von Alkohol, Strebern und Streichen

GeschichteHumor, Familie / P16
Burak Chantal Ackermann Elisabeth "Lisi" Schnabelstedt Laura Schnabelstedt OC (Own Character) Zeki Müller
11.02.2018
27.01.2019
10
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Bevor dieses Kapitel beginnt, wollte ich darauf hinweisen, dass mein Schreibstil total komisch ist, weil ich erst 13 bin XD Ich hoffe, dies fällt nicht allzu stark auf.
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Als Herr Müller dann endlich kam und das Klassenzimmer aufschloss, ging er als erstes ins Klassenzimmer, setzte sich hin, legte seine Füße aufs Pult und holte eine Bierdose aus seiner Tasche. Alle setzten sich hin, und ich setzte mich auf den Platz, der als einziger noch frei war. Er war zwischen Chantal und Burak, vor mir saß Daniel und hinter mir saß Zeynep. Tja. Pures Glück würde ich mal sagen. Was mir allerdings aufgefallen ist, war, dass mich alle außer meine vier neuen Freunde total komisch anstarrten, so als würden sie mich nicht als Klassenmitglied ansehen, wahrscheinlich, weil sie gerne fiese Streiche spielten oder ähnliches gestörtes machten. „Gruppe Arschlöcher“ fing Zeki an. Das war doch mal wieder typisch. „Wir haben jetz‘ Mathe…“ Er kramte in seiner Schultasche herum. „Fuck..Buch unten vergessen.. Ich komm‘ gleich wieder. Keiner von euch Arschwichsern verlässt das Klassenzimmer.“ Mit diesen Worten ging er dann endlich raus.

Als er die Tür noch nicht einmal ganz geschlossen hatte, standen alle außer Chantal & Co. ruckartig auf, und sie versammelten sich um mich. „Wie heißt  du?“ fragten mich zwei Mädchen, die hinter mir standen. „Emma.“ Antwortete ich schnell. Wenn so viele Leute um mich herum stehen, werde ich nervös, das konnte ich nämlich noch nie leiden. „ Bist du n‘ Streber?“ fragte so ein großer Typ mit asozialen Klamotten und nem‘ Energydrink in der Hand. Er sah nicht gerade nett aus, aber das tat hier ja sowieso fast niemand. Burak antwortete für mich. „Keine Ahnung, aber sie is‘ cool drauf.“ Der Junge sah mich wieder an, um mich still zu fragen, ob ich denn nun ein Streber wäre oder nicht. „Naja, ich schreib‘ zwar gute Noten, aber lernen tu‘ ich nicht gerade.“ Natürlich war das gelogen, aber ich hatte keinen Bock, von Idioten gemobbt zu werden. So wie die aussahen, hat jeder von denen schon mindestens einmal wiederholt. Naja, ist mir egal, solange sie im Unterricht nicht nerven.

„Kann isch‘ dann von dir abschreiben?“ fragte mich Chantal. „Klar. Wieso nicht.“ Eigentlich war mir das egal, sollten sie doch machen. Das lies ich eigentlich immer zu, denn wenn wer erwischt wurde, war ich ja nicht Schuld, du so war es mir eh egal. Wir wollten gerade weiter reden, als die Tür aufflog und Zeki mit einem Mathebuch herein kam. „So, macht mal Buch auf Seite 26 auf.“ Alle öffneten ihre Bücher. Außer ich, denn ich hatte keins.

„Ey, Burak.“ Flüsterte ich zum Nachbartisch rüber. „Weißt du, wo meine Bücher sind?“ „Ähm…“ Er überlegte. „Schau mal unter  der Bank, uns wurde zwar nisch‘ gesagt, dass du kommst, aber vielleicht hat dir ja n‘ Lehrer schon Bücher unten reingelegt“ „Ok, danke“ entgegnete ich ihm, und schaute unter meine Bank. Da waren auch ziemlich viele Bücher. Ich kramte das Mathebuch raus, holte mein Heft aus meinem Rucksack und legte beides auf den Tisch.  Zeki öffnete das Buch und las vor.

