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Der letzte Atemzug

von Claire4JJ
Kurzbeschreibung
OneshotSchmerz/Trost, Tragödie / P12 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
13.02.2018
14.02.2018
2
1.690
11
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18 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
14.02.2018 1.123
 
„NEEEIIIIN!!!“ Alec fuhr ruckartig hoch und sah sich desorientiert um. Seine Sicht war durch die vielen Tränen verschwommen und er war total erschöpft. Schnell wischte er sich über die Augen, damit er was erkennen konnte.

Er sah sich um.

Er war in seinem Zimmer.

Im Institut.

Und war offensichtlich aus einem furchtbaren und sehr lebendigen Albtraum aufgewacht. Mit zittrigen Fingern griff er nach seinem Handy um Magnus anzurufen. Er musste jetzt dringend seine Stimme hören. Seine Hände zitterten so sehr, dass er drei Anläufe brauchte um es zu entsperren. Magnus Nummer war unter seinen Favoriten. Er drückte auf anrufen und wartete.

Erstes Tuten.

Alec trommelte nervös auf dem Nachttisch.

Zweites Tuten

Alec kaute an seinen Fingernägeln. Das hatte er sich eigentlich bereits vor seinem neunten Lebensjahr abgewöhnt.

Drittes Tuten

Alec hielt es nicht mehr aus und stand aus dem Bett auf.

Viertes Tuten

Mittlerweile lief Alec angespannt durch den Raum.

Fünftes Tuten

Verdammt Magnus bitte geh ran!

Dann endlich eine Stimme, „Sie sprechen mit dem unglaublichen Magnus Bane…“
„Magnus ich bin’s“, begann Alec, wurde jedoch von der automatischen Ansage unterbrochen „…hinterlassen Sie ihren Namen und ihr Problem nach dem Piep und wenn ich nicht zu beschäftigt bin oder mich langweile, rufe ich zurück.“
„Verdammt!“, fluchte Alec und ließ sich zurück aufs Bett fallen. „Es war nur ein Traum“, sagte er laut zu sich selbst um seine Nerven zu beruhigen.
Es half nicht wirklich.
Sein Blick fiel auf seinen Radiowecker. Es war halb drei morgens. ‚Magnus schläft wahrscheinlich einfach‘, redete sich Alec ein. Doch auch dieser Gedanke half nicht. Er würde definitiv nicht wieder schlafen können, ehe er sich nicht versichert hätte, dass es Magnus gut ging. Der Shadowhunter stand also wieder auf, kramte irgendein Shirt und eine Hose aus seinem Schrank und lief dann aus dem Institut. Zwei Straßen weiter hielt er ein Taxi an und fuhr zu Magnus Loft.

Eine halbe Stunde später stand er vor der Tür zu Magnus Apartment. Er atmete einmal tief durch. Dann öffnete er langsam mit seinem Zweitschlüssel die Tür. Es war dunkel in Magnus Loft, doch mit der passenden Rune konnte er sehen. Er war auf alles gefasst. Plötzlich ging das Licht an und er stieß mit irgendjemand zusammen, sodass er zu Boden ging. Ein „Aua“ erklang und kurz darauf ein verwundertes „Alexander? Was machst du denn hier?“ Diese Stimme kannte Alec nur zu gut. Er hob seinen Kopf und seine Augen trafen Magnus dunkle, zwar nicht Katzenaugen, aber dennoch lebende Augen. „Magnus! Du lebst!“, rief er.
„Ja natürlich, wieso sollte ich nicht…“, weiter kam Magnus nicht denn Alec hatte ihn bereits in eine sehr stürmische und kräftige Umarmung gezogen und schien ihn nicht mehr loslassen zu wollen, aus Angst Magnus könnte sich vielleicht doch auflösen, wenn er ihn nicht festhielt.
„Ich dachte du wärst tot!“, brachte er mit erstickter Stimme hervor und musste nun doch anfangen zu schluchzen. Magnus, der nicht so recht wusste, wie diese Situation zustande gekommen war, versuchte den jungen Mann zu beruhigen.
„Wieso sollte ich denn tot sein? Ich war die ganze Nacht hier und habe geschlafen.“ Magnus  löste sich sanft etwas von ihm, um ihn ansehen zu können, hielt ihn jedoch immer noch fest. Alecs Augen waren verquollen.
„Tut mir leid. Es war dumm von mir. Es war nur ein Albtraum, wir waren am Strand und haben gegen einen Dämon gekämpft. Er hätte mich aufgespießt, aber du hast dich dazwischen geworfen. Ich konnte ihn dann töten, aber es war zu spät. Es war plötzlich keiner da, der uns helfen konnte und du bist… du bist in meinen Armen… Es war nur ein Traum,  aber er war so real und ich musste einfach sichergehen, dass es dir gut geht…“ Beschämt blickte er zu Boden. Magnus Gesicht wurde noch sanfter. „Das ist nicht dumm, Alexander. Das ist sogar sehr süß von dir. Ich verstehe das. Träume können manchmal wirklich sehr real sein, vor allem wenn es schlimme Träume sind. Aber ich bin hier, okay? Und ich gehe nicht weg, keine Sorge. Es war nur ein Traum. Ich lebe noch und es geht mir gut, es ist alles in Ordnung. Komm. Wir setzen uns aufs Sofa, ich mache dir eine Tasse warme Milch, damit du dich etwas beruhigen kannst.“ Alec wollte eigentlich nicht, dass Magnus wegging. Zu groß war noch der Schrecken des Traumes und die Angst, dass Magnus sich vielleicht doch einfach für immer verschwand, wenn Alec nicht hinsah. Die leichte Panik in seinen Augen, entging Magnus natürlich nicht.
„Ich muss nicht in die Küche gehen, für die Milch, keine Sorge. Ich gehe nicht weg.“


