Die Symmetrie der Macht

von Amatra
GeschichteDrama, Romanze / P18
Anakin Skywalker / Darth Vader General Hux Kylo Ren Luke Skywalker Poe Dameron Rey
14.02.2018
13.08.2019
20
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Feuerfunken

Rey atmet tief durch. Nochmal. Und noch einmal. Ganz wie sie es von dem alten Jedimeister gelernt hat. Doch anstatt ruhiger zu werden, kriecht ihr die Verzweiflung, die tief in ihr wuchert, die Kehle herauf und platzt in einem martialischen Schrei aus ihr heraus.
Dabei klatscht sie ihre flache Hand mit voller Wucht gegen ihre Quartiertür, als wolle sie diese hier und jetzt durchschlagen. Das hat wehgetan. Tränen sprengen aus ihren Augen.
Trotzig wischt sie mit dem Handrücken über ihr Gesicht. Wie konnte sie nur …?

Mit leichter Verzögerung öffnet sich die Tür. Die Erschütterung hat den Mechanismus ausgelöst.

Peinlich berührt, tritt Rey einen Schritt zurück und reibt ihren Handrücken am Oberschenkel trocken. Draußen ist es laut. Aber noch hat niemand Notiz von ihr genommen.

Völlig aus dem Konzept gebracht lugt Rey nach draußen. Irgendetwas geschieht hier, dessen ist sie sich sicher. Die Hektik auf dem Korridor ist förmlich fühlbar. Hat uns die Erste Ordnung entdeckt? Ihr Herz hämmert noch ein Stück heftiger gegen ihre Brust als vor noch wenigen Sekunden, als Ren sich ihrer Gedanken bemächtigt und das Ziel ihrer Reise exakt benannt hat. Ihr Puls rauscht in den Ohren. Hat Ren unsere Verbindung in der Macht etwa bis hierher verfolgen können?
Gegen ihren Willen lässt sie sich von der Rastlosigkeit vor ihrer Tür anstecken und stürzt hinaus. Sie stutzt und wirft noch einen prüfenden Blick auf ihre Reisebox. Es ist alles gepackt, Rey muss die Box und ihren Stab nur noch in den Millennium Falken schaffen. Aber dann treibt ihr Gewissen sie schon wieder vorwärts; als erstes muss sie Leia finden. Sie muss ihr beichten, was sie gerade angestellt hat.
Also spurtet sie los. Schneller als ihre Füße wollen.

Rey sucht Leia. Um sie herum herrscht reges Treiben. Jeder Einzelne trägt etwas mit sich herum, sei es eine Kiste oder ein Datapad oder irgendwelche technischen Gegenstände. Aufbruchsstimmung!

Leicht desorientiert kommt ein Protokolldroide um eine Ecke gebogen und stößt beinahe mit Rey zusammen. „Oh … Verzeihung!“

„3PO! Wo ist Leia?“

„General Organa war soeben auf dem Weg in den Hangar. Ich soll R2-D2 suchen. Der rostige kleine Nichtsnutz hat sich bestimmt wieder in einer abgelegenen Ecke abgeschaltet. Das sieht ihm ähnlich“, C-3PO wirft die Arme in die Höhe, „Was ist hier eigentlich los?“

„Ich hatte gehofft, dass Du mir das sagen könntest“, wundert sich Rey.

„Bisher hat es niemand für nötig gehalten, mich zu informieren.“ Rey eilt bereits weiter. Hinter ihr schimpft der goldene Droide: „Das ist doch wieder einmal typisch! Ich bekomme hier noch einen Schaltkreiskollaps, wenn das so weitergeht …“

In Gedanken geht Rey alle Möglichkeiten durch, die ihr in den Sinn kommen. Kylo Ren weiß nun also, dass der Widerstand auf dem Weg nach Naboo ist. Nun, zumindest dass sie selbst auf dem Weg dorthin ist. Zu allem Überfluss hat sie ihn auch noch aufgefordert, dorthin zu kommen. Ob er es tun wird? „Sicher wird es das.“ Der Satz kommt mit so trockener Gewissheit über ihre Lippen, dass es schmerzt. Sie ist ja auch zu ihm gegangen – was sollte ihn also hindern, dasselbe zu tun? Die Frage ist nur, wen bringt er mit? Bei der Vorstellung, dass sie dort von der gesamten Flotte der Ersten Ordnung erwartet werden, wird Rey schlecht. Das wäre ihr Verderben!
Vielleicht kann sie Leia davon überzeugen, nicht nach Naboo zu fliegen. Nicht jetzt. Aber was dann? Rey erkennt, dass sie allein durch ihre Anwesenheit alle in Gefahr bringt und es versetzt ihrem Herzen einen Stich. Ein kleiner Teil in ihr wünscht sich zurück in die Einöde von Jakku. Dort ist sie allein für sich selbst verantwortlich gewesen. Allein
Ihre Füße haben sie indes bis ans Ziel getragen.

Endlich, im Hangar trifft sie auf die Anführerin des Widerstands. General Organa steht dort wie ein Fels in der Brandung und koordiniert die Evakuierung der Rebellenbasis. Sie wirkt so ruhig, so gefasst. Doch Rey spürt die Anspannung.

