life is complicated

GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character) Sophie Koch Sören Petersen Thorsten Heck
08.02.2018
08.02.2018
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Sophie
Sören lässt die Kisten, einfach auf den Tisch fallen, was einen lautstarken Knall auslöst, sodass ich und auch einige der Schüler zusammen zucken.
„Oh, ähm, tut mir Leid, ich wollte hier keinen erschrecken. Aber jetzt sind wenigstens alle wach.“, reagiert Sören schmunzelnd, mit seiner typisch lockeren Art.

Kurz darauf betritt ein etwas älterer Mann den Raum und kommt schnurstracks auf uns zu.
„Guten Tag. Sie müssen Frau Koch und Herr Petersen sein. Ich bin Herr Wilke, der Klassenlehrer.“, meint er als er uns beiden kräftig die Hand schüttelt.

Eine größere Gruppe von Schülern trudelt nun in den Raum und kaum haben sich diese auf ihre Plätze plumpsen lassen, ertönt auch schon das Klingelzeichen.

„Guten Morgen. Heute haben wir 2 Gäste bei uns, welche sich gern etwas mit euch über das Thema Alkohol und Drogen unterhalten würden.“, begrüßt Herr Wilke, die noch etwas müde wirkende Runde.

„Ja genau, vor allem wollen wir mit euch über den richtigen Umgang mit diesen Dingen sprechen. Mein Name ist Sophie und das ist mein Kollege Sören und ich würde sagen, um die Stimmung etwas aufzulockern, machen wir zunächst einmal eine kleine Vorstellungsrunde.“, sage ich.

Kaum hatte ich diesen Satz zu Ende gesprochen, öffnet sich die Tür und eine Frau, kommt in Begleitung eines Jungen herein, welcher etwas nervös zu sein scheint.

„Guten Morgen. Das hier ist Jamie Kalsing. Er wird ab heute, in eure Klasse gehen, er kennt sich daher hier noch nicht so aus. Daher bitte ich euch nett zu ihm zu sein.“, meint die Frau, während sie ihn etwas mehr in unsere Richtung schubst.

Etwas unsicher steht er nun vor der Klasse, während alle Blicke auf ihn gerichtet sind. Die ganze Situation scheint ihn sichtlich unangenehm zu sein. Auch Herr Wilke muss dies aufgefallen sein, denn dieser ergreift schnell das Wort.

„Hallo Jamie, du kommst genau richtig zur Vorstellrunde, aber keine Sorge du kannst dich natürlich setzten. Ganz hinten neben Amelia ist noch ein Platz frei. Wir haben heute übrigens Frau Koch und Herr Petersen zu Gast, sie halten heute einen Vortrag über Drogen und Alkohol.“, bemerkt er.

Dankend nickt Jamie und geht zu seinen neuen Platz. Irgendwie tut er mir etwas Leid, es ist nie einfach der neue zu sein und vor allem nicht, mitten im Schuljahr.

Nachdem alle wieder ihren Blick zu uns gerichtet haben, beginnt die Vorstellrunde. Jeder sagt kurz seinen Namen, das Alter und ein Hobby.
Die Runde ist bei Jamie stehen geblieben, welcher sich kurz räuspert, bevor er mit etwas brüchiger Stimme anfängt zu sprechen.


Jamie
Ich bin so dankbar, das mich der neue Lehrer gleich hinsetzten lassen hat. Aber gleich am ersten Tag, so ein dämlicher Vortrag, darauf habe ich eigentlich keinen Bock. Dieses Geschwafel musste ich mir doch schon zu oft in meiner alten Schule anhören und dazu jetzt noch diese Vorstellrunde. Okay ein Gutes hat es ja, so lerne ich die anderen schon etwas kennen, beziehungsweise deren Namen. Die  Runde war nun bei mir stehen geblieben. Verdammt ich hasse so etwas, wie mich alle so neugierig anstarren, ich bin doch auch so schon nervös genug. Hoffentlich bekomme ich überhaupt ein Wort raus. Verlegen räuspere ich mich.

„Ja also, wie ihr nun schon mitbekommen haben müsstet, ist mein Name Jamie Kalsing. Ich bin 16 Jahre alt, zeichne und zocke gern und stamme ursprünglich aus Hannover.“, sage ich schließlich etwas holprig.

Nachdem sich dann alle vorgestellt haben, beginnt der eigentliche Vortrag. Zuerst geht es nur um Alkohol und um dessen Nebenwirkungen. Außerdem wird natürlich erwähnt das man niemals einen Betrunkenen ans Steuer lassen sollte, das übliche Gelaber eben. Ich kann da einfach nicht mehr zu hören, das ganze war mir eigentlich auch egal. Ich kannte meine Grenzen und musste mir daher nichts erklären lassen. Generell finde ich das ganze ziemlich übertrieben. Die reden von dem ganzen Zeug immer, als würde man sofort davon drauf gehen. Ich kann mir schon vorstellen, welche Standard Sätze später wieder fallen werden, wenn es um das Thema Rauchen und um die illegalen Drogen geht. Wenn  man Raucher ist, weiß man doch schließlich selbst, auf was man sich einlässt und außerdem sterben wir doch alle irgendwann mal, da ist doch eigentlich egal warum es geschieht. Außerdem kenne ich viele Leute, die bis ins hohe Alter geraucht haben und trotzdem kerngesund waren. Auch kenne ich einige Leute, die sich ab und an einen Joint genehmigen oder auch mal ein paar Pillen schmeißen und denen geht es auch gut. Eher gesagt bin ich sogar einer von ihnen. Also gut von Pillen, hab ich bisher die Finger gelassen, doch für etwas Gras bin ich eigentlich immer zu haben. Es hat für mich mehr Vor- als Nachteile und solang man es nicht übertreibt, ist doch auch alles gut. Aber das würde ich denen da vorn sicher nicht sagen.

