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Schicksal

von Maoigum
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Akashi Seijūro Kise Ryōta OC (Own Character)
11.02.2018
11.02.2018
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Langsam öffnete ich meine müden Augen. Geblendet von einem grellen, unnatürlichem Licht, erfasste ich einen süßlichen Geruch. Süßlich, jedoch nicht angenehm. Er war ein künstlicher Geruch. So wie ich ihn schon länger kannte. Schon öfters war ich im Krankenhaus. Ob einige Tage, Wochen oder sogar Monate. Seit meiner Kindheit begleitete mich dieser chemische Geruch durch mein Leben. Ich dachte an die vielen Ärzte, Krankenschwestern oder auch Anästhesisten, denen ich schon begegnet war. Keiner von ihnen konnte sich erklären was mit mir los war.
Außer einer, Toyoshima Keiji. Er war in der Lage, sich meinen Zustand erklären zu können. Doch das war nicht das Einzige. Er hatte noch andere gesehen, sie teilten die gleichen Symptome mit mir. Keiji war nun in der Phase der Entwicklung eines neuen Medikamentes. Dieses Medikament könnte vielleicht meine Rettung sein!
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als eine Frau mich mit einer sanften Stimme ansprach. Gerade als ich meine Gedanken sammeln wollte, und dabei war ihr zu antworten, bemerkte ich, dass sie eine ganz andere Sprache als ich sprach. So kam nur ein leicht benommen klingendes „Jaa-äääh“ aus mir heraus. Ich hatte für einen kurzen Moment vergessen, dass ich mich in Japan befand. Ich bin doch auch gerade erst Aufgewacht.
Ich versuchte meine Gedanken zu sammeln. Ok, ich befinde mich in Japan. Warum noch mal? Ach ja die Studie von diesem Keiji Typen. Er hatte zu Verständnis gegeben, dass ich nur in Japan an ihr teilnehmen konnte. Genau wie 23 andere aktive Studien-Teilnehmer.
Als ich mich wieder gefangen hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als der netten japanischen (ich vermutete) Krankenschwester, zu zunicken, woraufhin sie abdüste.
Nach etwa 60 Sekunden spazierte diese mit einem Mann in das Krankenzimmer hinein. Der Mann war ziemlich klein, fast schon kleiner als die Krankenschwester. Sein zierlicher Körper, geprägt durch Buckel und riesigem Kopf, wackelte näher an mich heran und schüttelte mir die Hand. Dabei grinste der Typ, so breit, dass sein Gebiss sich gefährlich dem Herausfallen näherte.
Als er mit seiner Begrüßung fertig war setzte er sich auf den Sessel der direkt gegenüber von mir stand. Ich hatte ihn gar nicht bemerkt, zu grell war dieses künstliche Licht im Zimmer. Nun fing er an zu sprechen, wobei er konstant lächelte, und seine Lippen sich nicht zu bewegen schienen. Dies machte mir etwas Angst. „Guten Tag Fräulein Winkler! Mein Name ist Toyoshima Keiji! Ich bin es, der das Medikament gegen ihre Krankheit entwickelt hat!“, verriet er stolz „Ich bin höchst erfreut, ihnen mitteilen zu können, dass sie es in die Studie geschafft haben. Wir werden an ihnen nur noch ein paar einfache Tests durchführen, wie zum Beispiel einen Sehtest. Danach werden sie ihre erste Dosis des Medikamentes zugeteilt bekommen!“
Noch bevor ich mich bedanken konnte zischte er, schnell wie der Wind, ab. So schnell, dass ich daran zweifelte, ob seine kleinen alten Beine dem mithalten konnten.
Staunend starrte ich die Zimmerdecke an. Vielleicht war das meine Chance! Vielleicht konnte ich geheilt werden! Mehr als ein Jahrzehnt schleppte ich jeden Tag diese qualvollen schmerzen mit mir umher. Enupheteus-Feraldinis. Das ist der Name meiner Krankheit. So sagte es Herr Keiji, der ihr auch den Namen gab. Laut seiner Aussage ist sie Lebensgefährlich. Eine Nervenkrankheit. Sie löst Schmerzen aus, auch wenn es keine vorhanden sind. Sie wird erst dann gefährlich, wenn der Schmerz so groß wird, dass mein Herz aufhört zu schlagen.

Nachdem ich mein Frühstück aß, wurde ich von einer Krankenschwester durch eine Reihe von Tests geführt. Nach den Aussagen der Krankenschwester, war mein Körperlicher Zustand (neben meiner Krankheit) nicht mal so schlecht.
Zurück im Krankenzimmer erhielt ich einen Vertrag. Meine Eltern hatten ihn bereits unterschrieben. Sie brauchten nur noch meine Unterschrift für eine komplette Einwilligung. Unterschrieb ich nun diesen Vertrag, der verdächtig kleine Schrift enthielt, wurde ich offiziell Teilnehmer der Studie. Ich las ihn mir flüchtig durch. Dabei erfuhr ich genaueres über die Vorgänge, die mich erwarten würden. Anscheinend wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen gegliedert. Eine erhielt die richtigen Medikamente. Die andere nur Placebos.
Was war nur wenn ich in die Gruppe mit den Placebos gerate?
Könnte ich sterben?
Ich schlug mir diesen Gedanken aus dem Kopf und unterschrieb den Vertrag. Ich hatte ja eh keine andere Chance…

