Ein besonderer Tag

GeschichteRomanze / P12 Slash
Toko Murasame Tsukumo Murasame Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
14.02.2018
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Hallo zusammen,
ich habe einen kleinen Oneshot für euch, der euch hoffentlich gefällt :)

Ein besonderer Tag

Nervös blickte Luka aus dem Fenster, ließ den Garten und den Haupteingang des Tasogarekan nicht aus den Augen. Es war unüblich für Yuki, bereits um fünf Uhr morgens das Haus zu verlassen ohne zu frühstücken oder ihm einen Grund für sein plötzliches Verschwinden zu nennen. Er selbst hatte um diese Uhrzeit noch geschlafen und deswegen nicht bemerkt, dass das Licht Gottes gegangen war.
„Entspann dich, Luka. Er ist nur in die Stadt gegangen. Eine Shoppingtour mit Toko war schon lange überfällig“, meinte Tsukumo mit ruhiger Stimme.
Das Ohr Gottes musste zugeben, dass es ziemlich amüsant war, Luka wegen solch einer Kleinigkeit derart besorgt zu sehen. Anscheinend hatte er keine Ahnung, was Yuki vorhatte und warum es absolut notwendig war, dass der Duras ihn nicht begleitete. Aber woher sollte der Schwarzhaarige es auch wissen? Trotz der Tatsache, dass Luka schon seit langer Zeit unter Menschen lebte, hatte er viele ihrer Bräuche noch nicht kennengelernt oder sie als zu unwichtig abgetan, um sich ernsthaft mit ihnen zu beschäftigen.
„Ich bin vollkommen entspannt“, antwortete der Schwarzhaarige und seine Stimme wirkte tatsächlich vollkommen ruhig.
Dennoch entging dem Ohr Gottes dessen Sorge nicht.
„Natürlich“, murmelte Tsukumo, der sich durch Lukaʼs Fassade nicht täuschen ließ. „Du weißt, dass du ihn jederzeit auf seinem Handy anrufen kannst, oder?“.
Für einen kurzen Moment schien der Duras überrascht zu sein.
„Ja“, antwortete er schließlich.
Daran hatte er tatsächlich nicht gedacht. Wie konnte ihm so etwas simples entfallen?
„Er wollte mich nicht dabei haben“, stellte Luka fest. „Deshalb ist er so früh gegangen, oder?“.
Ein wenig überraschte es den Zweilt, dass der Schwarzhaarige seine Fassade so plötzlich fallen ließ. Es war unschwer zu erkennen, dass diese Erkenntnis Luka traurig machte. Das war definitiv nicht Yukis Absicht gewesen.
„Du stehst ihm näher als jeder andere von uns“, versuchte Tsukumo ihn aufzumuntern. „Er ist wahnsinnig gerne in deiner Nähe und liebt es Zeit mit dir zu verbringen“.
Auf Lukaʼs fragenden Blick hin lächelte er kurz, bevor er fortfuhr: „Daran wird sich auch nichts ändern, bloß weil er dieses mal etwas ohne dich unternimmt“.
Der Duras nickte dem Zweilt zu und blickte erneut aus dem Fenster. Ihm war bewusst, dass der andere vermutlich recht hatte. Dennoch konnten dessen Worte seine betrübten Gedanken nicht zum Schweigen bringen.

