Das Gasthaus

GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Colonel Robert E. Hogan Hans Georg Schultz Louis LeBeau Oberst Wilhelm Klink OC (Own Character) Wolfgang Hochstetter
08.02.2018
08.02.2018
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Der kommende Morgen fing schon nicht gut an. Newkirk hatte schlecht geschlafen und war alles andere als ausgeschlafen. Aber es war Zeit für den Apell, also half es nicht zu murren. Er kletterte aus dem Bett und sah das es LeBeau nicht viel besser ging. Nur Carter schien ausgeschlafen und fit.

„Alles klar Newkirk,“ fragte Hogan als sie nach draußen traten.

„Sicher Sir, nur etwas schlecht geschlafen.“

Schultz zählte mit dem gleichen Elan wie jeden Tag und verkündete Klink mit gleichbleibender Freude das alle Gefangenen anwesend seien. Und dann, plötzlich, war Newkirk hellwach.

„Scheiße....“ sagte er leise. LeBau folgte Newkirks Blick der an Klink vorbei ging und bevor er fragen konnte was los ist, sah er den Mann vor Klinks Büro – Major Wolfgang Hochstetter. Und genau dieser kam nun direkt auf sie zu.

Hochstetter stoppte neben Klink, der auch nicht sonderlich erfreut wirkte über den Besucher. „Da isser ja wieder, ich grüße Sie Major.“

„Überspringen wir den Teil Klink, wir müssen reden.“

„Na ja, gehen wir in mein Büro. Schultz, lassen sie weg treten.“

„Nicht so schnell Oberst,“ wiedersprach Hochstetter. „Ich will mit einem ihrer Gefangenen reden.“

„Gut bitte, sie machen ja eh was sie wollen,“ antwortete Klink und machte eine Handbewegung in Richtung der Gefangenen.

„Schultz, lassen sie Carter in die Arrestzelle bringen.“

„Ich erhebe Einspruch, Major,“ meldete sich Hogan zu Wort und trat vor Hochstetter. „Sie haben kein Recht dazu.“

„Ich bin die Gestapo Hogan, ich habe jedes Recht dies zu tun. Aber bitte, sie können gerne Beschwerde einlegen. Wo auch immer.“ Ohne auf eine Antwort abzuwarten lies er den Colonel stehen.

Schultz zuckte entschuldigend mit den Schultern und führte Carter weg, während Klink dem Major wortlos folgte.

„Also was kann ich für sie tun Hochstetter,“ fragte Klink als er die Tür seines Büros schloss.

„Heute Abend werden zwei Lastwagen ins Lager kommen, voll gepackt mit Medikamenten und ärztlichem Material. Das Krankenhaus in Hammelburg wurde vom Untergrund angegriffen, es gab zahlreiche Tote und Verletzte.“

„Ah und nun meint ihr Schwarzen das Zeug wäre hier sicherer?“

„Nein Klink, ich meine das. Es wird aufgrund meiner Anordung her gebracht, niemand ausser den Fahrern und einer handvoll Leute weis davon. Die Armee und...auch die SS zieht immer mehr Ressourcen für die Front ab. Verständlich, doch bedauerlicherweise, fehlt es dann bei den Zivilisten. Sie verstehen Klink?“

„Ja ich denke schon, sie haben die Sachen abgezweigt um sie dem Zugriff der Armee und SS zu entziehen. Sie lehnen sich dafür ziemlich aus dem Fenster...und ich soll ihnen nun helfen.“ Er mochte Hochstetter nicht, es war nichts persönliches, ehr die Uniform der er trug. Aber er musste zu geben, was der Major hier tat machte ihn sympathisch, wenn es ihm auch ziemlich Lebensmüde erschien. „Wenn es auffliegt bin ich mit dran Major.“

„Nein sind sie nicht,“ sagte Hochstetter und holte ein Papier aus seiner Manteltasche, „hier, bewahren sie das Schreiben auf, es belegt das sie nur auf meinen Befehl hin gehandelt haben und nichts von den Hintergründen wussten.“

Klink nahm das Papier entgegen, laß es und schob es in die Innentasche seiner Jacke. „Na schön, wann kommen die Laster?“

„Gegen 20:00 Uhr, der Fahrer wird sie abstellen und dann zurück fahren. Ich selbst werde morgen wieder ins Lager kommen, zusammen mit meiner Verlobten. Sie war Krankenschwester und wird die Ladung verwalten.“

"Sie haben ne Verlobte? Wieso das denn?"

