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Better than I know myself

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
14.02.2018
06.04.2019
5
5.248
6
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21 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
17.02.2018 1.365
 
Kapitel 2 - Sorrows

Alec

Als Alec wieder zu sich kam, lag er in einem dunklen Zimmer. Er versuchte, sich aufzusetzen, aber er schaffte es nicht mal, in eine annähernd andere Position zu gelangen. Irgendwas hielt ihn auf. Er sah an sich herunter und merkte, dass seine Hände am Bett fixiert waren und in seinem rechten Handrücken steckte eine Infusionsnadel, die mit einem Infusionsbeutel verbunden war. Alec fühlte sich, wie durch einen Fleischwolf gedreht und hatte Schwierigkeiten, einen klaren Gedanken zu fassen. “Und was hast du angestellt?” kam eine Stimme von rechts. Eine ihm sehr bekannte Stimme. Am liebsten hätte er seinen Kopf gleich herumgewirbelt, aber die Schmerzen machten ihm das unmöglich. Also drehte er seinen Kopf so langsam und sachte wie möglich um. Und tatsächlich. Ein paar Meter weiter weg lag Jace. Genau in so einem Bett wie er, fixiert und mit Infusion im Arm. “An das Zeug gewöhnt man sich. Haut jeden am Anfang um. Bei mir musste Dr. Bane mehrmals die Dosis erhöhen, ich bin irgendwann nicht mehr umgekippt.” Er grinste. Und Alec konnte nicht anders, als mit zu grinsen. “Bin ich froh, dich zu sehen.” meinte er zu Jace. “Krasse Sache mit deinen Eltern und deinem Bruder. Hat deine Schwester auch ganz schön mitgenommen.” meinte Jace zu Alec und überging das, was er gesagt hatte.

“Was? Izzy ist auch hier?” fragte Alec laut und kniff dann aber vor Schmerzen die Augen zusammen. “Jeap. Drüben im Mädchentrakt.” meinte der blonde. “Ich muss zu ihr!” rief Alec, ignorierte seinen pochenden Kopf uns stemmte sich gegen die Fixierungen. “Das bringt nichts.” sagte Jace. “Weiß ich aus Erfahrung. Tut nur verdammt weh.“ „Aber ich muss zu Izzy!“ rief Alec erneut. „Das kannst du knicken. Du kommst hier erstmal nicht mehr raus.“ erwiderte Jace und sah Alec seelenruhig zu, wie er gegen die Fesseln kämpfte und sich sein Gesicht vor Anstrengung Rot färbte. „Vergiss nicht zu atmen.“ riet er ihm und Alec war so perplex, dass er einen tiefen Atemzug nahm. So kannte er Jace nicht. So war er nicht. „Du bist derjenige, der immer kämpft! Wieso gibst du auf?“ schimpfte Alec auf Jace ein. „Ich hab doch schon so viel versucht. Wenn du so lang hier bist, wie ich, dann verstehst du das auch irgendwann.“ murmelte er und schloss resigniert die Augen.

Alec schluckte. Er musste Jace fragen. Auch wenn er die Antwort nicht hören wollte. „Wie lange?...“ Alec unterbrach sich mitten im Satz. „Nein. Das ist nicht...Es kann nicht real sein...“ murmelte er und brachte dadurch Jace dazu, wieder seine Augen zu öffnen. „Na toll, noch so n Verrückter. Als ob die anderen in den drei Jahren nicht gereicht hätten. Da ist mir ja deine Schwester mit ihrer Drogensucht noch lieber...“ sagte er und sofort schwieg Alec wieder. „Sag das nochmal! Drogen?“ Jace nickte nur. „Jeder weiß, dass sie mit Jonathan, dem Sohn von Dr. Morgenstern ne Affäre hat. Sie hat Sex mit ihm und er...“ Jace tippte auf seinen Infusionsschlauch. „...besorgt ihr die Medikamente. Manchmal ist sie so weg, dass sie sich nicht mal mehr gegen die Sitzungen wehrt. Die sind nicht ohne.“ Tränen traten in Alecs Augen. Seine kleine Schwester, Jace, Max, seine Eltern...Alles wurde ihm zu viel. Er knallte seinen Kopf so oft gegen das Bettgitter, dass ihm irgendwann wieder schwarz vor Augen wurde.

