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Better Late Than Never

von SugerCat
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Louis OC (Own Character) Peaches
08.02.2018
14.12.2019
2
11.984
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08.02.2018 6.632
 
„Meinst du, ich kann mir zu Weihnachten ein Geschwisterchen wünschen?“ Wollte ein kleines Mammut wissen, als diesem wieder einfiel, dass er noch einen Wunschzettel schreiben musste. Zwar war erst Januar, aber man kann ihn nicht zeitig genug damit anfangen. Außerdem kleckerte ihm Zuhause niemand Fingerfarbe auf sein Papier. Er wusste, es war nicht mit Absicht, dennoch wollte er seinen Zettel nicht nochmal anfangen, weil ihm der Zweite nicht so gut gelingen würde. Außerdem meinte seine Mama, dass man noch alles gut erkennen kann.  

Derjenige, der die Frage hörte war vor Schock alles aus den Pfoten gefallen. Zum Glück landete nur ein Schneidebrett mit dem schon klein geschnittenen Gemüse auf den Boden. Das Messer blieb oben liegen.

„Das solltest du wohl eher deine Mama fragen.“ Sagte Louis zu dem Kind, auf das er gerade aufpasste, während er auch etwas zum Abendbrot vorbereitete. Es wurde schon zur Routine, wenn er an der Reihe war, Peaches Sohn vom Kindergarten abzuholen und mit ihm nach Hause zu gehen. Die Mutter des Kleinen musste immer mal wieder länger arbeiten, aber niemand von der Familie störte es, sich um das junge Mammut zu kümmern. Er gehörte zwar nicht wirklich dazu, aber Ellie und Manni waren auch nicht mehr die Jüngsten, um jeden Tag auf ein aufgewecktes Kind aufzupassen. Die Großmutter nahm sich schon oft genug die Zeit, um ihren Enkel abzuholen und dann hier her zu bringen. Der Opa war leider nicht mehr so gut zu Fuß und so besuchte Peaches ihre Eltern so oft es ging.

Julian meinte zwar, dass auch er sich immer um seinen Sohn kümmern könnte. Aber dieser sah ihn ja schon am Wochenende und an den Feiertagen, wenn sie die nicht alle zusammen verbringen. Außerdem wohnte das männliche Mammut nicht gerade um die Ecke und bei schlechten Winterwetter wollte Peaches nicht, dass er mit dem Wagen herum fährt.

Ja, sie und Julian haben sich scheiden lassen. Dennoch hieß das noch lange nicht, dass die beiden sich wegen ihrem Kind streiten. Sie haben vielleicht ihre Differenzen, aber zeigen das niemals vor anderen. Zumindest bekam der Maulwurfigel es niemals mit. Er seufzte wieder, denn es machte ihn traurig, dass diese Ehe nicht funktionierte. Seine Gefühle für seine beste Freundin haben sich zwar niemals geändert, doch das hieß nicht, dass er sie nicht mit jemand anders glücklich sehen will. Niemals erwähnte Peaches genau, warum die Beziehung mit ihrem Exmann nicht funktionierte. Doch ausführlich wollte er es vielleicht gar nicht wissen.

„Ja, aber du musst doch mit Mama mein Geschwisterchen holen. Da solltest du es auch wissen.“ Der Satz holte ihn nicht nur aus den Gedanken, sondern brachte ihn beinahe dazu, erneut alles fallen zu lassen.

„Macilo, wieso denkst du, dass ich das machen kann?“ Versuchte er ruhig zu fragen und sammelte sich wieder.

„Na weil man für ein Kind immer zwei brauch. Tila aus meiner Gruppe hat das gesagt und sie muss es ja wissen. Sie hat fünf Schwestern. Erst wollte ich ja Papa fragen, aber er wohnt ja so weit weg. Da kann ich nicht jeden Tag mit meinem Bruder oder meiner Schwester spielen.“ Der Stachlige lächelte und schüttelte den Kopf.

„Vielleicht solltest du wirklich warten, bis deine Mama nach Hause kommt. Dann kannst du mit ihr darüber..“ Damit wollte er sich schon wieder dem Salat zuwenden, der wegen seiner vorigen Panne weniger Paprika bekam.

„Magst du meine Mama nicht?“ Doch er legte nach der Frage wieder alles aus den Pfoten und drehte sich ganz zu dem Mammut, dass ihn nun ein wenig enttäuscht ansah.

„Was? Nein, es ist nicht so. Also ich mag deine Mama schon. Sie ist meine beste Freundin. Das weißt du doch.“ Das ließ das Kind wieder fröhlicher werden.

„Dann kannst du hier einziehen und ich bekomme dann ein Geschwisterchen.“ Er hatte Glück, dass er das meiste Essen schon vorher vorbereitete, denn das Gespräch würde sicherlich länger dauern. Dabei wusste er nicht einmal wo er anfangen sollte zu erklären, dass die Idee des Jungen unmöglich war.  

„Wieso muss ich hier einziehen?“ Vielleicht half es, wenn er so tat, als wüsste er nichts. Gleichzeitig fragte er sich, was Kindergartenkinder heutzutage so besprechen.

„Weil Tila hat gesagt, dass die Eltern immer zusammen wohnen. Zumindest wenn das Kind noch ein Baby ist.“

„Bist du traurig, dass dein Papa nicht mehr mit euch zusammenwohnt?“

„Ein bisschen Schade ist es schon. Dann könnten wir nämlich alle jeden Tag Spaß haben.  Zwar würdest du noch hier wohnen können, denn Platz finden wir für dich immer. Aber was ist mit Papa's Freund? Nein, so ist es schon in Ordnung. Außerdem kann ich am Wochenende zu den beiden und fragen, was sie zu meiner Idee sagen.“ Es wärmte Louis schon etwas das Herz, wenn der Kleine sagte, dass hier immer Platz für ihn sei. Macilo dachte sich bei den Worten sicher nichts, aber er klang dann wie seine Mutter.