„Also. Aufgabenstellung is‘: So n‘ Spast will zwei Rasensprenger in seinem Garten aufstellen. Der eine hat 3,5cm Durchmesser und der andere 2cm. Der stellt die dann mit Abstand 5cm zueinander auf. Schreibt mal die Aufgabe ab und dann zeichnet die Rasensprenger beziehungsweise Kreise mit nem‘ Zirkel ein. Dann müsst ihr den Bereich finden, in dem  sich die Kreise überschneiden. Überschrift könnt ihr euch selbst ausdenken. Und JEDER von euch Pissbirnen schreibt Datum in die Ecke.“  

„Welcher Tag is‘ heute?“ Schrie der, der vorher einen Energydrink in der Hand hatte, von hinten nach vorne. „Weiß‘ ich doch nich‘. Is das meine Aufgabe??“ antwortete Zeki. „Ähm…Emma?“ Er blickte zu mir rüber. „Welcher is heute?“ „Mittwoch, 20.10.2017.“ „Achso, danke.“ Sagte Zeki. Nicht mal auf sein Handy schauen kann er. Das so jemand überhaupt unterrichten darf ist unglaublich.

Ich beobachtete, wie alle das Datum aufschrieben, sich eine Überschrift ausdachten, und die Aufgabenstellung abschrieben. Dann ging es aber auch schon los. Alle sahen sich gegenseitig ratlos an, da viele entweder keinen Zirkel dabei hatten, oder nicht wussten, wie man denn jetzt genau die Kreise einzeichnen sollte. Oder wegen beidem. Tja, das war der Anfang eines neuen Themas, da ist es normal, dass man anfangs nicht weiß, wie man jetzt was genau machen soll, aber ich wusste es eigentlich immer, da ich die Aufgabenstellung genau studierte. Ich zeichnete alles schnell ein und markierte den gesuchten Bereich farbig. Zeki lies seinen Blick durch die Klasse schweifen.  Niemand kapierte, wie er was zu machen hat, und deshalb fragte Zeki mich, ob ich nicht rumgehen könnte, um den anderen zu helfen. „Klar.“ Antwortete ich ihm, und fing bei Burak an. Ich lieh ihm meinen Zirkel, da er seinen nicht dabei hatte, und er zeichnete es so ein, wie ich es ihm erklärte. Das tat ich auch bei den anderen, und nach langer Zeit war dann endlich die Stunde vorbei.

Als die Klingel dann mit lautem Schrillen einsetzte, stürmte Zeki als erster aus dem Klassenzimmer heraus, und ich guckte nur auf meinen Stundenplan. „Mittwoch, zweite und dritte Stunde: Chemie.“ Sagte ich leise. Ich kramte mein Chemiebuch unter der Bank hervor, legte es in meinen Rucksack, und dann verschwanden auch wir alle aus dem Zimmer, und gingen in Richtung Chemieraum. Da ich nicht wusste, wo dieser war, folgte ich einfach Chantal und Zeynep, da diese unmittelbar vor mir waren, und ich sowieso eine der ersten war, die sich auf den Weg zu dem anderen Raum machte. Wir waren dann endlich da, und anscheinend war unsere Chemielehrerin „Frau Leimbach-Knorr“. Die sollte eine der schlimmsten Lehrerinnen von allen sein, so wie ich es von Laura immer gehört hatte. Alle setzten sich irgendwo, wo sie gerade wollten, hin, da hier anscheinend keine feste Sitzordnung herrschte. SO saß ich mich neben Daniel und eine andere Person. Es war ein Mädchen mit langen brauen Haaren, und sie hieß Lena, erzählte sie mir.

Während diesen zwei Stunden machten die Jungs überwiegend scheiße, und auch, wenn heute kein Experiment gemacht wurde, spielten die Jungs mit den Reagenzgläsern herum, warfen diese auch durch die Gegend, und auch, wenn Frau Leimbach-Knorr  diese Typen immer wiederermahnte, sie gleich ins Klassenbuch zu schreiben, wenn diese nicht aufhörten, hörte keiner auf sie. Tja, man sollte sich halt vorher überlegen, was man werden will, und vor allem, ob man dafür qualifiziert ist.