„Leia!“ Rey stürmt auf sie zu. Ganz außer Atem keucht sie: „Leia, ich muss mit Dir reden! Ich habe …“

General Organa reagiert nicht. Sie schiebt Rey beiseite und gibt die nächsten Anweisungen an die Umstehenden.

„Aber …“, setzt Rey nochmals an.

„Später.“

Der Millennium Falke füllt sich. Die Frachträume werden einer nach dem anderen verschlossen, die letzten Kameraden erklimmen, noch ein paar wenige Habseligkeiten unterm Arm, die Rampe.

Rey gibt nicht auf. „Nein! Ich …“
Nun fasst Leia die Arme der jungen Frau und schaut ihr tief in die Augen: „Was es auch ist, es muss warten.“ Sie lächelt, aber es ist eindeutig ein Befehl. „Steig in den Falken.“

„Meine Sachen …“
„Dafür ist keine Zeit mehr.“

Hin- und hergerissen bleibt Rey stehen. Sie hat nicht viel, das sie ihr Eigen nennt. Eigentlich nur eines, das ihr wirklich etwas bedeutet: Das Lichtschwert! Das zerbrochene Lichtschwert.

Da kommt R2-D2 angesaust. Auf seiner Kuppel liegt im eisernen Griff einer Zange eine kleine Reisebox. Er piepst ganz aufgeregt. Hinter ihm stakst C-3PO. „Hallo! Wartet auf mich! Miss Rey … Ich glaube, Sie haben in der Eile etwas vergessen …“ In der blechernen Hand reckt er Reys Kampfstab hoch. Rasch läuft sie zu den Droiden und nimmt ihre Besitztümer entgegen. Ein kurzer Blick hinein in die Box lässt sie aufatmen -  da ist es ja. Irgendwann wird es ihr gelingen, das Lichtschwert zu reparieren, dessen ist sie sich ganz sicher. „Danke!“ seufzt sie und dabei fällt Ihr ein Stein vom Herzen, „Vielen Dank“. Der Astromech zwitschert vergnügt.
„Was heißt hier Deine Idee? Ich habe ja gleich gesagt, dass sie das Gepäck bestimmt nicht absichtlich  zurücklassen wollte.“

Der Falke hebt ab.
Chewbacca jault voller Tatendrang, als Rey neben ihm auf dem Co-Pilotensitz Platz nimmt. Er hat bereits alle Vorbereitungen für den Sprung in den Hyperraum getroffen und klärt sie nun über die Mission auf. Der Widerstand hat Nachricht von einem Verbündeten – einem alten Freund –bekommen, dass eine neue Flotte bereitsteht. Sie müssen sie nur noch abholen und zusammenbringen. Endlich kann es wieder losgehen!
Erstes Ziel: Malastare. Es ist kein großer Umweg und es warten gleich zwei Schiffe dort.
Ein U-Flügler und ein Leichter Frachter mit erweiterten Waffensystemen.

„Also doch nicht Naboo?“

Der Wookiee bestätigt. Fürs Erste aufatmend sinkt Rey in den Sitz. Nichtsdestotrotz muss sie ihr Gewissen erleichtern. Sich gegenüber Leia ihres Verrats schuldig bekennen. Sie hofft, unterwegs Zeit dafür zu finden. Sobald sich die Sterne zu den langgezogenen Schemen des Hyperraums strecken, sucht sie das Gespräch. Doch General Organa vertröstet Rey abermals.

Im Aufenthaltsraum haben sich schon alle um den Dejarik-Tisch versammelt. Mittendrin steht die Anführerin des Widerstands auf ihren Gehstock gestützt. Sie hebt ihre Hand, um für Ruhe zu sorgen. Leia Organa muss ihre Stimme nicht erheben, um sich Gehör zu verschaffen. Trotz ihres Gesundheitszustandes hat sie nichts an Charisma eingebüßt. Alle Aufmerksamkeit ist auf sie gerichtet.

„Jeder von Euch hält einen Datachip in seinen Händen, der die wichtigsten Informationen zu Euren neuen Schiffen enthält: Standort, Zugangscodes, gefälschte Dokumente, technische Ausstattung. Außerdem findet Ihr darauf alles, was Ihr über Eure Mission wissen müsst, sowie eine persönliche Mitteilung von mir, die Ihr unbedingt an Eure Zielperson überbringen müsst.“

Kaydel Ko Connix windet sich mit verschränkten Armen: „Und … wenn es eine Falle ist?“

„General Organa vertraut diesem Mann. Dann können wir das auch.“ Commander Poe Dameron hat nun das Wort ergriffen und stellt sich demonstrativ neben Leia.

Rey spürt deutlich, dass Poe lügt. Aber er gibt den anderen damit Sicherheit. Und Hoffnung.
„Von Euch - von uns allen - hängt nun das Schicksal der Galaxis ab. Wenn wir versagen“, fährt er fort und ballt dabei eine Hand zur Faust, „dann brechen dunkle Zeiten an. Vielleicht schlimmer noch als zu Zeiten des Imperiums. Aber wir können das verhindern! Und wir werden es verhindern. Wir sind der Funke, der das Feuer der Rebellion neu entfacht!“
Er reckt die Faust empor und fast alle tun es ihm gleich, begleitet von Ausrufen der Bestätigung. Sie machen sich damit gegenseitig Mut.

