Der Fluch der Nachtigall

von Zobel
KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
13.02.2018
17.02.2018
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Der Fluch der Nachtigall hat es in die Top 10-FFs des Amrûn-Wettbewerbs geschafft! ♡

*** Zu den Platzierungen ***
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Der Fluch der Nachtigall

Fanfiktion zu „Das Erbe der Eule“ von Marie H. Mittmann

Viel Spaß ♡
Beta: Purzelbaum
Xxx Zobel


Nachtigallen-Glossar

  • [ga] – Irish (Gaeilge)
• Eala – [ga] Schwan
• Fiach – [ga] Rabe
• Colmán – [ga] Täubchen
• Filiméala – [ga] Nachtigall
• Tine – [ga] Feuer
• Úir – [ga] Erde
• Dobhar – [ga] Wasser
• Adhar – [ga] Luft

• Veilchen – Du bist so unschuldig süß!
• Margeriten – Du machst mich glücklich!
• Gänseblümchen – Ich bin dir herzlich gut!
• Nelken, rot – Ich liebe dich heiß und innig!

• Linde – Gerechtigkeit, Liebe, Frieden, Heimat

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- Alles -


Sie rannte durch eine Stadt voll Eis.
Das rotbraune Haar peitschte wie ein Flammenschweif hinter ihr her. Ihr Herz hämmerte angsterfüllt gegen ihre Rippen und wollte ihren Brustkorb sprengen, doch sie rannte weiter, durfte nicht stehenbleiben – sonst wäre sie tot. Die weißen Schatten streckten schon ihre bitterklirrenden Zungen nach ihr aus und leckten ihren Nacken. Und während sie in Schweiß gebadet war, fröstelte sie, als die ersten Eissplitter versuchten, sich durch ihre warme Haut zu bohren. Sie würde erfrieren.

Er will dich nicht! Keiner will dich!


Ihr Herz würde erfrieren und in tausende Eisscherben zerbersten. Ihr Körper nur eine gläserne Hülle.
Voller Panik sprintete sie noch schneller, quälte ihre Lungen in allergrößter Pein.
Sie wollte kein Eisherz! Sie wollte ein loderndes, brennendes Herz! Sie wollte nicht vergessen, dass sie ihren Brüdern und ihrer Schwester etwas bedeutete und sie wünschte sich, dass sie ihm etwas bedeutete…

Er will dich nicht!


Doch es war zu spät! Die weißen Schatten hatten sie eingeholt, trieben ihre Splitter kreischend in ihr Fleisch, sodass ihr Blut gefror und ihr Herz vereiste.

NIEMAND! WILL! DICH!


Valerie schrie. Voller Verzweiflung. Sie schrie. Und erwachte. Eiskalt. Und ihr Herz – es raste glühendheiß!


Es war stockfinster im Raum mit dem Kamin und dem Fenster zum Park, und zitternd lauschte sie dem gleichmäßigen Atmen ihrer Geschwister, die nicht erwacht waren. Sie streckte die Hand aus und berührte die rabenschwarzen Schöpfe ihrer Brüder und den schwanensilbernen Zopf ihrer Schwester.
Sie schluckte trocken. Ihre Augen brannten.
Dann horchte sie nach Geräuschen der Eule; doch er war lautlos. Er war so lautlos, damit er alles hörte.

Denn Eulen hören Dinge. Selbst den Herzschlag einer Maus unter tiefem Schnee, oder das Trappeln winziger Füße unter der Erde. Deshalb sind ihre Flügelschläge auch so leise, damit sie die Welt hören können.

Und obwohl sie ihn nicht hörte, spürte sie ihn doch. Fühlte seinen rhythmischen Pulsschlag. Und langsam, ganz langsam beruhigte sie sich wieder. Sie sank in die liebkosende Umarmung des dunkelschwarzen Schlafs und die weißen Schatten verloren ihren Schrecken in der zarten Dämmerung.
Vorerst.
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