Die ganze restliche Zeit  bis zum Unterrichtsende hatten wir noch folgende Fächer: in der vierten Stunde, die nach der Pause war, hatten wir Bio bei Caro, in der fünften hatten wir Deutsch, wieder bei Leimbach-Knorr, und in der sechsten hatten wir Englisch Vertretung bei Zeki, da Herr Fuhrmann krank war.

In der Pause passierte eigentlich nichts besonderes, außer, dass sich Daniel und Burak wieder zwei, drei Energydrinks reinschaufelten, und schon langsam ziemlich aufgedreht waren. Ich setzte mich neben die zwei auf eine Bank, die draußen neben dem Lehrerparkplatz stand. „Wie passen die ganzen Drinks eigentlich alle in euren Rucksack?“ fragte ich scherzhaft und lachte etwas. Daniel lächelte und  zeigte mir seinen Rucksack. Da war nichts drin bis auf einen Block, ein Mäppchen und: einen Haufen Energydrinks. Er war fast so schlimm wie Zeki mit seinen zehn Bierdosen am Tag. Ich redete noch ein bisschen mit den vieren, bis Laura auf uns zu kam, und sie dann auch mit uns redete.

Vierte Stunde: Biologie bei Caro, welche Mamas beste Freundin war. Der Biologieunterricht war im Biologiesaal, welcher direkt unter unserem Klassenzimmer lag. Wir saßen uns, wieder mal, wo wir wollten, auf einen beliebigen Platz, da hier anscheinend auch keine feste Sitzordnung herrschte.

Bei vielen meiner neuen Klassenkameraden verschwand langsam die Konzentration, was sich auch am Unterrichtsbeitrag dieser zeigte. „Weiß jemand von euch, was die zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist und wieso?“ fragte Caro in die Runde. Keiner hob die Hand. Keiner schaute sie an. Manche meiner  Mitschüler zockten sogar heimlich am Handy. Eigentlich wollte ich es ja vermeiden, mich oft zu melden, weil mich sonst alle für einen Streber halten würden, aber da sowieso keiner außer ich und zwei, drei anderen noch Konzentration besaß, meldete ich mich schließlich trotzdem. „Ich glaube, es ist der Herzinfarkt, habe ich zumindest mal irgendwo gelesen.“ Gab ich ihr als Antwort. Es schien auch zu stimmen, da sie nickte und es dann an die Tafel schrieb. Ein paar Schüler fingen nun auch an, das, was an der Tafel stand, mehr oder weniger vollständig abzuschreiben, der Rest tat es nicht. Können die eigentlich gar nichts? Tja, zumindest sind noch zwei oder drei ansatzweise bei der Sache.  Als Caro die Frage stellte, wieso der Herzinfarkt die zweihäufigste Todesursache in Deutschland wäre, antwortete ein Mädchen, dass anscheinend Samira hieß, beantwortete die Frage damit, dass es vielleicht sein könnte, dass viele nicht wissen, wie man einen bei einem Herzinfarkt helfen sollte, man aber sehr schnell reagieren muss, weil man sonst sterben würde. Auch dies schien wichtig zu sein, da Caro auch dies an die Tafel schrieb. Naja, der Rest der Stunde verlief ähnlich.

Als diese dann vorbei war, ging es wieder in unser Klassenzimmer, und wir hatten Deutsch mit Leimbach-Knorr. Und da ging es dann erst richtig los. Die Jungs hatten nämlich einen Streich geplant. Denn in der Schublade des Lehrerpultes war irgendwas, was ich nicht identifizieren konnte, was anscheinend hochgehen sollte, also so etwas wie eine Bombe, wenn man sie öffnet. Und da die Mädchen alle Kreiden, die in dieser komischen Tafelrinne lagen, versteckten, und nur noch in der Schublade des Pultes welche waren, musste Frau Leimbach-Knorr die Schublade aufmachen, um an Kreiden kommen.