„Du bist schon so erwachsen. Aber du kannst ruhig sagen, wenn dir etwas nicht gefällt.“ Dabei tätschelte er den Kleinen über den Kopf, als er sich neben ihn auf einen Stuhl stellte, damit er besser über den Tisch sehen konnte.

„Mir gefällt nicht, dass Mama manchmal traurig ist.“ Macilo legte den Malstift nun ganz weg und sah den Maulwurfigel direkt an.    

„Vielleicht hat sie nur einen Film gesehen, der sie traurig gemacht hat.“ Louis konnte sich in letzter Zeit nicht erinnern, dass es seinen Freundin schlecht ging. Sie hätte bestimmt etwas gesagt. Auf der anderen Seite musste sie auch nicht alles mit ihm bereden.      

„Du warst ja dieses..Nein, letztes Jahr weg. Ich weiß nicht mehr wann es war, aber da hat sie geweint.“ Er schluckte den Kloß herunter, der sich plötzlich in seinem Hals formte. Die Sache konnte unmöglich mit seiner Reise zu tun haben. Bei dem Abschied wirkte Peaches wie immer und wünschte ihn bei seinem Vorhaben sogar noch viel Spaß.

„Sie hat gesagt, dass nichts schlimmes passiert ist. Aber manchmal muss man trotzdem mal weinen. Als ich gefragt habe, ob sie dich vermisst, hat sie genickt. Sie wollte bestimmt nicht das du weggehst, hat aber nichts gesagt, weil du dich auf die Reise gefreut hast.“ Nun tat dem Stachligen das Herz noch mehr weh, aber er wusste das doch nicht. Normalerweise sagte Peaches immer ein Wort, wenn sie etwas nicht gut fand. Er hörte die Antwort doch eben. Weil sie ihm die Sache nicht verderben wollte.

„Aber nun ist doch alles wieder ok.“ Denn schließlich war er im vorigen Jahr im Frühling verreist und nun herrschte immer noch Winter. Silvester ist erst einige Tage her.

„Na ja, manchmal ist sie schon noch ein wenig bedrückt. Zwar hat sie das nicht gesagt, aber im Kindergarten hat jeder zwei Elternteile. Vielleicht liegt es daran.“

„Aber du hast doch eine Mama und auch einen Papa.“

„Das schon, aber ich meine hier Zuhause. Was wenn Mama sich alleine fühlt, weil sie ja erwachsen ist und deswegen nicht so früh ins Bett muss. Oder nachdem sie mich in den Kindergarten gebracht hat. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, was macht sie eigentlich, wenn ich bei Papa oder Oma und Opa bin?“ Das Gesicht des kleinen Mammuts wurde immer trauriger.

„Manchmal geht sie ja arbeiten, aber nicht immer..“ Und der Maulwurfigel holte schnell ein paar Taschentücher, denn Tränen tauchten im Gesicht des Jungen auf.

„Hey, alles ist in Ordnung.“ Dabei tätschelte er Macilo beruhigend über den Kopf.

„Was ist, wenn ich Schuld bin, dass sie traurig ist?“

„Sag doch so etwas nicht. Nichts ist deine Schuld.“ Er wollte noch weiter reden, doch da packte ihn das kleine Mammut schon und umarmte ihn. Da er sich auf den Stuhl daneben befand, war das leicht und so legte er die Pfoten ganz um das Kind.

„Ich rede mal mit deiner Mama, um heraus zu finden was los ist.“

„Wirklich?“ Er wischte die Tränen mit dem Tuch weg, als der Kleine von ihm abließ.

„Versprochen. Aber nun räumen wir deine Malsachen vom Tisch. Deine Mama kommt sicherlich gleich von der Arbeit und hat Hunger.“ Der Junge nickte und tat, was gesagt wurde. Als dieser nach draußen verschwand, um sich im Badezimmer die Hände zu waschen, fiel das aufrichtige Lächeln wieder von Louis ab, denn er war ein wenig wütend. Seine beste Freundin erwähnte nicht einen Ton, dabei machte es ihm nichts aus ihr zu helfen. Lange darüber nachdenken konnte er auch nicht, denn Macilo kam schneller zurück, um ihm beim Tischdecken zu helfen. Der Junge war erst fünf Jahre, aber dafür schon erwachsener und verständnisvoller als andere Kinder. Jedenfalls sah der Stachlige es so.  

Seltsamerweise dauerte es heute länger, bis das weibliche Mammut nach Hause kam und der Ältere im Haus hörte schon einen Magen knurren.

„Wir müssen nicht länger warten, wenn du schon Hunger hast.“

„Nein, ich kann noch warten.“ Ein erneutes Grummeln kam auf.

„Lass uns schon etwas essen. Deine Mama wurde sicherlich von einer Arbeitskollegin aufgehalten.“

„Oder dem Hausmeister. Der hat ihr auch mit den Sachen beim Einkaufen geholfen.“ Er blinzelte, denn das hörte er auch zum ersten Mal.

„Das ist doch nett.“ Sein Ton klang aber nicht so und wenn er zu seiner Wohnung fährt, wird er sich für seine Eifersucht, die nicht angebracht war, wahrscheinlich schämen. Seine Freundin war eine freie Frau und nur weil sie ein Kind besaß, hieß das noch lange nicht, dass sie sich nicht wieder nach einem Mann umsehen darf. Schließlich ist die Scheidung schon einige Jahre her und sogar Julian hatte schon jemanden gefunden, mit dem er glücklich zusammenwohnte.

Also versuchte er nicht so sehr daran zu denken, dass Peaches sich gerade mit irgendwem  traf, während sie hier das Abendbrot ohne sie aßen. Morgen fuhr das kleine Mammut wieder zu seinem Vater und vermutlich nutzte seine Freundin das Wochenende, um endlich wieder auf ein Date zu gehen. Da wird das Gespräch, was er dem Kleinen versprach wohl eher ein kurzes werden. Nichts mit gemütlichen Abend vor dem Fernseher während sie nebenbei über dies und das plauderten. Wie lange ist es her, dass sie beide einmal nur zu zweit Zeit verbrachten? Natürlich mochte er Macilo. Er konnte wahrscheinlich schon so weit gehen zu sagen, dass der Kleine für ihn einen Sohn darstelle, den er sonst niemals haben wird.