Leia Organa lächelt in sich hinein. Ihr scheint zu gefallen, was Poe Dameron gesagt hat.

Auf Rey jedoch lastet noch immer ein Geheimnis. Sie wagt nicht, Leia vor versammelter Mannschaft anzusprechen. Aber irgendwann muss sie ihr sagen, dass die Erste Ordnung über ein Ziel ihrer Reise Bescheid weiß. Zumindest Ben weiß es. Und er hat gedroht zu kommen.

Der restliche Flug verläuft ruhig. Jeder macht sich mit seiner neuen Aufgabe vertraut. Poe und Leia diskutieren. Rey flüchtet zurück ins Cockpit. Sie kann niemandem mehr in die Augen sehen.
Chewbacca hat nichts zu tun und döst ein wenig bis zum Landeanflug. Und so versucht Rey, ihre Gedanken zu ordnen.



Auf Malastare verabschiedet sich Leia im Kreise aller Kameraden von Poe Dameron, BB-8 und C-3-PO: „Wir sehen uns auf Yavin. Möge die Macht mit uns sein.“
Ihr Blick straft sie Lügen.
„…immer.“ fügt Poe hoffnungsvoll hinzu. Leia lächelt schmal. „Vizeadmiral.“
Überrascht blickt Dameron auf. General Organa reicht ihm zum Abschied die Hand. Er ergreift sie mit stolzgeschwellter Brust.

„Ich weiß wirklich nicht, ob das so eine gute Idee ist“, jammert der alte Protokolldroide, „R2-D2, mach keine Dummheiten, solange ich fort bin.“

Im Millennium Falken verbleiben nur Chewbacca, Rey, Leia, und R2.
Dameron und BB-8 nehmen den U-Flügler mit den blauen Zierstreifen. Alle anderen steigen in den bereitgestellten Frachter um. Das ist sicherer, um die anderen Schiffe zu holen. Der Falke ist zu auffällig.



Auf der Finalizer recherchiert General Hux von seinem Quartier aus nach Leia Organa. Er findet heraus, dass sie den Rebellen-General Han Solo geehelicht hat und dass aus dieser Verbindung mindestens ein Sohn hervorgegangen ist: Ben Solo.
Merkwürdig ist allerdings, dass dieser Name nie wieder auftaucht. Kein Abschluss. Keine Straftaten. Keine Todesanzeige. Als wäre der Name getilgt worden … oder als wäre dieses Kind plötzlich untergetaucht. Nur ein unscharfes Holo einer Sicherheitsaufnahme auf einem Raumhafen verspricht einen Hinweis. Hux‘ Nackenhaare sträuben sich. Er reizt die Vergrößerungsfunktion bis zum Äußersten aus, die Aufnahme wird unkenntlich. Aber die Silhouette! Der Schemen gleicht in Statur und Haltung der jugendlichen Version eines … „Kylo Ren.“
Hux lässt ein Identifizierungsprogramm darüber laufen.
Zwei Personen zugeordnet: Skywalker, Luke. Solo, Ben.
Übereinstimmungswahrscheinlichkeit: 93,98 Prozent.
„Was wird hier eigentlich gespielt?“

Angespannt durchfurcht Hux seine Frisur und wirft die Stirn in Falten. Von Neugier gepackt forscht er weiter.
Han Solo selbst ist auch kein unbeschriebenes Blatt gewesen. Er und sein Co-Pilot, ein Wookiee, sind auf der Abschussliste des Imperiums gestanden. Ein Wookiee!
Die Flotte befindet sich gerade über Kashyyyk, der Heimatwelt dieser Pelztiere. Bisher ohne weitere Befehle. Was hat das zu bedeuten? Hux wittert eine Falle.
Hätte er den Kapitän doch anweisen sollen, der Spur des Widerstands zu folgen? Aber was hätte es genutzt? Sie wären ja doch zu spät gekommen. Nein, noch will er Rens Anordnungen folgen, bis er ihn und seine Pläne durchschaut hat. Bis er sich sicher ist, wer dieser vermaledeite Machtnutzer, der die Führung der Ersten Ordnung für sich beansprucht hat, wirklich ist.

Ein Überlebender der Starkiller-Basis hat zu Protokoll gegeben, dass der Eindringling, den Kylo Ren dort niedergestreckt hat – zweifellos Han Solo –, ihn zuvor „Ben“ gerufen hat. Ben, Ren, das klingt nahezu gleich. Wie unglücklich, dass dieser Zeuge kurze Zeit später gefallen ist, sodass er kein weiteres Mal mehr befragt werden kann. Inzwischen ist sich General Hux sicher, dass es kein Irrtum gewesen ist. Voll Abscheu spuckt er den Namen aus: „Ben Solo.“ Er hat also seinen eigenen Vater getötet.

