Heimkehr

GeschichteDrama, Romanze / P12
Brianna "Bree" Randall/MacKenzie Fraser Claire Beauchamp Randall/Fraser James "Jamie" MacKenzie Fraser
14.02.2018
14.02.2018
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November 1986.

Alles sieht so friedlich und klein aus von hier oben. Ich saß gerade im Flugzeug nach Schottland nachdem ich erfahren habe, dass mein Mann Jamie Fraser als Alexander Malcolm überlebt hat und nun 20 Jahre später im früheren Edinburgh lebte. Ich wollte zurück und ich musste zurück... seinetwegen. Ich will mir nicht ausmalen was er in den letzten Jahren alles durchmachen musste.. was ist mit Jenny und den Kindern passiert, existiert Lallybroch noch, geht es Furgus gut und vor allem und die viel wichtigste Frage... was ist mit Jamie? Hat er mich vergessen? Soll ich wirklich zurück mit dem Gewissen das ich wahrscheinlich nie wieder heimkehren kann? So viele Fragen kreisten in meinem Kopf und als Brianna das bemerkte drückte sie meine Hand fest.
„Alles wird gut. Mach dir keine Sorgen.“ sagte sie mit diesem Lächeln das mich jedes mal an ihn erinnerte. Ich habe in den 20 Jahren nie aufgehört ihn zu lieben..

Nach einer gefühlten Ewigkeit landete das Flugzeug und ich bekam kalte Füße... Brianna nahm mich bei der Hand und wir nahmen das nächste Taxi nach Inverness. Umso mehr wir uns dem Steinkreis von Craigh na Dun nährten, desto größer wurde die Angst davor was geschehen wird. Ich wollte Brianna nicht zurück lassen. Jamie sollte sehen was für eine wunderschöne Tochter er hat. Sie sollte unbedingt ihren Vater kennenlernen.. Ich würde nur zu gerne die Zeit nachholen... hätte ich Schottland doch nur niemals verlassen. Ich habe mich oft gefragt was passiert wäre, hätte ich ihn nie alleine gelassen. Vielleicht wäre ich tot oder Brianna hätte alleine aufwachsen müssen.. Ich will es mir eigentlich gar nicht vorstellen, aber was soll man schon gegen seine eigenen Gedanken machen.

Angekommen in Inverness erwartete uns Rodger mit offen Armen, so wie wir es von hier kannten. Uns wurde gleich eine Tasse Tee angeboten und Rodger erzählte uns alles was er herausgefunden hatte, neben der Tatsache das Jamie lebte.
Am Abend konnte ich nicht schlafen.. ich konnte nicht länger warten. Ich packte meine Sachen und wollte gleich in der ersten Nacht verschwinden. Es tat mir leid. Ich wollte Brianna nicht zurücklassen ohne mich zu verabschieden, aber selbst der Gedanke daran tat zu sehr weh.. So versuchte ich mich also hinauszuschleichen. Auf dem Tisch im Wohnzimmer hinterließ ich eine Nachricht. Brianna solle sich keine Sorgen um mich machen und ich würde sie für immer über alles lieben. Mich überwältigten meine Gefühle und konnte keine Träne mehr zurückhalten. So verließ ich Inverness und machte mich auf den Weg zum Craigh na Dun.

So aufgewühlt wie ich war und den Kopf voller Gedanken kam mir der Weg gar nicht mal so lange vor. Langsam und mit zittrigen Beinen ging ich den Hügel hinauf. Nervös drehte ich meinen Ehering, welcher aus einem Schlüssel gefertigt wurde an meinem Finger hin und her. Ich habe ihn nicht einen Tag abgelegt.
Noch weitere 10 Minuten stand ich vor den Steinen.. Was wenn ich ihn doch nicht finden würde? Sollte ich doch noch mal zurückgehen und mich von Brianna verabschieden? Ich hatte Angst, dass ich dann doch nicht gehen würde und hier im 20 Jahrhundert bleiben würde.

Ich wischte mir nun ein letztes mal die Tränen aus dem Gesicht und atmete tief durch. Meine Hände zitterten und ich streckte meine Arme zu den Steinen aus. Bevor ich sie jedoch berührte hörte ich eine Stimme von hinten. „Mama!“
Ich schloss die Augen. Muss sie es wirklich noch schwerer machen als es jetzt schon ist? Ich kann es ihr aber auch nicht übel nehmen.. Brianna ist immer noch meine Tichter.
Sie blieb hinter mir stehen und legte ihre Hand auf meine Schulter.
„Denkst du wirklich ich lass dich einfach so gehen?“
Ich drehte mich um und sie viel mir sofort in die Arme und umarmte mich. Ich war sprachlos und erwiderte einfach nur die vielleicht letzte Umarmung die mir meine Tochter je geben kann.
„Ich hoffe du weißt das ich dich nicht so zurücklassen wollte aber ich wollte den Abschied nicht noch schwerer machen.“ Ich fuhr ihr noch ein letztes mal durch die Haare.
„Es tut mir leid mein Schatz, aber ich hoffe du weißt das ich dich liebe. Und dein Vater liebt dich bestimmt genauso sehr, wenn nicht noch tausend mal mehr wie ich. Bitte pass auf dich auf.“

Ich löste mich aus ihrer Umarmung und drehte ihr den Rücken zu. Ganz konzentriert auf die Steine die vor mir standen, welche nur darauf warteten mich zurück zu bringen. Ich hob meine Hand und kurz bevor ich den Stein berührte spührte ich einen warmen Griff um meine zweite Hand.

An alles was ich mich danach erinnere passierte 1766.
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