Vielleicht taucht eines Tages doch noch eine Frau auf, mit der er eine Familie gründen möchte. Bis jetzt waren seine Beziehungen aber niemals so weit gekommen. Diese zerbrachen auch immer früher oder später an der selben Sache. Ihm war das sehr wohl bewusst. Trotzdem konnte er es nicht ändern, wer er war und wie er fühlte. Es konnte noch so viel Zeit vergehen, wenn Peaches ihn brauchte, rannte er los. Dabei erwartete er niemals etwas. Seine letzte Exfreundin sagte da zwar andere Dinge, doch diese verstand wahre Freundschaft nicht. Schließlich tat seine beste Freundin auch viel für ihn. Deswegen schämte er sich auch so sehr, dass er sich in seinem  Inneren immer noch fragte, was wäre wenn da mehr ist.

Manchmal überlegte er schon, deswegen zum Therapeuten zu gehen, aber dann müsste er darüber mit fremden Tieren reden. Louis wusste nicht, ob er das schaffte. Seine eigene Familie sah seine Zeit hier auch nur als Verschwendung an. Aber die haben ihn nie wirklich verstanden.

Nachdem sie fertig mit Essen waren, ließ er das junge Mammut noch ein wenig malen, damit dieser seinen Wunschzettel fertig bekam. Er fand die Idee witzig und schlau zugleich, jetzt schon diese Liste anzufertigen. Dennoch hoffte er nicht wirklich, dass sich Macilo nur ein Geschwisterchen zu Weihnachten wünscht. Ansonsten wird das ein enttäuschendes Fest für ihn. Peaches wird ihm schon alles erklären und in elf Monaten kann sich noch einiges ändern. Außerdem weiß der Kleine schon, dass man nicht alles haben kann.

Er musste leicht über seine Denkweise lächeln, denn klein waren Mammuts im Gegensatz zu seiner Rasse nie. Die Mammuts in diesem Haus störte das nicht, deswegen fühlte er sich vielleicht auch immer so willkommen hier. Der Maulwurfigel bekam an diesem Ort das Gefühl keine Fehler an sich zu haben. Sein Herz sagte Zuhause und doch wusste er, dass dies nicht vom Gebäude ausging, sondern von den Tieren die hier wohnen.    

„Was wünscht du dir vom Weihnachtsmann?“ Ein wenig erschrocken, blickte er von seinem Handy auf. Einige Nachrichten hatte er schon verschickt, weil es langsam spät wurde und Peaches ging nicht an ihr Gerät ran. So etwas sah ihr gar nicht ähnlich. Date oder nicht, Macilo kam immer an erster Stelle für sie. Also hätte sie vorher angerufen.

„Na ja, es ist noch eine Weile hin, aber ich wünsche mir eigentlich nur..“ Doch da vernahmen sie beide schon die Haustür und das junge Mammut legte die Stifte aus der Hand, um los zu laufen. Mit einem erleichterten Seufzer, dass seine Freundin endlich heil hier angekommen war, erhob auch er sich von der Couch.

„Gut, dass du noch keinen Schlafanzug an hast. Möchtest du mit Tante Shira mitfahren und bei ihr schlafen? Dann kannst du morgen mit ihr und Jaina ins Kino gehen. Oder bist du schon zu müde? Es tut mir leid, dass ich erst..“ Doch da rannte das Mammut schon an seiner Mutter vorbei.

„Wow, Tante Shira hat ja ein neues Auto! Ja, da möchte ich mitfahren.“ Louis bekam gerade noch Zeit, sich von dem Jungen zu verabschieden und kurz die Säbelzahntigerin zu grüßen, aber dann war er auch schnell allein mit dem weiblichen Mammut. Eine Tasche mit Sachen von Macilo war ja immer am Freitag gepackt. Auch wenn Julian einiges besaß, Peaches sammelte dennoch immer Donnerstag einiges zusammen, dass ihr Sohn alles während dem Wochenende bekam. Auch würde sie immer losfahren, wenn das kleine Mammut anrief und noch etwas benötigte. Sie ist so eine gute Mutter, auch wenn sie da gegen die eigenen Regeln verstößt, in dem sie nochmal Nachts ins Auto steigt. Kam aber bis jetzt seltener vor, denn um so älter das kleine Mammut wurde, desto mehr dachte es über sein Handeln nach. Manchmal ein bisschen mehr, als jeder Erwachsene.        

„Ist dein Auto kaputt?“ Nachdem er das Abendbrot erneut auf den Küchentisch ausbreitete, fing er auch an zu fragen, warum sie heute später herkam.

„Nicht wirklich. Nur ein platter Reifen. Anscheinend fahren sich die Dinger auch im Winter ab. Obwohl man da mehr über die Straße rutscht.“ Meinte sie während sie erfreut auf ihren Teller schaute.

„Hast du noch keine Winterreifen drauf?“ Erkundigte er sich ein wenig mit einem ermahnenden Blick, als er sich gegenüber von Peaches setzte. Normalerweise war das hier ihre gemeinsame Zeit. Er aß mit den beiden Mammuts zum Abendbrot und machte sich dann zu seiner Wohnung auf, während Peaches ihren Sohn ins Bett brachte. Heute gab es eine Ausnahme. Macilo war nicht hier. Wenn er das Kind nicht abholte oder ihn hier betreute, dann wäre er gar nicht da.    

„Oh, nein! Das habe ich ganz vergessen, 'Dad'. Zumindest klingst du gerade wie mein Vater. Natürlich habe ich die schon drauf.“ Kam er nur noch her, um den Babysitter zu spielen? Er mochte den Jungen, aber wann unternahm er das letzte Mal nur mit Peaches etwas? Ja, er verstand das Mutter sein und die Arbeit sie sehr beschäftigte. Trotzdem nagte ein kleines Stimmchen in seinem Kopf an ihm, dass er darauf hinweisen sollte. Sein Gegenüber ließ sich, dass Essen unbekümmert schmecken und es wurde ruhig. Viel zu ruhig. Sollte er jetzt über das Thema reden, was Macilo vorhin erwähnte? Er könnte so viel jetzt sagen, aber irgendwie wollte sein Mund sich nicht bewegen.    

