Stay together til the End

von Redneck
GeschichteAllgemein / P12
09.02.2018
17.02.2019
55
152608
12
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Winny schafft es irgendwie Beth in den Wagen zu bugsieren und setzt sich neben sie auf die Rückbank.
,,Fahr endlich los, Joey!“, fleht Winny ihn mit weinerlicher Stimme an.
,,Ich kann nicht. Wo ist Maddi?“ ,,Sie war direkt hinter uns....“, erst jetzt fällt ihr auf, dass das andere Mädchen noch fehlt und sieht sich nach ihr um.
,,Scheiße.“, fluchend steigt Joey wieder aus dem Wagen und läuft auf seine Freundin zu.
,,Maddi!“, ohne zu fackeln schießt er Patricia, die sich bereits zu Maddis Hals vorgearbeitet hat, in den Kopf.
Leblos sackt die Blondine auf Maddi zusammen. Diese sieht dankbar zu Joey auf, als er die Leiche von ihr runter zieht.
,,Warum bist du noch nicht los gefahren?“ ,,1. Lasse ich dich nicht zurück und 2. haben wir keinen Schlüssel.“, Maddi grinst schief, als er sie auf die Beine zieht.
,,Also kommt ihr ohne mich nicht weg.“ ,,So in etwa.“, gibt Joey mit ebenso einem schiefen Grinsen zurück und schnappt sich ihren Rucksack.
Maddi greift sich nur noch ihre Waffe und rennt dann hinter Joey her zum Wagen. Ohne Diskussion springt sie auf der Fahrerseite in den Wagen und legt sich umständlich in den Fußraum.
,,Warum fahren wir denn nicht?“, fragt Winny und hält noch immer die weinenden Beth in den Armen.
,,Wir haben keinen Schlüssel.“ murmelt Joey nur und kurbelt seine Scheibe hoch.
,,WAS?!“, kreischt Winny panisch und sieht aus dem Fenster.
,,Wir müssen hier weg. Da kommen immer mehr Beißer.“ ,,Hab es gleich.“, murmelt Maddi mit gepresster Stimme und fummelt weiter an den Kabeln herum, bis sie die richtigen hat.
Mit erstaunlich ruhigen Fingern hält sie die beiden Kabelenden immer wieder aneinander, dass sie etwas funken. Trotzdem dauert es einen Moment, ehe der Motor endlich aufheult.
,,Ja.“, freut Maddi sich und setzt sich richtig auf den Sitz.
,,Jetzt verschwinden wir von hier.“, verkündet sie zufrieden, legt den Vorwärtsgang ein und gibt Gas.
Dass sie zwei Beißer umfährt, interessiert sie gar nicht. Sie gibt einfach nur Gas uns fährt immer weiter.
Weg von der Farm. Weg von der brennenden Scheune. Weg von den Beißern.

,,VERRECKT!“, schreit sie die Beißer an, die sich vor ihrem Wagen sammeln und gibt noch mehr Gas.
,,Maddi. Was machst du?“, ruft Joey erschrocken und versucht sich irgendwo fest zu halten.
,,Ich nehme noch so viele mit wie ich kann.“, informiert sie ihn knapp und rast einfach in die Gruppe Beißer.
Ohne zu bremsen oder auszuweichen, mäht sie einige der untoten Gestalten.
,,Madison!“, herrscht Winny sie von hinten an und wirft ihr einen tadelnden Blick zu.
Augenblicklich verstummt das Mädchen wieder und sieht nur noch auf die Straße.
,,Hör endlich auf hier jagt auf die Beißer zu machen. Wir müssen hier verschwinden.“, murmelt Joey ihr von der Seite zu und entspannt sich etwas, als sie auf die Straße zurück fährt.
Hinter ihnen schluchzt Beth noch immer in den Armen von Winny, die vergeblich versucht das aufgelöste Mädchen zu beruhigen. Maddi wirft den beiden einen Blick über den Rückspiegel zu, weiß aber keine tröstenden Worte. Überhaupt weiß sie gerade nicht, was sie zu der ganzen Situation noch sagen soll.
Alles hat sich von einer Sekunde auf die andere dramatisch geändert.
Vor kurzem waren sie auf der Farm noch sicher gewesen, jetzt gibt es die Farm nicht mehr.
Der Herbst steht vor der Tür, der Sommer neigt sich langsam dem Ende und sie haben kein zu Hause mehr.
Wo sollen sie denn jetzt hin gehen? Wie können sie den Winter überstehen?
,,Wo fahren wir hin?“, reißt Winny sie aus ihren Gedanken.