Lachend betraten Toko und Yuki das Tasogarekan. Sie waren länger unterwegs gewesen, als sie es ursprünglich geplant hatten. Bei so vielen Geschäften, einem kurzen Zwischenstopp um etwas zu essen und einer erneuten Pause um einen Kaffee zu trinken, war es ihnen jedoch nicht möglich gewesen alle Besorgungen in der eingeplanten Zeit zu machen. Das einzige Problem war nun, das sie weniger Zeit für die weiteren Vorbereitungen hatten. Auf ihre Laune wirkte sich das allerdings keinesfalls negativ aus. Mit einem weiteren Lachen durchquerten die beiden auf dem Weg zur Küche den Aufenthaltsraum. Als Yuki plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte, fuhr er erschrocken herum und blickte in ein silbernes Augenpaar, welches ihn mit einem ernsten Ausdruck musterte.
„Du warst lange weg, Yuki“, stellte der Duras mit emotionsloser Stimme fest.
Das Licht Gottes suchte in dem Blick seines Gegenübers nach etwas, was ihm Auskunft über dessen Stimmung gab. Doch er fand nicht, wonach er suchte. Der Blick des Schwarzhaarigen war weder vorwurfsvoll noch besorgt. Es war das perfekte Pokerface, in dem er absolut nichts lesen konnte. Aus einem ihm unerfindlichen Grund machte ihn diese Tatsache nervös.
„Wir hatten eigentlich gar nicht vor, so lange weg zu sein“, entgegnete Yuki deshalb mit einem entschuldigenden Blick.
Toko nahm Yuki die Tasche die er trug aus der Hand und murmelte ein leises „Ich bin schon mal in der Küche“, bevor sie schnellen Schrittes in die genannte Richtung verschwand.
Yuki warf ihr ein kurzes, dankbares Lächeln zu, bevor er sich erneut dem Duras zuwandte.
„Du scheinst sehr glücklich zu sein“, meinte Luka, während sich ein sanftes Lächeln auf seinen Lippen zeigte.
Das Licht Gottes dachte einen Moment lang, in den Augen des Duras etwas ungewöhnliches zu sehen. Den Bruchteil einer Sekunde lang glaubte er, irgendwo in dem silbernen Schimmer etwas trauriges zu erkennen. Doch möglicherweise hatte er es sich auch bloß eingebildet.
„Es freut mich, dich so zu sehen“, fügte der Duras hinzu und ließ seine Finger für einen Augenblick über Yukis Wange gleiten.
Dieser spürte das Bedürfnis die Augen zu schließen und diese unschuldige, zärtliche Berührung zu genießen. Doch er konnte seinen Blick nicht von den silbern funkelnden Augen des Schwarzhaarigen abwenden.
„Ich möchte dich nicht weiter aufhalten“, meinte der Duras und wandte seinen Blick ab. „Ihr beiden scheint sehr beschäftigt zu sein“.
Er drehte sich um und ging einige Schritte in Richtung der Tür, um den Raum zu verlassen.
„Luka“, rief Yuki ihm hinterher, während er die wenigen Meter zwischen ihnen mit ein paar Schritten überbrückte.
Er griff nach dem Mantel des Schwarzhaarigen und hinderte ihn so am weiter gehen.
„Wenn wir mit allem fertig sind, hast du dann möglicherweise ein wenig Zeit?“, fragte das Licht Gottes unsicher.
„Vielleicht könnten wir... Nun ja, wir könnten bei dem schönen Wetter noch etwas auf den Balkon gehen und...“, er brach seinen Satz ab, da er nicht wirklich wusste, was genau er eigentlich sagen wollte.
Yukis Hände begannen zu zittern. Wie sollte er Luka sagen, dass er bloß ein wenig Zeit mit ihm verbringen wollte? Doch die Antwort des Duras ließ sein Herz schneller schlagen.
„Natürlich. Du kannst jederzeit zu mir kommen. Es ist vollkommen egal wann,  oder aus welchem Grund“.
„Dann werde ich heute Abend vorbeikommen, sobald wir mit allem fertig sind“, sprach das Licht Gottes nun mit weitaus sicherer Stimme als zuvor.
Das Lächeln, welches der Duras ihm schenkte, ließ ihn alle Sorgen vergessen.

Müde blickte Yuki auf das Gebilde, welches vor ihm auf der Arbeitsplatte stand.
„Es ist perfekt“, murmelte er leise, bevor er sich an die Wand hinter sich lehnte und die Augen schloss.
Der Tag war lang und anstrengend gewesen. Mittlerweile war es fast schon Mitternacht und er fragte sich, ob Luka noch immer wach war. Leise seufzte das Licht Gottes. Er hatte dem Duras doch versprochen, noch ein wenig Zeit für ihn zu haben.
„Was ist los, Yuki?“, fragte Toko, welche neben ihm in der Küche stand und ihn nun besorgt musterte.
„Es ist nichts“, lautete Yukis knappe Antwort, während er auf einen Punkt irgendwo zwischen der Decke und der Arbeitsplatte starrte.
Er hatte es versprochen und er wollte sein Versprechen nicht brechen. Jedoch konnte er die Küche auch nicht so zurücklassen. Sein Blick schweifte über das Chaos, welches er und sein möglicherweise verrückter Plan hier verursacht hatten. Mehl und Zucker waren über den Boden und die Arbeitsplatte verstreut. Dazu gesellte sich verschiedenfarbige Schokolade, die fast schon kunstvolle Muster auf dem weiß gepuderten Untergrund bildete. Irgendwo dazwischen machten bunte Zuckersterne und ein kleines Fläschchen umgekippte, rote Lebensmittelfarbe das Chaos perfekt. Alles in allem glich die Küche eher einem Schlachtfeld als einem Ort, an dem man freiwillig Essen zubereitete.
„Wenn du müde bist, kannst du ruhig schon schlafen gehen“, lächelte Toko ihn an und ließ ihren Blick ebenfalls durch den Raum schweifen. „Das bisschen Unordnung bekomme ich schon alleine in den Griff“, fuhr sie mit einem selbstsicheren Lächeln fort.
„Das ist es nicht“, murmelte das Licht Gottes zögernd und richtete den Blick unsicher auf den Boden. „Ich hatte Luka versprochen, noch bei ihm vorbei zu schauen“.
„Na dann, los“, meinte Toko, griff nach seinen Schultern und schob ihn vorsichtig zur Küchentür.
„Hey“, protestierte Yuki. „Ich kann dich doch nicht alleine die Küche putzen lassen“.
„Ich bin wesentlich schneller fertig, wenn du nicht im Weg stehst“, grinste sie ihn an.
Nach kurzem Zögern nickte er schließlich.
„Danke, Toko“.