„Was ist los? Du bist so still?“ Wollte sie plötzlich wissen und sah ihn fragend, aber auch lächelnd an.

„Wie war dein Tag überhaupt? War die Arbeit anstrengend oder mein Sohn?“ Das wurde nur scherzhaft gesagt, während er aufwändig überlegte, wie er die Sache anfangen sollte.

„Es ging eigentlich. Weißt du schon, was Macilo sich zu Weihnachten wünscht? Also das am Ende des Jahres.“ Plötzlich änderten sich Peaches Gesichtszüge und sie blickte plötzlich überall hin, nur nicht zu ihm. Der Stachlige könnte meinen, sie wäre nervös. Aber das wäre doch albern.

„Hat er mit dir darüber geredet?“ Dabei strich sie sich Haare aus dem Gesicht. Also Nervosität stimmte doch, aber ihm kam nicht in den Sinn wieso.

„Also er hat mich gefragt, ob er sich ein Geschwisterchen zu Weihnachten wünschen kann. Ich konnte ihm nicht sagen, dass es nicht geht. Er meinte sogar, dass ich hier einziehen sollte, damit wir beide das Geschwisterchen holen. Lustig was Kinder in seinem Alter so denken.“ Er versuchte darauf noch zu lachen, denn es war ja irgendwie witzig. Oder nicht. Das alles war nur eine Idee eines Kindes und deswegen konnte man darüber lachen. Merkwürdigerweise hörte er nur sich selbst.

„Ist es denn so abwegig?“ Irritiert verstummte er und sah ihr in die Augen, die so aussahen, als würden sie ihn um etwas bitten.

„Warte! Was genau jetzt? Hast du jemanden getroffen und kannst dir vorstellen, mit diesem eine Familie zu gründen? Warum hast du denjenigen nicht schon einmal vorher nach Hause eingeladen?“ Deswegen beschlich ihn in letzter Zeit ein seltsames Gefühl. Wenn sein Magen ihm riet, das da was war, dann gab es da auch immer etwas. Warum kann es nicht einmal nur eine Magenverstimmung sein?

„Wie glaubst du ist das möglich, wenn du wie ein Wachmann in Schürze hier patrouillierst?“ Verlegen sah er nach unten, denn er hatte das Ding immer noch nicht abgelegt. Das holte er jetzt schnell nach.

„Hey, du hättest anrufen können oder eine Nachricht schreiben. Außerdem werde ich schon keinen anderen Mann abschrecken.“ Der Maulwurfigel hatte es doch gewusst, am besten er geht jetzt, denn sicherlich plante Peaches heute noch ein Date. Warum sonst sollte sie ihren Sohn mit der Säbelzahntigerin mitschicken?

„Willst du schon gehen?“ Er besaß heute nicht die Nerven, um irgendwelche Tipps für die Verabredung zu geben. Sein Sofa, Chips und einen Trashfilm. Die einzigen Dinge die er heute Abend noch brauchte.  

„Na ja, Macilo ist nicht mehr hier und..“

„Könntest du auch einmal mich ansehen und mit mir Zeit verbringen? Ich weiß, du magst ihn sehr und ich finde es wunderbar, dass ihr euch gut versteht. Aber wann haben wir das letzte Mal etwas miteinander unternommen?“ Nicht nur das seine Freundin ihre Stimme erhoben hatte, sie zog ihn auch noch am Arm ein wenig zurück. So das er sie ansehen musste. Das tat Louis. Überrascht, denn eigentlich wollte er so etwas ansprechen.

„Es tut mir Leid. Ich bin total bescheuert.“ Beschämt ließ sie von ihm ab und verschränkte die Arme.

„Das klang eben, als wäre ich eifersüchtig auf meinen eigenen Sohn, weil er mehr Zeit mit dir verbringen kann und das ist doch Blödsinn. Mein Job ist manchmal wohl doch zu eintönig und da denke ich so dummes Zeug. Wahrscheinlich hast du heute noch etwas anders vor. Schließlich ist Freitag und da..Was?“

„Ich würde sagen, ich bin hier auch nicht gerade klüger. Eigentlich wollte ich gehen, weil ich dachte, du hast noch eine Verabredung.“ Sie beide sahen sich darauf an und fingen fast gleichzeitig an zu lachen.

„Genau genommen habe ich das ja auch. Da mein Auto erst wieder morgen einsatzbereit ist, müssen wir wohl ein Taxi nehmen, wenn wir irgendwo hin wollen.“ Dabei blickte das Mammut aus dem Fenster und er tat es ihr gleich. Dicke Flocken fielen vom Himmel und tanzen mit dem starken Wind durch die Gegend.

„Schon ok. Wie wäre es, wenn wir es uns einfach vor dem Fernseher bequem machen? Ich kann auch noch heiße Schokolade machen.“ Ihr Lächeln wurde ein wenig gewitzt.

„Du weißt schon, dass ich hier wohne.“ Danach pikste sie ihm kurz spielerisch mit dem Finger in die Brust.

„Wenn du das unbedingt machen willst.“

„Du hast es einmal angeboten, da wirst du es wohl oder übel tun müssen. Außerdem will ich noch duschen gehen.“ So lief das Mammut aus der Küche und er hängte seine Schürze, die er vor einiger Zeit von Peaches bekam an die Wand. Eigentlich sollte er das Ding mit zu sich in die Wohnung nehmen, aber hier brauchte er die Schürze nun mal mehr. Nachdem der Kakao schon fertig war, beschloss er doch noch schnell den Abwasch zu machen. Dann war es gleich sauber. Beim Abtrocknen des Geschirrs fühlte er sich beobachtet. Fragend sah er über die Schulter, nur um Peaches schon frisch geduscht und mit einem warmen Lächeln vorzufinden.