Warum bringt jemand seinen eigenen Vater um? Angewidert zieht Hux bei diesem Gedanken die Mundwinkel tiefer: Weil er im Weg gewesen ist. Nur wobei ist Solo im Weg gestanden? Hätte er Ren verraten? Oder sind sie am Ende auf verschiedenen Seiten gestanden?

Und dann wäre da noch Organa. Wieder Leia Organa. Hux sucht wie besessen. Er stolpert über eine Nachrichtenzeile, die die Rebellenführerin eindeutig als Darth Vaders Tochter deklariert. „Interessant... Ren hat doch diesen Faible für Helme.“ General Hux grübelt weiter: Und hat er nicht behauptet, dass er der Erbe Vaders sei? So schließt sich also der Kreis. "Wer hätte das gedacht?" Hux entfleucht ein hysterisches Lachen.

Wer Kylo Ren ist, hat General Hux mit höchster Wahrscheinlichkeit geklärt. Aber … was will dieser Kylo Ren?

Hux hat das Gefühl, dass ihm ein entscheidendes Indiz fehlt.
Eine wahnwitzige Vorstellung erwächst in seinen Verstand: Nur Kylo Ren wäre in der Lage gewesen, den Obersten Anführer zu töten. Das Mädchen hat gewiss nur der Ablenkung gedient. Zur Vertuschung! Deshalb hat er sie entkommen lassen. Das ist alles ein abgekartetes Spiel! Es kann nicht anders sein. Und schließlich fällt es ihm wie Schuppen von den Augen: „Ren hat gelogen. Er hat es selbst getan!“ Wird er die Erste Ordnung zu Grunde richten? Von innen heraus ... wie eine Seuche?

Decca. Was hat der Riesenmolluske noch gesagt? Etwas würde sich auf seinem Schiff befinden, das dort nicht hingehört.
Altlasten! Warum hat sich Ren auf Ord Mantell so gut ausgekannt?
Han Solo hat sich anscheinend öfter dort herumgetrieben.
Sollte Decca das fehlende Fragment gewesen sein?
Hux reibt sich über die Stirn. Das alles bereitet ihm Kopfschmerzen. Decca kann unmöglich Ren damit gemeint haben. Oder doch?

Da muss noch mehr sein. Nur was?
Ein Sumpf aus Lügen tut sich auf.



Der Oberste Anführer liegt in seinem Bett und starrt an die Decke.
Über die Distanz ist es ihm gelungen, in Reys Verstand einzudringen. Nur kurz und nicht so tief wie bei Hux, aber das Bild ist deutlich gewesen: Der Blick auf ein Datapad mit Informationen über eine Welt, die Ren sofort hat identifizieren können. Dazu eine Stimme aus Reys Erinnerung ‚Mach Dich mit dem Planeten vertraut, Du wirst mich dorthin begleiten.‘ Unverkennbar die Stimme seiner Mutter.
„Naboo“, flüstert er immer wieder, „Naboo … Warum Naboo?“

Einmal mehr ärgert er sich darüber, dass er sich all die Feste und Ehrentage nicht gemerkt hat, die seine Familie dort gefeiert hat. Gefeiert! Er schnaubt. Von Feiern kann keine Rede sein. Das alles sind stets staubtrockene politische Veranstaltungen gewesen. Eine Qual für jedes Kind. Und ein Graus für seinen Vater, der diesen Veranstaltungen nur zu gern unter allen erdenklichen Vorwänden entflohen ist. Der Streit mit Mutter hat danach nie lange auf sich warten lassen.

Sie wird niemals so dumm sein und sich mit dem ganzen kläglichen Rest des Widerstandes dort verbarrikadieren, sinniert er. Nur sie also und die Schrottsammlerin. Aber warum? Hofft sie auf die Unterstützung der Naboo? Aber was haben die schon zu bieten?

Beim Gedanken daran, dort auf sie zu treffen, setzt sich ein dicker Kloß in Kylo Rens Hals fest; dann würde das Unausweichliche geschehen. Dann gäbe es kein Zurück mehr. Er presst die Kiefer aufeinander und sucht Halt in der dunklen Seite der Macht. Dann
Dabei gibt er sich dem Schmerz und dem Sturm der Gefühle hin, der in diesem Augenblick über ihn hinwegfegt. Kylo Ren lässt sie zu, heißt sie willkommen – deutlich spürt er den Sog zum Hellen. Die Sorge, nicht stark genug zu sein. Oder das Falsche zu tun. Zweifel mischen sich mit Verzweiflung. Seine Sorge zu Versagen wird zur Angst. Angst wird zu Wut. Wut wird zu Hass. Hass auf sich selbst, seine Mutter und auf die ganze verdammte Galaxis.
Endlich. Im Hass formen sich die Schatten der Zukunft vor seinem inneren Auge:
Leia Organa wird ihm nicht mehr im Weg stehen.
Und  sie wird Naboo nicht mehr lebend verlassen.
Ben! Nein …
Kylo Ren spürt sein Lichtschwert in Hand vibrieren. Und einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Er hört einen Schrei. Das letzte, was er erkennt, ist Reys Antlitz. Es spiegelt all seine Emotionen wieder.
Dann ist die Vision vorbei.