Hochstetter atmete tief ein und versuchte ruhig zu bleiben. "Ja Klink, ich habe eine Verlobte und was heißt hier `wieso das denn`?"

„Mhh ach nur so. Zurück zu den Wagen, meinen sie nicht das die Laster etwas auffällig sind? Sollten wir die Sachen nicht lieber anderweitig verstauen?“

„Sie haben Recht Oberst, nur wohin damit?“

„Die Arrestzellen, da sitzt doch eh nie einer drin. Na jut, ausser jetzt. Was wollen sie eigentlich von dem Sergant.“

Hochstetter richtete sich auf und strich mit der Hand über seinen Gürtel. „Nichts was für sie von Interesse wäre, glauben sie mir. Reine....Routine. Und das Gespräch hier bleibt unter uns, Oberst.“

Der Kommandant fand die Antwort zwar nicht zufriedenstellend, aber er beließ es dabei. „Natürlich, dann bis morgen Major.“

Hochstetter salutierte, grüßte zur Überraschung Klinks militärisch und verließ das Büro.

****

„Nun Sergant, wie geht es ihnen,“ begrüßte Hochstetter Carter und öffnete die Zellentür.

„Ach danke, kann nicht klagen,“ antwortete Carter.

Hochstetter setzte sich neben den Amerikaner und hielt ihm einen Zettel hin. „Übersetzen sie das ins Deutsche.“

„Was?“ Er nahm den Zettel und betrachtete die selbstgeschrieben Zeilen. Es waren nur 3 und Carter sah verwirrt zu dem Major.

„Übersetzen, ich bin...nicht ganz sicher über den vollen Kontext.“ Er zeigte auf ein paar einzelne Wörter. „Der Zusammenhang davon.“

Carter nickte, laß den Text und übersetzte ihn für den Deutschen. Als er fertig war nahm Hochstetter den Zettel und stand auf um zu gehen. An der Tür stoppte er und sah auf Carter hinab. „Ach und übrigends....das Bier ist zu warm. Überprüfen sie die Kühlung.“ Er ging und Carter hörte nur noch wie er Schultz anwies den Gefangenen frei zu lassen. Der Feldwebel erschien auch kurz darauf um ihn raus zu bringen.

„Na los Carter, gehn ma.“

Carter schwieg, er wusste ja das er oft nicht folgen konnte und nicht unbedingt der hellste war, aber im Moment stand er wirklich im Dunkeln. Kaum in der Baracke angekommen, standen auch schon Hogan, Newkirk und LeBeau um ihn herum.

„Was wollte Hochstetter,“ fragte Hogan.

„Ähm...nichts besonderes. Er wollte nur das ich was übersetze.“

„Und was,“ fragte Newkirk.

„Keine Ahnung, es waren nur 3 Sätze und irgendwie, passten die gar nicht zusammen. Irgendwas mit Tot, Verwesung und Nebel.“

„Das ist alles,“ hakte Hogan nach.

„Ja Sir, das war alles.“

„Na gut, aber wir sollten erst einmal etwas vorsich....,“ er brach ab als Kinch aus dem Tunnel nach oben kam.

„Sir, dass sollten sie sich ansehen,“ sagte Kinch und reichte dem Colonel seine Aufzeichnungen.

„Gestern hat eine Gruppe des Untergrunds das Krankenhaus angegriffen, 3 von Ihnen wurden gefangen genommen...“

„Und wir sollen sie jetzt befreien,“ fragte LeBeau.

Hogan schüttelte den Kopf. „Nein, wir werden aufgefordert sie in den Händen der Gestapo zu lassen. Der Anschlag war wohl nicht abgesprochen und es gab zahlreiche zivile Opfer. Darunter 2 Kinder.“

Die Männer schwiegen, Krieg war das eine, aber es gab in der Regel immer eine Grenze. Sollte es zumindest.

„Na schön belassen wir es erst einmal dabei,“ unterbrach Hogan die Stille und ging in sein Quartier.

Kaum war der Colonel weg, zogen Newkirk und LeBeau Carter zur Seite. „Was wollte der Arsch,“ fragte Newkirk.

„Sei nicht so fies,“ entgegnete Carter. „Er hat mir recht gegeben!“

„Recht womit?“

„Damit das dass verdammte Bier zu warm war! Ich hab es dir mehrfach gesagt Newkirk, es ist zu warm.“

Newkirk schüttelte sprachlos mit dem Kopf. „Du treibst mich in den Wahnsinn Andrew.“