„Du solltest dich mal sehen. Kein Wunder das die Nachbarin denkt, wir wären..“ Plötzlich klingelte im Flur ein Handy und das größere Tier drehte sich um, damit sie an ihr Telefon gehen konnte. Louis drehte sich wieder um und trocknete weiter das Geschirr ab. Ja, er hatte auch schon gehört, was die nette Lady von nebenan dachte. Sie ist ja freundlich und vielleicht ein wenig schwerhörig, dennoch sollte sie ihre Meinung für sich behalten. Zwar war es nett, als Herr dieses Hauses gesehen zu werden, aber die Realität sah dennoch anders aus. Außerdem kannte die ältere Dame auch Julian. Somit wusste sie doch, dass zwischen ihm und Peaches nichts lief.

„Der Teller muss ja ganz schön nass sein. Du reibst ihn jetzt schon fast eine Minute trocken.“ Ein wenig erschrocken ließ er das Ding fast fallen, weil er vorher zu sehr in seinen Gedanken vertieft war. Er hörte nicht einmal, wie seine Freundin wieder in die Küche schritt.

„Was? Ich hab nur an etwas anderes gedacht.“

„Das habe ich bemerkt. Mum hat nur eben angerufen und wollte wissen, ob ich ok bin. Onkel Diego musste gleich wieder petzen, dass ich eine Autopanne hatte. Er vergaß zu erwähnen, dass es nur ein platter Reifen war.“

„Na ja, bei so viel Schnee ist das nicht gerade ungefährlich.“ Sie nahm die beiden Tassen mit dem Kakao in die Hände, um damit ins Wohnzimmer zu gehen.

„Das stimmt auch wieder. Lass das restliche Geschirr von allein trocknen. Ist ja auch nicht so, als wäre es das einzige, was wir besitzen.“ Somit legte er das Geschirrtuch beiseite und folgte dem Mammut ins andere Zimmer. Eine Weile sprach keiner von beiden ein Wort. Peaches schaltete durch das Tv-Programm und der Stachlige kam nicht drum herum zu bemerken, wie gut die Frau neben ihm roch. Diese Shampoos werden auch immer mehr zum Parfüm. Er hatte er vielleicht das falsche gegriffen? Denn er ging ja auch manchmal für die Familie einkaufen. Ja, er erkannte schon, warum Ellie hier und da meinte, er solle es nicht übertreiben.

„Du hast mir vorhin nicht richtig geantwortet. Ist es denn so abwegig?“ Sie beide blickten vorher stumm auf den Bildschirm und das für fast eine halbe Stunde. Trotzdem wusste er sofort, von was sie nun sprach.  

„Ehm, was genau jetzt?“ Er stellte sich dennoch doof. Manchmal nur um seine Gefühle zu schützen.

Peaches blickte kurz nachdenklich zur Fernbedienung und seufzte schwer. Dann schaltete sie den Fernseher aus und er schob zur Sicherheit die Tasse weg. Wer weiß, was er jetzt zu hören bekam, ließ ihn vielleicht wieder nervös werden und da fiel ihm nun mal leicht alles aus den Pfoten. Einen Moment sah sie ihn durch dringlich an, doch der Blick wanderte dann doch wieder nach unten.

„Es ist meine Schuld das Macilo möchte, dass du hier einziehst.“

„Ich weiß, dass euer Haus groß genug ist. Aber irgendwann wirst du wieder jemanden kennenlernen und da wirkt es sicherlich merkwürdig, wenn ich hier wohne.“

„Warum bist du in dieser Sache so blind? Und ich meine nicht deine Lesebrille damit. Muss ich es denn wirklich aussprechen?“ Wollte sie in einem lauteren und frustrierten Ton wissen, und es brachte ihn wirklich durcheinander. Der Maulwurfigel konnte sie nur anstarren und auf weitere Information warten.

„Macilo denkt.. Wir wollen.. Nein, ich möchte das. Ok?! Keine Ahnung, warum mir das auf einmal so schwer fällt. Es ist nur..“ Bevor er noch genau nachhaken konnte, wurde Louis schon am Kragen gepackt und näher heran gezogen. Erst küsste sie ihn nur auf den Kopf, aber dann wurde einen Moment später daraus etwas echtes. Flüchtig aber dennoch schön. Als sich ihre Münder trennten und ihre Hände seinen Kopf nachdem zurückschieben verließen, konnte er sie nur weiter anstarren, aber dieses Mal richtig geschockt. Die Augen des Mammuts wanderten verlegen zur Seite und sie atmete kurz tief durch. Dann sah sie ihn wieder mit einem sicheren Blick an.

„Könntest du dazu was sagen! Irgendwas. Bitte.“

„Du..mich?“ War das einzige, was er heraus bringen konnte, während er mit seiner Pfote hin und her zeigte.  

„Oh, nein! Jetzt habe ich dich kaputt gemacht.“ Versuchte Peaches scherzhaft die Lage aufzulockern, doch sie wurde schnell wieder nervös.      

„Ich will nicht das du als Babysitter und Putzmann hier einziehst. Ich will das du hier einziehst, weil ich dich will. Also als Freund, Partner, Liebhaber. Nenne es wie du willst. Aber das war jetzt hoffentlich deutlich genug, denn ich halte es langsam nicht mehr aus.“

„Was?“

„'Was' mich nicht, Mister Perfekt!“

„Mister Perfekt? Jetzt bin ich wirklich durcheinander.“

„Willst du mir erklären, dass du nicht gehört hast, wie dich dieses niedliche Mädchen neulich so genannt hat?“ Vernahm er da Eifersucht von diesem Mammut?

