Herz schlägt Herz, wenn ein Schicksal verbindet

von moere1112
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 Slash
Philipp Burger
13.02.2018
02.11.2018
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"Ja Mama ich schnapp mir jetzt nur noch Ben und fahre los. Das Auto ist gepackt und ich bin pünktlich zum Abendbrot bei euch!"
"Ok Mein Schatz, fahr vorsichtig! Und Lina?"
"Ja Mama!" sagte ich schon genervt, ich stand in der Türschwelle, an der Hand meinen 3 Jahre alten Sohn Ben, der schon mit den Füße strampelte und es gar nicht abwarten konnte zu Oma zu fahren, in der anderen Hand mein Handy an dem die besagte dran war.
"Ti voglio bene. (= Ich habe dich Lieb)"
"Ich dich auch Mama" sagte ich und legte auf, ich brachte nämlich die Hand für die Tasche die ich noch im Flur meiner Wohnung stehen hatte.
Als ich alles , einschließlich mich und meinem Sohn im Auto hatte, schaute ich noch mal vom Auto auf die Wohnung.
Zu gern erinnere ich mich an den Tag, an dem ich sie mit Timo, meinem Mann angeschaut habe, ich war im 5 Monat Schwanger und lebten zuvor in einer 2 Raum Wohnung die für uns drei zu klein gewesen wäre.
Wir waren hin und weg , sie war hell, groß und im geliebten Altbaustil. Zu gern würde ich die Zeit zurück drehen, niemand hätte an diesem Tag gedacht, das ich knapp 4 Jahre später als Witwe wieder zurück nach Brixen ziehen. Schließlich bin ich dort vor 12 Jahren weggezogen .
Es ist einfach ungerecht wie das Leben manchmal läuft, wir hatten gerade erst geheiratet, der kleine ist 5 Tage zuvor 1 Jahr alt geworden und dann wird dem kleinen einfach der Vater und mir mein geliebter Mann weggenommen, die Liebe meines Lebens, mein Seelenverwandte und bester Freund.
Ich erinnere mich auch gut an diesen Tag zurück, so als wäre es erst gestern gewesen.
Es war ein ganz normaler Morgen, ich hatte den kleinen Frühstück zubereitet, Timo hat sich sein Frühstück für die Arbeit gemacht und verabschiedete sich zur Arbeit, 4 Stunden später erhielt ich dann den Anruf, der , der mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Sein Chef rief seine Mutter an und dieser dann mich , sie weinte schon bitterlich am Hörer und ich verstand zu beginn rein gar nichts. Und um ehrlich zu sein, im nachhinein hätte ich es auch nicht verstehen wollen.
Timo starb im alter von 34 Jahren an einem plötzlichen Herztod und viel einfach auf der Arbeit um.
Ich war von jetzt auf gleich Witwe und stand mit einem 1 Jährigen Kind alleine da.

Ich versuchte es wirklich lange, doch diese Wohnung, diese Stadt und all das erinnerte mich zu sehr an ihn, es erdrückte mich und lies mich einfach nicht in ruhe Trauern sondern zerriss mich einfach nur innerlich. So beschloss ich schweren Herzens wieder zurück nach Brixen zu ziehen, erst einmal in das Haus meiner Eltern und dann suche ich mir was eigenes.
In Brixen bin ich schließlich aufgewachsen und schließlich mit 23 Jahre weggezogen als ich in Timo kennen gelernt hatte und mit ihm nach Augsburg gezogen bin.
Timo´s wurzeln liegen auch in Südtirol, seine Großelter wohnen nur ein Ort weiter weg und freuen sich tierisch darüber das ihr Urenkel in die nähe zieht.

Ich wischte mir eine Träne aus dem Gesicht die mir beim in Erinnerungen schwelgen aus den Augen kullert, kontrolliere mein Make up im Spiegel und atme noch einmal tief durch bevor ich zu Ben auf den Rücksitz schaue und anschließen den Motor starte.


Ben schlief wie gewohnt schnell ein und so zog ich die ganze Fahrt durch um mein versprechen zu halten, das ich bis zum Abendbrot in Brixen bin. Irgendwie freute ich mich auch darauf, ich sah meine Eltern viel zu selten und auch so war es schön meine alte Clique bzw Freunde widerzusehen. Wir bleiben zwar immer in Kontakt aber es wurde dann doch etwas dünn und unregelmäßig.
So wirklich kontakt hatte ich gerade mal zu Joggl und Martin, mit ihnen verstand ich mich schon immer am Besten und eigentlich auch mal mit Philipp, doch das konnte ich nie so wirklich einschätzen, denn wir waren bevor ich weg gezogen bin, mal zusammen und hatten beiden eingesehen, das wir einfach nicht zusammen passen und entschieden Freunde zu bleiben , doch so wie früher wurde es irgendwie nie wieder.

Ich passierte gerade das Ortseingangsschild Brixen und das Bergfieber hatte mich wieder, so war es immer wenn ich hier war. Ich vermisste sie solange nicht, wie ich sie nicht um mich herum hatte, doch war ich einmal wieder hier wusste ich was mir die ganze Zeit gefehlt hatte.
Um zu meinen Eltern zu kommen musste ich einen kleinen Feldweg entlangfahren, da ihr Haus ziemlich weit abseits war.
Der kleine schlief immer noch friedlich und so signalisierte ich meiner , schon vor Freude herum hüpfenden, Mutter, das Sie leise sein soll und stieg auch dem entsprechend aus.
Wir fielen in eine Lange Umarmung und anschließend fiel ich meinem Vater in die Arme. Auch er ist der Meinung, das das Schicksal ein Arschloch ist.
Der kleine wurde nun doch wach und begrüßte die zwei mit einem lauten gequietschte, wie es für ihn üblich war. Die aufgedrehte Art hatte er von seinem Vater und um ehrlich zu sein, war er komplett er, wenn ich Ben ansah, sah ich Timo, seine weichen Gesichtszüge, sein lächeln, seine Augen und alles was ihn so auch ausgemacht hat. Ben weiß nicht wie viel Glück er hat, nach seinem Vater zukommen, er war wirklich einer der liebsten Menschen die ich je getroffen habe und so jemanden findet man auch nur einmal. Er war so herzlich und aufrichtig, es ist schwer ihn zu beschreiben, er war einfach Perfekt, so Perfekt wie mein Ben hier.
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