bringen. Manchmal muss man sich schon fragen, wer von den beiden sturer ist.“ erklärte er glucksend, was auch Torbr kurz auflachen ließ. „Das freut mich zu hören.“ meinte der Askuldarn munter, ehe er auffordernd in die großen Hände klatschte, was unnatürlich laut auf Eragon wirkte, der halb davon zusammenzuckte.

„Also schön, dann lasst uns aufbrechen. Es gibt da nämlich noch jemanden, der schon brennend darauf wartet, dich endlich wiederzusehen, meine Liebe. Und es wird langsam immer schwerer ihn zurückzuhalten.“ fuhr er dann fort und zwinkerte Saphira vielsagend zu, was sie und ihren Reiter verdutzt aufhorchen ließ. *Wen kann er den nun damit meinen?* fragte die Drachendame verwundert, worauf Eragon ihr nur im Geiste ein Schulterzucken vermitteln konnte. *Ich habe keine Ahnung, aber vermutlich werden wir es schon bald erfahren.*



Übersetzung Askuldarnisch:

Nar'sho Dauthdaertya! - Verfluchte Dauthdaertya!
Setrakul - respektvolle Anrede für einen jungen angehenden Drachenreiter
Mer'shzant! - so viel wie „Mistkerl“, nur deutlich vulgärer
Dermu! - Wunderbar!/Fantastisch!
Ker - so ist es, ja
Ar'ken mo vos retin, mal Danor! - Es freut mich, dich wiederzusehen, mein Bruder!




So, das wars dann aber auch fürs erste. ;)
Ich hoffe dieser Restart hat euch gefallen, bin schon sehr gespannt auf eure Reviews. ^^
Ich werde versuchen, jeden Monat ein größeres Kapitel hierzu zu veröffentlichen, also haltet die Ohren steif!

lg Tobi
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