Sein Herz rast. Schweißgebadet richtet er sich auf und muss sich erst einmal orientieren.
Kylo Ren befindet sich noch immer in seinem Bett. Allein. Rey hat ihn auch nicht getötet – sie besitzt nicht einmal ein funktionierendes Lichtschwert! Er weiß es, schließlich hat er an ihr vorbei einen Blick auf eines der Fragmente werfen können, bevor sie ihr mickriges Handgepäck zugeklappt hat.
Nach ein paar tiefen Atemzügen fasst Ren einen Beschluss: Er will allein gehen. Und er wird niemanden darüber in Kenntnis setzen. Hux würde nur seine Pläne durchkreuzen.
Gleich morgen will er alle Vorkehrungen treffen, um ungestört nach Naboo zu gelangen.
Um seine Vision wahr werden zu lassen.



„Cousinechen Leia! Schön Dich zu sehen!“ Die beiden alten Damen fallen sich herzlich in die Arme.
„Es ist schon wieder viel zu lange her.“

Im Licht der untergehenden Sonne ist der Millenium Falke auf Naboo, in der Nähe von Varykino, gelandet. Der zugewiesene Hangar gehört zum Anwesen von Familie Naberrie.
Eine sehr elegant gekleidete Dame ist ihnen durch die Gartenanlage entgegen gekommen.
Insgeheim ist Rey froh, dass sie Leias Rat gefolgt ist und die ärmellose weiße Robe angezogen hat, die diese eigens für diesen Besuch hat anfertigen lassen. Eingehüllt in die leichte Kapuze hat sie zumindest eine Illusion von Sicherheit, denn ihre Waffen hat sie auf Geheiß des Generals im Schiff gelassen.  

„Danke, dass wir so spontan hereinschneien dürfen“, lächelt General Organa höflich.
„Leia, Du weißt, dass Du hier immer willkommen ist, unabhängig von der politischen Großwetterlage. Ihr bleibt doch hoffentlich ein paar Tage?“ Die Dame, zweifellos die Hausherrin, wirkt sehr herzlich und vertraut mit Leia Organa.

„Ja, das weiß ich und ich bin froh darüber. Wie lange wir bleiben, kann ich Dir allerdings nicht sagen. Das kommt ganz darauf an, ob und wann mir die Königin eine Audienz gewährt.“

Rey hält sich mit Chewbacca im Hintergrund, obschon sie sehr wohl bemerkt, dass die Blicke der Dame sie immer wieder streifen. Nervös schaut sie sich immer wieder nach allen Seiten um.
Die Bäume und Balustraden werfen lange Schatten.

„Das lass nur meine Sorge sein, da lässt sich schnell etwas arrangieren. Und wer ist das? Hast Du mir etwa eine Tochter verheimlicht?“
Erschrocken hält Rey inne, als über sie gesprochen wird.

Leia Organa lacht herzlich auf und verneint: „Pooja, wo nimmst Du nur Deine Ideen her? Das ist Rey. Sie ist die Schülerin meines Bruders.“

„Sie ist eine Jedi?“

Rey errötet und schaut zu Boden. Sie weiß nicht, wie sie darauf reagieren soll. Doch die alte Frau ist völlig unerschrocken: „Komm, mein Kind, hier bist Du in Sicherheit. Ich hoffe, Du nimmst mir meine Bemerkung nicht übel? Weißt Du, Leia und ich waren schon zu Zeiten des Imperialen Senats gut befreundet, praktisch wie Schwestern - wer hätte damals ahnen können, dass wir Cousinen sind?“

Als ob es vollkommen normal wäre, hakt Pooja Naberrie sich bei Rey unter und flaniert mit ihr über das Anwesen. Aus dem Augenwinkel sieht Rey, wie Leia Chewbacca einen vielsagenden Blick zuwirft.
Sie und der Wookiee schließen sich dem Spaziergang zur Villa an.
Mit etwas Abstand rollt der kleine Astromech hinterdrein. Er hat eine kleine Empfangsschüssel ausgefahren und scannt die Umgebung.

Angespannt läuft Rey an Poojas Seite. Ihr scheint es gerade so, als ob Leias Cousine froh sei, wieder in alten Geschichten schwelgen zu können. Ohne Unterlass plaudert sie weiter: dass sie schon immer die Rebellion unterstützt hätte und wie sie im Senat gute Miene zum bösen Spiel hat machen müssen. „Ich hatte immer Angst um Leia - weil sie so scharfzüngig war. Sie hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn ihr etwas nicht gepasst hat. Eine gefährliche Unart zu Zeiten des Imperiums.“

„Eine Eigenschaft, die ich von meiner Mutter geerbt habe, wenn man Deiner Mutter Glauben schenken mag“, mischt sich Leia ein, die inzwischen auf gleiche Höhe aufgeholt hat.

„Ja, Mutter hat oft von Tante Padmé gesprochen. Sie ist viel zu früh von uns gegangen.“

Die beiden Damen verstummen.
Die eine seufzt, die andere ebenfalls. Dann ist der Moment des Schweigens auch schon wieder vorüber und Pooja erzählt weiter. Nun aber mehr an ihre Cousine gewandt.
Fasziniert lauscht Rey den lebhaften Ausführungen. Sie überlegt, welche Eigenschaften Ben wohl von Leia geerbt haben mag.