Er war vollkommen außer Atem, als er an Lukaʼs Zimmer ankam. Den ganzen Weg war er nahezu gerannt. Yuki wollte den Duras nicht noch länger warten lassen, wenn dieser denn überhaupt noch wach war. Ein letztes mal atmete er tief durch, bevor er leise an die Tür klopfte und diese dann öffnete. Langsam ging er in das weitestgehend dunkle Zimmer und entdecke den Schwarzhaarigen auf seinem Bett sitzend. Sein linkes Bein hing über der Bettkante und sein Fuß berührte fast den Boden, während sein rechtes Bein angewinkelt war und der Fuß auf der Matratze stand. Auf seinem Knie waren seine verschränkten Arme abgelegt. Der Kopf des Duras ruhte auf ihnen, war zur linken Seite gedreht und bei genauem Hinsehen bemerkte Yuki, dass seine Augen geschlossen waren. Schlief er etwa? In dieser unbequemen Position? Langsam bewegte sich das Licht Gottes auf Luka zu. Sein Blick schweifte dabei durch das Zimmer, welches er noch nie zuvor betreten hatte. An der geöffneten Tür hatte er schon einige wenige male gestanden um den Schwarzhaarigen abzuholen, doch meist war der Duras recht schnell bei ihm gewesen. Erst jetzt bemerkte Yuki die dunkelbraunen, massiven Holzmöbel. Ein großer Kleiderschrank stand an der Wand links von ihm. An der rechten Wand standen ein gut gefülltes Bücherregal und ein Schreibtisch. In einer Ecke zwischen der Tür und dem Kleiderschrank stand ein kleiner, runder Tisch mit zwei Stühlen. Die Weinroten Vorhänge, welche farblich zum Bettbezug passten, waren zugezogen und das wenige Licht im Raum kam von flackernden Kerzen in Kerzenhaltern an der Wand. Es war ein ungewöhnlich eingerichteter Raum, doch Yuki mochte die gemütliche, friedliche Atmosphäre, welche er ausstrahlte. Langsam ließ er sich neben dem Duras auf dessen Bett nieder und strich ihm vorsichtig durch die weichen, nachtschwarzen Haare.
„Luka?“, fragte er leise.
Er konnte ihn unmöglich in dieser Position weiter schlafen lassen. Doch Lukaʼs Schlaf war allem Anschein nach nicht besonders tief gewesen, denn er blinzelte nur einige male, bevor er die Augen öffnete.
„Yuki“, stellte der Duras mit monotoner Stimme fest, während er langsam seinen Kopf anhob und Yuki anschaute.
Das Licht Gottes befürchtete einen Moment lang, sein Gegenüber wäre wütend, weil er ihn so lange hatte warten lassen. Doch als der Schwarzhaarige ihm ein liebevolles Lächeln schenkte, waren alle Gedanken daran verflogen.
„Ich bin wohl eingeschlafen“, stellte Luka fest.
„Das war meine Schuld. Ich habe dich viel zu lange warten lassen“, meinte Yuki, ohne den Blick von dem Duras abzuwenden. „Es tut mir wirklich Leid“.
„Das muss es nicht“, entgegnete der Schwarzhaarige „Du bist schließlich jetzt hier, obwohl du müde bist und eigentlich schlafen solltest“.
„So müde bin ich gar nicht“, widersprach das Licht Gottes, während er leise gähnte.
Erneut warf der Duras ihm ein bezauberndes Lächeln zu.
„Du solltest dich etwas ausruhen“.
Yuki nickte zur Bestätigung und schloss die Augen, als sein Gegenüber ihn sanft zu sich zog. Auch auf seine Lippen schlich sich ein glückliches Lächeln, als sein Kopf auf dem Oberkörper des Schwarzhaarigen zum Liegen kam. Er würde sich hier ausruhen. Nur ein paar Minuten.

