To be Divergent means fighting

von Redneck
GeschichteAllgemein / P12
09.02.2018
17.02.2019
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Ich werde viel zu früh wieder wach.
Ich habe zwar keinen blassen Schimmer, wie spät es ist, aber es ist definitiv noch zu früh. Viel zu früh.
Warum ich wach geworden bin, weiß ich allerdings auch nicht. Wenn ich müde bin, könnte ich einfach weiter schlafen, statt hier im Halbschlaf herum zu liegen und mir unnötige Fragen zu stellen. Einfach hinlegen, Augen schließen und Ende. Eric liegt auch noch neben mir, also kann schon mal nicht davon wach geworden sein, dass er weg gegangen ist. Der Wecker klingelt auch nicht, sonst würde ich ihn jetzt hören. Die Sonne scheint mir nicht einmal ins Gesicht. Es ist zwar hell, aber bei weitem nicht zu hell zum schlafen.
Fuck.
Leise seufzend rücke ich wieder dichter an Eric heran, der sich etwas regt und seinen Arm um mich legt. Ich lege meinen Kopf auf seine Brust, ziehe die Decke wieder höher und schließe die Augen. Sicher habe ich noch zwei Stunden zum schlafen. Zumindest fühlt es sich an, als hätte ich gerade einmal eine halbe Stunde geschlafen.
Als ich aber gerade wieder am weg dösen bin, hämmert irgendwer gegen die Haustür.
Erschrocken fahre ich hoch und selbst Eric zuckt zusammen und reißt die Augen auf.
,,Was soll das?“, murre ich leise und drücke mein Gesicht ins Kissen neben ihm.
,,Woher soll ich das wissen?“, kommt es ebenso von Eric, der den Kopf wieder ins Kissen fallen lässt und sich zu mir dreht.
,,Es ist noch viel zu früh zum aufstehen.“, murmle ich kuschle mich erneut an ihn.
,,Das musst du mir nicht sagen.“ ,,Dann schick wen auch immer wieder weg.“ ,,Wieso ich?“, erneut klopft es.
,,Weil ich nichts an habe.“ ,,Ich auch nicht.“, ich spüre das er grinst, als er meine Schulter küsst.
Seine Hand, die gerade noch auf meiner Seite lag, streicht nun langsam über meine nackte Haut den Bauch entlang und weiter nach unten. Unweigerlich kichere ich.
,,Mhm. Nackt bist du.“, raunt er mir nun zu und lässt seine Hand ganz zwischen meine Beine, die ich etwas öffne, gleiten.
,,Nicht nur ich...“, ich drücke meinen Hintern in seinen Schritt und spüre augenblicklich, dass wir jetzt mit Sicherheit nicht mehr schlafen werden.
Langsam drehe ich mich auf den Rücken und sehe ihm in die Augen, doch ehe ich etwas sagen oder machen kann, hämmert schon wieder jemand gegen die Tür und wir stöhnen beide genervt auf.
,,Eric!“, und wieder stöhnen wir beide genervt auf.
,,Dein Onkel hat ein miserables Timing.“ ,,Ich weiß.“, genervt lassen wir voneinander ab und bleiben noch einen Moment liegen.
,,Eric. Mia.“, ruft Spencer wieder nach uns und wir erheben uns.
,,Eric, weißt du, wo meine Sachen sind?“ ,,Irgendwo verteilt.“ ,,Super.“ ,,Zieh das über.“, als ich mich zu ihm drehe, wirft er mir auch schon ein Shirt zu.
,,Hast du auch noch Shorts oder so?“, aber meine Frage erübrigt sich auch schon, als ich an die Schublade mit den Shorts gehe und mir selbst eine raus hole.
Eric selbst zieht sich nur schnell seine Hose von gestern über, macht sich allerdings nicht wirklich die Mühe, sie zu zumachen. Egal. Wir erwarten hier ja keinen hohen Besuch, es ist ja “nur“ Spencer und der donnert schon wieder mit der Faust gegen die Tür.
,,Ich lass ihn rein, bevor er die Tür einschlägt.“, grummle ich ein wenig genervt und stapfe zur Tür.
Gerade als er schon wieder dagegen hämmert, reiße ich sie auf und sehe meinem erschrockenen Onkel ins Gesicht.
,,Mia.“ ,,Warum machst du hier solchen Stress?“, frage ich genervt und gehe zur Seite, damit er rein kommen kann.
,,Wir sind verabredet.“ ,,Was? Wir müssen erst um 11 bei Max sein und es ist jetzt...“, ich sehe mich nach der Uhr in der Küche um.