Als sie dann nach fünf Minuten nach Beginn der fünften Stunde ins Klassenzimmer kam, begrüßte sie uns, mehr oder weniger freundlich, erklärte uns, welches Thema wir nun haben würden, und drehte sich zur Tafel. Sie fuhr mit ihren Fingern die Tafelrinne entlang, und als diese keine Kreide ausfündig machen konnten, ging sie zur Schublade. Burak bat mich zuvor, dies mit seinem Handy aufzunehmen, da sie auf mich wohl am wenigsten achten würde, und nach kurzem Zögern bejahte ich. Sollte mir Recht sein. Ich konnte diese Lehrerin irgendwie nicht leiden, und auch, wenn Streiche eigentlich nicht so mein Ding waren, war es dennoch ziemlich amüsant.

Die „Bombe“ platzte, Frau Leimbach-Knorr schrie auf, und alle lachten. Auch ich musste ein wenig schmunzeln. An meiner alten Schule hätte sich sowas niemand getraut. Ich filmte noch etwas, bis Burak mir etwas  zu flüsterte. „Ey! Hast du’s?“ „Ja, alles drauf.“ „Danke man.“ Entgegnete er mir und nahm sein Handy wieder an sich. Er sah sich das Video noch kurz an, und dann steckte er sein Telefon weg. Frau Leimbach-Knorr rannte mit ihrem Zeug aus der Klasse, und so hatten wir bis zur sechsten Stunde keinen Unterricht mehr. Naja, zumindest dachten wir das.  Fünfzehn Minuten, nachdem wir Leimbach-Knorr vertrieben hatten, kam Zeki  wutentbrannt ins Klassenzimmer, haute seine Tasche mit voller Wucht auf den Tisch und fing an zu schreien. „Was habt ihr denn jetzt schon wieder angestellt ,hm?! Findet ihr das lustig?“ „Ja klar alter!“ maulte der Energydrink-Typ von hinten. „Halt die Fresse.“ Konterte Zeki kühl und setzte sich hin. „Ihr seid dümmer als Behinderte!“ hakte Zeki nach. Dies zog sich über die verbliebenen 70 Minuten bis Unterrichtsschluss hinweg.

Als der Unterricht dann endlich vorbei war, trottete ich raus aus dem Schulgebäude. Ich war nach diesem anstrengenden Tag ziemlich müde, und da uns niemand Hausaufgaben aufgab, könnte ich mich eigentlich ins Bett legen und ein bisschen chillen. Bis Burak auf mich zukam, und mich fragte, ob ich nicht noch mit zu ihm gehen könnte. Ich fragte meine Mutter, als ich vor unserem Auto stand, und für sie schien es okay zu sein.

Ich freute mich schon, denn er sagte mir, dass er mit mir und den anderen dreien noch ein, zwei Streiche für den morgigen Tag planen würde. Ich wurde gefragt, ob ich ein paar Dinge dafür mitnehmen könnte, die man für die Streiche brauchte.

Anscheinend brauchte man für das, was sie vor hatten, eine Menge Klebeband, und aus irgendeinem, mir völlig unbekanntem Grund Spülmittel. Wieso sollte man Spülmittel für einen Streich brauchen? Naja, jedenfalls wollte Burak auch noch etwas mitnehmen, und der Rest der Klasse, insbesondere Daniel, Chantal und Zeynep, hatten vor, alle sechs Stunden lang den Unterricht zu stören. Naja, eigentlich würde ich ja lieber lernen, um mir gute Noten zu sichern, aber das hier war ziemlich amüsant, und langsam fing es an, Spaß zu machen.

Wir saßen also zu viert in Buraks Wohnzimmer, und gingen durch, was wir, oder besser die anderen, für Donnerstag geplant haben. „Also.“ Begann Daniel. „Zuerst das mit Klebeband, ne?“ Wir alle nickten.

„Und als zweites kommt das Tafel-Ding.“ Führte Chantal fort. Auch hier nickten wir alle. „Und was hast du noch geplant?“ fragte ich Burak und sah ihn an. Er lächelte und holte zwei kleine Werkzeuge hervor. „Nur was kleines. Nichts besonderes. Ich hebel‘ die Türklinke aus, dann kann keiner mehr ins Klassenzimmer rein.“

Nach dieser „Besprechung“ tranken wir noch mal ein paar Energydrinks. Wir machten uns auch aus, wer von uns welche Aufgabe hatte, und so freute ich mich auf morgen, und hoffte, dass die Streiche alle klappten.
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