Nach der Zerstörung Alderaans haben sich die beiden Frauen aus den Augen verloren, Pooja hat lange angenommen, Leia sei mit ihrem Volk umgekommen. „Aber dass der alte Tarkin und Vader Dich gezwungen haben, das mitanzusehen … Ich will mir gar nicht vorstellen, was Du ertragen musstest!“

Leia versichert ihr, dass der Anblick schmerzhafter gewesen sei als der Tod.

„Ein eigenartiger Zufall, dass es Dein leiblicher Vater war, der in diesem Moment bei Dir stand.“

Rey reißt die Augen auf und starrt Leia an.
Das Gesicht des Generals ist plötzlich zu einer undurchdringlichen Maske gefroren.
„Mit erbarmungslosem Griff hat er mich festgehalten, sodass ich zusehen musste, aber auch nicht umkippen konnte, als mir die Knie weich geworden sind. Ich fühle noch heute seine eiskalte Pranke auf meiner Schulter, wenn ich daran denke.“

Allein beim Gedanken daran erschaudert Rey. Für sie war die Hand von Mutter oder Vater immer etwas sehr Schönes, Erstrebenswertes gewesen. Etwas, nach dem sie sich jahrelang verzehrt hat.

Leia seufzt abermals, ihre Gesichtszüge sind wieder weich geworden. „Bisweilen habe ich versucht, mir einzureden, ich hätte sein Entsetzen spüren können, als hätte er den Tod so vieler Unschuldiger durch die Macht wahrgenommen.“

„Ein leidiger Versuch, etwas Menschliches an einem Unmensch zu finden“, urteilt die Gastgeberin.

Poojas Bemerkung versetzt Rey einen deutlichen Stich, fühlt sie sich dabei doch an ihre unwirkliche Begegnung mit Kylo Ren auf Ahch-To erinnert, als sich ihre Fingerkuppen durch die Macht berührt haben und was das damals in ihr ausgelöst hat. Schnell blinzelt sie sich in die Realität zurück.
Auch Leia wirkt getroffen. Wohl nur aus anderen Gründen.

Nun meldet sich auch Chewbacca zu Wort. Er erklärt, dass er mit Han und Luke und dem alten Jedi fast umgekommen wäre in den Trümmern Alderaans.
Damit die Stimmung nicht völlig kippt, lädt Pooja Naberrie alle Anwesenden zum Essen auf die Terrasse. Das stimmt insbesondere den Wookiee milde.

Nach dem Essen verabschiedet sich Chewbacca. Er möchte lieber im Falken übernachten und die Damen nicht weiter stören.
Pooja Naberrie nickt ihm zu und weist ihr Hausmädchen an, zwei Zimmer für ihre Gäste bereit zu machen. Noch während sie mit der jungen Frau spricht, begibt sie sich selbst durch die überdimensionierte Transparistahl-Flügeltür nach drinnen.

Rey und Leia sind für den Moment unter sich.

Endlich gesteht Rey General Organa, dass Ben weiß, wo sie hinwollen. „Ich fürchte um Dein Leben, Leia! Wir sollten hier schleunigst verschwinden. Bitte!“ Doch Leia zeigt sich wenig überrascht, ja sogar beinahe erfreut über den Umstand.
„Ich hatte gehofft, dass er Dir folgen wird.“

„Was?!“ Rey ist fassungslos. „Heißt das, ich war der Köder?“

„Ja und nein. Rey … Du bist viel mehr als das. Glaube mir. Vertraust Du mir?“

Trotzig schweigend verschränkt die junge Frau die Arme vor der Brust. Leia kommt und legt ihr schützend die Hand auf die Schulter. Da entspannt sich Rey zusehends.
Leia Organa schließt Rey in ihre Arme und drückt sie an sich wie eine Mutter ihr Kind. Rey empfindet etwas, nach dem sie so lange gesucht hat, auf das sie bisher vergeblich gewartet hat: Geborgenheit. Es ist so schön. So warm. Und doch schnürt Bitterkeit ihr die Kehle zu. Bis sich eine Träne den Weg über Reys Wange bahnt. „Vertraust Du mir?“ Leia erwartet eine Antwort.

Rey?
„Ja.“

Herannahende Schritte unterbrechen die innige Begegnung.
„Seht her, ich möchte Euch gerne etwas zeigen.“
Pooja Naberrie ist auf die Terrasse zurückgekehrt. In ihren Händen hält sie eine dicke aurodierte Scheibe, die sie nun ihrer Cousine übergibt: „Dein Bruder hat sie seinerzeit hier gelassen, nachdem er herausgefunden hat, das Tante Padmé Eure Mutter sein muss.“

Rey erkennt nicht, was das für ein Ding ist, wohl aber, dass es etwas Besonderes zu sein scheint. Und sie vernimmt Leias Überraschung.