,,Scheiße. Man, es ist gerade einmal halb 9. Wir haben noch Ewig Zeit.“ ,,Wir wollten uns vorher treffen?“ ,,Was? Wer ist wir?“ ,,Wir drei. Du, Eric und ich.“ ,,Hä? Wovon zum Henker redest du eigentlich?“, maule ich ihn weiter an und gehe in die Küche.
,,Scheiße.“, Eric stützt sich auf der Arbeitsplatte ab und reibt sich kurz das Gesicht.
,,Du hast es vergessen!“ ,,Ja.“ ,,Ihr beide treibt mich in den Wahnsinn! Wer hat was vergessen?“ ,,Spencer und ich wollten uns heute Früh mit dir zusammen setzen, bevor wir zu Max gehen.“, verwirrt sehe ich von einem zum anderen.
,,Aja. Und warum?“ ,,Wir müssen was besprechen.“, ich sehe zu Spencer, der sich an den Tresen stellt.
,,Und worüber?“ ,,Ihr seht irgendwie mitgenommen aus.“, lenkt er aber ab.
,,Haben auch  nicht gerade lange geschlafen.“, seufzt Eric in seine Hände, als er sich das Gesicht reibt.
,,Wieso?“ ,,War halt eine kurze Nacht.“, gähne ich und widme mich der Kaffeemaschine.
,,Also. Schieß' los.“, doch anstatt mir zu antworten, wendet er sich an meinen Freund.
,,Hallo? Ich stehe auch noch hier!“ ,,Sicher das du schon wach genug bist?“ ,,Machst du Witze? Dank dir bin ich hellwach.“, Spencer seufzt.
,,Mia. Es ist alles ein wenig ernster.“ ,,Habe ich irgendwas angestellt, von dem ich noch nichts weiß?“ ,,Nein.“ ,,Gut.“, erleichtert atme ich aus.
Ich hatte wirklich einen Moment lang Sorge, ich könnte Mist gebaut haben, ohne bemerkt zu haben. Das wäre übel, denn jetzt wo ich Anführerin bin, muss ich echt aufpassen, was ich wann wie und warum mache. Ich habe praktisch keine Freiheiten mehr. Gut, die hatte ich als Initiantin auch nicht, aber jetzt sehen alle zu mir auf....
Also. Gespannt warte ich darauf, was mein Onkel und mein Freund mir zu sagen haben. Muss ja wirklich enorm wichtig sein, wenn es noch vor dem Treffen mit Max passieren muss....
,,Also gut. Hör zu, es ist so dass.....“.
[….]

Ich kann nicht glauben, was Spencer mir da gerade versucht klar zu machen.
Ungläubig sehe ich meinen Onkel und Eric abwechselnd an. Beide scheinen selbst nicht besonders begeistert zu sein, allerdings frage ich mich, warum sie dann bei der ganzen Sache mitmachen.
Es dauert ein paar Minuten, ehe ich meine Sprache endlich wieder finde.
,,Ist das euer Ernst?!“, motze ich drauf los.
Der Kaffee ist fertig, die Maschine brodelt leise hinter mir, aber das ist jetzt Nebensache.
,,Mia...“ ,,Das ist doch nur ein schlechter Scherz!“, unterbreche ich Spencer wieder.
,,Leider nicht.“, seufzt er betroffen.
,,Wie lange wisst ihr schon davon?“ ,,Seit Anfang an.“ ,,Im Ernst? Und keiner hielt es mal für nötig, mir davon zu erzählen?!“, bluffe ich die beiden Männer an.
,,Mia. Du hattest genug mit deiner Initiation zu tun! Wenn wir dir damals davon erzählt hätte, hättest du dich sicher nicht mehr auf deine Initiation konzentrieren können! Du wärst zu sehr abgelenkt gewesen. Außerdem....“, Spencer macht eine kurze Pause.
,,... ich hatte gehofft, dass du nicht da mit rein gezogen wirst. Aber so wie sich die ganze Sache in letzter Zeit entwickelt, scheint es ganz so, als würde niemand in dieser Fraktion drum herum kommen.“, ich kann es nicht glauben.
,,Ihr könnt doch nicht ernsthaft zulassen, das Jeanine eine ganze Fraktion angreift und einfach ausradiert! Das kann sie nicht machen!“ ,,Sie kann.“ ,,Was?“, fassungslos sehe ich Eric, der bisher geschwiegen hat, an.
,,Wie soll sie das denn bitte schaffen? Sie kann schlecht los gehen und einen nach dem anderen umbringen.“ ,,Nein. Sie wird mit einer Armee der Ferox dort einmarschieren und alle hinrichten.“ ,,Was?“, mir bleibt beinahe das Herz stehen.