„Stopp. Ich bin nicht so schnell. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich meine das hier..“ Er fing erneut an, mit seiner Pfote herumzufuchteln. Das alles kam jetzt so plötzlich, da wusste er gar nicht welches Gefühl die Oberhand in seinem Körper bekommen sollte

„Und dann..du küsst mich einfach unvorbereitet.. Es ist..“

„Oh! Soll ich es das nächste Mal vorher ankündigen? Das heißt, wenn du es nochmal..“

„Ja, natürlich möchte ich das wieder. Aber..Nein, ich meinte..“ Zum ersten Mal sprach er etwas aus, ohne davor nochmal darüber nachzudenken. Ein wenig verzweifelt warf er sein Gesicht in seine Pfoten.

„Du brauchst dich nicht verstecken oder verlegen zu werden. Es ist doch gut, dass du es magst. Ich hatte angst, du würdest es nicht mögen und traute mich auch nicht, es in eine Frage zu packen. Dabei bin ich erwachsen genug, um über solche Dinge zu sprechen. Ich kann einem Mann nicht einmal sagen, dass ich ihn küssen will und mehr. Na ja, bei anderen ging es schon. Nur bei dir ist es halt anders. Wir sind solange beste Freunde. Ich wollte es nicht wegwerfen. Wirklich nicht. Aber langsam komme ich mit meinen Gefühlen durcheinander. Jedes Mal wenn ich dich mit einer neuen Freundin sah, tat es weh. Oder wenn fremde Frauen mit dir anfangen zu flirten und wir machen einen Familienausflug. Ich weiß, ich rede Unsinn und besitze keinen Grund für Eifersucht..“

„Und trotzdem sind diese Gefühle einfach da.“ Beendete Louis ihren Satz und sah auf seine Füße. Stille trat erneut ein. Zumindest bis das Mammut sich erheben wollte. Hatte er die Sache hier verdorben? Sie handelte so mutig, wie immer, und sagte solch schöne Dinge so aufrichtig. Er durfte den Moment einfach nicht verstreichen lassen, ohne auch ein paar Worte zu äußern. Eifrig griff er also nach ihrem Handgelenk, dass näher an ihm dran war.  

„Ich..“ Natürlich bekam er genau in diesem Augenblick keinen vernünftigen Satz heraus. Dabei wäre es die Gelegenheit, all das angestaute heraus zu lassen. Dann sah er ihr auch noch in die Augen, die ihn wartend anblicken. Ein dicker Kloß formte sich mal wieder in seinen Hals. Peaches zog ihn plötzlich an sich heran, um ihn zu umarmen.

„Einigen wir uns darauf, dass wir beide mehr füreinander fühlen, als nur Freundschaft?“ Flüsterte sie und drückte ihn sanft an sich. Louis konnte nur nicken und ihre Berührung so gut es ihm möglich war erwidern.

„In Ordnung und alles andere können wir immer noch herausfinden.“ Verlegen lächelte er in ihr Fell. Sein Herz wollte sich gar nicht wieder beruhigen.

„Vielleicht sollte ich doch hier einziehen, um alles in deiner Nähe herauszufinden.“ Verkündete er nach einer Weile leise, als er sicher war, das seine Stimme wieder normal klingt.

„Du würdest Macilo und auch mich damit sehr froh machen. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk kannst du uns nicht schenken.“

„Weihnachten ist noch einige Monaten entfernt.“

„Das dauert dir zu lange, hm?“

„Ich.. Nein, ich dachte nur..Wahrscheinlich sollten wir wirklich nicht alles überstürzen. Wer weiß ob dein Sohn das wirklich..“

„Wir nehmen ihn beide gern als Ausrede. Ja, er wird immer bei manchen Entscheidungen eine Rolle spielen. Aber er ist jetzt nicht hier. Was würdest du machen, wenn nur ich hier wohnen würde und ich dich bitte sofort hier einzuziehen?“

„Wahrscheinlich würde ich gleich in meine Wohnung rennen und anfangen zu packen.“ Erfreut lächelte sie ihn an, ließ ihre Arme etwas locker.

„Also soll ich..?“ Erkundigte er sich halb im Scherz, halb ernst. Er war sicher, er würde die Nacht, wenn nicht sogar das Wochenende dafür durchmachen.      

„Ich lass dich doch jetzt nicht einfach wieder gehen.“ Erklärte sie freudig und schubste ihn ein wenig nach hinten. Weil er das nicht erwartete, lag er nun flach mit dem Rücken auf der Couch. Der Stachlige bekam gar nicht die Zeit dazu, sich wieder aufzurichten, da beugte sie sich schon über ihn und grinste ihn fast schüchtern an. Ihre Hände neben seinem Kopf gestützt.

„Deine Stimme verrät nicht mehr so viel wie früher, aber dein Blick sagt nun alles.“ Was sollte das den heißen, aber er wollte sich nicht wirklich darum kümmern.

„Tut er das?“ Meinte er leicht lächelnd, aber auch verlegen. Doch er konnte und wollte nicht wegschauen.        

„Du bist der einzige, der mich in der Position auf diese Weise ansieht.“

„Auf welche Weise?“

„Normalerweise sollte man nicht so träumerisch durch die Gegend schauen, wenn sich ein Mammut über einen befindet.“

„Ich bin sicher du bist solche Blicke gewöhnt. Bei deinem Aussehen fängt jeder gleich an von dir zu träumen.“ Peaches lächelte und sah kurz zu Seite.

„So flirtest du also mit Frauen.“  

„Nein, so versuche ich es mit dir.“ Ohne Vorwarnung, aber dennoch langsam legte sie sich ganz auf die Couch, dennoch drauf bedacht, sich nicht mit einem Körperteil auf ihn zu legen. Ihr Gesicht war aber mehr in der Höhe seines Oberkörpers. Fast schüchtern versuchte sie sich an ihn zu kuscheln, was mit den Stoßzähnen nicht so leicht war. Louis möchte fragen, ob er wirklich genug für sie war oder sagen, dass sie ihn nicht so behandeln sollte, als wäre er zerbrechlich. Doch der Augenblick war viel zu schön, als über solche Dinge zu diskutieren. Er würde ihr beweisen, das die heutige Offenbarung nicht falsch war. Der Maulwurfigel wird es allen zeigen, die Zweifel besitzen, dass diese Beziehung klappen könnte.    

♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥(ノ´ヮ´)ノ*: ・゚♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥

Zwar wollte der Maulwurfigel nicht wirklich aufstehen, denn er hatte so schön geträumt. So genau wusste er nicht mehr was, aber es musste nett gewesen sein, denn er hatte noch ein leichtes Gefühl im Bauch. Doch er konnte auch nicht den ganzen Tag in seinem Bett herumliegen. Es herrschte immer noch Wochenende, dennoch stand einiges auf seinem Tagesplan. Also streckte er sich nochmal, wobei er an etwas anstieß. Etwas das warm war und Fell besaß. Blinzelnd sah er zu seiner rechten Seite, wo sein Pfote etwas fühlte. Auch setzte er sich auf, um vielleicht schneller wach zu werden.

„Guten morgen. Willst du schon aufstehen?“ Louis konnte das Mammut das ihn verschlafen anblickte, für einen Moment nur sprachlos anblinzeln. Zumindest bis ihm ein paar Sekunden später, die gestrige Nacht wieder einfiel. Ein breites Grinsen zierte sein Gesicht und Schmetterlinge breiteten sich in seinem Bauch aus. Das war also das Gefühl von vorher.

„Du bist noch gar nicht richtig wach, hm? Komm her und kuschel mit mir noch zehn Minuten oder musste du heute irgendwo hin?“ Er schüttelte nur den Kopf und ließ sich nicht zwei Mal bitten. Peaches strahle so eine einladende Wärme aus, dass man immer im Bett bleiben möchte und endlich durfte er ihr so nahe kommen. Bevor er aber noch an sie heran kam, klingelte es an der Haustür.

„Bleib liegen. Bestimmt nur die Post. Macilo hätte schon angerufen, wenn er noch etwas braucht.“ Als seine Herzensdame aufstand musste er schüchtern wegsehen, denn er bemerkte das sie überhaupt nichts am Körper trug.

„Tut mir Leid. Am Tag ist das alles noch ein wenig viel für dich oder?“ Dabei lächelte sie und zog sich ihren Morgenmantel über.

„Ich..“ Bevor er seinen Satz zu Ende sagen konnte, klingelte es erneut an der Tür.

„Behalte den Gedanken. Ich werde nur schnell den Störenfried los.“ Und das Mammut trat aus dem Schlafzimmer. Trotzdem sah er ihr schwärmerisch hinterher, nur um sich in der nächsten Sekunde grinsend, mit dem Gesicht zuerst ins Kissen zu werfen. Am liebsten würde er aufschreien vor Freude. Endlich hatte sich sein sehnlichster Wunsch erfüllt. Wie sollte er nur den Tag herum bekommen ohne die ganze Zeit dämlich zu lächeln? Ihm taten fast die Mundwinkel weh, weil die so viel Glück auf einmal nicht gewohnt waren. Vielleicht half eine kalte Dusche und das Bad durfte er vorher schon öfters benutzen. Wahrscheinlich war das Angebot mit dem Bad schon ein früherer Hinweis und er wollte es nur nicht sehen, weil er aus reiner Gewohnheit dachte, Peaches würde ihn nie so sehen. Also als Mann. Die gestrige Nacht bewies ihm aber etwas anderes.

Erst dachte er noch, dass sie beide zu schnell vorgingen. Das die Sache vielleicht das neu Begonnene schon wieder zerstören könnte. Doch halb ausgezogen, schaffte es nicht einmal sein sonst so vernünftiges Hirn, ihn davon abzuhalten weiter zu machen. Wahrscheinlich wäre das geschehen, wenn Peaches ihm irgendeinen falschen Blick gegeben hätte, denn er erwartete. Er dachte sie würde auf ihn herab blicken, oder schlimmer, ihn sogar auslachen. Sicherlich würde er es noch verstehen, weil sie sonst körperlich Besseres gewohnt war. Doch keine von seinen Ängsten bewahrheiten sich. Peaches behandelte ihn, als würde es nichts besseres auf diesem Planeten geben. Er fühlte sich so begehrt, auch wenn das nicht gerade oft in seinem Sprachgebrauch vorkam. Ein anderes Wort fiel ihm im Moment nicht ein.

Nachdem der Maulwurfigel feststellte, dass auch er nicht einmal seine Shorts im Bett trug, stand er doch eilig auf und suchte das Kleidungsstück im Zimmer. Dabei zog er ein Kissen mit, um sich zu bedecken, denn normalerweise rannte er nicht gern nackt herum. Das Gesuchte lag auf der anderen Seite des Bettes, wahrscheinlich war sie bei dem durcheinander gestern Abend dorthin geflogen. Seine Wangen wurden ganz warm, während er sich die Shorts überstreifte und dann die Tür öffnete. Wenn er so weiter mit den Gedanken abschweifte, dann müsste er wahrscheinlich länger kalt duschen.          

Entgeistert stand er im Türrahmen des Schlafzimmers, als er plötzlich Macilo im Flur erblickte. Er schluckte und versuchte nach einer Erklärung zu suchen, warum er nur in einer Unterhose aus dem Schlafzimmer seiner Mama kam.

„Es ist nicht was du denkst..“ Doch da sprach der Junge schon laut dazwischen, mit einem beleidigten Stampfer auf den Boden.

„Mama, das ist nicht fair! Letztens hast du zu mir gesagt, dass Louis wegen seiner Arbeit nicht hier übernachten kann. Kaum bin ich mal nicht da, machst du eine Pyjamaparty mit ihm ohne mich.“ Erleichtert atmete der Maulwurfigel aus, denn natürlich dachte ein Kind hier ganz anders.

„Hm, Mama hätte dir wenigstens ein T-Shirt von mir geben können. Und warum ist Mama's Bett so zerwühlt?“ Dann rannte der Kleine bestürzt in die Küche zu seiner Mutter und weiter empört mit dieser zu reden.

