Love thy hobbit

OneshotRomanze / P12 Slash
14.02.2018
24.04.2018
5
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Auf der Suche nach Valentinstagsschreibinspirationen bin ich auf folgende Prompt-Liste gestoßen.
Für einen kurzen, wahnwitzigen Moment dachte ich "Hey, 14 Items auf der Liste, wie wäre es mit einem Valentins-Countdown?" - stattdessen wird es eher einmal die Woche (oder wie es gerade passt) neue Kapitel geben.

Eigentlich bin ich schreibtechnisch ja nicht in Mittelerde unterwegs, aber irgendwie wurde ich die ganzen Ideen, wie ich Bilbo in die Vorgaben einbinden kann nicht los und tja, da sind wir.
Es wird ziemlich stark AU und vermutlich auch OOC - es geht in moderne Welten, manchmal gibt es da nicht einmal Hobbits und - wie im ersten OS - sind die Elben vielleicht auf einmal Vampire.
Pairings werden sehr divers und Bilbo wird bei mir eher Baggins als Beutlin heißen.

Ich hoffe es gefällt euch
Frohen Valentinstag
Mira







Vom Hinhören, Weghören und dem feinen Unterschied dazwischen

Bilbo liebte seinen Job, keine Frage, doch er war sich selbst fünf Jahre nachdem er angefangen hatte nicht ganz sicher, wie er eigentlich dazu gekommen war.

Gandalf war irgendwie Schuld daran, das war klar – wie sonst konnte es passieren, dass er an die Uni ging, um BWL zu studieren, was ihm dabei helfen sollte, später den Buchladen seines Vaters zu übernehmen, und am Ende mit einem Abschluss in Pädagogik dastand?
Und dass er dann nicht einmal ganz respektabel Lehrer an der örtlichen Grundschule wurde, sondern seine halbe Erbschaft in die Gründung eines Kindergartens speziell für alles nicht ganz Menschliche steckte? Natürlich musste Gandalf etwas damit zu tun haben – vor allem weil er dann derjenige war, der es sich hinter dem Tresen des Buchladens bequem machte.

Wie gesagt, er störte sich nicht an seinem Berufsweg, nein, er war wirklich stolz auf sein Werk, auf seinen Kindergarten – wo er inzwischen sogar Platz für drei Kindergruppen hatte, er und Bard leiteten die zwei Nachtgruppen, und Dori, ein Zwerg, mit Unterstützung seines Bruders Ori eine Taggruppe.
Bilbo und Bard waren natürlich auch nicht alleine – letzter bekam meist Hilfe seiner ältesten Tochter Sigrid und ersterer von Eomer, einem jungen Werwolf, dessen Schwester Eowyn in Bilbos Gruppe war. Die Instinkte eines Werwolfs ließen es nicht zu, einen Welpen alleine so weit weg vom Rudel, von ihrem Revier zu schicken, aber nachdem ein Nekromant sich dort in der Nähe niedergelassen und die Wölfe schon angegriffen hatte, war es dem Rudel sicherer, ihre Welpen gerade nachts, wenn die Macht des Nekromanten noch verstärkt war, aus dessen Nähe zu entfernen.
Und wenn Eomer auch noch ein wenig Geld dazu verdienen konnte damit, seine Schwester (und andere Kinder) zu beschützen, kam ihm das auch nicht Unrecht.

Bilbo war aber wirklich erstaunt gewesen, dass sich Werwölfe gefunden hatten, die in seine Nachtgruppe wollten, und auch andere Wesen (er hatte hauptsächlich mit Vampiren und anderen Sonnenallergikern gerechnet) – und noch erstaunter, dass sich die Kinder alle so gut miteinander vertrugen – bei Erwachsenen gab es schließlich genug Rassenhass.
Man musste sich nur Thranduil anschauen, ein Vampir, der seinen Sohn Legolas und seine Ziehtochter Tauriel aus dem Kindergarten ziehen wollte, als er erfuhr, dass sie mit Werwölfen in einer Gruppe sein würden. Stundenlang hatte Bilbo auf ihn einreden müssen, eher Thranduil doch davon absah (was vielleicht aber auch eher an dem bettelnden Blicken der zwei Kinder lag, die nicht von ihren neuen Freunden getrennt werden wollten).

Ein noch unangenehmerer Zeitgenosse aber musste Denethor sein. Bilbo hatte ihn zwar nie getroffen, aber er war wohl in irgendwelche zwielichtigen Geschäfte verwickelt und es sagte doch schon genug, dass sein älterer Sohn – selbst gerade mal ein Teenager – seinem Bruder Faramir (auf zugegebenermaßen dubiosen Wegen, was Bilbo aber gekonnt ignorierte) einen Platz in Bilbos Kindergarten besorgt hatte, damit der nachts nicht zu Hause war.
Die anderen Kinder nahmen Faramir zum Glück wie einen von ihnen auf, obwohl er nur ein einfacher Mensch war, besonders Aragorn, dessen Vater im Stillen Ermittlungen gegen Denethor aufgenommen hatte.