Gerührt nimmt General Organa die Medaille entgegen und fühlt gedankenversunken mit dem Daumen über das Relief. „Yavin …“ haucht sie. „Damals hatten wir gedacht, es sei zu Ende. Wir hätten gewonnen. Aber es ist nie zu Ende. Kein Sieg ist endgültig. Und keine Herrschaft währt ewig.“

„Was ist das?“, flüstert Rey.

Leia reicht Rey die Medaille und feixt: „Ein Stück altes Blech an einem Halsband.“ Mit wachsendem Schwermut in der Stimme fügt sie hinzu: „Ich habe einst Luke und Han solche um den Hals gehängt. Nach der Zerstörung des ersten Todessterns. Verliehen für herausragende Leistungen im Kampf gegen das Imperium. Damals ahnte niemand, dass das erst der Anfang war.“

Betretene Stille setzt ein.
Rey spürt Leias Konflikt. Einerseits hängen sehr viele Erinnerungen an diesem Objekt, andererseits will sie sich nicht von ihren Gefühlen übermannen lassen.
Es ist Leia, die das Schweigen schließlich durch ein Flüstern bricht: „Vielleicht sind wir all die Jahre den falschen Weg gegangen?“
Dabei richtet sie ihren Blick in die Unendlichkeit.

Die Macht rät Rey zu schweigen. Dennoch brennt der jungen Frau eine Frage auf der Zunge: „Was meinst Du damit?“

Rey fixiert die Augen der alten Dame. Die Resignation, die sie darin zu erkennen glaubt, erschüttert sie.
„Willst Du …“, Rey zögert, wagt nicht, ihren Gedanken laut auszusprechen. Auch Pooja Naberrie scheint ähnlich besorgt, nur hat sie den Mut, Reys Frage zu vollenden: „… kapitulieren?“

Dieses Wort löst etwas in General Organa aus. Ein trotziges Funkeln glimmt in ihren dunklen Augen auf und ein süffisantes Lächeln erhellt ihr Gesicht.

„Aufgeben?“ Leia Organa stampft demonstrativ mit ihrem Gehstock auf. „Das liegt mir nicht im Blut.“

„Das ist meine Cousine!“ Erheitert klatscht Pooja ihre Hände zusammen, was ihr ein herzerfrischendes Lachen Leias einbringt. Auch Rey atmet nun auf. Wie hat sie General Organa nur solcherlei Gedanken unterstellen können? Beschämt gibt sie ihr die Medaille zurück.
Leia reicht sie direkt an Pooja weiter. „Warum hast Du sie eigentlich jetzt?“

Die Hausherrin nimmt die Medaille wieder an sich und erklärt: „Luke hatte mich gebeten, sie an Padmés letzter Ruhestätte ablegen zu dürfen. Aber das schien mir unpassend, so habe ich sie hier bei anderen Erinnerungsstücken aufbewahrt. Wenn ich mich recht entsinne, waren seine Worte: Nicht ihm gebühre diese Ehre, sondern der Frau, die Zeit ihres Lebens für das Gute und die Gerechtigkeit gekämpft hat. Die sich als eine der Ersten gegen den Imperator gestellt hat und ohne die es Dich und ihn nie gegeben hätte.“

Leia senkt den Kopf und beginnt zu grübeln. „Das hat mir Luke nie erzählt. Ich glaube, Han hat seine Medaille damals verscherbelt.“ Pooja atmet scharf ein und zieht eine Augenbrauche hoch. Nach einer kurzen Pause korrigiert Leia sich: „Versehentlich verspielt trifft es wohl eher.“

Unangenehmes Schweigen. Schon wieder.
Rey schielt auf ihre Fußspitzen. Sie fühlt sich gerade völlig deplatziert. Und müde.
Die Nacht ist längst hereingebrochen über Varykino und die Terrasse ist malerisch illuminiert. Rey gähnt verstohlen. Den beiden Damen ist dies jedoch nicht verborgen geblieben. Pooja winkt schon das Hausmädchen herbei.

„Du solltest schlafen gehen, Rey. Morgen steht uns allen ein anstrengender Tag bevor“, mahnt Leia, „wir alten Weiber wollen noch ein wenig über vergangene Zeiten tratschen …“
Dabei rücken Pooja Naberrie und Leia Organa schmunzelnd zusammen.
„Aber natürlich!“, stimmt die Hausherrin mit einem Augenzwinkern zu, „Wie zu unseren besten Zeiten im Senat.“



Die Rebellen verteilen sich nach und nach auf die von Lando Calrissian zugewiesenen Schiffe und starten ihre Missionen zu den Verbündeten.

Noch etwas orientierungslos stehen Rose Tico und Finn vor einem rostigen alten Frachters mit Fronteinstieg. Zweifellos die Eigenkonstruktion eines der Vorbesitzer. Man hat sie dort einfach abgesetzt. Sie hält einen Code-Zylinder und einen Datachip und in der Hand, eines mit den gefälschten Dokumenten, das andere mit der Botschaft von General Organa.
Sie warten auf ihren Kontaktmann.