„Habt ihr etwa auch noch ohne mich eine Kissenschlacht gemacht?“ Hörte der Stachlige und warf ein wenig beschämt die Pfoten in sein Gesicht, denn so sollte das nun nicht laufen. Dennoch musste er jetzt duschen und sich anziehen, um anschließend zu den anderen in die Küche gehen. Nachdem kaltes Wasser über seinen Körper lief, fühlte er sich auch klarer im Kopf und den Tag richtig zu beginnen.

"Und wer hat die Kissenschlacht gewonnen?" Wollte das kleine Mammut plötzlich wissen, während sie frühstückten. Na ja, es war schon fast elf Uhr und gegen Mittag wollte Julian seinen Sohn von den Säbelzahntigern abholen. Diese konnten aber nicht ins Kino, weil sich zwei männliche Säbelzahntiger bei einer Schneeballschlacht, zu lange nass im kalten herum liefen. Heute machte sich das richtig bemerkbar. Shira musste sich also um ihren Mann und Sohn am Wochenende kümmern. Zwar meinte Peaches, sie hätte der Tigerin angeboten ihre Tochter solange hier unterzubringen, damit diese sich nicht auch noch ansteckt. Aber Shira erklärte, dass die Kleine schon zu Brooke fährt. Ihm gefiel, wie die Situation gelöst wurde. Nicht das ein Säbelzahntigermädchen ihn stören würde. Jaina war schon öfters hier, aber er möchte gern noch ein wenig Zeit allein mit seiner neuen Freundin verbringen, die ihm wohlgemerkt immer wieder liebevolle Blicke über den Tisch warf. Selbst wenn er nicht hinsah, merkte er es.      

"Louis. Er ist ziemlich gut darin." Meinte Peaches mit einem gewissen Lächeln, was ihr Sohn sowie so noch nicht verstehen würde. Verlegen, hätte der Genannte sich fast am Kaffee verschluckt. Begeistert sah Macilo ihn an.

„Wow, du hast Mama darin besiegt. Du musst mir unbedingt ein paar Tricks zeigen. Da ist nämlich jemand im Kindergarten, die ist auch größer und kann immer alles. Wenn ich von dir..“

„Das hat noch Zeit. Wenn du fertig mit dem Essen bist, kannst du ja in dein Zimmer gehen und nachsehen, ob ich beim einpacken auch nichts vergessen hab. Mein Auto bekomme ich erst nächste Woche wieder, also kann ich leider nicht noch mal losfahren.“ Der Junge nickte verständnisvoll und lief los.

„Außerdem möchte ich das Wochenende mit meinem neuen Freund genießen.“ Fügte sie hinzu, als sie sicher war, das ihr Sohn in seinem Kinderzimmer herumschaute. Louis war gerade dabei das Papiertuch, mit dem er seinen verschütteten Kaffee wegwischte, in den Müll zu werfen. Als er ihr neckendes Lächeln sah, musste er es natürlich erwidern.

„Ich werde mich wohl an das alles schneller gewöhnen müssen, als mir lieb ist, oder?“

„Du wolltest gestern Abend schon anfangen zu packen. Oder hat sich deine Meinung inzwischen geändert, weil..“ Doch das wollte der Maulwurfigel sie nicht aussprechen lassen.

„Natürlich nicht. Ich würde immer noch sofort damit anfangen wollen. Aber wir sollten es dennoch deinem Sohn vorher schonend beibringen. Es wird ja auch irgendwie eine Umstellung und im Leben eines Kindes..“ Erklärte er und setze sich wieder auf seinen Platz um weiter zu essen.

„Macilo, Louis hat ja gesagt, er möchte bei uns einziehen.“ Unterbrach ihn das weibliche Mammut, indem sie das so laut rief das der Junge es hören musste. Nicht einmal eine Sekunde später hörte man einen erfreuten Schrei und dann schnelle Schritte in Richtung der Küche.

„Das wird so toll.“ Das Kind fing freudig aufzuzählen, was sie zusammen alles machen können und konnte gar nicht aufhören, dabei angetan vor dem Stachligen auf der Stelle zu treten.

„Hey, beruhige dich wieder. Ihr müsst ja nicht alles auf einmal machen. Louis kann auch nicht gleich nächste Woche bei uns einziehen. So etwas wie eine Wohnung aufgeben dauert nun Mal eine Weile. Ich wollte es nur sagen, nicht das du wieder sagst, Mama verheimlicht etwas.“ Auch wenn Peaches das sagte, Macilo konnte trotzdem nicht aufhören zu strahlen. Der Maulwurfigel wurde davon ein wenig sentimental und konnte sich leider eine Freudenträne nicht schnell genug wegwischen.

„Willst du doch nicht?“ Erkundigte sich das kleine Mammut ein wenig verwundert und enttäuscht  

„Macilo, er freut sich natürlich. Es ist nur alles ein wenig viel auf einmal. Vielleicht habe ich es auch ganz falsch angefangen.“ Die Größte im Raum klang ein wenig besorgt und er schüttelte hastig den Kopf und stand auf. Erst kam es ihm ein wenig dumm vor, seine Arme auszubreiten. Sobald er das aber tat, wurde er schon von beiden Mammuts geknuddelt.

„Wir sind jetzt eine Familie.“ Erklärte Peaches und strich dem Stachligen beruhigend über den Kopf.

„Kann ich dann am Montag im Kindergarten zu Sarino sagen, ich hab jetzt drei Papa's?“ Macilo löste sich als erstes von der Umarmung und sah seine Mutter begeistert an. Bevor diese aber Antworten konnte, fing Louis schon an zu lachen. Das größere Tier stimmte bald mit ein.

Das junge Mammut lächelte zwar auch, aber verstand nicht ganz, warum gelacht wurde. War seine Frage so witzig? Er zuckte mit den Schultern und verließ die Küche, um weiter nach Sachen zu schauen, die er noch benötigte. Erwachsene muss man manchmal nicht verstehen, dachte er und war einfach froh, wegen den Neuigkeiten.
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