Doch, die Kinder waren wunderbar – und sie waren es auch nicht, die Bilbo sich fragen ließen, was er nur falsch gemacht hatte, um in diese Situation zu gelangen, nein, das waren die Eltern.
Wobei, alle Eltern eigentlich auch nicht, sondern nur ein Vater – und da redete Bilbo auch nicht von Denethor oder Thranduil, wie man vielleicht meinen könnte, nein, es war Elrond, der Vater von Arwen, dem zweiten Vampirmädchen seiner Gruppe, der Bilbo regelmäßig zum Verzweifeln brachte. Er war einfach so…

Er war einfach so Wow und würde sich nie und nimmer für Bilbo interessieren, schon allein weil das unprofessionell wäre.

Außerdem war Elrond ein renommierter Heiler und Bilbo nur ein einfacher Kindergärtner, Elrond war so unglaublich attraktiv – groß und schlank, mit langen, seidigen Haaren und den faszinierendsten silbrig grauen Augen, während Bilbo klein und plump war, mit einem Schopf widerspenstiger Locken und langweiligen braunen Augen.
Elrond war immer so elegant und wortgewandt und so ein wunderbarer Vater und Bilbo musste jedes Mal aufpassen, dass er nicht anfing zu stottern oder über seine eigenen Füße zu stolpern, wenn der Vampir seine Tochter zum Kindergarten brachte und abholte.

Eine Weile hatte Bilbo die Hoffnung, dass Elrond seine unangemessene Verliebtheit nicht bemerkte, dass er außerhalb seiner Arbeitszeit vielleicht höflicherweise ignorierte, was ihm der Puls anderer Leute verraten konnte, doch die wurde ihm leider zerstört – von Arwen natürlich. Die kleine Vampirdame sah vielleicht aus, als könne sie kein Wässerchen trüben, aber… naja, rückblickend hätte Bilbo vermutlich damit rechnen müssen – Eowyn und Eomer konnten doch auch ihre kleinen Münder nicht halten, wenn sie mit ihren Wolfsnasen etwas Ungewöhnliches rochen,warum sollte es bei Arwen mit ihrem Supergehör anders sein?

„Guck, Papa, guck, Mr. Bilbos Herz schlägt schon wieder so schnell!“, hörte er das Mädchen eines Tages sagen, als er die Treppe hinunter ging um die zwei Vampire zu begrüßen.
„Und jetzt wird er so rot im Gesicht, glaubst du er ist krank, Papa?“

Oh Yavanna, wie peinlich!
Statt die beiden anzugucken, schaute Bilbo lieber nach unten auf die Stufen – seiner Gruppe sagte er schließlich auch immer, dass sie insbesondere auf Treppen aufpassen sollten, wohin sie ihre Füße setzten, und es gehörte ja zu seinem Job, den Kindern ein gutes Vorbild zu sein und alles.

Er schaute dann doch wieder hoch, als Elrond lachte – das war ein Anblick, in dessen Genuss Bilbo viel zu selten kam, um ihn einfach zu ignorieren – und verpasste prompt die nächste Stufe und fiel.

Direkt in Elronds Arme.

Oh Yavanna, er würde am liebsten im Boden versinken, besonders als der Vampir auf Arwens Drängen hin anfing, ihn zu untersuchen.
Wenn Bilbo sich vorgestellt hatte, von Elrond berührt zu werden, war das nie so gelaufen, aber oh je, er hatte trotzdem die Befürchtung, sein Kopf würde explodieren von dem ganzen Blut, was ihm in die Wangen schoss.

„Alles in Ordnung, soweit ich das auf die Schnelle beurteilen kann“, verkündete Elrond schließlich. „Aber wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, Mr. Baggins, können wir gerne einen Termin für einen Hausbesuch vereinbaren, damit ich eine genauere Untersuchung durchführen kann“, ergänzte er mit einem Zwinkern.

Bilbo war versucht, sich umzudrehen und zu schauen, ob noch jemand da war, dem das Zwinkern hätte gelten können, denn Elrond hatte zwar seinen Namen genannt, aber dieser letzte Satz klang so, als würde der Vampir mit ihm flirten und das konnte doch nicht sein, oder?

Arwen war währenddessen ähnlich verwirrt.
„Aber Papa, du machst doch nie Hausbesuche!“





Das hierfür benutzte Prompt sah so aus:

1. You’re a hot vampire cop and I’m a teacher at an affordable nocturnal daycare where your hilarious vampire child goes. Can you please stop being adorable when you pick up your kid?

Ich war mal wieder ein wenig frei in der Interpretation (und werde es auch bei den weiteren Prompts der Liste ggf sein).
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