,,Das werden die Ferox nicht mitmachen. Selbst wenn Max sagt, dass sie es sollen.“ ,,Doch, sie werden es machen. Und zwar ohne Fragen zu stellen.“, sagt Eric ganz trocken.
,,Was? Wieso?“ ,,Weil Jeanine ein Serum entwickelt hat, mit dem sie jeden einzelnen Kontrollieren kann.“ ,,Was? Das ist....“ ,,Mia. Eric hat Recht. In den letzten Jahren hat sie an einem Serum gearbeitet, dass alle Menschen die es bekommen, in eine Simulation versetzen, die sie steuert. Jeder der das Serum bekommt, wird zu ihrer Willenlosen Marionette. Keiner wird sich dagegen wehren und keiner Fragen stellen. Sie werden einfach nur das tun, was sie will.“ ,,Aber....“, wieder sehe ich zwischen den beiden Männern hin und her.
,,Wieso?“ ,,Ich sagte doch bereits. Sie sucht etwas. Irgendwas, das für sie wichtig ist und das sie bei den Altruan vermutet.“ ,,Das ist noch lange kein Grund die Altruan zu töten!“ ,,In ihren Augen schon.“, fassungslos sehe ich meinen Onkel an, dann Eric.
,,Du wusstest auch davon?“ ,,Ja.“ ,,Die ganzen Jahre, die du immer wieder mit ihr zusammen gearbeitet hast...“ ,,Es ging nicht immer um das Serum. Es ging auch um andere Dinge.“ ,,Die jagt auf Unbestimmte.“ ,,Ja.“ ,,Dann will sie mit dem Serum zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Alle Altruan vernichten, eine Willenlose Armee auf die Beine stellen und die Unbestimmten finden. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Serum bei den Unbestimmten ebenso wenig wirkt, wie all die anderen.“ ,,Genau.“, mir wird schlecht.
,,Du hast ihr geholfen, das Serum zu entwickeln, oder?“ ,,Indirekt. Ich habe lediglich geholfen die Unbestimmten zu finden und zu ihr zu bringen.“, mir wird richtig schlecht.
,,Mia? Alles in Ordnung?“, Spencer macht einen Schritt auf mich zu und berührt mich an der Schulter.
,,Du bist ganz blass. Besser du....“ ,,Du hättest mich zu ihr bringen sollen....“ ,,Was?“ ,,An dem Abend, als du es heraus gefunden hast. Da hättest du mich zu ihr bringen sollen oder können. Entweder tot oder Versuchskaninchen.“ ,,Mia....“ ,,Wie hast du dir das alles gedacht? Ich bin auch jetzt noch unbestimmt und wenn die mir das Zeug spritzen, werden sie es doch sofort herauf finden!“, schreie ich beinahe schon.
,,Mia!“, fährt Spencer mich ziemlich energisch an.
,,Wir Anführer werden das Serum nicht bekommen.“ ,,Was?“ ,,Wir bekommen es nicht. Das war die Abmachung mit Jeanine. Alle Mitglieder dieser Fraktion bekommen es, abgesehen von den Anführern. Niemand wird jemals davon erfahren.“, soll mich das beruhigen?
In meinem Kopf dreht sich alles.
Tausend Gedanken rasen gleichzeitig durch meinen Kopf, rasen wie Züge aufeinander zu und kollidieren in einer gewaltigen Explosion. Überall verteilen sich Bruchstücke und verursachen ein enormes Chaos.
Ich kann nicht mehr klar denken.
Vage bekomme ich zwar mit, dass Spencer irgendwas zu mir sagt, aber ich reagiere nicht darauf. Im Moment dreht sich alles nur um die vielen Trümmerteile in meinem Kopf, die ich gerade versuche zu sortieren.
Serum. Unbestimmte. Irgendein Gegenstand. Ferox Armee. Altruan. Krieg. Kaltblütig. Mord. Angriff. Willenlos. Gefahr...
Das ist alles zu viel für mich. Ohne auf die beiden Männer, die nun angeregt miteinander sprechen, zu achten, renne ich ins Badezimmer und knalle die Tür hinter mir zu. Ich rutsche an der Wand runter, kauere mich auf den kalten Fliesen zusammen, ziehe die Beine an und presse meine Stirn gegen die Knie.
Das muss alles ein Traum sein...

- Erics POV -

,,... ich habe dir gesagt, dass....“, ohne ein Wort zu sagen, stürmt Mia auf einmal an uns vorbei.