„Oh man, dieser Mist den die da labern, ist echt nicht zum aushalten.“, höre ich das Mädchen neben mir flüstern.

Da ich damit nicht gerechnet hatte, zuckte ich, als sie anfing zu sprechen, kurz etwas zusammen.

„Sorry, wollte dich nicht aus deiner Traumwelt holen.“, sagte sie schmunzelnd.

„Ne ist alles gut und du hast Recht, das ist echt nicht zum aushalten.“, stimme ich ihr zu.

Vorhin war ich so aufgeregt und angespannt, dass ich gar nicht auf sie geachtet  habe. Daher betrachte ich sie nun etwas genauer. Sie ist sehr schlank, hat lange braune Haare und total krasse blaue Augen. Sie ist echt schön. Vielleicht würde das ganze hier ja doch noch ganz gut werden.

„Hab ich irgendwas im Gesicht oder warum starrst du mich so an?“, fragt sie plötzlich.

„Ähm..Nein..es ist..ähm alles gut mit deinen Gesicht.“, stammele ich ertappt und richte meinen Blick abrupt wieder nach vorn.

Oh man peinlicher geht es echt nicht. Jetzt habe ich sie sicher verschreckt.

„Okay, ich sehe das mal als Kompliment, also danke.“, antwortet sie belustigt zurück.

Der restliche Vortrag nimmt seinen Gang, ohne das ich noch mal mit ihr sprach. Außerdem sollte ich Recht behalten. Das was die beiden vorn erzählten war die übliche Standardleiher. Das dachten sie wohl die meisten, viele kauerten desinteressiert auf ihre Plätzen, einige hatten auch ihren Kopf auf den Tisch gelegt und sahen aus, als würden sie jeden Moment einschlafen.
Bisher ist doch eigentlich alles ganz gut verlaufen, nur mein Körper meldet sich langsam, er verlangt nach einem Snack und einer weiteren Zigarette.
So wie es aussieht, wurden meine Gebete so eben erhört, denn kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht. Ertönt die ersehnte Pausenglocke.

„Okay, das war es nun erstmal vom Vortrag. Ich würde sagen ihr geht jetzt erstmal in die Pause und in der nächsten Stunde machen wir noch ein paar Übungen.“, verkündet die junge blonde Frau.

Toll ich dachte das war´s. Egal jetzt erstmal so schnell wie möglich raus hier. Hoffentlich finde ich eine gute Raucherstelle. Ich schnappe mir also meinen Rucksack und begebe mich Richtung Tür. Doch so schnell, komme ich dann doch nicht raus. Herr Wilke hält mich auf.

„Jamie, warte bitte noch einen kurzem Moment. Ich habe hier noch den Bücherzettel und den Stundenplan. Die Bücher kannst du nach Schulschluss, im Raum 209, bei Frau Hanke bekommen. Außerdem würde ich dir die erste Woche gerne jemanden zur Seite stellen, damit du dich schneller hier zu recht findest.“, meint er und sieht sich suchend im Raum um.

„Ach ja, Thomas wie wäre..“, weiter kommt er nicht denn auf einmal steht meine Banknachbarin, neben uns.

„Ich würde den Job gerne übernehmen.“, fällt sie ihm ins Wort.

„Meinst du es wäre wirklich eine gute Idee, Amelia?“, hakt er vorsichtig nach.

„Hey, natürlich. Ich kümmere mich gern, um ihn. Oder vertrauen sie mir etwa nicht?“, fragt Amelia und zieht dabei ihre rechte Augenbraue hoch.

„Nein, na-natürlich habe ich Vertrauen, es ist nur…ach, wisst ihr was, vielleicht ist das ja echt gar keine so schlechte Idee.“, stammelt er leise.

Das Mädchen nickt zufrieden, packt mich am Arm und zieht mich aus dem Raum.

„Bekomme ich kein Danke? Ich habe dich immerhin gerade gerettet.“, meint sie lächelnd.

„Oh, ähm, ja doch, danke sehr.“, stottere ich etwas verlegen.

„Bist du eventuell Raucher?“, fragt sie.

„Zufälligerweise schon.“, entgegne ich.

„Perfekt, dann zeige ich dir mal unsere kleine geheime Insel.“, meint sie freudig.

Sie führt mich in das oberste Stockwerk des Hauses. Stolz zeigt sie auf  eine Leiter, über der sich ein breites Fenster befindet. Gekonnt lässt sie diese herunter, steigt nach oben und öffnet das Fenster.

„Kommst du nun mit?“, fragt sie erwartungsvoll.

Ich nicke etwas nervös und folge ihr durch die Öffnung.