Magnus

„Ich hab überlegt Izzy. Ich lass doch Alec nicht sitzen! Für wen hältst du mich?“ Magnus war entrüstet. „Schon gut, schon gut. Aber das kann doch nicht alles sein! Kannst du ihn nicht mit Magie aufspüren?“ fragte Izzy den Freund ihres Bruders, während sie in dessen Wohnung auf und ab tigerte. „Dein Ernst? Ich bin der Hexenmeister von Brooklyn! Irgendwas blockiert meine Magie. Es ist, als wäre er in ein Erdloch verschwunden!“ Gekränkt verschränkte Magnus seine Hände vor der Brust. „Und wenn ich...?“ „Kommt nicht infrage!“ antworteten Magnus und Izzy gleichzeitig. „Dann passiert dir dasselbe, wie Alec damals und der ist dann nicht hier. Und wehe du versuchst es auf eigene Faust!“ Bedrohlich baute sich der Hexenmeister vor Jace auf, seine Augen leuchten golden. „Alles klar, Katzenauge, fahr deine Krallen ein.“ murrte Jace und schwang sich auf Magnus‘ Couch. „War ja nur ne Idee...“ setzte er hinzu. „Ja ne ziemlich leichtsinnige!“ fauchte ihn Izzy an. Sie war am Ende. Seit Alec weg war hatte sie nicht mehr geschlafen und sah aus, als ob sie einem Vampir Konkurrenz machen wollte. „Ich ruf ihn an!“ Jace schlug sich gegen die Stirn. „Dass ich da nicht früher drauf gekommen bin.“ Er griff nach seinem Handy und rief Alec an. Er ließ es klingeln und klingeln und klingeln. Irgendwann kam eine Ansage mit „Diese Nummer ist nicht verfügbar, bitte wenden Sie sich...“ Jace legte auf und starrte sein Handy an, als wären ihm Augen gewachsen. „Nicht verfügbar? Was?“ murmelte er und sah fragend zu Magnus und Izzy.

Alec

Lustlos kaute Alec an seinem Brot herum. Sein Appetit hatte deutlich abgenommen, seit er hier im “Institut für psychisch kranke Menschen” war. Zumindest hieß es laut der Ärzte so. Jace nannte es “Institut der Willen- und Seelenlosen”, worin ihm Alec bedingungslos zustimmte. Unglaublich, dass das jetzt der zweite Tag war. Für Alec fühlte es sich so an, als wäre er schon Wochen hier. “Mr. Lightwood? Kommen Sie dann zur Visite?” fragte niemand geringerer, als Jonathan. Der ja lieber Sebastian genannt werden wollte, aber diesen Gefallen tat ihm Alec nicht. Alec blieb das Brot in der Kehle stecken und er begann zu husten. Schnell trank er Wasser nach und es wurde besser. Mit wackeligen Knien folgte er dann dem blonden Pfleger. Sein Kopf begann, wieder schmerzhaft zu pochen. Die Wunde hatte mit fünf Stichen genäht werden müssen, was Alec mehr als alles andere gehasst hatte. Er war Runen gewöhnt, keine Nadeln, wie sie bei Sterblichen zum Einsatz kamen. Missmutig setzte sich Alec auf die Liege im Ärztezimmer. Jonathan nickte Magnus zu und schloss die Tür hinter sich, als er ging.

“Mr. Lightwood. Wie geht es Ihnen?” wollte sein gegenüber von ihm wissen. “Genauso bescheuert wie gestern.” ließ Alec verlauten und verschränkte seine Arme vor der Brust. Der Arzt trat neben ihn und legte ihm eine Blutdruckmanschette um den linken Oberarm, schob ihm ein Thermometer unter die Zunge und bereitete Alecs rechten Arm auf eine Blutabnahme vor, da er durch seinen Zugang am Handrücken kein Blut herausbekam. Kein Wort wechselten die beiden, keine Warnung kam von Magnus, als der ihm die Nadel in die Ellenbogenvene stach. Alec zuckte zusammen und sah, wie sein Blut in mehrere Röhrchen lief. Als das Thermometer piepste, sah Magnus zuerst das Thermometer und dann ihn lange und prüfend an. “Sie haben Fieber, Mr. Lightwood und abgenommen haben Sie auch.” meinte Magnus. “Und wenn schon.” erwiderte Alec trotzig. “Das was Sie hier machen, ist verboten.” setzte Alec an, doch er wurde von Magnus unterbrochen. “Wir haben Beschlüsse, Mr. Lightwood.” erklärte er. “Ach ehrlich? Dann war ich wohl nicht bei der Verhandlung anwesend, bei der das beschlossen wurde?” Das sollte sarkastisch gemeint sein, aber Magnus nickte nur. “Damals war Ihr Vater gestorben. Sie lagen mit einer Mischung aus Drogen und Alkohol im Blut eine Woche im Koma. Kein gutes Vorbild für Ihre Schwester. Sie kam auch zu uns. Sie ist im Mädchentrakt in der geschlossenen.” erzählte Magnus.

Er kontrollierte erneut Alecs Zugang und befand, dass er einen neuen legen sollte. “Das hätte Ihnen nicht vorher einfallen können?” Alec war gereizt und müde und er wollte nur noch schlafen. “Anscheinend nicht.” meinte Magnus und legte ihm die neue Kanüle dieses Mal im Ellbogen. “Dann kann ich ja jetzt gehen, oder?” fragte der dunkelhaarige und sprang auf. Nur noch weg hier. “Sie haben später noch Einzeltherapie bei mir.” meinte Magnus und verabschiedete sich somit von Alec. Zurück in “seinem” Zimmer schmiss er die Tür zu. Jace sah nicht mal aus seinem Buch auf. Er war es gewohnt, dass seine Zimmerkameraden Türen zuknallten. “Na? Hat dich der Doktor in die Mangel genommen?” grinste der Blonde. “Lass mich bloß in Ruhe.” knurrte Alec, schmiss sich auf sein Bett und vergrub seinen Kopf in seinem Kissen. “Nach den Einzelsitzungen haben wir noch Sport, hoffentlich mal was anderes, als immer nur Runden laufen...” Jetzt wurde Alec hellhörig. Sport, das klang wie Musik in seinen Ohren...
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