Maddi wirft einen kurzen Blick in den Rückspiegel.
,,Wir fahren zurück zum Highway.“ ,,Was? Wieso?“ ,,Daryl hat gesagt, dass ich ihn da treffe, sollte was schief gehen.“ ,,Bist du dir sicher?“ ,,Ja, Winny.“, knurrt Maddi ungehalten.
,,Ich bin nicht taub. Er sagte das wir uns da treffen.“ ,,Und wenn er es nicht geschafft hat? Wir wissen doch...“, Maddi geht voll in die Eisen und schlittert ein Stück über die sandige Straße, ehe sie zum stehen kommt.
Wütend dreht sie sich auf dem Sitz zu Winny um.
,,Daryl hat es geschafft! Ich will nichts davon hören, dass er tot ist. Klar!?“, faucht sie die erschrockene Frau an, ohne auf Beth zu achten.
Winny schluckt.
,,Und wenn du noch einmal so etwas behauptest, werde ich dich persönlich aus dem Wagen werfen!“ ,,Maddi.“, geht Joey nun dazwischen und legt ihr eine Hand auf den Unterarm.
,,Winny meinte es nicht so. Fahren wir weiter. Vielleicht hat es noch jemand geschafft. T-Dog und Glenn. Die waren auch mit Autos unterwegs. Und Daryl habe ich vorhin mit seinem Motorrad rum fahren sehen. Er ist ganz bestimmt raus gekommen.“, murmelt er ihr zu.
Maddi sieht Winny noch einen Moment wütend an, ehe sie sich wieder nach vorne dreht und weiter fährt.
,,Er hat es geschafft!“, murmelt sie leise vor sich hin.
,,Ich weiß es!“, Joey legt eine Hand auf ihrer und drückt sie etwas.
,,Das hat er ganz bestimmt.“, sagt er leise, als sie ihn ansieht.
,,Und jetzt werden wir zum Highway fahren und dann treffen wir sicher noch die anderen von uns. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es außer uns niemand geschafft haben soll.“ ,,Ich hoffe so sehr, dass ihr beiden Recht habt.“, wispert Winny leise und streicht Beth weiter übers Haar.

,,Verdammt!“, flucht Maddi los, als sie auf die Straßenblockade zu fährt.
,,Ich sagte doch, dass wir da hinten hätten abbiegen müssen! Hier sind wir falsch!“, faucht sie Joey an und bremst.
,,Tut mir ja leid. Ich dachte wirklich, dass es diese Straßen gewesen wäre.“ ,,Ja. Toll.“, knurrt Maddi weiter und legt den Rückwärtsgang ein.
Inzwischen ist es wieder hell geworden und sie hätten längst den Highway erreicht haben müssen.
,,Wenn wir wegen deines miserablen Gedächtnisses die anderen verpassen, bringe ich dich persönlich um.“ ,,Immer mit der Ruhe. Daryl sagte das wir uns da treffen. Er wird schon nicht los fahren, wenn du nicht da bist.“ ,,Und wenn er denkt, ich wäre noch auf der Farm und sich auf den Rückweg macht? Er fährt dann doch in seinen sicheren Tod!“, faucht sie Joey gereizt an.
,,Pscht. Sei doch nicht so laut!“, zischt er zurück und sieht zu Winny und Beth, die endlich eingeschlafen sind.
Auch Maddi sieht kurz zu den beiden und wendet dann den Wagen, fährt aber nicht los. Stattdessen lässt sie den Kopf auf das Lenkrad sinken.
,,Maddi? Alles in Ordnung?“, fragt Joey leise und streicht ihr über die Schulter.
,,Mhm.“ ,,Soll ich weiter fahren?“ ,,Nein. Geht schon.“, murmelt sie und reibt sich kurz das Gesicht.
,,Maddi. Wenn du müde bist, ist das in Ordnung. Ich kann doch auch weiter fahren.“ ,,Nein. Schon in Ordnung. Ich fahre weiter.“, entscheidet sie mit matter Stimme, legt den Gang wieder ein und fährt los.
Joey mustert sie besorgt von der Seite.
Er kann ihr an der Nasenspitze ansehen, dass sie müde und erschöpft ist. Trotzdem will sie sich nicht ablösen lassen. Und er weiß genau, dass es nur wieder im Streit enden würde, wenn er sie weiter dazu drängen würde. Also schweigt er. Gezwungenermaßen.

Maddi fährt eigentlich viel zu schnell, für die Straßenverhältnisse.
Andauernd müssen sie irgendwelchen Hindernissen ausweichen und donnern in ein Schlagloch. Trotzdem fährt sie nicht langsamer.