Das Licht Gottes spürte, wie eine weiche Hand sanft seinen Nacken kraulte. Um ihn herum war es warm und er konnte einen angenehmen, vertrauten Duft wahrnehmen. Lächelnd öffnete er seine Augen und sein Herz setzte einen Schlag aus, bevor es schließlich zu rasen begann. Das erste was er an diesem Morgen erblickte, war ein silbernes Augenpaar, welches ihn liebevoll ansah.
„Hast du gut geschlafen?“, fragte der Duras und lächelte sanft.
„Ja“, antwortete Yuki verwirrt und setzte sich auf.
Die Bettdecke rutschte von ihren Körpern und plötzlich kam es dem Licht Gottes wesentlich kälter vor. Erst jetzt bemerkte er, dass er nur noch sein Shirt, seine Boxershorts und seine Socken trug. Hatte Luka ihm seine Hose ausgezogen? Als er dem Duras einen fragenden Blick zuwarf, wurde seine Aufmerksamkeit für einen Augenblick von dem muskulösen Oberkörper seines Gegenübers gefangen. Der Schwarzhaarige trug nur noch seine Boxershorts.
„Luka, wo ist meine Hose?“, fragte er.
Diese Situation war ihm einfach nur peinlich. Luka griff schweigend neben das Bett, reichte ihm die ordentlich zusammengefaltete, hellblaue Jeans und blickte ihn nachdenklich an.
„Möchtest du gehen?“, fragte er und Yuki glaubte einen Moment lang, einen enttäuschten Ausdruck in seinen silbernen Augen zu erkennen.
„Ja“, antwortete er, fügte aber schnell hinzu: „Ich bin nur kurz weg. Ich muss etwas holen. Bitte warte hier“.
Hastig zog er seine Hose an, während der verwirrte Blick des Duras auf ihm lag. Schnellen Schrittes lief er aus dem Raum und stürmte in die Küche. Dort angekommen griff er sich, mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht, das gestern Abend geschaffene Kunstwerk. Egal wie peinlich ihm die Situation von gerade eben auch war, er würde seinen Plan ausführen. Mit frisch getanktem Mut, machte er sich auf den Weg zurück zu Lukaʼs Zimmer. Dort angekommen klopfte er und öffnete die Tür. Der Schwarzhaarige saß noch genau so auf seinem Bett, wie er dort gesessen hatte, als Yuki gegangen war. Nun sah er ihn fragend an.
„Ich habe etwas für dich“, erklärte das Licht Gottes, als er sich erneut neben dem Duras auf dessen Bett niederließ.
Stolz präsentierte er den gestern gebackenen Kuchen. Er war mit verschiedenfarbiger Schokolade überzogen, welche wunderschöne Muster erzeugte. Auf der Oberseite hatte er mit bunten Zuckersternen ein Herz geformt. Luka blickte verwirrt zwischen Yuki und seinem Kuchen hin und her.
„Der ist für mich?“, fragte er. „Warum?“.
„Heute ist der vierzehnte Februar“, antwortete Yuki.
Noch immer strahlte der Blick des Duras pure Verwirrung aus.
„Es ist Valentinstag“, erklärte er deshalb.
„Valentinstag?“, fragte der Schwarzhaarige und schien nicht zu begreifen, was genau es bedeutete.
„Das ist ein Tag, an dem man der Person, die einem am meisten bedeutet etwas schenkt, um seine Zuneigung zu zeigen. Meistens Schokolade oder etwas ähnliches. Ich habe mich für einen Kuchen entschieden“, beschrieb er möglichst kurz, was der Valentinstag war und warum der Duras einen Kuchen von ihm bekam.
Nun sah Luka ihn mit vor Überraschung weit aufgerissenen Augen an.
„Und du schenkst mir etwas?“, fragte er und konnte es anscheinend kaum glauben.
Das Licht Gottes nickte.
„Natürlich. Man schenkt schließlich der Person etwas, die einem am wichtigsten ist“.
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