von Alkohol, Strebern und Streichen

GeschichteHumor, Familie / P16
Burak Chantal Ackermann Elisabeth "Lisi" Schnabelstedt Laura Schnabelstedt OC (Own Character) Zeki Müller
11.02.2018
27.01.2019
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„Emma! Bist du schon fertig mit allem?“ rief meine Mutter  durch unser Haus. Es war mein erster Schultag in meiner neuen Schule, und auch, wenn diese total asozial sein sollte, wollte meine Mutter, dass ich auch auf diese gehe, da Laura auch da wäre, und ausreden konnte ich es ihr auch nicht mehr. „Komme gleich!“ rief ich leicht genervt, allerdings nicht, weil sie mich hetzte, sondern weil ich keine Lust hatte, auf eine asoziale Schule zu gehen, auf der selbst die Lehrer ein Dachschaden haben sollen. Ich schrieb immerhin sehr gute Noten, und nach Lauras Erzählungen,  war natürlich genau DIE Klasse, in die ich kommen würde, die asozialste von allen. Und unser Klassenlehrer war: Mein Stiefvater. Ich konnte ihn ohnehin nicht leiden, denn meine Eltern hatten sich erst vor 2 Monaten scheiden lassen, und schon taucht DER auf. Er ist dämlich, versoffen, und: asozial. Und er stinkt. Wie kann meine Mutter nur auf so einen stehen??

„Emma! Kommst du jetzt?“ ich wurde aus meinen Gedanken gerissen. Ich schnappte mir schnell meinen Rucksack, meine Jacke, und hastete dann nach unten. Naja, immerhin hat meine Mutter mir alles organisiert, was die in dieser 10b momentan für Stoff durchnehmen. Unten angekommen, kam meine Mutter auf mich zu und gab mir ne Pausenbox und ne Flasche Wasser. Wieso eigentlich? Ich war alt genug, um dies selbst zu tun! Ach egal. Ich laufe an meinem Stiefvater vorbei, der wie immer am Morgen Kaffe direkt aus der Kaffeekanne trinkt. Mit einem abschätzenden Blick meinerseits ging ich an ihm vorbei und ging vor die Tür, um auf Mama und Zeki zu warten. Draußen stand auch schon Laura, die anscheinend auf mich gewartet hatte.

„Freust du dich schon?“ fragte sie scherzhaft, ich lachte und stieß ihr mit dem Ellenbogen in die Seite. „Nein, Nein, tu ich nicht“ antwortete ich und seufzte leise. „Kopf hoch“ versuchte sie, mich auf zu muntern. „Daniel ist auch in der Klasse.“

„Wer ist Daniel?“

„Du kennst ihn nicht? Er ist mein Freund!“

„Natürlich kenne ich ihn nicht, du hast ihn mir ja nie vorgestellt.“

„Sorry, aber ich zeig‘ ihn dir heute, wenn wir auf dem Schulhof sind.“

„Na dann.“

Wir standen noch ungefähr zwei Minuten draußen, als endlich meine Mutter mit meinem Stiefvater aus der Tür kam. Zeki schloss das Auto auf, und wir setzten uns rein und fuhren los. Na das kann ja mal was werden.

Ungefähr nach zehn Minuten, die sich für mich wie eine Ewigkeit anfühlten, kamen wir auf dem Lehrerparkplatz an, und wir alle stiegen aus diesem viel zu kleinen Auto aus. Ich blickte mich um. Ich sah überwiegend Schüler, teilweise noch unter vierzehn, die allesamt rauchten. Meine Mutter hatte mir und Laura rauchen verboten, aber ich hatte sowieso noch nie wirklich Interesse daran. Man stirbt früher, hat aber im Endeffekt nichts davon, und nur weil rauchen cool sein soll, muss ich da noch lange nicht mitmachen. Und ich wurde ja eh noch nie gemobbt, auch, wenn ich an meiner alten Schule nicht gerade die beliebteste Person war. Und ja, vielleicht trug ich immer eine Bluse, und habe die totale Nerdbrille, weshalb man mich manchmal Streber nannte, aber richtig gemobbt hat mich noch keiner deswegen. Laura nahm mich an der Hand und zog mich hinter sich her, wobei sie mich dazu anwies mit ihr zu kommen. Ich ahnte, dass sie mich zu diesem Daniel führen wollte, weshalb ich mich schon einmal umsah. Da ich nur Leute sah, die höchstens vierzehn war, vermutete ich, dass die größeren, und somit auch Lauras Freund, in der Aula oder irgendwo anders im Schulgebäude waren, womit ich auch Recht hatte.