Eine weitere halbe Stunde später saßen die beiden auf Magnus Sofa und schauten irgendeinen Film im Fernsehen.  Alec, der sich mittlerweile einigermaßen beruhigt hatte, hatte sich dicht an seinen Freund gekuschelt und lag nun in den Armen des Hexenmeisters, der ihm sanft durchs Haar fuhr.
Magnus konnte jedoch auch spüren, dass der Shadowhunter selbst für seine Verhältnisse recht angespannt war, da er Magnus‘  andere Hand immer noch leicht verkrampft festhielt um ihn nicht doch zu verlieren. Der Hexenmeister  war dem Kuschelkurs seines Freundes nicht unbedingt abgeneigt  gegenüber, allerdings machte er sich schon ein wenig Sorgen um ihn. So eine Emotionalität sah Alec sonst gar nicht ähnlich. Allerdings können Träume und besonders Albträume manchmal wirklich äußerst intensiv und real sein, dafür musste nicht mal Magie im Spiel sein.* Und so durcheinander wie Alec ihn seine Wohnung gestürmt kam, war der Traum offenbar sehr intensiv.
Magnus wusste nicht genau wie spät es war, doch nach und nach entspannte sich der Griff von Alecs Hand um ihn. Sein Atem wurde ruhiger. Magnus beugte sich sanft nach vorne, auch wenn eigentlich keine Sichtbestätigung nötig war.  Dafür kannte er ihn mittlerweile gut genug. Alec war eingeschlafen. Und er schlief sehr ruhig. Offenbar spürte er, dass ihn der Hexenmeister nicht verlassen würde.
„Schlaf gut Alexander“, flüsterte Magnus und drückte Alec sanft einen Kuss auf die Wange.


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Erwischt. Ich bin so durchschaubar. Zumindest ladyfangirl hat mich durchschaut (deshalb habe ich nicht auf dein Review geantwortet, wusste nicht was ich schreiben sollte ohne zu spoilern, aber danke für dein Review).
Ich musste einfach schreiben, dass es ein Traum ist, sonst wäre ich nicht mehr glücklich gewesen. Doch ich hatte Angst, dass die Wirkung der Sterbeszene zerstört wird, deshalb musste ich es zweiteilen. Dieses zweite Kapitel ist nur um meinen Seelenfrieden wieder herzustellen. Ich könnte ihn niemals sterben lassen.
LG Claire4



*Ich bin vor etwa einem Jahr  morgens aus einem Albtraum aufgewacht indem mein Vater gestorben ist. Ich war den ganzen Tag total aufgeregt. Zum Glück waren Ferien und mein Bruder war, so konnte ich ihn wenigstens knuddeln. Das habe ich ein bisschen verarbeitet, also ich weiß genau wie Alec sich nach dem Traum fühlt. Manchmal ist es halt nicht nur ein Traum.
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