Inzwischen sind auch Winny und Beth wieder wach, denn bei der ruckeligen Fahrt ist es unmöglich zu schlafen. Egal wie erschöpft man auch sein mag.
,,Maddi. Fahr etwas langsamer!“, tadelt Winny sie ein drittes Mal und starrt sie mahnend an.
,,Halt die Klappe, Winny. Ich weiß wie schnell ich fahren kann.“, faucht sie nach hinten und sieht Winny über den Rückspiegel an.
,,Du hast nicht einmal einen Führerschein. Hier sind überall Schlaglöcher und Hindernisse. Wenn du so weiter rast, dann....“ ,,MADDI, PASS AUF!“, schreit Joey noch, doch es ist schon zu spät.
Scheppernd knallt sie gegen einen anderen Wage und Winny verstummt, als es knallt und der Wagen abrupt stehen bleibt.
Erschrocken starren alle nach vorne.
,,Na toll. Das hast du ja toll hinbekommen.“, tadelt Winny das Mädchen mit strengem Blick.
,,Halt endlich die Klappe, Winny! Du hast mich doch erst abgelenkt!“ ,,Ich? Ich habe dir gesagt das du zu schnell fährst und.....“ ,,SEIT ENDLICH STILL. ALLE BEIDE!“, schaltet Joey sich dazwischen.
,,Ich habe die Schnauze gestrichen voll. Winny, lass Maddi endlich in Ruhe fahren ohne andauernd herum zu nörgeln. Und Maddi. Du fahr gefälligst langsamer, sonst bringst du uns um, ehe wir den Highway überhaupt erreichen!“, weist er beide Frauen zurecht.
Im Wagen herrscht Schweigen. Beide, Maddi und Winny, sehen Joey erstaunt an. Es kommt nun wirklich nicht oft vor, dass er jemanden so anfährt. Schon gar nicht sie beide.
Irgendwas unverständliches vor sich hin brabbelnd startet Maddi den Motor wieder, was diesmal mehr Zeit kostet als zuvor, denn durch den Aufprall ist doch schon ein bisschen was kaputt gegangen. Trotzdem schafft sie es irgendwie und fährt weiter. Langsamer als zuvor.

,,Da ist der Highway.“, Joey deutet auf die vielen Wagen und die offene Straße vor sich.
,,Ja. Ich sehe ihn auch, Schlaumeier.“, brummt Maddi gereizt zurück und geht noch etwas mehr vom Gas.
Hier wäre es wirklich purer Selbstmord, würde sie versuchen in hohem Tempo sich zwischen den anderen Fahrzeugen hindurch zu schlängeln.
,,Wo genau wollte dein Onkel dich treffen?“, fragt Winny zögerlich von der Rückbank.
,,Keine Ahnung. Wir haben nichts ausgemacht.“ ,,Und woher sollen wir wissen, wo wir hin müssen?“ ,,Wir fahren erst mal da hin, wo wir uns getrennt haben. Da wo wir Sophia verloren haben. Das ist der einzige Anhaltspunkt, den ich im Moment habe.“, murmelt Maddi nach hinten und fädelt sich an einem schwarzen Lieferwagen vorbei.
Schon erstaunlich.
Vor kurzem war sie selbst noch auf diesem Highway unterwegs, doch jetzt gerade kommt ihr nichts mehr bekannt vor. Als wären neue Autos dazu gekommen und hätten die alten einfach verdrängt.
Es dauert noch ein paar Minuten, ehe Maddi den Wagen mit der Botschaft für Sophia vor sich ausmachen kann.
,,Sieh mal. Da vorne!“, kommt es nun auch erleichtert von Joey.
,,Ja. Ich sehe sie.“, gibt Maddi lächelnd zurück und fährt auf die freie Lücke zu.
Auch sie kann Rick und Hershel vor sich erkennen, dann noch T-Dog, Glenn, Maggie und Carl. Mehr aber nicht.
Ihr Herz beginnt schneller zu schlagen und klopft wie verrückt gegen ihre Rippen.
Wo ist ihr Onkel?
Ist er noch nicht hier?
Als sie auf die kleine Gruppe zufährt, wird sie langsamer und stoppt schließlich.
Winny und Beth sind die Ersten die aussteigen und auf die anderen zulaufen. Allen voran Beth, die auf ihren Vater und ihre Schwester zustürzt.
Maddi bleibt sitzen und legt den Kopf auf dem Lenkrad ab.
Joey tätschelt ihre Schulter.
,,Na komm. Er wird sicher auch gleich hier sein. Vielleicht sieht er sich aber auch gerade nur um.“, versucht er ihr Mut zu machen.