Eine Woche verging. Seit 7 Tagen erhielt ich nun diese Medikamente. Die Wirkung, die ich erfasste, war gering. Ich bemerkte, wie die schmerzvollen Attacken, nicht mehr so schmerzvoll waren. Weniger, wurden sie auch. Wegen der Studie musste ich dauerhaft in Japan bleiben. Meine Eltern konnten jedoch nicht bleiben. Wären sie mit mir nach Japan gezogen, hätten sie ihren Job verloren. Es war nun der letzte Tag gekommen, an dem ich bei ihnen war.
„Schätzchen, gleich sind wir da!“ gab mein Vater stolz im Auto bekannt. Wir fuhren gerade zu irgendeinem Bankett, das von der Studie veranstaltet wurde.
„Meine Vorfreude hält sich in Maßen. Müssen wir da wirklich hingehen?“ bemängelte ich.
„Maus, sag doch so etwas nicht! Es ist sehr großzügig von Herrn Keiji uns einzuladen. Abgesehen davon, dass er vielleicht mit diesem Medikament dein Leben rettet!“ antwortete meine Mutter und brach in Tränen aus. Es waren jedoch Tränen der Freude.
„Wer weiß, vielleicht jubelt der alte Typ mir auch nur Placebos unter…“ murmelte ich. Meine Eltern hörten dies jedoch nicht.
Die Fahrt war still. Ich blickte aus dem Fenster des Autos. Wir fuhren immer weiter weg von der Großstadt Tokio. Die riesigen Gebäude wurden immer kleiner. Die Dichte Tokios löste sich und wir erreichten eine ländliche Gegend. Der Schnee, der leise rieselte, beruhigte mich. Ich wusste nie, dass es in Japan schneit. Generell wusste ich wenig über Japan. Nur über diese durchgeknallten Comics. Wie hießen sie nochmal? Mangas? Ich freute mich, mehr über die japanische Kultur kennen zu lernen. Die Sprache übte ich schon fleißig. Sie war sehr schwer, doch mir blieb auch nichts anderes übrig. Immerhin musste ich mindestens ein halbes Jahr hier verweilen.
Langsam wurde es dunkel, doch wir kamen an. Vor mir: eine riesige Villa, umgeben von der untergehenden Sonne. Was wohl gerade meine vielen Freunde aus der Heimat machten?
Ich stieg aus dem Auto aus, dies erwies sich als ziemlich schwer, denn ich hatte ein langes Kleid an. Ich hasste Kleider…
Als ich endlich mein Bein enthedderte, und aus dem Auto stieg, hörte ich ein kleines Lachen. Es kam von der Person, die mir gerade die Hand ausstreckte, um mir beim Aussteigen zu helfen. Daraufhin begrüßte mich die Person auf Japanisch. Ich wusste auch, was diese Person sagte, wegen meines Online-Japanisch Kurses. Er war wohl doch nicht so schlecht wie ich dachte. Jedoch war ich noch nicht dazu bereit zu antworten, zu grauenhaft war meine Aussprache.
Ich gab dem Typen mit Handgesten zu Verständnis, dass ich seine Sprache nicht verstand. Er, ein großer blonder Typ, nickte freundlich. War er wirklich japanisch? So sahen doch keine Japaner aus?
Gerade, als dieser unglaublich charmante Gentleman mich über den rot funkelnden, ausgelegten Teppich in die Villa führen wollte, kreuzte mein Vater auf. Verdammt. Böse funkelte er den blonden Typen an und warf ihm seine Schlüssel zu.
„Hier mein Wagen ist der Toyota da, pass aber auf. Der ist geliehen!“ Hierauf antwortete der blonde Gentleman (der dazu noch wunderschöne hellbraune Augen hatte) mit einem verwirrten Blick. Ich schaute meinen Vater an, er wurde auf einmal rot wie eine Tomate und flüsterte mir zu: „Ist das nicht einer der Typen vom Parkservice?“
OH MEIN GOTT, WARUM PASSIERT IMMER NUR MIR SO ETWAS. SIEHT ER NICHT, DASS ES NUR EIN UNGLAUBLICH CHARMANTER GENTLEMAN IST.
Mir blieb nichts anderes übrig als meinen Vater böse anzufunkeln und im Erdboden versinken zu können. Mein Vater entschuldigte sich daraufhin mehrmals bei dem blonden Gentleman, und entnahm ihm hastig die Schlüssel. Der blonde Gentleman beobachtete erstaunt meinen Vater.
„E-E-Es tut mir unglaublich leid mein Junge. Du musst wissen, heutzutage sind angestellte fast nie von dem Rest der Bevölkerung zu unterscheiden“, erklärte er, wobei er wilde Handgesten machte „Natürlich siehst du nicht aus wie ein Angestellter! Nein, oh Gott!“
Mein Vater verhaspelte sich mit jedem Wort immer mehr. Völlig verzweifelt sagte er nun: „Ach egal. Der Kerl versteht mich eh nicht. Als ob der Deutsch ist.“ Nun klopfte er ihm auf den Rücken und fuhr sein Auto weg.
Daraufhin schaute ich verängstigt in die Augen des Gentlemans. Was er nun von mir denken würde?
Entgegen meiner Erwartungen fing er jedoch laut an zu lachen und sprach: „Haha. Keine Angst, dass passiert doch jedem mal!“
Er lächelte mich mit diesem charmanten lächeln an. (WIE KONNTE MAN NUR SO GUT AUSSEHEN?)
Oh Gott. Der Typ beherrschte ja perfektes Deutsch! Er hatte bestimmt alles verstanden. Um mich aus dieser peinlichen Situation herauszureden fragte ich einfach: „Wow, du kannst ja echt gut Deutsch! Wie heißt du eigentlich?“
„Ryota Kise. Und du?“
„Destiny Winkler. Nett dich kennen zu lernen.“ (PS: Ich hasste meinen Namen)
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