„Also …“ Rose prüft alle ihnen bekannten Daten. „… das Dock ist richtig. Der Schiffstyp auch … weitestgehend -“

„-das ist ein Wrack!“ Fassungslos wirft Finn seine Hand in Richtung des Frachters.

Genau im selben Augenblick schälen sich einige sehr unfreundlich aussehende Menschen aus dem Schatten. Einer davon, etwa in ihrem Alter, spricht Finn direkt an: „Hei! Kamu! Aku sudah melihat kamu?“

„Was?“ Finn versteht diese Sprache nicht, „Kannst Du kein Basic?“ Der Typ kommt ihm ziemlich bekannt vor. An Rose gewandt raunt er: „Bleib dicht hinter mir, ich beschütze dich.“

Rose jedoch baut sich neben ihm auf und verschränkt die Arme vor der Brust: „Halo Razoo, lila pisan, anjeun nyaho kuring acan?“

Entgeistert starrt Finn sie an: „Sprichst Du deren Sprache, Rose?“
„Rosaeji?“ Der Mensch reagiert mindestens genauso überrascht.
„Rosi?!“, wundert sich Finn noch mehr, „Was zum… Du? Du kennst diesen Typen?“

Rose und der Fremde umarmen einander und begrüßen sich mit einem Wangenkuss.
Finn reagiert eifersüchtig: „He! Finger weg von meiner Freundin!“

Der Bursche spuckt vor Finn auf den Boden und erkundigt sich erst danach bei Rose: „Siapakah sampah itu denganmu?“

Angewidert stellt sich Rose zurück an Finns Seite. „Ngan scum sejen saperti anjeun … Er hier“, sie zeigt auf Finn, „hat sich für die richtige Seite entschieden, im Gegensatz zu Dir!“ Dabei tippt sie auf das Emblem der Ersten Ordnung an dessen Schulter, das sie gerade entdeckt hat. Schritt für Schritt entfernt sie sich mehr von ihrem alten Bekannten.

In gebrochenem Basic antwortet der junge Mann: „Richtig Seite ist immer die, die merr bezahlt. Bagaimana Pae-Pae?Apakah dia baik-baik saja?“

Rose senkt den Blick. Ihre Stimme bricht: „Paige ist tot. Die da -“, sie zeigt erneut auf das Emblem, „haben sie auf dem Gewissen.“

Razoo schluckt trocken. „Bahasa Anda telah menjadi buruk“

Erbost ob der Beleidigung stemmt Rose die Hände in die Hüften und kontert: „Lieber eine schlechte Sprache, als ein schlechtes Herz.“

„Pergi! Geht! Kapal itu milikmu.“

Rose nickt und übergibt nach kurzem Zögern den Datenchip. Der Empfänger betrachtet ihn abschätzig und steckt ihn schließlich ein.

„Komm!“,ruft sie aus, während sie Finns Hand greift, „Er gibt das Schiff frei.“

Als Rose und Finn drin sitzen und den Frachter startklar machen, setzt sich Razoo mit der Ersten Ordnung in Verbindung: „Saya punya pesan untuk General Hux.“

Rose lauscht ihrem alten Bekannten. Die Triebwerke fahren hoch und verschlucken den genannten Namen.

Finn bemerkt, wie Rose durch die geöffnete Cockpitscheibe zu diesem Kerl sieht. „Wer ist das? Das ist doch ein Krimineller… woher kennst Du solche Leute?“

Ohne ihren Blick abzuwenden erklärt sie: „Der gehört dem Kanjiklub an. Das ist der Ex-Freund meiner Schwester. Hab nie verstanden, was sie an ihm gefunden hat, aber er und seine Leute waren damals für uns da, als wir vor der Ersten Ordnung geflüchtet sind.“

„Oh, alles klar, vor Typen wie mir, ja?“

Rose lacht verlegen: „Ja. …nein! Ach, Du weißt doch, was ich meine.“ Sie beugt sich zu Finn und küsst ihn. Erst danach schnallt sie sich an.

Finn schnurrt angenehm überrascht über den Kuss. Anschließend schaut auch er noch einmal nach draußen: „Kann man dem Typen trauen?“

„Niemals.“

Unter Protestgeheul schließt sich die Cockpitscheibe und wird abgeriegelt.
Der altersschwache Frachter hebt ab.

Finn steuert mehr schlecht als recht. „Nächster Halt: Naboo.“

„Ich dachte, Yavin?“, wundert sich Rose und überprüft zum wiederholten Male den Sitz ihrer Gurte.

„Nein, noch nicht. Poe hat 'was anderes vor, Du wirst es am Rendezvouspunkt erfahren…“ Finn ist guter Dinge. Er programmiert die Koordinaten für den Sprung in den Bordcomputer, ganz wie Poe Dameron es ihm zuvor erklärt hat.

„Finn?“, raunt Rose kaum hörbar, „General Organa hat eindeutig befohlen, dass wir uns auf Yavin IV sammeln sollen. Das letzte Mal als Poe andere Pläne hatte, hat uns das beinahe Kopf und Kragen gekostet.“

Der Pilot winkt ab: „Keine Sorge, diesmal ist das ‘was völlig anderes.“

„Ich hoffe sehr, Du weißt, was Du tust …“
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