Verdutzt sehen wir beide ihr nach.
Gerade eben stand sie noch vollkommen regungslos da und hat sich kein Stück gerührt.
Spencer will ihr nachgehen, doch ich halte ihn an der Schulter fest.
,,Lass sie.“ ,,Aber...“ ,,Spencer. Sie wird jetzt ohnehin nicht mit dir reden wollen.“ ,,Aber sie muss es verstehen!“ ,,Ich weiß. Du hast sie doch aber gerade gesehen! Sie wird dir nicht zuhören.“ ,,Und was sollen wir dann machen?“ ,,Ich werde gleich mit ihr reden. In aller Ruhe. Ich denke ohnehin, dass sie eher auf mich sauer ist, wegen....“ ,,Eric.“, er legt mir eine Hand auf die Schulter und drückt sie einen Moment.
,,Nichts davon ist deine Schuld. Das weißt du. Du bist nicht mehr der Selbe wie damals.“ ,,Ich weiß. Trotzdem. Ich kann verstehen, dass sie sauer ist.“ ,,Sie wird es verstehen.“ ,,Mal sehen.“ ,,Redest du noch einmal mit mir, bevor wir zu Max müssen?“ ,,Natürlich.“ ,,Sag ihr was wir vor haben. Vielleicht hilft ihr das.“ ,,Mhm.“ ,,Na gut.“, seufzt er und reibt sich das Gesicht.
,,Ich werde dann wieder gehen. Ich hole euch nachher ab.“, ich nicke nur.
,,Bis später.“.
Stöhnend lehne ich mich gegen die Arbeitsplatte hinter mir und lege den Kopf in den Nacken.
Ich habe wieder einmal ziemlichen Mist gebaut. Aber Spencer hat schon Recht. Ich bin nicht mehr der Selbe von damals. Nicht mehr seit dem Abend, als ich erfahren habe, dass sie eine Unbestimmte ist. Von da an, war für mich alles anders. Ich will nicht, dass sie das Serum bekommt und deswegen auffliegt. Ich will nicht, dass sie das Blut unschuldiger an den Händen hat. Ich will, dass sie in Sicherheit ist und nichts mit alldem zu tun hat. Sie würde es nicht ertragen, wenn sie wüsste, dass sie unschuldige Menschen auf dem Gewissen hat. Ich habe gelernt damit zu leben, deswegen weiß ich, wie schwer es ist. Und genau deswegen weiß ich auch, dass sie es nicht könnte.
Ich reibe mir den Nacken und atme noch einmal durch.
Ich muss unbedingt mit ihr reden und alles klar stellen. Muss es ihr erklären und von dem Plan erzählen, den Spencer und ich in der letzten Zeit ausgearbeitet haben. Bevor wir zu Max gehen. Sie darf sich da nicht in das falsche Licht rücken. Er würde sofort merken wenn etwas nicht stimmt und Adrian ist nicht dumm. Er würde eins und eins zusammen zählen und sicher herausfinden, dass sie eine Unbestimmte ist. Dann ist sie in noch größerer Gefahr als ohnehin schon.
Langsam trotte ich zum Badezimmer und klopfe an.
,,Mia?“, keine Antwort.
Ich klopfe noch einmal, bekomme aber noch immer keine Antwort. Probehalber versuche ich die Tür zu öffnen und staune, weil es geht.
,,Mia...“, etwas erschrocken bleibe ich in der Tür stehen, als ich sie so zusammen gekauert auf dem Boden sitzen sehe.
,,Mia.“, seufze ich leise, gehe zu ihr und setze mich neben sie.
Sie hat mich bemerkt, das weiß ich, weil sie kurz zusammen zuckt. Ich warte noch einen Moment, ehe ich es wage und meinen Arm um sie lege. Allerdings rechne ich auch damit, dass sie aufspringt oder mich anfängt anzuschreien. Stattdessen lehnt sie sich aber gegen mich.
,,Mia, es tut mir leid.“, murmle ich leise.
,,Ich weiß, ich habe einen Fehler gemacht und es tut mir auch leid. Aber. Ich kann ihn nicht mehr rückgängig machen. Eines musst du mir aber glauben. Ich wollte dich nie in Gefahr bringen. Nie!“, leise schnieft sie.
,,Spencer und ich haben in letzter Zeit einen Plan ausgearbeitet. Einen Plan, bei dem keiner von uns ein großes Risiko eingeht. Zumindest nicht größer als ohnehin. Hörst du?“, sie nickt nur langsam mit dem Kopf.
Verdammt. Es tut mit wirklich in der Seele weh, sie so zu sehen.
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