Wir gingen nach innen, und ich konnte an einer Reihe von Spinden vier Personen sehen, zwei Mädchen und zwei Typen, die rauchten, Red Bull tranken und redeten. Dabei redeten die Mädchen eher mehr, und die Jungs schaufelten sich die Energydrinks nur so rein. Also wenn auch nur einer davon Lauras Freund ist, dann Hallelujah. Tja, anscheinend war es aber so. „Hi!“ sagte Laura laut und umarmte einen von diesen Typen, dem anderen gab sie eine Ghettofaust und die Mädchen umarmte sie ebenfalls. Nachdem sie alle begrüßt hatte, drehte sie sich zu mir. „Das ist Emma, die is‘ die Tochter von meiner Schwester und sie geht ab jetz‘ auf die Schule. „Moin, Moin“ sagte der, der Laura ne Ghettofaust gab, und gab mir die Hand. Die Anderen drei taten es ihm gleich. Eigentlich war ich ja sehr schüchtern, aber mich interessierte, wie die vier heißten. Na gut, die drei. „Wie…heißt ihr eigentlich?“ fragte ich dann, nach einem kurzen Zögern.

„Ähh… Achso! Sorry.“ Begann der Ghettofaust-Typ. „Isch bin Burak, das is Chantal“ er zeigte auf das blonde Mädchen „ Das is‘ Zeynep, und das is‘ Daniel“ „Aha.“ Burak schien kurz zu überlegen, dann kam ihm anscheinend eine Idee, denn er kramte in seinem Rucksack herum, holte noch einen Red Bull heraus du reichte ihn mir. „Willst du auch was trinken?“ fragte er freundlich. „Ähm…Klar. Danke.“ Er gab es mir, ich öffnete den Drink und trank. Währenddessen stellte mir Chantal ein paar Fragen.

„Von welscher Schule kommst du eigentlich?“ „Von ‘nem Gymnasium.“ antwortete ich. „Und du gehst jetzt in welche Klasse?“ „in die 10b.“ die vier schauten sich an. „Das is‘ unsere Klasse.“ sagte diese Zeynep. „Cool.“ Antwortete ich, etwas überrascht. „Und wo ist dann unser Klassenzimmer?“ fragte ich in die Runde. „In fünf Minuten geht der scheiß Unterricht los. Dann gehen wir mit dir hoch.“ Antwortete Daniel für alle. Ich nickte und trank den Energydrink leer. Ich fragte Burak, ob er die Dose zwecks Pfand brauchen würde, er meinte allerdings nur, dass er dafür zu faul wäre. Naja, seine Sache. Währenddessen bemerkte ich, wie ein Mädchen, das etwas dicker und kleiner war, auf uns zu kam, und Laura anlächelte. Ich schaute zu Laura.

„Wer ist das? Kennst du die?“ fragte ich und deutete unauffällig auf das Mädchen. „Jap. Das ist Maike, meine beste Freundin.“ Ich nickte, während Laura diese Maike begrüßte, stellte sie mich auch noch nebenbei vor, und diese gab mir ebenfalls die Hand.

Es klingelte. Alle Schüler gingen langsam, ziemlich unmotiviert, und mit lauten Seufzern in das Schulhaus, und gingen zu ihren Klassenzimmern. „Kommt Leute! Nisch‘ zu spät komme, sonst gibt’s von Herr Müller wieder eins auf’s Maul.“ Daniel und die Andern wollten gerade mit mir zum Klassenzimmer gehen, da drehte er sich um. Er überlegte. „Frau Schnabelstedt ist doch mit Herr Müller zusammen. Is‘ der dann nisch‘ dein‘ Stiefvater oder so?“ „Jap.“ Entgegnete ich ihm schnell und mit einem leisen Seufzen. Nun gingen wir endlich los, in den ersten Stock, einen langen Gang entlang, und warteten dann vor unserem Klassenzimmer auf meinen Stiefvater, beziehungsweise Herrn Müller.
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