Trotzdem braucht Madison noch einen Moment, ehe auch sie aussteigt und mit verkrampften Magen und wackeligen Beinen auf die Gruppe zugeht.
Alle sehen erleichtert zu ihr und lächeln, doch sie kann es nicht erwidern. Dafür ist sie gerade einfach zu angespannt.
Die Anspannung fällt aber auch in dem Moment, als sie Daryl endlich sieht.
,,Daryl.“, wispert sie beinahe tonlos und stürmt auf ihn zu.
,,Maddi.“, er kann sie gerade noch auffangen und dreht sich mit ihr im Kreis, als sie sich ihm an den Hals wirft.
Erleichtert schluchzt sie in seine Halsbeuge und klammert sich an ihn, als gäbe es keinen Morgen mehr.
,,Ich dachte ich würde dich gar nicht mehr finden.“, schluchzt sie leise.
,,Ich sagte doch wir treffen uns hier. Wieso habt ihr so lange gebraucht?“, langsam lässt sie ihn doch wieder los und sieht ihn mit verweinten Augen an.
,,Wir haben uns verfahren. Falsch abgebogen, dank Joey.“, jetzt im Nachhinein, muss sie doch drüber kichern.
Daryl streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht und drückt sie grinsend wieder an sich.
,,Das kann ja auch nur dir passieren.“, murmelt er amüsiert und sieht zu Joey.
Anerkennend nickt er dem jungen Mann zu.
,,Ok. Leute, ich unterbreche die Wiedersehensfreude nur ungern. Aber wir müssen los.“, unterbricht Rick die beiden.
Daryl lässt Maddi wieder los und drückt sie etwas von sich.
,,Was ist mit dem Wagen passiert?“, fällt ihm jetzt erst auf.
,,Hatten einen kleinen Unfall.“, versucht Maddi so gleichgültig wie möglich zu sagen.
,,Einen kleinen Unfall? Der Wagen ist hinüber. Wer ist denn gefahren?“ ,,Maddi.“, kommt es von Winny.
,,Und sie hat jagt auf Beißer gemacht, ehe sie viel zu schnell unterwegs war und in einen geparkten Wagen gefahren ist.“ ,,Nachdem du mich abgelenkt hast!“, motzt das Mädchen sofort wieder zurück.
,,Jetzt geht das wieder los.“, stöhnt Joey und stellt sich zwischen die beiden.
,,Hört auf damit. Wir sind doch jetzt hier. Also. Ende mit dem Streiten. Es wurde doch niemand verletzt!“ ,,Genau. Und jetzt müssen wir hier los. Wir nehmen nur Maggies und Hershels Wagen. Die anderen lassen wir hier stehen.“, entscheidet Rick und spornt alle an, sich auf die Wagen zu verteilen.
Maddi trottet noch einmal zum Wagen um ihre und Daryls Sachen zu holen. Gefolgt von Joey, der auch seine Sachen holen will.
,,Fährst du bei mir mit?“ ,,Nein. Ich fahre mit Daryl.“ ,,Maddi. Du bist hundemüde. Du würdest doch nur runter fallen.“ ,,Quatsch. Ich bin schon öfter müde mitgefahren. Ich bin gleich wieder wach, wenn mir der Wind ins Gesicht weht.“ ,,Wirklich? Ich habe kein gutes Gefühl dabei.“ ,,Wirklich! Alles in Ordnung.“, versichert sie ihm und wird auch schon von Daryl gerufen.
,,Wir sehen uns später.“, verabschiedet sie sich knapp und küsst ihn schnell auf die Wange, ehe sie mit den beiden Rucksäcken zu ihrem Onkel läuft.
,,Wo hast du die her?“ ,,Habe ich geholt bevor ich weg bin.“ ,,Sag mir bitte nicht, dass du nur wegen der Dinger noch einmal zurück gelaufen bist.“ ,,Nein. Ich war ja eh am Haus. Bin nur schnell hoch.“ ,,Und woher ist das Blut?“, spricht er sie zum ersten Mal auf sein Blutverschmiertes Hemd an.
,,Ist nicht meins. Patricia. Wir wurde....“ ,,Schon gut.“, unterbricht er sie und nimmt seinen Rucksack.
Schnell verstaut er alles in den Satteltaschen und steigt dann auf die Maschine. Maddi unterdrückt ein Gähnen und setzt sich hinter ihren Onkel. Wie immer schlingt sie ihre Arme um ihn und lehnt ihre Wange gegen seinen Rücken.
Jetzt kann ihr nichts mehr passieren, da ist sie sich sicher.
Review schreiben