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Parallaxenshit

GeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
David Blythe
08.02.2018
09.03.2018
15
10.707
2
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Dieses Kapitel
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08.02.2018 774
 
Es gibt Überlebende!

Seine Füße schmerzten. Er wusste so langsam nicht mehr, ob die Nässe in den Schuhen Blut oder Pfützenwasser war. Er schätzte beides. Der Hunger plagte ihn nun ebenfalls seit Stunden. Das schlimmste war, dass sein Handy und Jiminy den Geist aufgegeben hatten, da die Wasserflasche innerhalb seines Rucksacks gesprungen war und die elektronischen Geräte somit gebadet hatte. Er wollte nicht mehr. Er wusste nicht was er tun sollte. Es konnte so nicht weiter gehen.
"Because maybeeeeee, you're gonna be the one who saaaaves meeeee." Leise singend - ja er hatte nach wie vor ein Ohrwurm von Wonderwall - machte sich David auf in die nächste Stadt. Vielleicht würden ihn die Shells ja nun endlich - endlich - fressen. Er hatte genug. Er war so arm dran. Er- mimimi-Moment! Was war das? Er konnte ganz klar hören, dass sich nächster Nähe zwei Männer unterhielten. Wie konnte das sein? Er war der letzte Überlebende. Der arme Kerl bildete es sich ganz offensichtlich ein. Es gab keine andere Erklärung. Die Einsamkeit musste ihn Wahnsinnig gemacht haben. Es war sogar noch schlimmer, als er geglaubt hatte.
"Ich weiß auch nicht, wieso uns die Hühner schicken." Da war die Stimme wieder. Laut und deutlich.
"Pass auf, die haben Augen und Ohren überall in der Stadt. Die finden es raus, wenn du so über sie redest", wies ihn der andere Mann zurecht.
David - der Ärmste - stolperte über seine eigenen Füße und landete auf seinem Hosenboden, als er sich sputete den Männern nachzuhasten.
"Oli, warte", sprach der einer der Männer. "Da war was."
"Das is nicht 'was'", korrigierte der Andere. "Da ist ein 'wer'. Hey. Kumpel. Kann man dir aufhelfen?"
"Ihr lebt!" Davids Stimme war voller Hysterie. "Wie kann das sein? Seid ihr allein? Sind wir doch noch zu dritt?"
"Beruhig dich erst Mal." Der Mann namens Oli hob beschwichtigend seine Hände. "Ich bin Oli, das ist Ralph. Wie heißt du?"
David hatte keine Zeit für Gepflogenheiten. Da waren Menschen! Lebendige Menschen! "Seid ihr alleine?"
"Nein?" Ralph antwortete dieses Mal. "Wie kommst du darauf, dass wir alleine sind? Wir haben eine kleine Gruppe in der Fabrik."
"Es gibt Überlebende?" Davids Augen waren geweitet. Adrenalin schoss durch seine Adern. War es wirklich möglich? War er wirklich nicht er Letzte - na gut offensichtlich standen da zwei Männer vor ihm. Vielleicht jedoch halluzinierte er.
"Hey? Wir reden mit dir!" Oli schnipste mit seinem rechten Daumen und Zeigefinger nur wenige Zentimeter vor Davids Gesicht. "Ich hab gefragt, ob du mit willst? Wir haben noch Platz." Der Angesprochene bekam keinen Ton heraus und nickte nur.
"Und es gibt noch mehr?", fragte der Ungläubige doch nach einigen Minuten.
"Hast du nen Schlag auf den Kopf bekommen? Ja, wie gesagt. Wir haben eine kleine Gruppe. Paar Frauen sind noch bei uns." Ralph zuckte mit den Achseln. "Da ist ein neuer Mann vielleicht nicht ganz verkehrt."
"Und die Frauen gehen nicht raus, weil es zu gefährlich ist? Verstehe", David nickte verständnisvoll. Es war besser so. Die raue Stadt war kein Ort für zierliche Damen.
Oli lachte schallend. "Sei lieber froh, dass wir heute auf Proviantsuche waren. Die Mädels schießen zuerst und stellen danach Fragen."
Auf dem Weg zur Fabrik sprachen die drei Männer nicht miteinander. Immer wieder kniff sich David selbst in den Arm um sicherzugehen, dass er nicht schlief und träumte.
"Gut," Oli schob die schwere, metallene Tür zu der Fabrik auf. "Trautes Heim."
Der Neue staunte nicht schlecht. Innerhalb der großen Halle waren um die 10 kleine Gartenhäuser aufgebaut und am Ende der Halle ein größeres Gewächshaus. Die Häuser waren alle fein säuberlich beschrieben. Links zum Eingang war ein größeres Häuschen mit der Aufschrift: "Praxis- Therapiestunden bitte im Vornherein anmelden." Gegenüber war ein Haus mit einem Namen: "Oli - Anführer", wobei das "Anführer" jedoch mit einem lila Stift durch gestrichen war. Ob das im Zuge einer Meuterei passiert war?
"Die Frauen, die du da im Gewächshaus siehst sind die Schutzbedürftigen.", schmunzelte Oli. In dem Gewächshaus bewegten sich tatsächlich sechs Frauen. "Von links nach rechts sind das: Katharina, Steffi, Nancy, Jessi, Lisa und Anna. Ich schlage vor, dass du dich zu Beginn etwas zurück hälst."
"Lass dir keine Angst machen. Die beißen nicht." Ralph schmunzelte. "Oder selten."
Noch verwirrter betrat der arme David das Gewächshaus - oder - die Höhle der Löwinnen.
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